[0001] Die Erfindung betrifft eine rotierend angetriebene Bremstelleranordnung mit den Merkmalen
des Oberbegriffes des ersten Anspruches.
[0002] Um einerseits eine schnelle Abnutzung der Bremstelleroberfläche durch den laufenden
Faden und andererseits die Ansammlung von Verunreinigungen zwischen den Bremstellern
zu vermeiden, werden die Bremsteller üblicherweise rotierend gegen die Fadenlaufrichtung
angetrieben. Um diesen Antrieb von einer zur anderen Seite übertragen zu können, ist
es verbreitet, eine Zentralwelle anzuordnen, die beide Bremsteller durchdringt und
gleichzeitig als Seilreibungsbremse dienen kann.
[0003] Nachteilig ist hierbei, daß Fasern und Fäden sich um diese Welle wickeln können und
daß die Welle oder ihre Verkleidung dann, wenn sie zusätzlich als Seilreibungsbremse
dient, im Laufe der Zeit vom Faden rillenartig eingekerbt und dadurch unbrauchbar
gemacht wird. Bis zu diesem Zeitpunkt ändern sich allmählich die Bremswerte, die als
Folge zu einer Abweichung von den gewünschten Fadenzugkraftwerten führen.
[0004] Zum Beispiel in der DE 33 29 644 A 1 ist ein Fadenspanner beschrieben, der keine
derartige Zentralwelle mehr aufweist. Um jedoch die Rotation des einen Bremstellers
auf den anderen Bremsteller übertragen zu können, wird bei dieser bekannten Vorrichtung
ein Getriebe beschrieben, welches relativ aufwendig ist.
[0005] Es ist deshalb Aufgabe der Erfindung, eine rotierend angetriebene Bremstelleranordnung
eines Fadenspanners vorzuschlagen, die ohne Verwendung einer Zentralwelle auf einfache
Weise die Übertragung der Rotationsbewegung von einem zum anderen Bremsteller gestattet.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruches oder alternativ durch die kennzeichnenden Merkmale des zweiten Anspruches
gelöst.
[0007] Die wahlweise Paarung von Magneten oder Magnet-/Hysteresewerkstoff ergibt eine Übertragung
der Rotationsbewegung ohne das Erfordernis der Verwendung eines gesonderten Getriebes.
Dabei ist es von besonderer Bedeutung, daß die durch die Magnete ausgeübte Anziehungskraft
ohne Einfluß auf die gegenseitige Anpreßkraft der Bremsteller ist. Dadurch kann eine
völlig von der Drehbewegung unabhängige Erzeugung der Andruckkraft erfolgen. Dabei
ist der gegenseitige Abstand der den beiden Bremstellern zugehörigen Magnetringe beziehungsweise
zwischen Magnetring und Hysteresewerkstoffkörper unabhängig von der Bremstellerauslenkung
immer gleich. Die Verwendung eines nichtmagnetischen Materials mindestens für den
mit einer variablen Andruckkraft beaufschlagten Bremsteller sichert dabei die Wirkungslosigkeit
des Magnetfeldes auf die Anpreßkraft. Dadurch kann auch, was zum Beispiel an Spulmaschinen
beim Abspulen des letzten Kopsdrittels erforderlich sein kann, die Bremskraft des
Fadenspanners stark reduziert werden. Dabei bleibt diese reduzierte Bremskraft ohne
Einfluß auf die für die ausreichende Übertragung der Drehbewegung erforderliche Magnetkraft.
[0008] Die Erfindung ist durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 3 bis 6 vorteilhaft
weitergebildet.
[0009] Die Verwendung einer Magnetanordnung aus voneinander abgegrenzten Sektoren abwechselnder
Polarität sichert die Ausbildung von Magnetfeldern, die besonders geeignet für die
Übertragung der Drehbewegung sind. Entsprechendes kann die Anordnung von Aussparungen
im Hysteresewerkstoffkörper bei einer Magnet-/Hysteresewerkstoffkörper-Anordnung ergeben,
indem die zwischen den Aussparungen liegenden Teile des Hysteresewerkstoffkörpers
eine Konzentration des Magnetflusses bewirken. Dabei wird dieser Effekt am besten
erreicht, wenn die Anzahl der Aussparungen der halben Anzahl der Magnetsektoren entspricht.
