[0001] Die Erfindung betrifft ein Abstandhalterprofil für Isolierglasscheiben, bestehend
aus einem insbesondere mit Trockenmittel gefüllten Hohlprofil, welches von zwei voneinander
beabstandeten, quer zur Scheibenebene verlaufenden Querstegen und von etwa parallel
zu den Scheibenebenen verlaufenden Seitenstegen begrenzt ist, wobei die Seitenstege
bereichsweise als Anlage für die Einzelscheiben dienen und mit einem dauerzähelastischbleibenden
Dichtungswerkstoff versehen sind und der den Dichtungswerkstoff aufweisende Bereich
der Seitenstege gegenüber dem unmittelbar an den Scheiben anliegenden Anlagebereich
der Seitenstege einen Niveauunterschied hat.
[0002] Ein derartiges Abstandhalterprofil ist aus der DE-PS 33 37 058 bekannt. Der den Dichtungswerkstoff
aufweisende Bereich der Seitenstege ist dabei jeweils durch in das Innere des Hohlprofiles
gerichtete Nuten gebildet, die mit dem Dichtungswerkstoff gefüllt werden sollen. Dies
hat den scheinbaren Vorteil, daß ein relativ großer Vorrat an Dichtungswerkstoff untergebracht
werden kann, der bei Bewegungen der Scheiben durch Wind oder Druckunterschiede, sei
es im Sinne eines Aufwölbens der beiden Scheiben oder eines Zusammenziehens ihres
Zwischenraumes, für eine gleichbleibend gute Dichtigkeit sorgen soll. Wölben sich
die beiden Scheiben an ihrem Zwischenraum auf, nähern sich ihre Randbereiche, so daß
die Dichtungsmasse zusammengedrückt wird. Nähern sich die beiden Einzelscheiben im
Bereich ihres Zwischenraumes, entfernen sich ihre Ränder voneinander, wobei dann der
sowohl an den Scheibeninnenseiten als auch in der Nut haftende Dichtungswerkstoff
zwar auseinandergezogen wird, aber seine Dichtigkeit ebenfalls behalten soll.
[0003] Bei dieser Anordnung besteht jedoch die Gefahr, daß beim Auftragen der Dichtung durch
den relativ großen Abstand einer zum Auftragen der Dichtungsmasse dienenden Spritzdüse
von dem außerdem konkav geformten Nutenboden der Spritzdruck nicht ausreicht, so daß
es zu Lufteinschlüssen kommen kann oder die Dichtungsmasse nicht mit der gewünschten
Haftung innerhalb der Nut eingebracht wird oder sogar stellenweise Unterbrechungen
auftreten können. Eine entsprechend sorgfältige Kontrolle des Produktionsprozesses
ist erforderlich.
[0004] Darüber hinaus besteht bei einem Aufwölben des Zwischenraumes der beiden Scheiben,
also einem Annähern ihrer beiden äußeren Ränder die Gefahr, daß der am Außenrand der
Nuten befindliche Spalt zwischen Nutenrand und Scheibe so stark verengt oder gar verschlossen
wird, daß unter dem Gesamtdruck Dichtungsmasse auch nach der Innenseite der Scheiben
hin, also in den Anlagebereich der Seitenstege, ausweichen kann, insbesondere dann,
wenn der Außenrand der Isolierglasscheibe mit einer festen Versiegelung versehen ist,
die ein Ausweichen der Dichtungsmasse ebenfalls erschwert. Es ist denkbar, daß im
Extremfall Dichtungsmasse bis in den Scheibenzwischenraum gelangt, wo sie unerwünscht
und unschön ist.
[0005] Außerdem benötigt diese vorbekannte Profilform mit Nuten zur Aufnahme der Dichtungsmasse
eine relativ große Menge an Dichtungsmasse, weil der gesamten Nutenquerschnitt damit
gefüllt werden muß. Diese relativ große Menge an Dichtungswerkstoff ist nicht nur
teuer, sondern sorgt vor allem bei dem schon erwähnten Aufwölben des Scheibenzwischenraumes
dafür, daß ein entsprechend hoher Druck im Dichtungsbereich entsteht, wenn nämlich
gleichzeitig der zunächst bei nichtverformten Scheiben nach außen offene schmale Spalt
enger oder gar geschlossen wird. Es kann somit vor allem bei ständig wechselnden Verformungen
der Scheiben zu einer Pumpwirkung kommen, bei der Dichtungsmasse nicht immer nur an
dem nach außen gerichteten Öffnungsspalt hin- und herbewegt wird, sondern auch in
den Anlagebereich bzw. das Scheibeninnere gelangt.
