[0001] Die Erfindung betrifft eine Einrichtung für die Tüllenbestückung von elektrischen
Kabeln, mit einer mindestens an einer Stirnseite offenen, mit Tüllen gefüllten Trommel,
welche um eine schräg zur Horizontalen verlaufenden Achse antreibbar ist, mit im Innern
der Trommel angeordneten Schaufeln und mit einer in die Trommel hineinragenden Zuführeinrichtung,
wobei bei drehender Trommel die Tüllen mittels der Schaufeln der Zuführeinrichtung
zwecks Weiterverarbeitung übergeben werden.
[0002] Mit derartigen Einrichtungen können Tüllen, die beispielsweise für die Durchführung
von elektrischen Kabeln durch Gehäusewände von Elektroapparaten benötigt werden, rationell
auf die Kabel aufgeschoben werden.
[0003] Bei einer aus einer Druckschrift 7.132.1, Juli 1991, der Firma KOMAX AG, Dierikon/CH,
bekannten Einrichtung erfolgt die Zuführung der Tüllen durch Fördertöpfe mit spiralförmigen
Bahnen, wobei die Tüllen oft getalkt werden müssen, was zu Verschmutzungen führen
kann, und wobei für jeden Tüllentyp andere Fördertöpfe erforderlich sind. Zum Zwecke
der Bestückung wird die Tülle fest in einem Greifer gehalten und das Kabel in die
Tüllenbohrung eingeschoben. Hiermit werden im allgemeinen gute Resultate erreicht,
wobei es jedoch bei verschiedenartiger Beschaffenheit der Kabel, wie beispielsweise
Isolationsdurchmesser und Oberflächenbeschaffenheit, zu grossen Streuungen der Tüllenposition
auf dem Kabel kommen kann. Weiterhin lassen sich nur Tüllen verarbeiten, welche sich
aufgrund ihrer Form und Abmessungen einwandfrei vom Greifer halten und abstützen lassen.
Eine andere Art der Bestückung wird im Deutschen Gebrauchsmuster G 89 09 515.4 beschrieben.
Hierbei wird in die Bohrung eines in einem Schwenkfinger gehaltenen Dichtungsstopfens
ein Stösselstift geschoben. Danach schiebt eine auf dem Stösselstift gleitend angeordnete
Stösselhülse den Dichtungsstopfen vom Stösselstift auf ein elektrisches Kabel. Bei
dieser Methode werden bestimmte Anforderungen an Form und Abmessungen der Dichtungsstopfen
gestellt, da eine genügend grosse Auflagefläche an diesen vorhanden sein muss.
[0004] Mit der US-A- 3 349 891 ist eine Einrichtung bekannt geworden, mittels welcher gleichgeformte
Teile in eine bestimmte, für die Weiterverarbeitung erforderliche Lage gebracht werden
können. Hierbei ist eine Vorratstrommel vorgesehen, in welcher sich die gleichgeformten
Teile befinden, und die um eine schräg zur Horizontalen verlaufende Achse angetrieben
werden kann. In der Vorratstrommel ist eine ebenfalls zur Horizontalen geneigte Schiene
angeordnet, die derart ausgebildet ist, dass beim Drehen der Vorratstrommel eine Anzahl
der Teile von der Schiene aufgefangen und in der gewünschten Lage hängenbleiben. Aufgrund
der Schwerkraft rutschen die Teile von der Schiene ab, wobei sie, einen Luftspalt
überbrückend, immer mit dem gleichen Ende voran, von einem Förderrohr aufgefangen
werden.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine eingangs bezeichnete Einrichtung zu
schaffen, bei welcher die durch Fördertöpfe mit spiralförmigen Bahnen entstehenden
Nachteile vermieden werden und bei der die Tüllen eine von der Art der Bestückung
unabhängige Form aufweisen können und die Beschaffenheit des Kabels bei der genauen
Positionierung der Tülle nicht ins Gewicht fällt.
