[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum kontinuierlichen Erschmelzen von metallischem
Blei aus edelmetallhaltigen und bleihaltigen Vorstoffen.
[0002] Bleierze enthalten praktisch immer Silber und in vielen Fällen auch Gold und Platin.
Auch in bleihaltigen Zwischenprodukten oder Abfällen können Edelmetalle enthalten
sein. Bei der pyrometallurgischen Gewinnung von Blei gehen die Edelmetalle in das
Werkblei. Nach einer Raffination zur Entfernung von Kupfer, Nickel, Kobalt, Zinn,
Arsen und Antimon erfolgt die Entfernung und Gewinnung der Edelmetalle aus dem vorraffinierten
Werkblei im allgemeinen nach dem Parkes-Verfahren. Dabei wird Zink im Überschuß in
das flüssige Blei eingebracht und durch Abkühlen werden Silber-Zink-Blei-Mischkristalle
ausgeschieden, die als sog. Schäume oder Krusten vom Bleibad abgeschöpft werden. Diese
Schäume enthalten auch die anderen Edelmetalle. Der im entsilberten Blei vorhandene
Überschuß an Zink wird entweder nach dem Harris-Verfahren durch Zugabe von NaOH, nach
dem Betterton-Verfahren durch Chlorierung oder durch Vakuumentzinkung entfernt. Aus
den Schäumen wird durch Abpressen oder Seigern mechanisch anhaftendes Blei und durch
Abdestillieren das Zink entfernt und das sog. Reichblei erzeugt, das die Edelmetalle
in hoher Konzentration enthält. Aus dem Reichblei, das bis zu etwa 50% Silber enthalten
kann, wird im sog. Treibprozeß durch selektive Oxidation mit Luft das Blei zu PbO
oxidiert und als flüssige Glätte abgezogen, wobei dann das Blicksilber oder Güldischsilber
zurückbleibt. Das Güldischsilber wird dann einer Raffinationselektrolyse unterworfen.
Bei höherem Gold- und Platingehalt im Werkblei kann durch Zugabe von geringen Mengen
Zink der Gold- und Platingehalt vor der eigentlichen Entsilberung in einem Goldschaum
angereichert werden, der nur wenig Silber enthält. Dieser Goldschaum wird dann separat
zu Güldischsilber verarbeitet. Bei der üblichen Entsilberung muß also das gesamte
Werkblei dem beschriebenen Verfahrensgang unterworfen werden.
[0003] Aus der DE-PS 589738 ist ein Verfahren zur Bleigewinnung bekannt, bei dem ein Gemisch
aus oxidischen und sulfidischen Bleiverbindungen in einer ersten Stufe in einem bewegten
Ofen, z.B. einem Drehrohrofen, eingeschmolzen wird, wobei neben Primärblei eine hochbleihaltige
Schlacke entsteht, die das Blei teils als Oxid und teils als Silikat enthält. Blei
und Schlacke werden aus der ersten Stufe abgezogen, wobei die Schlacke in Stückform
gewonnen wird. Die Schlacke wird in einer zweiten Stufe in einem Schachtofen reduzierend
verschmolzen, wobei eine bleiarme Schlacke und Sekundärblei anfallen. Im Einsatzgut
vorhandene Edelmetalle gehen nahezu quantitativ in das Primärblei. Ein Teil des in
der ersten Stufe gewonnenen Primärbleis kann wieder oxidiert werden und als oxidischer
Bestandteil mit frischen Mengen sulfidischen Erzes die Beschickung für die erste Stufe
bilden. Dabei wird das im Primärblei enthaltene Silber in einer kleinen Menge Blei
angereichert, so daß diese direkt dem Treibprozeß unterworfen werden kann. Dieses
Verfahren betrifft ein diskontinuierliches Verfahren, bei dem die aus der ersten Stufe
abgestochene Schlacke in der zweiten Stufe wieder eingeschmolzen werden muß. Außerdem
muß zur Erzeugung eines treibwürdigen Bleis das aus der ersten Stufe abgestochene
Blei oxidiert werden.