[0010] Um bei Auswechseln eines Bremstellers aufgrund seines Verschleißes die Magnet- beziehungsweise
Hysteresewerkstoffanordnung wieder verwenden zu können, ist die lösbare Anbringung
derselben zum Beispiel am Bremsteller vorteilhaft.
[0011] Die Erfindung soll nachstehend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert werden.
In den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung einer erfindungsgemäßen Bremstelleranordnung mit federbelastetem
Bremsteller,
- Fig. 1a
- einen in Sektoren unterteilten Magnetring,
- Fig. 1b
- einen Hysteresewerkstoffkörper mit Aussparungen,
- Fig. 2
- eine Variante einer erfindungsgemäßen Bremstelleranordnung mit einem mittels einer
Tauchspule druckbelastetem Bremsteller und verschiebbarer Antriebswelle und
- Fig. 3
- eine Variante der Bremstelleranordnung nach Fig. 2 mit fest angeordneter Antriebswelle.
[0012] Der Fadenspanner 1 nach Fig. 1 besitzt zwei Bremsteller 2 und 10, zwischen denen
der Faden 33 hindurchgeführt wird. Der Bremsteller 2 ist mit einer Antriebswelle 4,
zum Beispiel durch Preßsitz, fest verbunden. Die Antriebswelle 4 ist in einer Gleitlagerbuchse
7 gelagert und gleichzeitig durch einen Sicherungsring 4' auf der einen Seite und
die Anlage einer Riemenscheibe 5 am Gleitlager 7 beziehungsweise einem hülsenartigen
Ansatzstück 8' einer Halterung 8 gegen Verschieben in Richtung ihrer Drehachse gesichert.
Dadurch ist auch die Position des Bremstellers 2 eindeutig festgelegt. Durch einen
in die Halterung 8 eingesetzten Ring 9 wird im wesentlichen das Eindringen von Verunreinigungen
verhindert.
[0013] Der Bremsteller 2 besitzt seinerseits eine ringförmige Halterung 2', in die ein Magnetring
3 eingesetzt ist. Dieser Magnetring 3 besitzt in Fig. 1a näher dargestellte gleich
große Sektoren abwechselnder Polarität.
[0014] Über die Riemenscheibe 5 läuft ein Antriebsriemen 6, der mit einem hier nicht dargestellten
Antrieb für die Rotation der Bremsteller verbunden ist.
[0015] Der gegenüberliegende Bremsteller 10 ist mittig mit einer Kugel 24 fest verbunden.
Diese Kugel 24 ist in einer Kugelpfanne 23 gleitend gelagert, die innerhalb eines
Andruckstempels 22 aus Kunststoff an dessen vorderem Ende eingearbeitet ist.
[0016] Durch dieses aus Kugelpfanne 23 und Kugel 24 gebildete Kugelgelenk ist der Bremsteller
10 im Grunde in allen Richtungen beweglich. Des weiteren wird vom Andruckstempel 22
über die Kugel 24 die gewünschte Andruckkraft in axialer Richtung auf den Bremsteller
10 übertragen.
[0017] In eine Längsbohrung des Andruckstempels 22 ragt eine Druckfeder 25, die sich an
ihrem anderen Ende gegen einen Stößel 27 abstützt. Der Stößel 27 trägt an seinem vorderen
Ende einen Führungsbolzen 26, der der Führung der Druckfeder 25 dient. Am gegenüberliegenden
Ende des Stößels 27 ist eine Platte 28 justierbar angeordnet. Die Position dieser
Platte 28 ist durch zwei Stellschrauben 29 und 30 festgelegt, die ihrerseits durch
Muttern 29' und 30' gesichert sind. Diese Position der Platte 28 bestimmt letztlich
den Anpreßdruck des Bremstellers 10 gegen den fest angeordneten Bremsteller 2 und
damit die Bremswirkung auf den zwischen den beiden Bremstellern durch laufenden Faden
33. Mittels der Stellschrauben 29 und 30 läßt sich demzufolge auf einfache Weise eine
Regulierung der Bremskraft vornehmen. Denkbar ist jedoch auch eine Justierung mittels
einer Stellschraube, wenn die andere zum Beispiel durch ein Scharnier ersetzt ist
oder die Stellschraube direkt auf den Stößel 27 mittig wirkt.
