[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Schutz von
Bauwerken gegen Eindringen gefährlicher Gase, insbesondere Radon, aus dem Baugrund,
wobei zwischen dem Baugrund und dem Innenraum des Bauwerkes ein aus mehreren horizontalen
Schichten bestehendes Sperrsystem aufgebaut wird, welches seitlich durch vertikale
Wände des Bauwerkes begrenzt ist.
[0002] Es ist bekannt, daß gefährliche Gase, wie das radioaktive Gas Radon und die sich
bildenden Radonfolgeprodukte, aus dem Baugrund auf zwei Arten in ein Bauwerk eindringen.
[0003] Dieses erfolgt passiv mittels Konvektion. Dabei reichen schon geringe Luftdruckunterschiede
aus, um radonhaltige Luft aus dem Erdreich in das Innere des Bauwerkes zu transportieren.
[0004] Die weitere Möglichkeit des Eindringens ist aktiv mittels Diffusion.
[0005] Infolge der Brownschen Molekularbewegung sind die Radonatome in der Lage, in unterschiedlichem
Maße durch Stoffe hindurchzuwandern. Sie kommen aus dem anliegenden Erdstoff durch
porige Abdeckschichten, Hohlräume, dünne Trennmittel in den Keller- oder Wohnbereich.
[0006] Bei Häusern mit an sich bekannter Fundamentausbildung beträgt der Anteil der durch
Konvektion eindringenden Gase etwa 90 % und der durch Diffusion eintretenden Gase
etwa 10 %. In stark mit Radon belasteten Gebieten reicht jedoch bereits eine ständige
Diffusion aus, um eine schädliche Konzentration im Inneren der Häuser zu erzeugen.
[0007] Die Luftdruckunterschiede für das passive Eindringen mittels Konvektion entstehen
auf drei verschiedene Arten:
a) Meteorologische Luftdruckveränderungen
Infolge der barometrischen Luftdruckveränderungen in der Außenluft verändert sich
auch zeitlich verschoben der Luftdruck der Gase, die im Porenvolumen des Erdreiches
enthalten sind.
Folgt auf hohen Luftdruck eine Periode niedrigen Luftdruckes, so entspannt sich die
in der Erde enthaltene Luft. Sie strömt z. B. unmittelbar durch Risse und Spalten
im Kellerfußboden in den Kellerraum. Bei nicht unterkellerten Wohnungen, wie sie vielfach
in Gebirgsgegenden anzutreffen sind, kann dieser Luftstrom direkt in den Wohnraum
einfließen.
Umgedreht, wenn ein Hochdruckgebiet einem Tiefdruckgebiet folgt, wird wieder Luft
aus dem Wohnraum in den Boden nachgedrückt. In dieser Zeit kommt auf diesem Weg durch
Konvektion kein Radon aus der Erde. Es dringt dann allein der Diffusionsanteil ein.
b) Temperaturunterschiede zwischen Gebäude und Außenluft
Durch die Nutzung der Gebäude wird in der Regel im Gebäude eine höhere Temperatur
anzutreffen sein als im Freien. Mit dem Temperaturunterschied ist ein Druckunterschied
verbunden. Die warme Luft steigt im Gebäude wie in einem Schornstein nach oben. Von
außen und auch aus dem unten anliegenden Erdreich wird Luft nachgesogen.
c) Eine weitere Möglichkeit, daß Radon passiv in die Gebäude eindringt, ist die Konvektion
durch Luftbewegungen im Untergrund. Sie wird hervorgerufen durch Einfließen von kalter
Luft ins Gebirge an entfernterer Stelle, die sich im Gestein erwärmt und somit durch
ihren Auftrieb nach oben strömt. In ehemaligen Bergbaugebieten wird dieser Prozeß
noch durch Hohlräume und vorhandene Gänge von Gruben verstärkt.
[0008] In gleicher Weise können schädliche Gase anderer Art aus ehemaligen Abfalldeponien
in auf diese gebaute Gebäude eindringen.
[0009] Die Diffusion des Radongases in ein Bauwerk ist im wesentlichen abhängig von dem
Radongehalt im Baugrund unter dem Gebäude sowie der Beschaffenheit des Fundamentes.
[0010] Um das Eindringen von schädlichen Gasen, wie Radongas, aus dem Baugrund in das Gebäude
zu verringern bzw. vollständig zu verhindern, sind demnach die Konvektion und die
Diffusion der Gase zu unterbinden.
[0011] Zur Verhinderung der Konvektion sind zwei Verfahren bekannt. Das erste Verfahren
besteht darin, den mechanischen Widerstand zwischen dem Baugrund und dem Inneren des
Bauwerkes zu erhöhen. Hierbei wird durch Folien, gut verdichteten Beton oder ähnlich
wirkende Materialien verhindert, daß die Luft sich weiter fortbewegen kann.
[0012] Diese Form des Abdichtens gegen Radon aus dem Erdreich wird mit unterschiedlichem
Erfolg und Aufwand in der Praxis vorgenommen.
[0013] Dieses Verfahren hat jedoch den Nachteil, daß bei geringsten Lücken im Sperrsystem
(durch unsachgemäße Verarbeitung des Materials, Materialmängel, zeitliche Veränderungen
des Materials, z. B. durch Alterung, durch Einwirkungen äußerer Kräfte auf die Sperrung
mit Bildung von Rissen usw.) die Wirkung verringert bis ganz aufgehoben wird.
[0014] Dabei ist es gleichzeitig möglich, daß der immer vorhandene Diffusionsprozeß bei
einer konsequenten Abdichtung durch Entstehen einer größeren Druckdifferenz zwischen
Baugrund und Gebäudeinnerem zunimmt und auf diese Weise Radon in das Gebäude eindringt.
[0015] Eine weitere bekannte Möglichkeit besteht darin, radonhaltige Luft unter dem Gebäude
abzusaugen. Hierbei wird künstlich im Erdreich ein Unterdruck aufgebaut. Dadurch fließt
die radonhaltige Luft nicht zum Gebäude hin, sondern zu einer künstlichen Drucksenke,
einem sogenannten Radonbrunnen mit einem niedrigeren Druck. Damit wird der Luftfluß
umgelenkt und radonhaltige Luft abgesaugt.
[0016] Es ist bekannt, dieses Verfahren in verschiedener Weise anzuwenden:
a) Großflächige Herstellung von Unterdruck im Gebirge
Dabei muß viel Energie aufgebracht werden, weil alle Flächenanteile des Gebietes
(vom beabsichtigten Gebäude bis zum Park, Wald usw.) erfaßt werden. Unterschiede im
Gebirgsaufbau können nur teilweise berücksichtigt werden. Je weiter ein Gebäude entfernt
ist, desto weniger wirkt sich der Unterdruck aus.
b) Lokale Unterdruckherstellung von kleineren Flächen
Diese Form könnte bei eng aneinanderliegenden Grundstücken mit hoher Untergrundbelastung
von Radon erfolgreich sein.
Der nicht bebaute Anteil aus Wegen, Gärten usw. ist gegenüber dem vorherigen kleiner.
Die Sogwirkung ist gezielter und effektiver.
c) Die Sogwirkung wird ausschließlich an dem zu schützenden Objekt vorgenommen. Die
Sogwirkung selbst kann erzeugt werden außerhalb des Gebäudes mit sogenannten Radonbrunnen,
die am Gebäude senkrecht oder schräg nach unten gebohrt werden. Gleiches kann auch
im Gebäude erfolgen.
Die betroffene Fläche ist günstigstenfalls die Gebäudegrundfläche. Das beeinflußte
Volumen ist der unendliche Halbraum unter der betroffenen Fläche.
[0017] Alle diese Verfahren, auch das unter Punkt c) beschriebene, sind sehr bau- und energieaufwendig
und damit kostenintensiv. Außerdem wird auf diese Weise gleichzeitig aus dem Gebäude
Wärme mit abgezogen, und bei Verwendung großformatiger Lüfter entsteht eine nicht
unbeachtliche Geräuschbelästigung.
[0018] Zur Verhinderung der Diffusion ist es bekannt, einen hohen Diffusionswiderstand zu
errichten. Durch geeignete Materialien kann das Diffundieren des Radongases verringert
bis verhindert werden. Entsprechende Materialien wurden getestet.
