(19)
(11) EP 0 534 229 A1

(12) EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG

(43) Veröffentlichungstag:
31.03.1993  Patentblatt  1993/13

(21) Anmeldenummer: 92115394.6

(22) Anmeldetag:  09.09.1992
(51) Internationale Patentklassifikation (IPC)5D01H 9/18, B65H 67/06
(84) Benannte Vertragsstaaten:
CH DE IT LI

(30) Priorität: 23.09.1991 DE 4131608

(71) Anmelder: W. SCHLAFHORST AG & CO.
D-41061 Mönchengladbach (DE)

(72) Erfinder:
  • Grecksch, Hans
    W-4050 Mönchengladbach 5 (DE)
  • Wirtz, Ulrich
    W-4050 Mönchengladbach 5 (DE)

(74) Vertreter: Hamann, Arndt, Dipl.-Ing. 
W. Schlafhorst AG & Co. Blumenberger Strasse 143-145
D-41061 Mönchengladbach
D-41061 Mönchengladbach (DE)


(56) Entgegenhaltungen: : 
   
       


    (54) Verfahren zum Betreiben einer automatischen Spulmaschine


    (57) Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen Spulmaschine mit einem Kops- und Hülsentransportsystem mit mehreren Transportschleifen.
    Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren vorzuschlagen, welches das Transportsystem auch für den Partiewechsel nutzbar macht.
    Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß bei Auslauf einer Partie, wenn der Spulmaschine keine neuen Kopse mehr zugeführt werden, die abgespulten Hülsen im Transportsystem der Spulmaschine im Kreislauf geführt werden.




    Beschreibung


    [0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen Spulmaschine nach dem Oberbegriff des ersten Anspruches.

    [0002] Automatische Spulmaschinen weisen auch ein automatisches Kops- und Hülsentransportsystem auf, welches mehrere Transportschleifen für Kopse und Hülsen besitzen kann. Derartige Transportsysteme weisen in vielen fällen auch eine direkte Verbindung zum Transportsystem der Spinnmaschine auf, wobei an der Schnittstelle Kopse und Hülsen ausgetauscht werden. Ein derartiges Transportsystem ist zum Beispiel aus der DE 39 19 542 A 1 bekannt. In dieser Schrift ist jedoch nicht dargestellt, wie bei einem Partiewechsel zu verfahren ist.

    [0003] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren zum Betreiben einer automatischen Spulmaschine zu schaffen, welches beim Partiewechsel anwendbar ist.

    [0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die kennzeichnenden Merkmale des ersten Anspruches gelöst.

    [0005] Bei Aus lauf einer Partie sollen die zugeführten Kopse aufgebraucht werden, während der Spinnmaschine keine Hülsen mehr zugeführt werden sollen. Die dieser Partie zugehörigen Hülsen müssen demzufolge gespeichert werden. Die erfindungsgemäße Lösung läßt die Speicherung der Hülsen zu, ohne daß zusätzliche Speicherkapazität erforderlich ist.

    [0006] Die Erfindung ist durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche 2 bis 4 vorteilhaft weitergebildet.

    [0007] Wenn zwischen einem Transportweg der Spinnmaschine und dem benachbarten Transportweg der Spulmaschine leere Hülsen gegen frische Kopse ausgetauscht werden, ist dieser Prozeß beendet, wenn nach Aus lauf der Partie keine frischen Kopse von der Spinnmaschine mehr ankommen. Deshalb sollen dieser Transportstrecke auch keine leeren Hülsen mehr zugeführt werden. Das kann auf einfache Weise dadurch geschehen, daß die Leerhülsen vor dem Transportweg, der für den Austausch vorgesehen ist, abgezweigt und dem Kopszuführweg wieder zugeleitet werden. Um dabei durch die leeren Hülsen nicht unnötige Wechselschaltungen an den Spulstellen herbeizuführen, ist es von Vorteil, die Hülsen an Abzweigungen zu den Spulstellen mittels Sensoren zu detektieren und an diesen Abzweigungen vorbeizuleiten. Diese Hülsen gelangen dann um das Ende der Spulmaschine herum auf den Hülsenrückführweg, in den die durch die Spulstellen verlaufenden Transportwege münden. Ein derartiger, um das Ende der Spulmaschine herum verlaufender Weg ist zum Beispiel in der gattungsbildenden DE 39 19 542 A 1 beschrieben. Dabei ist es auch von Vorteil, die Kopse und Hülsen senkrecht aufgesteckt auf Aufsteckdorne von Caddy's zu transportieren, die auf Transportbändern aufliegen, von denen sie durch Reibschluß mitgenommen werden. Die Caddy's werden dabei innerhalb von Transportkanälen geführt. Derartige Transportsysteme sind bereits seit langem, zum Beispiel durch die JP-A 52-25 139 bekannt.