[0018] Der Andruckstempel 22 ist längsverschiebbar in einer Gleitlagerbuchse 19 gelagert,
die ihrerseits mittels eines Anschlagringes 21, mit dem sie fest verbunden ist, gegen
Verschieben in Richtung auf den Bremsteller 10 gesichert ist. Das Verschieben der
Gleitlagerbuchse 19 in der Gegenrichtung wird durch eine mit einer Stützhülse 16 verbundene
und die Gleitlagerbuchse 19 übergreifende Weicheisenplatte 17 verhindert. Die Stützhülse
16 stützt sich gegen den inneren Ring eines Kugellagers 18 ab, welches im Gehäuse
31 befestigt ist.
[0019] Um ein Verkanten der Gleitlagerbuchse 19 wirkungsvoll zu unterbinden, ist im Luftspalt
zwischen dieser Gleitlagerbuchse 19 und dem Gehäuse 31 ein Distanzring 20 eingesetzt.
Das Gehäuse 31 selbst ist durch einen Träger 32 mit dem nicht dargestellten Maschinengestell
verbunden.
[0020] Der Bremsteller 10 ist über einen Befestigungsring 12 mit einem trommelartigen Bremstellerhalter
11 fest verbunden. Dieser Bremstellerhalter 11 besitzt eine Innenverzahnung 13, in
die Mitnehmer 14 einer Mitnehmerscheibe 15 eingreifen, die ihrerseits eine feste Verbindung
zur Stützhülse 16 besitzt. Auf diese Weise kann durch die Mitnehmerscheibe 15 eine
Drehbewegung auf den Bremstellerhalter 11 und damit den Bremsteller 10 übertragen
werden, ohne daß diese Verbindung einer Axialbewegung des Bremstellers hinderlich
ist. Dabei sind die Mitnehmer 14 an ihrer Außenkante abgerundet, wodurch auch ein
Verkanten des Bremstellerhalters 11 möglich ist, ohne daß es zum Verklemmen der ineinandergreifenden
Teile kommt.
[0021] Nachdem das Aufbringen der Bremskraft erläutert wurde, soll nachfolgend die Wirkungsweise
der Übertragung der Drehbewegung von der Seite des Bremstellers 2 auf den Bremsteller
10 erläutert werden. Die über den Riemen 6 auf die Riemenscheibe 5 und von dieser
auf die Antriebswelle 4 übertragene Drehbewegung führt durch den Preßsitz des Bremstellers
2 auf dieser Antriebswelle 4 zu dessen Drehantrieb. Der mit dem Bremsteller 2 verdrehsicher
verbundene Ringmagnet 3 mit seinen Sektoren unterschiedlicher Polarität erzeugt ein
der Drehbewegung des Bremstellers 2 entsprechend wanderndes Magnetfeld. Dabei ist
es von Vorteil, jedoch nicht Bedingung, daß die Sektoren unterschiedlicher Polarität
gleiche Abmessungen haben.
[0022] Das vom Ringmagnet 3 ausgehende Permanentmagnetfeld erzeugt in der dem gegenüberliegenden
Bremsteller 10 zugeordneten Weicheisenplatte 17 ein Magnetfeld entgegengesetzter Polarität
mit dem gleichen Muster, wie es sich aus der Sektoreneinteilung des Ringmagneten 3
ergibt. Da es sich bei Weicheisen um einen Hysteresewerkstoff hoher Koerzitivkraft
handelt, ist diese Magnetisierung relativ stabil. Dadurch wird durch die Drehbewegung
des Ringmagneten 3 mit dem Bremsteller 2 nicht lediglich eine ständige Ummagnetisierung
der Weicheisenplatte 17, sondern deren Mitnahme erreicht. Um diesen Effekt noch zu
verstärken, kann die Weicheisenplatte 17 sektorenartige Aussparungen 17' (siehe Fig.
1b) besitzen, die dem Ringmagneten 3 gegenüberliegen und dem Muster der Sektoreneinteilung
dieses Ringmagneten 3 angepaßt sind. Da sich der Magnetfluß auf die zwischen den Aussparungen
befindlichen Sektoren der Weicheisenplatte konzentriert, wirkt eine noch stärkere
Mitnahmekraft durch das wandernde Magnetfeld.
