[0001] Die Erfindung betrifft eine Presse nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1.
[0002] Beim Umformen von Blech oder Kunststoff od. dgl. Materialien in einer Presse treten
Kräfte auf, die zur Durchbiegrung von Schiebetisch und Pressentisch führen Die geformten
Werkstücke sind ungenau, weisen Deformierungen auf, Werkzeugoberteile und -unterteile
werden übermäßig und ungleich beansprucht infolge der Durchbiegung der Werkzeugspannplatte.
[0003] Um die Durchbiegung im Hinblick auf Werkzeugverschleiß und Fertigungsgenauigkeit
möglichst klein zu halten, ist eine steifere Auslegung der tragenden Wände von Pressentisch
und Schiebetisch möglich. Aus Gewichts- und Transportgründen ist eine solche Maßnahme
nur bedingt ausführbar.
[0004] Es sind aus der Presse zum Werkzeugwechsel herausfahrbare Schiebetische bekannt,
so z.B. aus der DE 39 05 069 A1. Zwar ist in dieser Druckschrift die biegesteife Auslegung
von tragenden Wänden des Pressentisches und der Schiebetische nicht angesprochen,
vorausgesetzt werden kann aber eine Maßnahme dieser Art zur Verringerung der Durchbiegung
während des Umformens.
[0005] In der Deutschen Offenlegungsschrift 14 52 677 wird eine Vorrichtung zum Ausgleich
der Durchbiegung bei Pressen beschrieben, wobei eine allseitig eingeschlossene, druckausgleichende
Zwischenlage zum selbsttätigen Ausgleich verwendet wird, die hierfür an einer den
Pressenbauteilen zugekehrten Seite des Werkstückes zwischen dem Werkzeug und dem sich
unter der Preßkraft durchbiegenden Pressenbauteil angeordnet ist. Diese Offenbarung
geht aus von einer Gegendruck-Einrichtung, die auf die Mitte des Preßbalkens wirkt,
wobei sich die Gegendruckeinrichtung gegen einen sich elastisch verformenden Gurt
abstützt. Der Gegendruck wird durch Spannschrauben oder durch die Kolbenstange eines
Hydraulikzylinders erzeugt.
[0006] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Einrichtung bzw. Maßnabmen zu schaffen, die Durchbiegung
beim Umformen unterschiedlicher Werkstücke und Formen und demzufolge unterschiedlich
großer Preßkräfte zu kompensieren, also der physikalisch nicht vermeidbaren Durchbiegeng
der Werkzeugspannplatte entgegenzuwirken, um so die Werkzeugspannplatte eben - plan
- zu halten.
[0007] Diese Aufgabe ist gelöst durch die gegenständlichen Merkmale nach dem Anspruch 1.
Die weiteren Ansprüche stellen die Erfindung weiterbildende und für sich erfinderische
Maßnahmen dar.
[0008] Ein besonderer Vorteil ist darin zu sehen, daß die ohnehin nicht vermeidbare Verformung
des Pressentisches sich als Fehler in der Werkzeughalteplatte und im Werkzeug nicht
auswirkt. Andererseits können Mängel am Werkzeug, die Änderungen am Werkzeug erfordern
würden, durch gezieltes Variieren der Durchbiegung der Werkzeugspannfläche ausgeglichen
werden.
[0009] Weiterhin von Vorteil ist, daß durch die Abstützeinrichtungen auch solche Durchbiegungen
ausgeglichen werden können, die nicht durch das Umformen bewirkt werden, sondern beispielsweise
durch Blechhaltekräfte, die eben auch zeitlich früher auftreten und dadurch eine Verformung
(Durchbiegung) bewirken. Durch die Anordnung der Abstützeinrichtungen in den Eckbereichen
des Schiebetisches stützen diese nur einen kleinen Teil der Belastung ab. Die Hauptbelastung
wirkt in dem Bereich, wo der Schiebetisch auf dem Pressentisch aufliegt.
[0010] Anhand von Ausführüngsbeispielen soll im folgenden die in den Figuren dargestellte
Erfindung näher erläutert werden.
[0011] Dabei zeigen:
Fig. 1 Den Werkzeugbereich einer Presse,
Fig. 2 eine Draufsicht auf einen Schiebetisch mit aufgelegtem Werkstück,
Fig. 3 eine Schnittansicht durch einen Pressentisch einer Presse mit auf dem Pressentisch
abgesetztem Schiebetisch,
Fig. 4 einen Pressentisch in Seitenansicht mit darauf abgesetztem Schiebetisch,
Fig. 5 die sinnbildliche Darstellung von tragenden Längswänden von Pressentisch und
Schiebetisch unter Pressenlast ohne die Maßnabme nach der Erfindung,
Fign. 6 bis 8 Längswände von Pressentisch und Schiebetisch nach der Erfindung in unbelastetem
(Fig. 6), teilbelastetem (Fig. 7) und belastetem Zustand (Fig. 8),
Fig. 9 einen Schiebetisch mit Abstützeinrichtungen in dessen mittlerem Bereich,
Fig. 10 bis 12 eine Bildfolge der sinnbildlichen Darstellung von Längswänden an Pressentisch
und Schiebetisch mit Abstützeinrichtungen im mittleren Bereich des Schiebetisches
in unbelastetem (Fig. 10), teilbelastetem (Fig. 11) und vollbelastetem Zustand (Fig.
