[0001] Die Erfindung betrifft eine Blaskammer mit den Merkmalen des Oberbegriffs des ersten
Anspruches.
[0002] Im Spulautomaten werden die Kopse, die über ein entsprechendes Transportsystem ihrer
Abspulstelle zugeführt werden, zu Kreuzspulen umgewickelt. Um den Fadenanfang der
der Spulstelle zugeführten Kopse einem Fadenerfassungsorgan der Spulstelle zuführen
zu können, muß dieser Fadenanfang leicht erfaßbar sein. Dazu sind sogenannte Kopsvorbereitungsaggregate
bekannt, die den Faden an definierter Stelle des Kopses ablegen. Weit verbreitet ist
dabei das Bereitlegen des Fadenanfanges in der Kopshülse. Durch eine durch die Kopshülse
hindurch wirkende Blasdüse wird dieser Fadenanfang dann aus dieser herausgeblasen
und kann aufgenommen werden. Allerdings sind derartige Vorrichtungen nicht geeignet,
nach einem Fadenbruch an undefinierter Stelle auf der Kopsoberfläche liegende Fadenenden
wieder aufzunehmen.
[0003] Durch die DE 38 43 553 A 1 ist jedoch ein Garnlieferaggregat bekannt geworden, welches
eine Blaskammer besitzt, die den abzuspulenden Kops umschließt. Sie besitzt in ihrem
Innenraum tangential und zugleich schräg nach oben gerichtete Fadenlöseblasdüsen zur
Erzeugung einer in Fadenabwickelrichtung schraubenlinienartig durch den zwischen Kops
und Blaskammer vorhandenen Zwischenraum gegen das an der Spulstelle vorhandene Fadenaufnahmeelement
gerichteten Luftströmung. Diese Fadenlöseblasdüsen werden nach dem Kopswechsel sowie
nach einem Fadenbruch mit Druckluft beaufschlagt. Sie erstrecken sich im wesentlichen
über die gesamte Höhe der Blaskammer. Bei einer relativ großen Blaskammer, die auch
für entsprechend große Kopse geeignet ist, ergibt sich dabei ein relativ hoher Luftverbrauch.
[0004] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Blaskammer vorzuschlagen, die einen hohen Wirkungsgrad
zum Lösen des Fadenendes besitzt und ökonomisch betreibbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten
Anspruches gelöst.
[0006] Da eine Spulmaschine üblicherweise zum Umspulen verschiedenartiger Kopse, die sich
insbesondere auch in ihren Dimensionen unterscheiden, geeignet sein muß, müssen auch
Blaskammern eingesetzt werden, die für eine maximal zu verarbeitende Kopslänge eingerichtet
sind. Zum Lösen des Fadenanfanges ist es erforderlich, die Kopsspitze, das heißt,
den Kopskegel sowie den über der Bewicklung liegenden Teil der Kopshülse, zu beblasen.
Auf diese Weise wird eine eventuell als lose Oberwindung liegende Fadenreserve, gegebenenfalls
auch ein in der Hülse abgelegter Fadenanfang, sowie ein auf dem Kopskegel liegender
Fadenanfang gelöst und zur Zuführung zu einem darüberliegenden Fadenaufnahmeelement
der Spulstelle nach oben geblasen.
[0007] Um diesen Kopsbereich unabhängig von der Kopslänge mit Blasluft zu erreichen, war
bisher das Betreiben aller entlang der Blaskammer angeordneter Blasdüsen erforderlich.
Durch die erfindungsgemäße Lösung kann der damit relativ hohe Druckluftverbrauch drastisch
reduziert werden. Darüber hinaus wird durch das gezielte Beblasen nur bevorzugter
Kopsteile eine höhere Intensität der Luftströmung in diesem Bereich erzielt.
[0008] Die Erfindung ist durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 2 bis 14 vorteilhaft
weitergebildet.
[0009] Die Anordnung von Bohrungen an einem verstellbaren Teil gestattet durch die Einstellung
dieses Teils eine schnelle und sichere Einstellung der Blaskammer auf die Höhe der
jeweils zu verarbeitenden Kopse.
[0010] Ein drehbares Luftzuführungsrohr kann dabei durch die Einstellung einer bestimmten
Winkellage die Zuführung der Luft zu Fadenlöseblasdüsen in bestimmter Höhe sichern.