[0023] Wie bereits beschrieben, ist die Weicheisenplatte 17 mit der Stützhülse 16 und diese
mit dem Innenring des Kugellagers 18 fest verbunden. Da der Außenring des Kugellagers
18 im Gehäuse 31 in seiner Lage fixiert ist, ist die Position der Weicheisenplatte
17 unabhängig von der Stellung des Andruckstempels 22, der Kugel 24 und damit der
Bremsscheibe 10 festgelegt. Ein Verkanten der Bremsscheibe 10 oder deren Axialbewegung
bleiben demzufolge ohne Einfluß auf die Position der Weicheisenplatte 17. Da auch
die Position der Bremsscheibe 2 festgelegt ist, ändert sich während des Betriebs des
Fadenspanners 1 der gegenseitige Abstand zwischen Magnetring 3 und Weicheisenplatte
17 nicht.
[0024] Die Bremsscheibe 10 besteht aus einem nichtmagnetischen Material, zum Beispiel hart
verchromtem Bronzeblech. Damit übt das zwischen Magnetring 3 und Weicheisenplatte
17 vorhandene Magnetfeld keinerlei Einfluß auf die Bremsscheibe 10 aus, die demzufolge
ausschließlich durch die Kraft der Druckfeder 25 gegen die gegenüberliegende Bremsscheibe
2 gepreßt wird. Damit kann mittels der Stellschrauben 29 und 30 eine alleinige Justierung
der Anpreßkraft erfolgen. Die Übertragung der Drehbewegung von der in ihrer Lage fixierten
Bremsscheibe 2 auf die Bremsscheibe 10 erfolgt damit auf sehr einfache und zuverlässige
Weise. Die Beweglichkeit der Bremsscheibe 10 wird durch die Übertragung der Drehbewegung
mittels der Mitnehmer 14, wie bereits beschrieben, nicht eingeschränkt.
[0025] In Fig. 2 ist eine Variante der Erfindung dargestellt, bei der die Erzeugung der
Drehbewegung und die Erzeugung der Anpreßkraft auf einer Seite des Fadenspanners 34
liegen. Zunächst wird der in seiner Position fest angeordnete Bremsteller 35 mit seinen
zugehörigen, ihn haltenden Bauteilen beschrieben.
[0026] Auch dieser Bremsteller 35 ist über eine mit ihm fest verbundene Kugel 37 in einer
Kugelpfanne 38 einer Kunststoffbuchse 39 gelenkig gelagert. Die Kunststoffbuchse 39
übergreift an ihrem der Kugel 37 abgewandten Ende eine Klemmnut 44 einer Achse 40.
Diese Achse 40 ist in eine Halterung 41 eingesetzt und gegebenenfalls zusätzlich durch
Sicherungsringe 45 in ihrer Lage fixiert. Vorteilhaft ist die Achse 40 durch Preßsitz
in die Halterung 41 eingepaßt. Mit der Halterung 41 ist eine Hülse 46 fest verbunden,
die in geringem Abstand eine Stützscheibe 43 der Kunststoffbuchse 39 umgibt. Diese
Stützscheibe 43 soll einem gegebenenfalls bei größerer Belastung auftretenden Verkanten
der Achse 40 entgegenwirken, indem sie sich an der Innenwandung der Hülse 46 abstützt.
Eine ähnliche Funktion übt die Stützscheibe 42 aus, die ein zu starkes Verkanten des
im Kugelgelenk 37, 38 gelagerten Bremstellers 35 verhindern soll. An der Innenkante
des Bremstellers 35 ist ein Magnetring eingeklebt. Diese Befestigung des Magnetringes
36 kann alternativ zur lösbaren Halterung beim vorangehenden Beispiel gewählt werden.
[0027] Im Gegensatz zum vorangehenden Beispiel ist hier jedoch dem gegenüberliegenden Bremsteller
47 ebenfalls ein Magnetring 49 zugeordnet, der einen dem Magnetring 36 analogen Aufbau
aufweist. Dieser Magnetring 49 ist auf einer Mitnehmerplatte 50 befestigt, deren Mitnehmer
54 in eine Innenverzahnung 53 eines Tragringes 52 eingreifen. In diesen Tragring ist
die Bremsscheibe 47 fest eingesetzt. Der Eingriff zwischen Innenverzahnung 53 und
Mitnehmern 54 ist analog dem ersten Beispiel gewählt, woraus sich eine freie Beweglichkeit
des Bremstellers 47 in axialer Richtung ergibt.
