[0001] Die Erfindung betrifft eine aus einer Wechselspannungsquelle, vorzugsweise der Netzwechselspannung,
gespeiste Steuerschaltung für Gasbrenner. Eine dem Gattungsbegriff des Anspruchs 1
entsprechende Steuerschaltung dieser Art ist in der älteren europäischen Patentanmeldung
90 105 518.6 vom 23.3.1990 beschrieben und als EP-A 0 440 872 veröffentlicht. Ausgehend
von diesem Stand der Technik liegt der vorliegenden Erfindung in erster Linie die
Aufgabe zugrunde, vor dem Anlauf eines Brennerzyklus das ordnungsgemäße Arbeiten des
Flammenfühlers zu überprüfen. Darüber hinaus soll die Arbeitsweise der Steuerschaltung
verbessert und noch zuverlässiger gestaltet werden. Der Lösung dieser Aufgaben dient
die im Anspruch 1 gekennzeichnete Erfindung. Der Flammenfühler wird daraufhin überprüft,
ob er etwa bereits vor Öffnen des Gasventils ein Ausgangssignal liefert und damit
das Vorhandensein einer Flamme vortäuscht. Ist dies der Fall, so geht die Steuerschaltung
in den Verriegelungszustand über und ist nicht in der Lage, das Gasventil zu öffnen.
Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0002] Die Erfindung wird nachfolgend anhand der Zeichnungen erläutert. Darin zeigt:
- Fig. 1
- das Schaltbild einer bevorzugten Ausführungsform der Steuerschaltung;
- Fig. 2
- den Verlauf der Ströme und Spannungen an verschiedenen Schaltungspunkten im Normalbetrieb;
und
- Fig. 3
- die Signalverläufe an verschiedenen Schaltungspunkten für den Fall, daß der Flammenfühler
bereits vor Einschaltung des Gasventils das Vorhandensein einer Flamme vortäuscht.
[0003] In Figur 1 sind für diejenigen Bauelemente, welche mit denen der zuvor erwähnten
älteren Anmeldung übereinstimmen, gleiche Bezugszeichen verwendet. Die Schaltungsanordnung
wird mit Wechselspannung betrieben, wozu beispielsweise die Netzwechselspannung von
220V zwischen die Leitungsklemme L und Masse N angeschlossen ist. Sobald der Kontakt
TH eines Raumthermostaten oder sonstigen die Zufuhr von Heizenergie anfordernden Schalters
schließt, wird über den Widerstand R13 und die Diode D8 sowie die Erregerwicklungen
des Einschaltrelais GR und des Sicherheitsrelais SR der Kondensator C2 aufgeladen.
Zugleich steigt damit die Spannung an dem dem Kondensator C2 über die Sperrdiode D4
angeschlossenen Kondensator C4, d.h. am Schaltungspunkt P3 ebenfalls an. Der Ladestrom
für den Kondensator C2 reicht jedoch nicht aus, um eines der beiden Relais GR bzw.
SR zum Ansprechen zu bringen. Hierfür ist es vielmehr erforderlich, daß nach Aufladung
des Kondensators C2 kurzzeitig der Rückstellschalter RS von Hand betätigt wird. Damit
wird ein Entladestromkreis für den Kondensator C2 über die Reihenschaltung von Relaiswicklung
SR und Diode D9 kurzzeitig geschlossen, so daß durch dieses Relais ein erhöhter Strom
fließt. Er bringt das Relais zum Ansprechen. Damit legt der Umschaltkontakt sr des
bistabilen Sicherheitsrelais SR vom Ruhekontakt s1 auf den Arbeitskontakt s2 um. Folglich
fließt Strom von der Netzklemme L über den Arbeitskontakt s2 des Sicherheitsrelais
SR und den Ruhekontakt p1 eines Strömungsschalters PR zum Lüftermotor LM sowie durch
die Erregerwicklung des dem Lüftermotor parallelgeschalteten Luftstromrelais AR. Dieses
Relais spricht an und legt seinen Kontakt ar gegen den Ruhekontakt a2. Damit ist ein
Haltestromkreis für das Relais AR und den Lüftermotor LM hergestellt. Mit dem Umschalten
des Sicherheitsrelais SR wird gleichzeitig über dessen Arbeitskontakt s2 die Gleichstromversorgungseinrichtung
PS an die Netzspannung gelegt. Sie erzeugt beispielsweise eine stabilisierte Ausgangsspannung
von +22V für die Versorgung des Operationsverstärkers OP sowie des Flammenfühlers
FS und anderer Schaltungsteile. Sobald der Lüftermotor LM läuft und der Strömungsschalter
PR die ordnungsgemäße Zufuhr von Spülluft bzw. Verbrennungsluft meldet, legt sein
Kontakt pr vom Ruhekontakt p1 auf den Arbeitskontakt p2 um, wodurch über diesen und
die Kontakte ar und sr nunmehr auch der Schaltarm des Relaiskontakts gr des Einschaltrelais
an Spannung liegt.
