[0001] Die Erfindung betrifft eine Vorrichtung zur Erstellung von Bewehrungen für plattenförmige
Betonfertigteile, mit auf verfahrbaren Paletten einrichtbaren, zur Aufnahme der Bewehrungen
in Gestalt von Bewehrungsstäben und Gitterträgern sowie des eingegossenen Betons dienenden
Formen, mit einer Vorbereitungsmaschine für die Bewehrungsstäbe und mit einer Fertigungsmaschine
für die Gitterträger, mit einer Stabablaufbahn und einer Gitterträgerablaufbahn, die
einander gegenüber angeordnet sind und sich an die Vorbereitungsmaschine bzw. die
Fertigungsmaschine anschließen, mit einem schrägen, mit betätigbaren Sperrklinken
versehenen Gitterträger-Magazin, mit zwei zwischen der Stabablaufbahn und dem Gitterträgermagazin
verschiebbar vorgesehenen Einlegerobotern, mit Doppelgreifern für die Bewehrungsstäbe
und die Gitterträger an den Enden der Roboterarme, und mit einer Aufsteckvorrichtung
für auf einen Teil der Bewehrungsstäbe in Abständen aufzuklemmende Abstandshalter.
[0002] Die Vorrichtung findet Anwendung bei der fabrikmäßigen Fertigung von plattenförmigen
Bauteilen aus Stahlbeton, insbesondere von Decken unterschiedlicher Abmessungen für
Gebäude jeglicher Art.
[0003] Eine Vorrichtung zur Herstellung von Bewehrungen von für Bauzwecke vorgesehenen Platten
aus Stahlbeton ohne Einsatz von Handarbeit ist durch die DE 36 15 460 bekannt geworden.
Die dort beschriebene Vorrichtung hat Eingang in die Praxis gefunden und sich an verschiedenen
Orten bewährt, jedoch hat sich dabei herausgestellt, daß deren Konzeption hinsichtlich
des einen oder des anderen Aggregates aufwendig ist und insbesondere ihre Arbeitsgeschwindigkeit
Wünsche offen läßt.
[0004] Es ist die Aufgabe der Erfindung, die Produktionsleistung der bekannten und eingangs
beschriebenen Vorrichtung quantitativ und qualitativ zu erhöhen.
[0005] Die gestellte Aufgabe wird dadurch gelöst, daß die Einlegeroboter Industrieautomaten
mit sechs Freiheitsgraden sind, die lineare Bewegungen ausführen, daß die Industrieroboter
als Werkzeugaggregat jeweils zwei paarweise nebeneinander angeordneten Doppelgreifer
tragen, daß die beiden Doppelgreifer wenigstens eines der Industrieautomaten um eine
vertikale Achse drehbar sind, daß die Aufsteckvorrichtung für die Abstandshalter zwischen
der Vorbereitungsmaschine für die Bewehrungsstäbe und der Stabablaufbahn angeordnet
ist, daß neben der Stabablaufbahn ein geneigt angeordneter Stab-Zwischenpuffer für
die Bewehrungsstäbe vorgesehen ist, und daß am Ende des Gitterträger-Magazins eine
Mehrfach-Aufstellvorrichtung für die Gitterträger angeordnet ist.
[0006] Aufgrund der vorgeschlagenen Maßnahmen entfällt bei der bekannten Vorrichtung die
dort vorgesehene Richt- und Schneideinrichtung für die Querstäbe der Bewehrung ebenso
wie die zugehörige Querstab-Ablaufbahn sowie das Querstab-Magazin vollständig, wodurch
beträchtliche Einsparungen bei der Herstellung der neuen Vorrichtung erzielt werden.
Die Erstellung der Querstäbe erfolgt nämlich bei der Erfindung zusammen mit den Längsstäben
durch die gleiche Vorbereitungsmaschine und die Plazierung der Querstäbe geschieht
durch die drehbar angeordneten Doppelgreifer der Industrieautomaten mit Linearachsen.
