[0001] Die Erfindung richtet sich auf ein Verfahren zum Reinigen eines Nadelstreifens, insbesondere
eines Fixkamms für Textilvorbereitungsmaschinen, umfassend wenigstens eine Reihe von
zwischen zwei Deckblechen festgelegten Nadeln, wobei die Nadelspitzen um einen gewissen
Betrag unter Ausbildung freier Durchgänge zwischen denselben über die Innenkante der
Deckbleche vorstehen, und wobei durch die freien Durchgänge Druckluft geleitet wird,
sowie auf einen Nadelstreifen zur Durchführung des Verfahrens.
[0002] Ein derartiges Verfahren und ein entsprechender Nadelstreifen sind aus der DE-PS
37 22 481 bekannt. Dort wird auch bereits ausgeführt, daß es zur Erzeugung eines reinigenden
Luftstromes möglich ist, mit Überdruck oder Unterdruck zu arbeiten. Die in der gattungsbildenden
Patentschrift beschriebenen Maßnahmen zielen ausschließlich darauf ab, die zuvor durchgeführte
mechanische Reinigung des Putzkammes z. B. durch Putzklingen, wie sie etwa aus der
DE 29 42 588 A1 bekannt sind, durch eine die Nadeln mechanisch schonende, auch bei
beengten räumlichen Verhältnissen realisierbare Reinigung mittels eines Luftstromes
zu ersetzen.
[0003] Hiervon ausgehend liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, durch eine definierte
Steuerung der Richtung des Luftstromes unter Ausnutzung der für die Erzeugung des
Luftstromes ohnehin vorhandenen Druck- bzw. Saugeinrichtungen ein derartiges Verfahren
so zu verbessern, daß nicht nur eine zuverlässige Reinigung erreicht, sondern auch
die Führung des Faserbandes optimiert wird.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß in Abhängigkeit von dem Arbeitszyklus
der Maschine, in die der Nadelstreifen eingesetzt ist, die freien Durchgänge zwischen
den Nadeln bzw. der Bereich vor den Nadeln wechselweise mit Überdruck bzw. Unterdruck
beaufschlagt werden.
[0005] Insbesondere ist mit Vorteil vorgesehen, daß bei Ausbildung des Nadelstreifens als
Fixkamm, der einer Zangenanordnung nachgeordnet ist, in der Phase des Schließens der
Zangenanordnung bis zum Erreichen des geschlossenen Zustandes ein Unterdruck angelegt
wird, um die Fasern am Fixkamm zu halten, und daß erst nach dem Schließen der Zange
Druckluft zum Reinigen angelegt wird.
[0006] Der Unterdruck hält die durch die Abzugswalzen aus der Zange abgezogenen Fasern in
den Zwischenräumen der Nadeln in der direkten Abzugslinie fest. Damit wird verhindert,
daß die Fasern nach dem Freiwerden des in der Zange befindlichen Vlieses den leichteren
Weg gehen und ungesäubert unter den Spitzen des Fixkamms weg in die Abzugswalzen gezogen
werden. Aufgrund des Unterdrucks bzw. der Saug-Strömung können also während des Abreißens
die Hinterenden der Fasern angehoben werden, welche die Zange verlassen haben. Diese
hängen dann nicht mehr nach unten durch. Dementsprechend ist sichergestellt, daß ein
Kämmen durch den Fixkamm erfolgt.
[0007] Erfindungsgemäß werden also die vorhandenen Luftkanäle auch dazu ausgenutzt, die
Faserführung durch den Fixkamm zu verbessern. Weiterhin wird durch das alternierende
Anlegen von Unter- und Überdruck und durch die hierdurch bedingte wechselnde Richtung
des Luftstromes durch den Fixkamm erreicht, daß das Absetzen von Verunreinigungen
weitgehend verhindert wird.
[0008] Nachfolgend wird die Erfindung anhand eines bevorzugten Ausführungsbeispieles in
Verbindung mit der Zeichnung näher erläutert. Dabei zeigen
- Fig. 1
- einen Querschnitt parallel zur Längsrichtung der Nadeln durch einen Nadelstreifen,
mit welchem das erfindungsgemäße Verfahren ausgeführt werden kann,
- Fig. 2
- eine teilweise aufgebrochene Seitenansicht auf einen Nadelstreifen nach Fig. 1,
- Fig. 3
- einen Schnitt zur Veranschaulichung der Anordnung eines Fixkamms mit einer alternativen
Ausgestaltung der Luftführung an einer Baumwoll-Kämm-Maschine,
- Fig. 4
- zwei nadelartige Stanzteile zur Ausbildung eines erfindungsgemäßen Nadelstreifens,
- Fig. 5
- eine Ansicht der Stanzteile nach Fig. 4 im aufgereihten Zustand und
- Fig. 6
- einen Schnitt durch einen aus in Fig. 4 und 5 dargestellten Stanzteilen gebildeten
erfindungsgemäßen Nadelstreifen.