[0004] Jetzt erhält über den Ruhekontakt g1 des Einschaltrelais GR die Reihenschaltung des
Widerstands R1 und der Gleichrichterdiode D1 die Netzwechselspannung der Netzleitung
L, so daß über diese beiden Schaltelemente und die Wicklungen der Relais GR und SR
der Kondensator C2 und mit ihm der Kondensator C4 aufgeladen werden. Wiederum reicht
dieser Strom nicht aus, um eines der beiden Relais SR bzw. GR zum Ansprechen zu bringen.
[0005] Der Kondensator C4 hat eine wesentlich geringere Kapazität von beispielsweise 0,47
µF als der Kondensator C2 mit beispielsweise 47 µF. Dem Kondensator C4 ist vom Verbindungspunkt
P3 nach Masse ein Spannungsteiler mit den Widerständen R7, R8 und R11 parallelgeschaltet.
Somit steigt mit Zunahme der Spannung am Kondensator C4 auch die Spannung am nicht
invertierenden Eingang (+) des Operationsverstärkers OP. Zwischen diesem an den Verbindungspunkt
P6 der Widerstände R7 und R8 angeschlossenen Eingang und dem invertierenden Eingang
(-) liegt ein Glättungskondensator C5 von z.B. 0,1 µF. Ein zwischen die stabilisierte
Versorgungsspannung von beispielsweise +22V und Masse eingeschalteter Spannungsteiler
R4, R5 legt von seinem Abgriff P7 über den Widerstand R9 eine Spannung von beispielsweise
+15V an den Verbindungspunkt P8 und damit an den invertierenden Eingang des Operationsverstärkers
OP.
[0006] Die mit dem Umlegen des Strömungsschalterkontakts pr beginnende Aufladung der Kondensatoren
C2 und C4 über die Reihenschaltung von Widerstand R1 und Diode D1 sowie die beiden
Erregerwicklungen GR und SR setzt die Vorspülperiode des Brenners in Gang. Die Dauer
dieser Vorspülperiode wird im wesentlichen durch den Kondensator C4 bestimmt. Sobald
dessen masseferne Belegung am Verbindungspunkt P3 ein Potential solcher Größe annimmt,
daß die Spannung am Abgriff P6 des Spannungsteilers R7, R8, R11 die gleiche Höhe erreicht,
wie die Spannung am invertierenden Eingang (-) des Operationsverstärkers, d.h. am
Schaltungspunkt P8, liefert der Operationsverstärker OP an seinem Ausgang ein positives
Schaltsignal. Dieses gelangt über den Widerstand R10 an die Basis des Transistors
T2, der somit durchschaltet und einen Entladestromkreis für den Kondensator C2 über
das Sicherheitsrelais SR herstellt. Mit dem Durchschalten des Transistors T2 ist,
vgl. Fig. 2, die Vorspülperiode VSP beendet und die Sicherheitsperiode SP beginnt
zu laufen. Mit dem Durchschalten des Transistors T2 entlädt sich der Kondensator C2
zugleich über die Reihenschaltung von Diode D2 und Widerstand R3 über das Einschaltrelais
GR nach Masse, wodurch das Einschaltrelais GR zum Ansprechen gebracht wird. Während
das bistabile Sicherheitsrelais SR seine Schaltlage beibehält, schaltet das Einschaltrelais
GR seinen Kontakt gr auf den Arbeitskontakt g2 um, so daß nunmehr die Erregerwicklung
VG des Gasventils V an die Netzwechselspannung angeschlossen wird und das Gasventil
öffnet. Der Haltestrom für das Einschaltrelais GR wird von der über den Widerstand
R2 an die Leitung L1 angeschlossenen Diode D3 geliefert und fließt über die Zenerdiode
ZD1 und die Wicklung des Relais GR sowie den Transistor T2 nach Masse. Der Strom über
die Wicklung des Relais GR wird geglättet durch den Kondensator C3. Der Kondensator
C1, von beispielsweise 47 µF, wird dabei auf die Spannung an der Zenerdiode ZD1 aufgeladen.
