[0001] Die Erfindung bezieht sich auf einen zahnärztlichen Instrumentenablagetisch, der
außer einer Abstellfläche für Instrumentarium Halterungsmittel für schlauch- und kabelgebundene
Handstücke sowie Handhabungsmittel, mit denen eine Lageänderung des Instrumentenablagetisches
herbeiführbar ist, enthält.
[0002] Bei zahnärztlichen Instrumentenablagetischen gibt es vornehmlich drei Funktionsbereiche,
die praktisch ständig einer Kontamination mit Keimen ausgesetzt sind und deshalb aus
hygienischer Sicht besonders kritisch zu betrachten sind. Zum einen sind es die Stell-
bzw. Ablageflächen für Instrumentarium (Handinstrumente, Materialien, Instrumententrays),
zum andern sind es die Halterungsmittel für die schlauch- und kabelgebundenen Handstücke,
die beim Benutzen der Instrumente mit Keimen kontaminiert werden können. Der dritte
Funktionsbereich sind die Handhabungsmittel, mit denen eine Lageänderung des Instrumentenablagetisches
herbeigeführt werden kann. Bei mechanischer Verfahrbarkeit eines Instrumentenablagetisches
sind dies in der Regel ein oder mehrere Griffe bzw. griffähnliche Gebilde, die an
geeigneter Stelle des Instrumentenablagetisches vorgesehen sind. Um den Anforderungen
an Hygiene zu genügen, ist man schon dazu übergegangen, die Griffe abnehmbar anzuordnen
oder mit einem Einmalüberzug zu versehen. Abgesehen davon, daß man mit ersterem Vorschlag
nur einen Teil des Hygieneproblems lösen kann, stellen Einmalüberzüge ebenso wie andere
einmal benutzbare Materialien, wie z.B. Papierservietten, die man auf die Abstellfläche
für das Instrumentarium legen kann, ein zusätzlich benötigtes Material dar, welches
den in letzter Zeit ohnehin schon immer stärker anwachsenden Müll noch weiter anwachsen
läßt.
[0003] Der im Anspruch 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, demgegenüber
eine Verbesserung zu erzielen und eine für den Benutzer relativ einfach handhabbare
Lösung anzugeben, die eine Sauberhaltung des Instrumentenablagetisches im Sinne der
geforderten Hygiene (Reinigung und/oder Desinfektion und/oder Sterilisation) ermöglicht,
ohne daß hierzu zusätzliches, einer Entsorgung zuführbares Material benötigt wird.
[0004] Dadurch, daß gemäß der Erfindung zumindest zwei, vorzugsweise alle drei, Abschnitte
der kritischen Funktionsbereiche des Instrumentenablagetisches zu einer Baueinheit
zusammengefaßt sind, die leicht abnehmbar am Instrumentenablagetisch gehaltert ist,
ist es für den Benutzer relativ leicht, diese Bereiche im Rahmen der ihm zur Verfügung
stehenden Möglichkeiten hygienisch einwandfrei sauber zu halten. Die gesamte Baueinheit
kann nach Abnahme von den übrigen Teilen des Instrumentenablagetisches z.B. in einer
Wasch- oder Desinfektionseinrichtung komplett gereinigt, desinfiziert und gegebenenfalls
sterilisiert werden.
[0005] Weitere Vorteile ergeben sich aus den Unteransprüchen und der nachstehenden Beschreibung.
[0006] Es zeigen:
Figur 1 einen zahnärztlichen Instrumentenablagetisch in schaubildlicher Darstellung,
Figur 2 Grundkörper und Gehäuseabdeckteil des Instrumentenablagetisches in voneinander
getrenntem Zustand in schaubildlicher Darstellung,
Figur 3 den Instrumentenablagetisch teilweise im Längsschnitt,
Figur 4 den Instrumentenablagetisch teilweise im Querschnitt,
Figur 5 einen Ausschnitt aus Figur 2 im Längsschnitt.
