[0001] Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren bzw. eine Vorrichtung zur Durchführung
des Verfahrens zum automatischen Zuführen von mindestens einem Wattewickel und zum
automatischen Abführen mindestens einer leergelaufenen Hülse an einer watteverarbeitenden
Maschine mittels eines Transportsystems.
[0002] Aus der Patentliteratur sind mehrere automatische Transportsysteme bekannt, wobei
die Wickel einzeln oder in Gruppen über in Schienen verschiebbar gelagerten Greiferelemente
über Kopf einer wickelverarbeitenden Maschine, z.B. einer Kämmaschine, zugeführt werden.
So ist z.B. aus der EP-PS 118 600 eine Vorrichtung bekannt, wobei eine Gruppe von
Wattewickeln einer Hub- bzw. Senkstation einer wickelverarbeitenden Maschine, in diesem
Beispiel einer Kehrstrecke, zugeführt werden. Die Wickel werden dort gemeinsam und
gleichzeitig vertikal abgesenkt und auf eine Abrollstelle auf der Maschine aufgelegt.
Bevor jedoch die Wikkel auf die Abrollstellen aufgesetzt werden können, muss manuell
die noch auf der Abrollstelle befindliche leergelaufene Hülse entfernt und anschliessend
auf einen speziellen Aufnahmebügel der Greifereinrichtung aufgesteckt werden. Dies
ist jedoch sehr zeitaufwendig und erfordert den Einsatz und die Ueberwachung durch
eine Bedienungsperson.
[0003] Wie aus dem Prospekt der Maschinenfabrik Rieter AG "Kämmaschine E7/5 (Impressum 1297d-0987)
zu entnehmen, wurde die zuvor beschriebene Anlage auch bei der Versorgung einer Kämmaschine
mit Wickeln in etwas abgeänderter Form verwendet. Dabei sind jeweils vor den Wickelabroll-Aufnahmen
zusätzliche Aufnahmemulden angebracht, in welche die leergelaufenen Hülsen vor Absenken
der Reservewickel manuell überführt werden. Nachdem die neuen Wickel in ihre Abrollposition
an der Kämmaschine überführt sind, werden die Wickel von den Greiferelementen freigegeben.
beschliessend verschiebt man die Greifer über eine zusätzliche Verschiebeeinrichtung
an der Senkstation in den Bereich der manuell abgelegten leeren Hülsen, wobei anschliessend
zur Hülsenaufnahme die Greifer wieder eingeschwenkt werden. Jetzt können die Greifer
mit den erfassten Hülsen vertikal angehoben und anschliessend über eine weitere horizontale
Verschiebung in den Bereich der Abtransportschiene für den Rücktransport verschoben
werden. Bei dieser Einrichtung werden zwar die Hülsen automatisch von den Greiferelementen
erfasst, jedoch ist ein zusätzlicher manueller Eingriff, sowie eine zusätzliche horizontale
Verschiebung der Greiferelemente notwendig.
[0004] Aus der japanischen Offenlegungsschrift Nr. 61/28023 ist ebenfalls eine Hub- bzw.
Senkstation zur Ueberführung einer Reihe von Wattewickeln an einer Kämmaschine gezeigt.
Die Wickel sind hierbei jeweils an einem Bügel zur Ueberführung aufgehängt. Auch bei
dieser Einrichtung ist es notwendig, die leergelaufenen Hülsen zum Rücktransport manuell
aus ihrer Abrollstellung zu entfernen, bevor die Reservewickel aufgesetzt werden können.
Zum Rücktransport müssen hierbei die zwischengelagerten Hülsen manuell auf die wieder
freigewordenen Aufnahmebügel aufgesteckt werden.
[0005] Gemäss der JP-OS 52/25125 wird zum Ueberführen der Wickel, bzw. zur Rückführung leergelaufener
Hülsen eine Kranbrücke verwendet, welche über parallel zueinander angeordnete Kämmaschinen
geführt ist. Bei dieser Transporteinrichtung benötigt man keine zusätzliche Hub- bzw.
Senkstation an den einzelnen Kämmaschinen. Vielmehr wird die Hub- bzw. Senkbewegung
durch an der Kranbrücke vertikal verschiebbar angebrachte Greiferelemente durchgeführt.