[0007] Mit dem Erscheinen des Ausgangssignals des Operationsverstärkers OP wird nicht nur
der Transistor T2, sondern über den Widerstand R14 auch der Transistor T1 durchgeschaltet.
Bei fehlender Flamme liegt am Ausgang FO des Flammenfühlers FS eine Spannung von 0V.
Bei Durchschaltung des Transistors T1 entsteht am Widerstand R5 ein Spannungsabfall,
der den Verbindungspunkt P7 von zuvor etwa +15V auf etwa +6V absenkt. Da der Zündtransformator
ZT mit Strom versorgt und das Gasventil V geöffnet ist, kann sich eine Flamme bilden.
Die Sicherheitsperiode, innerhalb der eine Flamme entstanden sein muß, wird bestimmt
durch die Entladedauer des Kondensators C4 über die Widerstände R7, R8 und R11. Sobald
bei fehlender Flamme im Zuge dieser Entladung die Spannung am Verbindungspunkt P6
und damit am nicht invertierenden Eingang des Operationsverstärkers OP diejenige von
beispielsweise +6V am invertierenden Eingang (-) unterschreitet, verschwindet das
Ausgangssignal des Operationsverstärkers und der Transistor T2 sperrt. Der zuvor von
der Leitung L1 über den Widerstand R2, die Diode D3, die Zenerdiode ZD1, das Relais
GR und den Transistor T2 nach Masse fließende Strom fließt nach dem Sperren des Transistors
T2 nunmehr vom Relais GR über das Sicherheitsrelais SR und den Kondensator C4 nach
Masse und schaltet das Sicherheitsrelais SR in seine Sicherheitsstellung um, in welcher
der Kontakt sr am Ruhekontakt s1 anliegt. Damit sind wiederum Gasventil, Lüfter und
Stromversorgungseinrichtung vom Netz getrennt. Der anfängliche Ausgangszustand ist
wieder hergestellt. Eine neue Einschaltung kann nur durch Betätigen der Rückstelltaste
RS eingeleitet werden.
[0008] Bildet sich hingegen während des Sicherheitsperiode SP eine Flamme, so schaltet der
Ausgang FO des Flammenfühlers FS auf eine Spannung von beispielsweise +22V und schaltet
über den Widerstand R15 und die Diode D5 den Transistor T3 durch. Damit kann sich
der Kondensator C1 von z.B. 22µF über das Flammenrelais FR und den Transistor T3 entladen
und das Flammenrelais FR zum Ansprechen bringen. Es wird in seiner Einschaltstellung
gehalten durch den Strom, der zuvor über die Zenerdiode ZD1 floß und nunmehr wegen
des geringeren Widerstandes über die Reihenschaltung von Flammenrelais FR und Transistor
T3 fließt. Mit dem Ansprechen des Flammenrelais FR schaltet sein Kontakt fr vom Ruhekontakt
f1 auf den Arbeitskontakt f2. Damit wird der Zündtransformator ZT abgeschaltet. Vom
Arbeitskontakt f2 gelangt über die Diode D7 und den Widerstand R12 eine 50Hz Halbwellenspannung
an den Verbindungspunkt P4 der beiden Spannungsteilerwiderstände R8 und R11. Diese
pulsierende Spannung wird vom Kondensator C5 geglättet und erzeugt am Verbindungspunkt
P6 eine gegenüber dem Verbindungspunkt P8 positive Spannung, so daß der Operationsverstärker
OP sein Ausgangssignal von beispielsweise +20V aufrechterhält. Der Transistor T2 bleibt
solange durchgeschaltet, wie der Flammenfühler FS das Vorhandensein einer Flamme meldet.
Gleichzeitig wird der Kondensator C5 dadurch überwacht, daß im Falle seines Fehlens
der Ausgang des Operationsverstärkers im 50Hz-Rhythmus umschalten würde was, wie oben
erwähnt, eine Abschaltung des Sicherheitsrelais SR in die Sicherheitsstellung zur
Folge hätte.
