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EP 0 530 739 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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11.01.1995 Patentblatt 1995/02 |
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Anmeldetag: 01.09.1992 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)6: B21D 24/14 |
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Schaltungsanordnung zum Regeln der Geschwindigkeit eines Druckzylinders
Control circuit for the control of the speed of a pressure cylinder
Dispositif de connexions pour le réglage de la vitesse d'un cylindre à pression
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Benannte Vertragsstaaten: |
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DE ES FR GB IT SE |
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Priorität: |
04.09.1991 DE 4129367
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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10.03.1993 Patentblatt 1993/10 |
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Patentinhaber: SCHULER PRESSEN GmbH & Co. |
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73033 Göppingen (DE) |
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Erfinder: |
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- Baur, Siegfried
W-7320 Göppingen (DE)
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 268 893 DD-A- 227 058
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EP-A- 0 406 792 DE-B- 2 064 353
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft eine Schaltungsanordnung der im Oberbegriff des Anpruchs 1
angegebenen Art, wie z.B aus der DE-A-36 40 788 bekannt.
[0002] Kolben bzw. Kolbenstangen von Druckzylindern sind in verschiedenen, unterschiedlichen
Geschwindigkeiten zu bewegen. Die Steuerung in den Geschwindigkeiten erfolgt vermittels
in ihrem (Fließ-) Querschnitt veränderbarer Ventile, beispielsweise durch Proportionalventile.
[0003] Die Durchflußcharakteristik derartiger Ventile zeigt, daß eine Regelung der Durchströmung,
des Durchflusses, nur innerhalb von Grenzen, bezogen auf den Öffnungsquerschnitt,
vorgenommen werden kann. Bereiche von 0 % bis etwa 30 % des Öffnungsquerschnitts und
von etwa 60 % bis 100 % des Öffnungsquerschnitts sind auf die Regelung bzw. Steuerung
zumindest nahezu wirkungslos; es erfolgen z.B. nach 60 % Querschnittserhöhung keine
wesentlichen Volumenstromsteigerungen. Für niedere Fließbereiche kann zunächst mit
eine Ventil geregelt werden; hinzu schaltbare größere Fließbereiche erfordern Parallelschaltungen.
Ventile mit größeren Fließquerschnitten wiederum sind für kleinere Fließbereiche ungeeignet.
Parallelschaltungen von Steuerventilen erfordern einen hohen Schaltungsaufwand auch
wegen der erforderlichen Gleichzeitigkeit der Regelung der Fließquerschnitte.
[0004] Parallelschaltungen sind beispielsweise da eingesetzt, wo Druckzylinder in einem
Eilgang - hohe Fließmengen- und in eine Arbeitsgang - hoher Druck - zu steuern sind
(Maschinenmarkt, Würzburg 88 (1982) 57, Seite 1177 bis 1180).
[0005] Die DE 36 40 788 A1 offenbart eine Zieheinrichtung in einer Presse mit eine Vorbeschleunigungszylinder.
Anhand der hier gezeigten Anwendung eines Druckzylinders soll die Erfindung erläutert
werden, ohne jedoch hierauf beschränkt zu sein. Bei Zieheinrichtungen der offenbarten
Art muß eine Haltekraft zum Ziehen eines Bleches aufgebracht werden. Der Ziehstößel
bewegt das Blech und einen Blechhalter gegen die von der Zieheinrichtung aufgebrachte
Haltekraft. Zudem müssen Massenträgheitskräfte, die anfangs der Verformung auftreten,
überwunden werden. Hierbei treten schlagartig Kräfte auf, die durch Vorbeschleunigen
des Blechhalters mit dem aufliegenden Blech in Ziehrichtung abgebaut werden. Die Vorbeschleunigung
wird über einen druckbeaufschlagten Zylinder erzeugt. In Abhängigkeit von der Hubzahl
der Presse ist die Menge an Hydraulikflüssigkeit zum Druckzylinder zu steuern. Der
eine Druckflüssigkeit an den Vorbeschleunigungszylinder gezielt abgebende, vorsteuernde
Druckzylinder ist über ein Proportionalventil mit einer Druckquelle verbindbar. Der
Geschwindigkeitsbereich des vorsteuernden Druckzylinders ist hierbei jedoch durch
die Sättigungsbereiche des Proportionalventils (= 30 %; 60 % bis 100 %) eingeengt.
