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EP 0 531 565 A1 |
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EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG |
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Veröffentlichungstag: |
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17.03.1993 Patentblatt 1993/11 |
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Anmeldetag: 11.09.1991 |
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Internationale Patentklassifikation (IPC)5: B41M 5/24 |
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT BE CH DE DK ES FR GB GR IT LI LU NL SE |
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Anmelder: Techem GmbH |
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D-60525 Frankfurt (DE) |
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Erfinder: |
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- Schulz, Dieter
W-6308 Butzbach-Nieder Wiesel (DE)
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Vertreter: Gudel, Diether, Dr. et al |
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Patentanwälte
Dr. Weinhold, Dannenberg,
Dr. Gudel, Schubert
Grosse Eschenheimer Strasse 39 D-60313 Frankfurt D-60313 Frankfurt (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
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Verfahren zum Beschriften der Oberfläche eines Werkstücks mit Hilfe eines Lasers kleiner
Leistung |
(57) Beschrieben wird ein Verfahren zum Beschriften der Oberfläche eines metallischen,
blanken, vorzugsweise hellen Werkstücks, insbesondere von Aluminiumblech, mit Hilfe
eines Laser-Beschriftungsgeräts kleiner Leistung. Um den Kontrast der Beschriftung
zu erhöhen, wird beim Beschriften eine Folie auf die zu beschriftende Oberfläche aufgelegt
und das Material der Folie wird beim Beschriften aus der Folie herausgelöst. Es wird
in die Beschriftung eingebrannt und verfärbt sich dabei.
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschriften der Oberfläche eines metallischen,
vorzugsweise hellen Werkstücks,insbesondere von Aluminiumblech, mit Hilfe eines Laser-Beschriftungsgeräts
kleiner Leistung.
[0002] Beschriftungslaser geringer Leistung (z.B. NdY-Laser) sind seit geraumer Zeit im
Einsatz. Die Wirkung des Lasers auf verschiedene Materialien ist unterschiedlich.
So entsteht die Markierung z.B. bei Kunststoff durch Farbumschlag oder Einbrand, bei
blanken Stahl durch Anlaßfarben, bei dunkel eloxiertem Aluminium durch Wegbrennen
der Eloxalschicht und Hervortreten des hellen Aluminiums (Negativschrift). Helles
Aluminium zeigt nach dem Lasern bisher zu wenig Kontraste an den gelaserten Stellen.
[0003] Insgesamt läßt sich somit feststellen, daß beim Beschriften derartiger Werkstückoberflächen
mittels Laser die Beschriftung nicht kontrastreich genug ist, bedingt durch das im
allgemeinen ungenügende Absorptionsvermögen der Werkstückoberfläche. Unter einem Lasergerät
kleiner Leistung wird hierbei ein solches verstanden, welches eine Leistung von etwa
maximal 20 Watt hat.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren mit den Merkmalen des
Oberbegriffs von Patentanspruch 1 vorzuschlagen, bei dem durch einfache Maßnahmen
der Kontrast der Beschriftung fühlbar verbessert werden kann.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe ist die Erfindung dadurch gekennzeichnet, daß beim Beschriften
mit dem Laser-Beschriftungsgerät Bestandteile eines Zusatzstoffes durch den Laser
thermisch aus dem Zusatzstoff herausgelöst werden, die in die Beschriftung eingebrannt
werden.
[0006] Im allgemeinen werden sich die Bestandteile beim Einbrennen verfärben (schwärzen),
so daß dadurch eine dauerhafte Kontrastierung der Beschriftung erreicht wird. Es ist
aber auch denkbar, solche Zusatzstoffe, beispielsweise gefärbte (schwarze) Kunststoffe,
zu verwenden, die schon ohne eine fühlbare Verfärbung den gesuchten Kontrast ergeben.