[0006] Es besteht deshalb die Aufgabe, die Vorteile einer guten Dichtung der Isolierglasscheibe
auch bei starken Bewegungen der Einzelscheiben aufrechtzuerhalten und das Eindringen
von Dichtungsmasse aufgrund solcher Scheibenbewegungen in den Scheibenzwischenraum
zu vermeiden, trotzdem aber die Menge des erforderlichen Dichtungswerkstoffes zu reduzieren.
[0007] Zur Lösung dieser Aufgabe ist das Abstandhalterprofil der eingangs erwähnten Art
dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenstege des Hohlprofiles ausgehend von ihrem Anlagebereich
zumindest über einen Teilbereich ihres Querschnittes nach außen hin stetig unter Bildung
eines keilförmigen Hohlraumes gegenüber der Scheibenfläche oder -ebene zurückweichen
und daß der keilförmige Hohlraum mit Dichtungsmasse ausgefüllt ist.
[0008] Da also in dem mit Dichtungsmasse belegten Bereich keine einwärtsgerichteten Nuten
vorhanden sind, kann die erforderliche Menge an Dichtungsmasse ohne Einbußen für die
Dichtigkeit vermindert werden. Darüber hinaus wird an dieser Stelle die Querschnittsbreite
der Dichtung praktisch über den gesamten Dichtungsbereich schmalgehalten, also eine
vorteilhafte geringe Dampfdifusionsbreite eingehalten. Gleichzeitig wird jedoch eine
relativ große Querschnittslänge des Dichtungsbereiches mit einer entsprechend guten
Dichtigkeit erzielt. Die Scheiben können die schon vorstehend erwähnten Bewegungen
durchführen, denen sich die Dichtungsmasse bestmöglich dadurch anpassen kann, daß
sie entweder mehr durch die Verengung des keilförmigen Hohlraumes nach außen gedrückt
oder aber zurückgesaugt wird, ohne daß innerhalb der Dichtungsmasse durch einen immer
schmaler werdenden Austrittsspalt höhere Drücke entstehen, die zu einem Übertritt
in das Innere des Scheibenzwischenraumes führen könnten. Dennoch läßt sich ein derartig
gestaltetes Abstandhalterprofil mit einem gleichbleibend hohen Spritzdruck mit Dichtungsmasse
belegen, weil die Spritzdüse lediglich an die etwas geneigte Seitenwand angepaßt bzw.
an dieser entsprechend dicht entlanggeführt werden muß, was problemlos und wesentlich
einfacher als bei einer konkaven Nut möglich ist. Da keine Nut aufgefüllt werden muß,
wird auch entsprechend wenig Dichtungsmasse benötigt.
[0009] Vor allem ein Aufwölben des Scheibenzwischenraumes führt zu einer wesentlich gleichmäßigeren
Belastung des Dichtungswerkstoffes im Sinne seines Fließens zum Außenrand hin, weil
der keilförmige Hohlraum allmählich von innen nach außen verengt wird, also der schon
erwähnte engerwerdende Durchtrittsspalt zwischen einer Nut und der Außenseite wegfällt.
Gleichzeitig läßt sich ein derartiger keilförmiger Raum mit sehr spitzem Keilwinkel
beim Zurückfedern der Scheiben entsprechend leicht wieder mit dem dauerzähelastischen
und fließfähigen Dichtungswerkstoff füllen.
[0010] Ein weiterer wesentlicher Vorteil besteht dabei darin, daS beim Verpressen der mit
der Dichtungsmasse belegten Fläche mit den Scheiben nur relativ geringe Preßdrücke
erforderlich sind, weil die Dichtungsmasse gezielt in den sich erweiternden keilförmigen
Hohlraum ausweichen kann, so daß sie gar keine Tendenz dazu hat, sich nach der "falschen"
Seite hin, nämlich zum Scheibenzwischenraum hin zu pressen.
[0011] Zwischen dem außenseitigen Quersteg und den Seitenstegen kann jeweils ein schrägverlaufender
Übergangssteg vorgesehen sein und der keilförmige Hohlraum kann bis an den Anfang
dieses schrägen Übergangssteges reichen. Solche schrägen Übergangsstege haben sich
bei Abstandhalterprofilen der eingangs erwähnten Art vor allem für diejenigen Fälle
bewährt, in denen diese Abstandhalterprofile in den Eckbereichen der abstandhaltenden
Rahmen gebogen werden. Darüber hinaus wird auf diese Weise Platz für eine randseitige
Versiegelungsmasse geschaffen.