[0006] Von daher ist es eine Aufgabe der Erfindung eine Schaltungsanordnung vorzusehen,
mit der einerseits ein größeres Ventil zur Steuerung eines Druckzylinders vermieden
wird, mit der andererseits Parallelschaltungen von Ventilen für eine gezielt gesteuerte
Durchflußmenge vermieden werden.
[0007] Diese Aufgabe ist gelöst durch die Merkmale des Anspruchs 1.
[0008] Die Merkmale der weiteren Ansprüche stellen Ausgestaltungen im Rahmen der Erfindung
dar.
[0009] Anhand von in der Zeichnung gezeigten Ausführungsbeispielen wird nachfolgend die
Erfindung näher erläutert:
[0010] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Teil einer Zieheinrichtung gemäß dem Stand der Technik mit einer Schaltungsanordnung
nach der Erfindung,
- Fig. 2 und 3
- weitere Schaltungsanordnungen und
- Fig. 4
- ein Diagramm zur Veranschaulichung der Möglichkeiten der Einweg- und der Zweiweg-Durchflußsteuerung.
[0011] Das Diagramm in Fig. 4 zeigt, daß sowohl für die Einweg-Durchflußsteuerung, als auch
für die Zweiweg-Durchflußsteuerung die Bereiche zwischen 0 % Fließquerschnitt und
etwa 30 % und ab etwa 60 % bis 100 % zu Steuer- bzw. Regelzwecken nicht geeignet sind.
Grundsätzlich sind für eine Ein-Kanalregelung (-Steuerung) bzw. Einweg-Durchflußsteuerung,
wie diese aus dem Stand der Technik herleitbar ist, und für eine Zwei-Kanalregelung
(-Steuerung) bzw. Zweiweg-Durchflußsteuerung, die Gegenstand der Erfindung ist, die
Regel-(Steuerungs-)bereiche erkennbar. Mit der Vergrößerung des Fließquerschnitts
ist eine Erhöhung der Durchflußmenge erreichbar. Die in die Regel-(Steuerungs-)bereiche
übertragenen Linearen n1, n2 sowie n3, n4 deuten auf eine Erhöhung des Leistungsausgangs
der Schaltung hin, z.B. der Erhöhung der Geschwindigkeit eines so geregelten Druckzylinders
bei Umschaltung von Ein-Kanalregelung in Zwei-Kanalregelung.
[0012] Fig. 1 zeigt eine Schaltungsanordnung mit einem Proportionalventil 13 als Steuerventil,
dessen Steuerkolben schwimmend, d.h. nicht von Anschlägen ausgehend, gesteuert ist.
Mit 1 ist ein Teil eines Ziehapparats bekannter Art angedeutet mit einer Kolbenstange
2 und einem Druckkolben 6, der bei Druckbeaufschlagung der Wirkfläche 4 in einem Vorbeschleunigungs-Zylinder
7 beweglich ist. Dem Druckraum 3 ist bei Druckbeaufschlagung des Druckkolbens 9 in
dem Druckraum 28 des Magenvorgabezylinders 8 eine definierte Menge Hydrauliköl zuführbar.