[0006] Diese Aufgabe wird durch die im Patentanspruch 1 gekennzeichnete Erfindung gelöst.
Hierbei weist eine Förderschiene der Zuführeinrichtung einen Puffer auf, in dem die
Tüllen lagerichtig gespeichert sind. Mit der Achse einer unter der ersten Tülle im
Puffer angebrachten vertikalen Bohrung fluchtend, ist oberhalb der Förderschiene ein
Vereinzelungszylinder mit auf und ab bewegbarem Dorn, und unterhalb der Förderschiene
ein schwenkbarer Bestückungszylinder mit einem auf einer Kolbenstange sitzenden Tüllenaufnahmeteil
angeordnet, wobei die Tülle mittels des Dornes durch die vertikale Bohrung in das
Tüllenaufnahmeteil gestossen und der Bestückungszylinder in eine horizontale Lage
geschwenkt wird. Schwenkbare Greiferbacken umfassen danach das Tüllenaufnahmeteil
und bilden eine zentrisch mit der Tüllenbohrung verlaufende weitere Bohrung. Anschliessend
werden die Greiferbacken sowie die Kolbenstange und das zu bestückende elektrische
Kabel relativ gegeneinander bewegt, wobei die Tülle auf das durch die weitere Bohrung
zentrierte elektrische Kabel aufgebracht wird und sich im Tüllenaufnahmeteil ein Überdruck
aufbaut.
[0007] Mit der Erfindung werden die nachstehend beschriebenen Vorteile erzielt.
- Es können lose Tüllen mit minimaler Vorbehandlung verarbeitet werden, insbesondere
müssen die Tüllen nicht getalkt werden, so dass keine grösseren Verschmutzungen entstehen
können.
- Die Zuführeinrichtung unterscheidet sich für verschiedene Tüllentypen nur durch die
Form der Förderschiene. Alle übrigen Teile bleiben grösstenteils gleich.
- Die erfindungsgemässe Förderschiene stellt eine einfache kompakte Lösung für die Funktionen
Fördern, Sortieren und Speichern dar, die auch bei grösseren Fördergeschwindigkeiten
zuverlässig arbeitet. Durch die Überwachung mittels Lichtschranke und das programmgesteuerte
Ausblasen der Förderschiene werden die meisten Zuführstörungen selbststätig behoben.
- Die transparente Trommel ermöglicht eine optische Kontrolle des Tüllenvorrates und
des Zuführvorganges.
- Gegenüber den im Stand der Technik erwähnten Fördertöpfen, können auch längere, schlankere
Tüllen störungsfrei verarbeitet werden.
- Beim Aufschieben der Tülle auf das Kabel ergibt sich durch den im Tüllenaufnahmeteil
herrschenden Überdruck eine kleinere Einschiebekraft und damit eine Reduktion der
Knickgefahr für das Kabel. Ausserdem wird die Tülle spielfrei gelagert und beim Aufschieben
weniger deformiert, so dass eine genauere Positionierung auf dem Kabel erreicht wird.
- Die Bestückungseinrichtung kann auf einfache Weise an verschiedene Tüllentypen angepasst
werden, ohne dass an Form und Abmessungen der Tüllen besondere Anforderungen gestellt
werden müssen.
- Mit dem im Bestückungsvorgang integrierten Abziehen des Isolationsrestes wird ein
zusätzlicher Arbeitsgang zum Abisolieren der Kabelenden gespart.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines auf der Zeichnung dargestellten Ausführungsbeipieles
näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine teilweise geschnittene Ansicht der erfindungsgemässen Einrichtung,
- Fig. 2
- eine Ansicht eines Teiles der Einrichtung gemäss Fig. 1 in Pfeilrichtung A,
- Fig. 3
- eine Förderschiene der Einrichtung gemäss Fig. 1 in perspektivischer Darstellung und
grösserem Massstab,
- Fig. 4
- eine Tüllen-Bestückungsanordnung der Einrichtung gemäss Fig. 1 mit der Förderschiene
gemäss Fig. 3 in perspektivischer Darstellung und grösserem Massstab,
- Fig. 5a - 5e
- verschiedene Querschnitte der Förderschiene gemäss Fig. 3 mit Darstellung des Sortiervorganges
der Tüllen,
- Fig. 6a - 6d
- einen Längsschnitt des Endes der Förderschiene gemäss Fig. 3 mit Darstellung des Vereinzelungsvorganges
der Tüllen,
- Fig. 7a - 7f
- eine Darstellung des Bestückungsvorganges der Tüllen und
- Fig. 8a - 8g
- die Darstellung einer Variante des Bestückungsvorganges der Tüllen.
