[0001] Die Erfindung betrifft ein Preßwerkzeug zum Aufpressen eines zylindrischen Preßteils
oder eines einen zylindrischen Abschnitt aufweisenden Preßteils auf ein Rundprofil,
insbesondere eine Rohrleitung, mit mehreren Preßbacken zum allseitigen Aufpressen
des Preßteils auf das Rundprofil in einem Preßvorgang und mehreren mit Aufnamen zum
Halten der Preßbacken versehenen Halteteilen, von denen mindestens eines auf das andere
oder die anderen zu und von diesem bzw. diesen weg bewegbar ist.
[0002] Derartige Preßwerkzeuge werden zum Verpressen von Rohrleitungen mit Anschlußstücken,
sogenannten Fittings, zum Verpressen von Kabelschuhen und Verbindern mit Leitern (Vollprofilen)
und für damit vergleichbare Zwecke eingesetzt. Der im Rahmen dieser Anmeldung verwendete
Ausdruck "Rundprofile" soll sowohl Hohlprofile als auch Vollprofile umfassen. Unter
einem Vollprofil wird beispielsweise auch ein Drahtseil verstanden.
[0003] Zum Verbinden eines Rundprofils mit einem beliebig gearteten Anschlußstück, beispielsweise
einem Kabelschuh, einem Kabelverbinder oder einem Rohrleitungsfitting durch Verpressen
wird auf das Rundprofil ein im wesentlichen zylindrisches Preßteil aufgepreßt. Bei
einer Rohrleitungsverbindung handelt es sich bei dem Preßteil beispielsweise um eine
die Rohrleitung umschließende Preßhülse. Bei einem Kabelverbinder stellt dieser selbst
das Preßteil dar, während bei einem Kabelschuh dessen zylindrischer das Kabelende
aufnehmender Abschnitt das Preßteil darstellt. Die zum Verpressen eingesetzten Preßwerkzeuge,
bei denen es sich um Preßzangen oder hydraulisch bzw. motorisch betriebene Preßwerkzeuge
handelt, weisen mehrere Preßbacken zum allseitigen Aufpressen des Preßteils auf das
Rundprofil in einem Preßvorgang auf. Bei einem Sechskant-Preßwerkzeug beispielsweise
sind zwei Preßbacken vorgesehen. Die Preßbacken sind an im Regelfall zwei Halteteilen
befestigt, die mit Aufnahmen zum Halten der Preßbacken versehen sind. Bei einer Preßzange
stellen die beiden Zangenarme die die Preßbacken haltenden Halteteile dar; bei einem
Preßwerkzeug mit linear verschiebbarem einen Halteteil ist dieses in Form eines längsverschiebbar
geführten Schiebers ausgebildet, der in Richtung auf ein feststehendes im Regelfall
bügelartig ausgebildetes Halteteil zu und von diesem weg bewegbar ist.
[0004] Aus DE 91 03 264.4 U1 ist eine Preßzange zum Verpressen von Rohrverbindungen bekannt,
die drei Preßbacken aufweist. Zwei der Preßbacken sind an den Zangenarmen gelagert,
während die dritte Preßbacke feststehend zwischen den Zangenarmen angeordnet ist.
Die Zangenarme sind um parallel zueinander verlaufende Drehachsen drehbar, wobei sich
beim Schließen der Preßzange die beiden an den Zangenarmen befestigten Preßbacken
aufeinander zu und in Richtung auf die feststehende Preßbacke zu bewegen, und in ihrer
Verpreß-Endposition aneinander anliegend angeordnet sind sowie einen das Preßteil
umschließenden Ring bilden. Da die Bewegung der Preßbacken beim Schließen der Preßzange
sich nicht radial sondern wegen der Drehung der Zangenarme um die Drehachsen entlang
eines Kreisbogens in Richtung auf das Preßteil erfolgt, ist die Verpressung noch nicht
optimal. Gerade beim Aufpressen von Rohrleitungsenden auf Fittings werden an die Dichtigkeit
des Anschlusses hohe Anforderungen gestellt. Diesen hohen Anforderungen an die Dichtigkeit
des Rohrleitungsanschlusses können schließlich auch Sechskant-Preßwerkzeuge (ob hydraulisch
oder manuell betrieben) nicht gerecht werden. Die beiden Preßbacken eines Sechskant-Preßwerkzeuges
weisen unterschiedliche Anpreßflächen auf, weshalb die Verpressung leicht oval ist.
Auch bei einem Sechskant-Preßwerkzeug besteht darüber hinaus das Problem, daß diejenigen
Anpreßflächen, die nicht quer zur Bewegungsrichtung der Preßbacken verlaufen, sich
nicht radial auf das Preßteil zu bewegen.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Preßwerkzeug insbesondere zum Verpressen
von Rohrleitungen mit Fittings zu schaffen, die bei geringem konstruktiven Aufwand
eine zuverlässig abdichtende Verpressung ermöglicht.
[0006] Zur Lösung dieser Aufgabe wird mit der Erfindung ein Preßwerkzeug der eingangs genannten
Art vorgeschlagen, welches dadurch gekennzeichnet ist, daß jede Preßbacke in einer
Richtung verschiebbar in ihrer Aufnahme geführt ist, die in einem Winkel von ungleich
0° zur Richtung der beim Preßvorgang auf die Preßbacken wirkenden Kraft zum Drücken
der Preßbacken gegen das Preßteil verläuft, daß die Halteteile die Preßbacken jeweils
in einer in einem Winkel von ungleich 0° zur Radialerstreckung des Preßteils verlaufenden
Richtung bewegen und daß die Preßbacken vor dem Preßvorgang in eine Ausgangsposition
bewegbar sind, in der sie umfangsmäßig einen definierten Abstand voneinander haben,
wobei sich die Preßbacken beim Preßvorgang infolge einer Verschiebung in ihren Aufnahmen
und der Aufeinanderzubewegung der Halteteile bis zur Einnahme einer Verpreß-Endposition
einander annähern.
[0007] Allgemein ausgedrückt sind die Preßbacken des erfindungsgemäßen Preßwerkzeuges verschiebbar
an den Halteteilen gelagert und geführt, so daß sich die Preßbacken beim Verpressen
auch dann radial auf das Preßteil zu bewegen, wenn die Halteteile nicht radial zum
Preßteil sondern in einem spitzen Winkel zur Radialerstreckung des Preßteils bewegt
werden. An jedem Halteteil können ein oder mehrere Preßbacken gelagert sein. Insbesondere
bei der Lagerung von mehreren Preßbacken an einem Halteteil ergibt sich das Problem,
daß die Preßbacken bei starrer Befestigung an dem Halteteil während des Preßvorganges
nicht radial auf das Preßteil zu bewegt werden können. Die erfindungsgemäß vorgesehene
verschiebbare Lagerung der Preßbacken ermöglicht eine zentrische Führung der Preßbacken
radial auf die Preßhülse zu.
