[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Ausstanzen von Teilen aus flächigem Material
unregelmäßiger Gestalt und/oder Oberflächenbeschaffenheit, wie Lederhäuten, mittels
programmgesteuertem Stanzautomaten, bei welchem für die Erstellung des Stanzprogramms
einer bestmöglichen Ausnutzung durch räumliche Anordnung der einzelnen Stanzungen
Lage und/oder Umrisse des zu bestanzenden Materials mit Hilfe einer optischen Abtasteinrichtung
erfaßt und danach die Stanzungen entsprechend dem bestimmten Stanzprogramm ausgeführt
werden.
[0002] Hierbei stellt sich das Problem, daß fehlerhafte Partien des zu bestanzenden Materials,
beispielsweise der Lederhaut, von der optischen Abtasteinrichtung nicht erkannt und
daher mit bestanzt werden. Derartige Teile sind unbrauchbar.
[0003] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es daher, ein Verfahren der eingangs genannten
Art vorzuschlagen, bei welchem fehlerhafte Partien des zu bestanzenden Materials bei
dem Bestanzen unter bestmöglicher Ausnutzung der übrigen einwandfreien Materialbereiche
berücksichtigt, d.h. nicht mit ausgestanzt werden.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß u.a. dadurch gelöst, daß nicht zu bestanzenden
Partien des zu bestanzenden Materials vor der optischen Abtastung durch Auflegen eines
wenigstens in oder parallel der Stanzebene allseits biegbaren oder verformbaren, von
der optischen Abtasteinrichtung erfaßbaren, langgestreckten Begrenzungselements abgegrenzt
oder umgrenzt werden, daß die abgegrenzten oder umgrenzten Partien bei der Erfassung
der Lage und der Umrisse des zu bestanzenden Materials mit Hilfe der optischen Abtasteinrichtung
mit erfaßt und bei der Erstellung des Stanzprogramms mit berücksichtigt werden, daß
dann das Begrenzungselement von dem zu bestanzenden Material entfernt wird und daß
schließlich das Ausstanzen von Teilen unter Aussparung der vorher abgegrenzten oder
umgrenzten Partien programmgesteuert ausgeführt wird.
[0005] Bei diesem Verfahren werden vor dem Ausstanzen die Lage und/oder Umrisse des zu bestanzenden
flächeförmigen Materials, also bspw. einer Lederhaut, optisch erfaßt und über einen
Rechner ein Programm für die räumliche Anordnung der einzelnen Stanzungen erstellt.
Dies geschieht mittels einer optischen Abtasteinrichtung, welche in der Regel eine
oder mehrere Scanner-Kameras hat. Derartige Kameras können zwar nicht die Lage fehlerhafter
Stellen, wie farbliche Fehler oder Fehler der Oberflächenstruktur, welche diese Bereiche
für die Nutzung unbrauchbar machen, erkennen, mit der erfindungsgemäßen Programmsteuerung
werden derartige fehlerhafte Bereiche jedoch ausgegrenzt. Die dabei vorgesehene Verwendung
eines lose auf das Material zur Abgrenzung oder Umgrenzung des fehlerhaften Bereichs
auf das Material auflegbaren, an die Form des abzugrenzenden bzw. zu umgrenzenden
fehlerhaften Bereichs durch Biegen oder Verformen anpaßbaren langgestreckten Begrenzungselements,
welches von der optischen Abtasteinrichtung mit erfaßt wird, hat den Vorteil, daß
es nach dem Stanzen keinerlei Markierungen auf dem Material hinterläßt, also weder
auf den fehlerlosen Stanzteilen noch auf den beim Stanzen ausgesparten fehlerhaften
Bereichen, so daß auch die fehlerhaften Bereiche noch als Teile 2. Wahl verarbeitet
werden können. Das zu verwendende Begrenzungselement nutzt sich nicht ab und kann
praktisch beliebig lange in immer neuer Anpassung an den Umriß auszugrenzender Flächenbereiche
verformt werden.
[0006] Vorteilhafterweise erfolgt das Abgrenzen oder Umgrenzen der nicht zu bestanzenden
Partien bei bereits auf dem Stanztisch liegendem zu bestanzenden Material, so daß
ein Verrutschen des Begrenzungselements aufgrund eines etwa noch erforderlichen Transports
des zu bestanzenden Materials auf den Stanztisch vermieden wird.
[0007] Von Vorteil ist es, wenn das Begrenzungselement ohne Überwindung einer Rückstellkraft
biegbar oder verformbar ist, so daß es auf dem zu bestanzenden Material beim Abgrenzen
oder Umgrenzen der nicht zu bestanzenden Partie nicht fixiert zu werden braucht, sondern
den ihm gegebenen Konturenverlauf beibehält.
[0008] Das Begrenzungselement kann bspw. ein aus aneinandergereihten, gegeneinander verschwenkbaren
Gliedern bestehendes kettenartiges Gebilde sein, welches von Hand entsprechend der
fehlerhaften Partie gebogen und um diese gelegt werden kann. Es ist aber bspw. auch
möglich, das Begrenzungselement als biegbarer Strang, biegbares Band oder dgl. biegbares
langgestrecktes Profilelement auszubilden.
