[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Versorgung des menschlichen Körpers mit
Sauerstoff mit einer Sauerstoffquelle und einer hieran über eine Verbindungsleitung
anschließbaren Abgabeeinrichtung.
[0002] Die bekannten Anordnungen dieser Art sind als Inhalationsgeräte ausgebildet, bei
denen eine Sauerstoffquelle, die in der Regel als Flüssigkeitsreaktor ausgebildet
ist, über eine flexible Anschlußleitung mit einer Atemmaske verbunden ist. Hierbei
ist es daher lediglich möglich, den Sauerstoff durch Einatmen über die Lunge aufzunehmen.
Dies erweist sich jedoch vielfach als umständlich und zeitaufwendig, da die Sauerstoffaufnahme
über eine Atemmaske ohne hierauf gerichtete Aufmerksamkeit praktisch nicht möglich
ist.
[0003] Hiervon ausgehend ist es daher die Aufgabe der vorliegenden Erfindung, eine Vorrichtung
gattungsgemäßer Art mit einfachen und kostengünstigen Mitteln so auszubilden, daß
eine Sauerstoffaufnahme über die Haut möglich ist.
[0004] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Abgabeeinrichtung als
Kanalsystem ausgebildet ist, das in mindestens ein zu einer Liegestatt gehörendes
Zubehörteil integriert ist und Sauerstoffaustrittsöffnungen aufweist.
[0005] Diese Maßnahmen ermöglichen in vorteilhafter Weise eine Sauerstoffaufnahme über die
Haut während einer Ruhepause, so daß sich kein zusätzlicher Zeitbedarf ergibt. Der
über die Austrittsöffnungen aus dem eine gute Verteilung bewerkstelligenden Kanalsystem
austretende Sauerstoff gelangt hierbei in den Raum zwischen Liegeunterlage und Decke.
Der ruhende Körper befindet sich dementsprechend wie in einem Sauerstoffzelt in einer
Sauerstoffatmosphäre. Der Organismus kann so mühelos den Sauerstoff lange Zeit über
die Haut aufnehmen, wobei die in der Regel leichte Bettbekleidung einen optimalen
Zugang zur Haut gewährleistet. Ein weiterer Vorteil ist darin zu sehen, daß durch
aus dem Bett entweichenden Sauerstoff die Raumluft verbessert wird. Es ist jedoch
davon auszugehen, daß derartige Sauerstoffverluste und damit der sich ergebende Sauerstoffverbrauch
gering sind, so daß als Sauerstoffquelle ohne weiteres ebenfalls ein Flüssigkeitsreaktor
eingangs erwähnter Art Verwendung finden kann. Es ist daher möglich, für Sauerstoffaufnahme
über die Lunge und über die Haut ein und dieselbe Sauerstoffquelle zu verwenden, was
eine hohe Wirtschaftlichkeit gewährleistet.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen und zweckmäßige Ausgestaltungen der übergeordneten Maßnahmen
sind in den Unteransprüchen angegeben. So kann das die Abgabeleitung bildende Kanalsystem
zweckmäßig in eine Liegeunterlage integriert sein. Eine Liegeunterlage erfährt im
Benutzungsfall wenig Bewegung, so daß ein hierin integriertes Kanalsystem nicht stört.
Zudem ist hierdurch sichergestellt, daß der aus dem Kanalsystem ausströmende Sauerstoff
von unten in den Raum zwischen Liegeunterlage und Decke gelangt und dementsprechend
diesen Raum zuverlässig füllt.
[0007] Eine weitere vorteilhafte Maßnahme kann darin bestehen, daß das Kanalsystem aus flexiblen
Schlauchleitungen aufgebaut ist, die zweckmäßig in Steppnähte des zugehörigen Bettstücks
eingenäht sind. Diese Maßnahmen ermöglichen eine einfache und kostengünstige Herstellung
und gewährleisten eine hohe Funktionssicherheit über eine lange Lebensdauer.
[0008] In weiterer Fortbildung der übergeordneten Maßnahmen können die Leitungen des Kanalsystems
einen gegenüber ihrer Höhe breiteren, vorzugsweise ovalen Querschnitt aufweisen. Diese
Maßnahmen ermöglichen einen hohen Liegekomfort und gewährleisten dennoch zuverlässige
Querschnittsgrößen.