Eine Rationalisierung des Arbeitsablaufes wird durch die Einschaltung des Stab-Zwischenpuffers
für die Bewehrungsstäbe erzielt, was der Vorbereitungsmaschine ermöglicht, mehrere
Bewehrungsstäbe auf Vorrat zu produzieren, wenn die Industrieautomaten zum Einlegen
vorübergehend längere Zeit benötigen.
[0007] Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung ist an der Seite des Stab-Zwischenpuffers
ein horizontal verschiebbarer Mehrfach-Entnahmeschlitten mit wenigstens je zwei nach
oben offenen Entnahme-Ausnehmungen für die Bewehrungsstäbe angeordnet. Dieser Entnahmeschlitten
ermöglicht es, daß von den Industrieautomaten zugleich zwei Bewehrungsstäbe nebeneinander
aufgenommen, bewegt und zusammen in der Form plaziert werden können, was die Erstellzeiten
für manche Arten von Bewehrungen erheblich verkürzt.
[0008] Es ist zweckmäßig, wenn der Stab-Zwischenpuffer für die Bewehrungsstäbe Reihen schwenkbarer
Fallklappen aufweist.
[0009] Der Drehwinkel der beiden Doppelgreifer wird wenigstens neunzig Winkelgrade betragen,
was ermöglicht, daß die Längsstäbe problemlos quer und rechtwinklig auf die Querstäbe
abgesetzt werden können; auch lassen sich dadurch Gitterträger bei Bedarf in Querrichtung
in die Form einlegen.
[0010] Vorteilhaft ist neben dem Gitterträger-Magazin eine Mehrfach-Aufstellvorrichtung
für die Gitterträger angeordnet. Diese Vorrichtung erleichtert das Ergreifen aufzunehmender
Gitterträger durch die Doppelgreifer der Industrieautomaten.
[0011] Eine einfache, zuverlässige Konstruktion für die Mehrfach-Aufstellvorrichtung ergibt
sich, wenn diese im Querschnitt L-förmige Aufsteller aufweist, die mittels einer parallel
zur Gitterträgerablaufbahn liegende Drehwelle schwenkbar sind.
[0012] Die Vorrichtung wird nachstehend an einer bevorzugten Ausführungsform und unter Bezugnahme
auf die beigefügte Zeichnung eingehend erläutert. Die Zeichnung zeigt die Vorrichtung
in einer Draufsicht, in einer schematischen und vereinfachten Darstellung.
[0013] Die in der Zeichnung wiedergegebene Vorrichtung zur Herstellung der Bewehrungen für
plattenförmige, für Bauzwecke vorgesehene Betonfertigteile besteht im wesentlichen
aus einer Palette 1, einer Vorbereitungsmaschine 2, einer Fertigungsmaschine 3, einer
Stabablaufbahn 4, einer Gitterträgerablaufbahn 5, einem Stab-Zwischenpuffer 6, einem
Gitterträger-Magazin 7, zwei Industrieautomaten 8 und 9, einem Mehrfach-Entnahmeschlitten
10, einer Aufsteckvorrichtung 11 sowie einer Mehrfach-Aufstellvorrichtung 12. Alle
diese Aggregate sind mittels einer elektronischen Datenverarbeitungsanlage zentral
gesteuert und elektrisch bzw. ölhydraulisch betätigt.