[0008] Vorzugsweise ist vorgesehen, daß an jedem Halteteil zwei im wesentlichen rechtwinklig
gegeneinander und in einem Winkel von im wesentlichen 45° zur Bewegungsrichtung des
mindestens einen Halteteils verdreht angeordnete Preßbacken gelagert sind und daß
die Preßbacken in einem Winkel von im wesentlichen 45° zur Bewegungsrichtung des mindestens
einen Halteteils in ihren Aufnahmen verschiebbar geführt sind.
[0009] Bei dieser Ausgestaltung des Preßwerkzeuges sind insgesamt vier Preßbacken vorgesehen,
die an lediglich zwei Halteteilen gelagert sind. Bei den Halteteilen handelt es sich
beispielsweise um die beiden Zangenarme einer Preßzange oder um den Schieber und das
diesem gegenüberliegende feststehende Widerlagerteil eines z.B. hydraulisch betriebenen
Preßkopfes. Die beiden Preßbacken eines jeden Halteteils sind derart an diesen gelagert,
daß sie im wesentlichen um 90° gegeneinander versetzt sind, wobei sie spiegelsymmetrisch
zu einer in Bewegungsrichtung verlaufenden gedachten Achse angeordnet sind, also unter
einem Winkel von ca. 45° zur Bewegungsrichtung stehen. Sämtliche Preßbacken sind verschiebbar
an den Halteteilen geführt; die Preßbacken lassen sich also in einer Richtung verschieben,
die mit der Bewegungsrichtung der Preßbacken während des Preßvorganges einen spitzen
Winkel ungleich 0° bildet. Damit dies möglich ist, sind die Preßbacken vor einem Preßvorgang
in eine Ausgangsposition bewegbar, in der sie umfangsmäßig einen definierten Abstand
voneinander haben. In die Ausgangsposition sind die Preßbacken vorzugsweise federnd
vorgespannt. Beim anschließenden Preßvorgang werden die Preßbacken infolge der Bewegung
der beiden Halteteile aufeinander zu und der Verschiebung innerhalb der Aufnahmen
in den Halteteilen aufeinander zu bewegt, bis sie ihre Verpreß-Endposition eingenommen
haben, in der sie vorzugsweise aneinander anstoßen. In der Verpreß-Endposition beschreiben
sämtliche Preßbacken einen das Preßteil umschließenden Ring. Aufgrund der Verschiebbarkeit
der Preßbacken in den Aufnahmen der Halteteile wird es möglich, daß sich die Anpreßflächen
sämtlicher Preßbacken radial zum Preßteil bewegen, obwohl mehr Preßteile als diese
haltende Halteteile vorgesehen sind, die lediglich eine Bewegung aufeinander zu vollziehen.
Eine Bewegung der Anpreßflächen relativ zu den an diesen anliegenden Umfangsflächenabschnitten
des Preßteils wird dadurch weitestgehend unterbunden, weshalb eine "saubere" Verpressung
mit abdichtender Verbindung von Rohrleitung und Fitting entsteht.
[0010] Die Anforderungen beim Verpressen von Kabelschuhen und Verbindern mit Leitern sind
insoweit mit den Anforderungen an die Dichtigkeit einer Rohrleitungsverbindung vergleichbar,
als ein form- und kraftschlüssiger Verbund zwischen Leiter und Kabelschuh bzw. Verbinder
erzeugt werden soll. Auch diese Anforderung, die selbstverständlich auch bei Rohrleitungsverbindungen
gilt, kann mit dem erfindungsgemäßen Preßwerkzeug erfüllt werden, weshalb das Einsatzgebiet
des Preßwerkzeuges nicht auf Rohrleitungsverbindungen beschränkt ist.
[0011] Vorteilhafterweise sind die Preßbacken rastend in Aufnahmeausnehmungen der Halteteile
eingesetzt; damit lassen sich die Preßbacken problemlos gegen andere austauschen,
wobei jede Preßbacke zuverlässig gehalten ist.
[0012] Bei rastender Verbindung von Preßbacke und zugehöriger Aufnahme sind die Rastelemente
in in den Ausnehmungsinnenflächen ausgebildete längliche Rastmulden eingetaucht. Diese
Anordnung kann selbstverständlich auch umgekehrt ausgebildet sein, indem nämlich die
Rastelemente an den Ausnehmungsinnenflächen angeordnet und in die länglichen Rastmulden
der Preßbacken eingetaucht sind. Die Rastverbindungen übernehmen also auch eine Führungsfunktion
zum Führen der Ansätze und damit der Preßbacken relativ zu den betreffenden Halteteilen
innerhalb der Aufnahmen beim Verschieben während des Verpreßvorgangs und danach beim
Öffnen des Preßwerkzeuges.
[0013] In vorteilhafter Weiterbildung der Erfindung ist vorgesehen, daß die Anpreßflächen
der Preßbacken derart ausgebildet sind, daß sie bei in ihren Ausgangspositionen befindlichen
Preßbacken bereits in Kontakt mit dem aufzupressenden Preßteil gebracht werden können.
Dieser Kontakt kann naturgemäß nicht über die gesamte Anpreßfläche erfolgen, da der
Radius der konvexen Anpreßflächen kleiner ist als der Radius des Preßteils vor der
Verpressung. Da die Differenz zwischen den Radien jedoch relativ gering ist und sich
vorzugsweise im Bereich von ca. 1 mm befindet, liegen die Anpreßflächen quasi an der
Umfangsfläche des Preßteils an. Vom Beginn des Preßvorganges an kann also allseitig
über die gesamte Umfangsfläche des Preßteils im Bereich der Preßbacken der Anpreßdruck
aufgebracht werden. Auch dies verbessert die Verpressung.
[0014] Die Form der Anpreßflächen ist grundsätzlich beliebig. So können die Preßbacken z.B.
mit einander zugewandten glatten Innen- oder Anpreßflächen versehen sein. Vorteilhafterweise
ist vorgesehen, daß die Preßbacken linienförmigen konkave Anpreßflächen aufweisen.