[0009] In der Fig. 1 ist mit 1 ein Maschinengestell bezeichnet, an welchem eine Trommel
2 schräg um eine zur Horizontalen verlaufende Achse 3 mittels eines Dünnringlagers
4 drehbar gelagert ist. Am tiefer liegenden Ende der Trommel 2 ist am Maschinengestell
1 ein Einfülltrichter 5 angeordnet, durch welchen für die Bestückung von elektrischen
Kabeln vorgesehene Tüllen in die an der Stirnseite offene Trommel 2 eingefüllt werden.
Die Trommel 2 wird mittels eines Druckluftmotors 6 über ein Reibrad 7 (Fig. 2) angetrieben,
wobei durch eine nicht weiter dargestellte Drossel die Drehzahl der Trommel 2 eingestellt
werden kann. Im Innern der Trommel 2 sind am tiefer liegenden Ende Schaufeln 8 befestigt,
mittels welchen die eingefüllten Tüllen einer, durch die offene Stirnseite am höher
gelegenen Ende der Trommel 2 in diese hineinragende Förderschiene 9 zugeführt werden
können. Die Trommel 2 ist vorzugsweise aus transparentem Kunststoff gefertigt, so
dass eine optische Kontrolle des Tüllenvorrates und des Zuführvorganges möglich ist.
Die anhand der Fig. 3 nachstehend näher beschriebene Förderschiene 9 ist auf einem
linearen Schwingförderer 10 befestigt, der auf einem Teil 11 des Maschinengestells
1 angeordnet ist. Eine ebenfalls am Maschinengestell 1 befestigte Lichtschranke 12
überwacht die Funktion der Förderschiene 9. Mit 13 ist ein Vereinzelungszylinder und
mit 14 ein Bestückungszylinder einer am Maschinengestell 1 befestigten Tüllen-Bestückungsanordnung
bezeichnet, die anhand der Fig. 4 nachstehend näher beschrieben wird. Ein von einer
nicht weiter dargestellten Kabelverarbeitungsmaschine der Tüllen-Bestückungsanordnung
zugeführtes elektrisches Kabel 15 ist bereits so vorverarbeitet, dass die Isolation
schon durchgetrennt ist, der Isolationsrest 15.1 zum Schutze der Litze jedoch noch
auf dem Kabelende sitzt.
[0010] Gemäss Fig. 3 weist die Förderschiene 9 in Längsrichtung eine Nut 16 auf, deren Querschnitt
annähernd dem Umriss des Längsschnittes einer Tülle 17 (Fig. 5a) entspricht. Die Nut
16 ist am hinteren Ende 18 der Förderschiene 9 offen, während sie am vorderen Ende
19 geschlossen ist (Fig. 6a-6d). Der in Förderrichtung (Pfeil, Fig. 3) vordere Teil
der Nut 16 dient als Puffer 20, in welchem die Tüllen lagerichtig gespeichert sind
und der mit einem Deckblech 21 abgedeckt ist. Das Deckblech 21 deckt die Nut 16 zur
Hälfte ab, so dass die gespeicherten Tüllen sichtbar sind. Am Puffereinlauf weist
das Deckblech 21 einen Vorsprung 21.1 auf, der die Nut 16 vollständig überdeckt. Das
vordere Ende 19 der Förderschiene 9 ist mit einer Platte 22 abgedeckt, in der eine
Bohrung 23 vorgesehen ist, deren Achse mit der Achse der ersten Tülle im Puffer 20
zusammenfällt. Unterhalb der ersten Tülle im Puffer 20 ist eine vertikale Bohrung
24 (Fig. 6a-6d) in der Förderschiene 9 vorgesehen, deren Achse ebenfalls mit der Achse
der ersten Tülle zusammenfällt, und deren Durchmesser kleiner als derjenige der Tülle
17 ist. Vor dem Puffereinlauf ist eine Sortierschikane 25 mit einer die Nut 16 an
einer Seite unterbrechenden Aussparung 26 und einer Ausblasdüse 27 (Fig. 5c) vorgesehen.