[0012] Vorteilhaft ist es, wenn die Dichtungsmasse nach der Außenseite der Isolierglasscheibe
hin über den keilförmigen Hohlraum übersteht und bis an den Übergangssteg reicht oder
dessen innenliegenden Anfang überdeckt. Dadurch kann die Querschnittslänge der Dichtungsmasse
weiter vergrößert und eine noch bessere Anpassung an Scheibenbewegungen erreicht werden,
weil dann ein noch größerer Vorrat an Dichtungsmasse für die Hin- und Herbewegung
bei den erwähnten Scheibenverformungen zur Verfügung steht.
[0013] Eine besonders zweckmäßige und gleichzeitig einfache Ausführungsform der Erfindung
kann darin bestehen, daß der den keilförmigen Hohlraum begrenzende Stegbereich im
Querschnitt geradlinig und/oder von der Scheibenebene wegverlaufend, insbesondere
konvex, gekrümmt ist.
[0014] Dabei ist es besonders günstig, wenn ein dem Anlagebereich unmittelbar benachbarter
erster zurückweichender Stegbereich einen etwa geradlinigen Querschnitt hat, an welchen
sich nach außen zu dem Übergangssteg hin ein zweiter, stärker zurückweichender Bereich
des Steges anschließen kann, der gegenüber der Scheibenfläche einen größeren Winkel
einschließt und/oder einen gekrümmten Querschnitt hat. Der erste zurückweichende Stegbereich
mit geradlinigem Querschnitt kann besonders einfach mit dem dauerzähelastisch bleibenden
Werkstoff, zum Beispiel Butyl-Kautschuk, belegt werden, während der dann etwas stärker
zurückweichende Stegbereich einen größeren Vorrat an Dichtungsmasse aufnehmen kann,
so daß bei Aufrechterhaltung der vorerwähnten Vorteile einer guten und stetigen Anpassung
beliebige Scheibenbewegungen ausgeglichen werden können.
[0015] Um eine möglichst definierte Stelle zu erhalten, die als Sperre für den Dichtungswerkstoff
zur Innenseite der Scheiben hin wirken kann, ist es zweckmäßig, wenn der Übergang
von dem Anlagebereich des Seitensteges zu dem keilförmigen Hohlraum eine schmale oder
kurze, insbesondere etwa z-förmige Abstufung oder Abkröpfung ist, an welche sich zum
Quersteg oder zum Außenrand der Scheibe hin der schräg von der Scheibe weg zu dem
Übergangssteg oder zu dem Quersteg verlaufende Stegbereich anschließt. Selbst unter
ungünstigsten Bewegungsbedingungen und einem gewissen Gegendruck von einer außenseitigen
Versiegelungsmasse kann der Dichtungswerkstoff eine solche kleine und kaum merkbare
aber doch deutliche Abstufung nicht überwinden, weil gleichzeitig an dieser Abstufung
der entsprechende Anpreßdruck der Scheiben an dem Abstandhalterprofil auftritt, so
daß ein Übertreten von Dichtungsmasse aus dem keilförmigen Hohlraum in den Anlagebereich
oder gar in den Scheibenzwischenraum ausgeschlossen erscheint.
[0016] Eine Ausgestaltung der Erfindung von ganz erheblicher Bedeutung kann darin bestehen,
daß der zum Scheibeninneren weisende, als Abstandhalterung und Anlage dienende Stegbereich
über wenigstens einen Teil seiner Querschnittslänge seinerseits gegenüber der Scheibenoberfläche
schräg oder über eine konvexe Krümmung zurückweicht. Auf diese Weise kann vor allem
bei einer Verringerung des Scheibenabstandes im Scheibenzwischenraum durch einen entsprechenden
Winddruck die Scheibe im Bereich ihres Abstandhalters um die an dem Seitensteg vorhandene
Krümmung oder Richtungsänderung schwenken und pendeln, so daß unter Umständen die
Berührstelle sogar je nach Scheibenverformung mehr nach innen oder außen wandert.
Um so geringer ist die Neigung des Dichtungswerkstoffes, zum Inneren der Scheibe hin
zu wandern.
[0017] Darüber hinaus hat diese Ausführungsform den erheblichen Vorteil, daß die Berührung
zwischen dem Abstandhalterprofil und der Scheibe praktisch nur noch eine in Längsrichtung
des Profiles verlaufende Linienberührung, im Querschnitt also eine Punktberührung
ist, so daß der Wärme- bzw. Kälteübergang über das Profil auf ein Mindestmaß reduziert
ist.