Da lediglich gewährleistet sein muß, daß für benachbarte Einstellungen die Bohrungen
im Luftzuführungsrohr ein solchen Abstand zueinander aufweisen müssen, daß sich diese
Bohrungen nicht überlappen, lassen sich in Abhängigkeit vom Umfang des Rohres relativ
viel Bohrungen und damit Einstellungen auf verschiedene Kopslängen realisieren. Die
zusätzliche vertikale Verstellmöglichkeit des Luftzuführungsrohres läßt auch noch
eine Variation der Tangentialrichtungskomponente der Blasdüsen zu und damit unterschiedliche
Bewicklungsrichtungen der Kopse berücksichtigen.
[0011] Auch die alternative Verwendung eines Schlittens, der längs der Blaskammer verfahrbar
ist, ermöglicht eine einfache Einstellung der Blaskammer auf verschiedene Kopslängen.
Dabei ist noch von Vorteil, daß nur der Schlitten die längeren dem Blasluftstrom die
Richtung gebenden Schrägbohrungen aufweisen muß, während die Manschettenhälfte der
Blaskammer, die den Schlitten trägt und üblicherweise als Gußteil ausgebildet ist,
große Durchtrittsöffnungen oder sogar nur ein durchgehendes Langloch für den Durchtritt
der Blasluft aufzuweisen braucht. Damit ergibt sich eine wesentliche Vereinfachung
in der Fertigung.
[0012] Die gerasterte Anordnung von Öffnungen in der den Schlitten tragenden Manschettenhälfte
der Blaskammer gewährleistet auch in diesem Fall, daß jeweils nur die Bohrungen des
Schlittens in den Innenraum der Blaskammer münden, die die gleiche Tangentialrichtungskomponente
besitzen, während die übrigen Bohrungen zwischen den Öffnungen abgedeckt sind.
[0013] Durch die Möglichkeit der Arretierung des Schlittens in verschiedenen Höhenpositionen
ist auch eine exakte Einstellung desselben möglich.
[0014] Um eine wirbelnde Strömung auch an den übrigen Kopsteilen zu erzeugen, kann zusätzlich
vorgesehen sein, Fadenlöseblasdüsen unabhängig von der Kopslänge im unteren Kopsdrittel
in jedem Fall zur Wirkung zu bringen. Auf diese Weise können zum Beispiel auch Fadenenden
gelöst werden, die nach einem Fadenbruch auf die Bewicklung nach unten gefallen sind.
Diese von den unteren Blasdüsen von der Bewicklungsoberfläche gelösten Fadenenden
werden dann durch die Luftströmung der oberen an der Kopsspitze wirksamen Fadenlösedüsen
erfaßt und weiter nach oben zum Fadenaufnahmeelement transportiert.
[0015] Die Erfindung ist nachfolgend anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert. In
den zugehörigen Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- eine Abspulstelle einer Spulmaschine mit geschlossener Blaskammer während des Spulvorganges,
- Fig. 2
- eine Explosivdarstellung der Blaskammer mit Luftzuführungsrohr,
- Fig. 3
- einen Längsschnitt durch die der Luftzuführung dienenden Teile der Blaskammer,
- Fig. 4
- eine Draufsicht auf die komplette Blaskammer,
- Fig. 5
- eine Draufsicht auf einen komplette Blaskammer nach einer Variante der Erfindung,
- Fig. 6
- eine Seitenansicht zu Fig. 5 und
- Fig. 7
- eine teilweise Schnittdarstellung zu Fig. 6.
[0016] Ein Kops 10 befindet sich in der Darstellung in Fig. 1 in einer Abspulstelle 4 einer
Spulmaschine. Er ist dabei mit seiner Hülse 9 auf den Aufsteckdorn 8 eines Caddy's
2 aufgesteckt. Der Caddy besitzt eine Grundplatte 7, die auf einem Transportband 5
steht. Dieses Transportband 5 verläuft in einem Transportkanal 6, der die Caddy's
2 entlang einer Transportbahn 3 führt. Diese Transportbahn 3 verbindet ein Zuführband,
welches die Caddy's mit Kopsen auf die einzelnen Spulstellen verteilt, mit einem Hülsenrückführband,
auf das die Caddy's 2 ausgetragen werden, wenn der Kops 10 abgespult ist. Aus Übersichtsgründen
wurde hier auf die Darstellung weiterer Teile des Transportsystemes sowie weiterer
vor der Abspulstellung 4 bereitstehender Caddy's 2 mit Kopsen 10 verzichtet.