Derartige Anlagen, sind jedoch nicht in jeder Spinnerei einsetzbar, zumal die Kämmaschinen
sich aus baulichen Gründen nicht immer in paralleler Anordnung zueinander aufstellen
lassen. Auch ist der Einsatz von solchen verschiebbaren Kranbrücken eingeschränkt,
insbesondere wenn sich Säulen im Raum befinden.
[0006] Anhand des bekannten Standes der Technik stellt sich die Erfindung nunmehr die Aufgabe,
eine Transporteinrichtung für die Wickelzufuhr bzw. Leerhülsenabfuhr von wickelverarbeitenden
Maschinen zu schaffen, welche eine vollautomatische Abgabe der Wickel bzw. eine vollautomatische
Uebernahme der leergelaufenen Hülsen durch das Transportsystem ermöglicht und eine
einfache Bauweise der Uebergabestation gewährleistet.
[0007] Diese Aufgabe wird anhand des vorgeschlagenen Verfahrens nach Patentanspruch 1 bzw.
durch die Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Patentanspruch 5 gelöst.
Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind den weiteren Unteransprüchen zu entnehmen.
[0008] Durch das automatische Entfernen der Hülsen aus dem Abrollbereich und dem automatischen
Ueberführen der zwischengelagerten Hülsen in die Zustellebene der Greifelemente ist
es möglich, mit nur einer Uebergabebewegung der Greifer auszukommen, wobei die Greifer
sowohl für den Wickeltransport, als auch für den Leerhülsen-Rücktransport verwendet
werden können. Ausserdem wird eine vollautomatische Uebergabe der Hülsen an das Transportsystem,
bzw. an die Greifer gewährleistet.
[0009] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind anhand eines nachfolgenden Ausführungsbeispiels
näher beschrieben und aufgezeigt.
[0010] Es zeigen:
Fig. 1 eine schematische Seitenansicht einer Senkstation für Wattewickel mit der erfindungsgemässen
automatischen Rückführung leergelaufener Hülsen,
Fig. 2 eine Ansicht entsprechend Fig. 1 mit einem Steuerungsschema,
Fig. 3 eine Frontansicht nach Fig. 1 bzw. Fig. 2.
[0011] Aus Uebersichtlichkeitsgründen wurden die Steuerungselemente und Sensoren, welche
für die Durchführung des Wechselvorganges notwendig sind, nur in Fig. 2 dargestellt.
[0012] Fig. 1 und Fig. 2 zeigt eine Uebergabestation 1 eines Transportsystems 2 zur Nachführung
neuer Wattewickel 3, kurz Wickel genannt, und zur Abführung leergelaufener Hülsen
4 an einer Kämmaschine 5. Das Transportsystem 2 ist gebildet aus an Trägern oder an
der Decke aufgehängten Führungsschienen 6, in welchen Greifer 7 über Führungsrollen
8 horizontal verschiebbar geführt werden. Die im Bereich der Uebergabestation 1 befindlichen
Führungsschienen 9 sind in vertikaler Richtung verschiebbar angebracht und fluchten
in ihrer obersten Stellung mit der Führungsschiene 6. Dabei sind die Führungsschienen
9 an Querträgern 10 befestigt, welche ihrerseits über einen Querträger 11 und beiderseits
des Querträgers 11 mit vertikal ausgerichteten Trägern 12 verbunden sind. Die Träger
12 sind jeweils mit vertikal übereinander liegenden Führungsrollen 13 versehen, welche
in an der Uebergabestation 1 befestigten Führungsprofilen 14 geführt sind (Fig. 3).
[0013] Zwei dieser Führungsprofile 14 sind an Säulen 15,16 der Uebergabestation 1 befestigt
und zwei weitere Führungsprofile 14 sind in der Mitte zwischen den beiden Säulen 15,16
an Querverbindungen 17,18, welche die Säulen 15 und 16 miteinander verbinden, befestigt.
Innerhalb der Säulen 15,16 sind Hubzylinder 19, 20 befestigt, über welche mittels
Seile 21, welche über Rollen 22 geführt sind, die Führungsschienen 9 mit den darin
befindlichen Greifern 7 abgesenkt, bzw. angehoben werden können. Wie insbesondere
aus Fig. 3 zu ersehen ist, sind jeweils eine Gruppe von vier Greifern 7 einer Führungsschiene
9 gemeinsam absenkbar. Im vorliegenden Beispiel sind zwei unabhängig voneinander verschiebbare
Führungsschienen 9 angebracht, welche in oberer Stellung über ein feststehendes an
der Uebergabestation 1 befestigtes Schienenteil 6′ verbunden sind.
