[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen Ölkühler der im Oberbegriff des Anspruchs 1
definierten Art.
[0002] Ölkühler dieser Art sind insbesondere für Getriebe, Motoren, Brennkraftmaschinen
und z.B. mit Vorteil für Automatikgetriebe einsetzbar. Bekanntlich neigen viele Öle
dazu, bei niedrigen Umgebungstemperaturen zähflüssig zu werden. Auch kommt es vor,
daß sich im Ölkühlerkreislauf und dort vor allem an solchen Stellen, wo die Durchflußquerschnitte
klein dimensioniert sind, beim Erkalten Ölpfropfen bilden, die an dieser Stelle den
Durchlaß verschließen. Aufgrund dieser Umstände kann kaltes Öl, das in den Ölkühler
eingeleitet wird,diesen nicht oder nur unter hohem Druck durchströmen, so daß der
Ölumlauf und die Kühlung in dieser Phase mitunter erheblich gestört sind, wodurch
Schäden verursacht werden könnten.
[0003] Um diesen Problemen zu begegnen, wurde bereits ein Ölkühler der eingangs genannten
Art vorgeschlagen. Dieser hat auf einer Längsseite eine den Ölzulauf zu einer Sammelkammer
bewirkende separate Zulaufleitung, die in beträchtlichem Abstand von der Längsseite
des Rohrnetzes verläuft und in die eine Sammelkammer einmündet. Ferner ist der Ölkühler
auf der gegenüberliegenden Längsseite des Rohrnetzes mit einer Öberbrükkungsleitung
versehen, die ebenfalls in wesentlichem Querabstand vom Rohrnetz verläuft und eine
Kurzschlußleitung von der einen Sammelkammer bis hin zur anderen Sammelkammer bildet,
durch die hindurch das Öl bis hin zum daran angeschlossenen Auslaß führbar ist. Der
Durchlaß durch die letztgenannte Überbrückungsleitung unter Umgehung des Rohrbündels
ist mittels eines z.B. druckabhängig arbeitenden Ventils steuerbar. Wird bei niedriger
Umgebungstemperatur und z.B. kaltem Ölkühler über die Vorlaufleitung ÖI, das eine
niedrige Temperatur hat, zur einen Sammelkammer geleitet, so kann aufgrund des erhöhten
Druckes im Ölkühler das genannte Ventil öffnen und den Durchgang durch die Überbrückungsleitung
zwischen der einen Sammelkammer und der anderen Sammelkammer freigeben, so daß das
Öl unter Umgehung des Rohrbündels von der einen Sammelkammer durch die Überbrückungsleitung
zur anderen Sammelkammer und zurück zum Auslaß gelangt. Dadurch wird der Ölumlauf
gewährleistet. Erst dann, wenn sich nach geraumer Zeit das Rohrbündel und das darin
enthaltene noch zähflüssige Öl allmählich erwärmt hat, wobei etwaige enthaltene Ölpfropfen
verflüssigt und aufgelöst wurden, fällt der Druck im System ab, so daß das Ventil
in der Überbrückungsleitung selbsttätig schließt und das Öl nun von der einen Sammelkammer
durch das Rohrbündel hindurch zur anderen Sammelkammer und zurück zum Auslaß gelangt.
Der Ölkühler kann nun seine Kühlwirkung entfalten.
[0004] Es hat sich gezeigt, daß bei diesem bekannten Ölkühler erhebliche Zeit vergeht, bis
der Ölkühler vom Bypaßbetrieb auf den normalen Kühlbetrieb übergehen und seine Kühlwirkung
entfalten kann. In dieser Zeit erfolgt nur eine mangelhafte Kühlung des sich allmählich
erwärmenden Öls.Ferner wird das Öl zu stark erhitzt,wodurch sich dessen physikalische
Eigenschaften,z.B.Schmierfähigkeit, verschlechtern können. Auch kann sich im zu kühlenden
Teil,z.B. Motor,Getriebe, insbesondere Automatikgetriebe, ein gefährlicher Wärmestau
einstellen, der Schäden zur Folge haben könnte.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Ölkühler der im Oberbegriff des Anspruchs
1 genannten Gattung zu schaffen, der schnell seine volle Kühlfunktion entfalten kann.
[0006] Die Aufgabe ist bei einem Ölkühler der im Oberbegriff des Anspruchs 1 definierten
Gattung erfindungsgemäß durch die Merkmale im Kennzeichnungsteil des Anspruchs 1 gelöst.
Dadurch, daß die mindestens eine Überbrückungsleitung in wärmeleitender Verbindung
mit dem dazu benachbarten Rohr des Rohrbündels gehalten ist, ist darüber eine schnellere
Erwärmung des Rohrbündels und somit ein schnelleres Erreichen des durchgängigen Betriebszustandes
möglich, so daß der ÖIkühler schon deswegen bei niedrigen Umgebungstemperaturen schneller
auf Betriebstemperatur kommt und schneller seine volle Kühlfunktion entfalten kann,
so daß eine anfängliche zu starke Erwärmung des Öls - bedingt durch zu späten Einsatz
der Kühlwirkung des Ölkühlers - verhindert ist und die physikalischen Eigenschaften,z.B.die
Schmierfähigkeit, des Öls auch auf lange Zeit unbeeinträchtigt bleiben.Auch ein evtl.
gefährlicher Wärmestau und evtl.dadurch bedingte Schäden beim zu kühlenden Teil, z.B.