[0019] Dieses Verfahren ist im Prinzip das gleiche wie der Aufbau einer Sperrschicht, wobei
zu unterscheiden ist, daß zum Verhindern des geringen statischen Druckes schon einfache
Folien geringer Dicke genügen können, während gegen das Diffundieren die Materialeigenschaften
gegenüber den Radonatomen vorherrschend sind. Dieses ist jedoch wesentlich aufwendiger.
[0020] Weiterhin wird durch Verdünnen des Radongases vor dem Eintritt der Luft in das Gebäude
die Radongefahr gemindert.
[0021] Hierbei ist es bekannt, unter dem Gebäude einen offenen Kriechraum anzuordnen, durch
den die Luft der freien Atmosphäre ungehindert streichen kann.
[0022] Eine andere Form ist, wenn unter dem Gebäude ein besonders gestalteter Hohlraum geschaffen
wird, durch den Außenluft gesaugt wird. Dieses Verfahren verhindert aber nicht, daß
die geringeren Radonkonzentrationen nach wie vor gemäß der noch anstehenden Luftdruckdifferenzen
in das Gebäude eindringen können. Mit den steigenden Anforderungen an den Umweltschutz
ist es aber auch erforderlich, das Eindringen von gefährlichen Stoffen aus Bauwerken
in den Baugrund zu verhindern.
[0023] So ist es bekannt, daß bei Ablagerungen von radioaktiven Materialien Radon in den
Baugrund vor allem diffundiert. Auch gegen das Eindringen anderer gefährlicher Gase,
wie leichtflüchtige halegonierte Kohlenwasserstoffe, ist es erforderlich, den Baugrund
zu schützen.
[0024] Derartige Stoffe wurden vielfach ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen gelagert.
Es ist aber auch bekannt, wie gegen das Eindringen von Radon durch Konvektion, in
Bauwerken Sperrsysteme aus Folien, gut verdichteten Beton oder ähnlich wirkende Materialien
vorzusehen. Dabei treten aber die gleichen Nachteile wie beim Abdichten gegen das
Eindringen von Radon aus dem Baugrund auf.
[0025] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zum
Schutz von Bauwerken gegen Eindringen gefährlicher Gase, insbesondere Radon, aus dem
Baugrund, wobei zwischen dem Baugrund und dem Innenraum des Bauwerkes ein aus mehreren
horizontalen Schichten bestehendes Sperrsystem aufgebaut wird, welches seitlich durch
vertikale Wände des Bauwerkes begrenzt ist, zu schaffen, wodurch es möglich ist, das
gesamte Bauwerk oder Teile desselben gegen das Eindringen gefährlicher Gase durch
Konvektion und/oder Diffusion zu sichern, wobei das Sperrsystem oberhalb der Trennebene
zwischen Baugrund und Bauwerk angeordnet ist. Die Aufgabe besteht weiterhin darin,
ein Eindringen von Gasen aus dem Bauwerk in den Baugrund zu verhindern.
[0026] Erfindungsgemäß wird die Aufgabe dadurch gelöst, daß in eine zwischen den Durchtritt
von Luft und Gasen hemmenden Schichten liegende Zwischenschicht Luft eingeführt und
ein zum Umgebungsdruck unterschiedlicher Luftdruck aufgebaut wird, wobei die eingeführte
Luft die Zwischenschicht durchströmt und aus dieser wieder austritt und dabei in diese
Zwischenschicht eingedrungene schädliche Gase aus dem Bauwerk herausgeführt werden.
[0027] Der Luftdruck in der Zwischenschicht kann als ein Überdruck, aber auch als ein Unterdruck
aufgebaut sein.
[0028] Hierbei kann die die Zwischenschicht durchströmende Luft die aus dem Bauwerk in die
Zwischenschicht eingedrungenen schädlichen Gase aus dem Bauwerk mit herausführen.
Damit wird gleichzeitig ein Eindringen von gefährlichen Stoffen aus dem Bauwerk in
den Baugrund verhindert, wodurch den Anforderungen des Umweltschutzes entsprochen
wird.
[0029] In weiterer Ausbildung umfaßt die erfindungsgemäße Lösung eine Vorrichtung mit einem
Sperrsystem, welches aus einer oder mehreren Sperrschichten besteht, wobei in einer
Sperrschicht zwischen zwei den Luft- und Gasdurchtritt hemmenden Schichten eine einen
zum Umgebungsdruck unterschiedlichen Luftdruck aufweisende, luftführende Zwischenschicht
angeordnet ist, die wenigstens mit einer druckregulierbaren Luftleitung verbunden
ist.
[0030] Dabei ist es möglich, daß über die Luftleitung ein Überdruck oder ein Unterdruck
in der Zwischenschicht erzeugbar ist. Wenn die Luftleitung als eine Überdruckleitung
ausgebildet ist, ist es zweckmäßig, in der Zwischenschicht eine Abluftleitung anzuordnen,
welche die Zwischenschicht mit dem Raum außerhalb des Gebäudes verbindet und dabei
einen höheren Luftwiderstand als die die Luft zuführende Luftleitung aufweist.
[0031] Zwecks einer sicheren Verteilung der Luft innerhalb der Zwischenschicht kann die
druckregulierte Luftleitung mit einer innerhalb der Zwischenschicht entlang geführten
sowie Luftaustrittsöffnungen aufweisenden Rohrleitung verbunden sein.
[0032] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß in der luftführenden Zwischenschicht
die luft- und gasdurchtrittshemnenden Schichten miteinander verbindende Stege, welche
der Luftzirkulation dienende Unterbrechungen aufweisen, angeordnet sind.
[0033] In Gebäuden, insbesondere in Wohnhäusern, kann die untere, den Luft- und Gasdurchtritt
hemmende Schicht als auf dem Baugrund aufliegende Sauberkeitsschicht und die obere
Schicht als der unterste Fußboden im Bauwerk ausgebildet sein.
[0034] Zur Ausbildung von mehreren Sperrschichten können zwischen der Sauberkeitsschicht
und der Fußbodenschicht weitere Schichten angeordnet sein, die jeweils durch eine
Zwischenschicht voneinander getrennt sind.
[0035] Vorteilhaft ist es, wenn in den übereinanderliegenden Zwischenschichten unterschiedliche
Druckverhältnisse bestehen, wobei diese jedoch jeweils einen unterschiedlichen Druck
im Vergleich zum Umgebungsdruck aufweisen.
[0036] Bei einer derartigen Ausbildung der erfindungsgemäßen Lösung ist es möglich, daß
die aus dem Baugrund in die Zwischenschicht eingedrungenen schädlichen Gase bzw. die
aus dem Bauwerk in diese eingedrungenen Gase über unterschiedliche luftführende Zwischenschichten
herausgeführt werden.
[0037] Zur Vermeidung der Bildung von Kondensat in der Zwischenschicht ist es zweckmäßig,
in der Luftleitung eine Einrichtung zum Trocknen der Luft anzuordnen.
[0038] Dieses ist weiterhin vorteilhaft, wenn die eindringenden schädlichen Gase einen hohen
Feuchtigkeitsanteil aufweisen.
[0039] Zur weiteren Erhöhung des Schutzes, auch bei unterschiedlichen Anforderungen an das
Bauwerk sowie unterschiedlicher Gestaltung desselben und wechselnden Umweltbedingungen,
besteht eine weitere Ausgestaltung der Erfindung darin, daß auf der oberen und/oder
unteren Seite des luftführenden Abschnittes der Zwischenschicht eine horizontale Begrenzungsschicht
erhöhter Dichtigkeit angeordnet ist.
[0040] Eine bevorzugte Lösung besteht dabei darin, daß die Zwischenschicht als ein Luftkanal
ausgebildet ist, dessen obere und untere Seite durch die Begrenzungsschicht gebildet
ist.
[0041] Zur Schaffung eines Wärmeverluste senkenden Fußbodens und gleichzeitig zur weitgehenden
Verhinderung von Kondensatbildung in der Zwischenschicht ist es vorteilhaft, wenn
der Luftkanal den oberen Teil der Zwischenschicht bildet und an der oberen, den Luft-
und Gasdurchtritt hemmenden Schicht anliegt und der untere Teil der Zwischenschicht
als eine Wärmedämmung ausgebildet ist, die an der unteren hemmenden Schicht anliegt.
