[0001] Die Erfindung betrifft Greiferwebmaschinen gemäss dem gleichlautenden Oberbegriff
der beiden unabhängigen Ansprüche 1 und 2.
[0002] Bei gewissen gattungsgemässen Greiferwebmaschinen wird die Greiferbewegung mittels
flexibler Bänder und oszillierender Bandräder erzeugt, wobei der Bandradantrieb mit
der Hauptwelle gekoppelt ist und über sogenannte Raumkurbeltriebe (siehe DE-PS 3029642
= MR 170) erfolgt. Die Greiferköpfe weisen Keilklemmen für den Schussfaden auf, mit
welchen die Fadenübernahme am Facheintritt (durch Bringergreifer) beziehungsweise
in der Fachmitte (durch Holergreifer) selbsttätig ohne zwangsweise Betätigung der
Klemmen möglich ist. Die vorhandenen Betätigungshebel zum Öffnen der Fadenklemmen
dienen dazu, an den Umkehrpunkten der Greiferköpfe ausserhalb des Fachs die Klemmen
mittels Auflaufnocken zu öffnen, um so hängengebliebene Fasern beispielsweise mit
Blasdüsen entfernen zu können (beim Holergreifer auch, um den Schussfaden freizugeben).
[0003] Die selbsttätig wirkenden Fadenklemmen der Greiferköpfe bedeuten zwar eine vorteilhafte
Einfachheit der Greiferwebmaschinen; allerdings besteht je nach Garnart eine gewisse
Störanfälligkeit. Beispielsweise wenn ein schweres, steifes Garn eingewoben wird,
besteht die Gefahr, dass die Fadenübergabe vom Bringer zum Holer misslingt. Bei der
Fadenübergabe erfahren die Greifer aufgrund des Antriebs durch das Raumkurbelgetriebe
eine maximale Beschleunigung in Ausfahrrichtung und somit wirkt beim Schussgarn des
Bringergreifers eine maximale Trägheitskraft. Nach dem Umkehrpunkt beim Rückzug des
Bringergreifers ist diese Trägheitskraft der Bewegungsrichtung entgegengesetzt und
dies kann dazu führen, dass das Schussgarn vor der Übernahme durch den Holergreifer
aus der Fadenklemme gleitet und somit nicht mehr übergeben werden kann. Will man diesem
Problem abhelfen, indem man die Klemmkraft der Bringerfadenklemme vergrössert, so
handelt man sich ein neues Problem ein. In diesem Fall kann es geschehen, dass das
Garn beschädigtbeispielsweise zerrissen - wird, wenn es durch den Holer mit einer
Krafteinwirkung, die entsprechend der grössern Klemmkraft zwangsläufig erhöht ist,
aus dem Bringer herausgezogen wird.
[0004] Die erläuterte Problematik gilt auch für Webmaschinen mit Stangengreifern. Die Erfindung
bezieht sich daher auch auf solche Webmaschinen.
[0005] Es ist Aufgabe der Erfindung, die oben definierten Greiferwebmaschinen und insbesondere
deren Schusseintragsvorrichtungen solcherart zu verbessern, dass insbesondere die
Fadenübernahme durch den Holergreifer in der Fachmitte mit grösserer Zuverlässigkeit
ausführbar ist, wobei dieser Arbeitsschritt auf die Art des verwendeten Schussfadens
und auch auf die Klemmwirkung der Greiferklemmen abgestimmt sein muss. Diese Aufgabe
wird erfindungsgemäss durch die Kennzeichenmerkmale des Anspruchs 1 und/oder durch
die Kennzeichenmerkmale des Anspruchs 2 gelöst.
[0006] Indem man den Raumkurbeltrieb für den Bandradantrieb (oder Stangenantrieb), durch
einen Stellmotor ersetzt, gewinnt man neue Freiheitsgrade, die es ermöglichen, die
Greiferbewegungen besser den Fadenübernahme- bzw. Fadenübergabe-Bedingungen anzupassen.