[0007] Die Figur 1 zeigt in einer schaubildlichen Darstellung einen zahnärztlichen Instrumentenablagetisch,
der außer einer Abstellfläche 1 für Instrumentarium (Handinstrumente, Materialien
etc.) mehrere Halterungsmittel 2 für schlauch- und kabelgebundene Handstücke 3 enthält,
die auf einer gegenüber der ebenen horizontalen Abstellfläche 1 pultförmig nach vorne
schräg geneigten Fläche 4 angeordnet sind. Der Instrumentenablagetisch enthält einen
an einem Träger 5 montierten Grundkörper 6, auf dem, wie nachfolgend noch näher erläutert,
ein Gehäuseabdeckteil 7 aufgesetzt ist, welches die Abstellfläche 1, die schräge Fläche
4 mit den Halterungsmitteln 2 für die Instrumente 3 sowie beidseitig angeordnete Griffe
8 trägt. Der Träger 5 kann in bekannter Weise als Boden- oder Wandstativ, ebenso als
ein- oder mehrarmiger Schwenkarm ausgebildet sein.
[0008] Die Figur 2 zeigt den Grundkörper 6 sowie das Gehäuseabdeckteil 7 in voneinander
getrenntem Zustand bei weggelassenen Handstücken. Der Grundkörper 6, der in bekannter
Weise in seinem Inneren diverse Steuer- und Regelteile für die Handstücke aufnimmt
und deshalb als Hohlkörper ausgebildet ist, ist zumindest an den Seiten und deckseitig
geschlossen. An seiner Rückseite ist eine als Rastnase wirkende Leiste 10 befestigt,
die im aufgesetzten Zustand des Gehäuseabdeckteils dessen hinteren Randteil 9 leicht
übergreift (Figur 3). Im vorderen Bereich der ebenen Deckfläche des Grundkörpers sind
zwei Federelemente 11 vorgesehen, die gegen die Unterseite des die Abstellfläche 1
beinhaltenden Abschnittes 7a des Gehäuseabdeckteils 7 drücken (Figuren 3 und 4).
[0009] Der die schräge Fläche 4 beinhaltende Abschnitt 7b des Gehäuseabdeckteils 7 enthält,
wie aus Figur 5 ersichtlich, einen Randteil 12, der mit einem Rasthaken 13 zusammenwirkt,
der mittels Druckfeder 14 belastet am Grundkörper 6 verschiebbar gehaltert ist. Randteil
12 und Rasthaken 13 sind so angeordnet und ausgebildet, daß mit dem Aufsetzen des
Gehäuseabdeckteils 7 auf den Grundkörper 6 die beiden Teile miteinander in Eingriff
kommen. Die Druckfeder sorgt dafür, daß das Gehäuseabdeckteil 7 in dieser Raststellung
kraftschlüssig gegen den Grundkörper 6 gedrückt wird. Zum Entriegeln dieser Klemmstellung
dient eine Handhabe 15, die integraler Bestandteil des Rasthakens ist. Das Entriegeln
ist so mit einer Hand möglich, indem die Handhabe in Pfeilrichtung leicht nach vorne
gezogen wird. Wesentlich ist, daß beim Wiederaufsetzen des (gereinigten, desinfizierten
oder sterilisierten) Gehäuseabdeckteils die Handhabe nicht berührt zu werden braucht.
[0010] Wie aus Figur 4 ersichtlich ist, übergreift das hier im Querschnitt dargestellte
Gehäuseabdeckteil 7 den Grundkörper 6 beidseitig, wodurch ein gewisser Schutz des
Grundkörpers 6 vor einem (in der Regel ebenfalls mit Keimen kontaminierten) Aerosolniederschlag
gegeben ist. Wie aus Figur 2 ersichtlich, ist diese Verbreiterung des Gehäuseabdeckteils
7 auch im Frontbereich vorhanden.
[0011] Die Unterseite des übergreifenden Teils des Gehäuseabdeckteils 7 ist vorzugsweise
zu beiden Seiten mit Griffmulden 16 versehen, die das Abnehmen des Gehäuseabdeckteils
7 erleichtern. An der Oberseite befinden sich zwei längs des Tisches verlaufende Erhebungen
19, die einem eventuell auf die Abstellfläche 1 plazierbaren Instrumententray einen
besseren Halt geben.