Motor, Getriebe, insbesondere Automatikgetriebe, werden vermieden. Von Vorteil ist
ferner, daß der Bereich der mindestens einen Überbrückungsleitung, die mit dem dazu
benachbarten Rohr des Rohrbündels in wärmeleitender Verbindung gehalten ist, dann,
wenn der Ölkühler im normalen Kühlbetrieb arbeitet, ebenfalls mit zum Wärmeaustausch
beiträgt, wodurch die Kühlleistung gesteigert ist. Insgesamt trägt also die mindestens
eine Überbrückungsleitung, die in wärmeleitender Verbindung mit dem dazu benachbarten
Rohr des Rohrbündels gehalten ist, zur Steigerung der Wärmeübertragung bei, einerseits
im kalten Zustand und vor Erreichen der Kühlfunktion und andererseits im warmen Zustand
und bei der Kühlfunkton des Ölkühlers. Dadurch, daß die mindestens eine Überbrückungsleitung
zugleich als Seitenteil ausgebildet ist, das das Rohrbündel auf der einen Seite, die
zwischen den beiden Sammelkammern verläuft und meist eine längs verlaufende Seite
ist, abschließt, ist in diesem Bereich ein sonst vorgesehenes separates Seitenteil
entbehrlich, wobei die Überbrückungsleitung somit hier die Doppelfunktion erfüllt,
einerseits an der Zirkulation des Öles im Ölkühler teilnehmendes Rohr zu sein und
andererseits ein mechanischer Abschluß auf der betreffenden Seite des Rohrbündels
zu sein, der im übrigen nicht nur schützt, sondern dem Ölkühler auch noch eine größere
Festigkeit in diesem Bereich verleiht. Dabei versteht es sich, daß z.B. gemäß den
Merkmalen des Anspruchs 7 zwischen der mindestens einen Überbrückungsleitung und dem
dazu benachbarten Rohr des Rohrbündels wärmeleitende Zwischenglieder, vorzugsweise
aus wärmeleitendem Metall, z.B. Aluminium, angeordnet sein können, wobei diese z.B.
aus leitenden Lamellen, z.B. Luftlamellen, gebildet sein können, die mit der Überbrückungsleitung
und dem dazu benachbarten Rohr jeweils in, vorzugsweise großflächiger, wärmeleitender
Berührung stehen und vom Wärmeaustauschmedium beaufschlagbar sind. Dabei kann es sich
bei diesen Lamellen um die gleichen mäanderförmig oder zickzackförmig verlaufenden
Lamellen handeln, die im Rohrbündel zwischen den einzelnen Rohren zur Steigerung der
Wärmeübertragungsleistung angeordnet sind und mit den einzelnen Rohren des Rohrbündels
in wärmeleitender Berührung stehen. Derartige Lamellen steigern die Wärmeleitung von
der Überbrückungsleitung zum dazu benachbarten Rohr des Rohrbündels, wodurch insgesamt
in diesem Randbereich die Wärmeübertragungsleistung, und zwar Erwärmungsleistung bzw.
Kühlleistung, noch gesteigert wird. Da es sich bei diesen Lamellen um die gleichen
wie im Rohrbündel handeln kann, bedeuten diese Lamellen keinen großen zusätzlichen
Aufwand. Sie haben außerdem den Vorteil, daß diese bei der Herstellung des Ölkühlers,
z.B. beim Löten als vormontiertes und zusammengesetztes Paket, die mindestens eine
Überbrückungsleitung beim Löten abstützen. Gleichermaßen bewirkt die mindestens eine
Überbrückungsleitung in Form des Seitenteils über die Zwischenglieder, insbesondere
Lamellen, beim Löten eine Abstützung des Rohrbündels. Der Ölkühler ist somit auch
in dieser Konzeption kostengünstig herstellbar. Er stellt ein in sich stabiles, komplett
anschlußfertig gestaltbares Bauteil dar. Weitere Erfindungsmerkmale und vorteilhafte
Ausgestaltungen dieses Ölkühlers ergeben sich aus den Ansprüchen 2 bis 6 und 8 bis
23.
[0007] Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden
Beschreibung.
[0008] Der vollständige Wortlaut der Ansprüche ist vorstehend allein zur Vermeidung unnötiger
Wiederholungen nicht wiedergegeben, sondern statt dessen lediglich durch Nennung der
Anspruchsnummern darauf Bezug genommen, wodurch jedoch alle diese Anspruchsmerkmale
als an dieser Stelle ausdrücklich und erfindungswesentlich offenbart zu gelten haben.
Dabei sind alle in der vorstehenden und folgenden Beschreibung erwähnten Merkmale
sowie auch die allein aus der Zeichnung entnehmbaren Merkmale weitere Bestandteile
der Erfindung, auch wenn sie nicht besonders hervorgehoben und insbesondere nicht
in den Ansprüchen erwähnt sind.
[0009] Bei einem bekannten Ölkühler (DE-OS 37 14 230) ist etwa in der Mitte des Rohrbündels
innerhalb des Ölkühlers mindestens eine ventilgesteuerte Überbrückungsleitung erhöhten
Querschnittes angeordnet, die mit beiden Sammelkammern in Verbindung steht. Eine derartige
mitten im Rohrbündel vorgesehene Überbrückungsleitung ist nachteilig. Zum einen ist
dadurch die Herstellung des gesamten Rohrnetzes erheblich erschwert. Nachteilig ist
ferner, daß bei geschlossenem Ventil in der Überbrückungsleitung und somit abgesperrter
Überbrückungsleitung, die dann nicht mehr vom Öl durchflossen ist, dieser Bereich
des Rohrbündels an der Wärmeübertragung, insbesondere Kühlung, kaum oder überhaupt
nicht teilnimmt. Damit ist also im normalen Kühlbetrieb des Ölkühlers bei geschlossener
Öberbrückungsleitung der für die Kühlung wichtige mittlere Bereich des Rohrbündels
des Ölkühlers nicht an der Kühlung beteiligt. Deswegen hat der Ölkühler eine reduzierte
Kühlleistung. Gleiches ergibt sich auch für einen Ölkühler gemäß DE-OS 38 06 888.
