(57) Maschinengeschirrspülmittel, bestehend aus einem schwachschäumenden Tensid sowie
gegebenenfalls einer polycarbonsäure, mit der Zusammensetzung
5 - 20 Gew.-% schwachschäumendes Tensid
2 - 10 Gew.-% einer organischen Säure
3 - 8 Gew.-% einer Polycarbonsäure
0 - 5 Gew.-% Nitrilotriacetat
3 - 5 Gew.-% Emulgator
2 - 5 Gew.-% Verdicker
1 - 4 Gew. % Lauge
Rest Wasser
das einen pH-Wert zwischen 4 und 6, vorzugsweise etwa 5 aufweist.
Die Herstellung des Mittels erfolgt in der Weise, daß zunächst der pulverförmige Verdicker
in einem (flüssigen) nichtionogenen wasserfreien Tensid angeteigt und die so gebildete
dispergierte Masse dem flüssigen (gelösten) Tensid zugegeben wird, worauf die sich
bildende Lösung zum Zwecke der Lösung des pulverförmigen Verdickers und Gelierung
der Flüssigkeit mittels Alkali, vorzugsweise Tri-ethanolamin, bis auf einen PH-Wert
von zwischen 4 und 6, vorzugsweise 5 neutralisiert wird.
[0001] Die Erfindung geht aus von einem Maschinengeschirrspülmittel gemäß dem Oberbegriff
des Patentanspruches 1.
[0002] Die Reinigug von Geschirr in Geschirrspülmaschinen erfolgt heute generell zwei- oder
mehrstufig in zunächst einem Hauptwaschgang unter Einsatz eines Hauptreinigungsmittels
und einem oder mehreren Spülgängen unter Verwendung - zumindest im letzten Spülgang
- eines Klarspülmittels, das in der Regel aus einem netzenden, nichtionogenen Tensid
und einer schwachen organischen Säure, im allgemeinen Zitronensäure, besteht und dem
die Aufgabe zufällt, für eine gute Benetzung der Geschirroberfläche zu sorgen, um
die Bildung von Kalk- oder Reinigungsmittelablagerungen insbesondere auf Gläsern zu
verhindern.
[0003] An die eingesetzten Mittel werden heute erhöhte Anforderungen in Bezug auf ihre Haut-
und insbesondere ihre Umweltverträglichkeit gestellt , wobei insbesondere die bekannten
Hauptreinigungsmittel erhebliche Probleme verursachen wegen ihres hohen der Verseifung
der Speisefette dienenden, in Form etwa von Natronlauge oder Soda in den Spülmitteln
vorliegenden Alkaligehaltes. Daneben enthalten die marktgängigen Geschirrspülmittel
Phosphate und Silikate zur Reinigungsverstärkung und Bindung von Wasserhärte, Dichlorisocyanurat
als Bleichmittel zur Beseitigung bezw. Überdeckung von durch Tee und Kaffee verursachten
Verfärbungen und schließlich ein in der REgel nichtionogenes Tensid als Netzmittel
und Dispergator, mit dessen Hilfe der Schmutz von der Geschirroberfläche abgelöst
und im Spülwasser in Schwebe gehalten werden soll.
[0004] Die bekannten Geschirrspülmittel dieser Art weisen eine Reihe erheblicher Nachteile
auf. Ein wesentlicher Nachteil ist der hohe Gehalt an Alkalien mit ihrer stark ätzenden
Wirkung auf Haut und Schleimhaut, die die Ursache dafür ist, daß die bekannten Geschirrspülmittel
einerseits nicht als "kindersicher" eingestuft werden können und andererseits häufig
eine Schädigung der Dekors der Geschirre verursachen. Kindersicherheit kann jedoch
heute generell als eine vom Verbraucher als selbstverständlich vorausgesetzte Eigenschaft
aller Haushaltsmittel gelten, ebenso ist der Verbraucher heute kaum noch bereit, sich
alleine wegen der Nutzbarkeit einer Geschirrspülmaschine auf die Verwendung von maschinenfestem
Geschirr zu beschränken. Darüberhinaus verursacht der hohe, bis zu 50% und darüber
liegende Phosphatgehalt der bekannten Geschirrspülmittel bekanntlich eine erhebliche
Umweltbelastung durch Eutrophierung der Gewässer. Das entsprechende gilt für die in
den Mitteln enthaltenen bleichenden Chlorverbindungen. Das eingesetzte Dichlorisocyanurat
selbst ist eine toxische und ätzende Substanz, die darüberhinaus - in die Atmosphäre
entweichens - Chlor und darüberhinaus Chlorradikale abspaltet, die ihrerseits wiederum
toxische Chlorverbindungen bilden können. Hinzu kommt schließlich, daß in Geschirrspülmitteln
als Tenside die unter der Bezeichnung "PLURONICS" bekannten Blockpolymerisate aus
Ethylenoxid und Propylenoxid eingesetzt werden, die nur ungenügend biologisch abbaubar
sind und damit ebenfalls eine Umweltbelastung darstellen.