[0028] Der Bremsteller 47 ist hier durch zum Beispiel vier Trägerstifte 48 gehalten. Diese
Trägerstifte 48 sind in eine Stützscheibe 56 eingepreßt. Sie treten durch Öffnungen
50' der Mitnehmerplatte 50, die so groß gewählt sind, daß sie einer gegebenenfalls
durch den laufenden Faden hervorgerufenen Kippbewegung der Bremsscheibe 47 nicht hinderlich
sind.
[0029] Eine Antriebswelle 55 ist in Gleitlager 59 und 60 innerhalb einer Lagerbuchse 68
eingesetzt. Diese Welle 55 ist axial verschiebbar. Sie besitzt einen Absatz 55', an
den sich ein Wellenstumpf 55'' anschließt. Mit diesem Wellenstumpf ist, zum Beispiel
durch Aufschrumpfen, eine Hülse 51 fest verbunden, die die Mitnehmerplatte 50 trägt.
Dadurch wird die Drehbewegung der Antriebswelle 55 auf die Mitnehmerplatte 50 und
in Folge auf die Bremsscheibe 47 übertragen. Durch die Drehbewegung der Bremsscheibe
47, die von den Trägerstiften 48 gehalten wird, überträgt sich diese Drehbewegung
darüber hinaus auf die Stützscheibe 56.
[0030] Gegen die Stützscheibe 56 drückt eine topfartige Spulenhalterung 62, die an ihrem
gegenüberliegenden Ende eine Tauchspule 61 trägt. Diese Tauchspule 61 mit der Spulenhalterung
62 soll an der Drehbewegung der Stützscheibe 56 nicht teilnehmen, weshalb zwischen
beiden lediglich ein Gleitkontakt besteht. Das ist zum Beispiel dadurch möglich, daß
die Stützscheibe 56 aus einem Kunststoff gefertigt ist, während die Spulenhalterung
62 aus Metall besteht.
[0031] Um das Verdrehen von Tauchspule 61 und Spulenhalterung 62 zu verhindern, sind in
Bohrungen der Spulenhalterung 62 Verdrehsicherungsstifte 71 eingesetzt, die mit ihrem
anderen Ende in einem Polring 66 befestigt sind, der seinerseits im Gehäuse 65 fest
angeordnet ist.
[0032] Um die Spulenhalterung 62 zu zentrieren, ist diese über eine ringförmige Gleitlagerung
63 in einen Zentrierring 64 eingesetzt, der Bestandteil des Gehäuses 65 ist.
[0033] Die topfartige Spulenhalterung 62 weist eine mittige Bohrung auf, die größer ist
als der Durchmesser des Wellenstumpfes 55'' der Antriebswelle 55. Durch das dadurch
vorhandene Spiel wird die Drehbewegung der Antriebswelle 55 nicht auf die Spulenhalterung
62 übertragen.
[0034] Die Tauchspule 61 ist über Leitungen 72 mit einem nicht dargestellten Regler verbunden,
der die Anpreßkraft des Bremstellers 47 und damit die Fadenspannung regeln soll. Ein
derartiger Regler kann zum Beispiel von einem Fadenzugkraftsensor gesteuert werden,
wodurch Fadenspannungsschwankungen auf einfache Weise ausgleichbar sind. Diese Tauchspule
61 übernimmt damit die Funktion der im ersten Beispiel beschriebenen Druckfeder 25.
Allerdings besteht in diesem Fall die Möglichkeit einer ständigen automatischen Regelung.
Dabei kann neben dem Ausgleichen von kurzperiodischen Fadenspannungsschwankungen auch
ein längerfristiges Beeinflussen der Fadenspannung stattfinden. Eine derartige Fadenspannungssteuerung
kann an einer Spulmaschine vorgenommen werden, wenn die beim Abspulen zum Beispiel
des letzten Kopsdrittels die allmählich ansteigende Fadenspannung ausgeglichen werden
soll.