[0014] Es ist jedoch möglich, beide Hubzylinder 19 und 20 steuerungsmässig so miteinander
zu verbinden, um alle acht Wickel 3 gleichzeitig miteinander einzuwechseln. Mindestens
vier der Greifer 7 sind mit schematisch dargestellten Kupplungen 23 miteinander verbunden
und werden dadurch gemeinsam verschoben. Es ist jedoch auch möglich, eine Gruppe von
acht Greifern miteinander zu verkuppeln und gemeinsam zu verschieben. Die Verschiebung
der Greifer 7 im Transportsystem 2 kann manuell oder automatisch, z.B. über einen
Reibradantrieb erfolgen. Eine derartige Lösung ist z.B. aus der JP-OS 61/28023 bekannt.
Zur Positionierung der Greifergruppen 7 innerhalb der Uebergabestation 1 sind an den
Führungsschienen 9 um Achsen 24 drehbar angelenkte Riegel 25 angebracht. Für jeweils
eine Gruppe von vier Greifern 7 ist ein Riegel 25 an der jeweiligen Führungsschiene
9 befestigt.
[0015] Die Riegel 25 werden über eine Federbelastung 26 in einer auf Anschlag (nicht gezeigt)
gehaltenen unteren Position fixiert. Ueber ein schematisch dargestelltes Zugelement
27 können die Riegel 25 nach oben entgegen der Federbelastung automatisch oder von
Hand verschwenkt werden. Der Riegel 25 ist in seinem unteren Bereich mit einer Einbuchtung
versehen, welche in unterer Stellung zur Aufnahme eines Rastelementes 28 dient, das
an einem der Greifer 7 befestigt ist.
[0016] Jeder der Greifer 7 ist mit einem verstellbaren Bügel 29 versehen, welcher zum Verschwenken
der Greifelemente 30 über eine nicht näher aufgezeigtes Schaltgestänge 31 dient. Der
Bügel 29 ragt mit einem nach oben abgewinkeltem Teil in eine um einen Drehpunkt 32
am Querträger 10 schwenkbar gelagerte Leiste 33. Die Leiste 33 ist U-förmig ausgebildet,
wobei die Oeffnung nach unten zeigt. Jeweils eine Gruppe von vier Bügeln 29 der Greifer
7 werden von einer Leiste 33 betätigt. Die Verschwenkung der Leiste 33 erfolgt über
einen Zylinder 34, welcher schwenkbar am Querträger 10 befestigt ist. Die Stellung
des Zylinders 34 und somit die jeweilige Schaltstellung der Leiste 33 bzw. des Bügels
29 wird über einen Sensor 35 der am Zylinder 34 angebracht ist, überwacht. Dabei wird
die Kolbenstellung des Zylinders 34 über den Sensor 35 in bekannter Weise auf elektromagnetischem
Wege abgegriffen. An den nach unten mit dem Querträger 10 verschiebbaren Trägern 12
sind um eine Drehachse 36 schwenkbar gelagerte Arme 37 gelagert, welche an ihrem freien
Ende 38 abgewinkelt sind. Im Bereich des abgewinkelten Teilstückes 38 sind jeweils
zwischen einem Paar solcher Arme 37 Querstangen 39 und 40 zur Aufnahme leerer Hülsen
4 befestigt. Der lichte Abstand zwischen diesen beiden parallel zueinander angeordneten
Stangen 39 und 40 ist so bemessen, dass er kleiner ist, als der Aussendurchmesser
einer leeren Hülse 4.
[0017] Der Arm 37 ist als zweiarmiger Hebel ausgebildet, wobei an dem zweiten Armstück 41
zur Verstellung des Armes 37 ein Zylinder 42 angelenkt ist. Der Zylinder 42 ist an
seinem anderen freien Ende über einen Drehpunkt 43 an dem Querträger 10 drehbar befestigt.
[0018] Zum Abgriff der Stellung der Kolbenstange des Zylinders 42 und somit zum Bestimmen
der Lage des Armes 37 bzw. der Hülsenaufnahme 44, ist der Zylinder 42 entsprechend
dem Zylinder 34 mit einem Sensor 45 versehen (Fig. 2).
[0019] Die Hülsenaufnahme 44 bilden die zwei parallel zueinander verlaufenden Querstangen
39 und 40. Zur Ueberwachung der obersten Endlage der Querträger 10 sind an den Säulen
15,16, bzw. an deren Querverbindung 17 Sensoren 46 befestigt.
