[0001] In Gefahrenmeldesystemen werden speziell bei Brandmeldesystemen eine größere Anzahl
von Meldern über eine Doppelleitung mit der Zentrale verbunden. Über diese Doppelleitung
wird sowohl die Energieversorgung der Melder durchgeführt, als auch der Datenverkehr
mit der Zentrale abgewickelt. In modernen Systemen werden in zunehmendem Maße binär
codierte Übertragungsverfahren verwendet, die potentiell unzulässig hohe Störspannungen
erzeugen, wenn sie mit den in klassischen Systemen üblichen großen Spannungen arbeiten.
Werden jedoch die zulässigen kleinen Spannungen zur Übertragung verwendet und der
naturgemäß großen Versorgungsspannung überlagert, so verursachen bereits relativ kleine
Schwankungen der Versorgungsspannung bzw. des Versorgungsstroms unzulässig große Störungen
der Übertragung. Bei mehr konventionellen Systemen wird versucht, den Datenfluß auf
einem so niedrigen Niveau zu halten, daß die Datenraten niedrig sind und damit der
zugeordnete Datenpegel hoch sein darf, womit die Störungen weniger Einfluß haben.
Als weitere Möglichkeit ist bekannt, sich über die Forderung nach zulässig niedriger
aktiver Störung hinwegzusetzen und trotz hoher Datenrate mit eigentlich unzulässig
hohem Datenpegel zu arbeiten. Es ist weiter bekannt, die Schwankungen der Versorgungsenergie
auf ein unschädliches Maß zu reduzieren. Dazu ist zunächst eine gute Stabilisierung
der Versorgungsspannung in der Zentrale erforderlich, was allerdings einen gewissen
Mehraufwand erfordert. Wesentlich kritischer ist die ebenfalls unumgängliche Stabilisierung
der Stromaufnahme in jedem einzelnen Melder, die den Aufwand und in der Regel auch
den Energiebedarf dieser Melder beträchtlich erhöht. Eine weitere Möglichkeit ist
die zeitliche Trennung von Energieversorgung und Übertragung, wie z.B. bei der Pulsmeldetechnik.
Hier entstehen jedoch beim Übergang von der einen in die andere Betriebsart Störungen,
die die Übertragung negativ beeinflussen können, besonders, wenn zur Auskopplung der
Übertragungsspannung preiswerte R-C-Glieder verwendet werden.
[0002] Der vorliegenden Erfindung liegt sich somit das Problem zugrunde, sowohl die Energieversorgung
als auch die störungsarme und schnelle Übertragung großer Datenmengen zwischen der
Zentrale und den einzelnen Meldern sicherzustellen.
[0003] Das Problem wird gelöst durch ein Verfahren zur Übertragung binärer Daten in einem
Gefahrenmeldesystem mit einer Zentrale, von der zumindest eine Doppelleitung ausgeht,
mittels der eine Vielzahl von Meldern mit der Zentrale verbunden sind, wobei in der
Zentrale und in den Meldern jeweils mit einem Komparator und einem Speicherelement
gebildete Einrichtungen zur Übertragung und Detektion binärer Daten vorgesehen sind,
wobei die jeweiligen Komparatorschaltschwellen durch den Zustand der jeweiligen Speicherelemente
bestimmt werden und wobei von der Zentrale der Zustand der jeweiligen Speicherelemente
durch Anlegen einer Referenzspannung an die Doppelleitung bestimmt wird.
[0004] Vorzugsweise erfolgen bei dem erfindungsgemäßen Verfahren die Energieversorgung der
Melder und die Datenübertragung zeitlich aufeinander.
[0005] Das Verfahren wird mit einer Vorrichtung durchgeführt, bei der die Speicherelemente
der einzelnen Melder durch Kondensatoren gebildet sind, die über den Mittelabgriff
eines zwischen den Adern der Doppelleitung angeordneten Spannungsteilers aufgeladen
werden und deren Spannung mittels eines von einem im Melder angeordneten Mikrorechner
ansteuerbaren Schalters als Schwellspannung an den Komparator gelegt wird.