Vorzugsweise werden diese dadurch erzeugt, daß in die glatte konkave Anpreßfläche
einer jeden Preßbacke Rillen eingearbeitet werden, so daß sich linienförmige und parallel
zueinander verlaufende Erhebungen ergeben. Vorteilhafterweise sind die linienförmigen
Anpreßflächen oder Erhebungen voneinander beabstandet, wenn sich die Preßbacken in
ihrer Verpreß-Endposition befinden und mit ihren radialen Seitenflächen aneinander
anliegen. Die linienförmigen Anpreßflächen verursachen eine Einschnürung des plastisch
verformbaren Preßteils. Beispielsweise besteht die Gesamtanpreßfläche aus den Innenflächen
dreier Ringe, die durch die Erhebungen auf den einander zugewandten Innenflächen der
Preßbacken gebildet sind. Quetschungen des Materials des Preßteils im Bereich zwischen
aufeinanderfolgenden Anpreßflächen benachbarter Preßbacken entstehen bei der Verpressung
nicht, da das Material des Preßteils in diesem Bereich aufgrund der inneren mechanischen
Spannung zwischen den Einschnürungen und Bäuchen "zu den Bäuchen hin abfließt".
[0015] Vorteilhafterweise sind die linienförmigen Anpreßflächen, was die relative Lage der
Erhebungen der Preßbacken angeht, auf die Ausgestaltung des Fittings abgestimmt. Normalerweise
besteht ein Rohrleitungsfitting aus einem Stützkörper, auf den das Rohrleitungsende
aufgesteckt wird, und einer Preßhülse, die das Rohrleitungsende umgibt. Bei Verwendung
von Preßbacken mit den oben beschriebenen Anpreßflächen ist der Stützkörper des Fitting
mit Umfangswülsten versehen, die gegenüber den Erhebungen der Anpreßflächen der Preßbacken
axial versetzt sind.
[0016] Jedes Halteteil weist Aufnahmen für die Preßbacken auf. Vorteilhafterweise ist die
Aufnahme für eine Preßbacke derart realisiert, daß die Preßbacke auf ihrer der Anpreßfläche
gegenüberliegenden Seite einen Ansatz oder Vorsprung aufweist, der in eine Aufnahmeausnehmung
am Halteteil einsetzbar ist und in dieser verschiebbar geführt ist. Die Breite und
Tiefe einer Aufnahmeausnehmung sind im wesentlichen gleich der Stärke bzw. dem Überstand
des Preßbackenansatzes; die Länge einer Aufnahmeausnehmung ist dagegen um das Längenverschiebungsmaß,
um das die Preßbacke verschiebbar ist, größer als die Länge des Ansatzes. Die insoweit
mit ihrem Ansatz teilweise formschlüssig in die Aufnahmeausnehmung eingesetzte Preßbacke
wird dort bei Ermöglichung einer Bewegung zuverlässig gehalten.
[0017] Die die Preßbacken in ihren Ausgangspositionen drückenden Federn sind vorteilhafterweise
jeweils zwischen den einander zugewandten Enden der Ansätze der beiden an einem Halteteil
gelagerten Preßbacken und den diesen Ansatzenden gegenüberliegenden Flächen der Aufnahmeausnehmungen
angeordnet. Die Druckfedern drücken die beiden Preßbacken eines Halteteils voneinander
weg, so daß diese ohne Belastung, d.h. ohne Anpreßkraft gegen ein Preßteil drückend,
einen Abstand voneinander aufweisen. Die Druckfedern sind in Sacklochbohrungen der
Preßbackenansätze gehalten.
[0018] Wie bereits weiter oben erwähnt, kann es sich bei dem Preßwerkzeug um eine Preßzange
handeln, bei der die Preßbacken an den beiden Zangenarmen gehalten sind, oder es kann
sich um ein Werkzeug handeln, das einen hydraulisch, motorisch oder manuell zu betätigenden
Preßkopf aufweist, in dem ein Schieber linear verschiebbar geführt ist, um sich auf
ein feststehendes Gegenlager zu oder von diesem weg zu bewegen. Schieber und Gegenlager
stellen hierbei die Halteteile zum Halten der Preßbacken dar. Der Preßkopf kann z.B.
C-förmig mit oder ohne die offene Seite verschließenden ver- und entriegelbarem Bügel
ausgebildet sein.
[0019] Vorteilhafterweise ist der Preßkopf als zweiarmige Gabel mit die beiden Arme verbindender
Gabelbasis ausgebildet. Hierbei ist ein das eine Kalteteil darstellender Schieber
vorgesehen, der längsverschiebbar zu den beiden Gabelarmen geführt ist und an seinen
zum offenen Gabelende weisenden Ende zwei Preßbacken trägt. Die offene Seite der Gabel
kann durch einen lösbar verriegelbaren Bügel verschlossen werden. Der Bügel stellt
das Gegenlager dar und ist ebenfalls mit zwei Preßbacken versehen, die den Preßbacken
des Schiebers gegenüberliegen. Der Bügel ist an beiden seiner Enden mit der Gabel
verbunden, weshalb die auf ihn wirkenden Kräfte beim Preßvorgang zuverlässig von der
Gabel aufgenommen werden können. Der Bügel kann daher schlanker ausgebildet sein als
der als Gegenlager fungierende Abschnitt eines C-förmigen Preßkopfes. Auch bei beengten
Platzverhältnissen, z.B. im Bereich der Verteiler von Fußbödenheizungen, können damit
noch Verpressungen vorgenommen werden.
[0020] Beide Halteteile weisen auf ihren einander zugewandten Seiten V-förmige Randausnehmungen
oder V-förmig ausgebildete Abschnitte auf, in deren Bereichen die Preßbacken angeordnet
sind. Bei aneinander anliegenden Halteteilen, z.B. bei bis gegen den Bügel gefahrenem
Schieber, bilden die V-förmigen Randausnehmungen oder Abschnitte ohne Preßbacken eine
quadratische Öffnung, die derart gedreht angeordnet ist, daß die Diagonale des Quadrats
mit der Anpreßkraft-Wirkungslinie zusammenfällt bzw. parallel zu dieser verläuft.
Bei einem Preßkopf mit linear verschiebbarem Schieber verläuft die Diagonale in Schieberbewegungsrichtung.
[0021] Vorzugsweise befindet sich der Verriegelungspunkt zwischen dem freien, dem Gelenkpunkt
mit den einem Gabelarm abgewandten Ende des Bügels und dem anderen Gabelarm an einer
Stelle, die - bei Betrachtung des Bügels von der Gabelbasis aus - den Preßbacken bzw.
dem Preßteil vorgelagert ist. Diese Ausgestaltung ist insbesondere zum Verpressen
von dicht in einer Reihe nebeneinander angeordneten Rohrverbindungen vorteilhaft,
da der Abstand der einzelnen Rohrverbindungen relativ klein, nämlich etwas größer
als die Stärke des Bügels sein kann, ohne daß dies den Einsatz des erfindungsgemäßen
Werkzeugs be- oder verhindert. Auch der Ver- bzw. Entriegelungshebel o.dgl. ist vor
den Preßbacken angeordnet.