Überdies können mittels programmgesteuerter Stellmotoren die Eigenheiten der verschiedenen
Schussgarne individuell berücksichtigt werden, indem die Bewegungsabläufe der Greifer
auf das jeweilige einzutragende Schussgarn abgestimmt wird. So wird es beispielsweise
möglich, bei unveränderter Drehzahl der Webmaschine die Trägheitskräfte bei der Fadenübergabe
zu reduzieren. Ausserdem wird im Falle einer Änderung der Gewebebreite die Anpassung
der Greiferhübe sehr vereinfacht, da dies durch eine Programmanpassung der Steuerlogik
ausführbar ist.
[0007] Indem man die erfindungsgemässen Klemmenöffner in der Fachmitte an der Fadenübergabestelle
vorsieht, gewinnt man weitere Freiheitsgrade. Die Klemmkraft der Fadenklemme kann
dadurch stärker vorgegeben werden, da nun ein zwangsweises Lösen der Fadenklemme durch
den Klemmenöffner eine Beschädigung des Schussgarns bei der Übernahme verhindert.
Die Verwendung von Klemmenöffner ist an sich bekannt (siehe beispielsweise DE-OS 3224708).
Der erfindungsgemässe Klemmenöffner wird aber im Gegensatz zu den bekannten durch
einen Stellmotor programmgesteuert angetrieben. Dies hat unter anderem den Vorteil,
dass der Klemmenöffner individuell, d.h. auf die einzelne Garnart oder "Schussfarbe"
abgestimmt, betätigt werden kann. Eine Betätigung der Klemmenöffner kann unter Umständen
auch nur für einzelne der Schussfarben vorgesehen werden.
[0008] Beide erfindungsgemässen Massnahmen, nämlich Bandantrieb (oder Stangenantrieb) durch
Stellmotoren bzw. Klemmenöffner ebenfalls mit Stellmotoren, bedeuten einzeln verwendet
schon eine mögliche Verbesserung des Schusseintrags. Durch die Kombination beider
Massnahmen erhält man eine besonders vorteilhafte Schusseintragsvorrichtung. Für die
Stellmotoren der Greiferantriebe werden vorzugsweise hochdynamische Servomotoren verwendet.
Solche Servomotoren zeichnen sich dadurch aus, dass sie ähnlich wie Schrittmotoren
programmgesteuert einsetzbar sind, dass sie aber im Gegensatz zu den Schrittmotoren
weit grössere Drehmomente (rund 300 Nm) bei den für Greiferwebmaschinen typischen
Drehzahlen (rund 500 min⁻¹) und Webbreiten (rund 2m) abgeben können.
[0009] Die Erfindung wird nachfolgend anhand von Zeichnungen und Diagrammen näher erläutert.
Es zeigen:
Fig. 1a zwei Greiferköpfe kurz vor dem Zusammentreffen in der Fachmitte, wobei für
den Bringergreifer die Unterseite anhand eines Spiegelbildes sichtbar gemacht ist
und beim Holergreifer lediglich die Kopfspitze dargestellt ist,
Fig. 1b den Holergreifer der Fig.1a nach der Fadenübernahme,
Fig. 2 einen bekannten Antrieb eines Bandrades unter Verwendung eines Raumkurbeltriebs,
Fig. 3 den erfindungsgemässen Antrieb eines Bandrades unter Verwendung eines Stellmotors,
Fig. 4 ein Diagramm der Greiferbewegung bei Verwendung eines Raumkurbeltriebs, wobei
die Bewegungen der beiden Greifer "phasengleich" sind,
Fig. 5 einen vergrösserten Ausschnitt aus dem Diagramm der Fig.4,
Fig. 6 einen entsprechenden Ausschnitt wie in Fig.5 für eine "phasenverschobene" Greiferbewegung,
Fig. 7 eine perspektivische Darstellung einer erfindungsgemässen Klemmenöffnervorrichtung,
Fig. 8 einen Diagrammausschnitt, entsprechend Fig.5, für ein erstes Ausführungsbeispiel
der Erfindung,
Fig. 9 eine entsprechende Darstellung für ein zweites Ausführungsbeispiel und
Fig.10 ein Diagramm mit asymmetrischer Greiferbewegung.
[0010] Die beiden Greifer, nämlich der Bringergreifer 1 mit dem Schussfaden 3 und der Holergreifer
2, bewegen sich in Fig.1a gemäss den Pfeilen B bzw. H aufeinander zu. Anhand des Spiegelbildes
1′ des Bringergreifers 1 sieht man, wie der gespiegelte Schussfaden 3′ durch die Keilklemme,
die durch die beiden Schenkel 11′ und 12′ gebildet wird, an der Klemmstelle 31′ (bzw.