[0042] Eine kostensenkende Lösung besteht darin, daß der Luftkanal und die Wärmedämmung
einen Abschnitt bilden, wobei in dem Luftkanal wärmedämmendes, luftdurchlässiges Material
angeordnet ist und die obere und untere Begrenzungsschicht an deren Außenseite angeordnet
ist.
[0043] Für Wohnhäuser ist dabei eine Lösung besonders geeignet, bei der in der Zwischenschicht
eine Fußbodenheizung angeordnet ist.
[0044] Zur Erhöhung der Stabilität des Fußbodens ist es zweckmäßig, wenn im wesentlichen
in vertikaler Richtung Kräfte aufnehmende Stege in der Zwischenschicht angeordnet
sind.
[0045] Eine bevorzugte Lösung zur Bildung des Luftkanals besteht darin, daß die Stege mit
einer der Begrenzungsschichten oder mit beiden Begrenzungsschichten fest verbunden
sind.
[0046] Für eine kostengünstige Fertigung des Sperrsystems ist es zweckmäßig, daß der Luftkanal
aus einer oder mehreren ausrollbaren Plastfolien gebildet ist. Durch den Einsatz vorgefertigter
Teile werden die Montagezeiten verringert.
[0047] Zur Erreichung eines ausreichenden Schutzes ist es wichtig, durch die Luftströmung
alle Bereiche der Zwischenschicht zu erfassen. Hierzu ist es zweckmäßig, daß in dem
als Luftkanal ausgebildeten Abschnitt der Zwischenschicht zur Luftführung dienende
Leitstege angeordnet sind.
[0048] Zur weiteren Intensivierung des Schutzes durch die Sperrschicht dient es, wenn die
Begrenzungsschichten in die vertikalen Wände des Bauwerkes fortgeführt sind. Hierbei
können die Begrenzungsschichten zwischen Fundament und Mauer als horizontale Sperrschicht
angeordnet sein.
[0049] Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß die Begrenzungsschichten horizontal in
die an die Sperrschicht angrenzende Mauer eingebunden sind, wobei eine Distanzschicht
vorgesehen ist und ein Sichtschutz in Form einer Fußbodenleiste angeordnet ist. Eine
derartige Lösung ist besonders für einen nachträglichen Einbau geeignet.
[0050] In weiterer Ausbildung der Erfindung ist die erfindungsgemäße Vorrichtung so gestaltet,
daß in einem Bauwerk, welches mehrere auf dem Baugrund angeordnete sowie durch Mauern
getrennte Räume aufweist, mindestens bei zwei Räumen zwischen diesen und dem Baugrund
ein Sperrsystem angeordnet ist, wobei bei allen Räumen, die mit der Sperrschicht versehen
sind, deren luftleitende Zwischenschichten untereinander über Luftleitungen verbunden
sind und eine gemeinsame, zentrale Luftzuführung über eine Luftleitung aufweisen.
[0051] Eine zweckmäßige Ausgestaltung besteht darin, daß zur Verbindung der Sperrschichten
der einzelnen Räume über die Luftleitung ein Anschlußstutzen aus der Zwischenschicht
vertikal nach oben über den Fußboden geleitet ist, eine horizontale Verbindung durch
die Mauer erfolgt und dann über einen zweiten Anschlußstutzen die Luftleitung vertikal
nach unten in die Zwischenschicht der Sperrschicht des nächsten Raumes geführt ist,
wobei an dem oberhalb des Fußbodens liegenden Teil der Luftleitung eine Kontrolleinrichtung
zur Kontrolle des Gehaltes an gefährlichen Gasen in der Zwischenschicht unter den
einzelnen Räumen angeordnet ist.
[0052] Zur Sicherung eines wirtschaftlichen Betriebes der Vorrichtung ist es vorteilhaft,
wenn in der luftführenden Zwischenschicht der einzelnen Räume Leitstege angeordnet
sind, durch welche die Luft von dem Lufteintritt unter allen Sperrschichten aufweisenden
Räumen entlanggeleitet ist sowie über die die Räume untereinander verbindenden Luftleitungen
ein Kreislauf zum Lufteintritt zurückgeleitet ist.
[0053] Zweckmäßig ist es, wenn die Luftleitung am Lufteintritt und im Bereich des im Kreislauf
zurückgeführten Abschnittes der Luftleitung eine Steuervorrichtung aufweist, welche
einen Lufttrockner für die eintretende Luft, eine Kontrolleinrichtung zur Kontrolle
des Gehaltes der im Kreislauf strömenden Luft an gefährlichen Gasen, eine Pumpe mit
Druck- oder Saugwirkung für die Luftzirkulation sowie ein Rückschlagventil und einen
den Luftaustritt sowie die Pumpe steuernden Druckbegrenzer aufweist.
[0054] Zur Erreichung eines optimalen Schutzes ist es zweckmäßig, wenn die Sperrsysteme
unter den einzelnen Räumen unterschiedlich ausgebildet sind, wobei das Sperrsystem
zwischen dem Untergeschoß eines Bauwerkes, welches auf dem Baugrund angeordnet ist,
den Aufbau eines Fußbodens aufweist, bei dem die untere, den Luft- und Gasaustritt
hemmende Schicht als Unterbeton ausgebildet ist und die obere hemmende Schicht den
Estrich des Fußbodens bildet, auf dem eine Nutzschicht angeordnet ist und zwischen
den Schichten eine luftführende Zwischenschicht relativ geringer Höhe angeordnet ist
und das Sperrsystem, bei dem zwischen Untergeschoß und Baugrund ein Keller angeordnet
ist, so ausgebildet ist, daß der Fußboden des Kellers die untere hemmende Schicht
und die Decke des Kellers die obere hemmende Schicht und der Kellerraum selbst die
luftführende Zwischenschicht bildet, wobei die einen unterschiedlichen Aufbau aufweisenden
Sperrsysteme durch eine luftführende Verbindung miteinander verbunden sind und der
Luftdruck in der Zwischenschicht des als Fußboden ausgebildeten Sperrsystems höher
als in dem als Keller ausgebildeten Sperrsystem ist und der Lufteintritt über die
Luftleitung in das als Fußboden ausgebildete Sperrsystem mit höherem Druck erfolgt,
so daß die Luft in das Sperrsystem niederen Luftdruckes abströmt und aus diesem austritt.
Dabei kann in der als Kellerraum ausgebildeten Zwischenschicht eine mit der Atmosphäre
verbundene Abluftleitung angeordnet sein.
[0055] Um den Schutz gegen das Eindringen schädlicher Gase in die Räume des Bauwerkes zu
erhöhen, ist es zweckmäßig, daß die untere und/oder obere hemmende Schicht des Kellerraumes
mit einer horizontalen Begrenzungsschicht höherer Dichte abgedeckt ist.
[0056] Die Erfindung wird an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert. In der zugehörigen
Zeichnung zeigen:
- Fig. 1:
- ein Bauwerk mit einem Sperrsystem zwischen Baugrund und dem Innenraum des Bauwerkes
in schematischer Darstellung,
- Fig. 2:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer Sperrschicht im Schnitt,
- Fig. 3:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit zwei Sperrschichten im Schnitt,
- Fig. 4:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer Zwischenschicht mit luftführender Schicht
oberhalb einer Wärmedämmung,
- Fig. 5:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer Zwischenschicht in Form einer luftführenden
Wärmedämmschicht,
- Fig. 6:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer luftführenden Zwischenschicht mit eingebauter
Fußbodenheizung,
- Fig. 7:
- die Draufsicht auf eine Zwischenschicht mit zwischen einem Luftein- und einem Luftauslaß
angeordneten Leitstegen,
- Fig. 8:
- die Vorderansicht eines Luftkanals,
- Fig. 9:
- die Draufsicht auf den Luftkanal nach Fig. 8,
- Fig. 10:
- die Vorderansicht einer anderen Ausführungsform des Luftkanals,
- Fig. 11:
- die Draufsicht auf den Luftkanal nach Fig. 10,
- Fig. 12:
- die Vorderansicht eines Bauwerkes mit unterschiedlich ausgebildeten Sperrsystemen,
- Fig. 13:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit der Weiterführung der Begrenzungsschichten in
das Mauerwerk,
- Fig. 14:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer anderen Ausführungsform der Weiterführung
der Begrenzungsschichten in das Mauerwerk,
- Fig. 15:
- die Vorderansicht der Vorrichtung mit einer weiteren Ausführungsform der Weiterführung
der Begrenzungsschichten in das Mauerwerk,
- Fig. 16:
- die Vorderansicht eines Bauwerkes mit eingebauter Vorrichtung,
- Fig. 17:
- die Draufsicht nach Fig. 16.