[0014] Die ebene, im Grundriß rechteckige Palette 1 ist auf einem aus zwei Schienen 13 bestehenden,
auf dem Boden verlegten Gleis zwischen und unterhalb der Vorbereitungsmaschine 2 und
der Fertigungsmaschine 3 sowie den anderen Aggregaten durch die Vorrichtung hindurch
maschinell in Richtung des Pfeiles 14 verfahrbar. Auf der Palette 1 ist eine ebenfalls
rechteckige, niedrige Form 15 eingerichtet. In dieser Form 15 liegt auf der Palette
1 eine Bewehrung bestehend aus Bewehrungsstäben, nämlich quer und zuunterst liegenden
Querstäben 16 und rechtwinklig dazu darüberliegenden Längsstäben 17 sowie zwischen
diesen angeordneten Gitterträgern 18. Die Querstäbe 16 tragen in Abständen aufgereihte
Abstandshalter 19 aus Kunststoff, welche den Abstand der Querstäbe 16 von der Palettenoberfläche
gewährleisten. Die Querstäbe 16, die Längsstäbe 17 und die Gitterträger 18 bestehen
aus Runddrähten bzw. Bändern aus Baustahl. Die Palette 1 mit der eingerichteten, die
vollständige Bewehrung für ein plattenförmiges Betonfertigteil enthaltenden Form 15
wird zu einer der Vorrichtung benachbarten (nicht dargestellten) Fertigungseinrichtung
gefahren, wo der Beton eingegossen wird. Anschließend wird die Palette 1 gerüttelt
und es geschehen Maßnahmen zur Beschleunigung des Abbindens des Betons.
[0015] Die Vorbereitungsmaschine 2 für die Bewehrungsstäbe 16, 17 steht neben und oberhalb
des Gleises der Palette 1 und sie liegt mit ihrer Arbeitsrichtung parallel zu den
Schienen 13. Diese Vorbereitungsmaschine 2 ist handelsüblich, ihre Arbeitsweise und
ihre Funktion sind allgemein bekannt und bedürfen daher keiner näheren Erklärung.
Mit ihrer Hilfe werden sowohl die Querstäbe 16 wie die Längsstäbe 17 gerichtet, geschnitten
und bei Bedarf auch gebogen, sie werden am Ende der Vorbereitungsmaschine 2 ausgegeben.
Am Anfang der Vorbereitungsmaschine 2 sind zwei drehbare Abspulhaspeln 20 vorgesehen,
auf welchen verschiedene Ringe 21 eines Runddrahtes 22 aufgesetzt sind, dessen Durchmesser
zwischen fünf und zwölf Millimetern liegen kann. Der Runddraht 22 wird der Vorbereitungsmaschine
2 zugeführt.
[0016] Bei der Fertigungsmaschine 3 zur Herstellung der Gitterträger 18 handelt es sich
ebenfalls um eine handelsübliche und bekannte Einrichtung, die - der Vorbereitungsmaschine
2 gegenüber - neben und etwas oberhalb der Schiene 13 angeordnet ist. Am Anfang dieser
Fertigungsmaschine 3 befinden sich vier Abspulhaspeln 23 mit Ringen 24 von Runddrähten
und Ringen 25 von Bändern aus Baustahl. In der Fertigungsmaschine 3 werden sowohl
die Runddrähte wie die Bänder gerichtet, gebogen, abgeschnitten und automatisch zu
Gitterträgern 18 zusammengeschweißt, die zuletzt fertig ausgestoßen werden.
[0017] Die Pfeile 26 und 27 verdeutlichen die Arbeitsrichtung der Vorbereitungsmaschine
2 und der Fertigungsmaschine 3.
[0018] Die Stabablaufbahn 4, welche sich in Arbeitsrichtung an die Vorbereitungsmaschine
2 für die Bewehrungsstäbe 16 und 17 anschließt, liegt in Höhe der Vorbereitungsmaschine
2 seitlich und oberhalb der Schienen 13. Es handelt sich im wesentlichen um einen
ebenen, langen und schmalen Tisch aus Stahl, der rinnenförmig ausgebildet sein kann.
Die Stabablaufbahn 4 trägt zwei endständige Drehzapfen 28, mit welchen sie quer zu
ihrer Längsrichtung mit Hilfe einer nicht dargestellten, entsprechend gesteuerten,
hydraulischen Kippvorrichtung in Gestalt eines Hydraulik-Zylinders kippbar angeordnet
ist.