Mit 28 ist eine vor der Sortierschikane 25 angeordnete Abblasdüse bezeichnet. Hinter
dem Puffereinlauf ist die nicht weiter dargestellte Lichtschranke 12 (Fig. 1) angeschlossen,
deren Lichtstrahl durch eine strichpunktierte Linie 29 symbolisiert ist.
[0011] Nach der Fig. 4 ist der Vereinzelungszylinder 13 oberhalb der Förderschiene 9 in
der Achse der einen Bohrung 23 (Fig. 3) und der vertikalen Bohrung 24 (Fig. 6a-6d)
verlaufend angeordnet. Der Vereinzelungszylinder 13 weist einen auf und ab bewegbaren
Dorn 30 auf. Unterhalb der Förderschiene 9 ist der Bestückungszylinder 14 in der Achse
der vertikalen Bohrung 24 verlaufend angeordnet. Der Bestückungszylinder 14 ist schwenkbar
gelagert und weist eine Kolbenstange 31 auf, an welcher ein Tüllenaufnahmeteil 32
angeordnet ist. Eine Bohrung 32.1 (Fig. 6a-6d) für die Aufnahme der Tülle 17 ist mit
einer nicht dargestellten Druckluftquelle verbunden, so dass im Innern des Tüllenaufnahmeteiles
32 ein Vakuum oder ein Überdruck erzeugt werden kann. An einem in Doppelpfeilrichtung
hin und her bewegbaren Kopf 33 sind ein erster und ein zweiter Winkelgreifer 34, 35
angeordnet. Der erste Winkelgreifer 34 weist zwei schwenkbare Greiferbacken 34.1,
34.2 auf, die nach dem Einschwenken das Tüllenaufnahmeteil 32 umfassen können und
eine zentrisch mit der Tüllenbohrung verlaufende weitere Bohrung 36 (Fig. 7b, 7c)
bilden. Der zweite Winkelgreifer 35 weist zwei schwenkbare Messer 35.1, 35.2 auf,
mittels welchen nach dem Einschwenken der Isolationsrest 15.1 (Fig. 7a-7f) vom Kabelende
abgezogen werden kann.
[0012] Die vorstehend beschriebene Einrichtung arbeitet wie folgt:
Die in den Einfülltrichter 5 geschütteten Tüllen 17 gelangen in die Trommel 2, wobei
sie durch die Schaufeln 8 bei Drehung der Trommel 2 nach oben gefördert werden und
teilweise auf das hintere Ende der Förderschiene 9 fallen. Hierbei nimmt nur ein Teil
der Tüllen 17 die richtige Lage ein (Fig. 5a). Die durch den linearen Schwingförderer
10 in Schwingungen versetzte Förderschiene 9 fördert nun die Tüllen 17 in Richtung
höher gelegenes Ende der Trommel 2. Dabei gelangen die Tüllen zur Abblasdüse 28, wo
alle Tüllen die sich auf der Förderschiene 9 oder schräg auf der Nut 16 befinden durch
einen dauernden, einstellbaren Luftstrom abgeblasen werden und zurück in die Trommel
2 fallen (Fig. 5b). In der Sortierschikane 25 werden mit dem Kopf nach oben stehende
oder in der Nut 16 liegenden Tüllen 17 mittels der Ausblasdüse 27 durch die Aussparung
26 ausgeblasen (Fig. 5c). Sollte trotzdem eine falsch liegende Tülle in der Sortierschikane
25 nicht ausgeblasen werden, so bleibt diese am Vorsprung 21.1 des Deckbleches 21
am Puffereingang hängen (Fig. 5d). Hierbei wird die kontinuierliche Förderung der
lagerichtig im Puffer 20 befindlichen Tüllen 17 (Fig. 5e) unterbrochen, so dass die
Lichtschranke 12 veranlasst, dass die Sortierschikane 25 mittels einer weiteren Ausblasdüse
27.1 (Fig. 5d) durch einen kurzen, kräftigen Druckluftimpuls ausgeblasen wird.