[0017] Während des Abspulens ist der Caddy 2 durch hier nicht dargestellte Mittel, die durch
einen gesonderten Stopper oder auch Teile der Blaskammer 1 gebildet sind, auf dem
ständig laufenden Transportband 5 gehalten. Nach dem Abspulen wird diese Stoppeinrichtung
für den Caddy 2 geöffnet, so daß das Transportband 5 diesen aus der Abspulposition
zum Hülsenrückführband transportieren kann.
[0018] Die Blaskammer 1 besteht aus zwei Manschettenhälften 11 und 12, die durch Halter
13 und 15 gehalten werden. Entsprechende Halter können auch am unteren Ende der beiden
Manschettenhälften 11 und 12 angeordnet sein. Auf deren Darstellung wurde jedoch hier
ebenfalls aus Übersichtsgründen verzichtet.
[0019] Die Halter 13 und 15 sind an Wellen 14 und 16 angebracht, durch und um die sie verschwenkbar
sind, wie mit Doppelpfeilen angedeutet ist. Die Wellen 14 und 16 sind mit einer Betätigungseinrichtung
der Spulstelle verbunden, durch die sie bei Kopswechsel so weit drehbar sind, daß
die an den Haltern 13 und 14 befestigten Manschettenhälften 11 und 12 so weit aus
dem Transportweg geschwenkt werden, daß der abgespulte Kops die Abspulstelle 4 verlassen
und ein in Reserve stehender Kops in die Abspulstelle einlaufen kann. Anschließend
erfolgt ein Verschwenken in umgekehrter Richtung, so daß sich die Manschettenhälften
11 und 12 unter Ausbildung der Blaskammer 1 wieder aneinanderlegen.
[0020] An der Außenseite der Manschettenhälfte 12 ist ein langgestrecktes Podest 18 angeordnet.
Auf dieses langgestreckte Podest sind zwei Halteschalen 19 und 20 aufgeschraubt, die
ein in der Explosivdarstellung der Fig. 2 enthaltenes Luftführungsrohr 24 umgeben,
von dem in Fig. 1 lediglich ein Stellrad 23 sichtbar ist.
[0021] Am unteren Ende der Halbschale 20 ist ein Luftanschluß 21 angebracht, auf den eine
flexible Luftzuleitung aufgesteckt ist, die ihrerseits über ein schaltbares Ventil
mit einer Druckluftquelle verbunden ist. Über diese flexible Luftzuleitung erfolgt
die Versorgung der Blaskammer mit der Blasluft.
[0022] Wie in Fig. 1 noch zu erkennen ist, wird der Faden 17 durch die obere Öffnung der
Blaskammer 1 den weiteren Fadenführungsorganen der Spulstelle zugeführt. Der Faden
wird dabei vom sogenannten Kopskegel 10' abgewickelt. Dabei kann im oberen Bereich
der Blaskammer 1 noch zusätzlich ein sogenannter Abzugsbeschleuniger für den Faden
angeordnet sein, auf dessen Darstellung hier ebenfalls aus Übersichtsgründen verzichtet
wurde. Seine Anwendung ist jedoch bei vorliegender Erfindung möglich. Seine Gestaltung
und Funktionsweise ist zum Beispiel in der deutschen Patentanmeldung P 40 30 354.3
beschrieben.
[0023] Die spezifische Ausbildung der Bauteile zur Verteilung der Blasluft in der Blaskammer
1 ist besonders deutlich aus der Explosivdarstellung in Fig. 2 zu erkennen. Bohrungen
42 und 43 in der Manschettenhälfte 12 sind gleichzeitig schräg nach oben und in unterschiedlichen
Richtungen tangential ausgerichtet. Sie gehen durch die Manschettenhälfte 12 sowie
das Podest 18. Sie wechseln sich in Vertikalrichtung der Blaskammer 1 bis in deren
unteren Bereich gegenseitig ab. Sie sind für unterschiedliche Bewicklungsrichtungen
der Kopse, sogenannte P- und Q-Windungen vorgesehen. Dabei ist zu beachten, daß immer
eine Tangentialrichtungskomponente einzustellen ist, die in Abwickelrichtung des Fadens
um die Bewicklungsoberfläche des Kopses verläuft. Die hinteren, der Halbschale 19
zugewandten Enden der Bohrungen 42 und 43 liegen geradlinig vertikal übereinander,
während durch die Tangentialrichtungskomponenten die Austrittsöffnungen auf der Innenseite
der Manschettenhälfte 12 zickzackförmig verlaufen.