[0057] In Fig. 1 ist ein Bauwerk 2 in Form eines Hauses dargestellt, welches auf einem Baugrund
1 errichtet ist. Durch die Außentemperatur Ta sowie den äußeren Luftdruck pa werden
die Temperatur Te im Baugrund 1 sowie der Gasdruck pe der Gase, die im Porenvolumen
des Erdreiches enthalten sind, beeinflußt. Diese wirken auf den Fußboden des Bauwerkes
2. Hierbei ergibt sich eine Strömung 17a im Erdreich. Wenn kein ausreichendes Sperrsystem
3 zwischen dem Baugrund 1 und Bauwerk 2 vorhanden ist, setzt sich eine Strömung 17b
im Haus fort. Aufgrund der Innentemperatur Ti und dem Innendruck pi steigen die durch
das Erdreich in das Bauwerk 2 eindringenden Gase nach oben und verteilen sich über
den Keller 4, das Untergeschoß 5 sowie das Obergeschoß 6 im gesamten Bauwerk 2.
[0058] Durch die in Fig. 2 und Fig. 3 dargestellte Vorrichtung wird ein ausreichender Schutz
gegen ein Eindringen von Gasen in das Bauwerk 2 gewährleistet. Sie verhindert natürlich
auch gleichzeitig ein Eindringen von Gasen, insbesondere durch Diffusion, in den Baugrund.
[0059] In Fig. 2 ist eine Vorrichtung mit einer Sperrschicht gezeigt. Diese ist in der Trennebene
zwischen dem Baugrund 1 und dem untersten Raum des Bauwerkes 2, im vorliegenden Fall
dem Keller 4, angeordnet. Dabei kann natürlich auch der unterste Raum ein Wohnraum
oder ein anderer nutzbarer Raum sein.
[0060] Bei dem vorliegenden Ausführungsbeispiel gemäß Fig. 2 ist die Trennschicht oberhalb
des Fundamentes 7 durch eine Mauer 8 des Hauses begrenzt. Die Sperrschicht weist eine
untere Schicht 9 auf, welche als eine, den Luft- und Gasdurchtritt hemmende Schicht
9 ausgebildet ist. Im vorliegenden Fall ist sie die auf dem Baugrund 1 aufliegende
Sauberkeitsschicht und besteht aus Beton. Weiterhin ist eine obere, den Luft- und
Gasdurchtritt hemmende Schicht 10 ausgebildet, welche gleichzeitig den Fußboden des
darüberliegenden Kellers 4 bildet. Zwischen diesen beiden Schichten 9; 10 ist eine
luftführende Zwischenschicht 12 angeordnet. Der Luftdruck in dieser Zwischenschicht
12 ist unterschiedlich zum Umgebungsdruck. Dabei kann der Luftdruck größer als der
Druck pe im Baugrund 1 und der Innendruck pi im Bauwerk 2 sein. Es ist aber auch möglich,
daß er geringer als dieser ist und damit einen Unterdruck bildet.
[0061] Zur Regelung des Luftdruckes in der luftführenden Zwischenschicht 12 ist diese mit
einer druckregulierbaren Luftleitung 13 verbunden. Die Druckregulierung erfolgt dabei
zweckmäßigerweise über einen Druck- bzw. Sauglüfter, wobei dieser auch entsprechend
einstellbar sein kann. Über diesen nicht dargestellten Lüfter wird Umgebungsluft in
die Zwischenschicht 12 gedrückt oder aus dieser herausgesaugt. Da die Zwischenschicht
12 ein relativ geringes Luftvolumen aufweist, ist der Energieaufwand für die Belüftung
relativ gering. Die Zwischenschicht 12 kann einen unterschiedlichen Aufbau erhalten,
der entsprechend dem Verwendungszweck gestaltet werden kann. So ist es möglich, in
die Zwischenschicht groben Kies anzuordnen, der eine gute Durchlüftung ermöglicht.
Zur weiteren Verbesserung der Durchlüftung, insbesondere bei großen Flächen, wie beispielsweise
in Lagerhallen, kann zusätzlich eine Rohrleitung 15 vorgesehen sein, welche mit der
Luftleitung 13 verbunden ist und in der über Öffnungen die Luft an verschiedenen Stellen
der Zwischenschicht 12 austritt (Fig. 2).
[0062] In dem Zwischenraum können aber auch ein Faservlies und in Verbindung damit mit Öffnungen
versehene Stege 16 aus Beton angeordnet sein, wie dieses in Fig. 3 dargestellt ist.
[0063] Zur Gewährleistung einer umfassenden Belüftung können in der Mauer 8 Abluftleitungen
14 vorgesehen sein, durch die besonders bei Überdruck die Luft austritt. Dabei ist
es möglich, diese Luft nach oben in die Atmosphäre zu führen, wie in Fig. 3 dargestellt
ist. Eine Erhöhung der Sperrwirkung ist erreichbar, wenn mehrere Sperrschichten übereinander
angeordnet sind. Hierbei ist zwischen den äußeren Schichten 9; 10 eine weitere Schicht
11 vorgesehen, die den Luft- und Gasdurchtritt hemmt. Diese Schichten 9; 10; 11 umschließen
dann zwei voneinander getrennte, luftdurchleitende Zwischenschichten 12. Deren Aufbau
entspricht dann der anhand der Fig. 2 näher beschriebenen Zwischenschicht 12.
[0064] Durch die erfindungsgemäße Lösung wird erreicht, daß die Schichten 9; 10; 11 den
Luft- und Gasdurchtritt zwar hemmen, aber nicht vollständig unterbinden müssen. Dieses
ist auch praktisch nicht möglich, da insbesondere in älteren Gebäuden die Fußböden
in der Regel Risse aufweisen und auch porös werden. Dieses tritt besonders auch deshalb
auf, da in Böden, in denen gefährliche Gase wie Radon vorhanden sind, auch Verschiebungen
auftreten, die Spannungsrisse in den Gebäuden hervorrufen.
[0065] Durch die erfindungsgemäße Anordnung der luftführenden Schicht 12 und die Schaffung
einer Druckdifferenz zum Umgebungsdruck in dieser wird bei Undichtigkeiten in der
angrenzenden Schicht erreicht, daß bei Luftüberdruck weitestgehend radonarme Luft
aus dem Gebäude oder vom Freien sowohl in das Erdreich als auch in den Keller 4 gedrückt
wird und bei Luftunterdruck radonreiche Luft aus dem Erdreich sowie radonarme Luft
aus dem Keller 4 in die Zwischenschicht 12 gesogen wird.
[0066] In beiden Fällen ist es somit nicht möglich, daß radonhaltige Luft aus dem Baugrund
1 in den Keller 4 einströmen kann.
[0067] Durch das Ein- und Ausströmen der Luft aus der Zwischenschicht 12 wird ein Luftstrom
erzeugt, der das durch Diffusion eintretende Radon aus der Zwischenschicht 12 nach
außen abführt.
[0068] Ein bauphysikalisches Problem kann darin bestehen, wenn sich innerhalb der Schicht
Kondenswasser bilden kann. Das wird dann möglich, wenn die in die Schicht einströmende
Luft wärmer ist als die Temperatur der angrenzenden Materialien und wenn die Luftströmung
zu gering ist, um Kondensate abzutransportieren. Dieses wird vermieden, wenn in der
Luftleitung 13 eine Einrichtung zur Lufttrocknung vorgesehen ist.
[0069] Die erfindungsgemäße Lösung kann bei zu sanierenden Gebäuden und bei Neubauten vorgesehen
werden. Dabei kann die abzudichtende Fläche auch nur Teile eines Bauwerkes 2 umfassen.
Dieses ist dann besonders vorteilhaft, wenn ein Gebäude abschnittsweise saniert wird,
um beispielsweise einen zeitweiligen Auszug aus Wohnhäusern zu vermeiden.