[0020] Wie aus Fig. 1 und 2 zu entnehmen, liegt ein voller Wickel 3 auf den Wickelwalzen
47,48 zum Abrollen an einer Kämmaschine 5 auf. Die Abrollrichtung des Wickels ist
durch einen Pfeil bzw. durch die gestrichelte Darstellung einer abgerollten Wattebahn
gekennzeichnet. Auf eine detailliertere Darstellung der nachfolgenden Verarbeitungsorgane
der Kämmaschine wird hier aus Uebersichtlichkeitsgründen verzichtet. Hierbei wird
auf die Darstellung z.B. in der EP-OS 368 059 verwiesen.
[0021] Unterhalb des Wickels 3 zwischen den beiden Wickelwalzen 47,48 ist eine Hülsenauswurfeinrichtung
49 um eine Drehachse 50 drehbar gelagert. Der Hülsenauswerfer 49 ist als zweiarmiger
Hebel ausgebildet, wobei der Arm 51 über eine Feder 52 in einer unteren Lage gehalten
wird und der zweite Arm 53 von einem Zylinder 54 beaufschlagt wird, welcher schwenkbar
am Rahmen der Kämmaschine 5 angelenkt ist. Hinter der hinteren Wickelwalze 48 ist
ein schräg nach unten verlaufendes Abrollblech 55 angebracht. Am Ende des Abrollbleches
55 ist eine Platte 56 drehbar um eine Achse 57 befestigt. Die Platte 56 wird über
eine Feder 58, die an einem Verlängerungsstück 59 der Platte 56 angreift, in einer
nach oben gerichteten Lage gehalten.
[0022] Die Platte 56 nimmt in der gestrichelt gezeichneten Lage eine Sperrstellung für die
ausgeworfene Hülse 4 ein, welche über das Abrollblech 55 nach hinten abrollt. Wie
in Fig. 1 und 2 angedeutet, ist die Platte 56 an ihrem freien Ende leicht abgebogen
und reicht mit diesem Ende in den vertikalen Bewegungsbereich der Querstange 40, wenn
der Arm 37 sich in nach unten geschwenkter Stellung (X,Y) befindet.
[0023] Zur genauen axialen Abstandshaltung der nach hinten ausgestossenen leeren Hülsen
4, ist die Stange 40 mit in regelmässigen Abständen angebrachten Seitenführungen 60
versehen, durch welche die Hülsen 4 seitlich in einer Aufnahmelage fixiert werden.
Diese Positionierung ist für die Uebergabe zu den Greifern 7 notwendig.
[0024] Nachfolgend wird nun der Wechselvorgang von Reservewickeln 3 gegen leergelaufene
Hülsen 4 näher beschrieben:
Die Erläuterung des Wechselvorganges wird im wesentlichen anhand einer Wechselstelle
vorgenommen. In Wirklichkeit läuft dieser Wechselvorgang jedoch gleichzeitig an vier
bzw. acht Wechselstellen an der Kämmaschine ab.
[0025] Sobald der Sensor 61 erkennt, dass die letzte Lage der Watte des Wickels 3 von der
Hülse 4 abläuft, wird der betrieb der Kämmaschine 5 gestoppt und der Rest der noch
auf der Hülse 4 befindlichen Watte entfernt. Dies kann z.B. nach einem Verfahren erfolgen,
welches in der EP-OS 437 807 beschrieben ist. Nachdem sich keine Watte mehr auf der
Hülse 4 befindet, wird der Hülsenauswerfer 49 über den Zylinder 54 betätigt und überführt
die auf den Wickelwalzen 47,48 aufliegende Hülse 4 von der Position I in eine Position
II auf das Abrollblech 55. Die Auslösung des Hülsenauswerfers 49 bzw. des Zylinders
54 erfolgt durch das Durchschalten der Druckluftzufuhr von einer Druckluftquelle 62
über ein Ventil 63, welches von einer Steuereinheit 64 durchgeschaltet wird. Die Durchschaltung
des Ventils 63 erfolgt dann, wenn die Steuereinheit 64 das Signal "Hülse abgelaufen"
über die Leitung 65 vom Sensor 61 und das Signal "Restwatte von Hülse entfernt" von
der Steuereinheit 66 über die Leitung 67 erhält. Gleichzeitig während diesem Vorgang
erhält die Steuereinheit 68 über die Leitung 69 das entsprechende Signal vom Sensor
61.