[0018] Der vorstehend erwähnte Vorteil kann besonders gut erreicht werden, wenn als abstandhaltende
Anlage an den einander gegenüberliegenden Seitenstegen für die Glasscheibe jeweils
ein gewölbter oder gewinkelter Übergang von dem sich nach außenhin unter Bildung des
keilförmigen Hohlraumes von der Scheibenoberfläche entfernenden Stegbereiches und
dem sich zum Scheibeninneren hin ebenfalls von der Scheibenoberfläche entfernenden
Stegbereich vorgesehen ist. Je nach Wahl der Schrägungswinkel kann dabei dafür gesorgt
werden, daß selbst bei extremen Scheibenbewegungen die Linienberührung aufrechterhalten
bleibt oder aber zur Verhinderung zu starker Verformungen in eine flächige Berührung
zumindest an den zum Scheibeninnenraum gerichteten Stegbereichen übergeht.
[0019] Weitere Ausgestaltungen des Abstandhalterprofiles insbesondere bezüglich der Anordnung
der Querstege und des Überganges von den Seitenstegen zu den Querstegen, vor allem
zu einem gegenüber dem inneren Rand des Profiles nach außen verlegten Quersteg, sind
Gegenstand der Ansprüche 9 bis 15.
[0020] Dabei hat die Maßnahme nach Anspruch 9 den Vorteil, daß vor allem im unmittelbaren
Anlagebereich der beiden Scheiben die gegenseitige Abstützung durch den Quersteg verbessert
wird, weil die Anlagebereiche bzw. der keilförmige Hohlraum beidseits dieses inneren
Quersteges angeordnet sein können.
[0021] Fig. 10 gibt dabei eine Möglichkeit an, wie der Anlagesteg mit dem Innensteg über
Umbiegungen verbunden sein kann, woraus sich die Ausgestaltungsmöglichkeiten der Ansprüche
11 bis 13 ergeben, die trotz des im Anlagebereich befindlichen Quersteges eine begrenzte
elastische Nachgiebigkeit an den Anlagebereichen zulassen.
[0022] Nachstehend sind mehrere Ausführungsbeispiele der Erfindung mit ihren wesentlichen
Einzelheiten anhand der Zeichnung näher beschrieben, wobei zum Teil innerhalb einer
Figur beidseits der Symmetrieebene unterschiedliche Ausführungsformen dargestellt
sind. Es zeigt in zum Teil schematisierter Darstellung:
- Fig. 1
- einen Querschnitt eines erfindungsgemäßen Abstandhalterprofiles vor dem Verpressen
mit zwei Einzelscheiben, wobei an unter spitzem Winkel schräg verlaufenden Bereichen
der Seitenstege eine zu verpressende Dichtungsmasse aufgetragen ist, wobei im rechten
Teil der Darstellung von einem parallel zur Scheibenfläche verlaufenden Stegbereich
der die Dichtungsmasse aufweisende Stegbereich unter einem Winkel unmittelbar angeschlossen
ist und im linken Teil der Figur der Übergang zwischen dem zur Anlage bestimmten Stegbereich
zu dem die Dichtungsmasse aufweisenden Stegbereich über eine z-förmige Abkröpfung
erfolgt,
- Fig. 2
- das zwei verschiedene Ausführungsmöglichkeiten zeigende Abstandhalterprofil nach dem
Verpressen mit zwei Einzelscheiben,
- Fig. 3
- eine abgewandelte Ausführungsform eines abstandhaltenden Hohlprofiles, bei welchem
der zum Scheibenzwischenraum hin befindliche innere Quersteg von den inneren Rändern
des Hohlprofiles ausgeht,
- Fig. 4 bis 6
- einen Querschnitt durch den Randbereich einer Isolierglasscheibe mit einem abstandhaltenden
Hohlprofil gemäß der Erfindung, wobei die Einzelscheiben entweder gemäß Fig.4 am Zwischenraum
aufeinanderzu- oder gemäß Fig.5 voneinanderwegbewegt sind, während sie bei Fig.6 ihre
Normalstellung haben.
[0023] Ein in allen - auch verschiedenen - Ausführungsbeispielen jeweils mit 1 bezeichnetes
Abstandhalterprofil dient dazu, die Einzelscheiben 2 einer Isolierglasscheibe im Randbereich
im gewünschten Abstand zueinander festzulegen. Dieses Abstandhalterprofil 1 ist ein
Hohlprofil, welches bevorzugt mit Trockenmittel gefüllt sein kann. In allen Ausführungsbeispielen
erkennt man, daß dieses Hohlprofil im wesentlichen von zwei voneinander beabstandeten,
quer zur Scheibenebene verlaufenden Querstegen 3 - außen - und 4 - innen - und von
etwa parallel zu den Scheibenebenen verlaufenden, im ganzen mit 5 bezeichneten Seitenstegen
begrenzt ist. Gemäß Fig.2 bis 6 dienen die Seitenstege 5 nur bereichsweise als Anlage
für die Einzelscheiben 2 und sind im übrigen mit einem dauerzähelastischbleibenden
Dichtungswerkstoff 6 versehen, wobei der den Dichtungswerkstoff 6 aufweisende Bereich
7 der Seitenstege 5 gegenüber dem unmittelbar an den Scheiben 2 anliegenden Anlagebereich
8 der Seitenstege 5 einen im folgenden noch zu beschreibenden, vor allem in Fig.2
u.3 deutlich erkennbaren Niveauunterschied hat.