[0006] Es ist aber auch möglich, eine Vorrichtung zu verwenden, bei der die Speicherelemente
der einzelnen Melder durch Halbleiterspeicher gebildet sind, die jeweils über einen
Analog-Digital-Wandler mit dem Mittelabgriff eines zwischen den Adern der Doppelleitung
angeordneten Spannungsteilers und über einen Digital-Analog-Wandler mit dem Komparator
verbunden sind.
[0007] Die Erfindung soll nun anhand eines Beispiels mit Hilfe von Figuren näher erläutert
werden. Dabei zeigen
- Fig. 1
- den prinzipiellen Aufbau eines Gefahrenmeldesystems,
- Fig. 2
- einen möglichen Spannungs- und Stromverlauf bei einem Gefahrenmeldesystem,
- Fig. 3 und 4
- den prinzipiellen Aufbau einer Spannungsversorgung bei einer Gefahrenmeldeanlage und
mögliche Strommeßeinrichtungen in der Zentrale,
- Fig. 5 und 6
- mögliche Ausführungen einer Spannungsmeßeinrichtung im Melder und
- Fig. 7
- einen typischen Spannungsverlauf über der Zeit vor und während einer Datenübertragung
von der Zentrale zu einem Melder.
[0008] Fig. 1 zeigt ein Gefahrenmeldesystem, bei dem mehrere Gefahrenmelder Ml bis Mn über
eine Doppelleitung a,b mit einer Zentrale Z verbunden sind. Schematisch sind weitere,
von der Zentrale ausgehenden Leitungen angedeutet, auf denen ebenfalls Melder angeordnet
sind.
[0009] Der Spannungs- und Stromverlauf auf der Doppelleitung a,b für den Fall, daß die Phasen
der Energieversorgung der Melder und der Datenübertragung zeitlich nacheinander erfolgen,
ist in Fig. 2 dargestellt; während der Energieversorgung liegt eine hohe Spannung
an und es fließt ein hoher Strom, um Speicherkondensatoren in den Meldern Ml bis Mn
aufzuladen. Während einer Datenübertragung liegt eine deutlich niedrigere Spannung
an den Meldern und es fließt auch ein wesentlich niedrigerer Strom, wie Fig. 2 ebenfalls
zu entnehmen ist. Die für die Datenübertragungsphase dargestellten Spannungs- und
Stromwerte stellen Mittelwerte dar. Im Betriebsfall sind ihnen die Datensignale überlagert.
Wie zu erkennen ist, finden bei den Übergängen von der Energieversorgungsphase zur
Datenübertragungsphase und umgekehrt erhebliche Spannungs- und Stromänderungen statt,
so daß die Verwendung einfacher R-C-Glieder zum Auskoppeln der Datensignale aufgrund
ihrer langen Einschwingzeit nicht ausreichen. Die Dauer der Datenübertragungsphase
würde dadurch unzulässig verlängert werden.
[0010] Die für das erfindungsgemäße Verfahren nötigen Vorrichtungen in der Zentrale Z und
in dem Meldern Ml bis Mn sind in den Fig. 3 bis 6 dargestellt.
[0011] So zeigt Fig. 3 eine Zentrale Z, von der eine Doppelleitung a,b ausgeht. Die Doppelleitung
a,b wird von einer Spannungsquelle Ub mit Energie versorgt. Die Datenübertragung von
der Zentrale Z zu den einzelnen Meldern Ml bis Mn erfolgt über eine Modulation der
Linienspannung, wobei die Spannungsquelle Ub in bekannter aber nicht dargestellter
Weise von einem Mikrorechner MR angesteuert wird. Die Datenübertragung von den einzelnen
Meldern Ml bis Mn zur Zentrale Z erfolgt über eine Modulation des Linienstroms. Zur
Messung dieses Linienstroms liegt in Serie zur Spannungsquelle Ub ein Meßwiderstand
R. Zwei Meßleitungen L1 und L2 greifen die aufgrund des Linienstroms am Meßwiderstand
R abfallende Spannung ab und führen sie einem Analog-Digital-Wandler ADW zu. Dieser
ist mit dem Mikrorechner MR verbunden, dem somit die dem Linienstrom entsprechenden
digitalen Ausgangswerte des Analog-Digital-Wandlers ADW zugeführt werden und diese
Werte dort verarbeitet oder gespeichert werden.