[0035] Auch diese Fadenspannungsregelung ist völlig unabhängig von der Übertragung der Drehbewegung
von einer Spannerseite zur anderen. So ist die Position der die Mitnehmerplatte 50
tragenden Hülse 51 unabhängig von der Stellung der Tauchspule, die die Anpreßkraft
über die Spulenhalterung 62, die Stützscheibe 56 und die Mitnehmerstifte 48 auf den
Bremsteller 47 überträgt. Dazu gleitet die Stützscheibe 56 auf der Hülse 51, da ein
für das Gleiten ausreichendes Spiel vorhanden ist. Die beiden Magnetringe 36 und 49
erzeugen eine derartige gegenseitige Anziehungskraft, daß eine Mitnahme der Hülse
51 mit der mit dieser fest verbundenen Antriebswelle 55 bis zu der dargestellten vordersten
Position der Antriebswelle 55 bewirkt wird. Diese vorderste Position ist durch den
Anschlag eines Zahnrades 57 gegen eine Distanzscheibe 58 festgelegt.
[0036] Da auch die Trägerstifte 48 innerhalb der Öffnungen 50' der Mitnehmerplatte 50 ein
ausreichendes Spiel haben, übertragen sie die Axialbewegung der Stützplatte 56 nicht
auf diese Mitnehmerplatte 50.
[0037] Das Zahnrad 57 kämmt mit einem Antriebsritzel 69, welches entsprechend breiter ist
als das Zahnrad 57. Dadurch kann eine Übertragung der Drehbewegung unabhängig von
der axialen Stellung der Antriebswelle 55 erfolgen.
[0038] Das Antriebsritzel 69 ist auf einer Antriebswelle eines Elektromotors 70 befestigt.
[0039] Die Tauchspule 61 umgibt die Lagerbuchse 68 unter Ausbildung eines Luftspaltes. Die
Lagerbuchse 68 geht an ihrem hinteren Ende in eine Polscheibe 68' über, die im Gehäuse
65 befestigt ist. Vor der Polscheibe 68' ist ein Ringmagnet 67 mit axialer Polarisierung
ebenfalls im Gehäuse 65 fest angeordnet. Vor diesem Ringmagnet 67 ist der Polring
66 ebenfalls im Gehäuse 65 befestigt. Dieser Polring 66 umgibt die Tauchspule 61 ebenfalls
unter Ausbildung eines Luftspaltes. Das vom Ringmagneten 67 ausgehende Magnetfeld
erzeugt einen Magnetfluß durch die Polplatte 68', die Lagerbuchse 68 über einen Luftspalt,
in dem die Tauchspule 61 angeordnet ist, und den Polring 66 bis zur gegenüberliegenden
Seite des Ringmagneten 67. Da das Material, aus dem der Polring 66, die Lagerbuchse
68 und dessen Polscheibe 68' gefertigt sind, sehr gute magnetische Eigenschaften besitzt
(zum Beispiel Weicheisen), wird ein relativ starker Magnetfluß erzeugt, der durch
den Luftspalt, in dem die Tauchspule 61 angeordnet ist, geht. Damit wird eine starke
Kraftwirkung auf die Tauchspule 61 ausgeübt, die durch den Spulenstrom leicht steuerbar
ist. Diese Kraftwirkung läßt sich durch die Richtung des Spulenstromes beliebig in
beiden Richtungen steuern, so daß keine mechanischen Rückholelemente erforderlich
sind.
[0040] Durch die Verwendung von zwei Magnetringen 36 und 49 wird eine starke Mitnahmekraft
für die Übertragung der Drehbewegung auf den Bremsteller 35 erzeugt. Dabei stellen
sich die beiden Magnetringe 36 und 49 automatisch so ein, daß sich jeweils Sektoren
entgegengesetzter Polarität gegenüberstehen.
[0041] Soll der Fadenspanner 34 geöffnet werden, kann ein hier nicht dargestellter Hebel
an der Antriebswelle 55 angreifen und diese nach hinten, das heißt in Richtung auf
den Elektromotor 70, verschieben. Dabei wird sowohl durch die Mitnehmerplatte 50 durch
Kontakt zur Stützscheibe 56 sowie durch den Anschlag der Hülse 51 mit ihrer Kante
51' gegen das vordere Ende der Spulenhalterung 62 letztere in Axialrichtung der Antriebswelle
55 mitgenommen. Allerdings ist es vorteilhaft, durch Umkehr des Tauchspulenstromes
über die Leitungen 60 die Tauchspule nach rechts zu verschieben, wobei diese gegen
den Absatz 55' der Antriebswelle 55 stößt und diese mitnimmt. Die Mitnahme der weiteren
Teile erfolgt über die Hülse 51 in der bereits beschriebenen Weise.