[0024] Ist die Halbschale 19 mit dem Podest 18 verbunden, liegen die Luftführungsbohrungen
37 bis 40 der Halbschale 19 direkt auf den Austrittsöffnungen der Fadenlöseblasdüsen
42, 43, 48 und 49 aus dem Podest 18. Dadurch ist eine durchgängige Luftführung gewährleistet.
[0025] Sind Schrauben 35, die durch Bohrungen 33 in der Halbschale 20 und 41 in der Halbschale
19 geführt sind und in nicht dargestellte mit den Bohrungen 33 und 41 fluchtende Gewindebohrungen
im Podest 18 eingeschraubt, schließen die beiden Halbschalen 19 und 20 das Luftführungsrohr
24 luftdicht ein. Dabei ist auch ein luftdichter Abschluß an der Unterseite durch
an den beiden Halbschalen 19 und 20 angebrachte halbkreisförmige Teile einer Bodenplatte
34 gewährleistet.
[0026] Zwischen dieser Bodenplatte 34 und einer Rohrunterkante 29 des Luftführungsrohres
24 mündet der Luftanschluß 21. Dadurch kann unabhängig von der Stellung des Luftführungsrohres
24 die Luft in die gesamte Länge des Rohres vordringen, wie auch aus Fig. 3 ersichtlich
ist. Diese Luft kann durch Bohrungen 25 bis 28 oder weitere in Fig. 2 nicht dargestellte,
auf der Rückseite des Luftführungsrohres 24 angeordnete Bohrungen nur dann austreten,
wenn diese Bohrungen mit den Luftführungsbohrungen 37 bis 40 in der Halbschale 19
fluchten. Das jedoch ist abhängig von der Winkelstellung des Luftführungsrohres 24.
[0027] Um eine zielgerichtete Einstellung des Luftführungsrohres 24 vornehmen zu können,
besitzt dieses ein Stellrad 23, welches über die beiden Halbschalen 19 und 20 im geschlossenen
Zustand hinausragt. Dieses Stellrad 23 besitzt eine Skala 52, die hier eine Skalierung
von 0 bis 7 trägt. Jeder dieser Skalenpunkte ist für eine bestimmte Kopslänge vorgesehen.
Sein Wert ist zum Beispiel abzulesen, wenn eine Deckung mit einer Markierung 19' auf
der Oberseite der Halbschale 19 übereinstimmt. Diese Markierung 19' ist über der vertikalen
Reihe von Luftführungsbohrungen 37 bis 40 der Halbschale 19 angeordnet. Unter dem
jeweiligen Skalenpunkt sind Bohrungen in einer solchen Höhe angebracht, wie sie der
für die jeweilige Kopslänge vorteilhaften Blashöhe entspricht. Über eine Tabelle,
die zum Beispiel an der Blaskammer selbst angebracht sein kann, ist die Zuordnung
der jeweiligen Skalenwerte zur Kopslänge ablesbar. Alternativ ist es auch möglich,
die Skala 52 direkt mit den Kopslängen zu versehen. Dabei sind in der Darstellung
der Fig. 2 für das Beblasen der Kopsspitze jeweils zwei Bohrungen 25 beziehungsweise
26 übereinander vorgesehen. Es kann jedoch auch schon ausreichend sein, nur je eine
Fadenlöseblasdüse in diesem Bereich mit Luft zu beaufschlagen oder es kann notwendig
sein, mehr als zwei Fadenlöseblasdüsen mit Blasluft zu beaufschlagen. Dementsprechend
ist jeweils die gewünschte Anzahl von Bohrungen im Luftführungsrohr 24 vorzusehen.
Für derartige Sondervarianten lassen sich auf dem Luftführungsrohr 24 in der Regel
noch Positionen vorsehen, wenn dessen Durchmesser so groß ist, daß sich genügend Bohrungen
ohne Überlappung auf seinem Umfang anbringen lassen.
[0028] Neben dem Beblasen der Kopsspitze ist es, wie bereits beschrieben, von Vorteil, auch
im unteren Kopsdrittel eine spiralförmige Luftströmung zu erzeugen, um zum Beispiel
auf der Bewicklungsoberfläche des Kopses liegende Fadenenden ebenfalls zu erfassen.