[0004] Aus der DE-PS 590 505 ist eine Abänderung des vorstehend beschriebenen Verfahrens
bekannt, bei dem die oxidische Komponente durch Einblasen von Luft in ein Bleibad
in der ersten Stufe selbst erzeugt wird, so daß nur noch die sulfidische Komponente
in die erste Stufe chargiert werden muß. Die im Laufe des Verfahrens entstehenden
Metallmengen sowie ein Teil der oxidischen Bleischlacke werden in gegebenen Zeitabständen
aus dem Ofen entfernt. Die Schlacke wird zweckmäßigerweise wieder in einem Schachtofen
weiterverarbeitet. Auch dieses Verfahren arbeitet diskontinuierlich. Außerdem muß
das gesamte Primärblei dem üblichen Raffinationsgang für die Edelmetallgewinnung unterworfen
werden.
[0005] Aus der DE-PS 27 39 963 ist ein Verfahren zur Verarbeitung von blei-, kupfer- und
schwefelhaltigen Materialien in zwei separaten Stufen bekannt, wobei in der ersten
Stufe eine Kupfersteinphase und eine bleihaltige Primärbleiphase gebildet werden.
Nach Trennung der Phasen wird die abgetrennte Schlackenphase in einer zweiten Stufe
reduziert, wobei bleiarme Schlacke und Sekundärblei sowie evtl. eine kobalthaltige
Arsenlegierung anfallen. Beide Stufen können in Schachtöfen, Flammöfen, Kurztrommelöfen,
kopfbeblasenen Drehkonvertern oder bodenbeblasenen Kipppkonvertern durchgeführt werden.
Als vorteilhafte Aggregate werden Lichtbogenwiderstandsöfen angegeben. Der größte
Teil des vorlaufenden Silbers wird in der ersten Stufe im Primärblei und im Kupferstein
angesammelt. Der Bleigehalt der Schlacke in der ersten Stufe wird auf 20 bis 40% eingestellt.
Der Silbergehalt des Vorlaufes geht zum größten Teil in den Kupferstein und das Primärblei.
Der Silbergehalt des Primärbleis liegt unter 1%, so daß das Primärblei der üblichen
Raffination zur Gewinnung des Silbers unterworfen werden muß. Außerdem ist dieses
Verfahren nur für kupferreiche Bleimaterialien bestimmt.
[0006] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, bei einem kontinuierlichen Verfahren zum
Verschmelzen von Blei aus edelmetall- und bleihaltigen Vorstoffen den Edelmetallgehalt
der Beschickung in einer Blei-Silber-Legierung zu sammeln, die direkt in die Treibarbeit
eingesetzt werden kann. Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß durch ein
Verfahren zum kontinuierlichen Erschmelzen von metallischen Blei aus edelmetallhaltigen
und bleihaltigen Vorstoffen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß
a) das Erschmelzen der Beschickung in einem länglichen, liegenden Reaktor mit einer
Schmelze aus Schlackenphase und zwei getrennten Bleiphasen erfolgt,
b) die Beschickung auf einer Seite des Reaktors in einer Oxidationszone auf die Schlackenphase
chargiert wird und sauerstoffhaltige Gase in die Bleiphase eingeblasen werden,
c) der Sauerstoffpartialdruck in der Oxidationszone so gesteuert wird, daß das erschmolzene
Primärblei einen Silbergehalt von mindestens 20% aufweist, die Menge an Primärblei
unter 10% des vorlaufenden Bleigehaltes beträgt und eine Bleioxid enthaltende Schlacke
anfällt,
d) das Primärblei aus der Oxidationszone abgezogen wird und die Bleioxid enthaltende
Schlacke in eine Reduktionszone auf die andere Seite des Reaktors fließt,
e) in der Reduktionszone reduzierende Stoffe in die Schlackenphase eingebracht werden
und
f) aus der Reduktionszone ein bleiarme Schlacke und Sekundärblei aus ihren Phasen
abgezogen werden.
[0007] Die Vorstoffe können in beliebiger Form vorliegen, z.B. als Oxide, Sulfide, Sulfate,
Silikate. Es können auch metallische Vorstoffe wie z.B. Computerschrott zugesetzt
oder eingesetzt werden, wobei dann evtl. Zuschlagstoffe für die Schlackenbildung zugesetzt
werden müssen. Wenn die Vorstoffe keinen Brennstoff, z.B. in sulfidischer Form, enthalten
oder ihr Brennstoffgehalt nicht zur Deckung des Wärmebedarfs in der Oxidationszone
ausreicht, wird in die Oxidationszone der erforderliche Brennstoff in fester, gasförmiger
oder flüssiger Form zugegeben. Der Brennstoff kann mittels Düsen von unten oder seitlich
in die Schmelze und/oder in den Gasraum oder mit der Vorstoffmischung zugegeben werden.