[0024] Dieser Niveauunterschied ist dadurch gebildet, daß die Seitenstege 5 des Hohlprofiles
ausgehend von ihrem Anlagebereich 8 zumindest über einen Teilbereich ihres Querschnittes
nach außen, also zu dem Quersteg 3 hin, stetig unter Bildung eines keilförmigen Hohlraumes
9 gegenüber der Scheibenfläche oder - ebene zurückweichen, wobei der keilförmige Hohlraum
9 in Gebrauchsstellung gemäß den Figuren 2 bis 6 mit der Dichtungsmasse 6 ausgefüllt
ist. Dabei erkennt man in allen Ausführungsbeispielen zwischen dem außenseitigen Quersteg
3 und den Seitenstegen 5 jeweils noch einen unter einem relativ großen Winkel von
zum Beispiel 45 Grad schrägverlaufenden Übergangssteg 10, bis an dessen Anfang der
keilförmige Hohlraum 9 reicht. Figur 2 u. 3 verdeutlichen, daß die Dichtungsmasse
6 nach der Außenseite der Isolierglasscheibe hin über den keilförmigen Hohlraum 9
übersteht und bis an den Übergangssteg 6 reicht und dessen innenliegenden Anfang sogar
noch überdeckt, so daß eine sehr große Querschnittslänge des Seitenbereiches des Hohlprofiles
1 mit Dichtungsmasse 6 belegt ist, also einer Dampfdifusion ein entsprechend langer,
gleichzeitig aber in vorteilhafter Weise nur sehr schmaler Dichtungsquerschnitt entgegensteht.
Zur Innenseite der Scheibe hin sind jedoch die Anlagebereiche 8 frei von Dichtungsmasse,
so daß selbst bei den extremen Scheibenbewegungen gemäß den Figuren 4 u.5 ein Übergang
von Dichtungsmasse in den Scheibenzwischenraum ausgeschlossen wird.
[0025] Der den keilförmigen Hohlraum 9 begrenzende Stegbereich 7 kann unterschiedliche Querschnittsformen
haben, bevorzugt im Querschnitt geradlinig und/oder von der Scheibenebene wegverlaufend
zum Beispiel gekrümmt sein. Bei sämtlichen Ausführungsbeispielen, also den beiden
in Fig.1 u.2 sowie den beiden in Fig. 3 enthaltenen Ausführungsbeispielen ist vorgesehen,
daß ein dem Anlagebereich 8 unmittelbar benachbarter erster zurückweichender Stegbereich
7a einen etwa geradlinigen Querschnitt hat, an welchen sich nach außen zu dem Übergangssteg
10 hin ein zweiter, stärker zurückweichender Bereich 7b des Steges 5 anschließt, der
gegenüber der Scheibenfläche einen größeren Winkel als der Stegbereich 7a einschließt
und gegebenenfalls sogar einen gekrümmten Querschnitt haben könnte. In diesen Fällen
ist also der keilförmige Hohlraum mit zwei Abschnitten versehen und hat nach seinem
Ausgang hin eine plötzlich stärker zunehmende Erweiterung.
[0026] Sowohl in Fig. 1 u. 2 als auch in Fig.3 ist jeweils in der linken Darstellung angedeutet,
daß der Übergang von dem Anlagebereich 8 des Seitensteges 5 zu dem keilförmigen Hohlraum
9 eine schmale oder kurze, etwa z-förmige Abstufung 11 oder Abkröpfung sein kann,
an welche sich zum Quersteg 3 oder zum Außenrand der Scheibe 2 hin der schräg von
der Scheibe 2 weg zu dem Übergangssteg oder dem Quersteg verlaufende Stegbereich 7
anschließt. Dies ergibt eine noch bessere Abgrenzung des Hohlraumes 9 von dem keine
Dichtungsmasse aufweisenden Anlagebereich 8. Es sei erwähnt, daß diese Abstufung 11
selbstverständlich bei beiden einander gegenüberliegenden Seitenstegen 5 vorgesehen
sein kann, das heißt jeweils eine der in den Figuren 1 bis 3 beidseits der Mittellinie
dargestellten Möglichkeiten kann jeweils auch an der gegenüberliegenden Seite erfüllt
sein. Es ist aber auch möglich, die einander gegenüberliegenden Seitenstege 5 in der
dargestellten Weise jeweils verschieden auszubilden, falls dies durch die Rahmenkonstruktion
des Fensters oder unter Umständen unterschiedlich starke Belastungen und Bewegungen
der beiden Einzelscheiben 2 zweckmäßig erscheinen sollte.
