[0001] Die Erfindung betrifft einen Siebreiniger, insbesondere für die Siebrahmen von Plansichtern,
wie sie in Mühlenbetrieben zum Absieben (Sichten) der Mahlprodukte eingesetzt werden.
[0002] Aus der Praxis ist ein sogenannter Quadratplansichter bekannt, bei dem die einzelnen
übereinandergestapelten Siebrahmen eine im wesentlichen quadratische Umrißform besitzen.
Jeder Siebrahmen weist einen rechteckigen Einlegerahmen auf, der mit einer Siebbespannung
versehen ist. Der Einlegerahmen grenzt an einer Seite, an der die Aufgabe des Sichtmaterials
erfolgt, unmittelbar an den äußeren Siebrahmen an, während an die drei übrigen Seiten
Produktkanäle zur Abführung des Siebüberlaufs und des Siebdurchfalls in den äußeren
Siebrahmen eingearbeitet sind. Eine weitere Differenzierung der Sichtprodukte wird
dadurch ermöglicht, daß zusätzliche Produktkanäle zwischen dem äußeren Umfang der
Siebrahmen und einem kastenförmigen Siebgehäuse gebildet werden, das den gesamten
Siebstapel aufnimmt. Das gesamte Siebabteil, d.h., das Siebgehäuse mit einem oder
mehreren Siebstapeln wird während des Sichtvorgangs in eine horizontale Kreisschwingung
versetzt.
[0003] Jeder Siebrahmen weist einen glatten Boden auf, auf dem ein frei beweglicher Bodenausräumer
aufliegt. Zwischen dem Boden und der Siebbespannung ist ein Wellgitter zur Abstützung
von Siebreinigungskörpern angeordnet. Die Siebreinigungskörper werden beispielsweise
durch kurze Stücke aus geflochtenem Gurtmaterial gebildet, die an der Unterseite mit
einem Metallknopf versehen sind und bei ihren zufälligen Bewegungen über das Wellgitter
zu Vibrationen angeregt werden, so daß sie leicht gegen die Siebbespannung schlagen.
Diese Konstruktion des Siebreinigers verursacht eine erhebliche Geräuschbildung und
trägt zu einem relativ hohen Gesamtgewicht der Siebrahmen bei.
[0004] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Siebreiniger zu schaffen, der eine
gewichtssparende und einfache Konstruktion der Siebrahmen ermöglicht und mit dem dennoch
eine gute Reinigungswirkung erzielbar ist.
[0005] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß gelöst durch Siebreiniger mit den in den unabhängigen
Ansprüchen 1 und 11 angegebenen Merkmalen.
[0006] Bei dieser Konstruktion der Siebreiniger können die Wellgitter der herkömmlichen
Siebrahmen entfallen. Dennoch wird auch hier die Reinigung des Siebes durch Schläge
gegen die Siebbespannung unterstützt, da die Siebreinigungskörper bei ihrer Bewegung
ständig die Tendenz haben, um das untere Ende ihres stielartigen Fußes zu kippen und
dadurch mit ihren äußeren oberen Rändern an der Siebbespannung anstoßen. Versuche
haben ergeben, daß die auf diese Weise erzielbare Reinigungswirkung der Wirkung herkömmlicher
Siebreinigungskörper auf Wellgittern zumindest ebenbürtig ist.
[0007] Bevorzugt hat der Siebreinigungskörper die Form eines dreiarmigen Sterns. Durch die
weit auskragenden Arme des Sterns wird bei verhältnismäßig geringem Gesamtgewicht
ein hohes Trägheitsmoment bei der Kippbewegung erreicht, so daß ausreichend heftige
Schläge auf die Siebbespannung ausgeübt werden.
