[0001] Die Erfindung betrifft ein Harscheisen nach dem Oberbegriff des Schutzanspruchs 1.
[0002] In letzter Zeit geht der Trend bei Tourenskibindungen dahin, das Tourengestell möglichst
zu verkleinern oder es ganz wegzulassen und den Skistiefel nur an einer Stütze im
vorderen Sohlenbereich zu halten, um Gewicht zu sparen. Durch einen Wegfall des Tourengestells
entstehen jedoch Schwierigkeiten bei der Befestigung von Harscheisen, die bisher an
einer Sohlenauflageplatte und an den Schenkein des Tourengestells festgeklemmt werden.
[0003] Zwar zeigt die DE-OS 28 17 422 bereits einen Weg auf, ein Harscheisen am Skistiefel
festzulegen, doch sind dazu aufwendige Halterungen und ein langer Riemen erforderlich,
mit dem das Harscheisen am Skistiefel festgeschnallt wird. Dies ergibt wiederum eine
unerwünschte Gewichtserhöhung, und außerdem ist ein mit ösenartigen Halterungen und
einem Riemen versehenes Harscheisen ein zusätzlicher sperriger Gegenstand, der beim
Tourengehen unbequem mitzuführen ist.
[0004] Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, ein Harscheisen der eingangs erwähnten
Art so auszubilden, das sich in einfacher Weise und ohne größeren zusätzlichen Aufwand
befestigen läßt.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird gemäß der Erfindung gelöst durch ein Harscheisen, wie
es im Schutzanspruch 1 angegeben ist; vorteilhafte Weiterbildungen und Ausgestaltungen
der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
[0006] Durch die Halterung und Lagerung des Harscheisens an der vorderen Sohlenhaltevorrichtung
erübrigt sich eine Befestigung des Harscheisens am Skistiefel, und es bedarf daher
nach dem Lösen der Sohlenhaltevorrichtung nicht noch zusätzlich einer Abnahme des
Harscheisens vom Skistiefel, wenn ein Tourengeher eine Rast einlegen will oder zum
Überqueren einer kurzen felsigen Wegstrecke die Skier abschnallen muß. Außerdem macht
diese Art der Lagerung an der vorderen Sohlenhaltevorrichtung zusätzlich Riemen zum
Festhalten des Harscheisens am Skistiefel entbehrlich.
[0007] Wenn in weiterer Ausgestaltung der Erfindung die Grundplatte des Harscheisens am
Lagerbock der vorderen Sohlenhaltevorrichtung angelenkt wird und dabei die Schwenkachse
für das Harscheisen mit der für die Stütze der Sohlenhaltevorrichtung identisch ist
oder wenigstens nahezu damit zusammenfällt, werden Relativbewegungen von Stiefelsohle
und Harscheisen beim Gehen vermieden.
[0008] Eine konstruktiv besonders einfache Ausführung erhält man in Weiterbildung der Erfindung
dadurch, daß die Grundplatte einen nach vorne über die Führungsstege hinausragenden
Ausleger erhält, der mit einer Haltevorrichtung versehen ist, die an die zugeordnete
Stütze angepaßt ist.
[0009] Für die Ausbildung der Halteeinrichtung selbst ist eine Ausführung als die Stütze
auf einem Teil ihres Umfangs formschlüssig umgreifende Klemmfeder bevorzugt. Diese
Ausführung ist zum einen selbst einfach herzustellen, und sie ermöglicht zum anderen
ein einfaches Aufstecken des Harscheisens auf die Stütze.
[0010] Die Herstellung wird am einfachsten, wenn der Ausleger als einstückige Verlängerung
der Grundplatte ausgebildet wird. Wenn jedoch in Weiterbildung der Erfindung der Ausleger
lösbar mit der Grundplatte verbunden und außerdem eine Befestigungsmöglichkeit für
den Ausleger an beiden Enden der Grundplatte vorgesehen wird, ergibt sich der zusätzliche
Vorteil, daß das Harscheisen in zwei gegeneinader um 180° verdrehten Stellungen auf
dem Ski befestigt werden kann, was bei Ausführung der Führungsstege mit über ihre
Länge unterschiedlicher Höhe wünschenswert ist, da sich dann durch unterschiedliche
Anordnung des Harscheisens die Eindringtiefe in den Schnee variieren läßt. Diese Möglichkeit
erweist sich insbesondere dann als günstig, wenn eine Steighilfe verwendet wird, die
den Skistiefel mit Abstand von der Skioberfläche abstützt, was vor allem zum Bewältigen
steiler Anstiege erwünscht ist. Bei Verwendung einer solchen Steighilfe kann es nämlich
vorkommen, daß das Harscheisen nicht mehr hinreichend tief in den Schnee eingreift.