[0026] Im Bereich der Führungsschienen 9 sind am Querträger 10 Sensoren 70 angebracht, welche
überwachen, ob sich im Bereich der Uebergabestation 1 bereits Greifer 7 mit Reservewickel
3 oder von Greifern aufgenommene leere Wickel 4 befinden. Dieser Sensor 70, welcher
nochmals schematisch im unteren Teil der Fig. 2 angedeutet wurde, übermittelt seine
Signale ebenfalls an die Steuereinheit 68. Hat der Sensor 70 keine Wickel bzw. Hülsen
detektiert, so übermittelt die Steuereinheit 68 an den Antrieb 71 für die Transporteinrichtung
den Befehl "Bereitstellung von Reservewickeln".
[0027] Die Reservewickel 3 werden nun in einem oder zwei Zügen mit vier bzw. acht Wickeln,
welche in Greifern 7 aufgehängt sind der Uebergabestation 1 zugeführt und in die Führungsschienen
9 eingefahren. Die Positionierung der Züge innerhalb der Uebergabestation 1 geschieht,
wie bereits zuvor beschrieben über die Riegel 25, welche, wie ebenfalls schematisch
unten in Fig. 2 angedeutet ist, ein Signal über einen nicht näher aufgezeigten Sensor
"Zug angefahren und positioniert" an die Steuereinheit 68 abgeben. Sobald dieses Signal
erfolgt, wird über die Steuereinheit 68 das Ventil 72 durchgeschaltet, wodurch der
Zylinder 19 von der Druckluftquelle 62 mit Druckluft beaufschlagt wird. Dadurch bewegt
sich das Seil 21 in der Säule 15 nach oben und rollt über die Führungsrollen 22 ab.
Dieser Vorgang wird jedoch nur dann vorgenommen, wenn sich der Hebel 37 in der Stellung
X befindet. Auch das Einfahren der Reservewickel 3 in die Führungsschienen 9 erfolgt
nur dann, wenn der Steuereinheit 68 gemeldet wird "Schienen 9 in oberster Lage" (Sensor
46) und Hebel 37 in Position X" (Sensor 45). Diese Position wird über den Sensor 45
bzw. über die Leitung 73 an die Steuereinheit 68 übermittelt. Die Position II der
ausgeworfenen Hülse 4 überwacht ein Sensor 75, der über die Leitung 76 ein entsprechendes
Signal an die Steuereinheit 68 abgibt. Bevor der Sensor 75 nicht das Signal "Leerhülse
vorhanden" abgibt, wird ebenfalls der Absenkvorgang nicht ausgelöst.
[0028] Während des Absenkvorganges in die untere strichpunktiert gezeigte Lage, wo der volle
Wikkel 3 bereits auf den Wickelwalzen 47,48 aufliegt, trifft die Querstange 40 auf
die schwenkbar gelagerte Platte 56 und schwenkt diese entgegen der Federkraft der
Feder 58 in die untere durchgezogen gezeigte Stellung. Dadurch ist die bisher gesperrte
Abrollbewegung der Hülse 4 von der Position II wieder frei, wodurch die Hülse 4 weiter
bis in die Hülsenaufnahme 44 zwischen den Querstangen 39 und 40 in die Position III
rollt.
[0029] Hat die Hülse die Position III erreicht, so wird dies von einem Sensor 77, z.B. einem
Näherungssensor über die Leitung 78 der Steuereinheit 68 gemeldet. Nachdem der Sensor
75 das Vorhandensein der ausgeworfenen Hülse in Position II ermittelt hat, wird diese
Meldung auch an die Steuereinheit 64 übermittelt, wodurch die Druckluftzufuhr über
das Ventil 63 zum Zylinder 54 wieder unterbrochen wird und der Hülsenauswerfer über
die Feder 52 wieder in seine untere Ausgangslage zurückgeführt wird. Aus Uebersichtlichkeitsgründen
wurde der Sensor 75 nochmals schematisch neben der Steuereinheit 64 dargestellt.
[0030] Beim Erreichen der unteren strichpunktiert gezeichneten Lage der Querträger 10, wird
ein Sensor 79 betätigt und gibt sein Signal über eine Leitung 80 an die Steuereinheit
68 ab. Die Druckluftzufuhr zum Zylinder 19 bzw. 20 über das Ventil 72 wird nun unterbrochen.