[0070] Die erfindungsgemäße Lösung ist auch zum individuellen Schutz von Bauwerken 2 möglich,
wo flächendeckende Maßnahmen, wie Radonbrunnen, vorgesehen sind. Damit wird ein zusätzlicher
Schutz erreicht.
[0071] Es ist auch möglich, daß Sperrsystem 3 bei Bauwerken anzuordnen, die zur Lagerung
bzw. Zwischenlagerung von radioaktiven Materialien, Sonderabfall oder Gefahrstoffen
dienen. Hierbei können sich bildende Gase, wie beispielsweise Radon oder leichtflüchtige
halegonierte Kohlenstoffe, insbesondere durch Diffusion in das Sperrsystem 3 eindringen.
Ein derartiges Eindringen wird dadurch begünstigt, wenn die Lagerflächen Undichtigkeiten
aufweisen. Ein Eindringen in den Boden wird hierbei durch Abführung in der luftführenden
Zwischenschicht verhindert. Hierfür sind die in den Fig. 2 und 3 dargestellten Sperrschichten
ebenfalls gut geeignet.
[0072] Weitere Ausführungsformen der erfindungsgemäßen Lösung sind nachfolgend dargestellt.
Gegen einen Austausch von Gasen durch Konvektion und/oder Diffusion zwischen dem Inneren
eines Bauwerkes 2 und dem Baugrund 1 entsteht ein ausreichender Schutz, wenn auf der
oberen und/oder unteren Seite der Zwischenschicht 12 eine horizontale Begrenzungsschicht
21 angeordnet ist. Diese Begrenzungsschicht besitzt eine erhöhte Dichtigkeit. Eine
bevorzugte Ausführungsform ist ihre Ausbildung aus einer Plastfolie. Diese Ausbildung
ist auch besonders gut zum Schutz gegen Eindringen von gefährlichen Stoffen in den
Baugrund geeignet.
[0073] Bei den Darlegungen wird auf die bekannten Baumaßnahmen zum Schutz gegen Feuchtigkeit
und ähnliches nicht näher eingegangen.
[0074] In Fig. 4 ist die Anordnung der Vorrichtung in einem Fußboden mit einer Wärmedämmung
19 dargestellt. Die Sperrschicht weist dabei eine auf dem Baugrund angeordnete untere
Schicht 9, welche durch den Unterbeton 18 gebildet ist, auf. Über dieser Schicht 9
ist die luftführende Zwischenschicht 12 angeordnet. Diese ist bei vorliegendem Ausführungsbeispiel
zweiteilig ausgebildet. Auf dem Unterbeton 18 ist eine Wärmedämmung 19 aufgebracht.
Darüber ist der eigentliche Luftkanal 25 angeordnet. Er besteht aus zwei dichten bzw.
nahezu dichten Begrenzungsschichten 21, die durch Kraft aufnehmende Stege 16 im Abstand
zueinander gehalten sind, so daß die über die Luftleitung 13 (nicht dargestellt) zugeführte
Luft diesen durchströmen kann.
[0075] In Fig. 8 bis 11 sind mögliche Ausführungsformen des Luftkanals 25 dargestellt. Über
diesem Luftkanal 25 ist der Estrich 22 des Fußbodens angeordnet, der die obere, den
Luft- und Gasdurchtritt hemmende Schicht 10 der Sperrschicht bildet. Auf dem Estrich
22 ist in an sich bekannter Weise die Nutzschicht 23 des Fußbodens aufgebracht. Bei
diesem Aufbau des Sperrsystems 3 liegt der Luftkanal 25 als luftführender Teil der
Zwischenschicht 12 über der Wärmedämmung 19 im Inneren des Bauwerkes 2. Damit ist
die Temperaturdifferenz zwischen der Temperatur im Bauwerk 2 und der den Luftkanal
25 durchströmenden Luft geringer als bei einer Anordnung des Luftkanals 25 zwischen
Wärmedämmung 19 und Unterbeton 18. Die Gefahr der Kondenswasserbildung wird damit
verringert. Dieses ist besonders vorteilhaft, wenn die Luft in der Zwischenschicht
12 einen Überdruck aufweist.
[0076] In Fig. 5 ist ein weiteres Beispiel der Anordnung der Vorrichtung in einem Fußboden
dargestellt. Die Ausführung entspricht im wesentlichen dem Aufbau nach Fig. 4. Dabei
bildet jedoch in der Zwischenschicht 12 die Wärmedämmung 19 selbst die luftführende
Schicht. Dadurch entfällt der Einbau eines zusätzlichen Luftkanals 25, wodurch die
Baukosten gesenkt werden können. Die Wärmedämmung 19 ist oben und unten zur Bildung
des Sog- und Druckraumes durch Begrenzungsschichten 21 eingehüllt. Das Dämmaterial
kann aber auch selbst unten oder/und oben so dicht sein, daß es die Begrenzungsschichten
21 aus ihrem Material bildet. Weiterhin ist es möglich, in der Wärmedämmung Stege
16 anzuordnen, um die Festigkeit des Fußbodenaufbaus zu erhöhen.
[0077] Eine weitere Ausführungsform ist in Fig. 6 dargestellt. Diese ist besonders für Wohnhäuser
geeignet. Der grundsätzliche Aufbau entspricht dem, wie er anhand der Fig. 4 beschrieben
wurde. Die Zwischenschicht 12 weist hierbei ebenfalls einen oberhalb der Wärmedämmung
19 angeordneten Luftkanal 25 auf. In diesen Luftkanal 25 ist eine an sich bekannte
Fußbodenheizung 24 eingebaut. Damit wird nicht nur der Wohnkomfort erhöht, sondern
es wird gleichzeitig durch die höhere Temperatur des Fußbodens erreicht, daß sich
kein Kondenswasser bilden kann. Die untere Schicht 9 und die obere Schicht 10 weisen
dabei den gleichen Aufbau, wie in Fig. 4 beschrieben, auf. Es ist hier ebenfalls eine
obere Nutzschicht 23 angeordnet.
[0078] Es ist auch möglich, die Fußbodenheizung 24 unmittelbar in der Wärmedämmung 19 anzuordnen,
wenn diese wie in Fig. 5 gleichzeitig die luftführende Schicht bildet. Dabei muß die
Anordnung so erfolgen, daß die Abstrahlung der Fußbodenheizung 24 in das Innere des
Bauwerkes 2 gewährleistet ist.
[0079] In Fig. 7 ist ein durch die Mauern 8 begrenzter Raum dargestellt. In diesem liegen
die Luftleitungen 13 zur Luftzu- und Luftabführung in die Zwischenschicht 12 diagonal
einander gegenüber. In dem Raum sind Leitstege 25 quer zur Strömungsrichtung der Luft
zwischen den Luftleitungen 13 angeordnet. Hiermit wird es möglich, daß durch die durchströmende
Luft alle Bereiche des Raumes gleichmäßig erreicht werden, so daß "tote Ecken", in
denen sich Gaskonzentrationen bilden können, vermieden werden. Diese Leitstege 26
können mit den Begrenzungsschichten 21 fest verbunden sein, so daß sie gleichzeitig
die Funktion der Stege 16 erfüllen, als Stützelemente zur Sicherung der ausreichenden
Festigkeit des Fußbodens zu dienen.
[0080] Es sind auch hier Kombinationen möglich, indem ein Teil der Leitstege 26 als Stützelemente
wie die Stege 16 dient, während ein weiterer Teil ausschließlich seine Funktion als
Leitstege 26 erfüllt. Die letzteren, als Strömungsbarrieren ausgebildeten Elemente
können dabei eine geringere Breite aufweisen, mit Unterbrechungen versehen und auch
einseitig mit der oberen oder unteren Begrenzungsschicht 21 verbunden sein, während
auf der gegenüberliegenden Seite ein Schlitz zum Durchströmen der Luft besteht.