[0009] Vorteilhaft können die Sauerstoffaustrittsöffnungen im Bereich wenigstens einer Seitenflanke
der das Kanalsystem bildenden Leitungen vorgesehen sein. Hierdurch ist sichergestellt,
daß die Sauerstoffaustrittsöffnungen in jedem Falle zuverlässig geöffnet sind.
[0010] Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen und zweckmäßige Fortbildungen der übergeordneten
Maßnahmen ergeben sich aus der nachstehenden Beschreibung eines Ausführungsbeispiels
anhand der Zeichnung in Verbindung mit den restlichen Unteransprüchen.
[0011] In der Zeichnung zeigen:
- Figur 1
- eine schematische Ansicht einer erfindungsgemäßen Vorrichtung,
- Figur 2
- einen Radialschnitt durch eine Leitung des Kanalsystems.
[0012] Die der Figur 1 zugrundeliegende Vorrichtung zur Versorgung eines Menschen mit über
die Haut aufzunehmendem Sauerstoff enthält einen als Sauerstoffquelle 1 fungierenden
Flüssigkeitsreaktor mit einer Reaktionskammer 2, die durch einen Deckel 3 gasdicht
verschließbar ist. In der Reaktionskammer 2 wird Wasser mit einem zugegebenen chemischen
Mittel zu einer Reaktion gebracht, bei der Sauerstoff entsteht, der über eine hier
an den Deckel 3 angesetzte Leitung 4 abströmt. Diese ist wahlweise an eine nicht dargestellte
Atemmaske oder an ein Kanalsystem 5 anschließbar, das bei Aufnahme des Sauerstoffs
über die Haut anstelle der Atemmaske als Sauerstoffabgabeeinrichtung fungiert.
[0013] Das Kanalsystem 5, das aus einer durchgehenden, meanderartig verlegten Schlauchleitung
oder, wie hier, aus rostförmig miteinander verbundenen Schlauchabschnitten 5a, 5b
bestehen kann, ist in ein Unterbett 6 integriert, das bei einem Bett als auf die Matratze
auflegbare Liegeunterlage dient. Hierbei handelt es sich demnach um ein zu einer Liegestatt
in Form eines Betts gehörendes Zubehörteil. Die Sauerstoffaufnahme ist dementsprechend
in den Ruhepausen möglich, in denen sich die betreffende Person im Bett befindet.
[0014] Selbstverständlich wäre es auch denkbar, das Kanalsystem 5 in eine andere Liegeunterlage,
wie in eine Matratze oder einen Matratzenbezug oder Matratzenauflage oder in ein als
Decke fungierendes Zubehörteil , wie in ein Oberbett, zu integrieren. Ebenso wäre
es denkbar, sowohl eine Liegeunterlage als auch eine Decke mit einem als Abgabeeinrichtung
fungierenden Kanalsystem zu versehen. In jedem Falle können dabei die aus flexiblem
Material bestehenden Elemente des Kanalsystems 5 in Steppnähte des zugehörigen Bettstücks
eingenäht sein, was eine zuverlässige Lagesicherung gewährleistet.
[0015] Die Leitungsabschnitte 5a des Kanalsystems sind mit Austrittsöffnungen 7 versehen,
über die der im Kanalsystem 5 anstehende Sauerstoff ausströmen kann. Die Austrittsöffnungen
7 sind als radiale, bohrungsähnliche Wandausnehmungen der zugehörigen Leitungsabschnitte
ausgebildet. Der Querschnitt dieser Wandausnehmungen beträgt höchstens 0,5% des Leitungsquerschnitts.
Zweckmäßig ist der Querschnitt der Austrittsöffnungen 7 noch kleiner, etwa 0,1-0,3%
des Leitungsquerschnitts, so daß eine große Anzahl von Austrittsöffnungen 7 und damit
eine feine Verteilung über die gesamte Fläche des das Kanalsystem 5 enthaltenden Bettzubehörteils,
hier des Unterbetts 6, erreicht werden kann. Die Austrittsöffnungen 7 sind hier im
Bereich der Seitenflanken der Leitungsabschnitte 5a angeordnet, so daß im Falle einer
unter Belastung stattfindenden Anlage der Leitungsabschnitte 5a an einer hierauf zur
Auflage kommenden Fläche kein Öffnungsverschluß stattfinden kann.