Die Metallphasen in der Oxidationszone und der Reduktionszone werden durch eine auf
dem Boden des Reaktors angeordnete Trennwand voneinander getrennt. Die Schlacke fließt
aus der Oxidationszone über diese Trennwand oder durch eine Öffnung in der Trennwand
in die Reduktionszone. Die Gasräume der Oxidations- und der Reduktionszone können
voneinander getrennt werden oder das Gas aus der Reduktionszone strömt in die Oxidationszone
und wird dort durch Nachverbrennung zur Wärmedeckung ausgenutzt. In der Oxidationszone
werden sauerstoffhaltige Gase mittels Düsen von unten oder von der Seite in die Bleiphase
eingeblasen. Der Sauerstoffpartialdruck in der Oxidationszone wird so eingestellt,
daß von der vorlaufenden Bleimenge nur die gewünschte Menge an Primärblei anfällt
und der restliche Bleigehalt als Oxid in die Schlacke getrieben wird. Beim Anfahren
kann ein entsprechendes Reichblei mit dem gewünschten Silbergehalt vorgelegt werden,
dann kann direkt der für den kontinuierlichen Betrieb erforderliche Sauerstoffpartialdruck
eingestellt werden. Wenn beim Anfahren Blei vorgelegt wird, muß zunächst mit einem
Sauerstoffpartialdruck gearbeitet werden, bei dem sich das vorgelegte Blei mit Silber
auf den gewünschten Wert anreichert und kein oder nur wenig Primärblei anfällt. Nach
Erreichen der gewünschten Konzentration wird dann der Sauerstoffpartialdruck auf den
Wert für den kontinuierlichen Betrieb eingestellt. Der Sauerstoffpartialdruck wird
durch Regelung des Verhältnisses von eingeblasener Sauerstoffmenge zur Menge der in
den Vorstoffen enthaltenen oxidierbaren Bestandteile eingestellt. Wenn Brennstoffe
in die Schmelze eingeblasen werden, müssen diese berücksichtigt werden. Als sauerstoffhaltige
Gase können Sauerstoff, sauerstoffangereicherte Luft oder Luft verwendet werden. Durch
präzise Steuerung des Sauerstoffpartialdruckes kann bei einem hohen Silbergehalt in
den Vorstoffen der Silbergehalt im Primärblei soweit gesteigert werden, daß etwa ein
Güldischsilber anfällt. In der Reduktionszone befindet sich unter der Schlackenphase
die Sekundärbleiphase. Das Reduktionsmittel wird mittels Düsen von unten oder von
der Seite in die Bleiphase geblasen und strömt von dort in die Schlackenphase und
dann in den freien Reaktorraum. Als Reduktionsmittel werden kohlenstoffhaltige feste,
flüssige oder gasförmige Materialien verwendet. Sie werden mit sauerstoffhaltigen
Gasen eingeblasen und in der Bleiphase zu CO und evtl. H₂ wenigstens teilweise umgesetzt,
so daß ein reduzierendes Gas aus der Bleiphase in die Schlackenphase eintritt. Im
Gasraum der Reduktionszone kann eine Nachverbrennung der brennbaren Bestandteile im
austretenden Gas vorgenommen werden. Falls erforderlich wird im Gasraum der Reduktionszone
Brennstoff zur Deckung des Wärmebedarfs verbrannt.
[0008] Der Vorteil der erfindungsgemäßen Arbeitsweise besteht darin, daß zur Entfernung
der Edelmetalle aus dem Blei keine klassische Anreicherung durch Zinkzusatz, Seigern
und Destillation erforderlich ist, sondern das Primärblei direkt in die Treibarbeit
eingesetzt werden kann. außerdem befindet sich nur eine sehr geringe Menge an Edelmetall
in den Kreislauf- und/oder Zwischenprodukten.
[0009] Das in der Reduktionszone anfallende Sekundärblei ist weitgehend frei von Edelmetallen
und bedarf keiner Entsilberung.