    [0008] Die Erfindung soll nachfolgend anhand eines Ausführungsbeispieles näher erläutert werden. Die zugehörige Zeichnung zeigt ein Transportsystem einer Spulmaschine, welches aus Platzgründen in Teilfiguren 1a und 1b unterteilt wurde.

    [0009] Die Spulmaschine 1 besitzt ein Kops- und Hülsentransportsystem mit mehreren Transportschleifen, die teilweise gemeinsame Transportwege aufweisen. Auf diesen Transportwegen werden Caddy's 4 transportiert, die Kopse beziehungsweise Hülsen tragen. Auf die Darstellung der Kopse beziehungsweise Hülsen wurde aus Übersichtsgründen verzichtet.

    [0010] Entlang der gesamten Spulmaschine 1 erstreckt sich eine Zuführbahn 2 zum Zuführen der Kopse zu den Spulstellen. Von der Zuführbahn 2 zweigen Vorbereitungsstrecken 25 ab, die durch Vorbereitungsstationen 26 bis 28 führen. Durch diese Vorbereitungsstationen 25 bis 28 kann eine stufenweise Vorbereitung der Kopse in bekannter Weise erfolgen, wie das zum Beispiel in der DE 39 19 542 A 1 beschrieben ist. Am Ende der Vorbereitungsstrecke 25 ist eine Verteilstrecke 24 vorgesehen, die die Kopse alternativ einem sogenannten Reversierband 3 oder erneut der Zuführbahn 2 zuführt. Diese Verteilstrecke 24 wird von der letzten Vorbereitungsstation 28 angesteuert, die den Kopsvorbereitungserfolg überprüft. Wurde der Kops erfolgreich vorbereitet, führt ihn die Verteilstrecke 24, die auch aus einem reversierenden Band bestehen kann, dem Reversierband 3 zu. Konnte der Kops nicht erfolgreich vorbereitet werden, wird der ihn tragende Caddy 4 der Zuführbahn 2 zugeleitet, die ihn entweder zur nächsten Vorbereitungsstrecke 25 oder um das Ende der Spulmaschine 1 über die Umleitungsstrecke 31 auf das Rückführband 22 leitet. Dieses Rückführband 22 verläuft parallel zum Zuführband 2 ebenfalls entlang der gesamten Spulmaschine. Die Verteilung der Kopse auf die verschiedenen Vorbereitungsstrecken 25 ist ebenfalls in der DE 39 19 542 A 1 beschrieben, weshalb hier nicht näher darauf eingegangen zu werden braucht.

    [0011] Das Reversierband 3 wird in vorgebbaren Zeitabständen in seiner Transportrichtung umgeschaltet und verteilt die zugeführten Kopse auf die durch die Spulstellen 5 führenden Transportbahnen 21. Zwischen der Spulstelle 5, das heißt der Abspulstellung des jeweiligen Kopses, und dem Reversierband 3 sind noch zwei Reservepositionen 6 für die die Kopse tragenden Caddy's 4 vorhanden. Auf dem Reversierband 3 patroullieren Gruppen 7 von Caddy's mit Kopsen, die dann in eine durch die Spulstellen führende Transportbahn 21 eintreten, wenn die hinterste Reserveposition 6 nicht besetzt ist. Einzelheiten dazu sind ebenfalls der DE 39 19 542 A 1 zu entnehmen. Dabei ist noch darauf hinzuweisen, daß aus Übersichtsgründen nur ein geringer Teil der umlaufenden Caddy's 4 dargestellt worden ist. Insbesondere müßten die Transportbahnen 21 in den meisten Fällen mit drei Caddy's besetzt sein, wie das an einer Transportbahn 21 demonstriert wird.