[0009] Ist das Begrenzungelement eine Gliederkette, so hat diese vorzugsweise flache, beweglich
aneinandergenietete, an den Enden abgerundete Glieder, so daß sie einfach handhabbar
ist.
[0010] Insbesondere wenn das Begrenzungselement als strang- oder bandförmiges Profilelement
ausgebildet ist, besteht es vorteilhafterweise aus Kunststoff, Blei oder dgl. verformbarem
Material oder Kombinationen derselben, wie dies bspw. für Zeichenlineals an sich bekannt
ist.
[0011] Bei einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung hat das Begrenzungselement eine relativ
zu dem zu bestanzenden Material von der optischen Abtasteinrichtung leicht erfaßbare
kontrastreiche Färbung, so daß die Umrisse des fehlerfreien Bereichs des zu bestanzenden
Materials zuverlässig von der Abtasteinrichtung erfaßt und dementsprechend zuverlässig
das einzuhaltende Stanzprogramm erstellt werden kann.
[0012] Für eine reibungslose Ausführung des erfindungsgemäßen Verfahrens erhält man zweckmäßigerweise
mehrere Begrenzungselemente, auch unterschiedlicher Länge und verschiedener Farbe
bereit, so daß jeweils in Anpassung an die vorhandenen fehlerhaften Partien und die
Färbung des zu bestanzenden Materials das bestmögliche Begrenzungselement ausgewählt
werden kann.
[0013] Die Erfindung bezieht sich ferner auf eine Stanzmaschine zur Ausführung des zuvor
geschilderten Verfahrens, mit einem unter einer den Stanzkarren tragenden Brücke verfahrbaren
Stanztisch. Diese Stanzmaschine zeichnet sich dadurch aus, daß der Stanztisch mit
dem darauf liegenden zu bestanzenden Material und dem darauf liegenden Begrenzungselement
bis in eine Stellung unterhalb einer optischen Abtasteinrichtung für die Lage und/oder
Umrisse des zu bestanzenden Materials verfahrbar ist. Mit einer derartigen Stanzmaschine
läßt sich das erfindungsgemäße Verfahren einfach und schnell ausführen.
[0014] Bei einer derartigen Stanzmaschine hat vorteilhafterweise die Oberfläche des Stanztisches
eine relativ zu dem zu bestanzenden Material von der optischen Abtasteinrichtung leicht
erfaßbare kontrastreiche Färbung, so daß die Kontur des zu bestanzeden Materials zuverlässig
abgetastet und damit auch die Programmsteuerung für die unter bestmöglicher Ausnutzung
des Materials auszuführenden Stanzungen zuverlässig erstellt werden kann.
[0015] Weitere Ziele, Merkmale, Vorteile und Anwendungsmöglichkeiten der vorliegenden Erfindung
ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsbeispielen anhand der
Zeichnung. Dabei bilden alle beschriebenen und/oder bildlich dargestellten Merkmale
für sich oder in beliebiger sinnvoller Kombination den Gegenstand der Erfindung auch
unabhängig von ihrer Zusammenfassung in den Ansprüchen oder deren Rückbeziehung.
[0016] Es zeigen:
- Figur 1
- Schematisch in Seitenansicht eine die Erfindung aufweisende Stanzmaschine zur Ausführung
des erfindungsgemäßen Verfahrens,
- Figur 2
- in Draufsicht den Stanztisch nach Fig. 1 mit aufgelegtem zu bestanzenden flächenförmigen
Material, welches fehlerhafte Partien aufweist,
- Figur 3
- in Draufsicht eine Ausführunsform eines im Rahmen der Erfindung einzusetzenden kettenförmigen
Begrenzungselements, und
- Figur 4
- Beipiele, in welcher Weise fehlerhafte Partien des zu bestanzenden Materials mittels
eines Begrenzungselements nach Fig. 3 abgegrenzt oder umgrenzt werden können.
[0017] Die Stanzmaschine 1 ist eine Brückentellerstanzmaschine mit einem an einer Brücke
8 quer verfahrbaren Stanzkarren 2 und einem unter der Brücke 8 hindurch motorisch
angetrieben längs verfahrbaren Stanztisch 3, welcher auf einem Untergestellt 4, 4'
gelagert ist. Der Stanztisch 3 kann jedenfalls auf einer Seite soweit aus dem Stanzbereich
der Brücke 8 herausgefahren werden, daß er vollständig von einer oberhalb des Untergestells
4 angeordneten optischen Abtasteinrichtung 6 erfaßt werden kann. In dieser in Fig.