Dem läßt sich dann dadurch abhelfen, daß das Harscheisen so auf dem Ski gewendet wird,
daß sie üblicherweise am hinteren Ende befindlichen höheren Teile der Führungsstege
das vordere Ende bilden, da dann auch bei angeschwenkter Stellung des Skistiefels
unter dessen Abstützung durch die Steighilfe eine ausreichende Eindringtiefe der Führungssstege
in den Schnee erhalten werden kann.
[0011] Insbesondere bei verdrehbarer Halterung des Harscheisens auf der Stütze kann der
Ausleger mit Vorteil in Form einer nach oben durchgebogenen Blattfeder ausgebildet
werden, die das Harscheisen mit Vorspannung gegen den Skistiefel hält.
[0012] Zur Unterstützung der Schwenkbewegung des Harscheisens beim Gehen ist es von Vorteil,
den Ausleger gemäß einer Ausgestaltung der Erfindung mit einem vorderen Anschlag für
die Stiefel spitze zu versehen.
[0013] Nachstehend wird die Erfindung anhand bevorzugter Ausführungsbeispiele noch weiter
erläutert; dabei zeigen in der Zeichnung:
- Fig. 1
- ein an einer Tourenskibindung befestigtes Harscheisen in einer Seitenansicht,
- Fig. 2
- eine abgeänderte Ausführungsform eines Harscheisens in analoger Darstellung,
- Fig. 3
- eine weitere abgeänderte Ausführungsform für ein Harscheisen,
- Fig. 4
- eine Seitenansicht noch eines weiteren Ausführungsbeispiels und
- Fig. 5
- eine perspektivische Teildarstellung für das Harscheisen von Fig. 4.
[0014] Wie die Zeichnung zeigt, besteht ein Harscheisen, wie es insgesamt mit der Bezugszahl
1 bezeichnet ist, aus einer Grundplatte 2 und aus zwei seitlichen, nach unten vorstehenden
Führungsstegen 3, die durch Ausnehmungen 4 in die Form je einer zusammenhängenden
Reihe von Zähnen 5 gebracht sind. Die einzelnen Zähne 5 der Führungsstege 3 sind unterschiedlich
lang ausgeführt, so daß die Führungsstege 3 eine sich über die Länge der Grundplatte
2 stetig ändernde Höhe aufweisen.In der normalen Gebrauchslage wird das Harscheisen
1 so auf dem Ski befestigt, daß die kürzeren Zähne näher an der Stiefel spitze liegen.
[0015] Am vorderen Ende weist das Harscheisen 1 einen Ausleger 6 auf, der bei dem Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 einstückig mit der Grundplatte 2 ausgebildet ist. An der Unterseite des
Auslegers 6 ist eine Klemmfeder 7 angeordnet, die ein Festhaken des Harscheisens 1
an einer Stütze 8 ermöglicht, die Teil einer Tourenskibindung ist. Diese Bindung weist
außerdem einen Lagerbock 9 und einen U-förmigen Bügel 11 auf, der an einer Lagerstelle
10 des Lagerbocks 9 schwenkbar gehalten ist und dessen Basisteil die zum Abstützen
einer Stiefelsohle 12 dienende Stütze 8 trägt oder selbst bildet. Eine schwenkbare
Spannvorrichtung 13 hält die Stiefelsohle auf der Stütze 8 fest, wobei ein Verschwenken
des Skistiefels gegenüber dem Ski möglich ist, wie dies zum Tourengehen erforderlich
ist.
[0016] In Fig. 2 ist eine abgeänderte Ausführungsform dargestellt. Der wesentliche Unterschied
gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 besteht darin, daß der Ausleger 6.1
in Fig. 2 lösbar am Harscheisen 1 befestigt ist. Dazu weist der Ausleger 6.1 einen
Längsschlitz 14 auf, mit dem er sich auf einen Niet 15 aufstecken und mit dessen Hilfe
auf der Unterseite der Grundplatte 2 festklemmen läßt. Die Möglichkeit zu einer solchen
lösbaren Auslegerbefestigung ist an beiden Enden der Grundplatte 2 vorgesehen, so
daß der Ausleger 6.1 sowohl an dem Ende angebracht werden kann, wo die Zähne 5 der
Führungsstege 3 länger sind, als auch an dem Ende, wo diese Zähne 5 kürzer sind.
[0017] In weiterer Abänderung gegenüber dem Ausführungsbeispiel nach Fig. 1 ist in Fig.
2 die Klemmfeder 7.1 im Querschnitt nicht kreisrund, sondern oval ausgebildet, und
sie wirkt mit einer Stütze 8.1 von angepaßt ovalem Querschnitt zusammen. Damit ergibt
sich eine Halterung, die dank der formschlüssigen Umfassung der Klemmfeder 7.1 mit
von der Kreisform abweichendem Querschnitt ein ungewolltes Verdrehen des Harscheisens
1 verhindert. Daher kann der Ausleger 6.1 als nach oben durchgebogene Blattfeder ausgeführt
werden, wodurch das Harscheisen 1 in der Gebrauchslage mit Vorspannung gegen die Unterseite
der Stiefelsohle gehalten wird.