[0009] Ein in Figur 1 und 2 dargestellter Nadelstreifen, der als Fixkamm eingesetzt wird,
umfaßt eine Reihe von Nadeln 1, welche zwischen einem ersten Deckblech 2 und einem
zweiten Deckblech 3 angeordnet sind. Die Nadeln 1 können untereinander durch Verklebung
oder Verlötung verbunden sein. Die Deckbleche 2 und 3 sind insbesondere bei einer
Verklebung der Nadeln 1 vorgesehen.
[0010] Ein Spitzenbereich 4 wird dadurch ausgebildet, daß ausgehend von einem Punkt 5 die
Nadeln 1 unter Reduktion ihrer ursprünglichen Dicke geprägt werden. Der verbleibende
Abschnitt wird als Schaft 6 bezeichnet. Der Schaftbereich 7 ist bei herkömmlichen
Nadelkämmen durch die Deckbleche 2, 3 weitgehend abgedeckt.
[0011] Zwischen den Nadeln 1 bestehen freie Durchgänge F, welche durch das Verhältnis der
Dicken des geprägten Spitzenbereiches 4 und des unverformten Schaftes 6 bestimmt werden.
Die Breite des Schaftes 6 gibt vor, wie viele Nadeln 1 pro Längeneinheit des Nadelstreifens
vorgesehen sind, da die Schäfte 6 dicht an dicht aneinander liegen.
[0012] Die Länge der überstehenden Nadelspitzen 4 wird als Vorstand V bezeichnet.
[0013] Bei einer gattungsgemäßen, an sich aus der DE 37 22 481 B1 bekannten Ausgestaltung
eines solchen Nadelstreifens ist vorgesehen, daß das erste Deckblech 2 gegenüber dem
zweiten Deckblech 3 in Richtung der Nadellängsachse 9 gesehen kürzer ausgeführt ist,
und zwar um einen Betrag, der größer ist als ein zusätzlicher Prägungsabschnitt 10
der Nadeln 1, der die Länge X aufweist. Durch diesen zusätzlichen Prägungsabschnitt
10 entstehen zwischen den Nadeln 1 Luftkanäle 11, welche sich ab unterhalb der Innenkante
12 des ersten, kürzeren Deckbleches 2 bis zur Innenkante 13 des zweiten längeren Deckbleches
3 erstrecken und in den freien Durchgang F zwischen je zwei benachbarten Nadeln 1
münden.
[0014] Aufgrund der Prägungen 10 weisen die Nadeln 1 in diesem Bereich eine reduzierte Breite
B gegenüber einer Breite A im Bereich des Schaftes 7 auf.
[0015] Zum Zuführen der Druckluft sind in der DE 37 22 481 B1 verschiedene Möglichkeiten
beschrieben. In gleicher Weise kann über die dementsprechend vorgesehenen Kanäle auch
ein Unterdruck angelegt werden. Der in Figur 3 dargestellte Fixkamm 14 weist beispielsweise
Luftführungskammern 15 und 16 auf.
[0016] Der Fixkamm 14 ist in Transportrichtung (Pfeil 17) des Faserbandes 18 einer Zangenanordnung
19, die aus einer Oberzange 20 und einer Unterzange 21 mit einem im einzelnen nicht
dargestellten Antrieb besteht, nachgeordnet. Die Zangenanordnung 19 öffnet und schließt
sich taktweise in Abhängigkeit von dem Umlauf eines Kämmsegments 22 einer in ihrer
Peripherie nur angedeuteten Kämmwalze 23 derart, daß beim Passieren des Kämmsegments
22 das Faserband 18 zwischen der Oberzange 20 und der Unterzange 21 festgehalten wird,
so daß die Fasern gekämmt werden können, und daß die Zangenanordnung 19 in der daran
anschließenden Phase sich öffnet, so daß der gekämmte Abschnitt des Faserbandes durch
zwei in Transportrichtung (Pfeil 17) nachgeordnete Abzugswalzen 24 abgezogen werden
kann.
[0017] Zeitlich koordiniert mit dem Öffnen und Schließen der Zangenanordnung 19 wird über
die Luftkammern 15, 16 Druckluft angelegt, welche in Richtung des Pfeils 25 austritt
und Verunreinigungen vom Bereich des Nadelvorstandes V wegbläst bzw. es wird ein Unterdruck
angelegt, der einen Luftstrom in entgegengesetzter Richtung zum Pfeil 25 erzeugt,
durch welchen die Fasern des Faserbandes 18 in den Bereich des Nadelvorstandes V des
Fixkammes 14 geführt werden. Der Überdruck wird also dann angelegt, wenn die Zangenanordnung
19 geschlossen ist, um die bei dem vorhergehenden Kämmvorgang am Fixkamm 16 verbliebenen
Verunreinigungen zu entfernen.