[0019] Die Gitterträgerablaufbahn 5 ist in Arbeitsrichtung 27 an die Fertigungsmaschine
3 zur Herstellung der Gitterträger 18 angeschlossen. Sie besteht aus einer niederen,
flachen Rinne, die um zwei an ihren Enden vorgesehene Zapfen 29 mittels einer im vorgegebenen
Takt gesteuerten Kippvorrichtung (nicht dargestellt) quer zu ihrer Längsrichtung kippbar
ist. Jeder Gitterträger 18 weist einen dreieckigen Querschnitt auf und besteht aus
einem Obergurt 30, zwei Untergurten 31 sowie zwei Reihen von strebenartigen, winkelig
angeordneten Gitterstäben 32, welche den Obergurt mit den Untergurten und die Untergurte
untereinander verbinden.
[0020] Der Stab-Zwischenpuffer 6 für die Bewehrungsstäbe 16 und 17 besteht im wesentlichen
aus vier parallelen, in Richtung zum Gleis der Palette 1 schräg nach unten geneigten
Balken 33, in deren Oberseite jeweils drei hintereinander angeordnete, schwenkbare
Fallklappen 34 vorgesehen sind. Diese Fallklappen 34 werden durch die Balken 33 verbindende
und quer zu diesen liegende Querwellen 35 gesteuert betätigt, wobei ihre freien, hakenförmigen
Enden unter die Balkenoberfläche abgesenkt werden. Jeder von der Vorbereitungsmaschine
2 erstellte und auf die Stabablaufbahn 4 ausgestoßene Bewehrungsstab 16, 17 wird durch
Kippen der Stabablaufbahn 4 auf den Stab-Zwischenpuffer 6 abgeworfen und bleibt dort
- von der obersten Vierergruppe der Fallklappen 34 gehalten - liegen. Bevor der nächste
Bewehrungsstab 16, 17 ausgestoßen wird, wird die Vierergruppe abgeschwenkt, so daß
der von ihr gehaltene Bewehrungsstab 16, 17 soweit schräg nach unten rutscht, bis
die nächste, hervorstehende Vierergruppe ihn anhält. Auf solche Weise erfolgt eine
Weitergabe der Bewehrungsstäbe 16, 17 nach unten bis zur Kante des Stab-Zwischenpuffers
6, von wo aus eine Weitergabe an den Mehrfach-Entnahmeschlitten 10 erfolgt.
[0021] Das Gitterträger-Magazin 7 ist im Prinzip ähnlich wie der Stab-Zwischenpuffer 6 aufgebaut
und weist drei parallele, schräg nach unten geneigte Träger 36 auf. In jedem dieser
Träger 36 sind jeweils drei Sperrklinken 37 hintereinander in Reihe angeordnet, die
mit ihren Sperrnasen über die Oberseite der Träger 36 hinausragen. Quer zu den Trägern
36 sind jeweils drei in gleicher Höhe liegende Sperrklinken 37 durch verdrehbar gelagerte
Querstangen 38 miteinander verbunden, deren Enden an der einen Seite des Gitterträger-Magazines
7 in eine elektrisch gesteuerte, mechanische Betätigungseinrichtung 39 eingeführt
sind, die parallel zum äußersten Träger 36 liegt. Eine entsprechende Betätigungseinrichtung
verdreht die Querwelle 35 der Stabablaufbahn 4. Jeder in der Fertigungsmaschine 3
zusammengefügte und von ihr auf die Gitterträgerablaufbahn 5 aufgeschobene Gitterträger
18 wird durch Abkippen auf das Gitterträger-Magazin 7 oben abgeworfen und bleibt dort
zunächst - gehalten von der obersten Dreierreihe der Sperrklinken 37, zur Seite gekippt
und mit seinem Obergurt 30 und einem Untergurt 31 aufliegend - hängen. Bevor der nächste
Gitterträger 18 ausgegeben wird, wird die Betätigungseinrichtung 39 in Gang gesetzt,
welche die oberste Querreihe der Sperrklinken 37 verschwenkt, so daß der betreffende
Gitterträger 18 soweit in Richtung zu den Schienen 13 nach unten rutscht, bis die
nächste Dreierreihe der Sperrklinken 37 ihn anhält. Auf diese Weise erfolgt die Weitergabe
der Gitterträger 18 nach unten, wo der unterste Gitterträger 18 auf die Mehrfach-Aufstellvorrichtung
12 zu liegen kommt, von welcher er beim nächsten Arbeitstakt so aufgestellt wird,
daß sein Obergurt 30 nach oben weist.