[0022] Vorzugsweise ist der Schieber in Richtung auf das offene Ende der Gabel vorgespannt,
so daß die Preßbacken nach dem Schließen des Bügels mit der Kraft der Vorspannfeder
an dem Preßteil anliegen. Damit ist eine gewisse Fixierung des Preßwerkzeuges gegeben.
[0023] Vorteilhafterweise ist der Verschiebungsweg des Schiebers in Richtung auf den Bügel
zu durch Führungsstifte begrenzt, die in Führungsausnehmungen des Schiebers eintauchen.
Damit wird ein Herausgleiten des Schiebers bei offener Gabel verhindert. Die von den
Innenseitenflächen der Gabelarme abstehenden Führungsstifte, die in den ihnen gegenüberliegenden
Führungsausnehmungen des Schiebers eingetaucht sind, übernehmen darüberhinaus die
Funktion einer linearen Führung des Schiebers.
[0024] Zum Vorbewegen des Schiebers mit der zum Verpressen notwendigen Anpreßkraft ist vorteilhafterweise
ein Stempel vorgesehen, der sich durch eine Durchgangsöffnung in der Gabelbasis hindurch
erstreckt und an dem der Gabelöffnung abgewandten Schieberende anliegt oder dort mit
dem Schieber verbunden ist. Der Antrieb des Stempels zum Vorbewegen desselben erfolgt
vorzugsweise hydraulisch. Entsprechende Hand-Hydraulikantriebe sind am Markt erhältlich.
Das erfindungsgemäße Preßwerkzeug kann an diese Geräte angepaßt sein, indem die Gabel
auf die Geräte aufschraubbar oder auf andere Weise mit den Hydraulikantrieben koppelbar
ist (z.B. Schnapp- oder Bajonettverschluß).
[0025] Vorzugsweise läßt sich der Schieber komplett zerlegen, um ihn einfach und problemlos
gegen einen anderen, der anders ausgebildete Aufnahmen zum Aufnehmen anders gestalteter
Preßbacken aufweist, austauschen zu können. Zu diesem Zweck besteht der Schieber aus
einem vorzugsweise relativ flachen massiven Schieberkern, der in seinen beiden den
Gabelarm-Innenseiten zugewandten Seitenkanten die Führungsausnehmungen zur Aufnahme
der Führungsstifte aufweist. Die Führungsnuten erstrecken sich dabei über die gesamte
Stärke des Schiebers, sind also nach Art von dreiseitig begrenzten Randausnehmungen
ausgebildet. In gleicher Weise sind die Aufnahmeausnehmungen für die Ansätze der Preßbacken
ausgebildet. Sämtliche Randausnehmungen (Führungs- und Aufnahmeausnehmungen) werden
in den Ebenen der Ober- und Unterseite des Schieberkerns von Schieberplatten begrenzt,
die den Schieberkern von oben und von unten einschließen und mit diesem durch Rändelschrauben
oder in anderer Weise manuell lösbar verbunden sind. Zum Auswechseln des Schiebers
braucht lediglich eine Schieberplatte abgeschraubt zu werden; der Schieberkern mitsamt
der zweiten Schieberplatte läßt sich dann durch Bewegung quer zur Längsverschiebung
des Schiebers aus der Gabel herausnehmen.
[0026] Vorteilhafterweise stehen die Schieberplatten bis über die Preßbacken des Schiebers
über, wobei sie in diesem Bereich jeweils eine Randausnehmung aufweisen, mit der sie
das Rundprofil bei angesetztem Preßwerkzeug umgreifen. Dies erleichtert das Positionieren
des Preßwerkzeuges. Die beiden Randausnehmungen der Schieberplatten fluchten miteinander
und mit der von den Preßbacken umschlossenen Öffnung.
[0027] Die Randausnehmungen der Schieberplatten sind insbesondere dann vorteilhaft, wenn
Verpressungen vorgenommen werden, bei denen das Preßwerkzeug gegen eine axiale Verschiebung
relativ zum Rundprofil gesichert festgelegt werden kann. Das Preßteil, oder bei einem
Rohrleitungsfitting der Stützkörper, weist eine Umfangsschulter auf, an der die Kante
der Randausnehmung der einen Schieberplatte axial anliegt, während die Randausnehmungskante
der anderen Schieberplatte an dem der Umfangsschulter abgewandten axialen Ende des
Preßteils anliegt. Damit ist eine Fixierung von Preßwerkzeug und Preßteil bzw. Rohrleitungsanschlußstück
gegeben. Alternativ kann eine der beiden Schieberplatten-Randausnehmungen zum Ansetzen
an ein Rohrleitungsfitting mit in der Umfangsschulter eingearbeiteter Umfangsnut oder
zum beidseitigen Einschluß einer Umfangsschulter eines Rohrleitungsfittings ausgebildet
sein. Sämtliche dieser Varianten dienen dazu, neben der mechanischen Kopplung von
Preßwerkzeug und Preßteil über die Preßbacken für eine Lagefixierung des Preßwerkzeuges
relativ zum zu verpressenden Rundprofil zu sorgen.
[0028] Nachfolgend wird anhand der Figuren ein Ausführungsbeispiel der Erfindung näher erläutert.
Im einzelnen zeigen:
- Fig. 1
- eine Seitenansicht des auf ein Hand-Hydraulikgerät aufgeschraubten Preßwerkzeuges,
- Fig. 2
- das Preßwerkzeug gemäß Fig. 1 in vergrößertem Maßstab bei ohne Anpreßkraft an einem
Preßteil anliegenden Preßbacken und ohne Schieberplatte,
- Fig. 3
- wie Fig. 2 eine Seitenansicht des Preßwerkzeuges, teilweise aufgebrochen und im Schnitt
dargestellt, wobei sich die Preßbacken in ihrer Verpreß-Endposition befinden und das
verpreßte Preßteil nicht eingezeichnet ist,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht des Preßwerkzeuges mit Schieberplatte und in ihren Verpreß-Endpositionen
befindlichen Preßbacken,
- Fig. 5
- eine Vorderansicht des Preßwerkzeuges in Richtung des Pfeils V der Fig. 4 zur Verdeutlichung
des seitlichen Einschlusses des Bügels durch entsprechende Randvorsprünge der Schieberplatten
im Bereich der Verriegelung von Bügel und Gabel,
- Fig. 6
- eine Schnittansicht entlang der Linie VI-VI der Fig. 4,
- Fig. 7
- den in Fig. 2 mit VII bezeichneten Preßbacken-Aufnahmebereich des Bügels im Horizontalschnitt,
- Fig. 8
- einen Schnitt entlang der Linie VIII-VIII der Fig. 7,
- Fig. 9
- einen Schnitt entlang der Linie IX-IX der Fig. 7,
- Fig. 10
- eine Seitenansicht des Preßwerkzeuges bei geöffnetem Bügel und
- Fign. 11 und 12
- einen Längsschnitt durch einen ersten und einen zweiten Rohrleitungsfitting mit ohne
Anpreßkraft an dem Preßteil anliegenden Preßbacken.