[0010] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von in den Zeichnungen gezeigten Ausführungsbeispielen
näher erläutert. Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht eines Ölkühlers gemäß
einem ersten Ausführungsbeispiel,
Fig. 2 einen vergrößerten Schnitt entlang der Linie 11 - 11 in Fig. 1,
Fig. 3 einen vergrößerten Schnitt entlang der Linie 111 - 111 in Fig. 1,
Fig. 4 einen schematischen Schnitt etwa entsprechend demjenigen in Fig. 3 eines zweiten
Ausführungsbeispieles,
Fig. 5 einen schematischen Schnitt etwa entsprechend demjenigen in Fig. 2 eines dritten
Ausführungsbeispieles,
Fig. 6 einen schematischen Schnitt eines Ausschnitts VI gemäß Fig. 1, jedoch eines
vierten Ausführungsbeispieles,
Fig. 7 eine schematische, teilweise geschnittene Seitenansicht etwa entsprechend derjenigen
in Fig. 1 eines Ölkühlers gemäß einem fünften Ausführungsbeispiel.
[0011] In Fig. 1 bis 3 ist ein Ölkühler 10 gemäß einem ersten Ausführungsbeispiel gezeigt,
der grundsätzlich für die verschiedensten Einsatzzwecke geeignet ist, insbesondere
z.B. für Motoren, Brennkraftmaschinen, Getriebe od. dgl. Der Ölkühler 10 kann z.B.
mit Vorteil zum Kühlen des Öls eines Automatikgetriebes z.B. eines Kraftfahrzeuges
eingesetzt werden.
[0012] Der Ölkühler 10 weist mindestens ein Rohrbündel 11 auf, das mit einem Ende an eine
erste Sammelkammer 12 und mit dem anderen Ende an eine zweite Sammelkammer 13 angeschlossen
ist, und zwar dadurch, daß die einzelnen Rohre 14 des Rohrbündels 11 bis in die Sammelkammern
12 und 13 hineinführen und dort mit diesen fest und dicht verbunden sind, wobei die
Rohre 14 in das Innere der Sammelkammern 12, 13 ausmünden. Durch die Rohre 14 ist
das zu kühlende Öl hindurchführbar. Zur Kühlung des hindurchgeführten Öls ist das
Rohrbündel 11 in Wärmeaustausch mit einem hier nicht gezeigten Wärmeaustauschmedium
bringbar, das z.B. aus Luft besteht, die bei der Anordnung gemäß Fig. 1 z.B. etwa
rechtwinklig zur Zeichenebene durch die Zwischenräume im Rohrbündel 11 hindurchgeleitet,
z.B. hindurchgeblasen, wird.
[0013] Die Ausbildung der Rohre 14 des Rohrbündels 11 ist prinzipiell beliebig, obwohl mit
besonderem Vorteil beim ersten Ausführungsbeispiel die Rohre 14 des Rohrbündels 11
als Flachrohre 15 ausgebildet sind. Diese Flachrohre können, was nicht weiter dargestellt
ist, im Inneren noch in üblicher Weise Turbulenzeinsätze od. dgl. Elemente enthalten.
Die beiden Sammelkammern 12 und 13 sind beispielsweise als Flachkästen 16 bzw. 17
ausgebildet, die jeweils aus schalenförmigen Teilen 18 und 19, z.B. Hälften, zusammengesetzt
sind, wie Fig. 3 zeigt. Man erkennt daraus, daß die Rohre 14, insbesondere Flachrohre
15, durch eine daran angepaßte Öffnung 20 im einen schalenförmigen Teil 18 hindurch
in das Innere des Flachkastens 16 hineingeführt und in dieser Öffnung 20 unter Abdichtung
befestigt sind.
[0014] Bei dem in Fig. 4 gezeigten zweiten Ausführungsbeispiel sind die Sammelkammern nicht
als Flachkästen, sondern statt dessen als Zylinder 66 ausgebildet, die in besonders
einfacher Gestaltung jeweils aus Rohren 68 gebildet sind, die zum Hindurchführen des
jeweiligen Rohres 14, insbesondere Flachrohres 15, eine dementsprechende Öffnung 70
enthalten.
[0015] Das Rohrbündel 11 weist zwischen den einzelnen Rohren 14 verlaufende, damit in wärmeleitender
Berührung stehende, leitende Lamellen 21, z.B. Luftlamellen, auf, die im Zwischenraum
zwischen zwei benachbarten Rohren 14, insbesondere Flachrohren 15, angeordnet sind
und etwa zickzackförmig verlaufen, wobei die Lamellen 21 in Berührungskontakt mit
beiden benachbarten Rohren 14, insbesondere Flachrohren 15, stehen und damit auch
fest verbunden sein können, z.B. verlötet sein können. Derartige Lamellen 21 und deren
Anordnung sind prinzipiell bekannt.
[0016] Die beiden Sammelkammern 12 und 13 sind zumindest auf einer Seite des Rohrbündels
11, also auf der in Fig. 1 unteren und/oder oberen Seite, die sich zwischen den Sammelkammern
12 und 13 erstreckt, über eine längs dieser Seite verlaufende Überbrückungsleitung
miteinander verbunden, wobei beim ersten Ausführungsbeispiel in Fig. 1 zwei derartige
Überbrückungsleitungen 22 und 23 vorgesehen sind, von denen in Fig.2 die Überbrückungsleitung
22 als Zulaufleitung dient. Der Durchlaß durch die Überbrückungsleitungen 22 und 23
und die darüber verbundenen Sammelkammern 12 und 13 unter Umgehung des Rohrbündels
11 ist steuerbar, und zwar mittels mindestens eines Ventils 24, das in Fig. 1 nur
schematisch angedeutet ist und als druckabhängig arbeitendes Ventil ausgebildet ist,
das bei hohem Druck selbsttätig öffnet und bei niedrigem Druck schließt. Das druckabhängig
gesteuerte Ventil 24 besteht in einfacher Weise aus einem Ventilglied 25, das von
einer Feder 26 belastet ist und von dieser gegen das in Fig. 1 links oben befindliche
Ende der Überbrükkungsleitung 23 anpreßbar ist, das in die Sammelkammer 13 ausmündet.
Das Ventil 24 befindet sich bei dieser Ausgestaltung des Ölkühlers 10 gemäß dem ersten
Ausführungsbeispiel im Rücklauf des Öles, das aus der Überbrückungsleitung 23 zurück
in die Sammelkammer 13 geführt wird. Es versteht sich, daß das Ventil 24 ebensogut
im Bereich des Anschlusses der Überbrückungsleitung 23 an die Sammelkammer 12 angeordnet
sein kann.