[0005] Es ist aus der DE-OS 35 32 586 bekannt, in Standard-Geschirrspülmitteln dieser Art
an Stelle von Phosphat Polyacrylsäure einzusetzen, was jedoch den Einsatz hoher Anteile
an Natriumsulfat als Stellmittel erfordert. Eine Verringerung der Umweltbelastung
wird hierdurch nicht erreicht. Abgesehen davon, daß die hohe Immission von Natriumsulfat
ebenfalls eine erhebliche Umweltbelastung darstellt, handelt es sich bei der Polyacrylsäure
um eine biologisch nur außerordentlich langsam abbaubare Substanz. Die stark ätzende
Wirkung wird hierdurch nicht gemildert.
[0006] Es ist aus der EP-OS 217 732 ein Geschirrspülmittel bekannt geworden, das zwar schwach
sauer eingestellt ist, das jedoch als pulverförmiges Produkt hoher Konzentration anfällt
und daher Probleme bei der Handhabung verursacht. Darüberhinaus ergeben sich große
herstellungs-technische Schwierigkeiten.
[0007] Das entsprechende gleich gilt für das aus der DE-PS 15 28 632 bekannt gewordene Geschirrspülmittel,
das zur Beseitigung seiner stark ätzenden Wirkung schwach sauer eingestellt wird,
jedoch pulverförmig anfällt und auf den Einsatz hoher Anteile an umweltbelastendem
Phosphat als Verstärkungsmittel nicht verzichten kann.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt als Aufgabe die Schaffung eines flüssigen Geschirrspülmittels
zugrunde, das bei guter Wirksamkeit kindersicher, d.h. absolut untoxisch ist, eine
gute Hautverträglichkeit aufweist und keine Umweltbelastung verursacht.
[0009] Diese Aufgabe wird mit einem Geschirrspülmittel mit den im Patentanspruch 1 wiedergegebenen
Merkmalen gelöst.
[0010] Das erfindungsgemäße Geschirrspülmittel enthält keine Phosphate und toxischen Bestandteile
und ist im übrigen biologisch voll abbaubar. Es ist daher kindersicher und umweltvertäglich.
Es ist darüberhinaus aufgrund seiner schwach saueren Einstellung von guter Haut- und
Schleimhautverträglichkeit bei ausgezeichneter Wirksamkeit insbesondere als Maschinenspülmittel.
Es hat sich gezeigt, daß durchden Einsatz des erfindungsgemäßen Geschirrspülmittels
auch Tee- und Kaffeflecken entfernt werden können, so daß auf den bei den bekannten
Standardreinigern üblichen Einsatz von Bleichmitteln verzichtet werden kann.
[0011] Die Herstellung des Mittels erfolgt erfindungsgemäße in der Weise, daß zunächst der
pulverförmige Verdicker mit einem (flüssigen) nichtionogenen wasserfreien Tensid angeteigt
und die so gebildete dispergierte Masse dem flüssigen (gelösten) Tensid zugegeben
wird, worauf die Flüssigleit zum Zwecke der Lösung des Verdickers und Gelierung mittels
Alkali bis auf einen PH-Wert von zwischen 4 und 6, vorzugsweise 5 neutralisiert wird.
[0012] Durch die Erfindung ist ein Verfahren geschaffen, mit dessen Hilfe unter Verwendung
einer pulverförmigen, nicht wasserlöslichen Substanz ein flüssiges Reinigungsmittel
hoher Wirksamkeit hergestellt werden kann, das nach Bedarf durch Zugabe von Wasser
in jede gewünschte Konzentration gebracht werden kann. Aufgrund der wässrigen Grundlage
des Mittels erübrigt sich der Einsatz von Füllstoffen, etwa Natriumsulfat, was in
Bezug auf die Umweltverträglichkeit als ein weiterer beachtlicher Vorteil anzusehen
ist. Die flüssige bzw. gelartige Konsistenz des Mittels erleichtert seine Handhabung,
insbesondere seine Dosierung in außerordentlicher Weise und kommt damit den Gewohnheiten
der Verbraucher entgegen, die erfahrungsgemäß die Dosierung einer größeren menge der
Dosierung von Kleinstmengen vorziehen. Es kann damit die häufig bei pulvrigen Spülmitteln
zu beoachtende Überdosierung praktisch vollständig ausgeschlossen werden. Hinzu kommt,
daß das Mittel aufgrund seiner flüssigen Konsistenz aus einer Sprühflasche dosiert
werden kann, so daß der Hautkontakt mit dem Mittel weitestgehend ausgeschlossen werden
kann. Darüberhinaus ist bei entsprechender technischer Ausrüstung der Maschine ohne
weiteres auch eine automatische Dosierung möglich, die bei Verwendung von pulverförmigen
Mitteln nicht oder nur mit erheblichem technischem Aufwand möglich ist.