[0018] In den Figuren 4 bis 6 ist dargestellt, wie ein Nadelstreifen zur Durchführung des
erfindungsgemäßen Verfahrens besonders vorteilhaft ausgebildet werden kann. Ein derartiger
Nadelstreifen besteht aus einer Mehrzahl von nadelartigen Stanzteilen 26 mit einer
Spitze 27 und einem Fuß 28. Der Fuß 28 weist unterhalb des Spitzenbereiches einen
seitlichen Ansatz 29 auf, so daß das gesamte nadelartige Stanzteil 26 asymetrisch
wird. Der Ansatz 29 kann etwa die Breite des Nadelfußes 28 aufweisen.
[0019] In Fig. 4 sind zwei derartige Stanzteile 26 180° gegeneinander verdreht. Diese Stanzteile
26 lassen sich durch Zusammenschieben in Richtung der Pfeile 30 so aneinander reihen,
wie dies in Figur 5 dargestellt ist, d. h. daß die Nadelspitzen 27 deckungsgleich
hintereinander zu liegen kommen, wohingegen die Ansätze 29 in Richtung des aufgereihten
Nadelstreifens 31 gesehen nacheinander abwechselnd nach links oder nach rechts vorstehen,
wie dies in der Schnittdarstellung gemäß Fig. 6 erkennbar ist. Hierdurch werden zwischen
je zwei aufeinander folgenden, jeweils zur gleichen Seite hinausstehenden Ansätzen
29, dem jeweils dazwischen liegenden StanzteilGrundkörper des sich in die andere Richtung
erstreckenden Stanzteils 26 und dem jeweiligen Deckblech 32 bzw. 33 Luftführungskanäle
34 ausgebildet, welche im Bereich der oberen Stirnkanten 35 der Ansätze 29, d. h.
also im Bereich der Spitzen 27 münden und insgesamt einen relativ großen Querschnitt
für das Anlegen eines Unter- oder Überdrucks ausbilden, so daß sehr effektiv und mit
der erforderlichen Listung die Druckverhältnisse im Spitzenbereich und dementsprechend
die Stärke und die Richtung des dort herrschenden Luftstromes eingestellt werden können.
1. Verfahren zum Reinigen eines Nadelstreifens, insbesondere eines Fixkamms für Textilvorbereitungsmaschinen,
umfassend wenigstens eine Reihe von zwischen zwei Deckblechen festgelegten Nadeln
bzw. nadelartigen Stanzteilen, wobei die Nadelspitzen um einen gewissen Betrag unter
Ausbildung freier Durchgänge zwischen denselben über die Innenkante der Deckbleche
vorstehen, und wobei durch die freien Durchgänge Druckluft geleitet wird, dadurch gekennzeichnet, daß in Abhängigkeit von dem Arbeitszyklus der Maschine, in die der Nadelstreifen eingesetzt
ist, die freien Durchgänge zwischen den Nadeln bzw. der Bereich vor den Nadeln wechselweise
mit Überdruck bzw. Unterdruck beaufschlagt werden.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß bei Ausbildung des Nadelstreifens als Fixkamm, der einer Zangenanordnung nachgeordnet
ist, in der Phase des Schließens der Zangenanordnung bis zum Erreichen des geschlossenen
Zustandes ein Unterdruck angelegt wird, um die Fasern am Fixkamm zu halten, und daß
erst nach dem Schließen der Zange Druckluft zum Reinigen angelegt wird.
3. Nadelstreifen zur Durchführung des Verfahrens nach einem der Ansprüche 1 bis 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Nadelstreifen eine Mehrzahl von nadelähnlichen Stanzteilen (26) umfaßt, welche
im Fußbereich jeweils einen seitlichen Ansatz (29) aufweisen, wobei die Stanzteile
26 derart aneinander gereiht sind, daß die Spitzen (27) der Stanzteile (26) zur Deckung
kommen und die Ansätze (29) wechselweise zur einen oder anderen Seite vorstehen, so
daß zwischen auf der jeweils gleichen Seite benachbarten Ansätzen (29) Luftkanäle
(34) ausgebildet werden.
4. Nadelähnliches Stanzteil zur Ausbildung eines Nadelstreifens nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß es asymetrisch derart ausgebildet ist, daß es im Fußbereich einen seitlichen Ansatz
(29) aufweist.