[0017] Das beim ersten Ausführungsbeispiel druckabhängig gesteuerte Ventil 24 kann zusätzlich
dazu oder statt dessen auch temperaturgesteuert sein. Beim vierten Ausführungsbeispiel
in Fig. 6 ist schematisch ein temperaturabhängig gesteuertes Ventil 74 im gleichen
Bereich VI des Ölkühlers 10, wie er in Fig. 1 dargestellt ist, gezeigt. Derartige
temperaturabhängig gesteuerte Ventile 74 sind für sich bekannt, z.B. als Thermostatventil,
und bedürfen daher keiner näheren Erläuterung.
[0018] Die jeweilige Überbrückungsleitung 22 und 23 ist als das Rohrbündel 11 auf der einen
zwischen den beiden Sammelkammern 12 und 13 verlaufenden Seite abschließendes Seitenteil
32 bzw. 33 ausgebildet und in wärmeleitender Verbindung mit dem dazu benachbarten
Rohr 14, d.h. in Fig. 1 untersten sowie obersten Rohr, des Rohrbündels 11 gehalten.
In dieser Ausbildung als jeweiliges Seitenteil 32, 33 schließt dieses somit das Rohrbündel
11 an der zugeordneten Seite ab. Die jeweilige Überbrückungsleitung 22, 23 ist dabei,
wie insbesondere Fig. 2 hinsichtlich der Überbrükkungsleitung 22 in der Ausbildung
als Seitenteil 32 zeigt, als Rohr 42 bzw. 43 ausgebildet, das z.B. aus dem gleichen
Material wie die Rohre 14 des Rohrbündels 11 besteht, insbesondere aus einem Material
mit hoher Wärmeleitfähigkeit, z.B. aus Aluminium. Beim ersten Ausführungsbeispiel
in Fig. 1 bis 3 ist das jeweilige Rohr 42 bzw. 43 als in Fig. 2 sichtbares Viereckrohr
ausgebildet. Beim in Fig. 5 gezeigten dritten Ausführungsbeispiel besteht das Rohr
92 statt dessen aus einem Rundrohr. Von Vorteil kann es dabei sein, wenn die jeweilige
Überbrückungsleitung 22, 23 aus einem Strangpreßprofilteil gebildet ist. Ein solches
stellt das Rohr 42, das in Fig. 2 im Querschnitt dargestellt ist, dar, wobei dieses
Strangpreßprofilteil z.B. noch das Profil stützende, damit einstückige Zwischenstege
44 aufweisen kann, die zugleich die Wärmeübertragungsleistung des Rohres 42 erhöhen
können. Es versteht sich, daß als Überbrückungsleitungen 22, 23, die als Seitenteile
32 bzw. 33 ausgebildet sind, insbesondere als Rohre 42 bzw. 43, auch anders gestaltete
Rohre vorgesehen sein können. Die Überbrückungsleitung 22, 23 weist einen Durchlaßquerschnitt
auf, der größer, vorzugsweise wesentlich größer, als der Durchlaßquerschnitt des gesamten
Rohrbündels 11 oder zumindest eines Rohrbündelteiles ist. Auf diese Weise werden die
als Seitenteile 32 bzw. 33 gestalteten Überbrükkungsleitungen 22 bzw. 23 ihrer Aufgabe
als Bypaßleitungen dann, wenn das zugeführte Öl eine niedrige Temperatur hat und/oder
im System, z.B. im Rohrbündel 11, im Kaltzustand Ölpfropfen vorhanden sind, am besten
gerecht. Dabei dienen die Überbrückungsleitungen 22, 23 nicht nur als das Öl durch
diese und die Sammelkammern 12 und 13 unter Umgehung des Rohrbündels 11 hindurchleitende
Elemente, sondern sie bilden zugleich das Rohrbündel 11 an beiden Seiten überdeckende,
stützende und sichernde Seitenteile 32, 33.
[0019] Von besonderem Vorteil ist es, daß zwischen der jeweiligen Überbrückungsleitung 22,
23 einerseits und dem dazu benachbarten Rohr 14, insbesondere Flachrohr 15, des Rohrbündels
11 andererseits, d.h. dem in Fig. 1 untersten sowie obersten Rohr 14, wärmeleitende
Zwischenglieder 34 bzw. 35 angeordnet sind, die vorzugsweise aus wärmeleitendem Metall,
z.B. aus Aluminium, bestehen. Die Zwischenglieder 34, 35 sind in vorteilhafter Weise
aus leitenden Lamellen 36 bzw. 37 gebildet, z.B. aus Luftlamellen, wobei diese Lamellen
36, 37 einerseits direkt mit dem benachbarten Rohr 14, insbesondere Flachrohr 15,
und andererseits unmittelbar mit der Überbrückungsleitung 22 bzw. 23 in vorzugsweise
großflächiger wärmeleitender Berührung stehen und vom Wärmeaustauschmedium, z.B. von
Luft, beaufschlagbar sind, das das Rohrbündel 11 z.B. etwa rechtwinklig zur Zeichenebene
der Fig. 1 durchsetzt. Bei diesen Lamellen 36, 37 kann es sich um die gleichen Lamellen
21 handeln, die im Rohrbündel 11 zwischen den einzelnen Rohren 14, insbesondere Flachrohren
15, vorhanden sind. Diese Lamellen 21 sowie 36 und 37 verlaufen etwa mäanderförmig,
zickzackförmig oder in sonstiger Weise, wie es prinzipiell bekannt ist. Dabei liegen
die Lamellen 36, 37 jeweils an einer flachebenen Kontaktfläche 38 bzw. 39 der jeweils
zugeordneten Überbrückungsleitung 22 bzw. 23, insbesondere des Seitenteils 32 bzw.
