[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Bewegung einer Schwenkschiebetür für
Fahrzeuge zur Personenbeförderung, insbesondere Schienenfahrzeuge, mit den Merkmalen
aus dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
[0002] Eine derartige Vorrichtung ist beispielsweise in EP 0 320 591 A2 beschrieben.
[0003] Bekannte Schwenkschiebetüren haben allgemein den Nachteil, daß beim Einfahren des
Türblattes in die Schließstellung zumindest die letzte Phase der Querbewegung des
Türblattes von den Verriegelungseinrichtungen übernommen werden muß, die beispielsweise
als Drehfallen ausgebildet sein können und das Türblatt in die Verrieglungslege hineinziehen.
Es ist also gleichsam eine zweite Antriebsvorrichtung erforderlich zur Erzeugung mindestens
eines Teils der Kräfte, die die Querbewegung bewirken, was den technischen Aufwand
im Hinblick auf die Antriebsvorrichtungen stark erhöht.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine Vorrichtung mit den im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 angegebenen Merkmalen so auszubilden, daß das Türblatt unter
der Wirkung von aus einer einzigen Antriebsvorrichtung abgeleiteten Kräften bis in
die Schließendlage bewegt werden kann.
[0005] Die Lösung dieser Aufgabe erfolgt erfindungsgemäß mit den Merkmalen aus dem kennzeichnenden
Teil des Patentanspruchs 1.
[0006] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
[0007] Der Grundgedanke der Erfindung besteht darin, eine Antriebsvorrichtung so anzuordnen,
daß ihre Wirkungsweise in der Weise aufgeteilt wird, daß über das Abtriebsglied der
Antriebsvorrichtung die Bewegung des Türblattes entlang des Führungselements bewirkt
wird, während durch die Reaktionskraft der Antriebsvorrichtung die Querbewegung des
Führungselements bewirkt wird. Dabei ist es besonders vorteilhaft, wenn die Antriebsvorrichtung
direkt am Führungselement gelagert ist und sich über das Spreizelement am Türrahmen
derart abstützt, daß die Reaktionskraft eine Querbewegung der Antriebsvorrichtung
zusammen mit dem Führungselement bewirkt.
[0008] Unter einem "Spreizelement" im Sinne der Erfindung soll dabei ein Element verstanden
werden, das zwischen zwei Abstützpunkten angeordnet ist und in das eine Kraft oder
ein Drehmoment derart eingeleitet werden kann, daß auf die beiden Abstützpunkte entgegengesetzt
gerichtete Kräfte progressiv einwirken. Ein solches Spreizelement kann beispielsweise
als schwenkbarer Spreizhebel ausgebildet sein, wobei der eine Abstutzpunkt der Drehpunkt
des Hebels und der andere Abstützpunkt das freie Ende des Hebels sein kann. Das Spreizelement
kann aber auch beispielsweise nach Art eines Kniehebels ausgebildet sein.
[0009] Um einen möglichst frühzeitigen Beginn der Längsbewegung beim Öffnungsvorgang zu
ermöglichen, ist es weiterhin vorteilhaft, wenn das Führungselement in an sich bekannter
Weise als Koppelglied Teil eines Gelenkvierecks mit zwei gegenläufigen Kurbeln ist.
[0010] Als Antriebsvorrichtung kann beispielsweise ein Elektromotor mit Ketten- oder Riementrieb,
ein Elektromotor mit Schraubenspindel oder auch ein pneumatischer Zylinder, insbesondere
ein Zylinder mit kolbenstangenlosem Kolben, dienen.
[0011] Es hat sich bei der erfindungsgemäßen Vorrichtung als außerordentlich vorteilhaft
erwiesen, wenn zur Führung des Türblattes bei der Bewegung eine zusätzliche Führungsvorrichtung
vorgesehen ist, mit einer im wesentlichen vertikal angeordneten, am Türrahmen drehbar
gelagerten Welle, dem sogenannten Türbaumrohr, an dem ein in eine untere Führungsschiene
des Türblattes eingreifender Rollenhebel und ein weiterer, in eine obere Führungsschiene
des Türblattes eingreifender Rollenhebel angeordnet sind. Das Türbaumrohr kann entweder
über eine Koppelstange mit einer der Kurbeln des Gelenkvierecks oder beispielsweise
über den oberen Rollenhebel mit dem Führungselement verbunden sein, so daß die Drehung
der Welle direkt aus der Querbewegung des Gelenkvierecks abgeleitet wird. Hierdurch
ergibt sich eine stabile Führung des Türblattes im unteren und gegebenenfalls im oberen
Bereich.