[0042] Der in Fig. 3 dargestellte Fadenspanner 101 besitzt eine feststehende Antriebswelle
81. Diese Antriebswelle 81 ist in ihrer vorderen, dem Bremsteller 73 zugewandten Seite
einseitig abgesetzt. Die Abflachung 82 dient der Mitnahme einer Buchse 79, deren Innenquerschnitt
der Form des Absatzes der Antriebswelle 81 entspricht. Zusätzlich ist die Buchse 79
durch eine Anschlagschraube 83 gegen Längsverschieben gesichert.
[0043] Direkt mit der Buchse 79 verbunden ist eine Mitnehmerscheibe 78, an der ein Magnetring
77 befestigt ist. Die Ausbildung des Magnetringes 77 sowie das Zusammenwirken von
Mitnehmerscheibe und Tragring für den Bremsteller 73 entsprechen den vorangehenden
Beispielen und brauchen deshalb hier nicht näher erläutert zu werden. Auch Trägerstifte
74 für den Bremsteller 73 sind durch Öffnungen in der Mitnehmerscheibe 78 geführt,
die ein ausreichendes Spiel zulassen.
[0044] Eine Stützhülse 75 aus Kunststoff ist gleitend auf der Metallbuchse 79 angeordnet,
wodurch sie axial auf dieser verschiebbar ist. Zwischen dieser Stützhülse 75 und der
ebenfalls aus Kunststoff bestehenden Halterung 87 für eine Tauchspule 102 ist eine
Metallscheibe 76 angeordnet, die ein leichteres Gleiten der Stützhülse auf der Halterung
87, die im Gegensatz zur Stützhülse feststehend ist, ermöglichen soll.
[0045] Auch hier ist die Halterung 87 durch Verdrehsicherungsstifte 88, die in einem feststehenden
Polring 89 befestigt sind, gegen Verdrehen gesichert. Über einen Gleitlagerring 86
ist die Halterung 87 in einem Zentrierring 85 gegen Verkanten gesichert. Das ist erforderlich,
um den Luftspalt, in dem die Tauchspule 102 angeordnet ist, immer konstant zu halten.
[0046] Die Antriebswelle 81 ist in Gleitlagern 94 und 95 gelagert und durch eine Distanzscheibe
96 sowie eine Verschiebesicherung 100 axial fixiert. Sie erhält ihren Antrieb von
einem Elektromotor 99 über Zahnräder 97 und 98.
[0047] Zur Erzeugung des Magnetfeldes, in dem die Tauchspule 102 angeordnet ist, ist auch
hier wieder ein Ringmagnet 90 vorgesehen, der von einer Lagerbuchse 91 und einem Polring
89 umgeben ist. Eine detaillierte Beschreibung ist bereits mit dem vorangehenden Beispiel
erfolgt. Die Tauchspule wird über Leitungen 93 mit Strom versorgt, wobei diese Leitungen
bei vorliegendem Beispiel durch eine Bohrung 92 in dem hinteren, eine Polscheibe bildenden
Teil der Lagerbuchse 91 verlaufen.
[0048] Auch hier wird der Magnetring 77 durch den gegenüberliegenden, hier nicht dargestellten,
Magnetring angezogen, wodurch die Buchse 79 gegen den Anschlag 83 der axial lagefixierten
Antriebswelle 81 gezogen wird. Soll der Fadenspanner geöffnet werden, wird über die
Leitungen 93 die Tauchspule 102 mit einem entgegengesetzt gerichteten Strom versorgt.