Dazu sind am unteren Teil des Luftführungsrohres 24 Bohrungen 27 und 28 auf den gesamten
Umfang verteilt, um bei jeder Skalenstellung unabhängig von der Kopslänge in diesem
Bereich den Fadenlöseblasdüsen durch die Luftführungsbohrungen 39 und 40 Luft zuzuführen.
[0029] Am oberen Ende des Luftführungsrohres 24 sind über dem Rohrabschluß 50 Ringnuten
30 und 51 vorgesehen, die durch einen Trennring 32 voneinander getrennt sind. Der
Trennring 32 ist durch eine vertikale Verbindungsnut 31 unterbrochen. Diese Verbindungsnut
31 verbindet die beiden Ringnuten 30 und 51.
[0030] In diese Ringnuten 30 und 51 greift eine Führungsnase 36 ein, die an der Halbschale
19 befestigt ist. Durch diese Führungsnase 36, die alternativ in der Ringnut 30 beziehungsweise
51 angeordnet ist, wird die jeweilige Höhenposition des Luftführungsrohres 24 bestimmt.
Diese Höhenposition bewirkt die Deckung der Bohrungen 25 bis 28 mit unterschiedlichen
Luftführungsbohrungen 37 und 40 beziehungsweise 38 und 39 in der Halbschale 19. Dadurch
werden alternativ entweder die Fadenlöseblasdüsen 42 oder 43 mit Blasluft beaufschlagt.
Daraus ergibt sich die Eignung der beiden Höhenpositionen des Luftführungsrohres 24
entweder für Kopse mit P- oder mit Q-Windung. Innerhalb der jeweiligen Höhenposition
sind damit unabhängig von der Windungsrichtung der Bewicklung der Kopse alle Skalenteilungen
auf dem Stellrad 23 mit der Markierung 19' in Deckung bringbar. In der Nullposition
auf der Skala 52 ist die Verbindungsnut 31 vorgesehen, wodurch die Führungsnase 36
zwischen den beiden Ringnuten 30 und 51 durch den Trennring 32 hindurchgleiten kann.
In dieser Position sind demzufolge keine Bohrungen im Führungsrohr 24 vorgesehen,
da diese ausschließlich dem Verstellen der Blasrichtung dient.
[0031] In der Fig. 3 sind neben den Bohrungen 25 und 28 im Luftführungsrohr 24 noch Bohrungen
44 im unteren Bereich und 45 für die Kopsspitze dargestellt. Den Fadenlöseblasdüsen
42 und 43 entsprechende Düsen 48 und 49 sind hier im Fußbereich der Manschettenhälfte
12 des weiteren erkennbar.
[0032] Bei der Stellung des Luftführungsrohres 24 nach Fig. 3 in Position 2 der Skala 52
(vergleiche Fig. 2) wirken die Bohrungen 26 im oberen Bereich und 27 im unteren Bereich
eines Kopses 10a, von dem nur die Kopsspitze hier dargestellt ist. Für einen Kops
10b wäre die Skalenstellung 1 vorteilhaft, bei der die Bohrungen 25 und 28 den Durchlaß
für die Blasluft bilden. Bei der Skalenstellung 7 sind die Bohrungen 44 und 45 wirksam,
wodurch eine besondere Eignung für die Kopslänge eines Kopses 10c gegeben ist.
[0033] In den Fig. 5 bis 7 ist eine alternative Variante der Gestaltung einer erfindungsgemäßen
Blaskammer dargestellt. Diese Blaskammer, die den Kops 10 ebenfalls in der Spulstellung
sowie bereits beim Lösen des Fadenanfanges umgibt, besteht hier aus zwei Manschettenhälften
53 und 54. Diese Manschettenhälften 53 und 54 sind an Hebeln 55 und 57 befestigt,
die ihrerseits mit Wellen 56 und 58 verbunden sind. Durch und um diese Wellen 56 und
58 sind die Manschettenhälften 53 und 54 analog dem ersten Beispiel schwenkbar.
[0034] An der Manschettenhälfte 53 ist ein Podest 59 angebracht, welches seinerseits mit
einer Führungsplatte 60 für einen Schlitten 61 verbunden ist. Der Hauptkörper 62 des
Schlittens 61 besitzt Nuten 62', die der Führung desselben entlang der vertikal angeordneten
Längskanten der Führungsplatte 60 dienen. Damit ist der Schlitten 61 vertikal entlang
der Manschettenhälfte 53 verfahrbar.