12).
[0012] Auf dem Pressentisch 2 in Fig. 1 ist ein Schiebetisch 3 abgesetzt. Der Schiebetisch
3 ist zum Werkzeugwechsel aus der Presse heraus und in diese hinein verfahrbar. Von
der Presse ist der bzw. ein Werkzeugbereich dargestellt mit einem auf- und abgehenden
Pressenstößel 1. Mit dem Pressenstößel 1 ist ein Werkzeugoberteil 4 mitgeführt, das
unter Zwischenlage eines Materials mit einem auf dem Schiebetisch 3 belassenen Werkzeugunterteil
5 zusanmenwirkt.
[0013] In Fig. 2 ist ein solches mit 7 positioniertes Blechteil erkennbar, das in bzw. auf
das Werkzeugunterteil auf dem Schiebetisch 3 gelegt ist. Mit 8 sind Rand- bzw. von
der Mitte des Blechteils 7 fern befindliche Bereiche angedeutet, auf die zu den Fig.
6 bis 8 noch näher eingegangen wird.
[0014] Fig. 3 zeigt einen Pressentisch 2 mit einem auf diesen aufgefahrenen und abgesetzten
Schiebetisch 3 und eine Zieheinrichtung 9 einer Bearbeitungsstufe. Die Zieheinrichtung
9 dient der Blechhaltung, die zeitlich vor dem eigentlichen Umformvorgang einsetzt,
so daß der Pressentisch 2 zunächst durch die Blechhaltung, daran zeitlich anschliessend
zusätzlich durch die Umformung des Blechstückes belastet wird. Der Schiebetisch 3
weist tragende Wände 10 auf, die sich in seiner Längsrichtung und in seiner Querrichtung
erstrekken. In den Fign. 3 und 4 sind beispielhaft die Langswände 10 erkennbar. Die
tragenden Längswände weisen Auflageflächen 15 auf. Über diese Auflageflächen 15 ist
der Schiebetisch 3 auf nach oben abschließenden Auflageflächen 16 der tragenden Wände
11 des Pressentisches 2 aufgesetzt. Fig. 4 zeigt eine ebene, plane Gestalt der Auflageflächen
15, 16.
[0015] Ausgehend von einem in Fig. 5 gezeigten Beispiel zum Stand der Technik wird ein Pressentisch
mit den tragenden Wänden 11
1 und ein Schiebetisch 3
1 mit den tragenden Wänden 10
1 bei Belastung, dargestellt durch Pfeile 12
1, durchgebogen. Die vor der Belastung ebene, plane Werkzeugspannfläche 17
1 nimmt eine unebene Form an; ebenso die Auflageflächen 15
1 an dem Schiebetisch 3
1 und die Auflageflächen 16
1 an dem Pressentisch. Die Belastung von Pressentisch und Schiebetisch 3
1 führt zu einer Durchbiegung der Flächen, wie es durch die Biegelinie 13 angedeutet
wird.
[0016] Die Auflageflächen 15
1 und 16
1 entsprechen, z.B. bei Vollast, dem Verlauf der Biegelinie 13. Den unbelasteten Zustand
von Pressentisch und Schiebetisch 3
1 deutet die Ausgangslinie 14 an. Es ist ohne weiteres erkennbar, daß die unebene Werkzeugaufspannfläche
17
1 die Auflage eines auf dieser aufgespannten Werkzeugs und dessen Fertigungsgenauigkeit
wesentlich beeinflußt. Die Unebenheiten in den Flächen 15
1, 16
1, 17
1 sind überzogen dargestellt, um zeichnerisch die Abweichungen erkennen zu lassen.
Die Abweichungen liegen im Zehntel-Millimeter-Bereich.
[0017] Fig. 6 zeigt in einer ersten Ausgestaltung nach der Erfindung eine in ihrer Auflagefläche
16 ebene, tragende Wand 11 des Pressentisches 2. Auf den Pressentisch 2 ist ein Schiebetisch
3 aufgesetzt mit einer ebenen Werkzeugspannfläche 17 und es gilt, diese Ebenheit im
Betrieb, also im Belastungsfall, beim Umformen zu erhalten.