[0009] Sollte der Flammenfühler FS vor dem Einschalten oder während der Vorspülperiode das
Vorhandensein einer Flamme vortäuschen und ein Ausgangssignal von beispielsweise +20V
am Ausgang FO liefern, so könnte der Transistor T1 nicht durchschalten. Die Spannung
am Verbindungspunkt P7, welche bei Normalbetrieb, wie erwähnt von +15V auf +6V abfällt,
würde nicht absinken. Da dieser Spannungsabfall während der Sicherheitsperiode geschieht,
ergäbe sich somit eine Sicherheitsdauer von praktisch Null. Das Flammenrelais FR kann
jedoch nicht ansprechen, weil der Transistor T3 durch das Ausgangssignal des Flammenfühlers
FS ständig durchgeschaltet ist und sich somit der Kondensator C1 nicht aufladen kann.
Der über das Flammenrelais FR und den Transistor T3 fließende Strom reicht zwar zum
Halten des Relais, ist aber als Ansprechstrom zu gering. Wenn das Flammenrelais FR
nicht umschaltet, erhält der Verbindungspunkt P4 am Spannungsteiler R8, R11 keine
pulsierende 50Hz-Spannung. Damit fehlt die bei Normalbetrieb am nicht invertierenden
Eingang (+) des Operationsverstärkers OP notwendige positive Spannung gegenüber dem
invertierenden Eingang. Da wie zuvor erläutert die Sicherheitsperiode praktisch Null
ist, erfolgt nach der Vorspülzeit unmittelbar eine Abschaltung des Sicherheitsrelais
SR.
[0010] Figur 2 zeigt verschiedene Strom- und Spannungsverläufe bei Normalbetrieb und zwar
den Strom I
GR durch das Einschaltrelais GR, den Strom I
SR im Sicherheitsrelais SR, die Spannung V
OP am Ausgang des Operationsverstärkers OP, die Spannung V
P3 am Schaltungspunkt P3, die Spannung V
FO am Ausgang des Flammenfühlers FS, sowie die Einschaltdauer Z des Funkenzünders und
V des Gasventils. Wie zuvor erwähnt, durchfließt zunächst ein geringer Haltestrom
I
GR = I
SR die Wicklungen von Einschaltrelais GR und Sicherheitsrelais SR, wobei sich das Sicherheitsrelais
bereits in der Einschaltlage befindet. Dieser Strom lädt den Kondensator C2 auf, wodurch
die Spannung V
P2 und mit ihrem die Spannung am Punkt P3 ansteigt. Sobald diese die Spannung am Punkt
P8 überschreitet, schaltet der Operationsverstärker durch und liefert vom Zeitpunkt
t1 ab ein Ausgangssignal von etwa +20V. Dieses schaltet den Transistor T2 durch, so
daß sich der Kondensator C3 über das Einschaltrelais GR entlädt und dieses zum Ansprechen
bringt. Die Schaltlage des Sicherheitsrelais SR ändert sich hierbei nicht. Im Zeitpunkt
t1 endet die Vorspülperiode VSP und beginnt die Sicherheitsperiode SP.
[0011] Nach dem Anziehen des Einschaltrelais GR und der Entladung des Kondensators C3 fällt
der Strom I
GR auf einen verringerten Haltestrom I
H ab.
[0012] Entsteht während der Sicherheitsperiode SP eine Flamme, so wird in der zuvor geschilderten
Weise das Flammenrelais FR zum Ansprechen gebracht. Es schaltet mit seinem Kontakt
fr die Zündfunkenquelle ZT im Zeitpunkt t2 ab. Vom Arbeitskontakt f2 gelangt über
die Diode D7 und den Widerstand R12 eine 50Hz Halbwellenspannung an den Verbindungspunkt
P4 der beiden Spannungsteilerwiderstände R8 und R11. Diese pulsierende Spannung wird
vom Kondensator C5 geglättet und erzeugt am Verbindungspunkt P6 eine gegenüber dem
Verbindungspunkt P8 positive Spannung, so daß der Operationsverstärker OP sein Ausgangssignal
von beispielsweise +20V aufrechterhält. Der Transistor T2 bleibt solange durchgeschaltet,
wie der Flammenfühler FS das Vorhandensein einer Flamme meldet. Damit befindet sich
die Anlage im normalen Betriebszustand. Er endet sobald der Thermostatkontakt TH keine
Wärme mehr anfordert und öffnet.