[0031] Sobald der Wickel 3 auf den Wickelwalzen 47,48 aufliegt, wird das Vorhandensein eines
vollen Wickels über den Sensor 61 der Steuereinheit 81 übermittelt, welche das Ventil
82 zur Beaufschlagung des Zylinders 34 von der Druckluftquelle 62 aus vornimmt. Dadurch
wird die Leiste 33 und somit der Bügel 29 verschoben und über das Schaltgestänge 31
die Greifelemente 30 um 90° um ihre Längsachse verdreht und somit der Wickel 3 freigegeben.
Diese Freigabestellung wird über den Sensor 35 der Steuereinheit 68 über die Leitung
83 bzw. der Steuereinheit 84 über die Leitung 85 übermittelt. Infolge dessen wird
das Ventil 72 über die Steuereinheit 68 so angesteuert, dass der Druckzylinder 19
bzw. 20 auf den Befehl "Greifer 7 hochfahren" eingefahren wird. Das Seil 21 bewegt
sich dann in der Säule 15 bzw. 16 nach unten, wodurch der Querträger 10 mit den Greifern
7 solange nach oben fährt, bis der Sensor 46 betätigt wird und den Befehl "Stopp des
Hochfahrens" auslöst.
[0032] Dieses Stoppsignal wird über die Leitung 86 an die Steuereinheit 84 und die Leitung
87 an die Steuereinheit 68 übermittelt. Die leere Hülse 3 welche mit nach oben verschoben
wurde, nimmt in dieser Stellung die Position IV ein. Die Steuereinheit 84 schaltet
nunmehr das Ventil 88 durch, welches den Zylinder 42 mit Druckluft beaufschlagt. Dadurch
verschwenkt der Arm 37 in die obere durchgezogen gezeichnete Stellung und die Hülse
4 nimmt die Position IV ein. Sobald der Arm 37 bzw. die Hülsen 4 die obere Stellung
erreicht haben, wird über einen Sensor 45 die Verschwenkbewegung gestoppt. Dieser
Stoppbefehl wird über die Leitung 89 der Steuereinheit 81 und der Steuereinheit 68
übermittelt.
[0033] Dies löst die Beaufschlagung des Ventils 82 durch die Steuereinheit 81 aus, wodurch
die Leiste 33 und somit der Bügel 29 verschoben wird. Daraus resultiert, dass die
Greifelemente wieder um 90° einschwenken und in den lichten Bereich des Innendurchmessers
der in Position V befindlichen Hülse 4 gelangen. Sobald die Verschwenkung der Greifelemente
30 durchgeführt ist, wird dieses Signal über die Leitung 85 an die Steuereinheit 84
übermittelt. Als Folge davon wird über die Steuereinheit 84 das Ventil 88 wieder umgeschaltet,
wodurch sich der Arm 37 bzw. die Hülsenaufnahme 44 wieder nach unten in die Stellung
X bewegt. Dabei verschiebt sich die Hülse 4 bis in die Position VI in welcher sie
von den Greifelementen erfasst ist bzw. in dem Greifer 7 hängt. Das Erreichen der
unteren Position X des Armes 37 wird über den Sensor 45 an die Steuereinheit 68 übermittelt.
D.h. die leeren Hülsen hängen somit abholbereit in Transportstellung. Ueber die Steuereinheit
68 wird nunmehr an die Antriebseinheit 71 für das Transportsystem der Befehl übermittelt
"Zug mit leeren Hülsen abtransportieren". Die Verriegelungen 25 werden dann automatisch
oder von Hand gelöst und die leeren Hülsen an eine wickelbildende Maschine zurücktransportiert.
Die neuen auf der Kämmaschine befindlichen Wickel werden manuell oder automatisch
an die auslaufende Watte angesetzt und der Kämmvorgang fortgesetzt.
[0034] Die Steuereinheiten 64,66,68,81 und 84 zum Ansteuern der entsprechenden Ventile wurden
im Ausführungsbeispiel aus Uebersichtlichkeitsgründen in getrennter Anordnung gezeigt.
[0035] In der Praxis sind die einzelnen Steuereinheiten in einer zentralen Steuereinheit
zusammengefasst.