[0029] In den Fign. 1 bis 4 und 10 ist ein Preßwerkzeug 10 in Seitenansicht in verschiedenen
Positionen seiner einzelnen Elemente dargestellt. Gemäß Fig. 1 ist das Preßwerkzeug
10 als Preßkopf ausgebildet, der auf ein Hydraulik-Handgerät 12 aufgeschraubt ist.
Das Hydraulik-Handgerät 12 ist mit einem starren und einem bewegbaren Handgriff 14,16
versehen. Durch Auf- und Abbewegung des Handgriffs 16 wird in einem mit dem Handgriff
14 starr verbundenen Gehäuse 18 Hydraulikflüssigkeit gepumpt bzw. mit Druck beaufschlagt,
um einen auf das Preßwerkzeug 10 einwirkenden Stempel 20 auszufahren. Das Preßwerkzeug
10 ist in bekannter Weise auf das Gehäuse 18 des Hand-Hydraulikgerätes 12 aufgeschraubt,
wobei ein Sperrhebel 22 ein Verdrehen des Preßwerkzeuges 10 relativ zum Hand-Hydraulikgerät
12 auf einen Drehwinkel von ca. 180° begrenzt.
[0030] Das Preßwerkzeug 10 besteht aus einem gabelförmigen Element 24, in dem ein Schieber
26 längsverschiebbar geführt ist. Die offene Seite der Gabel 24 ist durch einen Bügel
28 verschließbar, der an seinem einen Ende mit dem einen Gabelarm drehbar verbunden
ist und an seinem anderen Ende mit dem anderen Gabelarm lösbar verriegelbar ist. Die
Verriegelung des Bügels 28 erfolgt über einen an der Gabel 24 gelagerten Verriegelungshebel
30.
[0031] Der Schieber 26 besteht aus zwei Schieberplatten 32 (in den Fign. 1 und 4 ist jeweils
eine dieser Schieberplatten eingezeichnet) und einem zwischen den beiden Schieberplatten
32 angeordneten Schieberkern 34 (z.B. in den Fign. 2, 3 und 10 dargestellt). In dem
dem Bügel 28 zugewandten vorderen Ende des Schieberkerns 34 ist eine sich im wesentlichen
über die gesamte Breite des Schieberkerns 34 erstreckende V-förmige Ausnehmung 36
ausgebildet, deren Schenkelränder 38 rechtwinklig zueinander und in einem Winkel von
45° zur Verschiebungsrichtung (s. Doppelpfeil 40 in Fig. 2) des Schiebers 26 verlaufen.
In dem der V-förmigen Ausnehmung 36 des Schieberkerns 34 gegenüberliegenden Abschnitt
weist der Bügel 28 einen V-förmig verlaufenden Abschnitt 42 auf, dessen dem Schieber
26 zugewandten Innenflächen senkrecht zueinander verlaufen und in einem Winkel von
45° zur Verschiebungsrichtung 40 des Schiebers 26 stehen. Die vier Flächen der V-förmigen
Ausnehmung 36 und des V-förmigen Abschnitts 42 bilden zusammen eine quadratische Öffnung.
[0032] In der V-förmigen Ausnehmung 36 des Schieberkerns 34 sind zwei Preßbacken 44 angeordnet,
während in dem V-förmigen Abschnitt 42 des Bügels 28 zwei Preßbacken 46 angeordnet
sind. Sämtliche Preßbacken 44,46 sind deckungsgleich und auf ihren einander gegenüberliegenden
Innenflächen mit sich über 90° erstreckenden konkaven Umfangs- oder Anpreßflächen
48 versehen. Die exakte Ausgestaltung der Anpreßflächen 48, mit denen die Preßbacken
44,46 an einem zu verpressenden Preßteil 49 (s. Fig. 2) anliegen, wird später beschrieben
werden.
[0033] Jede Preßbacke 44,46 weist auf ihrer der Anpreßfläche 48 abgewandten Seite einen
einstückig angeformten Ansatz 50 auf, der von einer Ausnehmung 52 aufgenommen ist.
Die Aufnahmeausnehmungen 52 sind an den einander zugewandten Flächen der V-förmigen
Ausnehmung 36 und dem V-förmigen Abschnitt 42 ausgebildet. Die Aufnahmeausnehmung
52 ist größer, d.h. länger als der Ansatz 50 breit ist, weshalb die Preßbacke verschiebbar
an der betreffenden Fläche der V-förmigen Ausnehmung 36 bzw. dem V-förmigen Abschnitt
42 geführt ist. Aufgrund dieser Verschiebbarkeit lassen sich die beiden Preßbacken
44 der V-förmigen Ausnehmung 36 genau so wie die beiden Preßbacken 46 des V-förmigen
Abschnitts 42 aufeinander zu und voneinander weg bewegen. Fig. 2 zeigt den Fall, wo
die Preßbacken 44 und 46 voneinander weg bewegt sind, wohingegen Fig. 3 den Zustand
darstellt, in dem die Preßbacken aufeinander zu bewegt und in Anlage miteinander gebracht
sind. Der Bewegungsweg einer Preßbacke nach außen, d.h. von der in derselben Ausnehmung
bzw. in demselben Abschnitt von Schieberkern 34 bzw. Bügel 42 angeordneten Preßbacke
wird durch Anschlagen der außenliegenden Stirnfläche des Ansatzes 50 gegen die dieser
Stirnfläche gegenüberliegende Fläche der zugehörigen Aufnahmeausnehmung 52 begrenzt,
während die Aufeinanderzubewegung durch die Anlage der beiden Preßbacken und das Anschlagen
der anderen Stirnfläche des Ansatzes 50 gegen die dieser gegenüberliegenden Fläche
der Aufnahmeausnehmung 52 begrenzt ist (s. für den letzten Fall Fig. 3).
