Stand der Technik
[0001] Das erfindungsgemäße Verfahren und die zur Durchführung dieses Verfahrens angegebene
Vorrichtung beziehen sich auf die Überprüfung der Funktionsfähigkeit einer Heizung
für eine Sauerstoffmeßsonde, die im Abgaskanal einer Brennkraftmaschine (BKM) angeordnet
ist, einschließlich der Zuleitungen der Heizung.
[0002] Mit der Sauerstoffmeßsonde wird der Sauerstoffgehalt des Abgases bestimmt und der
so ermittelte Wert einer Regeleinrichtung zugeführt, die dazu dient, ein vorgegebenes
Luft/Kraftstoffverhältnis einzustellen. Die Sauerstoffmeßsonde ist nur oberhalb einer
minimalen Betriebstemperatur funktionsbereit. Somit ist die Regelung des Luft/Kraftstoffgemishes
über die Sauerstoffmeßsonde erst dann möglich, wenn die Sonde ihre Betriebstemperatur
erreicht hat. Nur dann kann ein z. B. im Hinblick auf eine niedrige Schadstoffemission
optimales Luft/Kraftstoffgemisch eingeregelt werden. Um die Emissionswerte gering
zu halten, sollte die Betriebstemperatur der Sauerstoffmeßsonde möglichst rasch nach
dem Start der BKM erreicht werden. Das Aufheizen der Sonde erfolgt durch die Abgase
und wird aus den oben angegebenen Gründen durch eine elektrische Sondenheizung beschleunigt.
Die elektrische Sondenheizung ist auch dann erforderlich, wenn z. B. im Leerlauf die
Heizleistung des Abgases nicht ausreicht, die Sonde auf Betriebstemperatur zu halten,
oder bei langandauerndem Schiebebetrieb.
[0003] Im Sinne einer geringen Schadstoffemission ist es erforderlich, die Funktionsfähigkeit
der Sondenheizung zu überwachen. Es sind eine Reihe von Verfahren bekannt, um einen
oder mehrere der Fehlerzustände Unterbrechung, Kurzschluß und Nebenschluß zu erkennen.
Die Prüfung der Betriebsbereitschaft der Sondenheizung erfolgt z. B. über den mittels
Meßwiderstand erfaßten Stromfluß durch die Sondenheizung (DE 39 41 995 A), über die
Ausgangssignale der Sonde (DE 26 04 160 C, DE 38 40 148 A), über das Aufwärmverhalten
der Sonde (DE 39 28 709 A) oder über die Sondentemperatur, die sich ihrerseits auf
verschiedene Art und Weise ermitteln läßt, z. B. aus dem Innenwiderstand der Sonde
(DE 31 17 790 C) oder mit einem Temperaturfühler (US 39 15 828 A).
Vorteile der Erfindung
[0004] Das erfindungsgemäße Verfahren hat den Vorteil, daß es mit sehr einfachen Mitteln
realisiert werden kann. Die Spannung, die für die Diagnose herangezogen wird, steht
ohne Modifikation einer herkömmlichen Sondenheizung bereits zur Verfügung. Es ist
also kein Eingriff in die Beschaltung der Sondenheizung erforderlich, sondern es muß
lediglich durch eine geeignete Auswertungselektronik bewirkt werden, daß die Versorgungsspannung
der Sondenheizung zu bestimmten Zeitpunkten gemessen wird, und die Meßwerte entsprechend
weiterverarbeitet werden. Eine derartige elektronische Schaltung läßt sich kompakt
ausführen und ist somit kostengünstig und robust.
[0005] Bei rechnergesteuerten Systemen ist die Realisierung ebenfalls problemlos. Diese
Gesichtspunkte sind sehr wichtig, da die Diagnosemöglichkeit auch in Verbindung mit
Seriensteuergeräten einsetzbar sein soll. Außerdem wird in absehbarer Zeit die Funktionsüberwachung
abgasrelevanter Betriebseinheiten gesetzlich vorgeschrieben werden, was zu einem hohen
Bedarf an kostengünstigen und zuverlässigen Überwachungsvorrichtungen, wie der vorliegenden
Erfindung, führen wird.
Zeichnung
[0006] Die einzige Figur dieser Druckschrift zeigt ein Blockschaltbild einer möglichen Realisierung
der Erfindung.
Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
[0007] Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Überwachung der Funktionsfähigkeit
der Heizung einer Sauerstoffmeßsonde. Sie beruht auf dem Prinzip, daß die Versorgungsspannung
der Sondenheizung bei Belastung mit dem elektrischen Widerstand der Sondenheizung
sinkt, und aus der Größe der Spannungsänderung auf den Belastungswiderstand und somit
auf die Funktionsfähigkeit der Sondenheizung geschlossen werden kann. Die Ergebnisses
der Funktionsprüfung werden dem Fahrer optisch und/oder akustisch angezeigt. Je nach
Ausführung der Erfindung kann zur späteren Fehlerausgabe auch eine Eintragung in einen
Fehlerspeicher zusätzlich zu den oder anstelle von den Warnsignalen erfolgen.
[0008] Wie in der Figur gezeigt, wird im ersten Schritt 10 des Flußdiagramms das Vorliegen
einer Diagnosebedingung abgewartet, bevor ein erster Funktionstest durchgeführt wird.
Die Diagnosebedingung ist den speziellen Gegebenheiten angepaßt. Sie beinhaltet beispielsweise
die Zeitspanne seit dem Starten des Motors, die zurückgelegte Wegstrecke, die Motortemperatur
oder ähnliche Parameter. Es ist auch eine Verquickung verschiedener Bedingungen denkbar.
[0009] An Schritt 10 schließt sich Schritt 12 an, in dem überprüft wird, ob die Sondenheizung
eingeschaltet ist. Im Fall einer ausgeschalteten Sondenheizung wird sie im darauffolgenden
Schritt 14 eingeschaltet und danach in Schritt 16 das Vorliegen einer Meßbedingung
abgewartet. In dem hier beschriebenen Ausführungsbeispiel ist die Meßbedingung erfüllt,
wenn eine vorgegebene Zeitspanne verstrichen ist.
[0010] In Schritt 18, der nach Schritt 16 ausgeführt wird, wird die Versorgungsspannung
Uein gemessen und abgespeichert. Zu Schritt 18 gelangt man auch, wenn in Schritt 12
festgestellt wurde, daß die Sondenheizung eingeschaltet ist. Nach Schritt 18 wird
in Schritt 20 die Sondenheizung ausgeschaltet und im darauffolgenden Schritt 22 die
Versorgungsspannung Uaus gemessen. Im anschließenden Schritt 24 wird die Differenz
aus Uaus und Uein mit einem vorgegebenen Wert deltaU1 verglichen und Schritt 26 ausgeführt,
falls diese Differenz größer als deltaU1 ist. In Schritt 26 wird die Differenz für
einen zweiten Vergleich herangezogen. Es wird überprüft ob sie kleiner als ein vorgegebener
Wert deltaU2 ist. Ist das der Fall, so wird im folgenden Schritt 28 eine weitere Diagnosebedingung
abgewartet und danach geht es zurück zu Schritt 12.
[0011] Wird in Schritt 24 festgestellt, daß die Differenz aus Uaus und Uein nicht größer
als ein vorgegebener Wert deltaU1 ist, so wird im darauffolgenden Schritt 30 auf eine
unterbrochene und somit defekte Sondenheizung geschlossen. Ein Kurzschluß der Heizung
wird in Schritt 32 erkannt, der sich Schritt 26 anschließt, falls die in Schritt 26
überprüfte Bedingung nicht erfüllt ist. Sowohl Schritt 30 als auch Schritt 32 mündet
in Schritt 34, in dem ein entsprechender Eintrag in den Fehlerspeicher erfolgt. Nach
Schritt 34 wird in Schritt 36 ein Alarmsignal ausgegeben.
[0012] Eine funktionsfähige Sondenheizung stellt wegen ihres elektrischen Widerstands eine
Belastung der Versorgungsspannung dar, so daß die Versorgungsspannung durch das Ausschalten
der Sondenheizung ansteigt. Falls die Sondenheizung und/oder die Zuleitungen unterbrochen
sind, ändert sich die Versorgungsspannung durch den Schaltvorgang nicht. Es wird also
in Schritt 30 auf eine defekte Sondenheizung (einschließlich Zuleitungen) geschlossen,
in Schritt 34 eine Fehlermeldung in den Fehlerspeicher eingetragen und in Schritt
36 ein entsprechendes Warnsignal ausgegeben, wenn in den Schritten 18 bis 24 keine
Spannungsänderung um mehr als den vorgegebene Wert deltaU1 beobachtet wird.