[0010] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß gemäß c) der Sauerstoffpartialdruck
in der Oxidationszone so gesteuert wird, daß das erschmolzene Primärblei einen Silbergehalt
von mindestens 50% aufweist und die Menge an Primärblei unter 5% des vorlaufenden
Bleigehaltes beträgt. Dadurch wird die Gewinnung der Edelmetalle aus dem Primärblei
besonders wirtschaftlich.
[0011] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß die eingesetzten Vorstoffe sulfidische
Bleimaterialien enthalten. Sulfidische Bleimaterialien sind in erster Linie Bleierzkonzentrate.
Ihre Verarbeitung erfolgt nach dem QSL-Verfahren, wie es z.B. in der US-PS 4,266,971
und der US-PS 4,895,595 beschrieben ist. Dem Bleierz können andere, edelmetallhaltige
Materialen zugesetzt werden. Bei der Verarbeitung von Bleierzen ist der erforderliche
Brennstoff in Form des Sulfidschwefels in sehr gleichmäßiger Verteilung im Einsatzmaterial
bereits enthalten, so daß sich sehr gute Betriebsbedingungen ergeben.
[0012] Eine vorzugsweise Ausgestaltung besteht darin, daß in der Reduktionszone kohlenstoffhaltige
Reduktionsmittel und sauerstoffhaltige Gase mittels Düsen in die Sekundärbleiphase
eingeblasen werden und eine Höhe der Bleiphase eingestellt wird, die eine Umsetzung
des Reduktionsmittels zu CO und ggf. H₂ von mindestens 50% in der Bleiphase vor dem
Eintritt in die Schlackenphase bewirkt. Die eingeleitete Menge an Sauerstoff in den
sauerstoffhaltigen Gasen wird so bemessen, daß das Reduktionsmittel in der Bleiphase
zu dem gewünschten Prozentsatz zu CO und ggf. H₂ umgesetzt wird. Die Bildung von H₂
erfolgt beim Einsatz von Kohlenwasserstoffen oder durch die Umsetzung flüchtiger Bestandteile,
die in der Kohle enthalten sind. Die zur gewünschten Umsetzung des Reduktionsmittels
in der Bleiphase erforderliche Höhe der Bleiphase ist abhängig von der Art des Reduktionsmittels
und des sauerstoffhaltigen Gases, der Temperatur der Bleiphase sowie der Stärke und
Geschwindigkeit der Einblasstrahlen. Die erforderliche Höhe kann jedoch empirisch
für jeden Betriebsfall relativ einfach ermittelt werden. Zum Schutz der Düsenmundstücke
gegen starken Abbrand kann ein Schutzgas als Mantelgas bei Mehrstoffdüsen eingeblasen
werden. Das durch die Umsetzung entstandene CO und H₂ enthaltende Reduktionsgas wird
gleichzeitig in der Metallschicht stark aufgeheizt und tritt dementsprechend mit hoher
Temperatur in die Schlacke ein, wodurch sehr gute Reduktionsbedingungen geschaffen
werden. Außerdem wird im Falle einer unvollständigen Umsetzung dadurch eine weitere
Umsetzung zu CO und H₂ in der Schlackenschicht begünstigt. Dadurch wird sichergestellt,
daß trotz des hohen Bleioxidgehaltes der in die Reduktionszone eintretenden Schlacke
eine bleiarme Schlacke in der Reduktionszone erzeugt wird. Die Höhe der Bleiphase
über bodenblasenden Düsen beträgt mindestens 4 cm und liegt vorzugsweise über 20 cm.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird anhand von Beispielen für einen QSL-Reaktor erläutert.
[0014] Der QSL-Reaktor hat eine Länge von 33 m, einen Innendurchmesser in der Oxidationszone
von 3 m und in der Reduktionszone von 2,5 m. Zwischen Oxidationszone und Reduktionszone
ist ein Wehr angeordnet, das eine Vermischung der Bleiphasen von Oxidations- und Reduktionszone
verhindert, jedoch das Abfließen der hochbleihaltigen Schlacke aus der Oxidationszone
in die Reduktionszone ermöglicht. Der Reaktor ist in der Oxidationszone mit sechs
und in der Reduktionszone mit fünf bodenblasenden Düsen ausgerüstet. In die Oxidationszone
wird technisch reiner Sauerstoff eingeblasen. In die Reduktionszone werden feinkörnige
Kohle, technisch reiner Sauerstoff und als Schutzgas für die Düsen Stickstoff oder
Erdgas oder Mischungen eingeblasen. Sekundärblei und Schlacke werden alternierend
aus der Reduktionszone abgestochen, wobei ein Bleibad von ca. 250 mm aufrechterhalten
bleibt. Das Primärblei oder Reichblei wird kontinuierlich aus der Oxidationszone abgezogen.