[0034] In ihren Ausgangspositionen, d.h. in ihren vor einem Preßvorgang eingenommenen Positionen,
weisen die beiden Preßbacken 44 und die beiden Preßbacken 46 jeweils untereinander
in Umfangsrichtung einen Abstand voneinander auf. Da der Schieber 26 an seinem dem
vorderen Ende gegenüberliegenden hinteren Ende über Druckfedern 54 gegen das die Gabelarme
56 verbindende Basisteil 58 der Gabel 24 abgestützt ist, ist der Schieber 26 in Richtung
auf die Preßbacken 46 des Bügels 28 vorgespannt. Ohne eingelegtes Preßteil 49 würden
die in Umfangsrichtung jeweils aufeinanderfolgenden Preßbacken 44 und 46 seitlich
aneinander anliegen; bei eingelegtem Preßteil 49 jedoch ist der Abstand zwischen den
Preßbacken 44 und 46 in etwa gleich dem Abstand der Preßbacken 44 bzw. 46 untereinander.
Dies hat unter anderem seine Ursache in der Ausbildung der Anpreßflächen 48 der Preßbacken
44,46. Diese Anpreßflächen 48 liegen auch bei noch nicht verpreßtem Preßteil 49 an
dessen Umfang möglichst ganzflächig an, was sich jedoch aufgrund der unterschiedlichen
Krümmungsradien von Anpreßfläche und Preßteil-Umfangsfläche nicht ganz realisieren
läßt.
[0035] Nachfolgend soll anhand der Fign. 6 bis 9 näher auf die Art der Aufnahme der Preßbacken
44,46 in den Aufnahmeausnehmungen 52 und die Ausgestaltung der Anpreßflächen 48 eingegangen
werden. Dies erfolgt anhand der Preßbacke 44, die in der bezogen auf die Seitenansichten
des Werkzeuges 10 nach den Fign. 1 bis 4 und 10 oberen Hälfte des V-förmigen Abschnitts
42 des Bügels 28 angeordnet ist. Jede Preßbacke 44 ist mittels einer Schraubendruckfeder
60 in ihre Ausgangsposition vorgespannt. Die Schraubendruckfeder 60 ist von einer
Sacklochbohrung 62 aufgenommen, die in die eine Stirnseite des Preßbackenansatzes
50 eingebracht ist und sich in Richtung der Verschiebung der Preßbacke erstreckt.
Die Druckfeder 60 ragt über die innenliegende, d.h. die zur Kehle der V-förmigen Ausnehmung
bzw. dem V-förmigen Abschnitt weisenden Ansatz-Stirnfläche über und stützt sich an
der dieser gegenüberliegenden Fläche der Aufnahmeausnehmung 52 ab (s. Fig. 7). Der
Ansatz 50 ist ferner mit einer federbelasteten Rastkugel 64 versehen, die in eine
Rastausnehmung 66 eingetaucht ist, die ihrerseits in der der Rastkugel 64 gegenüberliegenden
Fläche der Aufnahmeausnehmung ausgebildet ist. Die Rastausnehmung 66 ist derart ausgestaltet,
daß die Rastkugel 64 sich in ihr bewegt, wenn die Preßbacke 44 verschoben wird. Rastkugel
und Rastausnehmung bilden also auch eine Führung zum Führen der Preßbacke 44 in der
Aufnahmeausnehmung 52.
[0036] Wie insbesondere in den Fign. 6 und 9 dargestellt, besteht die Anpreßfläche 48 einer
Preßbacke aus drei parallel zueinander verlaufenden Linienflächen, die im Abstand
zueinander angeordnet sind und durch die Oberfläche von rippenartigen Erhebungen 68
gebildet sind. Die Enden der rippenartigen Erhebungen 68 zweier benachbarter Preßbacken
sind, obwohl diese aneinander anliegen, voneinander beabstandet. Der Abstand ist relativ
gering und beträgt lediglich einige wenige Millimeter.
[0037] Wie insbesondere in Fig. 3 zu erkennen ist, ist der Schieber 26 an Führungsstiften
70 geführt, die in Durchgangsbohrungen der Gabelarme 56 eingesetzt sind und über die
einander zugewandten Innenflächen 72 der Gabelarme 56 überstehen. Die überstehenden
Abschnitte der beiden einander gegenüberliegenden Führungsstifte 70 sind in seitlichen
Führungsausnehmungen 74 eingetaucht, die in den Seitenkanten des Schieberkerns 34
eingearbeitet sind. Die Führungsstifte 70 begrenzen die Vorschubbewegung des Schiebers
26 durch Anlage an der in Vorschubrichtung hinteren Stirnfläche der Führungsausnehmung
74 (s. insbesondere Fig. 3).
[0038] Die Aufnahmeausnehmungen 52 und die Führungsausnehmungen 74 des Schiebers 26 können,
wie bei dem in den Figuren dargestellten Ausführungsbeispiel, in dem Schieberkern
34 ausgebildet sein. Es ist aber ebenso denkbar, daß diese Ausnehmungen neben dem
Schieberkern auch von den über Rändel-Schrauben 76 mit dem Schieberkern verschraubten
Schieberplatten 32 gebildet bzw. begrenzt sind. Dies hätte insbesondere den Vorteil
einer einfacheren fertigungstechnischen Realisierung der Rastausnehmungen 66 in den
Preßbacken-Aufnahmeausnehmungen 52. Es stehen andererseits aber auch diverse Herstellungsverfahren
(beispielsweise Materialbearbeitung durch Funken- oder Lichtbogenerosion) zur Verfügung,
die es erlauben, in die Seitenflächen der Aufnahmeausnehmungen 52 die Rastausnehmungen
66 auszubilden.
[0039] Wie in den Figuren zu erkennen ist, sind die beiden Gabelarme 56 unterschiedlich
lang. An dem Ende des längeren der beiden Gabelarme 56 ist das eine Ende des Bügels
28 drehbar gelagert; über eine die Schwenkachse 78 zwischen Gabel 24 und Bügel 28
umschließende Schenkelfeder 80 ist der Bügel 28 in Öffnungsrichtung vorgespannt. Über
eine weitere Schenkelfeder 82 ist der Verriegelungshebel 30 gegen das freie Ende des
Bügels 28 bzw. in seitlicher Richtung auf den Schieber 26 zu vorgespannt. Das freie
Ende des Bügels 28 weist einen Verriegelungsvorsprung 84 auf, der in eine Verriegelungsausnehmung
86 des Verriegelungshebels 30 bei Verriegelung des Bügels 28 eingetaucht ist. Der
Verriegelungshebel 30 ist an dem kürzeren der beiden Gabelarme 56 gelagert, weshalb
der Bügel 28 im Bereich seines freien mit dem Verriegelungsvorsprung 84 versehenen
Endes im wesentlichen parallel zum längeren der beiden Gabelarme verläuft, sozusagen
eine Verlängerung des kürzeren Gabelarms 56 darstellt. In diesem Endabschnitt 88 verläuft
der Bügel 28 seitlich zum Schieber 26. Zur Verhinderung einer Verwindung des Bügels
28 ist dieser in seinem Endabschnitt 88 zwischen den Schieberplatten 32 teilweise
eingeschlossen, die zu diesem Zweck zwei seitliche Vorsprünge 90 aufweisen (s. Fig.