[0013] Ist die beobachtete Spannungsänderung dagegen größer als deltaU1, so kann davon ausgegangen
werden, daß keine Unterbrechung vorliegt. Es besteht dann aber noch die Möglichkeit
des Kurzschlusses, der zu einer besonders hohen Belastung der Versorgungsspannung
und somit zu einer großen Spannungsänderung führt. Wenn die Spannungsänderung in der
Abfrage 26 einen vorgegebenen Maximalwert deltaU2 überschreitet, wird in Schritt 32
gefolgert, daß ein Kurzschluß vorliegt. Es folgt in Schritt 34 der Eintrag in den
Fehlerspeicher und in Schritt 36 die Ausgabe eines entsprechenden Warnsignals.
[0014] Um eine fortlaufende Überwachung der Sondenheizung zu ermöglichen, wird die Diagnose
der Sondenheizung jeweils wiederholt, wenn in Schritt 28 eine weitere Diagnosebedingung
erfüllt ist. Diese Diagnosebedingung kann von den gleichen Parametern wie die Diagnosebedingung
des Schritts 10 abhängen. Die Bedingungen müssen aber nicht identisch sein und richten
sich nach dem speziellen Anwendungsfall und gesetzlichen Vorlagen. Je nach Anwendung
wird die Funktionsprüfung im Fall einer funktionstüchtigen und/oder einer als defekt
erkannten Sondenheizung wiederholt.
[0015] Alternativ zu dem hier vorgestellten Ausführungsbeispiel ist eine Vorrichtung zweckmäßig,
bei der die 1. Messung der Versorgungsspannung bei ausgeschalteter Sondenheizung erfolgt
und die 2. Messung bei eingeschalteter Sondenheizung. Dadurch kann ein möglicher Fehler
der Sondenheizung bereits nach einer sehr kurzen Betriebszeit erkannt werden. Dies
erweist sich insbesondere bei kurzgeschlossener Sondenheizung als Vorteil, da die
Versorgungsspannungsquelle nicht unnötig lange der dann vorhandenen hohen Belastung
ausgesetzt wird.
1. Verfahren zur Überwachung der Funktionsfähigkeit der Heizung einer Sauerstoffmeßsonde,
die im Abgaskanal einer Brennkraftmaschine angeordnet ist, dadurch gekennzeichnet,
daß die Versorgungsspannung der Sondenheizung jeweils bei eingeschalteter und ausgeschalteter
Sondenheizung gemessen wird, und wenn die Differenz zwischen den Spannungen einen
vorgegebenen Minimalwert unterschreitet oder einen vorgegebenen Maximalwert überschreitet,
entsprechende Fehlersignale ausgegeben und/oder in einen Fehlerspeicher eingetragen
werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise die 1. Messung
bei eingeschalteter Sondenheizung erfolgt, sobald eine 1. Diagnosebedingung erfüllt
ist, und die 2. Messung nach dem Ausschalten der Sondenheizung.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß ein Funktionstest beim
Vorliegen wenigstens einer weiteren Diagnosebedingung wiederholt wird.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß die 1. Diagnosebedingung
und/oder die weitere Diagnosebedingung getrennt wählbar sind und beim Vorliegen bestimmter
Betriebskenngrößen erfüllt sind.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß als Betriebskenngrößen die
Zeit seit dem Starten der Brennkraftmaschine, die Zeit seit der letzten Diagnose der
Sondenheizung, die zurückgelegte Wegstrecke oder die Motortemperatur dienen können.
6. Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß in Verbindung mit der Sauerstoffmeßsonden-Heizung Mittel vorgesehen
sind zum
- Erkennen des Vorliegens einer Diagnosebedingung,
- Messsen der Versorgungsspannung der Sondenheizung bei eingeschalteter und ausgeschalteter
Sondenheizung, Bilden der Differenz der beiden Werte, Ausgeben entsprechende Fehlersignale,
wenn die Differenz zwischen den Spannungen einen vorgegebenen Minimalwert unterschreitet
oder einen vorgegebenen Maximalwert überschreitet.