[0022] Die beiden gleich ausgebildeten Industrieautomaten 8 und 9 sind handelsübliche Roboter
mit Linearachsen, also solche mit sechs Freiheitsgraden, die lineare Bewegungen auszuführen
in der Lage sind. Eine nähere Beschreibung dieser elektrisch gesteuerten Automaten
erübrigt sich. Der eine der beiden Industrieautomaten 9 ist in der Zeichnung nur mit
Strichlinien angedeutet.
[0023] Die Industrieautomaten 8 und 9 sind an je zwei parallelen, horizontalen Traversen
40 quer zum Gleis der Palette 1 in Richtung des Pfeiles 41 verschiebbar, und zwei
parallele, horizontale Längsträger 42 gestatten eine Bewegung entsprechend der beiden
Pfeile 43 in Längsrichtung, also parallel zu den Schienen 13. Beide Industrieautomaten
8 und 9, die oberhalb der bisher beschriebenen Aggregate angeordnet sind, können je
nach ihrer Steuerung miteinander oder unabhängig voneinander zum Auflegen von Querstäben
16, Längsstäben 17 und Gitterträger 18 in Tätigkeit treten.
[0024] Am unteren Ende eines horizontal verschiebbaren Armes 44 jedes Industrieautomaten
8 und 9 befinden sich als Werkzeugaggregat jeweils zwei paarweise nebeneinander angeordnete
Doppelgreifer 45 und 46.
[0025] Jeder Doppelgreifer 45 bzw. 46 weist ein rechtes und ein linkes, zangenartiges, mechanisch
betätigbares Maul 47 bzw. 48 auf, dessen Öffnung geeignet ist, einen Bewehrungsstab
16 bzw. 17 oder den Obergurt 30 eines Gitterträgers 18 zu ergreifen. Die beiden Doppelgreifer
45 und 46 sind in der Lage, mit ihren vier Mäulern 47, 48 gleichzeitig zwei Bewehrungsstäbe
16 und 17 zu ergreifen; der betreffende Industrieautomat 8 bzw. 9 bewegt dann diese
beiden Bewehrungsstäbe 16 und 17 gemeinsam über die Palette 1 und legt sie zuletzt
zugleich an der vorgesehenen Stelle in der Form 15 positioniert ab. Um die Wege zu
verkürzen, kann dabei zugleich die Palette 1 verfahren werden.
[0026] Die beiden Doppelgreifer 45 und 46 sind um eine vertikale Achse 49 drehbar am Arm
44 angeordnet; der Drehwinkel 50 beträgt neunzig Winkelgrade. Dies gestattet, Bewehrungsstäbe
16, 17 sowohl längs wie quer in die Form 15 einzulegen und auf der Palette 1 abzulegen.