[0013] Als schwachschäumende Tenside können alle bekannten nicht- oder schwachschäumenden,
vorzugsweise biologisch gut abbaubaren Tenside eingesetzt werden, so insbesondere
nicht ionogene Tenside des Typs der mit Ethylenoxid und Propylenoxid alkoxylierten
Fettalkohole oder endgruppenverschlossene, vorzugsweise endständig methylierte Fettalkoholpolyglykolether,
darüberhinaus anionische Tenside des Typs der kurzkettigen Etherkarbonsäuren, die
zu einem hohen Anteil in dem Mittel enthalten sein können. Aufgrund hoher Anteile
dieser Substanzen kann auf den Einsatz von Phosphaten verzichtet werden, deren - in
herkömmlichen Mitteln ausgeübte - Wirkung von dem umweltverträglichen Tensid mit übernommen
wird.
[0014] Als Säuerungsmittel finden zweckmäßig die Lebensmittelsäuren, vorzugsweise Citronensäure,
Weinsäure, Essigsäure, Gluconsäure oder Apfelsäure, einzeln oder in Mischung miteinander
Verwendung, während als Wasserenthärter und Schmutzdispergator mit Vorteil Polyacrylsäure
und/oder ein Copolymer aus Acrylsäure und Maleinsäure (Natriumsalz) eingesetzt werden
können.
[0015] Es werden nachstehend einige Beispiele für die Formulierung eines Geschirrspülmittels
gegeben:
Beispiel 1
[0016] Ein phospahtfreies Spülgel besteht aus
73 Gew.-% Wasser
8 Gew.-% eines Tensides bestehend aus einem Laurylalkohol mit 4 Mol Ethylenoxid
und 3 Molen Propylenoxid
3 Gew.-% Citronensäure
4 Gew.-% eines Copolymers der Acrylsäure und der Maleinsäure. Na-Salz
4 Gew.-% Laurylalkohol mit 5 Molen Ethylenoxid
2 Gew.-% polymerer Glucoseacrylsäureester, sauer
1 Gew.-% Nitrilotriacetat Trinatriumsalz
4 Gew.-% Triethanolamin
1 Gew.-% Parfüm, Konservierungsmittel, Farbstofflösung
[0017] Es werden zunächst der polymere Glucoseacrylsäureester zusammen mit dem Nitriloacetat
mit dem Laurylalkohol angeteigt und das restliche Tensid, die Zitronensäure sowie
das Copolymer der Acrylsäure und der Maleinsäure in dem vorgelegten Wasser gelöst.
Hierauf wird die angeteigte Masse der Lösung unter ständigem Rühren zugegeben. Nach
Erzielung einer homogenen Mischung erfolgt die Zugabe des Triethanolamins bis zur
Erreichung eines pH-Wertes von etwa 5 unter zunächst Lösung der festen Bestandteile
der Mischung und anschließender Gelierung. Es resultiert - ein klares, homogenes und
lagerstabiles Gel mit einer Viskosität von 5000 (mPa x s) bei 20 °C im Rotationsviskosimeter.
Die Einsatzkonzentration bezogen auf die Gesamtformulierung beträgt 6g/l im Hauptspülgang.
Beipiel 2
[0018] Phospahtfreies Spülgel bestehend aus
57 Gew.-% Wasser
10 Gew.-% eines Nichtionogenen Tensides der Zusammensetzung Myristylalkohol mit
4 Molen Propylenoxid.
5 Gew.-% Weinsäure
5 Gew.-% Polyacrylsäure. Na-Salz
2 Gew. -% Laurylalkohol. 3 Mol Ethylenoxid
15 Gew.-% der Dispersion einer hochmolekularen Polyacrylsäure
4 Gew.-% Triethanolamin
1 Gew.-% Nitrilotriacetat. Trinatriumsalz
1 Gew.-% Parfüm Konservierungsmittel, Farbstofflösung
[0019] Die Hersatellung erfolgt analog zum Beispiel 1. Das Produkt ist ein leicht trübes,
homogenes Gel. Der pH-Wert wird mit Triethanolamin auf 5 eingestellt. Die Viskosität
beträgt 6000 (mPa x s) bei 20 °C im Rotationsviskosimeter. Die Einsatzkonzentration
im Hauptreinigungsgang der Geschirrspülmaschine beträgt 5 g/l Waschlauge.