33, an, wie insbesondere auch in Fig. 2 für die dort dargestellte Überbrückungsleitung
22 in der Gestaltung als Seitenteil 32 gezeigt ist. Die zwischen der jeweiligen Überbrückungsleitung
22, 23 einerseits und dem zugewandten Rohr 14 des Rohrbündels 11 andererseits angeordneten
Lamellen 36 bzw. 37 haben den Vorteil guter Wärmeleitung von der jeweiligen Überbrückungsleitung
22, 23 zum benachbarten Rohr 14 des Rohrbündels 11. Wird zunächst kaltes Öl hindurchgeführt,
insbesondere durch die Überbrückungsleitung 22, die Sammelkammer 12, die Überbrückungsleitung
23 und die Sammelkammer 13, unter Umgehung des Rohrbündels 11, wird die Wärmeenergie
des sich allmählich erwärmenden hindurchgleiteten Öls auf allen vier Seiten des Ölkühlers
10 auf das Rohrbündel 11 übertragen, wobei also die Lamellen 36 und 37 eine Wärmeleitaufgabe
im Bereich der Überbrückungsleitungen 22 bzw. 23 übernehmen. Später und dann, wenn
das durch den Ölkühler 10 hindurchgeführte Öl Betriebstemperatur hat und die Überbrückungsleitung
22, die Sammelkammer 12, das Rohrbündel 11 und die Sammelkammer 13 durchströmt, und
eine Kühlung des Öls durch den Ölkühler erfolgen soll, nehmen die Überbrückungsleitungen
22 und 23 und auch die mit letzteren und den angrenzenden Rohren 14 des Rohrbündels
11 in wärmeleitender Berührung stehenden Lamellen 36, 37 an der Wärmeabfuhr und somit
an der Kühlung teil, so daß sich dadurch eine gesteigerte Kühlleistung ergibt. Im
übrigen haben die Lamellen 36 und 37 bei der Herstellung des Ölkühlers den Vorteil,
daß die Lamellen 36 und 37 beim Löten des gesamten ÖIkühlers die als Seitenteile 32,
33 gebildeten Überbrückungsleitungen 22 bzw. 23 abstützen.
[0020] Jede Überbrückungsleitung 22 und 23 mündet mit einem Ende, z.B. dem in Fig. 1 rechten
Ende, in die dortige erste Sammelkammer 12 und mit ihrem gegenüberliegenden Ende in
die andere Sammelkammer 13 ein. Im Bereich der Sammelkammer 13 ist der Öleinlaß 27
und, durch eine innere Trennwand 28 in der Sammelkammer 13 davon getrennt, der Ölauslaß
29 vorgesehen. Beim gezeigten Ausführungsbeispiel mündet der Öleinlaß 27 in die Sammelkammer
13, was aber nicht zwingend ist. Die Überbrückungsleitung 22 steht also mit dem Öleinlaß
27, hier innerhalb der Sammelkammer 13, und mit der anderen Sammelkammer 12 in Verbindung.
Die zweite Überbrückungsleitung 23 auf der gegenüberliegenden Seite, z.B. Längsseite,
des Rohrbündels 11 steht mit beiden Sammelkammern 12 und 13 in Verbindung und dient
der Rückführung des Öls im in Fig. 1 gezeigten Bypaßbetrieb von der Sammelkammer 12
zur Sammelkammer 13 und durch diese zurück zum Ölauslaß 29.
[0021] Bei einem anderen, nicht gezeigten Ausführungsbeispiel sind der Öleinlaß 27 und der
Ölauslaß 29 vertauscht derart, daß das Öl im Bypaßbetrieb zunächst vom Öleinlaß her,
der an der Stelle des Ölauslasses 29 sitzt, durch die Sammelkammer 13 und von dieser
über die Überbrückungsleitung 23 zur anderen Sammelkammer 12 und von letzterer über
die Überbrückungsleitung 22 zurück zum Ölauslaß geführt wird, der an der Stelle des
Öleinlasses 27 sich befindet und dabei, wie der Öleinlaß 27 auch, entweder außerhalb
der Sammelkammer 13 oder statt dessen auch innerhalb dieser vorgesehen sein kann,
die dann eine Durchflußverbindung zwischen dem Öleinlaß 27 und der anschließenden
Überbrückungsleitung 22 bildet.
[0022] Der Ölkühler 10 gemäß dem ersten Ausführungsbeispiel ist einflutig, so daß also dann,
wenn das Öl Betriebstemperatur hat und zu kühlen ist und statt der Überbrückungsleitung
23 im Rücklauf das Rohrbündel 11 durchströmt, das gesamte Rohrbündel 11 vom Öl aus
der Sammelkammer 12 in Richtung zur anderen Sammelkammer 13 hin durchströmt wird.
Sämtliche Flachrohre 15 des Rohrbündels 11 werden also in der einen Richtung vom Öl
durchströmt.
[0023] In Fig. 1 ist ein Zustand des Ölkühlers 10 gezeigt, bei dem das zugeführte, über
den Öleinlaß 27 eingeleitete Öl noch eine niedrige Temperatur hat. Das im Rohrbündel
11 verbliebene Öl ist kalt. Außerdem kann es sein, daß sich in den Rohren 14 des Rohrbündels
11 evtl. Ölpfropfen gebildet haben, die den Durchlaß blockieren. Um den Ölkühler 10
zu schützen und die Wärmeenergie des zugeführten Öls möglichst großflächig auf das
Rohrbündel 11 zu übertragen und dieses schnell zu erwärmen und etwaige Ölpfropfen
aufzulösen, damit möglichst früh das Rohrbündel 11 vom Öl durchströmt werden kann
und der Ölkühler 10 möglichst schnell seine Kühlfunktion erfüllen kann, wird bei geöffnetem
Ventil 24 das beim Öleinlaß 27 eingeleitete Öl somit durch die den Vorlauf bewirkende
Überbrückungsleitung 22, durch die Sammelkammer 12 und noch nicht durch das Rohrbündel
11, sondern aufgrund des geöffneten Ventils 24 durch die als Rückleitung fungierende
Überbrückungsleitung 23 zurück zur Ölkammer 13 und von dort zum Ölauslaß 29 geleitet.