[0012] Als besonders vorteilhaft hat es sich auch herausgestellt, wenn die Verriegelungsvorrichtung
so ausgebildet ist, daß das Verriegelungselement an einem schwenkbaren Bauteil angeordnet
ist, dessen Bewegung mit der Querbewegung des Gelenkvierecks gekoppelt ist. Dieses
schwenkbare Bauteil kann beispielsweise eine der Kurbeln des Gelenkvierecks sein.
In diesem Fall kann die Reaktionsbewegung der Antriebsvorrichtung weiterhin noch zur
Steuerung einer Entriegelungsvorrichtung für die das Türblatt in der geschlossenen
Stellung verriegelnde Verriegelungsvorrichtung ausgenutzt werden.
[0013] Wie weiter unten anhand von Ausführungsbeispielen näher erläutert wird, eröffnet
die Vorrichtung zur Bewegung von Schwenkschiebetüren nach der Erfindung die Möglichkeit
einer Konzentration der Antriebsmittel, indem von einer einzigen Antriebsvorrichtung
aus die Längsbewegung des Türblattes sowie die Querbewegungen in Schließrichtung bis
in die Verriegelungslage und aus der Verriegelungslage heraus und gegebenenfalls die
Steuerung der Entriegelungsvorgänge zu Beginn der Öffnungsbewegung des Türblattes
bewirkt werden. Weiterhin ist es in einfacher Weise möglich, zusätzlich eine exakte
und sichere Führung des Türblattes zu erreichen.
[0014] Im folgenden werden Ausführungsbeispiele der erfindungsgemäßen Schwenkschiebetür
anhand der Zeichnungen näher erläutert.
[0015] In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- die Ansicht einer Schwenkschiebetür von innen mit einer Antriebsvorrichtung und mit
einer zusätzlichen Führungsvorrichtung für das Türblatt;
- Fig. 2
- die Schwenkschiebetür nach Fig. 1 in einer Ansicht von oben im geschlossenen Zustand
der Tür;
- Fig. 3
- in einer Darstellung analog Fig. 2 eine Schwenkschiebetür mit einer anderen Ausführungsform
der Antriebsvorrichtung;
- Fig. 4
- in einer Darstellung analog Fig. 2 eine Schwenkschiebetür mit einer weiteren Ausführungsform
der Antriebsvorrichtung;
- Fig. 5
- in einer Darstellung analog Fig. 2 eine Variante der Schwenkschiebetür nach Fig. 1
im geöffneten Zustand;
- Fig. 6
- in einer Darstellung analog Fig. 1 die Schwenkschiebetür ohne Antriebsvorrichtung
mit einer ersten Ausführungsform einer Türblattführung;
- Fig. 7
- in einer Darstellung analog Fig. 2 die Schwenkschiebetür nach Fig. 6;
- Fig. 8
- in einer Darstellung analog Fig. 1 die Schwenkschiebetür ohne Antriebsvorrichtung
mit einer zweiten Ausführungsform einer Türblattführung.
- Fig. 9
- in einer Darstellung analog Fig. 2 die Schwenkschiebetür nach Fig. 8;
- Fig. 10a, 10b, 10c
- in Aufsicht eine Verriegelungsvorvorrichtung in drei verschiedenen Stellungen;
- Fig. 10d
- die Verriegelungsvorrichtung nach Fig. 10a in einer Seitenansicht.