[0027] In Fig. 2 ist angedeutet, daß der zum Scheibeninneren weisende, als Abstandhalterung
und Anlage dienende Stegbereich 8 über wenigstens einen Teil seiner Querschnittslänge
seinerseits gegenüber der Scheibenoberfläche schräg oder über eine konvexe Krümmung
zurückweichen kann. Als abstandhaltende Anlage an den einander gegenüberliegenden
Seitenstegen 5 für die Glasscheiben 2 ist in diesem Falle jeweils ein gewölbter oder
gewinkelter Übergang 12 von dem sich nach außen hin unter Bildung des keilförmigen
Hohlraumes 9 von der Scheibenoberfläche entfernenden Stegbereich 7 und dem sich zum
Scheibeninnenraum hin ebenfalls von der Scheibenoberfläche entfernenden Stegbereich
8 vorgesehen. Auf diese Weise kann praktisch eine im Querschnitt punktförmige bzw.
entlang den Seitenstegen 5 linienförmige Berührung gebildet werden, während bei Fig.
3 u. 6 eine flächige Berührung an dem Stegbereich 8 dargestellt ist.
[0028] Bei den Ausführungsbeispielen gemäß Fig. 1, 2 und 4 bis 6 ist im Gegensatz zum Ausführungsbeispiel
nach Fig. 3 der dem Scheibenzwischenraum zugewandte Quersteg 4 gegenüber dem dem Scheibenzwischenraum
zugewandten Rand 13 des Profiles 1 nach außen hin versetzt und über einen Innensteg
14 mit dem Rand 13 und dem als Anlage dienenden Stegbereich 8 verbunden. Somit befindet
sich dieser innere Quersteg 4 etwa in dem Berührbereich der Scheiben 2 und kann entsprechenden
Druckkräften besser entgegenwirken und außerdem ein Biegen des gesamten Abstandhalterprofiles
1 in den Eckbereichen eines aus diesem Profil 1 gebogenen Rahmens erleichtern.
[0029] Dabei erkennt man, daß zwischen dem Anlagesteg 8 und dem Innensteg 14 von ihrem dem
Zwischenraum am Rand 13 zugewandten Übergang über eine scharfe Umbiegung abgesehen
ein Abstand besteht. Bevor also bei Druck auf die Scheiben 2 der innenliegende Quersteg
4 beaufschlagt wird, ist noch eine gewisse elastische Nachgiebigkeit des abstandhaltenden
Profiles entsprechend diesem vorerwähnten Abstand gegeben.
[0030] Die Querschnittslänge des abstandhaltenden Stegbereiches 8 kann etwa zwei Drittel
der Querschnittslänge des den keilförmigen Dichtungsraum 9 begrenzenden Steglänge
7 betragen und zum Beispiel zwei Millimeter lang sein. Somit erstreckt sich der keilförmige
Hohlraum 9 dann über etwa drei Millimeter, woraus sich eine Gesamt-Querschnittslänge
des Seitensteges 5 von etwa fünf Millimeter ergibt.
[0031] Dabei kann sich der keilförmige Hohlraum 9 von seinem Ausgangspunkt ausgehend etwa
auf ein bis fünf Zehntel Millimeter, bevorzugt etwa zwei Zehntel oder drei Zehntel
Millimeter erweitern. Somit ergibt sich ein sehr flacher und schmaler keilförmiger
Hohlraum 9 mit einem entsprechend geringen Bedarf an Dichtungsmasse, die aber trotzdem
insgesamt eine verhältnismäßig große Querschnittslänge hat, also das Eindringen von
Feuchtigkeit effektiv verhindert, zumal die Difusionsbreite in erwünschter Weise sehr
gering ist.
[0032] Der Abstand des Anlagebereiches 8 des an der Scheibe 2 anliegenden Steges von dem
ihm gegenüber nach innen umgebogenen Innensteg 14 kann etwa ein Zehntel bis zwei Zehntel
Millimeter betragen. Da ein solcher Abstand an beiden Seiten vorhanden ist, kann eine
entsprechend große Nachgiebigkeit innerhalb des Abstandhalterprofiles 1 vorgesehen
werden, die einen ersten Druck der beiden Scheiben 2 aufeinanderzu elastisch auffangen
kann, bevor eine Auspressung des Dichtungswerkstoffes aus dem Hohlraum oder die entgegengesetzte
Bewegung erheblich wird.