[0035] Auf den Hauptkörper 62 des Schlittens 61 ist mittels in Fig. 6 dargestellter Schrauben
81 ein Abdeckprofil 63 befestigt. Hauptkörper 62 und Abdeckprofil 63 schließen einen
Luftkanal 64 ein, der über einen Luftanschluß 82 und eine nicht dargestellte flexible
Luftzuführungsleitung und ein Ventil mit einer Druckluftquelle verbunden ist.
[0036] Vom Luftkanal 64 gehen Schrägbohrungen 78, 78', 79 und 79' durch den Hauptkörper
62 und treten an dessen dem Inneren der Blaskammer zugewandten Seite aus. In diesen
Bereich ragt auch der Hauptkörper 62 in eine sich längs der Manschettenhälfte 53 erstreckende
Öffnung 60' der Führungsplatte 60. Dadurch liegt zwischen den Austrittsöffnungen der
Schrägbohrungen 78 und 79 beziehungsweise 78' und 79' und dem Innenraum der Blaskammer
1 nur noch die Manschettenhälfte 53 selbst. In dieser Manschettenhälfte 53 sind jedoch
Öffnungen 80 in einem entsprechenden Raster übereinander angeordnet.
[0037] Im Gegensatz zum ersten Ausführungsbeispiel münden die die Richtung der Blasluft
bestimmenden Schrägbohrungen 78 bis 79' hier direkt vertikal übereinander, während
an ihrem anderen Ende im Luftkanal 64 die Anordnung zickzackförmig ist. Diese Möglichkeit
ergibt sich durch die Breite des Luftkanales 64 selbst.
[0038] Die Öffnungen 80 in der Manschettenhälfte 53 sind in einem gegenseitigen Abstand
angeordnet, der dem Abstand der benachbarten Mündungen der Schrägbohrungen 78 und
78' beziehungsweise 79 und 79', deren Tangentialrichtungskomponente jeweils übereinstimmt,
entspricht. Dadurch geben die Öffnungen 80 immer nur den Luftdurchtritt in den Innenraum
der Blaskammer für die Schrägbohrungen frei, die die gleiche Tangentialrichtungskomponente
aufweisen, wahrend die anderen Bohrungen abgedeckt und damit unwirksam sind.
[0039] Ebenso, jedoch hier nicht dargestellt, ist es möglich, den Schlitten 61 lediglich
mit Bohrungen für eine Tangentialrichtungskomponente zu versehen, wodurch dieser Schlitten
nur für Kopse mit einer Windungsrichtung geeignet ist. Für die andere Windungsrichtung
kann entweder der Schlitten selbst oder ein einsetzbares Teil, welches die Schrägbohrungen
enthält, ausgetauscht werden. In diesem Fall sind die Öffnungen 80 in der Manschettenhälfte
53 durch ein durchgehendes nicht gesondert dargestelltes Langloch ersetzt, da keine
Schrägbohrungen mehr verdeckt werden müssen. Alternativ ist auch denkbar, im Schlitten
61 die Möglichkeit vorzusehen, die Schrägbohrungen einer Seite im Hauptkörper durch
einen Schieber zu verschließen. Eine Variante ist das Anbringen der Schrägbohrungen
analog dem ersten Ausführungsbeispiel so, daß diese an der Austrittsseite zickzack-förmig
angeordnet sind und die Position des Langloches in der Manschettenhälfte 53 verstellbar
ist.
[0040] Durch die Aufzählung dieser Varianten soll lediglich sichtbar gemacht werden, daß
die Erfindung nicht auf eine spezielle konstruktive Lösung zur Berücksichtigung der
Windungsrichtung der Kopse eingeschränkt ist.
[0041] Insbesondere bei der dargestellten Variante unter Verwendung der Öffnungen 80 in
der Manschettenhälfte 53 ist ein genaues Positionieren des Schlittens 61 notwendig,
um zu gewährleisten, daß die Austrittsöffnungen der jeweiligen Schrägbohrungen nicht
teilweise abgedeckt sind beziehungsweise die Austrittsöffnungen vollständig abgedeckt
sind, die der entgegengesetzten Kopswindungsrichtung entsprechen. Da der Schlitten
61 entlang der Führungsplatte 60 möglichst leichtgängig verschiebbar sein soll, ist
es notwendig, diesen in der vorgesehenen Arbeitsposition sicher zu arretieren. Dazu
sind in einem entsprechenden Raster Rasterbohrungen 76 und 77 in der Führungsplatte
60 beidseits der Öffnungen 80 in der Manschettenhälfte 53 eingesetzt. Der Schlitten
61 selbst enthält Einstellbolzen 66 und 67, die über einen Handgriff 65 miteinander
verbunden sind. Diese Einstellbolzen 66 und 67 besitzten Stützflansche 72 und 74 für
Druckfedern 70 und 71, die sich an ihrem anderen Ende gegen Sicherungsringe 68 und
69 abstützen, die ihrerseits im Abdeckprofil 63 befestigt sind.