[0013] Falls keine Flamme entsteht, endet die Sicherheitsperiode SP, sobald im Zeitpunkt
t3 die Spannung am Punkt P6 infolge Entladung des Kondensators C4 über die Widerstände
R7, R8 und R11 unter die Spannung am Punkt P8 fällt. Damit verschwindet die Ausgangsspannung
des Operationsverstärkers OP, so daß der Transistor T2 sperrt und der Haltestrom für
das Einschaltrelais GR nunmehr über das Sicherheitsrelais SR fließt. Damit schaltet
das Sicherheitsrelais SR in seine Sicherheitsstellung um, in welcher der Kontakt sr
am Ruhekontakt s1 anliegt.
[0014] Figur 3 zeigt einige Kurvenverläufe für den Fall, daß der Flammenfühler bereits vor
dem Einschalten des Gasventils oder während der Vorspülperiode das Vorhandensein einer
Flamme vortäuscht und ein Ausgangssignal V
FO liefert. Die Ströme I
GR und I
SR durch das Einschaltrelais GR und das Flammenrelais SR haben wiederum einen Wert,
der nicht ausreicht, um das Flammenrelais zum Ansprechen zu bringen. Die Spannung
am Punkt P3 steigt wiederum mit der Aufladung der Kondensatoren C2 und C4 an und erreicht
im Zeitpunkt t1 den zum Durchschalten des Operationsverstärkers OP erforderlichen
Wert. In der geschilderten Weise wird der Kondensator C2 über das Einschaltrelais
GR entladen und bringt dieses zum Ansprechen. Da der Transistor T1 wegen des Ausgangssignals
des Flammenfühlers FS gesperrt bleibt, fällt die Spannung am Schaltungspunkt P7 nicht
ab. Wie zuvor erläutert steigt während der Vorspülzeit VSP die Spannung am Schaltungspunkt
P6 an, so daß die für die Schaltlage des Operationsverstärkers maßgebende Spannungsdifferenz
V
P8-P6 verringert wird. Sobald diese Spannungsdifferenz im Zeitpunkt t1 verschwindet und
der Operationsverstärker OP durchschaltet, wird der Transistor T2 leitend, und das
Einschaltrelais GR zieht wie zuvor beschrieben an. Im Zeitpunkt t4 sperrt der Transistor
T2 wieder, weil die Spannungsdifferenz V
P8-P6 infolge Entladung des Kondensators C4 nach kurzzeitigem Überschreiten der Null-Linie
wieder negative Werte annimmt und damit der Operationsverstärker OP sein Ausgangssignal
beendet. Mit dem Sperren des Transistors T2 im Zeitpunkt t4 fließt der Haltestrom
für das Einschaltrelais GR nunmehr über das Sicherheitsrelais SR und schaltet dieses
in die Sperrlage um. Im Zeitpunkt t5 erfolgt somit die endgültige Sicherheitsabschaltung
des Steuergeräts, womit beide Relais SR und GR stromlos werden und auch die Ausgangsspannung
V
FO des Flammenfühlers FS verschwindet.
[0015] Der Kondensator C5 ist wichtig. Ohne ihn wäre die Zeit, in welcher die Spannung am
Punkt P6 höher ist als am Punkt P8, und damit die Zeit, in welcher der Transistor
T2 leitend ist, zu kurz, um das Einschaltrelais GR zum Ansprechen zu bringen.
[0016] Mit dem Kondensator entsteht jedoch, wie der Kurvenverlauf V
P8-P6 zeigt, ein Überschwingen für die Dauer von t1 bis t4. Grund hierfür ist ein RC-Glied
zweiter Ordnung bestehend aus R1, C2 + C4, (R7/R8) + R9, C5. Die durch den Widerstand
R1 und die Diode D1 erzeugte 50Hz Halbwellenspannung wirkt für dieses RC-Glied zweiter
Ordnung wie ein Einheitssprung, welcher das genannte Überschwingen zur Folge hat.