Das Abgas aus der Oxidationszone und der Reduktionszone wird gemeinsam an der Seite
des Bleistiches der Oxidationszone abgezogen.
Beispiel 1:
[0015] In die Oxidationszone werden ca. 25 t/h einer Aufgabemischung mit 10% Ag, 40% Pb
und Rest Schlackenkomponenten auf die Schlackenschicht chargiert. Das Sauerstoffpotential
in der Oxidationszone wird durch Einstellung der eingeblasenen Sauerstoffmenge so
eingeregelt, daß 10% des Bleivorlaufes als Primärblei anfallen und etwa 99% des Silbervorlaufes
in diesem Primärblei gesammelt werden. Dabei wird ein Reichblei oder Rohsilber mit
etwa 70% Ag in der Oxidationszone erzeugt und aus ihr abgezogen. Aus der Reduktionszone
werden das silberarme Sekundärblei mit einem Silbergehalt von etwa 0,01 bis 0,02%
und die Schlacke abgezogen.
Beispiel 2:
[0016] Die Aufgabemischung entspricht dem Beispiel 1. Das Sauerstoffpotential in der Oxidationszone
wird so eingestellt, daß 5% des Bleivorlaufes als Primärblei anfallen und etwa 99%
des Silbervorlaufes in dem Primärblei gesammelt werden. Dabei wird ein Reichblei oder
Rohsilber mit etwa 83% Ag erzeugt.
Beispiel 3:
[0017] In der Oxidationszone werden ca. 25 t/h einer Aufgabemischung mit 1% Ag, 40% Pb und
Rest Schlackenkomponenten aufgegeben. Das Sauerstoffpotential wird so eingeregelt,
daß etwa 10% des Bleivorlaufes als Primärblei anfallen und etwa 99% des Silbervorlaufes
in diesem Primärblei gesammelt werden. Dabei wird ein Reichblei mit etwa 20% Ag in
der Oxidationszone erzeugt und aus ihr abgezogen. Aus der Reduktionszone werden das
silberarme Sekundärblei mit einem Silbergehalt von etwa 0,01% und die Schlacke abgezogen.
Beispiel 4:
[0018] Die Aufgabemischung entspricht dem Beispiel 3. Das Sauerstoffpotential in der Oxidationszone
wird so eingestellt, daß 5% des Bleivorlaufes als Primärblei anfallen und etwa 99%
des Silbervorlaufes in dem Primärblei gesammelt werden. Dabei wird ein Reichblei mit
etwa 32% Ag erzeugt.
1. Verfahren zum kontinuierlichen Erschmelzen von metallischem Blei aus edelmetallhaltigen
und bleihaltigen Vorstoffen, dadurch gekennzeichnet, daß
a) das Erschmelzen der Beschickung in einem länglichen, liegenden Reaktor mit einer
Schmelze aus Schlackenphase und zwei getrennten Bleiphasen erfolgt,
b) die Beschickung auf einer Seite des Reaktors in einer Oxidationszone auf die Schlackenphase
chargiert wird und sauerstoffhaltige Gase in die Bleiphase eingeblasen werden,
c) der Sauerstoffpartialdruck in der Oxidationszone so gesteuert wird, daß das erschmolzene
Primärblei einen Silbergehalt von mindestens 20% aufweist, die Menge an Primärblei
unter 10% des vorlaufenden Bleigehaltes beträgt und eine Bleioxid enthaltende Schlacke
anfällt,
d) das Primärblei aus der Oxidationszone abgezogen wird und die Bleioxid enthaltende
Schlacke in eine Reduktionszone auf die andere Seite des Reaktors fließt,
e) in der Reduktionszone reduzierende Stoffe in die Schlackenphase eingebracht werden
und
f) aus der Reduktionszone ein bleiarme Schlacke und Sekundärblei aus ihren Phasen
abgezogen werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß gemäß c) der Sauerstoffpartialdruck
in der Oxidationszone so gesteuert wird, daß das erschmolzene Primärblei einen Silbergehalt
von mindestens 50% aufweist und die Menge an Primärblei unter 5% des vorlaufenden
Bleigehaltes beträgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die eingesetzten Vorstoffe
sulfidische Bleimaterialien enthalten.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß in der Reduktionszone
kohlenstoffhaltige Reduktionsmittel und sauerstoffhaltige Gase mittels Düsen in die
Sekundärbleiphase eingeblasen werden und eine Höhe der Bleiphase eingestellt wird,
die eine Umsetzung des Reduktionsmittels zu CO und ggf. H₂ von mindestens 50% in der
Bleiphase vor dem Eintritt in die Schlackenphase bewirkt.