[0016] Bei der in den Zeichnungen dargestellten Schwenkschiebetür ist das Türblatt 1 mittels
eines drehsteifen Tragarms 2.1 mit einer ein Tragglied bildenden Kugelhülse 2 verbunden,
die auf einer eine Tragschiene bildenden Rundstange 3 läuft, die ein Führungselement
darstellt. Das Führungselement und das auf diesem laufende Tragglied können auch jede
andere bei Schwenkschiebetüren bekannte Form aufweisen. Die Rundstange 3 ist an ihren
beiden Enden mit Kurbeln 4 bzw. 5 verbunden und diese Kurbeln sind drehbar am Türrahmen
16, der nur angedeutet ist, befestigt. Die Rundstange 3 bildet als Koppelglied mit
den beiden Kurbeln 4 und 5 ein Gelenkviereck, wobei beim Öffnen der Tür die Kurbel
4 eine Rechtsdrehung, die Kurbel 5 dagegen eine Linksdrehung ausführt. Die Kurbeln
4 und 5, das Koppelglied 3 und der Türrahmen 16 bilden somit ein Gelenkviereck mit
gegenläufigen Kurbeln, wie es beispielsweise in EP 0 320 591 A2 beschrieben ist.
[0017] Zur Koordinierung der Längsbewegung und der Querbewegung des Türblattes 1 dient eine
fest mit dem Türrahmen 16 verbundene Führungsschiene 6, in der eine Führungsrolle
7 läuft, die mit dem Tragarm 2.1 verbunden ist.
[0018] Zur exakten Führung des Türblattes 1 dient weiterhin eine zusätzliche Führungsvorrichtung
mit einem oberen Rollenhebel 8, der über eine Führungsrolle 10 in eine im oberen Bereich
des Türblattes 1 angeordnete horizontal verlaufende Führungsschiene 12 eingreift und
mit einem unteren Rollenhebel 9, der über eine Führungsrolle 11 in eine im unteren
Bereich des Türblattes angeordnete horizontal verlaufende Führungsschiene 13 eingreift.
Die beiden Rollenhebel 8 und 9 sind über ein am Türrahmen 16 drehbar gelagertes Türbaumrohr
14 miteinander verbunden. In dem dargestellten Ausführungsbeispiel ist dieses Türbaumrohr
14 vertikal ausgerichtet. Es ist aber ebenso möglich, das Türbaumrohr 14, beispielsweise
bei gekrümmten Türblättern, unter einem kleinen Winkel zur Vertikalen auszurichten.
In diesem Fall verlaufen die Führungsschienen 12 und 13 in Querrichtung des Türblattes
versetzt zueinander.
[0019] Das obere Ende der Welle 14 ist, wie in Fig. 1 und 2 nur angedeutet, über ein Koppelgestänge,
das insgesamt mit 15 bezeichnet ist, mit der einen Kurbel 5 des Gelenkvierecks verbunden.
[0020] Wie aus der genaueren Darstellung der Türblattführung in Fig. 6 und 7 zu ersehen,
besitzt die Kurbel 5 einen Schwenkhebel 15.2, der über die Koppelstange 15.1 mit einem
am oberen Ende des Türbaumrohrs 14 angeordneten Schwenkhebel 15.3 verbunden ist.
[0021] Durch das Koppelgestänge 15 wird die Bewegung der Kurbel 5 und damit die Querbewegung
des Gelenkvierecks direkt auf das Türbaumrohr 14 übertragen, in das somit ein Drehmoment
eingeleitet wird. Die Rollenhebel 8 und 9 schwenken entsprechend aus und stützen und
führen das Türblatt 1 bei seiner Quer- und Längsbewegung.
[0022] In den Fig. 6 und 7 sowie 8 und 9 sind der Übersichtlichkeit wegen weder die Antriebsvorrichtung
noch die Verriegelungsvorrichtung für das Türblatt dargestellt. Diese Einrichtungsteile
werden weiter unten anhand der Fig. 1 bis 5 und 10a bis 10d erläutert.