31) festgehalten ist. Der Klemmenschenkel 11′ ist federelastisch ausgebildet, sodass
durch Drücken des Betätigungshebels 13′ (bzw. 13), der mit dem Klemmenschenkel 11′
verbunden ist, die Fadenklemme geöffnet werden kann. Der Spiegel 9 ist selbstverständlich
nur zu Darstellungszwecken unterhalb des Bringergreifers 1 angeordnet.
[0011] Der Bringergreifer 1 wird durch das flexible Band 4 (Spiegelbild 4′) bewegt. Bei
der Fadenübernahme wird der Holergreifer 2 in den Bringergreifer hineingeführt und
zwar so weit, dass die hakenförmige Spitze 22 des Holergreifers 2 den vorgelegten
Schussfaden 3 beim Zurückziehen (Pfeil G) erfassen kann.
[0012] Wie in Fig.1b dargestellt, wird der Schussfaden 3 durch die aus dem Haken 22 und
dem beweglichen Klemmteil 21 gebildete Keilklemme an der Klemmstelle 32 festgehalten.
Ausserhalb des Webfaches wird die Keilklemme geöffnet und zwar durch Drücken des Betätigungshebels
23 und vermittels des angedeuteten Mechanismus 24, mittels dessen der Klemmteil 21
zurückgezogen wird.
[0013] In Fig.2 ist für den Bringergreifer 1 der Antrieb der oszillierenden Bewegung (Doppelpfeil
A) dargestellt, die mittels des Bandes 4, des Bandrades 41 und des Raumkurbeltriebs
50 erzeugt wird. Dabei dreht die Antriebswelle 501 mit einer konstanten Winkelgeschwindigkeit,
welche durch den Raumkurbeltrieb 50 in eine oszillierende Schwenkbewegung des Zahnsegments
502 sowie des Bandrads 41 - über das Zahnrad 42 - übertragen wird. Fig.3 zeigt den
Stellmotor 5, der erfindungsgemäss den Raumkurbeltrieb 50 ersetzt, wobei das Ritzel
52 an die Stelle des Zahnsegments 502 tritt. Die Antriebsenergie und die Steuersignale
für den Stellmotor 5 werden über das Kabel 51 zugeführt. Der Stellmotor 5 kann selbstverständlich
auch direkt, ohne ein Zwischengetriebe, mit dem Bandrad verbunden sein.
[0014] Im Diagramm der Fig.4 ist auf der nach unten gerichteten Ordinate die Arbeitsphase
der Webmaschine aufgetragen. Diese Arbeitsphase wird wie üblich auf die Winkelstellung
der Hauptwelle bezogen und durch Maschinengrad (MGR) ausgedrückt. Die 0°-Position,
d.h. der Beginn des Maschinenzyklus, ist beim vorliegenden Beispiel der Greifer-Umkehrpunkt
ausserhalb des Fachs. Die Abszisse des Diagramms gibt die Lagen der Greiferköpfe,
genauer der Klemmstellen 31 und 32 (siehe Fig.1a,b), an. Die Web- oder Fachbreite
ist durch den Doppelpfeil W angegeben. Die beiden kosinusförmigen Kurven 10 und 20
stellen die Greiferbewegungen über einen Maschinenzyklus dar, wie sie mittels Raumkurbeltriebe
erzeugt werden. Die Übergabe des Schussfadens vom Bringergreifer 1 (Kurve 10) an den
Holergreifer 2 (Kurve 20) findet innerhalb des strichpunktiert markierten Kreises
91 bei 180 MGR statt, wobei der Schussfaden beginnend beim Punkt 30 mit dem Holergreifer
mitgeführt wird. Die Bahnen 10 und 20 der Klemmstellen 31 bzw. 32 im Innenbereich
des Kreises 91 sind vergrössert in Fig.5 dargestellt. Dort vermitteln der horizontale
Balken (10 mm) und der vertikale Balken (10° = 10 MGR) einen Eindruck über die Massstäbe
in der Vergrösserung.