Aufgrund des geringen Durchflußwiderstandes in der Überbrückungsleitung 23 ist dabei
gewährleistet, daß das Öl noch nicht durch die Flachrohre 15 des Rohrbündels 11 hindurch
gepreßt wird. Der im System entstehende hohe Druck bewirkt selbsttätig die Öffnung
des druckabhängig gesteuerten Ventils 24 und dessen Offenhaltung so lange, wie dieser
erhöhte Druck im System ansteht. Das in beschriebener Weise hindurchgeführte Öl gibt
seine Wärmeenergie auf allen vier Seiten des Ölkühlers 10 auf das Kühlnetz, gebildet
durch das Rohrbündel 11 mit den Rohren 14, den Seitenteilen 32, 33 und den Lamellen
21 sowie 36 und 37, ab, so daß die Wärme auf das in den Rohren 15 befindliche Öl übertragen
wird und etwaige darin enthaltene Ölpfropfen möglichst schnell aufgelöst werden und
im Rohrbündel 11 befindliches, noch zu zähfließendes Öl, weil es zu kalt ist, verflüssigt
wird, so daß nun das Öl durch die Rohre 14, insbesondere Flachrohre 15,des Rohrbündels
11 hindurchfließen kann, statt durch die Überbrückungsleitung 23. Dies hat einen Druckabfall
im System zur Folge, aufgrund dessen die Feder 26 das Ventilglied 25 aus der Öffnungsstellung
gemäß Fig. 1 in die Schließstellung bewegt. Bei geschlossenem Ventil 24 ist somit
die Verbindung zwischen der Überbrückungsleitung 23 und der Sammelkammer 13 unterbrochen.
Das Öl, das über den Einlaß 27 und durch die Überbrückungsleitung 22 zur Sammelkammer
12 geleitet wird, durchströmt nun die Rohre 14, insbesondere Flachrohre, des Rohrbündels
11 in Fig. 1 von rechts nach links bis zur anderen Sammelkammer 13, aus der das Öl
über den Auslaß 29 abgeführt wird.
[0024] Aufgrund der beschriebenen Gestaltung wird beim Ölkühler 10 gemäß der Erfindung sehr
schnell die Durchgängigkeit der Rohre 14, insbesondere Flachrohre 15, für das anfänglich
noch auf niedriger Temperatur liegende Öl erreicht mit sehr schneller Verflüssigung
enthaltenen Öls und Auflösung etwaiger enthaltener Ölpfropfen, die den Durchfluß blokkieren.
Damit ist der Ölkühler 10 sehr schnell in der Lage, die volle und gewünscht große
Kühlleistung zu erbringen, die sehr schnell erreicht wird, so daß z.B. eine anfängliche
zu starke Erwärmung des Öls - bedingt durch zu späten Einsatz der Kühlwirkung des
Ölkühlers-verhindert ist und die physikalischen Eigenschaften des Öls auch auf lange
Zeit unbeeinträchtigt bleiben. Im Betrieb hat der Ölkühler eine erhöhte Kühlleistung,
da die als Seitenteile 32, 33 gestalteten Überbrükkungsleitungen 22 bzw. 23 zusammen
mit den Lamellen 36 bzw. 37 zusätzlich Bestandteile des Kühlnetzes sind und an dem
Wärmeaustausch und somit an der Kühlung teilhaben. Von Vorteil ist ferner, daß die
Überbrückungsleitungen 22, 23 aufgrund der Ausbildung jeweils als Seitenteil 32 bzw.
33 eine das Rohrbündel 11 seitlich überdeckende und dieses schützende Doppelfunktion
haben. Der Ölkühler 10 ist einfach in der Herstellung, ein kompaktes, für sich komplett
einbaubares Bauteil und sowohl bei der Funktion als wärmeübertragendes Element im
kalten Zustand des Öls als auch in der Funktion als Kühler hochwirksam mit jeweils
hoher Wärmeübertragungsleistung.
[0025] Bei dem in Fig. 5 gezeigten dritten Ausführungsbeispiel ist die Überbrückungsleitung
22 in der Gestaltung als Seitenteil 32 aus einem Rohr 92, insbesondere Rundrohr, gebildet.
Da ein solches für der Wärmeleitung dienende, angrenzende Zwischenglieder 34, insbesondere
Lamellen, eine nur kleine Kontaktfläche bietet, sind bei diesem dritten Ausführungsbeispiel
die Zwischenglieder 34, insbesondere Lamellen 36, mittelbar über ein dazwischen angeordnetes,
die Wärmeleitfläche des Rohres 92 vergrößerndes Kontaktteil 93 mit der Überbrückungsleitung
22 in wärmeleitende Verbindung gebracht. Das Kontaktteil 93 besteht z.B. aus einem
U-Profilteil, das die als Rundrohr ausgebildete Überbrückungsleitung 22 mit Berührungskontakt
an drei Stellen übergreift, d.h. mit beiden U-Schenkeln und mit dem dazwischen verlaufenden
U-Steg. Das Kontaktteil 93 weist eine flachebene Kontaktfläche 94 auf, an der das
Zwischenglied 34, insbesondere die Lamelle 36, anliegt, so daß dadurch eine große
Kontaktfläche für möglichst guten Wärmeübergang geschaffen ist.
[0026] Bei dem in Fig. 7 gezeigten fünften Ausführungsbeispiel ist der Ölkühler 110 zweiflutig
gestaltet. Dies bedeutet, daß ein Rohrbündel 111 den Vorlauf des über den Öleinlaß
127 zugeführten Öls von der in Fig. 7 linken Sammelkammer 113 zur rechten Sammelkammer
112(Umkehrkammer) bewirkt und daß das darüber befindliche zweite Rohrbündel 111 den
Rücklauf des Öls von der Sammelkammer 112 zurück zur Sammelkammer 113 und von dort
zum Ölauslaß 129 bewirkt. In der Sammelkammer 113 ist zwischen dem Einlaß 127 und
dem Auslaß 129 eine Trennwand 128 zur Trennung enthalten, die z.B. die Sammelkammer
113 in etwa zwei gleich große Teilkammern trennt.