[0081] In den Fig. 8 bis 11 ist eine spezielle Form der luftführenden Zwischenschicht 12
dargestellt, wie sie beispielsweise beim Aufbau eines Sperrsystems 3 nach Fig. 4 einsetzbar
ist. Eine derartige Zwischenschicht 12 ist besonders für die Durchlüftung mit Druckluft
geeignet. Sie kann natürlich auch als Unterdruck führende Zwischenschicht 12 eingesetzt
sein. Bei der in Fig. 8 und 9 dargestellten Ausführungsform ist diese Zwischenschicht
12 zweilagig ausgebildet. Bei dieser Ausführung ist die untere Begrenzungsschicht
als eine flache Bahn ausgebildet, welche auf dem vorbereiteten Untergrund, beispielsweise
die Schicht 9 als Unterbeton 18, oder einer Wärmedämmung 19 ausgerollt wird. Bei anderen
Bauwerken 2, wie Lagerhallen, kann diese Begrenzungsschicht auch unmittelbar auf den
Baugrund 1 aufgebracht werden. Auf diese untere Begrenzungsschicht 21 wird die obere
Begrenzungsschicht 21 aufgebracht, die ebenfalls als eine Flachbahn, allerdings mit
Stegen 16, beispielsweise in Form von Noppen, versehen, ausgebildet sein kann. Damit
wird der Luftkanal 25 für die Luftströmung ausgebildet. Es ist natürlich auch möglich,
in diesem Luftkanal Leitstege 26 (Fig. 7) vorzusehen. Auch ist es möglich, die mit
Stegen 16 versehene Bahn als untere Begrenzungsschicht 21 und die Flachbahn als obere
Begrenzungsschicht 21 vorzusehen.
[0082] In den Fig. 10 und 11 ist die Zwischenschicht 12 als einlagige Bahn ausgebildet.
Dabei sind die obere und die untere Begrenzungsschicht 21 mit den die Höhe des Luftkanals
25 bestimmenden Stegen 16 verbunden.
[0083] Die in den Fig. 8 bis 11 dargestellten Zwischenschichten 12 werden vorzugsweise durch
industriell vorgefertigte Plastfolien gebildet. Der Einsatz von Plaste als Begrenzungsschicht
21 gewährleistet eine gute Dichtheit. Weiterhin wird die Montage des Sperrsystems
durch den Einsatz der vorgefertigten Plastfolien, insbesondere bei dem Einsatz einer
einlagigen Plastfolie, vereinfacht. Dagegen ist bei einer zweilagigen Zwischenschicht
12 möglich, in den Luftkanal 25 zusätzliche Elemente, wie Leitstege 16 oder Festigkeitsträger
aus Beton oder Stahl, einzusetzen. Es ist natürlich auch möglich, auf die Schicht
9 aus Unterbeton 18 lediglich eine mit Stegen 16 versehene obere Begrenzungsschicht
21 aus Plaste aufzubringen.
[0084] Bei einer Abdichtung zur Vermeidung des Eindringens gefährlicher Gase in den Baugrund
aus gelagerten gefährlichen Materialien ist es zweckmäßig, den Luftkanal 25 entsprechend
der in Fig. 10 und 11 dargestellten Form auszubilden.
[0085] In einem Bauwerk 2 kann die erfindungsgemäße Vorrichtung so ausgebildet sein, daß
die Sperrsysteme 3 zum Schutz gegen das Eindringen gefährlicher Gase, insbesondere
Radon, unterschiedlich ausgebildet sein können. In Fig. 12 ist dieses an einem teilunterkellerten
Gebäude dargestellt. Bei einem derartigen Bauwerk sind auf Fundamenten 7 die Mauern
8 angeordnet, wobei im rechten Teil des Gebäudes das Untergeschoß 5 direkt über dem
Baugrund 1 liegt, während im linken Teil zwischen Untergeschoß 5 und Baugrund 1 sich
ein Keller 4 befindet. Der nichtunterkellerte Bereich erhält ein Sperrsystem 3 in
einer normalen, möglichst dünnen Schicht in einem vorbeschriebenen Aufbau. Der unterkellerte
Bereich wird jedoch als vertikal weit auseinandergezogenes Sperrsystem 3 ausgebildet.
Dabei bildet der Fußboden des Kellers 4 die untere Schicht 9 und seine Decke die obere
Schicht 10.
[0086] Bei einer derartigen Ausbildung ist es erforderlich, daß diese Schichten 9; 10 sowie
die vertikalen Mauern 8 im Kellerbereich weitestgehend abgedichtet sind, damit sich
der Keller 4 als eine stark vergrößerte Druck- bzw. Saugschicht ausbilden kann. Hierbei
ist es zweckmäßig, an mindestens einer Schicht 9; 10 eine Begrenzungsschicht 21 vorzusehen.
Wenn mit Überdruck gearbeitet wird, wie in Fig. 12 dargestellt, wird die Luft über
eine Luftleitung 13 in den nicht unterkellerten Fußbodenteil zwischen Untergeschoß
5 und Baugrund 1 eingeleitet. Diese durchströmt die Zwischenschicht 12 des Sperrsystems
3 und tritt über eine Verbindung 28 in den Keller 4 ein. Dieser Strömungsverlauf ist
gesichert, da wegen des größeren Volumens und der dort ebenfalls in größerem Maße
vorhandenen Leckagen der Druck geringer ist als in dem Sperrsystem 3 zwischen Untergeschoß
5 und Baugrund 1. Dieses ist auch vorteilhaft, wenn der Überdruck sich in den Baugrund
2 unter dem Keller 4 ausbreitet. In der Mauer 8 des Kellers 4 oberhalb des Baugrundes
1 ist zweckmäßigerweise eine Abluftleitung 14 in die Atmosphäre vorgesehen. Eine derartige
Lösung ist dann besonders vorteilhaft, wenn der Keller 4 nicht für den häufigen Aufenthalt
von Personen, sondern beispielsweise für technische Einrichtungen dient. Hierbei ist
es dann zweckmäßig, die obere Begrenzungsschicht 21 als Plastebahnen auszubilden.
[0087] Zur weiteren Verbesserung des Schutzes von Bauwerken 1 gegen das Eindringen gefährlicher
Gase können die Begrenzungsschichten 21 in den Bereich zwischen Fundament 7 und Mauer
8 (Fig. 13) oder in die Mauer 8 (Fig. 14 und 15) geführt werden.
[0088] Bei dem in Fig. 13 dargestellten Beispiel bilden die Begrenzungsschichten 21 gleichzeitig
die horizontale Sperrung gegen aufsteigende Feuchtigkeit. Dieses ist besonders für
äußere Mauern 8 geeignet. Dafür sind besonders Begrenzungsschichten 21 aus Plaste
geeignet. Dabei kann diese Sperrung mit an sich bekannten Mitteln kombiniert werden.
[0089] Bei dem Beispiel nach Fig. 14 sind die Begrenzungsschichten 21 in die anliegende
Mauer 8 eingebunden. Dabei kann eine Distanzschicht 20 vorgesehen und als Sichtschutz
nach innen eine Fußbodenleiste 29 vorgesehen sein. Diese Ausführungsform ist besonders
auch für einen nachträglichen Einbau eines Sperrsystems 3 in ein Bauwerk 1, beispielsweise
ein Wohnhaus, geeignet. Dabei kann die untere Schicht 9 nicht nur aus Unterbeton 18
bestehen, sondern bereits einen mehrlagigen Fußbodenaufbau besitzen.
[0090] In Fig. 15 ist eine weitere Ausführungsmöglichkeit dargestellt. Hierbei ist zwischen
den Begrenzungsschichten 21 ein Spalt 30 vorgesehen, so daß bei einem Überdruck in
dem Luftkanal 25 dieser sich in die Mauer 8 fortsetzt und aufsteigendem Radon entgegenwirkt
und über diesen nach außen abgeleitet wird.
[0091] Wenn dagegen in dem Luftkanal 25 ein Unterdruck vorhanden ist, dann wird aufsteigendes
Radon über diesen durch den Luftkanal 25 abgesaugt.
[0092] In den Fig. 16 und 17 ist eine erfindungsgemäße Vorrichtung dargestellt, die ein
Bauwerk 2 mit mehreren Räumen gegen das Eindringen der gefährlichen Gase, insbesondere
Radon, schützt. Dabei ist zwischen allen Räumen des Bauwerkes 2 und dem Baugrund 1
ein aus mehreren horizontalen Schichten bestehendes Sperrsystem 3 aufgebaut, wie es
vorstehend beschrieben ist. Hierbei sind die luftführenden Zwischenschichten 12 dieser
Sperrsysteme 3 über Luftleitungen 13 untereinander verbunden sowie an eine gemeinsame
Steuervorrichtung der Luftzuführung angeschlossen.