[0027] Der Mehrfach-Entnahmeschlitten 10 ist an der der Stabablaufbahn 4 gegenüberliegenden
Längsseite des Stab-Zwischenpuffers 6 angeordnet. Je ein Schlittenteil 51 ist unterhalb
des Endes eines der Balken 33 des Stab-Zwischenpuffers 6 angeordnet und die vier Schlittenteile
51 sind in Richtung des Pfeiles 52 gemeinsam mittels einer nicht gezeichneten Verschiebeeinrichtung
längsverschiebbar, die an einer Verbindungsschiene 53 angreift, an welcher alle vier
Schlittenteile 51 befestigt sind. Jeder der Schlittenteile 51 des Mehrfach-Entnahmeschlittens
10 weist an seiner Oberseite je zwei parallele, rinnenförmige Entnahme-Ausnehmungen
54 auf, die zur Aufnahme der Bewehrungsstäbe 16, 17 dienen. Mit dem Mehrfach-Entnahmeschlitten
10 werden die aus dem Stab-Zwischenpuffer 6 kommenden Bewehrungsstäbe 16, 17 den beiden
Industrieautomaten 8 und 9 zur Entnahme angeboten. Hierbei steht zunächst der Mehrfach-Entnahmeschlitten
10 in seiner hinteren, dem Stab-Zwischenpuffer 6 zugewandten Stellung und die vordere
der beiden Entnahme-Ausnehmungen 54 jedes Schlittenteiles 51 stehen ungefähr unterhalb
der freien Enden der Balken 33 des Stab-Zwischenpuffers 6. Sobald die unterste Viererreihe
der Fallklappen 34 einen Bewehrungsstab 16, 17 freigibt, fällt dieser in die oben
offene Entnahme-Ausnehmung 54. Anschließend verschiebt sich der Mehrfach-Entnahmeschlitten
10 etwa um den Abstand der beiden Entnahme-Ausnehmungen 54 nach vorn, so daß die rückwärtige
der beiden Entnahme-Ausnehmungen 54 jetzt unterhalb des Balkens 33 steht und der nächstfolgende
Bewehrungsstab 16, 17 in diese fallen kann. In der Zeichnung ist gezeigt, wie zwei
mit Abstandshaltern 19 bestückte Querstäbe 16 gerade in den Entnahme-Ausnehmungen
54 von zwei Schlittenteilen 51 bereitliegen zum Ergreifen durch die beiden, im Abstand
der Entnahme-Ausnehmungen 54 stehenden Doppelgreifer 45 und 46 des einen der beiden
Industrieautomaten 8.
[0028] Die Aufsteckvorrichtung 11 für die Abstandshalter 19 enthält einen handelsüblichen,
bekannten Rüttelförderer 55, in den die scheibenförmigen Abstandshalter 19 eingegeben
werden, von welcher einer in einem vergrößerten Maßstab im Innenraum des Rüttelförderers
55 im Grundriß dargestellt ist. Der Abstandshalter 19 besitzt eine kreisförmige Mittelöffnung,
die in einen leicht konisch sich öffnenden Schlitz übergeht. Die Abstandshalter 19
gelangen aus einer wendelförmigen, leicht ansteigenden Bahn in einen horizontalen
Schacht 56, dessen Ende vor dem Ausgang der Vorbereitungsmaschine 2 für die Bewehrungsstäbe
16, 17 steht. Ein (nicht gezeichneter) vertikal bewegter Stempel, welcher von einer
gesteuerten Betätigungseinrichtung verschoben wird, schiebt in bestimmten zeitlichen
Abständen jeweils einen Abstandshalter 19 aus dem Schacht 56 auf einen Querstab 16,
während ein solcher aus der Vorbereitungsmaschine 2 ausgestoßen und auf die Stabablaufbahn
4 abgelegt wird. Diese Aufsteckvorrichtung 11 steht somit zwischen der Vorbereitungsmaschine
2 und der Stabablaufbahn 4. Die Aufsteckvorrichtung 11 ist so gesteuert, daß nur auf
als Querstäbe 16 vorgesehene Bewehrungsstäbe Abstandshalter 19 aufgesteckt werden
- auf Längsstäbe 17 dagegen nur bei Bedarf.
[0029] Die Mehrfach-Aufstellvorrichtung 12 weist insgesamt drei im Querschnitt L-förmige
Aufsteller 57 auf, die mit Hilfe einer parallel zur Gitterträgerablaufbahn 5 liegenden
Drehwelle 58 - an welcher sie befestigt sind - schwenkbar sind. Wird der unterste,
auf der Gitterträgerablaufbahn 5 liegende Gitterträger 18 von der untersten Dreierreihe
der Sperrklinken 37 freigegeben, dann rutscht er auf die drei jeweils am Ende der
Träger 36 vorgesehenen Aufsteller 57. Sobald der Gitterträger 18 dort aufliegt, schwenkt
die entsprechend gesteuert betätigte Drehwelle 58 die Aufsteller 57 horizontal, so
daß der auf diese Weise aufrecht gestellte Gitterträger 18 mit seinen beiden Untergurten
31 auf den langen L-Schenkeln der Aufsteller 57 steht und von zwei Mäulern 47, 48
eines Doppelgreifers 45 bzw. 46 ergriffen, hochgehoben und positioniert in die Form
15 zu den Bewehrungsstäben 16, 17 gestellt wird.