4).
[0040] Durch die Verkürzung des mit dem Verriegelungshebel versehenen Gabelarms 56 wird
der Verriegelungspunkt zwischen Bügel und Gabelarm zur Gabelbasis 58 hin verlagert.
Dies hat den Vorteil, daß sich die Verriegelung - von dem das Preßwerkzeug bedienenden
Monteur aus betrachtet - vor der Rohrleitungsverbindung abspielt. Neben einer Vereinfachung
der Handhabung wird diese Lösung aber auch den beengten Platzverhältnissen gerecht,
wenn nämlich, wie bei einem Fußbodenheizungsverteiler üblich, die anzuschließenden
Rohre bzw. Rohrleitungen dicht nebeneinander und mit geringem Abstand zur dahinter
befindlichen Wand angeordnet sind. Der schlank ausgebildete Bügel 28 zusammen mit
der Verlagerung des Ver- bzw. Entriegelungsmechanismus zum Monteur hin erlaubt es,
mit dem in den Figuren dargestellten Preßwerkzeug 10 auch unter diesen beengten Platzverhältnissen
arbeiten zu können.
[0041] Nachfolgend soll kurz auf die Funktionsweise und Anwendung des Preßwerkzeuges 10
eingegangen werden. Zum Einsetzen des in Fig. 2 bei 49 angedeuteten Preßteils in das
durch die vier Preßbacken 44,46 gebildete Maul des Preßwerkzeuges 10 wird dessen Bügel
28 durch Betätigung des Verriegelungshebels 30 geöffnet und zur Seite geschwenkt.
Anschließend wird der Bügel 28 geschlossen. Beim Schließen drücken die Preßbacken
46 des Bügels 28 über das Preßteil 49 gegen die Preßbacken 44 des Schiebers 26, der
sich daraufhin um ein gewisses Stück gegen die Kraft der Druckfedern 54 zurückbewegt.
Dieser Vorgang hat seine Ursache darin, daß die Preßbacken 44,46 in ihrer in Fig.
2 gezeigten Ausgangsposition umfangsmäßig voneinander beabstandet sind, wobei ihre
Anpreßflächen 48 bereits an der Umfangsfläche des Preßteils 49 anliegen. Der Abstand
zwischen den Preßbacken 44,46 und untereinander ist in Fig. 2 relativ groß dargestellt;
tatsächlich kann er wesentlich kleiner gewählt werden, was nicht zuletzt auch von
der Art der Verpressung (Hohl- oder Rundprofil, Kabelschuh- oder Verbinderverpressung
oder Rohrleitungsverbindung) abhängt.
[0042] Nachdem der Bügel 28 geschlossen ist, wird durch Betätigung des Hand-Hydraulikgerätes
12 der Stempel 20 gegen das rückwärtige Ende des Schiebers 26 gefahren, um bei weiterer
Betätigung des Hand-Hydraulikgerätes 12 den Schieber 26 vorzubewegen. Über die Anpreßflächen
48 wird auf das Preßteil 49 ein Anpreßdruck zum Verpressen aufgebracht. Bei der Vorbewegung
des Schiebers 26 während des eigentlichen Preßvorganges verschieben sich die Preßbacken
44,46 entlang der zugehörigen Anlageflächen der V-förmigen Ausnehmung 36 im Schieber
26 und des V-förmigen Abschnitts 42 des Bügels 28. Durch die verschiebbare Aufnahme
der Preßbacken 44 und der Preßbacken 46 bewegen sich diese jeweils aufeinander zu;
die Vorbewegung des Schiebers 26 in Richtung auf den feststehenden Bügel 28 verringert
den Abstand zweier umfangsmäßig aufeinanderfolgender Preßbacken 44,46. Auf diese Weise
wird die lineare Bewegung des Schiebers 26 in eine radiale Bewegung der Preßbacken
44,46 umgesetzt, was aufgrund der Ausbildung der Anpreßflächen 48 als Oberflächen
der einen Kreis beschreibenden Erhebungen 68 zu konzentrischen Einschnürungen des
Preßteils 49 führt. Eine Rohrverbindung, die mit einem mit derartigen Anpreßflächen
versehenen Preßwerkzeug verpreßbar ist, ist in der Gebrauchsmusterschrift DE 90 60
310.9 U1 der Anmelderin beschrieben. Der Offenbarungsgehalt dieser Gebrauchsmusterschrift
wird hiermit in den Offenbarungsgehalt der Beschreibung der hier vorliegenden Erfindung
mit einbezogen.
[0043] Anhand der zwei in den Fign. 11 und 12 gezeigten unterschiedlichen Ausgestaltungen
eines Rohrleitungsfitting soll nachfolgend beschrieben werden, wie das Preßwerkzeug
10 beim Preßvorgang an dem Fitting gegen axiale Verschiebungen gesichert festgelegt
ist. Die in den Fign. 11 und 12 dargestellten Rohrleitungsverbinder für vernetzte
Rohre bestehen aus einem kupplungsartigen Stützkörper 92, der in der Mitte einen Umfangsbund
oder eine Umfangsschulter 94 aufweist. Auf den Stützkörper 92 werden beidseitig die
Enden zweier Rohre 96 aufgesteckt. Um die Rohrenden herum sind elastisch verformbare
Preßteile 49 in Form von Preßhülsen angeordnet. Die sich beim Preßvorgang verformenden
Preßhülsen verankern sich mit dem Material der Rohre, deren Material seinerseits in
Umfangsausnehmungen des Stützkörpers 92 eindringt, was eine form- und kraftschlüssige
Verbindung von Rohr und Verbinder gewährleistet.
[0044] Die in den Fign. 11 und 12 gezeigten Schnittansichten entsprechen im wesentlichen
der in Fig. 6 gezeigten Schnittansicht mit dem Unterschied, daß das Rohr mit dem zu
verpressenden Fitting zusätzlich dargestellt ist.