1. A method for the continous smelting of metallic lead from raw materials containing
precious metals and lead, characterised in that:
a) the smelting of the charge is effected in an elongate, horizontal reactor with
a melt consisting of slag phase and two separate lead phases,
b) the charge is charged on to the slag phase on one side of the reactor in an oxidation
zone and oxygen-containing gases are blown into the lead phase,
c) the oxygen partial pressure in the oxidation zone is controlled such that the smelted
primary lead has a silver content of at least 20 %, the amount of primary lead is
less than 10 % of the preceding lead content and a slag containing lead oxide is produced,
d) the primary lead is withdrawn from the oxidation zone and the slag containing lead
oxide flows into an reduction zone to the other side of the reactor,
e) reducing materials are introduced into the slag phase in the reduction zone and
f) a low-lead slag and secondary lead are withdrawn from their phases from the reduction
zone.
2. A method according to Claim 1, characterised in that in c) the oxygen partial pressure
in the oxidation zone is controlled such that the
smelted primary lead has a silver content of at least 50 % and the amount of primary
lead is less than 5 % of the preceding lead content.
3. A method according to Claim 1 or 2, characterised in that the raw materials used contain
sulphidic lead materials.
4. A method according to one of Clains 1 to 3, characterised in that carbon-containing
reduction agents and oxygen-containing gases are blown into the secondary lead phase
by means of nozzles in the reduction zone and a height of the lead phase is set which
effects a conversion of the reduction agent to CO and if applicable H₂ of at least
50 % in the lead phase before entry into the slag phase
1. Procédé de fusion en continu de plomb métallique constitué de précurseurs contenant
des métaux précieux et du plomb, caractérisé en ce qu'il consiste,
a) à effectuer la fusion de la charge dans un réacteur horizontal oblong ayant une
masse fondue constituée d'une phase de crasse et de deux phases distinctes de plomb,
b) à charger la charge d'un côté du réacteur dans une zone d'oxydation sur la phase
de crasse et à insuffler des gaz contenant de l'oxygène dans la phase de plomb,
c) à se rendre maître de la pression partielle de l'oxygène dans la zone d'oxydation
de façon que le plomb primaire fondu ait une teneur en argent d'au moins 20 %, que
la quantité de plomb primaire représente moins de 10 % de la teneur précédente en
plomb et qu'il se forme une crasse contenant de l'oxyde de plomb,
d) à retirer le plomb primaire de la zone d'oxydation et à faire s'écouler la crasse
contenant de l'oxyde de plomb dans une zone de réduction de l'autre côté du réacteur,
e) à introduire dans la zone de réduction des substances réductrices dans la phase
de crasse,
f) à soutirer de la zone de réduction une crasse pauvre en plomb et du plomb secondaire
de leurs phases.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce qu'il consiste à se rendre maître
suivant c) de la pression partielle dans la zone d'oxydation de façon que le plomb
primaire fondu ait une teneur en argent d'au moins 50 % et que la quantité de plomb
primaire représente moins de 5 % de la teneur précédente en plomb.
3. Procédé selon la revendication 1 ou 2, caractérisé en ce que les précurseurs engagés
contiennent des matériaux sulfurés contenant du plomb.
4. Procédé selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisé en ce qu'il consiste à insuffler
dans la phase de plomb secondaire dans la zone de réduction des agents réducteurs
carbonacés et des gaz contenant de l'oxygène au moyen de buses et à régler le niveau
de la phase de plomb de manière à provoquer une conversion de l'agent réducteur en
CO et le cas échéant en H₂ d'au moins 50 % dans la phase de plomb avant l'entrée dans
la phase de crasse.