[0027] Wie beim ersten Ausführungsbeispiel sind die beiden Sammelkammern 112 und 113 über
Überbrückungsleitungen 122 und 123 miteinander verbunden, die in gleicher Weise wie
bei den vorangegangenen Ausführungsbeispielen gestaltet sind und auch hier als das
jeweilige Rohrbündel 111 a bzw. 111 auf der betreffenden Seite abschließende Seitenteile
132 bzw. 133 ausgebildet sind. Zwischen der Überbrückungsleitung 123 und der Sammelkammer
113 ist ein Ventil 124 entsprechend der Anordnung beim ersten Ausführungsbeispiel
angeordnet. Ferner ist auch noch im Vorlauf zwischen der Überbrückungsleitung 122
und der Sammelkammer 112 ein entsprechendes Ventil 154 angeordnet.
[0028] Bei dieser zweiflutigen Ausbildung ist also die eine Sammelkammer 113 in zwei Abschnitte
unterteilt, und zwar einen Sammelkammerabschnitt, der mit dem Öleinlaß 127 und mit
einer Überbrükkungsleitung 122 für den Vorlauf verbunden ist, und einen Abschnitt,
der mit dem Ölauslaß 129 und mit der zweiten Überbrückungsleitung 123 für den Rücklauf
verbunden ist.
[0029] Wird anfänglich noch kaltes Öl über den Öleinlaß 127 in den in Fig. 7 unteren Teil
der Sammelkammer 113 und von dieser durch die Überbrükkungsleitung 122 geleitet, wobei
das Öl wegen Zähflüssigkeit und/oder etwaigen Ölpfropfen im Rohrbündel 111a noch nicht
dieses passieren kann, öffnet das Ventil 154 aufgrund des erhöhten Drucks selbsttätig
unter Freigabe der Verbindung zur Sammelkammer 112. Wenn auch im Rohrbündel 111 noch
kein Durchfluß wegen zu hoher Zähflüssigkeit und/oder etwaigen Ölpfropfen möglich
ist, führt der erhöhte Druck in der Sammelkammer 112 und in der Überbrückungsleitung
123 zur selbsttätigen Öffnung des dortigen Ventils 124, so daß das Öl von der Sammelkammer
112 durch die Überbrückungsleitung 123 und von dieser zum oberen Abschnitt der anderen
Sammelkammer 113 und von dort zum Ölauslaß 129 gelangen kann. Auch bei diesem Ausführungsbeispiel
ist das Rohrnetz des Ölkühlers 110 auf allen vier Seiten in diesem Stadium umströmt,
wobei es in wärmeleitender Berührung mit diesen Außenseiten steht, so daß die Wärmeenergie
des Öls sehr schnell auf das Rohrbündel 111a a bzw. 111b übertragen wird und das Öl
darin erwärmt und dünnflüssig wird und sich etwaige Ölpfropfen verflüssigen und auflösen,
[0030] so daß die Ventile 154 und/oder 124 schliessen. Dann passiert das über den Öleinlaß
127 und zum unteren Abschnitt der Sammelkammer 113 geführte Öl nicht die Überbrückungsleitung
122, sondern in Fig. 7 von links nach rechts das Rohrbündel 111 a. Von dort gelangt
das Öl in die andere Sammelkammer 112 und von dieser durchströmt es von rechts nach
links das Rohrbündel 111 bis hin zum oberen Abschnitt der Sammelkammer 113, aus der
das Öl über den Ölauslaß 129 abfließt.
1. Ölkühler, insbesondere für Getriebe, Motoren, Brennkraftmaschinen od.dgl., mit
mindestens einem mit jedem Ende an eine Sammelkammer (12, 13; 112, 113) angeschlossenen
Rohrbündel (11, 111 a, 111 b), durch dessen Rohre (14) das zu kühlende Öl hindurchführbar
ist und das zur Kühlung des Öls in Wärmeaustausch mit einem Wärmeaustauschmedium bringbar
ist, wobei die beiden Sammelkammern (12, 13, 112, 113) zumindest auf einer Seite des
Rohrbündels (11; 111 a, 111 b) über eine längs dieser Seite verlaufende Überbrükkungsleitung
(22 bzw. 23, 122, 123) miteinander verbunden sind, deren Durchlaß unter Umgehung des
Rohrbündels (11; 111 a, 111 b) steuerbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Überbrückungsleitung (22 bzw.23; 122,123) als das Rohrbündel (11; 111 a, 111
b) auf der einen zwischen den beiden Sammelkammern (12, 13; 112, 113) verlaufenden
Seite abschließendes Seitenteil (32, 33; 132, 133) ausgebildet ist und in wärmeleitender
Verbindung mit dem dazu benachbarten Rohr (14; 114) des Rohrbündels (11; 111 a, 111
b) gehalten ist.
2. Ölkühler nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Überbrückungsleitung (22 bzw.23; 122, 123) als Rohr (42, 43;
92) ausgebildet ist.
3. Ölkühler nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohr (42, 43; 92) aus dem gleichen Material besteht, wie die Rohre (14; 114)
des Rohrbündels (11; 111 a, 111 b), z.B. aus Aluminium.
4. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Überbrückungsleitung (22 bzw. 23; 122, 123) aus einem Rundrohr
(92) oder Viereckrohr (42, 43) gebildet ist.
5. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Überbrückungsleitung (22 bzw. 23; 122, 123) einen, vorzugsweise
wesentlich,größeren Durchlaßquerschnitt als das gesamte Rohrbündel (11; 111 a, 111
b) oder zumindest ein Rohrbündelteil aufweist.
6. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß die mindestens eine Überbrückungsleitung (22 bzw. 23; 122, 123) aus einem Strangpreßprofilteil
gebildet ist.
7. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen der Überbrückungsleitung (22 bzw. 23; 122, 123) und dem dazu benachbarten
Rohr (14; 114) des Rohrbündels (11; 11 a, 111 b) wärmeleitende Zwischenglieder (34,
35; 134, 135), vorzugsweise aus wärmeleitendem Metall, z.B. Aluminium, angeordnet
sind.
8. Ölkühler nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenglieder (34, 35; 134, 135) aus leitenden Lamellen (36, 37), z.B. Luftlamellen,
gebildet sind, die einerseits direkt mit dem benachbarten Rohr (14; 114) und andererseits
unmittelbar oder mittelbar mit der Überbrük
kungsleitung (22 bzw.23; 122, 123) in, vorzugsweise großflächiger, wärmeleitender
Berührung stehen und vom Wärmeaustauschmedium beaufschlagbar sind.
9. Ölkühler nach Anspruch 8,
dadurch gekennzeichnet,
daß zwischen den Zwischengliedern (34, 35;
134, 135), insbesondere Lamellen (36, 37), und der Überbrückungsleitung (22 bzw.23,122,
123) ein die Wärmeleitfläche vergrößerndes Kontaktteil (93) angeordnet ist, z.B. ein
U-Profilteil, das eine als Rundrohr (92) ausgebildete Überbrückungsleitung (22) mit
Berührungskontakt übergreift.
10. Ölkühler nach einem der Ansprüche 7 bis 9, dadurch gekennzeichnet,
daß die Zwischenglieder (34, 35; 134, 135), insbesondere die Lamellen (36, 37), an
einer flachebenen Kontaktfläche (38, 39; 94) der Überbrückungsleitung (22 bzw.23,
122, 123) oder des Kontaktteils (93) anliegen.
11. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 10,
dadurch gekennzeichnet,
daß das Rohrbündel (11; 111 a, 111 b) zwischen den einzelnen Rohren (14; 114) verlaufende,
damit in wärmeleitender Berühung stehende leitende Lamellen (21; 121), z.B. Luftlamellen,
aufweist und daß die zwischen der Überbrükkungsleitung (22 bzw.23,122, 123) und dem
dazu benachbarten Rohr (14; 114) angeordneten Zwischenglieder (34, 35; 134, 135) als
damit gleiche Lamellen (36, 37) ausgebildet sind.
12. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 11,
dadurch gekennzeichnet,
daß auf beiden einander gegenüberliegenden Seiten des Rohrbündels (11; 111 a und 111
b) zwischen den beiden Sammelkammern (12, 13; 112, 113) gleichartige Überbrückungsleitungen
(22 bzw.23; 122,123) als das Rohrbündel (11; 111 a und 111b) seitlich abschließende
Seitenteile (32, 33) angeordnet sind, die jeweils in wärmeleitender Verbindung mit
dem dazu benachbarten Rohr (14; 114) des Rohrbündels (11; 111 a und 111 b) gehalten
sind.
13. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß jede Überbrückungsleitung (22 bzw.23; 122,123) mit einem Ende in die eine Sammelkammer
(12; 112) und mit ihrem anderen Ende in die andere Sammelkammer (13; 113) mündet.
14. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Überbrückungsleitung (22; 122) mit dem Öleinlaß (27; 127), z.B. innerhalb
der einen Sammelkammer (13; 113), und mit der anderen Sammelkammer (12; 112) in Verbindung
steht.
15. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 14,
dadurch gekennzeichnet,
daß die zweite Überbrückungsleitung (23; 123) auf der gegenüberliegenden Seite des
Rohrbündels (11; 11 und 111 b) mit beiden Sammelkammern (12, 13; 112, 113) zur Rückführung
des Öls von der einen Sammelkammer (12; 112) zurück zur anderen Sammelkammer (13;
113) in Verbindung steht.
16. Ölkühler nach Anspruch 14 oder 15,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Öleinlaß (27) und der Ölauslaß (29) vertauscht sind derart, daß das Öl zunächst
durch eine Sammelkammer (13), von dieser über eine Überbrückungsleitung (23) zur anderen
Sammelkammer (12) und von dieser (12) über eine Überbrückungsleitung (22) zurück zum
Ölauslaß (27) leitbar ist, der innerhalb der einen Sammelkammer (13) oder außerhalb
dieser angeordnet ist.
17. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 16,
dadurch gekennzeichnet,
daß bei zweiflutiger Ausbildung und dementsprechender Unterteilung des Rohrbündels
(111 a, 111 b) die eine Sammelkammer (113) in einen Abschnitt, der mit dem Öleinlaß
(127) und mit einer Überbrückungsleitung (122) für den Vorlauf verbunden ist,und in
einen Abschnitt unterteilt ist, der mit dem Ölauslaß (129) und mit einer zweiten Überbrückungsleitung
(123) für den Rücklauf verbunden ist.
18. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 17,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Durchlaß mit Passieren der mindestens einen Überbrückungsleitung (22bzw. 23;122,
123) mittels mindestens eines Ventils (24; 74; 124, 154) steuerbar ist.
19. Ölkühler nach Anspruch 18,
dadurch gekennzeichnet,
daß das mindestens eine Ventil als druckabhängig arbeitendes, bei hohem Druck öffnendes
und bei niedrigem Druck schließendes Ventil (24; 124, 154) und/oder als temperaturabhängig
gesteuertes Ventil (74), z.B. Thermostatventil, ausgebildet ist.
20. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 19,
dadurch gekennzeichnet,
daß das mindestens eine Ventil (24; 74; 124, 154) im Vorlauf und/oder Rücklauf angeordnet
ist.
21. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 20,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Rohre (14; 114) des Rohrbündels (11; 111 a, 111 b) als Flachrohre (15) ausgebildet
sind.
22. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sammelkammern (12, 13; 112, 113) als jeweils aus schalenförmigen Teilen (18,
19), z.B. Hälften, zusammengesetzte Flachkästen (16, 17) ausgebildet sind.
23. Ölkühler nach einem der Ansprüche 1 bis 21,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Sammelkammern (12, 13; 112, 113) als jeweils aus Rohren (68) gebildete Zylinder
(66) ausgebildet sind.