[0023] Zunächst wird anhand der Fig. 8 und 9 eine Variante der Türblattführung beschrieben,
die etwas anders aufgebaut ist. In den Fig. 8 und 9 sind die mit der Darstellung nach
Fig. 6 und 7 identischen Bauteile mit der gleichen Bezugsziffer bezeichnet. Dies betrifft
die Aufhängung des Türblattes 1 über die Kugelhülse 2 auf der Rundstange 3, die wiederum
als Koppelglied zusammen mit den Kurbeln 4 und 5 ein Gelenkviereck mit gegenläufigen
Kurbeln bildet. Weiterhin ist die Längs- mit der Querbewegung über die Führungsschiene
6 und die Führungsrolle 7 koordiniert.
[0024] Die zusätzliche Führungsvorrichtung weist wiederum einen oberen Rollenhebel 8' auf,
der über eine Führungsrolle 10' in die im oberen Bereich angeordnete Führungsschiene
12' eingreift, sowie einen unteren Rollenhebel 9', der über eine entsprechende Führungsrolle
11' in die im unteren Bereich des Türblattes 1 angeordnete Führungsschiene 13' eingreift.
Die Koppelung des oberen Rollenhebels 8' mit dem Gelenkviereck erfolgt bei dieser
Ausführungsform aber nicht über ein Koppelgestänge, sondern es ist parallel zur Rundstange
3 ein Stützelement 17 angeordnet, das, wie aus Fig. 3 ersichtlich, unterhalb der Rundstange
3 verläuft und die Querbewegung der Rundstange 3 mitmacht.
[0025] An der dem Türblatt 1 zugewandten Seite besitzt das Stützelement 17 einen Stützarm
17.1, an dessen Ende eine kurze zusätzliche Führungsschiene 19 angeordnet ist, in
die eine zusätzliche Führungsrolle 18 eingreift, welche am oberen Rollenhebel 8' angeordnet
ist. Die Führungsschiene 19 verläuft in unmittelbarer Nachbarschaft zur Führungsschiene
12'. Die an der Führungsschiene 19 wirkenden, vom Koppelglied 3 ausgehenden Führungskräfte
werden über die Führungsrolle 18 direkt auf den Rollenhebel 8' übertragen, durch dessen
Verschwenkung das entsprechende Drehmoment in das Türbaumrohr 14' eingeleitet wird.
[0026] Insbesondere die Ausführungsform der Führung des Türblattes nach Fig. 8 und 9 ermöglicht
eine stabile und über den gesamten Öffnungs- und Schließbereich exakte Führung.
[0027] Es werden nunmehr anhand der Fig. 1, 2 und 5 eine mögliche Antriebsvorrichtung für
die Schwenktür sowie eine Verriegelungsvorrichtung erläutert.
[0028] Die Antriebsvorrichtung für die Bewegung des Türblattes 1 besitzt einen Elektromotor
mit nachgeschaltetem Getriebe 20, dessen Gehäuse drehbar auf einer Tragplatte 21 gelagert
ist, die mit der Rundstange 3 im Bereich der Verbindung zur Kurbel 5 fest verbunden
ist. Die Abtriebswelle des Elektromotors 20 treibt über eine Ketten- oder Riemenscheibe
20.1 eine Kette oder einen Zahnriemen 22, der im Bereich des anderen Endes der Rundstange
3 über eine Umlenkscheibe 23 geführt ist, welche auf einer Tragplatte 24 drehbar gelagert
ist, die fest mit der Rundstange 3 im Bereich der Verbindungsstelle zur Kurbel 4 verbunden
ist. Die Kugelhülse 2 ist über eine Verbindungsvorrichtung 2.2 mit der Kette oder
dem Zahnriemen 22 verbunden. Weiterhin ist mit dem Motorgehäuse ein Spreizhebel 25
verbunden, der über eine Führungsrolle 25.1 in einer Schlitzführung 25.2 geführt ist,
die in nicht dargestellter Weise fest mit dem Türrahmen 16 verbunden ist. Beim Anlaufen
des Elektromotors in Öffnungsrichtung der Tür erzeugt das Reaktionsmoment des Motorgehäuses
eine Drehbewegung, die infolge der Abstützung über den Spreizhebel 25 zu einer Schwenkbewegung
des mit der Kurbel 5 verbundenen Endes der Rundstange 3 nach außen führt. Dies bedeutet,
daß an dieser Stelle die Querbewegung der Rundstange 3 und damit die Querbewegung
des Türblattes 1 eingeleitet wird. In entsprechender Weise wird bei Betätigung des
Elektromotors 20 in Schließrichtung die Querbewegung der Rundstange 3 nach innen bewirkt.