[0008] Die sternförmige Gestaltung hat darüber hinaus den Vorteil, daß die Arme des Siebreinigungskörpers
gut in die Ecken des Siebes eindringen können, so daß auch dort eine wirksame Reinigung
der Siebbespannung erreicht wird. Während herkömmliche Siebreinigungskörper aus Gurtmaterial
mit der Zeit an den Ecken abgerundet werden, so daß sie in die Ecken des Siebes nicht
mehr eindringen können, behält der sternförmige Siebreinigungskörper auch bei teilweiser
Abnutzung noch seine sternfömige Gestalt. Bevorzugt besteht der Siebreinigungskörper
aus einem gummielastischen Kunststoff, so daß allenfalls eine sehr geringe Abnutzung
eintritt. Durch die Federwirkung der Arme des Sterns beim Anstoßen an den Wänden des
Siebrahmens wird der Siebreinigungskörper darüber hinaus zu heftigen Bewegungen angeregt,
so daß die Reinigungswirkung verstärkt wird, während andererseits aufgrund der Nachgiebigkeit
der Arme eine Überbeanspruchung der Siebbespannung vermieden wird. Aufgrund dieser
Eigenschaften ist der sternförmige Siebreinigungskörper auch bei herkömmlichen Siebrahmen
mit Wellgittern von Vorteil.
[0009] Bei Siebrahmen ohne Wellgitter kann der Siebreinigungskörper auch mit den ohnehin
auf dem Siebboden liegenden Bodenausräumern kombiniert werden. Dies ermöglicht eine
Verkürzung des stielartigen Fußes und damit ein Gewichtsersparnis sowie eine Verkürzung
des Kippradius. Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß durch den Eingriff des Fußes
des Siebreinigungskörpers in den Bodenausräumer verhindert wird, daß letzterer durch
den Ausgabeschlitz für den Siebdurchfall aus dem Siebrahmen herausgeschleudert wird.
[0010] Mit Vorteil ist auf dem Siebboden etwa unter der Mitte der Siebbespannung ein Prallkörper
angeordnet. Während bei herkömmlichen Siebreinigungskörpern und Siebrahmen zu beobachten
ist, daß sich der Siebreinigungskörper zumeist im Mittelbereich des Siebes aufhält,
hat der Prallkörper die Funktion, den Seibreinigungskörper durch häufige Kollisionen
in die Rand- und Eckbereiche des Siebes zu treiben.
[0011] Im folgenden werden bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung anhand der Zeichnungen
näher erläutert.
[0012] Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Grundriß eines Siebabteils eines Plansichters;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch einen Siebrahmen längs der Linie II-II in Fig. 1; und
- Fig. 3
- den Grundriß eines Siebreinigungskörpers.
[0013] Ein Siebabteil 10 eines Plansichters weist gemäß Figur 1 ein zylindrisches Siebgehäuse
12 auf, das eine Anzahl übereinandergestapelter und exakt miteinander fluchtender
Siebrahmen 14 aufnimmt. Die Siebrahmen 14 sind an den Ecken durch vertikal verlaufende,
im Querschnitt dreieckige Leisten 16 gehalten, die an der Innenwand des Siebgehäuses
12 befestigt sind. Das Siebgehäuse 12 wird durch zwei Halbschalen 18 aus Aluminiumblech
gebildet, die in einer durch zwei diagonal gegenüberliegende Ecken der Siebrahmen
14 verlaufenden Teilungsebene über vertikal verlaufende Flansche 20 lösbar miteinander
verschraubt sind. Nach dem Lösen einer der Halbschalen 18 sind die eingelegten Siebrahmen
14 bequem entnehmbar.
[0014] Die zwischen den Leisten 16 gebildeten Segmente der Halbschalen 18 weisen jeweils
auf der Innenseite ein vertikal verlaufendes, etwa trapezförmiges Versteifungsprofil
22 aus Aluminiumblech auf. Die dem Inneren des Siebgehäuses zugewandten Oberflächen
der Halbschalen 18 und der Versteifungsprofile 22 sowie der Leisten 16 sind mit einer
nicht näher bezeichneten Auskleidung aus lebensmittelverträglichem, geschäumtem Kunststoff,
Filz oder dergleichen versehen.