    [0012] Nachfolgend sollen die Transportbahnen am Ende des Rückführbandes mit zugehörigen Bearbeitungsstationen näher beschrieben werden.

    [0013] Mit 9 ist ein sogenannter Restkops bezeichnet, der noch eine weiterverarbeitbare Restfadenmenge trägt. Dieser Restkops 9 befindet sich neben einem Restfadendetektor 33, der die noch vorhandene Fadenmenge erfaßt. Dieser Restfadendetektor steuert einen Elektromagneten 11, der auf einen an den Caddy's 4 vorhandenen Eisenring wirkt und den Caddy vom Rückführband 22 auf die Nebentransportbahn 12 umlenkt. Auf dieser Nebentransportbahn 12 gelangt der Restkops 9 dann zu einer Kegelvorbereitungseinrichtung 15, die den Fadenanfang am Kopskegel unabhängig von dessen Lage sucht und so wieder ablegt, daß er an der Spulstelle erfaßbar ist. Über die Anschlußstrecke 16 wird ein so vorbereiteter Kops dann der Zuführbahn 2 wieder zugeleitet. Die Kegelvorbereitungseinrichtung 15 besitzt jedoch ebenfalls einen Detektor, der den Vorbereitungserfolg überprüft. War der Restkops 9 nicht erfolgreich vorbereitbar, gelangt er auf den Zuführweg 17 zu einer Staustrecke 18.

    [0014] Eine neben einem Endgestell 19 vorbeitransportierte Hülse 8 mit geringer Restfadenmenge wird ebenfalls als solche vom Restfadendetektor 33 identifiziert und der sie tragende Caddy 4 vom Elektromagneten 11 in die Nebentransportbahn 12 umgeleitet. Allerdings wird diese Hülse 8 unmittelbar anschließend erneut abgezweigt und gelangt zu einer Hülsenreinigungseinrichtung 10. An dieser Abzweigung kann ebenfalls ein Elektromagnet angeordnet sein, der vom Restfadendetektor 33 zusätzlich angesteuert wird. Auf eine Darstellung wurde aus Platzgründen verzichtet. Die gereinigte Hülse 8 gelangt dann wieder auf die Rückführbahn 20 oder nach nicht erfolgreicher Reinigung in die Speicherstrecke 18 (siehe auch hierzu DE 39 19 542 A 1). Eine von einer Spulstelle 5 ausgeworfene komplett leergespulte Hülse 36 wird auf der Rückführbahn 22 ebenfalls dem Restfadendetektor 33 zugeführt, der im normalen Spulbetrieb den Elektromagneten 11 nicht einschaltet, so daß der die Leerhülse 36 tragende Caddy auf die Transportbahn 13 gelangt, an der die Leerhülse gegen einen frischen, von der Spinnmaschine kommenden Kops ausgetauscht wird. Dieser Kops gelangt dann wieder auf die Zuführbahn 2 und in der beschriebenen Weise zu seiner Abspulstellung in der Spulmaschine.

    [0015] Ist die Partie abgelaufen und wird auf der Transportbahn 13 kein Austausch zwischen Leerhülsen und frischen Kopsen mehr durchgeführt, ist es von Vorteil, diese Transportbahn 13 stillzulegen und die Leerhülsen 36 ebenfalls an der durch den Elektromagneten 11 gebildeten Weiche in die Transportbahn 12 abzuzweigen. Die Steuerung durch den Restfadendetektor wird dann so umgeschaltet, daß er den Elektromagneten 11 ständig eingeschaltet läßt und zusätzlich nach dem Passieren einer Leerhülse 36 einen weiteren Elektromagneten 37 aktiviert, wodurch diese Leerhülse 36 über den Transportweg 14 für Leerhülsen der Zuführbahn 2 wieder zugeleitet wird. Unabhängig davon können vom Restfadendetektor 33 erkannte Restkopse 9 der Kegelvorbereitungseinrichtung 15 zugeleitet werden, indem der Restfadendetektor 33 nach der Identifikation als Restkops den Elektromagneten 37 nicht aktiviert. Auch Hülsen mit geringer Restfadenmenge werden der Hülsenputzeinrichtung 10 in der beschriebenen Weise zugeführt. Damit finden alle erforderlichen Funktionen dieser Vorrichtungen auch dann statt, wenn die Leerhülsen 36 im System zirkulieren.