[0029] In den Fig. 1 und 2 ist weiterhin eine Ausführungsform einer Verriegelungsvorrichtung
für das Türblatt 1 in der geschlossenen Stellung dargestellt. In der in Fig. 5 dargestellten
Variante ist diese Verriegelungsvorrichtung weggelassen. Das Verriegelungselement
26 ist mit dem in Fig. 1 und 2 linken Kurbelzapfen 5 gekoppelt und bewegt sich um
dessen Drehpunkt. Es besitzt in bekannter Weise zwei Raststellungen für Vorrast und
Hauptrast. In das Verriegelungselement 26 greift ein Schwenkriegel 27 ein, der mit
einem Steuerarm 28 gekoppelt ist. Am Gehäuse des Elektromotors 20 befindet sich ein
Steuernocken 29. Infolge des Reaktionsmomentes am Gehäuse des Elektromotors 20 bewegt
sich, wie aus Fig. 2 abzulesen, bei der Drehbewegung des Motorgehäuses der Steuernocken
29 gegen den Steuerarm 28 und löst so die Entriegelungsbewegung des Schwenkriegels
27 aus. Damit die Entriegelung stattfindet, bevor die Querbewegung der Rundstange
3 infolge des Reaktionsmomentes einsetzt, erfolgt die Verbindung zwischen dem Motorgehäuse
und dem Führungsarm 25 über ein nicht dargestelltes Element, das ein vorgegebenes
Dreh- oder Längsspiel zuläßt, beispielsweise über in Schlitzlöchern geführte Führungszapfen,
die so eingestellt sind, daß die Entriegelung vor Einsetzen der Unterstützung der
Querbewegung des Türblattes erfolgt.
[0030] In den Fig. 3 und 4 sind Vorrichtungen zur Bewegung von Schwenkschiebetüren dargestellt,
die jeweils eine andere Antriebsvorrichtung aufweisen als die bisher beschriebene
Ausführungsform.
[0031] Von der zusätzlichen Führungsvorrichtung für das Türblatt ist in Fig. 3 und 4 lediglich
der Rollenhebel 8 mit der Führungsrolle 10 dargestellt. Das Türblatt 1 ist über die
Kugelhülse 2 auf der Rundstange 3 abgestützt, die wiederum zusammen mit den Kurbeln
4 und 5 Teil des bereits beschriebenen Gelenkvierecks ist. Die Vorrichtungen zur Kopplung
des Rollenhebels 8 mit dem Gelenkviereck sind nicht näher dargestellt und können so
ausgebildet sein wie bei der Ausführungsform nach Fig. 6 und 7 oder auch gemäß der
Ausführungsform nach Fig. 8 und 9.
[0032] Bei der Ausführungsform nach Fig. 3 wird die Bewegung des Türblattes durch eine Antriebsvorrichtung
bewirkt, die einen Elektromotor 32 aufweist, der eine Schraubenspindel 30 antreibt.
[0033] Der Elektromotor 32 ist über Aufhängelaschen 33.1 parallel verschwenkbar an einer
Tragplatte 33 aufgehängt, die fest mit der Rundstange 3 im Bereich der Kurbel 4 verbunden
ist. Das Ende der Schraubenspindel 30 ist über ein Lagerglied 30.1 mit einem Spreizhebel
35 verbunden, der um einen Schwenkpunkt S schwenkbar an einer Tragplatte 34 gehaltert
ist, die mit der Rundstange 3 im Bereich der Kurbel 5 fest verbunden ist. Der Spreizhebel
35 stützt sich an seinem freien Ende über eine Führungsrolle 35.1 und eine Schlitzführung
35.2 in nicht dargestellter Weise am Türrahmen 16 ab. Auf der Schraubenspindel läuft
eine Spindelmutter 31, die mit der Kugelhülse 2 über ein in einer Schlitzführung 31.2
geführtes Mitnehmerelement 31.1 verbunden ist, so daß durch die Aufhängung des Elektromotors
bedingte kleine Querbewegungen zwischen Kugelhülse und Spindelmutter möglich sind.