[0015] Während die Figuren 4 und 5 "phasengleiche" Greiferbewegungen darstellen, zeigt Fig.6
die Verhältnisse bei "phasenverschobener" Greiferbewegung, bei welcher der Umkehrpunkt
des Bringergreifers rund 10 MGR auf jenen des Holergreifer folgt. Die Schussübergabe
ist "fliegend" wie bei einem Stafettenlauf: Vor dem "Handwechsel" am Punkt 30 bewegen
sich die beiden Greiferköpfe kurze Zeit in der gleichen Richtung, der Holergreifer
(Kurve 20) mit zunehmender und der Bringergreifer (Kurve 10) mit abnehmender Geschwindigkeit,
wobei am Punkt 30 der Bringergreifer seinen Umkehrpunkt erreicht und somit momentan
stillsteht (wobei allerdings auf den Bringergreifer gleichzeitig eine maximale Beschleunigungskraft
in Ausfahrrichtung ausgeübt wird). Diese Übergabemethode wird bevorzugt bei Garnen
mit geringer Reissfestigkeit eingesetzt.
[0016] Bei einem ersten Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem das Bandrad des Bringergreifers
mit einem programmgesteuerten Stellmotor angetrieben wird und ein Klemmenöffner 6
gemäss Fig.7 beim Übergabepunkt in der Fachmitte dem Bringergreifer zugeordnet ist,
lassen sich die in Fig.8 dargestellten Verhältnisse herbeiführen. Es besteht eine
Ähnlichkeit zur "phasenverschobenen" Greiferbewegung der Fig.6 mit dem Unterschied,
dass bei der Fadenübergabe der Bringergreifer über ein Intervall von beispielsweise
20 MGR in Ruhe ist und dass während dieser Stillstandsphase die Bringerfadenklemme
durch den Klemmenöffner 6 betätigt wird. Das Intervall, innerhalb dem das Öffnen und
nachfolgende Schliessen der Bringerfadenklemme stattfinden, ist in Fig.8 durch die
linsenförmige Markierung 601 symbolisiert. Der Vorteil des zwangsweisen Öffnens der
Fadenklemme ist schon erläutert worden.
[0017] Die Fig.7 zeigt ein Beispiel für einen erfindungsgemässen Klemmenöffner 6. Er ist
in der Webmaschine unter der Gewebebahn im Bereich der Fachmitte bei der Übergabestelle
des Schussfadens angeordnet. Der Steuerhebel 61 wird durch den Stellmotor 62 über
das im Gehäuse 63 angeordnete Getriebe, das aus den beiden Zahnrädern 64a und 64b
besteht, und die Koppel 65 bewegt. Einige Lager, die in oder an der Wand des Gehäuses
63 angeordnet sind, werden andeutungsweise durch Zylinder 66a, 66b und 66c dargestellt.
Der schwanenhalsförmige Steuerhebel 61, der sich in Fig.7 in der Ruhestellung befindet,
muss kurz und steif ausgebildet sein, damit er die Fadenklemme des zugeordneten Greifers
möglichst schwingungsfrei öffnen kann, um so keine schädigende Einwirkung auf den
Schussfaden zu verursachen. Der Steuerhebel 61 ist parallel zu den Kettfäden des Webfachs
ausgerichtet (nicht dargestellt). Sein Kopfteil mit dem Drückteil 610 muss schmal
ausgebildet sein, sodass er zwischen den Kettfäden und diese schonend ins Webfach
verschwenkt (Doppelpfeil S) werden kann. Die Arbeitsstellung 61′ des Steuerhebels
61 ist strichpunktiert in Fig.7 angedeutet. Mit einer kleinen, nach unten gerichteten
Schwenkbewegung kann der Steuerhebel in der Arbeitsstellung 61′ den Betätigungshebel
der Greiferfadenklemme drücken.
[0018] Im Gegensatz zu den bekannten Klemmenöffnern (DE-OS 3224708) lässt sich der erfindungsgemässe
Klemmenöffner 6 platzsparender ausbilden. Dies ist sehr wichtig, da die räumlichen
Verhältnisse bei einer Webmaschine unterhalb der Gewebebahn meistens ungünstig sind
und die Realisierung der bekannten Vorrichtungen nicht zulassen. Indem man auf ein
Zwischengetriebe ähnlich wie schon beim Stellmotor für den Bandradantrieb verzichtet,
kann ein noch kompakterer Klemmenöffner konstruiert werden.