[0042] Am vorderen Ende der Einstellbolzen 66 und 67 sind Rastnasen 73 und 75 angeordnet,
die in die Rasterbohrungen 76 und 77 einrasten können. Im eingerasteten Zustand ist
damit die Position des Schlittens 61 eindeutig festgelegt. Soll hingegen dessen Position
verändert werden, können über den Handgriff 65, der über Muttern 66' und 67' mit den
Einstellbolzen 66 und 67 verbunden ist, beide Bolzen gegen die Kraft der Druckfedern
70 und 71 aus ihren Rasterstellungen in den Rasterbohrungen 76 und 77 herausgezogen
werden. Der Schlitten 61 läßt sich dann bei herausgezogenem Handgriff 65 leicht verschieben
und neu positionieren. In der neuen Position rasten die Rastnasen 73 und 75 in die
jeweiligen Rasterbohrungen 76 und 77 neu ein, wodurch die neue Stellung des Schlittens
61 eindeutig festgelegt ist.
[0043] Um auch bei diesem Ausführungsbeispiel neben der Beblasung der Kopsspitze eine spiralförmige
Luftströmung im unteren Teil der Blaskammer erzeugen zu können, kann neben dem beschriebenen
verfahrbaren Schlitten ein weiterer Schlitten vorgesehen sein, der auch in einer untersten
Stellung fest angeordnet sein kann. Dieser fest angeordnete Schlitten kann vereinfacht
ausgebildet sein. Insbesondere benötigt er keine Vorrichtungen, um in verschiedenen
Rasterstellungen positioniert werden zu können. Vielmehr kann er von vornherein verschiebefest
an der Manschettenhälfte 53 befestigt werden.
[0044] Die Anbringung der Schrägbohrungen, die der Blasluftströmung die erforderliche Richtung
geben sollen, in dem oder den Schlitten vereinfacht die Herstellung der üblicheweise
als Gußteil gefertigten Manschettenhälfte 53. Diese benötigt dann keine längeren Bohrungen,
sondern lediglich die Öffnungen 80 beziehungsweise, wie beschrieben, ein Langloch.
Diese Öffnungen können problemlos im Guß bereits hergestellt werden, verlangen also
keine Nacharbeit.
[0045] Da an einer Spulmaschine an jeder Spulstelle eine derartige Blaskammer erforderlich
ist, die mindestens bei jedem Kopswechsel mit Blasluft beaufschlagt werden muß, wirkt
sich die Konzentration der Blasluft auf bevorzugte Bereiche der Kopse in einer deutlichen
Senkung des Energiebedarfes bei gleichzeitig erhöhter Effektivität der Fadenerfassung
aus. Die Spulmaschinen können für Kopse mit erheblich voneinander abweichenden Dimensionen
Verwendung finden, ohne daß entsprechende Bauteile ausgetauscht werden müssen.
1. Blaskammer (1) für einen auf einem Einzelkopsträger (2) in der Abspulstellung (4)
einer Spulstelle eines Spulautomaten stehenden Kops (10), welche den abzuspulenden
Kops umschließt, und in deren Innenraum tangential und zugleich schräg nach oben gerichtete
Fadenlöseblasdüsen (42, 43; 48, 49; 78, 78', 79, 79') zur Erzeugung einer in Fadenabwickelrichtung
schraubenlinienartig durch den zwischen Kops und Blaskammer vorhandenen Zwischenraum
gegen ein an der Spulstelle vorhandenes Fadenaufnahmeelement gerichteten Luftströmung
münden,
dadurch gekennzeichnet,
daß für die partieweise Verarbeitung von Kopsen unterschiedlicher Länge die Fadenlöseblasdüsen
in Abhängigkeit von der Kopslänge für das gezielte Beblasen bevorzugter Kopsteile
in Längsrichtung der Kopsachse in unterschiedlichen Höhenstellungen in Bezug auf die
Blaskammer zur Wirkung bringbar sind, wobei neben dem untersten Kopsdrittel die bei
wechselnden Kopslängen in ihrer Höhe variierende Kopsspitze zu den bevorzugten Kopsteilen
gehört.