[0012] Beim dargestellten Ausführungsbeispiel sind die Halterungsmittel für die Handstücke
als Ablageköcher ausgebildet. Deren Wendungen 17 sind zumindest so weit, wie sie durch
das Entnehmen und die Wiederablage der Instrumente mit Keimen kontaminiert werden
können, integraler Bestandteil des Gehäuseabdeckteils 7. Die zum Steuern der Antriebe
der Handstücke vorgesehenen Sensoren in Form von z.B. Lichtschranken sind zweckmäßigerweise
nicht im Gehäuseabdeckteil 7, sondern im Grundkörper 6 in bekannter Weise angeordnet.
In den Figuren 2 und 3 sind die entsprechenden Stellen mit der Position 18 gekennzeichnet.
Das Gehäuseabdeckteil 7 ist somit frei von elektrischen oder elektronischen Bauteilen.
[0013] Obgleich es denkbar ist, die Teile 7a, 7b und 8 getrennt vom Grundkörper abzunehmen
und den vorhandenen Reinigungseinrichtungen zuzuführen, ist es von besonderem Vorteil,
wenn diese Teile ein einteiliges Bauteil bilden. Dieses Bauteil besteht aus einem
zumindest gegen die üblichen Reinigungs- und/oder Desinfektionsmittel und gegebenenfalls
Sterilisationsmittel widerstandsfähigen Material, z.B. aus Melamin-Harz oder Glas.
1. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch, der außer einer Abstellfläche (1) für Instrumentarium
Halterungsmittel (2) für schlauch- und kabelgebundene Handstücke (3) sowie Handhabemittel
(8), mit denen eine Lageänderung des Instrumentenablagetisches herbeiführbar ist,
enthält, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die Abstellfläche (1) und die Halterungsmittel (2) beinhaltende
Abschnitt (7a, 7b), vorzugsweise auch noch die Handhabemittel (8), zu einer leicht
abnehmbar an einem Grundkörper (6) des Instrumentenablagetisches gehalterten Baueinheit
(7) zusammengefaßt sind und die Teile (7a, 7b, 8) aus einem zumindest gegen Reinigungs-
und/oder Desinfektionsmittel resistentem Material bestehen.
2. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Teile (7a, 7b, 8) ein einteiliges, dem Grundkörper (6) zumindest im Bereich
der Abstellfläche (1) und der Halterungsmittel (2) abdeckendes Gehäuseabdeckteil (7)
bilden.
3. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuseabdeckteil (7) pultförmig ausgebildet ist, wobei eine die Halterungsmittel
(2) enthaltende schräge Fläche (4) in eine horizontale Abstellfläche (1) übergeht.
4. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Wandungen (17) der die Handstücke (3) aufnehmenden Halterungsmittel (2) integraler
Bestandteil des Gehäuseabdeckteils (7) sind.
5. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß zumindest der die Abstellfläche (1) beinhaltende Abschnitt (7a) des Gehäuseabdeckteils
(7) den Grundkörper (6), vorzugsweise an beiden Seiten, übergreift.
6. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise die Unterseite des übergreifenden Teils des Gehäuseabdeckteils (7)
mit Griffmulden (16) versehen ist.
7. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Gehäuseabdeckteil (7) mittels einer Klemmvorrichtung (10, 13 bis 15) am Grundkörper
(6) gehaltert ist, die mit Hilfe einer Handhabe (15) entriegelbar ist.
8. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung (10, 13 bis 15) so ausgebildet und angeordnet ist, daß das
Gehäuseabdeckteil (7) mit dem Aufsetzen auf den Grundkörper (6) selbsttätig festgeklemmt
wird.
9. Zahnärztlicher Instrumentenablagetisch nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Klemmvorrichtung eine einen Randteil (9) des die Abstellfläche (1) beinhaltenden
Abschnitts (7a) übergreifende Rastnase (10) und einen einen Randteil (12) des die
schräge Fläche (4) beinhaltenden Abschnittes (7b) im Sinne einer Klemmung hintergreifenden
Rasthaken (13) umfaßt, wobei der Rasthaken (13) federbelastet am Grundkörper (6) verstellbar
gehaltert und mittels einer vorzugsweise integrierten Handhabe (15) entriegelbar ist.