[0019] Für ein zweites Ausführungsbeispiel der Erfindung, bei dem die Bandräder beider Greifer
mit programmgesteuerten Stellmotoren angetrieben sind und auch beiden Greifern erfindungsgemässe
Klemmenöffner 6 zugeordnet sind, lassen sich die in Fig.9 dargestellten Verhältnisse
realisieren. Vor der Fadenübergabe erreichen beide Greiferköpfe praktisch simultan
ihre Umkehrstellungen, wo sie jeweils kurz in einer Stillstandsphase verharren (Kurvenstücke
10a und 20a). Dabei wird zunächst die Holerfadenklemme geöffnet (Intervall 602) und
der Bringergreifer macht eine kleine Rückzugsbewegung, wobei der Schussfaden in die
geöffnete Fadenklemme des Holergreifers gleitet. In einer zweiten Stillstandsphase
des Bringergreifers (Kurvenstück 10b) wird die Bringerfadenklemme geöffnet (Intervall
601), sodass der noch stillstehende Holergreifer, dessen Fadenklemme nun geschlossen
wird, den Schussfaden aus der Bringerfadenklemme ziehen und sodann bei seiner Rückzugbewegung
mit sich nehmen kann. Nach dem Schliessen der Bringerfadenklemme kann auch für den
Bringergreifer die Rückzugsbewegung ausgeführt werden.
[0020] Die Greifer und insbesondere deren Fadenklemmen können solcherart modifiziert werden,
dass die erfindungsgemässen Klemmenöffner auf sie einwirken können, während die Greifer
sich bewegen. Bei einer solchen Modifikation weisen die Betätigungshebel der Fadenklemmen
beispielsweise Rollen oder Gleitflächen auf. Es ist in diesem Fall ein Stillstand
der Greifer bei der zwangsweisen Betätigung ihrer Fadenklemmen durch die Klemmenöffner
nicht mehr nötig.
[0021] Bei Verwendung von erfindungsgemässen Klemmenöffnern kann bei den Fadenklemmen auf
die selbsttätige Wirkungsweise der Keilklemmen verzichtet werden. Falls aber, wie
beim ersten Ausführungsbeispiel, nur dem Bringergreifer ein Klemmenöffner zugeordnet
ist, so soll der Holergreifer weiterhin eine Keilklemme aufweisen.
[0022] Der Bandradantrieb durch Stellmotoren kann auch während anderen Phasen als der Fadenübergabe
zwischen den beiden Greifern in vorteilhafter Weise genutzt werden: Bei der Übernahme
des vorgelegten Schussfadens durch den Bringergreifer am Facheintritt besteht eine
besondere Störanfälligkeit, indem dort "Mitnahmefehler" auftreten können. Durch eine
programmierte Verlangsamung oder gar ein kurzes Stillstehen des Bringergreifers am
Facheintritt kann die Häufigkeit der Mitnahmefehler reduziert werden.
[0023] Wie durch die Fig.10 illustriert wird, kann mittels des Bandradantriebs durch Stellmotoren
auch ein asymmetrischer Verlauf der Greiferbewegung erzeugt werden.
Strichpunktiert ist in Fig.10 der symmetrische Verlauf für die phasenverschobene Greiferbewegung
eingezeichnet (vgl. Fig.6). Die ausgezogenen Kurven stellen das Beispiel einer asymmetrischen
Greiferbewegung dar: Die Fadenübergabe ist "aussermittig" bei der Linie 96, die bezüglich
der Mittellinie 95, wo die Fadenübergabe im symmetrischen Fall stattfindet, gegen
die Bringerseite hin verschoben ist. (Um die Fadenübergabe, insbesondere die Fadenübernahme
durch den Holer beim Punkt 30, übersichtlicher darstellen zu können, ist der Mittenbereich
des Diagramms nicht massstäblich gezeichnet.) Wie durch Vergleich mit den strichpunktierten
Kurven ersichtlich ist, verläuft beim Bringergreifer die Einfahrbewegung (Kurvenstück
101) langsamer als die Ausfahrbewegung (Kurvenstück 102). Beim Holergreifer (Kurvenstücke
201 bzw. 202) ist es umgekehrt. Dies ist von Vorteil, da bei der langsameren Bewegung
die beiden Bringer jeweils den Schussfaden mit sich führen und da die dabei auf den
Schussfaden ausgeübten Kräfte geringer sind.