[0018] Fig. 3 zeigt eine weitere Abwandlung des Harscheisens 1, wobei am Ausleger 6 ein
Anschlag 16 für die Stiefelsohle 12 vorgesehen ist, wodurch eine bessere Anlage des
Harscheisens 1 an der Stiefelsohle 12 und ein verbessertes Mitschwenken erreicht wird.
[0019] Die Darstellungen in Fig. 4 und 5 zeigen eine Ausführungsform mit einem an der Grundplatte
2 des Harscheisens 1 lösbar befestigbaren Ausleger 6.2, der mittels vier an der Grundplatte
2 angeordneter Nieten 18 gehalten ist, die jede in eine von vier schlüssellochförmigen
Ausnehmungen 19 im Ausleger 6.2 eingreifen. Wie sich insbesondere aus Fig. 4 ersehen
läßt, ist der Ausleger 6.2 unmittelbar vor seiner Auflage auf der Grundplatte 2 abgeknickt,
so daß das Harscheisen 1 mit Vorspannung gegen die Stiefelsohle gedrückt wird. Auch
hier ist ein Anschlag 16 vorhanden, der für eine gute Anlage des Harscheisens 1 an
der Stiefelsohle sorgt, wobei die abgeknickte und federnde Ausführung des Auslegers
6.2 unterstützend mitwirkt.
[0020] Eine solche gute Anlage des Harscheisens 1 am Stiefel ist dann besonders wichtig,
wenn entsprechend der Darstellung in Fig. 4 und 5 die Befestigung des Harscheisens
1 auf der Stütze 8 nur auf die Aufnahme von in Längsrichtung wirkenden Kräften eingerichtet
ist. Bei dieser Ausführungsform sind an der Unterseite des Auslegers 6.2 zwei Stege
17 angeordnet, die einen dem Durchmesser der Stütze 8 entsprechenden Abstand voneinander
aufweisen, so daß das Harscheisen 1 auf die Stütze 8 nur aufgesteckt wird und Halt
nur in der Längsrichtung des Skis erfährt. Eine formschlüssige Halterung nach Art
der Ausführungsform von Fig. 2 gibt es dagegen nicht, so daß ein Mitschwenken des
Harscheisens 1 mit dem Stiefel auf andere Weise, nämlich durch den Anschlag 16 und
die abgeknickte Ausführung des Auslegers 6.2 sichergestellt werden muß.
1. Harscheisen für einen Einsatz in Verbindung mit einer Tourenskibindung, die eine an
einem Lagerbock einer vorderen Sohlenhaltevorrichtung angelenkte Stütze zum Festspannen
eines Skistiefels in um eine mit Abstand von der Skioberfläche quer zur Skilängsachse
verlaufende Achse schwenkbarer Weise aufweist, mit
- einer Grundplatte und
- zwei von der Grundplatte ausgehenden seitlichen Führungsstegen, die in der Gebrauchslage
zum Eingriff in den Schnee nach unten über die Skilauffläche überstehen,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (2) für eine schwenkbare Lagerung an der Sohlenhaltevorrichtung
(9, 10, 11, 13) eingerichtet ist.
2. Harscheisen nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (2) am Lagerbock (9) der Sohlenhaltevorrichtung mit mit der
Schwenkachse für die Stütze (8) identischer oder damit nahezu zusammenfallender Schwenkachse
angelenkt ist.
3. Harscheisen nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
daß die Grundplatte (2) einen über die Führungsstege (3) nach vorne hinausragenden
Ausleger (6; 6.1) aufweist, der mit einer an die Stütze (8; 8.1) angepaßten Halteeinrichtung
(7; 7.1) versehen ist.
4. Harscheisen nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet,
daß die Halteeinrichtung (7; 7.1) als eine die Stütze (8; 8.1) auf einem Teil ihres
Umfangs umgreifende Klemmfeder ausgebildet ist.
5. Harscheisen nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (6) als einstückige Verlängerung der Grundplatte (2) ausgebildet
ist.
6. Harscheisen nach einem der Ansprüche 3 bis 5, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (6.1) lösbar mit der Grundplatte (2) verbunden ist.
7. Harscheisen nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (6.1) an der Grundplatte (2) wahlweise an deren beiden Enden befestigbar
ist.
8. Harscheisen nach einem der Ansprüche 3 bis 7, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (6.1) als nach oben durchgebogene, die Grundplatte (2) mit Vorspannung
gegen den Skistiefel drückende Blattfeder ausgebildet ist.
9. Harscheisen nach einem der Ansprüche 3 bis 8, dadurch gekennzeichnet,
daß der Ausleger (6) einen vorderen Anschlag (16) für eine Anlage der Stiefel spitze
(12) aufweist.