[0013] Jeweils die vorderste Tülle im Puffer 20 kommt oberhalb der vertikalen Bohrung 24
zu stehen (Fig. 6a). Durch die Vertikalbewegung des vom Vereinzelungszylinder 13 (Fig.
4) bewegten Dornes 30 wird die Tülle durch die vertikale Bohrung 24 in das Tüllenaufnahmeteil
32 gestossen (Fig. 6b). Die Bohrung 32.1 im Tüllenaufnahmeteil 32 wird nun evakuiert,
so dass die Tülle durch die Saugwirkung bei der anschliessenden Aufwärtsbewegung des
Dornes 30 sicher im Tüllenaufnahmeteil 32 verbleibt (Fig. 5c). Durch die Bewegung
der Förderschiene 9 hat inzwischen die nächste Tülle den Platz an der Vereinzelungsstelle
über der vertikalen Bohrung 24 eingenommen (Fig. 6d). Gleichzeitig schwenkt der Bestückungszylinder
14 (Fig. 4) in die horizontale Lage, wobei das Vakuum im Tüllenaufnahmeteil 32 verhindert,
dass die Tülle herausfällt.
[0014] Nach dem der Bestückungszylinder 14 in die horizontale Lage geschwenkt wurde, verläuft
das Tüllenaufnahmeteil 32 koaxial zum Kabel 15 (Fig. 7a). Nun wird der erste Winkelgreifer
34 geschlossen, so dass die Greiferbacken 34.1, 34.2 das Tüllenaufnahmeteil 32 umfassen
(Fig. 7b). So dann wird der Bohrung 32.1 Druckluft zugeführt, womit festgestellt werden
kann, ob sich eine Tülle im Tüllenaufnahmeteil 32 befindet. Anschliessend bewegen
sich der Bestückungszylinder 14 mit der Kolbenstange 31 und der Kopf 33 mit den Winkelgreifern
34, 35 (Fig. 4) gleichzeitig gegen das Kabel 15, wodurch die Tülle 17 auf das Kabel
15 gestossen wird (Fig. 7c). Hierbei dient die von den Greiferbacken 34.1, 34.2 gebildete
weitere Bohrung 36 als Zentrierung und Führung für das Kabel 15.
[0015] Während des Aufschiebevorganges wird die Bohrung in der Tülle 17 durch das Kabel
15 verschlossen, wodurch sich im Tüllenaufnahmeteil 32 ein Überdruck aufbauen kann,
mittels welchem eine genaue Position der Tülle 17 auf dem Kabel 15 erreicht wird.
Danach bewegt sich die Kolbenstange 31 (Fig. 4) mit dem Tüllenaufnahmeteil 32 in die
Ausgangsposition zurück und die Greiferbacken 34.1, 34.2 werden geöffnet (Fig. 7d).
Nun wird der zweite Winkelgreifer 35 geschlossen und der Isolationsrest 15.1 zwischen
den Messern 35.1, 35.2 festgehalten (Fig. 7e). Gleichzeitig schwenkt der Bestückungszylinder
14 mit dem Tüllenaufnahmeteil 32 in die vertikale Lage zurück und ist für den nächsten
Vereinzelungsvorgang bereit. Danach bewegt sich der Kopf 33 mit den Winkelgreifern
34, 35 (Fig. 4) in die Ausgangsstellung zurück, wobei der Isolationsrest 15.1 vom
Kabel 15 abgezogen wird (Fig. 7f) und beim anschliessenden Öffnen der Messer 35.1,
35.2 einem nicht weiter dargestellten Abfallbehälter übergeben wird.