Beispiel 3
[0020] Spülmittel in Gelform bestehend aus
68 Gew.-% Wasser
6 Gew.-% Citronensäure
6 Gew.-% Copolymer der Acrylsäure und der Maleinsäure. Na-Salz
9 Gew.-% Ethercarbonsäure (Alkyl (C₆-C₈) polyethylenglykolether (4 EO) methylencarbonsäure
)
3 Gew.-% Laurylalkoholpolyethylewnglykolether (6 EO)
2 Gew.-% Copolymer der Acrylsäure und des Acrylamid (Verdicker)
5 Gew.-% KOH. 50 Gew.-%
1 Gew.-% Parfüm. Konservierungsmittel.
[0021] Das Produkt ist ein klares, homogenes und lagerstabiles Gel. Der pH-Wert wird mit
KOH auf 5 eingestellt. Die Viskosität beträgt ca. 10.000 (mPa.s) bei 20 °C im Rotationsviskosimeter.
Die Einsatzkonzentration im Hauptspülgang beträgt 5 g/l.
1. Maschinengeschirrspülmittel, bestehend aus einem schwachschäumenden Tensid sowie gegebenenfalls
einer Polycarbonsäure, gekennzeichnet durch folgende Zusammensetzung:
5 - 20 Gew.-% schwachschäumendes Tensid
2 - 10 Gew.-% einer organischen Säure
3 - 8 Gew.-% einer Polycarbonsäure
0 - 5 Gew.-% Nitrilotriacetat
3 - 5 Gew.-% Emulgator
2 - 5 Gew.-% Verdicker
1 - 4 Gew. % Lauge
Rest Wasser
das einen pH-Wert zwischen 4 und 6, vorzugsweise etwa 5 aufweist.
2. Verfahren zur Herstellung eines Maschinengeschirrspülmittels, bestehend aus einem
schwachschäumenden Tensid sowie gegebenenfalls einer Polycarbonsäure, dadurch gekennzeichnet,
daß zunächst der pulverförmige Verdicker in einem (flüssigen) nichtionogenen wasserfreien
Tensid angeteigt und die so gebildete dispergierte Masse dem flüssigen (gelösten)
Tensid zugegeben wird, worauf die sich bildende Lösung zum Zwecke der Lösung des pulverförmigen
Verdickers und Gelierung der Flüssigkeit mittels Alkali, vorzugsweise Tri-ethanolamin,
bis auf einen PH-Wert von zwischen 4 und 6, vorzugsweise 5 neutralisiert wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als schwachschäumendes Tensid
mit Ethylenoxid und Propylenoxid alkoxylierte Fettalkohole und/oder endgruppenverschlossene,
vorzugsweise endständig methylierte Fettalkoholpolyglykolether und/oder kurzkettige
Etherkarbonsäuren Verwendung finden.
4. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Säuerungsmittel eine Lebensmittelsäure,
vorzugsweise Citronensäure, Weinsäure, Essigsäure, Gluconsäure oder Apfelsäure, einzeln
oder in Mischung miteinander Verwendung findet.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Wasserenthärter und Schmutzdispergator
Polyacrylsäure und/oder ein Copolymer aus Acrylsäure und Maleinsäure (Natriumsalz)
Verwendung findet.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekenzeichnet, daß als Verdicker ein vernetzter
polymerer Acrylsäureester der Glucose oder ein Ethoxylat hiervon und/oder eine hochmolekulare
Polyacrylsäure und/oder ein Copolymer der Acrylsäure mit Acrylamid Verwendung findet.
7. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß als Neutralisierungsmittel
Triethanolamin und/oder Natronlauge und/oder Kalilauge Verwendung finden.
8. Verfahren nach Anspruch 6 und 7, dadurch gekennzeichnet, daß zur Unterstützung der
Lösung des Emulgators ein weiterer Emulgator, beispielsweise ein nichtionogenes Fettalkoholethoxylat
mit 3 - 8 Mol Ethylenoxid Verwendung findet.