[0030] Die Funktion der dargestellten Vorrichtung ist kurz folgende.
[0031] Die Palette 1 mit der eingerichteten Form 15 wird auf den Schienen 13 in den Arbeitsbereich
der beiden Industrieautomaten 8, 9 gefahren. In der Vorbereitungsmaschine 2 werden
zunächst die Querstäbe 16 erstellt, von der Aufsteckvorrichtung 11 mit Abstandshaltern
19 versehen und von der Stabablaufbahn 4 auf den Stab-Zwischenpuffer 6 befördert.
Dieser übergibt die Querstäbe 16 getaktet auf den Mehrfach-Entnahmeschlitten 10, von
wo sie paarweise von den beiden Doppelgreifern 45 und 46 aufgenommen werden. Der betreffende
Industrieautomat 8 bzw. 9 verfährt sodann und dreht die Querstäbe 16 gleichzeitig
oder kurz danach um neunzig Grad und läßt sie - wie vorgesehen plaziert - auf der
Palette 1 ab. Es kann auch der Industrieautomat 8, 9 dabei stehen bleiben und die
Palette 1 verfahren. Entsprechendes gilt für die in der Vorbereitungsmaschine 2 hergestellten
Längsstäbe, die ohne Abstandshalter 19 rechtwinklig auf die Querstäbe 16 gelegt werden.
Gleichzeitig hat die Fertigungsmaschine 3 einen oder mehrere Gitterträger 18 erstellt,
die der Gitterträgerablaufbahn 5 zugeführt und von der Mehrfach-Aufstellvorrichtung
12 einzeln aufgestellt wurden. Einer oder beide Industrieautomaten 8, 9 ergreifen
mit ihren Doppelgreifern 45, 46 den aufgestellten Gitterträger 18 und setzen diesen
in seiner vorgesehenen Position auf die bereits in der Form 15 liegenden Querstäbe
16 ab.
[0032] Nach Beendigung dieser Vorgänge enthält die Form 15 die gesamte für das Betonfertigteil
vorgesehene Bewehrung, worauf die Palette 1 die Vorrichtung verläßt und dorthin gefahren
wird, wo der bereits vorbereitete Beton eingegossen wird, der anschließend durch Rütteln
eine Verdichtung erfährt und zuletzt eine Ruhezeit - auch bei Erwärmung - zum Abbinden
erhält.
Zusammenstellung der verwendeten Bezugsziffern
[0033]
- 1
- Palette
- 2
- Vorbereitungsmaschine
- 3
- Fertigungsmaschine
- 4
- Stabablaufbahn
- 5
- Gitterträgerablaufbahn
- 6
- Stab-Zwischenpuffer
- 7
- Gitterträger-Magazin
- 8
- Industrieautomat
- 9
- Industrieautomat
- 10
- Mehrfach-Entnahmeschlitten
- 11
- Aufsteckvorrichtung
- 12
- Mehrfach-Aufstellvorrichtung
- 13
- Schienen
- 14
- Pfeil
- 15
- Form
- 16
- Querstäbe
- 17
- Längsstäbe
- 18
- Gitterträger
- 19
- Abstandshalter
- 20
- Abspulhaspeln
- 21
- Ringe
- 22
- Runddraht
- 23
- Abspulhaspeln
- 24
- Ringe
- 25
- Ringe
- 26
- Pfeil
- 27
- Pfeil
- 28
- Drehzapfen
- 29
- Zapfen
- 30
- Obergurt
- 31
- Untergurt
- 32
- Gitterstäbe
- 33
- Backen
- 34
- Fallklappen
- 35
- Querwellen
- 36
- Träger
- 37
- Sperrklinken
- 38
- Querstangen
- 39
- Betätigungseinrichtung
- 40
- Traversen
- 41
- Pfeil
- 42
- Längsträger
- 43
- Pfeile
- 44
- Arm
- 45
- Doppelgreifer
- 46
- Doppelgreifer
- 47
- Maul
- 48
- Maul
- 49
- Achse
- 50
- Drehwinkel
- 51
- Schlittenteile
- 52
- Pfeil
- 53