[0018] Die Auflagefläche 15 der tragenden Wand 10 des Schiebetisches 3 ist entsprechend
der Biegelinie 13 in Fig. 5 geformt. Diese Form der Auflagefläche 15 kann z.B. durch
spanende Formung wie Fräsen erzielt werden. In den vier Eckbereichen sind, wie hier
für einen Eckbereich durch einen Pfeil 18 angedeutet, Abstützeinrichtungen zwischen
dem Pressentisch 2 und dem Schiebetisch 3 befestigt- Diese Abstützeinrichtungen 18
können beispielsweise durch Ansteuerung in ihrer Wirklänge verstellbare Motor-Spindel-Hebeeinrichtungen
oder hydraulische Druck-Zylinder sein.
[0019] Infolge der Belastung (Pfeile 12) beim Umformen und der Auflage des Schiebetisches
3 mit der Auflagefläche 15 im zunächst mittleren Bereich auf der Auflagefläche 16
des Pressentisches 2 verformt sich die Auflagefläche 16, wie es zu den Fign. 7 und
8 gezeigt ist, so daß bei Erreichen der Vollast sich die Auflagefläche 16 des Pressentisches
2 derart weit elastisch verformt hat, daß der Schiebetisch 3 mit seiner Auflagefläche
15, bzw. mit allen Auflageflächen aufliegt.
[0020] Die in den Eckbereichen des Schiebetisches 3 angreifenden Abstützeinrichtungen 18
stützen den Schiebetisch 3 sowohl im unbelasteten Zustand als auch in den Zeiten der
Belastung und während des Entlastungsvorganges ab. Die Umformung in den entfernt zum
mittleren Bereich des Schiebetisches 3 liegenden Bereichen (Pos. 8 in Fig. 2) bewirkt
ebenfalls eine Belastung des Schiebetisches 3. Diese Bereiche werden durch die Abstützeinrichtungen
18 abgestützt.
[0021] Weiterhin ist auch an eine Ausgestaltung des Pressentisches 2 gedacht mit einer nach
oben gewölbten Biegelinie 13 und ebenen oder gleichfalls gewölbten Auflageflächen
16 an dem Schiebetisch 3. Hierbei liegt somit der in die Presse verfahrene Schiebetisch
3 nach seinem Absenken zunächst nur mit seinem mittleren Bereich auf dem Pressentisch
2 auf.
[0022] Zur Bedeutung und Funktion der Abstützeinrichtung 18 in den Eckbereichen des Schiebetisches
ist auszuführen, daß im unbelasteten Zustand der in seinem mittleren Bereich auf dem
Pressentisch 2 aufliegende Schiebetisch 3 durch die in ihrem Höhenmaß, ihrer Wirklänge,
einstellbaren Abstützeinrichtungen 18 abgestützt ist. Während des Umformens des Werkstückes
in dem Werkzeug werden die Abstützeinrichtungen an die Durchbiegung des Pressentisches
angepaßt, das heißt, die Wirklänge wird entsprechend verkürzt-Bei einer bestitmmten,
z.B. maximalen Preßkraft kann es zur Auflage der Auflageflächen 15 auf den Auflageflächen
16 über deren Gesamtlänge kommen. Während der Entlastungsphase werden die Abstützeinrichtung
18 der zurückgehenden Durchbiegung des Pressentisches 2 nachgestellt, verlängert,
bis zur völligen Entlastung der Presse.
[0023] Die Steuerung (Regelung) der Abstützeinrichtungen 18 wird nachfolgend noch erläutert.
Diese ermöglicht, daß einerseits die Werkzeugaufspannfläche 17 in allen Phasen der
Umformung eben, plan bleibt. Andererseits gestattet die Steuerung (Regelung) eine
gezielte Vorformung der Werkzeugaufspannfläche 17, um Werkzeugeigenarten zu kompensieren,
d.h. Fehler in dem Werkzeug auszugleichen, indem das eine oder andere der Abstützeinrichtungen
18 vorgesteuert wird durch eine sich beim Einrichten der Presse bzw. des Werkzeugs
ergebenden Regelgröße.