[0034] Beim Anlaufen des Elektromotors 32 wird durch die Mitnahme der Spindelmutter 31 eine
Reaktionskraft erzeugt, die eine Längsverschiebung der Schraubenspindel 30 bewirkt,
die am Spreizhebel 35 ein Drehmoment erzeugt, die infolge der Abstützung des Spreizhebels
35 zu der Bewegung des mit der Kurbel 5 verbundenen Endes der Rundstange 3 in Querrichtung
führt.
[0035] Bei der Ausführungsform nach Fig. 4 wird die Bewegung des Türblattes 1 durch eine
Antriebsvorrichtung bewirkt, die einen Pneumatikzylinder 40 aufweist, in dem ein kolbenstangenloser
Kolben 41 läuft, der mit der Kugelhülse 2 in der Weise gekoppelt ist, daß die Kugelhülse
2 in Längsrichtung mitgenommen wird, aber kleine Verschiebungen in Querrichtung zwischen
dem Kolben 41 und der Kugelhülse 2 zugelassen sind. Zu diesem Zweck besitzt die Verbindung
zwischen dem Kolben 41 und der Kugelhülse 2 eine Schlitzführung 41.1, in der der Führungszapfen
2.3 der Kugelhülse 2 geführt ist.
[0036] Der Pneumatikzylinder 40 ist an einem Ende über eine Halterung 40.1 mit einem Spreizhebel
45 verbunden, der um den Schwenkpunkt S drehbar auf der Tragplatte 44 angeordnet ist,
die mit der Rundstange 3 in Bereich der Kurbel 5 verbunden ist. An seinem anderen
Ende ist der Pneumatikzylinder 40 über eine Halterung 40.2 und eine Lasche 43.1 mit
einer Tragplatte 43 gelenkig verbunden, die im Bereich der Kurbel 4 ebenfalls mit
der Rundstange 3 fest verbunden ist. Beim Anlaufen des Kolbens 41 zur Längsbewegung
der Kugelhülse 2 bewirkt die Reaktionskraft eine Längsverschiebung des Pneumatikzylinders
40, die sich auf den Spreizhebel 45 überträgt und durch dessen Abstützung am freien
Ende über die Führungsrolle 45.1 und die Schlitzführung 45.2 am Türrahmen 16 die Querbewegung
der Rundstange 3 an dem mit der Kurbel 5 verbundenen Ende einleitet.
[0037] Bei allen dargestellten Ausführungsformen bewegen sich die Antriebsvorrichtungen
zusammen mit der Rundstange 3, also dem Führungselement, in Querrichtung. Selbstverständlich
sind auch Ausführungsformen denkbar, bei denen die Antriebsvorrichtungen fest am Türrahmen
angeordnet sind und durch die auftretenden Reaktionskräfte über ein entsprechend ausgebildetes
Spreizelement auf das Führungselement, also die Rundstange 3, in Querrichtung übertragen
werden.
[0038] Im folgenden wird anhand der Fig. 10a bis 10d eine etwas andere Ausführungsform einer
Verriegelungsvorrichtung beschrieben, die anstelle der anhand der Fig. 1 und 2 beschriebenen
Verriegelungsvorrichtung treten kann. Auch hier handelt es sich um eine Verriegelungsvorrichtung
im Zusammenwirken mit einer Antriebsvorrichtung, die, wie in Fig. 1 und 2 beschrieben,
einen Elektromotor mit nachgeschaltetem Getriebe aufweist, der einen Ketten- oder
Riementrieb antreibt.
[0039] In den Fig. 10a bis 10c ist der Bereich um den Elektromotor anlog einem vergrößerten
Bildausschnitt aus Fig. 2 in Aufsicht dargestellt.