[0012] Fig. 4 zeigt eine weitere Möglichkeit, den Linienstrom in einer Zentrale Z, von der
eine von einer Spannungsquelle Ub gespeiste Doppelleitung a,b ausgeht, zu messen.
Die am in Serie zur Spannungsquelle Ub angeordneten Meßwiderstand R abfallende Spannung
wird über eine Meßleitung L einem Komparator K zugeführt. Der Schwellwert des Komparators
K wird diesem mittels einer Leitung vL von einem Digital-Analog-Wandler DAW zugeführt,
wobei der Digital-Analog-Wandler DAW die digitalen Werte des Schwellwertes von dem
Mikrorechner MR über Leitungen aL zugeführt bekommt. Die Ausgangswerte des Komparators
K, die nur anzeigen, ob der Linienstrom über- oder unterhalb des Schwellwertes liegt,
werden dem Mikrorechner MR über eine Leitung kL zur Auswertung zugeführt. Mit dieser
Anordnung wird eine gute Übertragungsqualität mit einfachen Auswerteprogrammen erreicht,
während für hochwertige Signalanalyseverfahren eine Anordnung zur Strommessung nach
Fig. 3 vorteilhaft ist.
[0013] Zur Messung der Linienspannung und somit zur Detektion der Daten, die von der Zentrale
Z zu den Meldern Ml bis Mn auf der Doppelleitung a,b gesendet werden, sind mögliche
Vorrichtungen in den Fig. 5 und 6 dargestellt.
[0014] In beiden Fällen wird ein Teil der Linienspannung über eine Meßleitung L vom Mittelabgriff
eines zwischen der Doppelleitung a,b angeordneten Spannungsteilers R1,R2 einem Komparator
K zugeführt. Das Ausgangssignal des Komparators K wird zu einem Mikrorechner MR mittels
einer Leitung kL übertragen.
[0015] Der Schwellwert des Komparators K in Fig. 5 wird über einen Kondensator Cv eingestellt.
Dieser Kondensator Cv liegt über einen von dem Mikrorechner MR des Melders über eine
Leitung sL ansteuerbaren Schalter S parallel zum Widerstand R1 des Spannungsteilers
R1,R2.
[0016] Bei der Vorrichtung nach Fig. 6 wird der Schwellwert von einem Digital-Analog-Wandler
DAW über eine Leitung vL an den Komparator gelegt. Der Digital-Analog-Wandler DAW
ist dabei mittels Leitungen aL mit dem Mikrorechner MR verbunden, in dem der Schwellwert
als digitaler Wert gespeichert ist.
[0017] Alle Anordnungen nach Fig. 3 bis Fig. 6 arbeiten derart, daß vor Beginn der eigentlichen
Datenübertragung ein Bezugswert des Leitungsstromes IL bzw. der Leitungsspannung UL
ermittelt wird, der dann anschließend verwendet wird, um im binären Übertragungssignal
0 und 1 zu unterscheiden. Dieser Vorgang ist für einen Melder in Fig. 7 näher erläutert.
[0018] Vor dem eigentlichen Datensignal, das zum Zeitpunkt t1 beginnt und eine binäre "1"
mittels einer Spannung U1 und eine binäre "0" mittels einer Spannung U0 darstellt,
wird von der Zentrale Z mittels der Spannungsquelle Ub eine Spannung Ue an die Doppelleitung
a,b gelegt. Diese Spannung Ue liegt vorzugsweise mittig zwischen U1 und U0 und dient
als Referenzspannung für die Schwellwerte der Komparatoren K und in den einzelnen
Meldern Ml bis Mn.