Der Druckraum 3 vergrößert sich durch Abwärtsbewegung des Druckkolbens 6 mit der Kolbenstange
2. Die Menge aus dem Mengenvorgabezylinder 8 in den Druckraum 3 verdrängter Hydraulikflüssigkeit
ist durch Kolbendurchmesser und Hub des Kolbens 9 vorgegeben. Die Geschwindigkeit
des Kolbens 9 wird über die Füllgeschwindigkeit in den Druckraum 28 geregelt. Ein
Zylinder 10 mit Kolbenstange 11 dient der Rückholbewegung des Kolbens 9 nach dem eigentlichen
Ziehvorgang. Der Druckraum 28 in dem Vorbeschleunigungszylinder 8 ist über eine Druckleitung
12 und eine Druckleitung 15 mit einer Druckquelle 14 verbindbar. In die Druckleitungen
12, 15 ist ein Proportionalventil 13 geschaltet mit zwei Durchflußwegen 24, 25. An
die zu einem der Durchflußwege, hier 24, gelegte Druckleitung 15 ist zwischen Druckquelle
14 und Proportionalventil 13 eine Leitung 20 zu eine Schaltventil 16 geschaltet, dessen
Ausgang wiederum über eine Druckleitung 21 an den anderen der Durchflußwege 25 des
Proportionalventils 13 geschaltet ist. Der Durchflußweg 24 ist direkt über die Druckleitung
12 an den Druckraum 28 des Mengenvorgabezylinders 8 geschaltet. Der Ausgang des Durchflußweges
25 an dem Proportionalventil 13 ist über eine Druckleitung 22 an ein weiteres Schaltventil
17 geschaltet, dessen Ausgang über eine Druckleitung 23 an die Druckleitung 12 zu
dem Mengenvorgabezylinder 8 geschaltet ist. Mit 18 bzw. 19 sind Vorsteuerungen der
Schaltventile 16 bzw. 17 beziffert. Sowohl die Art der Schaltventile als auch die
Vorsteuerungen 18, 19 sind nicht bindend für die Erfindung. Der Schaltkreis 26 dient
der Ablaßsteuerung aus dem Druckraum (28 des Mengenvorgabezylinders 8. Die Umhaltung
von Ein-Kanalbetrieb für geringere Geschwindigkeiten auf Zwei-Kanalbetrieb für höhere
Geschwindigkeiten des Zuflusses in den Druckraum (28 des Mengenvorgabezylinders 8
erfolgt somit über die Ansteuerung der Schaltventile 18, 19 von der geschlossenen
in die offene Schaltstellung. Sowohl im Ein-Kanalbetrieb als auch im Zwei-Kanalbetrieb
ist die Durchflußmenge zwischen eine Minimum und einem Maximum durch das Proportionalventil
regelbar.
[0013] Soll der Betrieb des Ziehapparats erhöht werden auf eine höhere Ausstoßzahl an Werkstücken,
ist aufgrund der Schaltungsmaßnahme eine Erhöhung (Steigerung) der Durchflußmenge
durch das Proportionalventil 13 möglich ohne Änderung der Durchflußcharakteristik
des Proportionalventils 13.
[0014] Sind die Steuerkolben derartiger Ventile 13 von Anschlagkanten aus zu fahren, ist
eine Vereinfachung im Schaltungsaufbau erreichbar mit einem dem Durchflußweg 25 in
Reine geschalteten Schaltventil 16 bzw. 17, wie es in den Fig. 2 und 3 gezeigt wird.
[0015] In Fig. 2 ist ein Schaltventil 16 stromaufwärts vor den Eingang zu dem Durchflußweg
25 geschaltet. Der Ausgang des Durchflußweges 25 ist über eine Druckleitung 27 an
die Druckleitung 12 gelegt.
[0016] In Fig. 3 ist ein Schaltventil 17 stromabwärts zu dem Durchflußweg 25 geschaltet.
Der Eingang des Durchflußweges 25 ist hierbei auf die von der Druckquelle 14 kommende
Druckleitung 15 geschaltet.
[0017] Der Schaltungsaufbau zeigt eine sog. Aktiv-Steuerung, bei der die Druckerzeugung
von einer auf eine bestimmte Druckhöhe eingestellten Druckquelle erfolgt. Demgegenüber
ist die Erfindung auch beispielsweise in sog. Passiv-Steuerungen einsetzbar. Auch
hier kann der aus dem Stand der Technik bekannte Ziehapparat als Beispiel dienen.
In der Auswurfphase für das Werkstück ist ein geregelter Hochlauf vorgegeben, der
nach bisheriger Ausführung durch Parallelschaltungen von Ventilen erreicht wurde.