[0016] Sauerstoffaustrittöffnungen 7 obengenannter Art können, wie am besten aus Figur 2
erkennbar ist, im Bereich beider Seitenflanken der Leitungsabschnitte 5a vorgesehen
sein. Dabei ist ein gegenseitiger, axialer Versatz möglich, was eine besonders feine
Verteilung über die gesamte Fläche ermöglicht und lokale Schwächungen der Leitungsabschnitte
5a vermeidet. Die zur Bildung des Kanalsystems 5 Verwendung findenden, aus elastischem
Material bestehenden Leitungsabschnitte besitzen hier, wie Figur 2 weiter zeigt, einen
ovalen Querschnitt, so daß sich eine breite Auflagefläche und eine dergegenüber geringe
Höhe ergeben und dennoch ein ausreichender Strömungsquerschnitt zur Verfügung steht.
[0017] In der Regel genügt der Eigendruck des durch die obenerwähnte Reaktion entstehenden
Sauerstoffs, um ein zuverlässiges Ausströmen über die Austrittsöffnungen 7 zu gewährleisten.
Es wäre aber auch ohne weiteres möglich, zur Erhöhung des Drucks ein dem Kanalsystem
5 vorgeordnetes, an den Flüssigkeitsreaktor 1 angesetztes oder, wie hier, in der Anschlußleitung
4 angeordnetes Gebläse 8 vorzusehen. Dieses könnte mit einem Luftansaugstutzen 9 versehen
sein, so daß dem Sauerstoff zur Erhöhung des Volumens Luft beigemischt werden könnte.
1. Vorrichtung zur Versorgung des menschlichen Körpers mit Sauertoff mit einer Sauerstoffquelle
(1) und einer hieran über eine Verbindungsleitung (4) anschließbaren Abgabeeinrichtung,
dadurch gekennzeichnet, daß die Abgabeeinrichtung als Kanalsystem (5) ausgebildet ist, das in mindestens
ein zu einer Liegestatt gehörendes Zubehörteil (6) integriert ist und Sauerstoffaustrittsöffnungen
(7) aufweist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das die Abgabeeinrichtung bildende Kanalsystem (5) in eine Liegeunterlage, vorzugsweise
in ein Unterbett (6), integriert ist.
3. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das die Abgabeeinrichtung bildende Kanalsystem (5) aus wenigstens einem Schlauchabschnitt
(5a, 5b) besteht.
4. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß das Kanalsystem (5) in Steppnähte des zugehörigen Zubehörteils eingenäht ist.
5. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Abschnitte des Kanalsystgems (5) einen gegenüber ihrer Höhe breiteren, vorzugsweise
ovalen Querschnitt aufweisen.
6. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sauerstoffaustrittsöffnungen (7) im Bereich wenigstens einer Seitenflanke, vorzugsweise
mit axialer Versetzung im Bereich beider Seitenflanken der Abschnitte des Kanalsystems
(5) vorgesehen sind.
7. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sauerstoffaustrittsöffnungen (7) als radiale Wandausnehmungen ausgebildet sind,
deren Querschnitt höchstens 0,5% des Leitungsquerschnitts entspricht.
8. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Sauerstoffquelle (1) als Flüssigkeitsreaktor mit einer durch einen Deckel (3)
gasdicht verschließbaren Reaktionskammer (2) ausgebildet ist, der vorzugsweise über
die Verbindungsleitung (4) wahlweise mit einer Atemmaske und/oder mit dem Kanalsystem
(5) verbindbar ist.
9. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen dem Kanalsystem (5) und der Sauerstoffquelle (1) ein Gebläse (8) vorgesehen
ist.
10. Vorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß ein zur Sauerstoffquelle (1) parallel geschalteter Luftansaugstutzen (9) vorgesehen
ist.