    [0016] An den jeweiligen Abzweigungen von der Zuführbahn 2 in die Vorbereitungsstrecken 25 sind Sensoren 29 angeordnet, die ankommende Leerhülsen 36 erkennen und eine benachbarte Weiche 30 öffnen, um dem die Leerhülse 36 tragenden Caddy 4 den Weitertransport auf der Zuführbahn 2 zu ermöglichen. Dadurch wird gesichert, daß die Leerhülsen auf den für sie bestimmten Transportwegen bleiben. Unabhängig davon sind die Weichen 30 auch dafür vorgesehen, im normalen Betrieb der Spulmaschine die Kopse auf die Vorbereitungsstrecken 25 zu verteilen. Sind zum Beispiel, wie das in der Zeichnung dargestellt ist, zwei Vorbereitungsstrecken 25 vorhanden, würde die an der in Zuführrichtung der Kopse ersten Abzweigung angeordnete Weiche 30 abwechselnd jeden zweiten Kops passieren lassen. Ebenso ist es selbstverständlich möglich, jeweils nach zwei oder mehr Kopsen umzuschalten. Eine weitere Möglichkeit besteht darin, daß bei gefüllter Strecke zwischen der Zuführbahn und der ersten Vorbereitungsstation 26 der nächste ankommende Kops beziehungsweise der ihn tragende Caddy 4 durch den äußeren Rand des letzten Caddy's abgelenkt und auf der Zuführbahn 2 zur nächsten Vorbereitungsstrecke 25 weiter transportiert wird.

    [0017] Der Weg der Leerhülsen ist durch Richtungspfeile 23, 32, 34 und 35 gekennzeichnet. Dieser Transportweg ist ausreichend lang, um alle Leerhülsen 36 aufzunehmen, da die Anzahl der Caddy's 4 im Transportsystem gleichbleibend ist. Auf diese Weise kann ein zusätzlicher Speicher für die Zwischenlagerung der Leerhülsen 36 bis zum Abschluß des Partiewechsels eingespart werden.


    Ansprüche

    1. Verfahren zum Betreiben einer automatischen Spulmaschine mit einem Kops- und Hülsentransportsystem mit mehreren Transportschleifen, die teilweise gemeinsame Transportwege aufweisen,
       dadurch gekennzeichnet,
    daß bei Auslauf einer Partie, wenn der Spulmaschine (1) keine neuen Kopse mehr zugeführt werden, die abgespulten Hülsen (36) im Transportsystem der Spulmaschine im Kreislauf geführt werden.
     
    2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die abgespulten Hülsen (36) vor dem Transportweg (13), der für den Austausch gegen Kopse vorgesehen ist, abgezweigt und dem Kopszuführweg (2) zugeleitet werden.
     
    3. Verfahren nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die abgespulten Hülsen (36) als solche detektiert, an den Zuführwegen (25) zu den Spulstellen (5) vorbeigeführt und um das Ende der Spulmaschine herum in den Hülsenrückführweg (22), in den die durch die Spulstellen (5) verlaufenden Transportwege (21) münden, eingespeist werden.
     
    4. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Kopse und Hülsen auf Aufsteckdorne von Caddy's (4) senkrecht aufgesteckt transportiert werden und die Caddy's auf Transportbändern aufliegen, von denen sie durch Reibschluß mitgenommen werden.
     




    Zeichnung







    Recherchenbericht