1. Schaltungsanordnung zum Regeln der Geschwindigkeit eines Druckzylinders (7), insbesondere
eines Vorbeschleunigungszylinders (7) in einem Ziehapparat der Ziehstufe einer Presse,
mit einem im Durchflußquerschnitt einstellbaren Steuerventil in der Förderleitung
zum Druckzylinder (7), gekennzeichnet durch die Verwendung eines Steuerventils (13) mit zumindest zwei parallel geschalteten
Durchflußwegen (24, 25), wobei einem ersten der Durchflußwege (25) zumindest ein schaltbares
Ventil (16, 17) in Reihe zugeschaltet ist zum Sperren oder Freigeben des ersten Durchflußweges
(25) und der so schaltbare erste Durchflußweg (25) und das schaltbare Ventil (16,
17) parallel zu dem zweiten Durchflußweg (24) geschaltet sind.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein schaltbares Ventil (16) mit dem (Eingang-) Anschluß an die zum Steuerventil
(13) führende Förderleitung (15) und mit dem (Ausgang-) Anschluß an den (Eingang-)
Anschluß des ersten Durchflußweges (25) am Steuerventil (13) - zum Steuerventil stromaufwärts
- geschaltet ist.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß ein schaltbares Ventil (17) mit dem (Eingang-) Anschluß an den (Ausgang-) Anschluß
des ersten Durchflußweges (25) am Steuerventil (13) und mit einem (Ausgang-) Anschluß
an die Förderleitung (12) zum Druckzylinder (8) - zum Steuerventil (13) Stromabwärts
- geschaltet ist.
1. Circuit arrangement for controlling the speed of a pressure cylinder (7), especially
a pre-acceleration cylinder (7) in a draw apparatus in the draw stage of a press,
having a control valve of adjustable flow cross-section in the delivery conduit to
the pressure cylinder (7), characterized by the use of a control valve (13) having
at least two flow paths (24, 25) connected in parallel, at least one switchable valve
(16, 17) being connected in series with a first one of the flow paths (25) for blocking
or releasing the first flow path (25), and the first flow path (25), thus switchable,
and the switchable valve (16, 17) being connected in parallel with the second flow
path (24).
2. Circuit arrangement according to Claim 1, characterized in that a switchable valve
(16) is connected to the (input) connection on the delivery conduit (15) leading to
the control valve (13), and to the (output) connection to the (input) connection of
the first flow path (25) on the control valve (13) - upstream of the control valve.
3. Circuit arrangement according to Claim 1, characterized in that a switchable valve
(17) is connected to the (input) connection to the (output) connection of the first
flow path (25) on the control valve (13), and to an (output) connection on the supply
conduit (12) to the pressure cylinder (8) - downstream of the control valve (13).
1. Dispositif de commande pour la régulation de la vitesse d'un vérin à pression (7)
notamment d'un vérin d'accélération préalable (7) dans un appareil d' emboutissage
du poste d' emboutissage d'une presse, comportant une soupape de commande à section
de passage réglable dans le conduit d'alimentation menant au vérin (7), caractérisé par l'utilisation d'une soupape de commande (13) ayant au moins deux voies d'écoulement
(24, 25) branchées en parallèle, une première desdites voies (25) étant branchée en
série avec au moins une soupape commutable (16, 17) agencée pour bloquer ou libérer
la première voie (25), la première voie (25) ainsi commandée et la soupape commutable
(16, 17) étant branchées en parallèle à la seconde voie (24).
2. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une soupape commutable (16) est raccordée - en amont de la soupape de commande
- par son raccord (d'entrée) au conduit d'alimentation (15) menant à la soupape de
commande (13) et par son raccord (de sortie) au raccord (d'entrée) de la première
voie (25) de la soupape de commande (13).
3. Dispositif selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'une soupape commutable (17) est raccordée - en aval de la soupape de commande
(13) - par son raccord (d'entrée) au raccord (de sortie) de la première voie (25)
de la soupape de commande (13) et par son raccord (de sortie) au conduit d'alimentation
(12) menant au vérin (8).