1. Aus einer Wechselspannungsquelle, vorzugsweise der Netzwechselspannung, gespeiste
Steuerschaltung für einen über ein Magnetventil mit Gas versorgten, einen elektrischen
Funkenzünder, sowie einen Flammenfühler aufweisenden Gasbrenner, wobei
a) ein erster Ladekondensator (C2) über eine Gleichrichterdiode (D1) und die Reihenschaltung
der Erregerwicklung eines Einschaltrelais (GR) für das Magnetventil (V) und eines
bistabilen Sicherheitsrelais (SR) aus der Wechselspannungsquelle (L, N) aufladbar
ist, ohne dabei die Relais zum Ansprechen zu bringen;
b) von einem ersten Verbindungspunkt (P1) der beiden Erregerwicklungen (GR, SR) ein
erster elektronischer Schalter (T2) nach Masse (N) geschaltet ist;
c) beim Erreichen eines vorgegebenen Wertes der Spannung am ersten Ladekondensator
(C2) der erste elektronische Schalter (T2) durchschaltet und das Einschaltrelais (GR)
zum Ansprechen bringt;
d) beim Ablauf einer durch eine Verzögerungsschaltung (C4, R7, R8, OP) bestimmten
Sicherheitsperiode der erste elektronische Schalter (T2) wieder sperrt;
e) die Verzögerungsschaltung einen aus dem ersten Ladekondensator (C2) aufladbaren
zweiten Ladekondensator (C4) geringerer Kapazität sowie einen Operationsverstärker
(OP) aufweist, dessen einem Eingang (-) ein vorgegebenes Potential zugeführt ist und
dessen anderer Eingang (+) an den zweiten Ladekondensator (C4) angeschlossen ist;
und
f) ein zweiter elektronischer Schalter (T1) mit einer seiner Elektroden an einen beim
Feststellen einer Flamme eine Spannung liefernden Ausgang (FO) eines Flammenfühlers
(FS) angeschlossen ist;
dadurch gekennzeichnet, daß
g) der Ausgang (FO) des Flammenfühlers (FS) ferner an die Steuerelektrode eines mit
einem Flammenrelais (FR) in Reihe geschalteten dritten elektronischen Schalters (T3)
angeschlossen ist;
h) die Schaltstrecke des zweiten elektronischen Schalters (T1) zwischen eine Gleichspannungsquelle
(+22V) und den Ausgang (FO) des Flammenfühlers (FS) eingeschaltet ist;
i) die Steuerelektroden des ersten und des zweiten elektronischen Schalters (T2, T1)
jeweils mit dem Ausgang des Operationsverstärkers (OP) in Verbindung stehen;
j) zwischen die beiden Eingänge (+, -) des Operationsverstärkers (OP) ein Siebkondensator
(C5) eingeschaltet ist;
k) der Arbeitskontakt (fr, f2) des Flammenrelais (FR) über einen Gleichrichter (D7)
zwischen die Wechselspannungsquelle und den anderen Eingang (+) des Operationsverstärkers
eingeschaltet ist; und
l) der Ruhekontakt (fr, f1) des Flammenrelais (FR) den Funkenzünder (ZT) mit der Wechselspannungsquelle
verbindet.
2. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Reihenschaltung von drittem elektronischen Schalter (T3) und Flammenrelais
(FR) ein Kondensator (C1) und eine Zenerdiode (ZD1) parallelgeschaltet sind.
3. Schaltungsanordnung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß vom anderen Eingang (+) des Operationsverstärkers (OP) ein Spannungsteiler (R8,
R11) nach Masse geschaltet und dessen Abgriff (P4) über einen Widerstand (R12) und
den Gleichrichter (D7) an den Arbeitskontakt (f2) des Flammenrelais (FR) angeschlossen
ist.
4. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerelektroden von erstem (T2) und zweitem (T1) elektronischen Schalter
über je einen Widerstand (R18, R14) an den Ausgang des Operationsverstärkers (OP)
angeschlossen sind.
5. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Reihenschaltung von erstem Ladekondensator (C2), einer Diode (D9) und Sicherheitsrelais
(SR) ein Rückstelltaster (RS) parallelgeschaltet ist.
6. Schaltungsanordnung nach einem der Ansprüche 1 bis 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
a) die Parallelschaltung eines Lüftermotors (LM) und eines Luftstromrelais (AR) über
den Ruhekontakt (pr, p1) eines Luftstromschalters (PR) an den Arbeitskontakt (sr,
s2) des Sicherheitsrelais (SR) angeschlossen ist;
b) der Kontaktarm (pr) des Luftstromschalters (PR) über einen Arbeitskontakt (ar,
a2) des Luftstromrelais (AR) mit seinem Ruhekontakt (p1) verbunden ist;
c) der Arbeitskontakt (p2) des Luftstromschalters (PR) am Umschaltkontakt (gr) des
Einschaltrelais (GR) liegt.