[0024] Greiferwebmaschinen mit den erfindungsgemässen Bandradantrieben und den erfindungsgemässen
Klemmenöffnern, wobei insbesondere hochdynamische Servomotoren für die Stellmotoren
eingesetzt werden, eignen sich besonders, wenn die Webmaschinen mittels Leittechnik,
d.h. zentraler Computersteuerung, gesteuert werden.
1. Greiferwebmaschine mit einer Schusseintragsvorrichtung bestehend aus einem Bringergreifer
(1) und einem Holergreifer (2), deren Greiferköpfe Betätigungshebel (13 bzw. 23) zum
Öffnen der Fadenklemmen aufweisen und die synchron gegenläufig oszillierende Bewegungen
ausführen, wobei im Bereich der Umkehrpunkte in der Fachmitte die Fadenübergabe stattfindet,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens einer der Greifer durch einen programmgesteuerten
Stellmotor (5) angetrieben ist, wobei die Programmierungsparameter bezüglich den Eigenschaften
der verwendeten Schussfäden (3) und der Greiferklemmen vorgebbar sind.
2. Greiferwebmaschine mit einer Schusseintragsvorrichtung bestehend aus einem Bringergreifer
(1) und einem Holergreifer (2), deren Greiferköpfe Betätigungshebel (13 bzw. 23) zum
Öffnen der Fadenklemmen aufweisen und die synchron gegenläufig oszillierende Bewegungen
ausführen, wobei im Bereich der Umkehrpunkte in der Fachmitte die Fadenübergabe stattfindet,
dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein ortsfester, unter dem Gewebe, an der
Stelle der Fadenübergabe angeordneter Klemmenöffner (6) vorgesehen ist, mit welchem
die Fadenklemme des Bringer- und/oder Holergreifers betätigbar ist, wobei der Klemmenöffner
(6) durch einen programmgesteuerten Stellmotor (62) antreibbar ist, dessen Programmierungsparameter
bezüglich den Eigenschaften der verwendeten Schussfäden und der Greiferklemmen vorgebbar
sind.
3. Greiferwebmaschine nach den Ansprüchen 1 und 2.
4. Greiferwebmaschine nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet, dass der Bringergreifer
(1) durch den oder einen Stellmotor (5) angetrieben ist und dass am Umkehrpunkt bei
der Fadenübergabe während eines Intervalls von wenigen Maschinengrad der Bringergreifer
(1) stillsteht.
5. Greiferwebmaschine nach den Ansprüchen 2 und 4, dadurch gekennzeichnet, dass der oder
ein Klemmenöffner (6) dem Bringergreifer (1) zugeordnet ist und dass das Öffnen der
Fadenklemme während des Stillstehens des Bringergreifers stattfindet.
6. Greiferwebmaschine nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, dass beide Greifer (1,
2) durch Stellmotoren angetrieben sind und dass beiden Greifern Klemmenöffner (6)
zugeordnet sind.
7. Greiferwebmaschine nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Fadenübergabe,
beim Öffnen des Bringergreifers (1) beide Greifer (1, 2) stillstehen.
8. Greiferwebmaschine nach Anspruch 6 oder 7, dadurch gekennzeichnet, dass bei der Fadenübergabe
das Öffnen des Holergreifers (2) vor jenem des Bringergreifers (1) stattfindet und
dass das Öffnen des Bringergreifers während des Schliessens des Holergreifers beginnt.
9. Greiferwebmaschine nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, dass
mindestens der Holergreifer (2) eine Keilklemme aufweist, wobei mit dieser Klemme
der Schussfaden selbsttätig übernehmbar ist.
10. Greiferwebmaschine nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche 3 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
dass mindestens der Bringergreifer (1) durch den oder einen Stellmotor (5) angetrieben
ist und dass bei der Fadenübernahme am Facheintritt eine Verlangsamung oder ein kurzes
Stillstehen des Bringergreifers programmiert ist.
11. Greiferwebmaschine nach Anspruch 1 oder einem der Ansprüche 3 bis 10, dadurch gekennzeichnet,
dass der Stellmotor (5) für mindestens einen der Greiferantriebe ein hochdynamischer
Servomotor ist.