1 dargestellten Stellung wird das zu bestanzende flächenförmige Material 5, also bspw.
eine Lederhaut, auf den Stanztisch 3 gelegt, dessen Oberfläche in Farbkontrast zur
Färbung des zu bestanzenden Materials 5 steht. Weist das zu bestanzende Material 5
fehlerhafte Partien 5' auf, wie in Fig. 2 angedeutet, so werden diese durch Auflegen
eines biegbaren bzw. verformbaren, von der optischen Abtasteinrichtung 6 erfaßbaren,
langgestreckten Begrenzungselement 7 abgegrenzt bzw. umgrenzt. Auch das Begrenzungselement
7 hat vorzugsweise eine im Farbkontrast zu dem zu bestanzenden Material 5 stehende
Einfärbung, so daß es von der optischen Abtasteinrichtung 6 zuverlässig erfaßt werden
kann. Mit Hilfe der optischen Abtasteinrichtung 6 werden nunmehr die äußeren Umrisse
sowie die Lage des Begrenzungselements 7 bzw. der Begrenzungselemente 7 erfaßt und
daraus das Stanzprogramm für eine bestmögliche Ausnutzung durch räumliche Anordnung
der einzelnen Stanzungen für den Stanzautomaten erstellt. Danach wird das Begrenzungselement
7 bzw. werden die Begrenzungselemente 7 wieder von dem Material 5 abgenommen und der
Stanztisch 3 wird zusammen mit dem Material 5 unter den Stanzkarren 2 zur Ausführung
des zuvor bestimmten Stanzprogramms gefahren. Dabei werden die fehlerhaften Partien
5' ausgespart.
Bezugszeichenliste:
[0018]
- 1
- Stanzmaschine
- 2
- Stanzkarren
- 3
- Stanztisch
- 4, 4'
- Untergestell
- 5
- flächenförmige Meleridien
- 5'
- nicht zu bestanzende Partien
- 6
- optische Abtasteinrichtung
- 7
- Begrenzungselement, Kette
- 7'
- Glieder
- 8
- Brücke
1. Verfahren zum Ausstanzen von Teilen aus flächigem Material (5) unregelmäßiger Gestalt
und/oder Oberflächenbeschaffenheit, wie Lederhäuten, mittels programmgesteuertem Stanzautomaten,
bei welchem für die Erstellung des Stanzprogramms einer bestmöglichen Ausnutzung durch
räumliche Anordnung der einzelnen Stanzungen Lage und/oder Umrisse des zu bestanzenden
Materials (5) mit Hilfe einer optischen Abtasteinrichtung (6) erfaßt und danach die
Stanzungen entsprechend dem bestimmten Stanzprogramm ausgeführt werden, dadurch gekennzeichnet,
daß nicht zu bestanzende Partien (5') des zu bestanzenden Materials (5) vor der optischen
Antastung durch Auflegen eines wenigstens in oder parallel der Stanzebene allseits
biegsamen oder verformbaren, von der optischen Abtasteinrichtung (6) erfaßbaren, langgestreckten
Begrenzungselements abgegrenzt oder umgrenzt werden, daß die abgegrenzten oder umgrenzten
Partien (5') bei der Erfassung der Lage und/oder der Umrisse des zu bestanzenden Materials
(5) mit Hilfe der optischen Abtasteinrichtung (6) mit erfaßt und bei der Erstellung
des Stanzprogramms mit berücksichtigt werden, daß dann das Begrenzungselement (7)
von dem zu bestanzenden Material (5) entfernt wird, und daß schließlich das Ausstanzen
von Teilen unter Aussparung der vorher abgegrenzten oder umgrenzten Partien (5') programmgesteuert
ausgeführt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgrenzen oder Umgrenzen
der nicht zu bestanzenden Partien (5') bei auf dem Stanztisch (3) liegendem zu bestanzenden
Material (5) erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß das Begrenzungselement
(7) ohne Überwindung einer Rückstellkraft biegbar oder verformbar ist.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Begrenzungselement
(7) ein aus aneinandergereihten, gegeneinander verschwenkbaren Gliedern (7') bestehendes
kettenartiges, verformbares Gebilde ist.
5. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Begrenzungselement
(7) ein biegbarer Strang, biegbares Band oder dgl. biegbares langgestrecktes Profilelement
ist.
6. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgrenzungselement (7)
flache, beweglich aneinander genietete, an den Enden abgerundete Glieder (7') aufweist.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Abgrenzungselement
(7) aus Kunststoff, Blei oder dgl. verformbarem Material besteht.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Begrenzungselement
(7) eine relativ zu dem zu bestanzenden Material (5) von der optischen Abtasteinrichtung
(6) leicht erfaßbare kontrastreiche Färbung aufweist.
9. Stanzmaschine zur Durchführung eines Verfahrens mit einem unter einer den Stanzkarren
(2) tragenden Brücke (8) verfahrbaren Stanztisch (3), dadurch gekennzeichnet, daß
der Stanztisch (3) mit dem daraufliegenden zu bestanzenden Material (5) und dem daraufliegenden
Begrenzungselement (7) bis in eine Stellung unterhalb einer optischen Abtasteinrichtung
(6) für Lage und/oder Umrisse des zu bestanzenden Materials (5) verfahrbar ist.
10. Stanzmaschine nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberfläche des Stanztisches
(3) eine relativ zu dem zu bestanzenden material von der optischen Abtasteinrichtung
(6) leicht erfaßbare kontrastreiche Färbung aufweist.