[0093] In der luftführenden Zwischenschicht 12 sind Leitstege 26, wie in Fig. 17 dargestellt
(vergl. hierzu auch die Ausführungen zu Fig. 7), angeordnet. Damit ist es möglich,
den Luftstrom in vorbestimmte Bahnen mit einer berechneten Geschwindigkeit strömen
zu lassen. Die Anordnung und der Aufbau der Leitstege 26 kann dabei sehr vielgestaltig
sein, so daß beliebig geformte Grundrisse durchströmt und auch die Luft wieder zum
Ausgangspunkt zurückgeleitet werden kann. Über die durch die Leitstege 26 geformten
Bahnen kann die Luft gleichzeitig von Raum zu Raum geleitet werden. Über die Luftleitungen
13 kann dabei die Luft über einen Anschlußstutzen nach oben, mit einem kurzen Rohr
durch die Wand in den Nachbarraum und dann wieder in den Fußboden nach unten in die
luftführende Zwischenschicht 12 geleitet werden. In dieses kurze Rohrverbindungsstück
der Luftleitung 13 können zwei Kontrollanschlüsse und ein Absperrhahn eingebaut werden,
damit die Räume jeweils einzeln für Prüfzwecke abgetrennt werden können.
[0094] Hierbei ist es möglich, wie in Fig. 16 und 17 dargestellt, daß die Luft am Ende nicht
sofort nach außen, beispielsweise über ein Steigerohr und über den Dachraum, sondern
an den Ausgangspunkt in der Steuervorrichtung zurückgeführt wird.
[0095] Eine derartige Steuervorrichtung kann einen Lufttrockner 31, eine Kontrolleinrichtung
32, eine Pumpe 33, ein Rückschlagventil 34 und einen Druckbegrenzer 35 aufweisen.
[0096] Mit einer derartigen Steuervorrichtung ist es möglich, die Menge und die Geschwindigkeit
des Luftdurchsatzes den Bedingungen anzupassen und damit einen wirtschaftlichen Einsatz
der erfindungsgemäßen Vorrichtung zu gewährleisten.
[0097] Die Konzentration von Radon im Baugrund 1 ist abhängig von den Umweltbedingungen.
Sie ist beispielsweise abhängig von meteorologischen Luftdruckveränderungen.
[0098] So ist es bekannt, daß infolge der barometrischen Luftdruckveränderungen in der Außenluft
sich auch zeitlich verschoben der Luftdruck der Gase, die im Porenvolumen des Erdreiches
enthalten sind, verändert.
[0099] Folgt auf hohen Luftdruck eine Periode niedrigen Luftdruckes, so entspannt sich die
in der Erde enthaltene Luft. Sie strömt zum Beispiel unmittelbar durch Risse und Spalten
in die luftführende Zwischenschicht 12 des Sperrsystems 3.
[0100] Umgedreht, wenn ein Hochdruckgebiet einem Tiefdruckgebiet folgt, wird die Luft aus
dem Wohnraum in Richtung des Baugrundes 1 nachgedrückt. In dieser Zeit kommt auf diesem
Weg durch Konvektion kein Radon aus der Erde. Es dringt dann allein der Diffusionsanteil
ein.
[0101] Bei einer derartigen Luftdruckveränderung ist es besonders wichtig, gelagerte Materialien
zu überwachen, um ein Eindringen gefährlicher Gase in den Untergrund zu verhindern.
[0102] Weitere Einflußfaktoren sind die Luftbewegungen im Baugrund 1 oder auch die Beheizung
von Gebäuden. Durch die Kontrolleinrichtung 32, beispielsweise in Form eines Aktivkohlefilters
oder anderer Meßeinrichtungen, läßt sich die Radonkonzentration in der luftführenden
Zwischenschicht 12 messen. Eine Lufterzeugung ist erst dann erforderlich, wenn eine
bestimmte Radonkonzentration oder eine Konzentration anderer schädlicher Gase entstanden
ist. Damit können Pumpen 33 in Form von Saug-/Druckpumpen mit relativ geringer Leistung
eingesetzt werden. Um eine Kondensatbildung in der Zwischenschicht 12 zu verhindern,
ist es zweckmäßig, einen Lufttrockner 31 vorzusehen. Dieser kann beispielsweise als
ein Sikkativ oder ein Peltierelement ausgebildet sein. Bei einem Kreislaufsystem in
der Zwischenschicht 12 und damit einem geringen Luftdurchsatz verringert sich auch
der Aufwand für die Lufttrocknung.
[0103] Die Pumpe 33 kann auch mit einem Windkessel verbunden sein. Dieser dient zur Aufnahme
einer bestimmten Luftmenge, aus der dann die Luft abströmt. Hierdurch wird ein ständiges
Arbeiten der Pumpe 33 vermieden.
[0104] Um einen sicheren Luftkreislauf zu gewährleisten, ist das Rückschlagventil 34 vorgesehen,
welches ein Ausströmen der Luft bei ausgeschalteter Pumpe 33 verhindert. Über den
Druckbegrenzer 35 ist die Einstellung des gewünschten Druckes in der luftführenden
Zwischenschicht 12 möglich. Dabei kann insbesondere das Entstehen eines zu hohen Überdruckes
vermieden werden.
[0105] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung wird das Eindringen schädlicher Gase, insbesondere
von Radon, aus dem Baugrund 1 in Bauwerke 2 vermieden.
[0106] Damit werden gesundheitsgefährdende Konzentrationen dieser Stoffe in Gebäuden vermieden.
Der mögliche wirtschaftliche Einsatz der erfindungsgemäßen Vorrichtung ermöglicht
damit die großflächige Sanierung derartiger umweltbelasteter Gebiete.
1. Verfahren zum Schutz von Bauwerken gegen Eindringen gefährlicher Gase, insbesondere
Radon, aus dem Baugrund, wobei zwischen dem Baugrund und dem Innenraum des Bauwerkes
ein aus mehreren horizontalen Schichten bestehendes Sperrsystem aufgebaut wird, welches
seitlich durch vertikale Wände des Bauwerkes begrenzt ist, dadurch gekennzeichnet,
daß in eine, zwischen den Durchtritt von Luft und Gasen hemmenden Schichten liegende
Zwischenschicht Luft eingeführt und ein, zum Umgebungsdruck unterschiedlicher Luftdruck
aufgebaut wird, wobei die eingeführte Luft die Zwischenschicht durchströmt und aus
dieser wieder austritt und dabei in diese Zwischenschicht eingedrungene schädliche
Gase aus dem Bauwerk (2) herausgeführt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftdruck in der Zwischenschicht
als ein Überdruck aufgebaut wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftdruck in der Zwischenschicht
als ein Unterdruck aufgebaut wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die die Zwischenschicht durchströmende
Luft die aus dem Bauwerk (2) in die Zwischenschicht eingedrungenen schädlichen Gase
aus dem Bauwerk (2) mit herausführt.
5. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß das Sperrsystem (3) aus einem oder mehreren Sperrschichten besteht, wobei in einer
Sperrschicht zwischen zwei, den Luft- und Gasdurchtritt hemmenden Schichten (9; 10)
eine, einen zum Umgebungsdruck unterschiedlichen Luftdruck aufweisende, luftführende
Zwischenschicht (12) angeordnet ist, die wenigstens mit einer druckregulierbaren Luftleitung
(13) verbunden ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß über die Luftleitung (13)
ein Überdruck oder Unterdruck in der Zwischenschicht (12) erzeugbar ist.
7. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftleitung (13) als
eine Überdruckleitung ausgebildet und in der Zwischenschicht (12) eine Abluftleitung
(14) angeordnet ist, welche die Zwischenschicht (12) mit dem Raum außerhalb des Gebäudes
verbindet und dabei einen höheren Luftwiderstand als die, die Luft zuführende Luftleitung
(13) aufweist.
8. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß die Luftleitung (13) mit einer, mit Öffnungen versehenen und innerhalb der Zwischenschicht
(12) entlang geführten Rohrleitung (15) verbunden ist, wobei in der Rohrleitung (15)
Luftaustrittsöffnungen angeordnet sind.
9. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß in der luftführenden Zwischenschicht (12) die luft- und gasdurchtrittshemmenden
Schichten (9; 10) mit einander verbindenden Stegen (16), welche der Luftzirkulation
dienende Unterbrechungen aufweisen, angeordnet sind.
10. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die untere, den Luft- und
Gasdurchtritt hemmende Schicht (9), als auf dem Baugrund aufliegende Sauberkeitsschicht
und die obere Schicht (10) als der unterste Fußboden im Bauwerk (2) ausgebildet sind.
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß zur Ausbildung von mehreren
Sperrschichten zwischen der Sauberkeitsschicht und der Fußbodenschicht weitere Schichten
(11) angeordnet sind, die jeweils durch eine Zwischenschicht (12) voneinander getrennt
sind.
12. Vorrichtung nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß in den übereinanderliegenden
Zwischenschichten (12) unterschiedliche Druckverhältnisse bestehen, wobei diese jedoch
jeweils einen unterschiedlichen Druck im Vergleich zum Umgebungsdruck aufweisen.
13. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 5 bis 12, dadurch gekennzeichnet,
daß in der, der Zwischenschicht (12) Luft zuführenden Luftleitung (13) eine Einrichtung
zum Trocknen dieser Luft angeordnet ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß auf der oberen und/oder unteren
Seite des luftführenden Abschnittes der Zwischenschicht (12) eine horizontale Begrenzungsschicht
(21) erhöhter Dichtigkeit angeordnet ist.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß die Zwischenschicht (12)
als ein Luftkanal (25) ausgebildet ist, dessen obere und untere Seite durch die Begrenzungsschicht
(21) gebildet ist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 14, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftkanal (25) den oberen
Teil der Zwischenschicht (12) bildet und an der oberen, den Luft- und Gasdurchtritt
hemmenden Schicht (10) anliegt und der untere Teil der Zwischenschicht (12) als eine
Wärmedämmung (19) ausgebildet ist, die an der unteren hemmenden Schicht (9) anliegt.
17. Vorrichtung nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß der Luftkanal (25) und die
Wärmedämmung (19) einen Abschnitt bilden, wobei in dem Luftkanal (25) wärmedämmendes,
luftdurchlässiges Material angeordnet und die obere und untere Begrenzungsschicht
(21) an deren Außenseite angeordnet ist.
18. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 17, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Zwischenschicht (12) eine Fußbodenheizung (24) angeordnet ist.
19. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 18, dadurch gekennzeichnet,
daß in der Zwischenschicht (12) im wesentlichen in vertikaler Richtung Kräfte aufnehmende
Stege (16) angeordnet sind.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß zur Bildung des Luftkanals
(25) die Stege (16) mit einer der Begrenzungsschichten (21) oder mit beiden Begrenzungsschichten
(21) fest verbunden sind.
21. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 20, dadurch gekennzeichnet,
daß der Luftkanal (25) aus einer oder mehreren ausrollbaren Plastfolien gebildet ist.
22. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 21, dadurch gekennzeichnet,
daß in dem als Luftkanal (25) ausgebildeten Abschnitt der Zwischenschicht (12) zur
Luftführung dienende Leitstege (26) angeordnet sind.
23. Vorrichtung nach einem oder mehreren der Ansprüche 14 bis 22, dadurch gekennzeichnet,
daß die Begrenzungsschichten (21) in die vertikalen Wände des Bauwerkes (2) fortgeführt
sind.
24. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsschichten
(21) zwischen Fundament (7) und Mauer (8) als horizontale Sperrschicht angeordnet
sind.
25. Vorrichtung nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß die Begrenzungsschichten
(21) horizontal in die an die Sperrschicht (3) angrenzende Mauer (8) eingebunden sind,
wobei eine Distanzschicht (20) vorgesehen ist und ein Sichtschutz in Form einer Fußbodenleiste
(29) angeordnet ist.
26. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß in einem Bauwerk (2), welches
mehrere auf dem Baugrund (1) angeordnete sowie durch Mauern (8) getrennte Räume aufweist,
mindestens bei zwei Räumen zwischen diesem und dem Baugrund (1) ein Sperrsystem (3)
angeordnet ist, wobei bei allen Räumen, die mit der Sperrschicht (3) versehen sind,
deren luftleitende Zwischenschichten (12) untereinander über Luftleitungen (13) verbunden
sind und eine gemeinsame, zentrale Luftzuführung über eine Luftleitung (13) aufweisen.
27. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß zur Verbindung der Sperrschichten
(3) der einzelnen Räume über die Luftleitung (13) ein Anschlußstutzen aus der Zwischenschicht
(12) vertikal nach oben über den Fußboden geleitet ist, eine horizontale Verbindung
durch die Mauer (8) erfolgt und dann über einen zweiten Anschlußstutzen die Luftleitung
(13) vertikal nach unten in die Zwischenschicht (12) der Sperrschicht (3) des nächsten
Raumes geführt ist, wobei an dem oberhalb des Fußbodens liegenden Teil der Luftleitung
(13) eine Kontrolleinrichtung zur Kontrolle des Gehaltes an gefährlichen Gasen in
der Zwischenschicht (12) unter den einzelnen Räumen angeordnet ist.
28. Vorrichtung nach Anspruch 26 und 27, dadurch gekennzeichnet, daß in der luftführenden
Zwischenschicht (12) der einzelnen Räume Leitstege (26) angeordnet sind, durch welche
die Luft von dem Lufteintritt unter allen Sperrschichten (3) aufweisenden Räumen entlanggeleitet
sowie über die die Räume untereinander verbindenden Luftleitungen (13) im Kreislauf
zum Lufteintritt zurückgeleitet ist.
29. Vorrichtung nach Anspruch 27 bis 29, dadurch gekennzeichnet, daß die Luftleitung (13)
am Lufteintritt und im Bereich des im Kreislauf zurückgeführten Abschnittes der Luftleitung
eine Steuervorrichtung aufweist, welche einen Lufttrockner (31) für die eintretende
Luft, eine Kontrolleinrichtung (32) zur Kontrolle des Gehaltes der im Kreislauf strömenden
Luft an gefährlichen Gasen, eine Pumpe (33) mit Druck- oder Saugwirkung für die Luftzirkulation
sowie ein Rückschlagventil (34) und einen den Luftaustritt sowie die Pumpe (33) steuernden
Druckbegrenzer (35) aufweist.
30. Vorrichtung nach Anspruch 26, dadurch gekennzeichnet, daß die Sperrsysteme (3) unter
den einzelnen Räumen unterschiedlich ausgebildet sind, wobei das Sperrsystem zwischen
dem Untergeschoß (5) eines Bauwerkes (2), welches auf dem Baugrund (1) angeordnet
ist, den Aufbau eines Fußbodens aufweist, bei dem die untere, den Luft- und Gasaustritt
hemmende Schicht (9) als Unterbeton (18) ausgebildet ist und die obere hemmende Schicht
(9) den Estrich (22) des Fußbodens bildet, auf dem eine Nutzschicht (23) angeordnet
und zwischen den Schichten eine luftführende Zwischenschicht (12) relativ geringer
Höhe angeordnet ist und das Sperrsystem (3) bei dem zwischen Untergeschoß (3) und
Baugrund (1) ein Keller (4) angeordnet ist, so ausgebildet ist, daß der Fußboden des
Kellers (4) die untere hemmende Schicht (9) und die Decke des Kellers (4) die obere
hemmende Schicht (10) und der Kellerraum selbst die luftführende Zwischenschicht (12)
bildet, wobei die einen unterschiedlichen Aufbau aufweisenden Sperrsysteme (3) durch
eine luftführende Verbindung (28) miteinander verbunden sind und der Luftdruck in
der Zwischenschicht (12) des als Fußboden ausgebildeten Sperrsystems (3) höher als
in dem als Keller ausgebildeten Sperrsystem (3) ist und der Lufteintritt über die
Luftleitung (13) in das als Fußboden ausgebildete Sperrsystem (3) mit höherem Druck
erfolgt, so daß die Luft in das Sperrsystem (3) niederen Luftdruckes abströmt und
aus diesem austritt.