[0045] Zur axialen Fixierung des Preßwerkzeuges 10 an dem Fitting oder Rohr-Anschlußstück
sind die dem Bügel 28 zugewandten Enden der Schieberplatten mit Randausnehmungen 98
versehen, die das Rohr, die Preßhülse und die Umfangsschulter umgreifen. Die Ausnehmungen
98 der beiden Schieberplatten 32 fluchten miteinander und mit der durch die Anpreßflächen
48 der Preßbacken 44,46 begrenzten Öffnung. Die Schieberplatten 32 sind über die beiden
Schieber-Preßbacken 44 verlängert und schließen demzufolge diese Preßbacken 44 zu
beiden Seiten ein. Gemäß Fig. 11 taucht die Kante der Schieberplatten-Ausnehmung 98
in eine Umfangsnut 99 ein, die in der Umfangsschulter 94 ausgebildet ist. Hierdurch
ist das gesamte Werkzeug gegen axiales Verschieben gesichert. In dieser Relativposition
von Preßwerkzeug 10 und Fitting liegt die zweite Schieberplatte 32 an dem der Umfangsschulter
94 abgewandten stirnseitigen Ende der Preßhülse an dessen Ringfläche an, wobei die
zugehörige Randausnehmung 98 im übrigen das Rohr 96 umgreift.
[0046] Zum Verpressen von Fittings mit einem Stützkörper 92 gemäß Fig. 12, bei dem die Umfangsschulter
keine Umfangsnut aufweist, wird eine an ihrem dem Bügel 28 zugewandten Ende gabelförmig
ausgebildete Schieberplatte 32' verwendet. Der die Aussparung 98 begrenzende C-förmige
Rand 32'' der Schieberplatte 32 umgreift beidseitig die Umfangsschulter 94; die andere
Schieberplatte 32 kann wie bei dem Fitting nach Fig. 11 an dem der Umfangsschulter
94 abgewandten stirnseitigen Ende der Preßhülse anliegen.
1. Preßwerkzeug, insbesondere nach einem der vorhergehenden Ansprüche, zum Aufpressen
eines zylindrischen Preßteils oder eines einen zylindrischen Abschnitt aufweisenden
Preßteils auf ein Rundprofil, insbesondere eine Rohrleitung, mit
- mehreren Preßbacken (44,46) zum allseitigen Aufpressen des Preßteils (49) in Anpreßkraftrichtung
auf das Rundprofil (96) in einem Preßvorgang und
- mehreren mit Aufnahmen zum Halten der Preßbacken (44,46) versehenen Halteteilen
(26,28), von denen mindestens eines auf das andere oder die anderen zu oder von diesem
bzw. diesen weg bewegbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
- daß jede Preßbacke (44,46) in einer in einem Winkel von ungleich 0° zur Anpreßkraftrichtung
verlaufenden Richtung verschiebbar in ihrer Aufnahme geführt ist,
- daß die Halteteile (26,28) die Preßbacken (44,46) jeweils in einer in einem Winkel
von ungleich 0° zur Radialerstreckung des Preßteils (49) verlaufenden Richtung bewegen
und
- daß die Preßbacken (44,46) vor dem Preßvorgang in eine Ausgangsposition bewegbar
sind, in der sie an dem Preßteil (49) anliegen und umfangsmäßig einen definierten
Abstand voneinander haben,
- wobei sich die Preßbacken (44,46) beim Preßvorgang infolge der Verschiebung in ihren
Aufnahmen und der Aufeinanderzubewegung der Halteteile (26,28) bis zur Einnahme einer
Verpreß-Endposition einander annähern.
2. Preßwerkzeug nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
- daß zwei Halteteile (26,28) zum Halten von insgesamt vier Preßbacken (44,46) vorgesehen
sind,
- daß an jedem Halteteil (26,28) zwei im wesentlichen rechtwinklig gegeneinander und
in einem Winkel von im wesentlichen 45° zur Bewegungsrichtung des mindestens einen
Halteteils (26) verdreht angeordnete Preßbacken (44,46) gelagert sind und
- daß die Preßbacken (44,46) in einem Winkel von im wesentlichen 45° zur Bewegungsrichtung
des mindestens einen Halteteils (26) in ihren Aufnahmen längsverschiebbar geführt
sind.
3. Preßwerkzeug nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßbacken (44,46)
rastend in die Aufnahmen der Halteteile (26,28) einsetzbar sind und daß die Preßbacken
(44,46) in den Aufnahmen der zugehörigen Halteteile (26,28) mittels der Rastverbindung
bei der Verschiebung innerhalb der Aufnahmen geführt sind.
4. Preßwerkzeug nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß jede Preßbacke (44,46) in
einer ihrer in Verschiebungsrichtung verlaufenden Seitenflächen ein federbelastetes
herausragendes Rastelement (64) aufweist, das bei in die zugehörige Aufnahmeausnehmung
(52) eingesetzter Preßbacke (44,46) in eine längliche Rastvertiefung (66) eingetaucht
ist, die in der dem Rastelement (64) gegenüberliegenden Seitenfläche der Aufnahmeausnehmung
(52) ausgebildet ist und in der sich das Rastelement (64) beim Verschieben der Preßbacke
(44,46) bewegt.
5. Preßwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Preßbacken
(44,46) durch Federkraft in ihre jeweilige Ausgangsposition vorgespannt sind und sich
beim Preßvorgang infolge des Anliegens an dem Preßteil (49) bei aufeinander zu bewegten
Halteteilen (26,28) gegen die Federkraft aus der jeweiligen Ausgangsposition heraus
in die jeweilige Endposition hinein bewegen.
6. Preßwerkzeug nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß für jede Preßbacke (44,46)
eine zwischen dieser und der zugehörigen Aufnahme angeordnete Feder (60) vorgesehen
ist.
7. Preßwerkzeug nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß jede Preßbacke
(44,46) auf ihrer der Anpreßfläche (48) zum Anliegen an dem Preßteil (49) gegenüberliegenden
Seite einen Ansatz (50) aufweist, der in eine Aufnahmeausnehmung (52) des zugeordneten
Halteteils (26,28) einsetzbar ist, in welcher die Preßbacke (44,46) rechtwinklig zur
Anpreßkraftrichtung beim Preßvorgang verschiebbar geführt ist.
8. Preßwerkzeug nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß pro Preßbacke (44,46) eine
zwischen dem Ansatz (50) und der Aufnahmeausnehmung (52) angeordnete Druckfeder (60)
vorgesehen ist und daß die Druckfeder (60) der beiden an einem Halteteil (26,28) gelagerten
Preßbacken (44,46) an den einander zugewandten Enden der Ansätze (50) angeordnet sind.