[0024] Eine weitere Ausgestaltung nach der Erfindung in den Fign. 9 bis 12 geht aus von
weiteren Abstützeinheiten 19 mechanischer, elektromechanischer oder hydraulischer
Art, wie sie zuvor angeführt worden sind. Die Abstützeinheiten befinden sich und wirken
im wesentlichen im mittleren Bereich des Schiebetisches 3 bei Betrachtung der Draufsicht
in Fig. 9. In Fig. 3 sind derartige Abstützeinrichtungen 19 zwischen Pressentisch
2 und Schiebetisch 3 dargestellt. Die Abstützeinrichtungen 19, deren Anzahl auf die
Umformverhältnisse und somit auf die Umformung in den Werkzeugen eingestellt ist,
sind auf dem Pressentisch 2 abgestützt und wirken nach oben gegen die Unterseite z.B.
der Werkzeugaufspannplatte des Schiebetisches 3. In Fig. 10 sind Schiebetisch 3 und
Pressentisch 2 im unbelasteten Zustand dargestellt. Die Auflageflächen 15 und 16 an
den tragenden Wänden 10 und 11 sind ebene Flächen. Diese Flächen können jedoch auch
nach Maßgabe der Biegelinie 13 in Fig. 5 vorgeformt sein. Gemäß Fign. 11 und 12 kommen
Abstützeinrichtungen 19 zur Wirkung im mittleren Bereich des Schiebetisches 3. Je
nach Größe der Belastung von Schiebetisch 3 und Pressentisch 2 ist ein Nachstellen
der Abstützeinrichtungen 19 erforderlich, um die Werkzeugspannfläche 17 in ihrer ursprünglichen,
nicht belasteten Form zu halten. Hierbei erfolgt scmit die Durchbiegung als Auslenkung
der tragenden Wände 11 des Schiebetisches 2.
[0025] Die Regelung der Abstützeinrichtungen 18, 19 kann als Einzelregelung jedes Abstützelementes
in beispielsweise einem geschlossenen Regelkreis erfolgen. Hierbei ist die Durchbiegung
der Werkzeugspannplatte zu messen. Der Meßwert wird einem Vergleicher zugeführt, dessen
Ausgangssignal verstärkt der Hydraulik als Regelgröße zugeführt wird zum Erhöhen bzw.
Erniedrigen des Druckes in dem Abstützelement.
1. Presse mit einem oder mehreren auf- und abbewegbaren Pressenstößeln (1) mit Werkzeugoberteilen
(4) für die Umformung, einem oder mehreren stationären Pressentischen (2) und einem
oder mehreren für den Werkzeugwechsel aus der Presse und in diese verfahrbaren Schiebetischen
(3) mit Werkzeugunterteilen (5), wobei die Schiebetische (3) für den Betrieb über
tragende Wände (10) auf tragenden Wänden (11) des Pressentisches (2) aufgesetzt sind,
dadurch gekennzeichnet, daß die Auflageflächen (15, 16) zwischen Pressentisch (2)
und dem einzelnen Schiebetisch (3) am Pressentisch (2), ggf. am Schiebetisch (3) oder
auch an beiden der Tische (2, 3) entsprechend einer Biegelinie (13) geformt sind,
die sich für einen ebenen Pressentisch (21, 111) unter Belastung ergeben würde.
2. Presse nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß im wesentlichen in den Eckbereichen
des einzelnen Schiebetisches (3) zwischen Pressentisch (2) und Schiebetisch (3) jeweils
zumindest eine durch Ansteuern im Höhenmaß einstellbare Abstützeinrichtung (18) angeordnet
ist.
3. Presse nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß im mittleren Bereich
des einzelnen Schiebetisches (3) zwischen Pressentisch (2) und Schiebetisch (3) durch
Ansteuern im Höhenmaß einstellbare Abstützeinrichtungen (19) angeordnet sind.
4. Presse mit einem oder mehreren auf- und abbewegbaren Pressenstößeln (1) mit Werkzeugoberteilen
(4) für die Umformung, einem oder mehreren stationären Pressentischen (2) und einem
oder mehreren für den Werkzeugwechsel aus der Presse und in diese verfahrbaren Schiebetischen
(3) mit Werkzeugunterteilen (5), wobei die Schiebetische (3) für den Betrieb über
tragende Wände (10) auf tragenden Wänden (11) im Pressentisch (2) aufgesetzt sind,
gekennzeichnet durch die Verwendung von Abstützeinrichtungen (19), die durch Ansteuern
im Höhenmaß einstellbar sind, die im wesentlichen im mittleren Bereich des einzelnen
Schiebetisches angeordnet sind und hier zwischen Pressentisch (2) und Schiebetisch
(3) bzw. einer Werkzeugaufspannplatte wirken.
5. Presse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflageflächen (15, 16)
der tragenden Wände (10, 11) von Pressentisch (2) und Schiebetisch (3) im nicht belasteten
Zustand ebene Flächen sind.
6. Presse nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Auflageflächen (15, 16)
zwischen Pressentisch (2) und Schiebetisch (3) am Pressentisch (2), ggf. am Schiebetisch
(3) oder auch an beiden der Tische (2, 3) entsprechend einer Biegelinie (13) geformt
sind, die sich für einen ebenen Pressentisch (21, 11') unter Belastung ergeben würde.