- Verbindungsschiene
- 54
- Entnahme-Ausnehmungen
- 55
- Rüttelförderer
- 56
- Schacht
- 57
- Aufsteller
- 58
- Drehwelle
1. Vorrichtung zur Erstellung von Bewehrungen für plattenförmige Betonfertigteile, mit
- auf verfahrbaren Paletten einrichtbaren, zur Aufnahme der Bewehrungen in Gestalt
von Bewehrungsstäben und Gitterträgern sowie des eingegossenen Betons dienenden Formen,
- einer Vorbereitungsmaschine für die Bewehrungsstäbe,
- einer Fertigungsmaschine für die Gitterträger,
- einer Stabablaufbahn und einer Gitterträgerablaufbahn, die einander gegenüber angeordnet
sind und sich an die Vorbereitungsmaschine und die Fertigungsmaschine anschließen,
- einem schrägen, mit betätigbaren Sperrklinken versehenen Gitterträger-Magazin,
- zwei zwischen der Stabablaufbahn und dem Gitterträgermagazin verschiebbar vorgesehenen
Einlegerobotern,
- Doppelgreifern für die Bewehrungsstäbe und die Gitterträger an den Enden der Roboterarme
und
- einer Aufsteckvorrichtung für auf einen Teil der Bewehrungsstäbe in Abständen aufzuklemmende
Abstandshalter,
dadurch
gekennzeichnet, daß
- die Einlegeroboter Industrieautomaten (8, 9) mit sechs Freiheitsgraden sind, die
lineare Bewegungen ausführen,
- die Industrieroboter (8, 9) als Werkzeugaggregat jeweils zwei paarweise nebeneinander
angeordnete Doppelgreifer (45 und 46) tragen,
- die beiden Doppelgreifer (45 und 46) wenigstens eines der Industrieautomaten (8
bzw. 9) um eine vertikale Achse (49) drehbar sind,
- die Aufsteckvorrichtung (11) für die Abstandshalter (19) zwischen der Vorbereitungsmaschine
(2) für die Bewehrungsstäbe (16, 17) und der Stabablaufbahn (4) angeordnet ist,
- neben der Stabablaufbahn (4) ein geneigt angeordneter Stab-Zwischenpuffer (6) für
die Bewehrungsstäbe (16, 17) vorgesehen ist, und
- am Ende des Gitterträger-Magazins (7) eine Mehrfach-Aufstellvorrichtung (12) für
die Gitterträger (18) angeordnet ist.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß an der Seite des Stab-Zwischenpuffers (6) ein horizontal verschiebbarer Mehrfach-Entnahmeschlitten
(19) mit wenigstens je zwei nach oben offenen Entnahme-Ausnehmungen (54) für die Bewehrungsstäbe
(16, 17) angeordnet ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Stab-Zwischenpuffer (6) für die Bewehrungsstäbe (16, 17) Reihen von schwenkbaren
Fallklappen (34) aufweist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Drehwinkel (50) der beiden Doppelgreifer (45, 46) wenigstens 90 Winkelgrade
beträgt.
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß neben dem Gitterträger-Magazin (7) eine Mehrfach-Aufstellvorrichtung (12) für
die Gitterträger (18) angeordnet ist.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehrfach-Aufstellvorrichtung (12) im Querschnitt L-förmige Aufsteller (57)
aufweist, die mittels einer parallel zur Gitterträgerablaufbahn (5) liegenden Drehwelle
(58) schwenkbar sind.