[0007] Im allgemeinen wird man den Zusatzstoff räumlich in enge Nachbarschaft mit der Beschriftung
bringen. Es wird daher bevorzugt, wenn der Zusatzstoff als Folie direkt auf der zu
beschriftenden Folie aufliegt. Denkbar ist es aber auch, den Zusatzstoff räumlich
in einem gewissen Abstand von der zu beschriftenden Oberfläche anzuordnen, wobei dann
mit dem Laser Bestandteile aus dem Zusatzstoff herausgelöst werden und in der Beschriftung
eingebrannt werden. Bei dieser Anordnung sollte das zu beschriftende Werkstück mitsamt
des Zusatzstoffs in einer Kammer untergebracht sein.
[0008] Bevorzugt wird eine transparente Folie verwendet, weil diese zum einen handelsüblich
ist und zum anderen der Beschriftungsvorgang sichtbar ist und kontrolliert werden
kann.
[0009] Vorzugsweise verwendet man handelsübliche Selbstklebefolien oder Schutzfolien, abermals
vorzugsweise aus transparentem Kunststoff.
[0010] Typische Zusatzstoffe sind also transparente Schutzfolien (Schutz des Bleches vor
Kratzern) und transparente Selbstklebefolien (z.B. Tesafilm). Alle Zusatzstoffe können
anschließend entfernt werden. Die Beschriftung erscheint dunkelbraun bis schwarz.
Der Laserstrahl durchdringt die transparente Folie und trifft auf das blanke Blech.
Ein Teil des Strahles wird vom Blech absorbiert und erwärmt punktuell dem Strahl folgend
die Oberfläche. Dabei werden durch die thermische Energie Stoffe aus dem Kleber der
Folie und der Folie selbst herausgelöst, verfärbt und in das Blech eingebrannt. Der
reflektierte Teil des Strahles trägt durch seine veränderte Wellenlänge und der Absorption
in der Folie zu diesem Vorgang maßgeblich bei.
[0011] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren werden also bevorzugt Werkstücke aus Aluminiumblech
mit Hilfe eines Lasergeräts beschriftet. Es können aber auch Stahlbleche (Chrombleche)
mit dem Verfahren beschriftet werden. Die zu beschriftende Oberfläche muß nicht hell
sein, obgleich bei hellen Oberflächen das Problem der Kontrastarmut beim Beschriften
nach dem Stand der Technik besonders krass hervortritt. Grundsätzlich ist es möglich,
beliebig helle oder dunkle Oberflächen mit dem erfindungsgemäßen Verfahren zu beschriften,
weil auch bei dunkleren Oberflächen der Kontrast erhöht wird.
[0012] Wenn vorstehend von einem Laser kleiner Leistung gesprochen wurde, so sollen darunter
alle Laser-Beschriftungsgeräte verstanden werden, bei denen die geschilderte Problematik
(Kontrastarmut beim Beschriften nach dem Stand der Technik) auftritt; die vorstehend
angegebene Grenze von etwa 20 Watt für das Beschriftungsgerät ist also nicht bindend.
[0013] Vorstehend wurde die Beschriftung eines blanken Blechs beschrieben. Dies ist zwar
ein bevorzugtes Anwendungsgebiet der Erfindung, jedoch kann die zu beschriftende Oberfläche
auch mit einer Beschichtung versehen sein, beispielsweise mit einer Oxidschicht.
1. Verfahren zum Beschriften der Oberfläche eines metallischen, vorzugsweise hellen Werkstücks,
insbesondere von Aluminiumblech, mit Hilfe eines Laser-Beschriftungsgeräts kleiner
Leistung,
dadurch gekennzeichnet,
daß beim Beschriften mit dem Laser-Beschriftungsgerät Bestandteile eines Zusatzstoffs
durch den Laser thermisch aus dem Zusatzstoff herausgelöst werden, die in die Beschriftung
eingebrannt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zusatzstoff beim Einbrennen verfärbt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß als Zusatzstoff ein Kunststoff verwendet wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Zusatzstoff als Folie direkt auf der zu beschriftenden Fläche aufliegt.
5. Verfahren nach Anspruch 4,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine transparente Folie verwendet wird.
6. Verfahren nach Anspruch 4 oder 5,
dadurch gekennzeichnet,
daß eine Selbstklebefolie oder eine Schutzfolie verwendet wird.