Dadurch wird diese mit ihrer Halterung 87 nach rechts verschoben, wobei sie durch
den Zentrierring 85 zentriert bleibt. Die mittige Bohrung in der Halterung 87 ist
auch hier so groß, daß diese normalerweise keinen Kontakt zur Oberfläche der Buchse
79 hat. Beim Zurückziehen der Halterung 87 jedoch schlägt diese gegen eine Kante 80
der Buchse 79 an und nimmt die Buchse 79 nach rechts mit. Dadurch stößt die Mitnehmerscheibe
78 an die Vorderkante der Stützhülse 75 an und nimmt auch diese mit. Da die Stützhülse
75 über die Trägerstifte 74 mit dem Bremsteller 73 verbunden ist, wird dieser zurückgezogen
und der Fadenspanner geöffnet.
[0049] Diese Variante hat gegenüber dem vorangehenden Beispiel den Vorteil, daß nicht die
gesamte Antriebswelle 81 mitbewegt werden muß und über die Magnetwirkung nur die Buchse
79 gegen den Anschlag 83 der Antriebswelle 81 gezogen werden muß.
[0050] Insgesamt ist festzustellen, daß über die Übertragung der Drehbewegung mittels magnetischer
Kräfte eine sehr einfache Vorrichtung geschaffen wurde, die eine sehr geringe Störanfälligkeit
aufweist. Außerdem ist die Steuerung der Bremskraft unabhängig von dieser Übertragung
der Drehbewegung möglich. Eine besonders vorteilhafte Steuerung ergibt sich dabei
durch die Verwendung einer Tauchspule, durch die eine einfache und schnelle, das heißt
zum Beispiel, gegebenenfalls von einem Zugkraftsensor gesteuerte Fadenspannungsregelung
möglich ist. Auch besteht die Möglichkeit, die Bremskraft so zu erhöhen, daß zum Beispiel
an einer Spulmaschine eine Fadenzugkraftprüfung stattfinden kann. Eine derartige Fadenzugkraftprüfung
ist besonders sinnvoll, wenn eine eben hergestellte Spliceverbindung auf ihre Festigkeit
getestet werden soll. Für diesen Zweck wird eine möglichst hohe Andruckkraft erzeugt,
während mit einem hier nicht dargestellten Fadenzugkraftsensor die Reißkraft des Fadens
feststellbar ist.
1. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung eines Fadenspanners, bei dem mindestens
einer der Bremsteller mit einer variablen Andruckkraft in Richtung auf den anderen
Bremsteller beaufschlagbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß einer der Bremsteller (2) mit einer gegenüber diesem Bremsteller verdrehgesicherten
konzentrischen Magnetanordnung (3) und der andere Bremsteller (10) mit einem gegen
diesen Bremsteller verdrehgesicherten konzentrisch angeordneten Hysteresewerkstoffkörper
(17) verbunden ist, daß mindestens der mit der variablen Andruckkraft beaufschlagbare
Bremsteller (10) aus einem nichtmagnetischen Material besteht und gegenüber dem ihm
zugeordneten Magnet- oder Hysteresewerkstoffkörper axial lageveränderbar ist.
2. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung eines Fadenspanners, bei dem mindestens
einer der Bremsteller mit einer variablen Andruckkraft in Richtung auf den anderen
Bremsteller beaufschlagbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß beide Bremsteller (35,
47; 73) mit je einer gegenüber diesen Bremstellern verdrehgesicherten konzentrischen
Magnetanordnung (36, 49; 77) verbunden sind und daß mindestens der mit der variablen
Andruckkraft beaufschlagte Bremsteller (47; 73) aus einem nichtmagnetischen Material
besteht und gegenüber dem ihm zugeordneten Magnetkörper axial lageveränderbar ist.
3. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Magnetanordnung (3; 36, 49; 77) aus voneinander abgegrenzten Sektoren abwechselnder
Polarität besteht.
4. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung nach Anspruch 1 oder 3, dadurch gekennzeichnet,
daß der Hysteresewerkstoffkörper (17) mindestens zwei zueinander gleich beabstandete
Aussparungen (17') an seinem Umfang besitzt.
5. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet,
daß die Anzahl der Aussparungen (17') der halben Anzahl der Magnetsektoren der Magnetanordnung
(3) entspricht.
6. Rotierend angetriebene Bremstelleranordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch
gekennzeichnet, daß an der der Fadenlaufseite abgekehrten Seite eines axial nicht
lageveränderbaren Bremstellers (2) eine Halterung (2') zur lösbaren Anbringung der
Magnet- oder Hysteresewerkstoffanordnung vorgesehen ist.