[0036] Die vorgeschlagene erfindungsgemässe Vorrichtung bietet somit eine vollautomatische
Möglichkeit zum Auswechseln der Wickel bzw. der leeren Hülsen über eine Uebergabestation
an einer Kämmaschine bzw. auch für andere Wickel verarbeitende Maschinen. Die erfindungsgemässe
Ausführung ist jedoch nicht nur auf derartige Senkstationen beschränkt, sondern kann
auch in Verbindung mit einem Wagentransport Anwendung finden.
1. Verfahren zum automatischen Zuführen von mindestens einem Wattewickel (3) und zum
automatischen Abführen mindestens einer leergelaufenen Hülse (4) an einer Watte verarbeitenden
Maschine (5) mittels eines Transportsystems (2), gekennzeichnet durch folgende Verfahrensschritte:
- automatisches Ueberführen der leergelaufenen Hülse (4) in mindestens eine Zwischenposition
(II,III), wobei die ursprüngliche Abrollposition (I) für die Aufnahme eines neuen
Wattewickels (3) frei wird,
- automatische Ueberführung des von dem Transportsystem (2) bereitgestellten Wattewickels
(3) in eine Aufnahmeposition (I) an der wickelverarbeitenden Maschine (5),
- automatische Ueberführung der Hülse (4) von der Zwischenposition (II,III) in eine
Abgabeposition (V),
- Uebernahme der Hülse (4) von der Abgabeposition (V) und Rückführung zu einer wickelbildenden
Maschine durch das Transportsystem (2).
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der von dem Transportsystem
(2) bereitgestellte Wickel (3) in einer vertikalen Ebene (E) auf eine Abrollposition
(I) an der wickelverarbeitenden Maschine (5) aufgesetzt wird und die leergelaufene
Hülse (4) beim Ueberführen in eine Zwischenposition (II,III) aus dem Bereich und beim
Ueberführen aus der Zwischenposition (II,III) in die Abgabeposition (V) in den Bereich
dieser vertikalen Ebene (E) überführt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass der von dem Transportsystem
(2) bereitgestellte Wickel (3) in einer vertikalen Ebene (E) auf die Aufnahmeposition
(I) an der wickelverarbeitenden Maschine (5) aufgesetzt wird und die leergelaufene
Hülse (3) über mindestens zwei unterschiedliche Bewegungsrichtungen beim Ueberführen
in eine Zwischenposition (II,III) und von der Zwischenposition in die Abgabeposition
(V) in den Bereich dieser vertikalen Ebene (E) überführt wird.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, dass mehrere in
Reihe zueinander ausgerichtete Wickel (3) gleichzeitig gegen die entsprechende Anzahl
leergelaufener Hülsen (4) ausgewechselt werden.
5. Vorrichtung zur Ausführung des Verfahrens nach Anspruch 1,2,3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
dass die von der Transporteinrichtung (2) zugeführten Wattewickel (3) über eine Senkstation
(1) in einer vertikalen Ebene (E) auf eine Aufnahme (V) der wickelverarbeitenden Maschine
(5) aufgesetzt werden und die leergelaufenen Hülsen (4) durch Verbreitern des Abstandes
der sie tragenden Wickelwalzen (47,48) oder durch eine Auswerfeinrichtung (49) über
ein Führungselement (55) an eine Aufnahmemulde (44) abgibt, aus welcher die Hülse
(4) mittels eines Ueberführungsmittels (37,38,39,40) in den Bereich der vertikalen
Zustellebene (E) des Transportsystems (2) überführt wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass das Ueberführungsmittel
durch eine verschieb- und oder verschwenkbar gelagerte Aufnahmemulde (44) gebildet
wird.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 5 und 6, dadurch gekennzeichnet, dass das Transportsystem
(2) mit mindestens einem horizontal verschiebbaren Greifer (7) zur Aufnahme von einem
Wickel (3) oder einer Hülse (4) versehen ist.
8. Vorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmemulde (44) an
der Senkstation (1) vertikal verschiebbar und um eine Schwenkachse (36) drehbar gelagert
ist.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 6 - 8, dadurch gekennzeichnet, dass die Aufnahmemulde
(44) aus parallel zueinander verlaufenden Stäben (39,40), welche zwischen zwei schwenkbar
gelagerten Armen (37,38) befestigt sind, gebildet ist und der lichte Abstand der Stäbe
(39,40) kleiner ist als der Aussendurchmesser der leergelaufenen Hülsen (4).
10. Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass mindestens ein Stab (40)
mit Abstandshaltern (60) zur axialen Fixierung der Hülsen (4) in der Aufnahmemulde
(44) versehen ist.