[0033] In allen Ausführungsbeispielen ist vorgesehen, daß der äußere Quersteg 3 - und auch
der Übergangssteg 10 - in Gebrauchsstellung mit einer elastischen Versiegelung 15
überdeckt sind, die den nutförmigen Zwischenraum zwischen den beiden Einzelscheiben
2 an der Außenseite des Hohlprofiles 1 ausfüllt. Bei den schon erwähnten, in Fig.
4 und 5 dargestellten Scheibenbewegungen kann diese Versiegelungsmasse 15 aufgrund
ihrer eigenen Elastizität der jeweiligen Fließbewegung des dauerzähelastischen Dichtungswerkstoffes
6 in gewissem Umfange folgen, das heißt bei einer Verformung der beiden Scheiben in
der Scheibenmitte aufeinanderzu und einer entsprechenden Entfernung ihrer Ränder voneinander
gemäß Fig. 4 wird nicht nur der Dichtungswerkstoff 6 stärker in den dann sich vergrößernden
keilförmigen Hohlraum 9 eingezogen, sondern die Versiegelung folgt dieser Einziehung
mit einer entsprechenden Eindellung 16 an ihrer Außenseite. Umgekehrt wird bei einem
Aufwölben der beiden Scheiben mit der Folge des Annäherns der Scheibenränder Dichtungsmasse
aus dem sich nun verengenden Hohlraum 9 nach außen gedrückt, was zu Aufwölbungen 17
an der Außenseite der Versiegelungsmasse 15 gemäß Fig.5 führt.
[0034] Insgesamt ist also eine elastische anpassungsfähige Abdichtung hoher Effizienz mit
relativ wenig Dichtungsmasse 6 erreicht, bei der die Dichtungsmasse den Scheibenbewegungen
gut folgen kann, ohne in den Scheibenzwischenraum zu gelangen. Begünstigt wird dies
durch die schon erwähnte, unmittelbar an den Einzelscheiben 2 anliegenden Stegbereiche,
die federnd elastisch gegeneinander und voneinanderweg bewegbar sind, sofern der Abstand
zu dem Innensteg 14 und dem inneren Quersteg 4 vorhanden ist.
[0035] Das Abstandhalterprofil 1 für Isolierglasscheiben ist ein insbesondere mit Trockenmittel
gefülltes Hohlprofil mit zwei Querstegen 3 u.4 quer zur Scheibenebene und mit zwei
parallel zur Scheibenebene verlaufenden Seitenstegen 5. Die Seitenstege 5 haben unmittelbar
an den Scheiben 2 anliegende Anlagebereiche 8 und nach außen hin gegenüber der Scheibenebene
einen Niveauunterschied. Dieser Niveauunterschied ist dadurch gebildet, daß die Seitenstege
5 ausgehend von ihrem Anlagebereich 8 oder auch einem Anlagepunkt 12 zumindest über
einen Teilbereich ihres Querschnittes nach außen hin stetig und unter Bildung eines
keilförmigen Hohlraumes 9 gegenüber der Scheibeninnenfläche zurückweichen, wobei dieser
keilförmige Hohlraum 9 mit Dichtungsmasse 6 ausgefüllt ist, die je nach Bewegungen
der Scheiben und Veränderung der Keilform des Hohlraumes hinund herbewegt werden kann,
ohne in den Scheibenzwischenraum gelangen zu können.
1. Abstandhalterprofil (1) für Isolierglasscheiben, bestehend aus einem insbesondere
mit Trockenmittel gefüllten Hohlprofil, welches von zwei voneinander beabstandeten,
quer zur Scheibenebene verlaufenden Querstegen und von etwa parallel zu den Scheibenebenen
laufenden Seitenstegen (5) begrenzt ist, wobei die Seitenstege (5) bereichsweise als
Anlage für die Einzelscheiben (2) dienen und mit einem dauerzähelastisch bleibenden
Dichtungswerkstoff (6) versehen sind und der den Dichtungswerkstoff (6) aufweisende
Bereich (7) der Seitenstege (5) gegenüber dem unmittelbar an den Scheiben (2) anliegenden
Anlagebereich (8) der Seitenstege (5) einen Niveauunterschied hat, dadurch gekennzeichnet, daß die Seitenstege (5) des Hohlprofiles ausgehend von ihrem Anlagebereich (8) zumindest
über einen Teilbereich ihres Querschnittes nach außen hin stetig unter Bildung eines
keilförmigen Hohlraumes (9) gegenüber der Scheibenfläche oder -ebene zurückweichen
und daß der keilförmige Hohlraum (9) mit Dichtungsmasse (6) ausgefüllt ist.