[0040] Das Motorgehäuse 20' ist drehbar auf der Tragplatte 21' gelagert und mit dem Spreizhebel
25' verbunden, der an seinem freien Ende eine Führungsrolle 25.1' aufweist, die sich
in nicht dargestellter Weise und wie bereits beschrieben, über eine Schlitzführung
am Türrahmen abstützt. Die Verbindung zwischen dem Gehäuse 20' und dem Spreizhebel
25' erfolgt dabei über eine Schraubverbindung 25.3' mit Langlöchern, wodurch erreicht
wird, daß sich bei einer Drehung des Motorgehäuses 20' infolge des auftretenden Reaktionsmomentes
der Spreizhebel 25' erst nach Durchlaufen eines vorgegebenen Drehwinkels verschwenken
kann. An der Tragplatte 21' ist ein Verriegelungselement 26' angeordnet, in das ein
Schwenkriegel 27' unter der Kraftwirkung einer Feder 27.1' einrastend eingreift. Der
Schwenkriegel 27' ist mit einem Steuerarm 28' gekoppelt. Am Gehäuse des Elektromotors
20' befindet sich ein Steuerhaken 29' verschwenkbar unter der Kraftwirkung einer Feder
29.1'. In Fig. 10a ist die Verriegelungsvorrichtung im eingerasteten Zustand dargestellt.
Infolge des Reaktionsmomentes am Gehäuse des Elektromotors 20' bewegt sich bei einer
Drehbewegung des Gehäuses der Steuerhaken 29', wobei er den Steuerarm 28' mitnimmt,
was zum Abschwenken des Schwenkriegels 27' und damit zur Freigabe des Verriegelungselementes
28' führt. Dieser Zustand ist in Fig. 10b dargestellt. Nach Durchlaufen des vorgegebenen
Winkelbereiches nimmt dann, wie in Fig. 10d dargestellt, das sich drehende Gehäuse
20' den Spreizhebel 25' mit und es kommt zur Einleitung der Querbewegung des Führungselementes
in der bereits beschriebenen Weise. Dieser Zustand ist in Fig. 10c dargestellt. Beim
Schließen des Türblattes erfolgt die Bewegung in umgekehrter Richtung bis schließlich
in der in Fig. 10a dargestellten Stellung der Schwenkriegel 27' wieder in das Verriegelungselement
26' einrastet.
[0041] Bei allen beschriebenen Antriebsvorrichtungen kann zwischen dem Antriebsmotor und
den ihm nachgeschalteten Antriebsmitteln eine kraft- oder momentbegrenzende Kupplung
vorgesehen sein, um ein allzu hartes Schließen des Türblattes zu vermeiden. Weiterhin
kann es zweckmäßig sein, zwischen den Antriebsmotor und die ihm nachgeschalteten Antriebsmittel
eine Magnetkupplung einzuschalten zur Entkopplung von Antriebsmotor und den nachgeschalteten
Antriebsmitteln, beispielsweise in Notsituationen.
1. Vorrichtung zur Bewegung einer Schwenkschiebetür für Fahrzeuge zur Personenbeförderung,
insbesondere Schienenfahrzeuge, deren Türblatt in seiner Längsrichtung auf einem Führungselement
verschiebbar ist, welches als Teil eines Gelenkvierecks quer zur Ebene des Türblatts
bewegbar ist, wobei die Längsbewegung des Türblatts mit der Querbewegung durch eine
mit dem Türrahmen fest verbundene Führungsschiene koordiniert ist, in welche ein mit
dem Türblatt fest verbundenes Führungsmittel eingreift und bei der die Abtriebskraft
einer Antriebsvorrichtung am Türblatt in Richtung des Führungselementes angreift,
dadurch gekennzeichnet, daß die Reaktionskraft der Antriebsvorrichtung (20-22, 30-31,
40-41) auf ein zwischen dem Führungselement (3) und einem mit dem Türrahmen (16) verbundenen
Stützteil (25.2, 35.2, 45.2) angeordnetes Spreizelement (25, 35, 45) ein Drehmoment
ausübt, welches eine in einer Richtung im wesentlichen normal zum Führungselement
(3) auf dieses einwirkende Kraft zur Erzeugung der Querbewegung bewirkt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung (20-22,
30-31, 40-41) und das Spreizelement (25, 35, 45) am Führungselement (3) gelagert sind
und das Spreizelement sich über eine Führungsrolle (25.1, 35.1, 45.1) an einer mit
dem Türrahmen (16) fest verbundenen Schiene (25.2, 35.2, 45.2) abstützt.
3. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung aus
einem Elektromotor (20) mit nachgeschaltetem Getriebe besteht, dessen Gehäuse um eine
vertikale Achse drehbar am Führungselement (3) gelagert ist und dessen Abtriebswelle
einen parallel zum Führungselement (3) angeordneten Ketten- oder Riementrieb (22)
antreibt, an den das Türblatt angekoppelt ist und das Spreizelement als mit dem Motor-Getriebegehäuse
(20) fest verbundener Spreizhebel (25) ausgebildet ist, welcher sich über die Führungsrolle
(25.1) an der mit dem Türrahmen (16) fest verbundenen Schiene (25.2) abstützt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung aus
einem parallel zum Führungselement (3) angeordneten und an dasselbe gekoppelten Pneumatikzylinder
(40) besteht, dessen Kolben (41) mit dem Türblatt (1) verbunden ist, während der Zylinder
(40) an dem am Führungselement (3) schwenkbar gelagerten, als Spreizhebel (45) ausgebildeten
Spreizelement angelenkt ist, welches sich über die Führungsrolle (45.1) an der mit
dem Türrahmen (16) fest verbundenen Schiene (45.2) abstützt.
5. Vorrichtung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Antriebsvorrichtung aus
einer parallel zum Führungselement angeordneten und an dasselbe gekoppelten, durch
einen Elektromotor (32) angetriebenen Schraubenspindel (30) besteht, deren Mutter
mit dem Türblatt (1) verbunden ist, während an einem Ende der längsverschieblich gelagerten
Schraubenspindel (30) das am Führungselement (3) gelagerte als Spreizhebel (35) ausgebildete
Spreizelement angelenkt ist, welches sich über die Führungsrolle (35.1) an der mit
dem Türrahmen (16) fest verbundenen Schiene (35.2) abstützt.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch ein am Türrahmen
(16) drehbar gelagertes Türbaumrohr (14), an dem zwei Rollenhebel (8, 9) angeordnet
sind, welche in am Türblatt (1) angebrachte Führungsschienen (12, 13) eingreifen,
wobei das Türbaumrohr (14) mit einer Kurbel (5) des Gelenkvierecks über eine Koppelstange
(15.1) gekoppelt ist.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, gekennzeichnet durch ein am Türrahmen
drehbar gelagertes Türbaumrohr (14'), an dem zwei Rollenhebel (8', 9') angeordnet
sind, welche in am Türblatt angebrachte Führungsschienen (12', 13') eingreifen, wobei
eine an der Achse des oberen Rollenhebels gelagerte weitere Rolle (18) in einer mit
dem Führungselement (3) fest verbundenen und zu diesem parallelen Schiene (19) läuft.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7, gekennzeichnet durch eine Verriegelungsvorrichtung,
deren Verriegelungselement (26, 26') mit Haupt- und Vorrast an einem schwenkbaren
Bauteil (5, 21') angeordnet ist, dessen Bewegung mit der Querbewegung des Gelenkvierecks
gekoppelt ist.
9. Vorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß eine Entriegelungsvorrichtung
(28, 29; 28', 29') für das Verriegelungselement (26, 27; 26', 27') durch die Reaktionskraft
der Antriebsvorrichtung (20) für die Längsbewegung des Türblatts (1) gesteuert wird.
10. Vorrichtung nach Anspruch 3 und 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Steuerung der Entriegelungsvorrichtung
(28', 29') über ein die Reaktionskraft übertragendes Steuerelement mit vorgegebenem
Drehspiel (25.3') bewirkt wird, welches so eingestellt ist, daß die Entriegelung vor
Einsetzen der Querbewegung des Türblattes (1) erfolgt.
11. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Elektromotor
(20, 32) eine Rutschkupplung angeordnet ist.
12. Vorrichtung nach Anspruch 2 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß nach dem Elektromotor
(20, 32) eine Magnetkupplung angeordnet ist.