[0019] In den Meldern Ml bis Mn wird die an dem Spannungsteiler R1,R2 abfallende Referenzspannung
entweder im Kondensator Cv (Fig. 5) oder im Mikrorechner MR (Fig. 6) bespeichert.
[0020] Dazu wird in der Anordnung nach Fig. 6 der Digital-Analog-Wandler DAW mit dem Komparator
K in bekannter Weise als Analog-Digital-Wandler betrieben oder es wird ein zusätzlicher,
nicht dargestellter, Analog-Digital-Wandler verwendet. In der Anordnung nach Fig.
5 kann die Aufladung von Cv durch einen nicht dargestellten Strom-Verstärker beschleunigt
werden, der im Zuge der Meßleitung L angeordnet ist.
[0021] In allen Anordnungen dient der gespeicherte Spannungswert Ue zum Einstellen der Schwelle
im Komparator K und damit zur korrekten Unterscheidung der Übertragungssignale U0
und U1. Der beschriebene Einstellvorgang wird zur optimalen Anpassung an die jeweiligen
Verhältnisse vor jeder Übertragung bei jedem Melder ausgeführt. Bei im wesentlichen
zeitlich konstanten Verhältnissen ist es vorteilhaft und spart Übertragungszeit, die
Einstellung nur selten, z.B. einmal täglich oder nur einmal bei der Inbetriebnahme
mittels eines speziellen Initialisierungsprogramms vorzunehmen. Für diese Betriebsart
sind Anordnungen nach Fig. 6 wegen der digitalen Speicherung von Ub besonders geeignet.
[0022] Ein weiterer Vorteil aller beschriebenen Anordnungen ist, daß wegen der in Betrieb
erfolgenden automatischen Nachführung auf eine hochkonstante Ausführung und einen
genauen Abgleich in der Fertigung verzichtet werden kann, was zu niedrigeren Kosten
führt.
1. Verfahren zur Übertragung binärer Daten in einem Gefahrenmeldesystem mit einer Zentrale
(Z), von der zumindest eine Doppelleitung (a,b) ausgeht, mittels der eine Vielzahl
von Meldern (Ml bis Mn) mit der Zentrale (Z) verbunden sind, wobei in der Zentrale
(Z) und in den Meldern (Ml bis Mn) jeweils mit einem Komparator (K) und einem Speicherelement
(Cv;MR) gebildete Einrichtungen zur Übertragung und Detektion binärer Daten vorgesehen
sind, wobei die jeweiligen Komparatorschaltschwellen durch den Zustand der jeweiligen
Speicherelemente (Cv;MR) bestimmt werden und wobei von der Zentrale (Z) der Zustand
der jeweiligen Speicherelemente (Cv;MR) durch Anlegen einer Referenzspannung (Ue)
an die Doppelleitung (a,b) bestimmt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, bei dem die Energieversorgung der Melder (Ml bis Mn) und
die Datenübertragung zeitlich aufeinander folgen.
3. Vorrichtung für ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der die Speicherelemente
der einzelnen Melder (Ml bis Mn) durch Kondensatoren (Cv) gebildet sind, die über
den Mittelabgriff eines zwischen den Adern der Doppelleitung (a,b) angeordneten Spannungsteilers
(R1,R2) aufgeladen werden und deren Spannung mittels eines von einem im Melder angeordneten
Mikrorechner (MR) ansteuerbaren Schalters (S) als Schwellspannung an den Komparator
(K) gelegt wird.
4. Vorrichtung für ein Verfahren nach einem der Ansprüche 1 oder 2, bei der die Speicherelemente
der einzelnen Melder (Ml bis Mn) durch Halbleiterspeicher (MR) gebildet sind, die
jeweils über einen Analog-Digital-Wandler (ADW) mit dem Mittelabgriff eines zwischen
den Adern der Doppelleitung (a,b) angeordneten Spannungsteilers (R1,R2) und über einen
Digital-Analogwandler (DAW) mit dem Komparator (K) verbunden sind.