[0016] Mit dem Bestückungsvorgang gemäss den Fig. 8a-8g wird das Kabel zur Tülle bewegt,
wodurch die Taktzeit verkürzt werden kann. Hierbei nimmt der Winkelgreifer 34 mit
dem Tüllenaufnahmeteil 32 bereits eine feste Bestückungsposition ein, während das
elektrische Kabel 15 noch zugeführt wird, so dass dieses sofort in die Tülle 17 geschoben
werden kann (Fig. 8a, 8b). Danach bewegt sich die Kolbenstange 31 (Fig. 4) mit dem
Tüllenaufnahmeteil 32 in die Ausgangsposition zurück und die Greiferbacken 34.1, 34.2
werden geöffnet (Fig. 8c). Nun wird der zweite Winkelgreifer 35 geschlossen und der
Isolationsrest 15.1 zwischen den Messern 35.1, 35.2 festgehalten (Fig. 8c). Dann schwenkt
der Bestückungszylinder 14 mit dem Tüllenaufnahmeteil 32 in die vertikale Lage zurück
und das elektrische Kabel 15 mit der Tülle 17 wird zurückgezogen, wobei der Isolationsrest
15.1 abgezogen wird (Fig. 8d). Anschliessend bewegt sich der Kopf 33 mit den Winkelgreifern
34, 35 (Fig. 4) in die Ausgangsposition zurück (Fig. 8e). Beim nachfolgenden Öffnen
der Messer 35.1, 35.2 fällt der Isolationsrest 15.1 ab, und das inzwischen wieder
mit einer Tülle 17 gefüllte Tüllenaufnahmeteil 32 wird wieder zwischen die Greiferbacken
34.1, 34.2 bewegt und für einen neuen Bestückungsvorgang festgeklemmt (Fig. 8f, 8g).
1. Einrichtung für die Tüllenbestückung von elektrischen Kabeln, mit einer mindestens
an einer Stirnseite offenen, mit Tüllen (17) gefüllten Trommel (2), welche um eine
schräg zur Horizontalen verlaufenden Achse (3) antreibbar ist, mit im Innern der Trommel
(2) angeordneten Schaufeln (8) und mit einer in die Trommel (2) hineinragenden Zuführeinrichtung,
wobei bei drehender Trommel (2) die Tüllen (17) mittels der Schaufeln (8) der Zuführeinrichtung
zwecks Weiterverarbeitung übergeben werden,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Zuführeinrichtung eine Förderschiene (9) aufweist, in welcher ein Puffer
(20) vorgesehen ist, in dem die der Trommel (2) entnommenen, in eine bestimmte Lage
gebrachten Tüllen (17) gespeichert sind,
- dass unterhalb der ersten im Puffer (20) gespeicherten Tülle (17) eine vertikale
Bohrung (24) in der Förderschiene (9) vorgesehen ist,
- dass oberhalb der Förderschiene (9), in der Achse der vertikalen Bohrung (24) verlaufend,
ein Vereinzelungszylinder (13) mit einem auf und ab bewegbaren Dorn (30) angeordnet
ist,
- dass unterhalb der Förderschiene (9), in der Achse der vertikalen Bohrung (24) verlaufend,
ein schwenkbarer Bestückungszylinder (14) mit einem auf einer Kolbenstange (31) sitzenden
Tüllenaufnahmeteil (32) angeordnet ist,
- wobei jeweils eine Tülle (17) mittels des Dornes (30) des Vereinzelungszylinders
(13) durch die vertikale Bohrung (24) in das Tüllenaufnahmeteil (32) gestossen wird
und der Betätigungszylinder (14) in eine horizontale Lage schwenkt,
- dass ein erster Winkelgreifer (34) vorgesehen ist, der schwenkbare Greiferbacken
(34.1, 34.2) aufweist, die nach dem Einschwenken das Tüllenaufnahmeteil (32) umfassen
und eine zentrisch mit der Tüllenbohrung verlaufende weitere Bohrung (36) bilden,
und
- dass der erste Winkelgreifer (34) sowie die Kolbenstange (31) des Bestückungszylinders
(14) und das zu bestückende elektrische Kabel (15) relativ gegeneinander bewegt werden,
wobei die Tülle (17) auf das durch die weitere Bohrung (36) zentrierte elektrische
Kabel (15) aufgebracht wird, bis die erforderliche Position erreicht ist.
2. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass das elektrische Kabel (15) bei feststehendem, in der Bestückungsposition befindlichen
Winkelgreifer (34) und Tüllenaufnahmeteil (32) in die Tülle (17) geschoben wird.
3. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Winkelgreifer (34) mit dem Tüllenaufnahmeteil (32) gegen das feststehende,
in der Bestückungsposition befindliche elektrische Kabel (15) bewegt wird, wobei die
Tülle (17) auf das elektrische Kabel aufgeschoben wird.
4. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Enden der zu bestückenden Kabel (15) teilabisoliert sind und der Isolationsrest
(15.1) auf den Kabelenden sitzt, und dass ein zweiter Winkelgreifer (35) vorgesehen
ist, der schwenkbare Messer (35.1, 35.2) aufweist, wobei nach dem Rückzug der Kolbenstange
(31) und des Tüllenaufnahmeteiles (32) sowie dem Öffnen der Greiferbacken (34.1, 34.2)
die Messer (35.1, 35.2) einschwenken und den Isolationsrest (15.1) einklemmen, so
dass bei der Relativbewegung der Winkelgreifer (34, 35) gegen das Kabel (15) der Isolationsrest
(15.1) vom Kabelende abgezogen wird.
5. Einrichtung nach Patentanspruch 2,
dadurch gekennzeichnet,
dass das Tüllenaufnahmeteil (32) eine an die Tülle (17) angepasste Bohrung (32.1)
aufweist, die mit einer Druckluftquelle verbunden ist, wobei die Tülle (17) nach dem
Einsetzen in das Tüllenaufnahmeteil (32) durch Vakuum gehalten wird und vor dem Einführen
des Kabels (15) durch Überdruck die Anwesenheit einer Tülle (17) im Tüllenaufnahmeteil
(32) überprüft wird, wobei der Überdruck erhalten bleibt, bis die Tülle (17) die erforderliche
Position auf dem Kabel (15) erreicht hat.
6. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
- dass die Förderschiene (9) in der Längsrichtung eine Nut (16) aufweist, deren Querschnitt
annähernd dem Umriss des Längsschnittes einer Tülle (17) entspricht,
- dass der in Förderrichtung vordere Teil der Nut (16) als Puffer (20) dient, der
mittels eines Deckbleches (21) derart abgedeckt ist, dass nur Tüllen (17) in richtiger
Lage in den Puffer (20) einlaufen können,
- dass vor dem Puffereinlauf eine Sortierschikane (25) mit einer die Nut (16) an einer
Seite unterbrechenden Aussparung (26) und einer Ausblasdüse (27) vorgesehen ist,
- dass vor der Sortierschikane (25) eine Abblasdüse (28) angeordnet ist, und
- dass hinter dem Puffereinlauf eine Lichtschranke angeordnet ist, welche den kontinuierlichen
Einlauf der Tüllen (17) in den Puffer (20) überwacht, wobei eine weitere, in die Sortierschikane
(25) einmündende Ausblasdüse (27.1) vorgesehen ist.
7. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Durchmesser der vertikalen Bohrung (24) in der Förderschiene (9) kleiner
ist, als der Durchmesser der Tülle (17).
8. Einrichtung nach Patentanspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
dass die Trommel (2) aus transparentem Kunststoff gefertigt ist.