2. Abstandhalterprofil nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem außenseitigen
Quersteg (3) und den Seitenstegen (5) jeweils ein schrägverlaufender Übergangssteg
(10) vorgesehen ist und der keilförmige Hohlraum (9) bis an den Anfang dieses schrägen
Übergangssteges reicht.
3. Abstandhalterprofil nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Dichtungsmasse
(6) nach der Außenseite der Isolierglasscheibe hin über den keilförmigen Hohlraum
(9) übersteht und bis an den Übergangsstegen (10) reicht oder dessen innenliegenden
Anfang überdeckt.
4. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
der den keilförmigen Hohlraum (9) begrenzende Stegbereich (7) im Querschnitt geradlinig
und/oder von der Scheibenebene wegverlaufend, insbesondere konvex, gekrümmt ist.
5. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
ein dem Anlagebereich (8) unmittelbar benachbarter erster zurückweichender Stegbereich
(7a) einen etwa geradlinigen Querschnitt hat, an welchen sich nach außen hin ein zweiter,
stärker zurückweichender Bereich (7b) des Steges (5) anschließt, der gegenüber der
Scheibenfläche einen größeren Winkel einschließt und/oder einen gekrümmten Querschnitt
hat.
6. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Übergang von dem Anlagebereich (8) des Seitensteges (5) zu dem keilförmigen Hohlraum
(9) eine schmale oder kurze insbesondere etwa z-förmige Abstufung (11) oder Abkröpfung
ist, an welche sich zum Quersteg (3) oder zum Außenrand der Scheibe (2) hin der schräg
von der Scheibe (2) weg zu dem Übergangssteg oder zu dem Quersteg verlaufende Stegbereich
(7) anschließt.
7. Abstandhalterprofil insbesondere nach einem der vorstehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß der zum Scheibeninneren weisende, als Abstandhalterung und Anlage dienende Stegbereich
(8) über wenigstens einen Teil seiner Querschnittslänge seinerseits gegenüber der
Scheibenoberfläche schräg oder über eine konvexe Krümmung zurückweicht.
8. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß
als abstandhaltende Anlage an den einander gegenüberliegenden Seitenstegen (5) für
die Glasscheiben (2) jeweils ein gewölbter oder gewinkelter Übergang (12) von dem
sich nach außen hin unter Bildung des keilförmigen Hohlraumes (9) von der Scheibenoberfläche
entfernenden Stegbereich (7) und dem sich zum Scheibeninnenraum hin ebenfalls von
der Scheibenoberfläche entfernenden Stegbereich (8) vorgesehen ist.
9. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß
der dem Scheibenzwischenraum zugewandte Quersteg (4) gegenüber dem dem Scheibenzwischenraum
zugewandten Rand (13) des Profiles (1) nach außen hin versetzt ist und über einen
Innnesteg (14) mit dem Rand (13) des Profiles und dem als Anlage dienenden Stegbereich
(8) verbunden ist.
10. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß
zwischem dem Anlagesteg (8) und dem Innensteg (14) von ihrem dem Zwischenraum zugewandten
Übergang über eine scharfe Umbiegung abgesehen ein Abstand besteht.
11. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 10, dadurch gekennzeichnet, daß
die Querschnittslänge des abstandhaltenden Stegbereiches (8) etwa zwei Drittel der
Querschnittslänge des den keilförmigen Dichtungsraum (9) begrenzenden Steglänge (7)
beträgt, zum Beispiel zwei Millimeter lang ist.
12. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß
sich der keilförmige Hohlraum (9) von seinem Ausgangspunkt ausgehend etwa auf ein
bis fünf Zehntel Millimeter, bevorzugt etwa zwei Zehntel oder drei Zehntel Millimeter
erweitert.
13. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß
der Abstand des Anlagebereiches (8) des an der Scheibe (2) anliegenden Steges von
dem ihm gegenüber nach innen umgebogenen Innensteg (14) etwa ein Zehntel bis zwei
Zehntel Millimeter beträgt.
14. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß
sein äußerer Quersteg (3) in Gebrauchsstellung mit einer elastischen Versiegelung
(15) überdeckt ist, die den nutförmigen Zwischenraum zwischen den beiden Einzelscheiben
(2) an der Außenseite des Hohlprofiles (1) ausfüllt.
15. Abstandhalterprofil nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß
die unmittelbar an den Einzelscheiben (2) anliegenden Stegbereiche federnd elastisch
gegeneinander und voneinander weg bewegbar sind.