2. Blaskammer nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Bohrungen (25 bis 28, 44,
45; 78, 78'; 79, 79') für den Transport der Blasluft in die Blaskammer (1) an einem
verstellbaren Teil (24; 61) angebracht sind.
3. Blaskammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenlöseblasdüsen (42,
43, 48, 49) über im wesentlichen die ganze Vertikalausdehnung der Blaskammer verteilt
sind und daß das verstellbare Teil durch ein drehbares Luftführungsrohr (24) gebildet
ist, durch welches unterschiedliche Blasdüsen mit einer Druckluftquelle verbindbar
sind.
4. Blaskammer nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Fadenlöseblasdüsen (42,
43, 48, 49) vertikal übereinander angeordnet sind und mit am Umfang des drehbaren
Luftzuführungsrohres (24) verteilten Radialbohrungen (25 bis 28, 44, 45) in Abhängigkeit
von der Winkelstellung des Luftzuführungsrohres in Deckung bringbar sind.
5. Blaskammer nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Radialbohrungen (25 bis
28, 44, 45) im Luftzuführungsrohr so verteilt sind, daß sich in Umfangsrichtung benachbarte
Bohrungen nicht überschneiden.
6. Blaskammer nach Anspruch 4 oder 5, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftzuführungsrohr
(24) in dem unteren Kopsdrittel benachbarten Bereich in jeder Winkelstellung Radialbohrungen
(27, 28, 44) aufweist.
7. Blaskammer nach einem der Ansprüche 4 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das Luftzuführungsrohr
schraubenlinienförmig an seinem Umfang verteilte Radialbohrungen (25, 26, 45) aufweist,
die sich in Abhängigkeit von seiner Winkelstellung mit in unterschiedlicher Höhe angeordneten
für verschiedene Kopslängen vorgesehene Blasdüsen (42, 43) decken.
8. Blaskammer nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Blasdüsen
jeweils paarweise mit entgegengesetzter Tangentialrichtungskomponente übereinander
angeordnet sind, daß der vertikale gegenseitige Abstand der Radialbohrungen im Luftzuführungsrohr
dem vertikalen Raster der Blasdüsenpaare entspricht, und daß das Luftzuführungsrohr
vertikal um den Betrag des gegenseitigen Abstandes der zu je einem Paar gehörigen
Blasdüsen verschieb- und in diesen Vertikalstellungen einrastbar sowie drehbar ist.
9. Blaskammer nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das verstellbare Teil durch
mindestens einen vertikal entlang der Blaskammer verfahrbaren, mit der Druckluftquelle
verbundenen Schlitten (61) gebildet ist.
10. Blaskammer nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen (78, 78', 79,
79') in dem mindestens einen Schlitten (61) die tangential und zugleich schräg nach
oben gerichteten Fadenlöseblasdüsen bilden und über mindestens eine Öffnung (80) in
der Blaskammerwand (53) in den Innenraum der Blaskammer (1) münden.
11. Blaskammer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen nur in einer
Tangentialrichtungskomponente ausgerichtet sind und die Öffnung in der Blaskammerwand
durch ein sich entlang des Hubweges des mindestens einen Schlittens erstreckendes
Langloch gebildet ist.
12. Blaskammer nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Bohrungen jeweils paarweise
mit entgegengesetzter Tangentialrichtungskomponente übereinander angeordnet sind und
Öffnungen (80) in der Blaskammerwand in einem angepaßten Raster so angeordnet sind,
daß jeweils die Bohrungen einer Tangentialrichtungskomponente durch die zwischen den
Öffnungen liegenden Wandteile verdeckt sind.
13. Blaskammer nach einem der Ansprüche 9 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß der mindestens
eine Schlitten (61) durch Rastelemente (73, 75) in seinen jeweiligen Arbeitsstellungen
arretierbar ist.
14. Blaskammer nach einem der Ansprüche 9 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß zwei Schlitten
vorgesehen sind, wobei ein Schlitten für das Beblasen des unteren Kopsdrittels fest
angeordnet und der darüber angeordnete Schlitten auf die wechselnde Kopslänge einstellbar
ist.