[0015] Der Siebrahmen 14 weist gemäß Figur 2 ein an seiner Oberseite mit einer Siebbespannung
24 versehenes Kreuzgitter 26 auf, das durch äußere Rahmenhölzer 28,30 und Mittelstege
32,34 gebildet wird. An der Unterseite wird das Kreuzgitter 26 durch einen glatten,
durchgehenden Boden 36 abgeschlossen, der an zwei gegenüberliegenden Rändern mit Distanzleisten
38 zur Abstützung auf dem nächsttieferen Siebrahmen versehen ist. Die Rahmemhölzer
30 und der Mittelsteg 32 verlaufen in Abstand zu dem Boden 36, so daß Ausgabeschlitze
40 für den Siebdurchfall gebildet werden. Der in dieser Weise aufgebaute Siebrahmen
14 besteht nur aus einer verhältnismäßig geringen Anzahl verschieden gestalteter Hölzer,
so daß eine rationelle Massenfertigung ermöglicht wird.
[0016] Zwischen den äußeren Rahmenhölzern 28,30 der Siebrahmen 14 und den gegenüberliegenden
Segmenten des Siebgehäuses 12 werden vier gegeneinander abgedichtete Produktkanäle
42,44, 46,48 zur Zu- und Abführung des Sichtmaterials gebildet. Im Bedarfsfall können
die Hohlräume der Versteifungsprofile 22 als zusätzliche Produktkanäle 50 genutzt
werden.
[0017] An einem der Rahmenhölzer 28 des Siebrahmens 14 ist eine waagerecht in den Produktkanal
42 vorspringende Aufgabeplatte 52 angebracht, deren äußerer Rand dicht an der Auskleidung
des Siebgehäuses 12 anliegt. Über diese Aufgabeplatte 52 wird das durch den Produktkanal
42 zugeführte Sichtmaterial auf die Siebbespannung 24 geleitet. Das gesamte Siebabteil
10 führt eine Kreisschwingung in der Zeichenebene der Figur 1 aus, so daß das Sichtmaterial
über die Siebbespannung 24 verteilt und gesiebt wird. Der Siebdurchfall wird über
die Ausgabeschlitze 40 in die Produktkanäle 46 und 48 abgegeben, während der Siebüberlauf
über den Produktkanal 44 auf eine in Figur 2 gestrichelt angedeutete Aufgabeplatte
54 des nächsttieferen Siebrahmens geleitet wird.
[0018] Die oben beschriebene Produktführung kann auf einfache Weise dadurch geändert werden,
daß die Siebrahmen 14 in unterschiedlichen Orientierungen eingelegt werden und/oder
daß die Aufgabeplatten 52,54 an anderen Seiten des Siebrahmens angebracht werden.
Wahlweise ist es auch möglich, den Boden 36 mit Durchbrüchen zu versehen, so daß der
Siebdurchfall unmittelbar auf das darunterliegende Sieb geleitet wird.
[0019] Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, die Aufgabeplatte 52 zu kürzen, wie durch
eine gestrichelte Linie 56 in Figur 1 angedeutet wird. In diesem Fall wird nur ein
Teil des Materialstroms durch die Aufgabeplatte 52 aufgefangen und auf die Siebbespannung
24 gelenkt, während ein anderer Teilstrom des Materials durch die in dem Produktkanal
42 verbleibenden Öffnungen hindurchfällt und in einer tieferen Position parallel mit
Hilfe eines anderen Siebes verarbeitet wird.
[0020] In Figur 2 sind zwei verschiedene Ausführungsformen von Siebreinigungskörpern 58
und 60 dargestellt, die jeweils einen stielartigen Fuß 62 aufweisen. Bei dem Siebreinigungskörper
58 greift der Fuß 62 in eine Ausnehmung eines flach auf dem Boden 36 aufliegenden
scheibenförmigen Bodenausräumers 64 ein, so daß der Bodenausräumer 64 und der Siebreinigungskörper
58 sich bei den Rüttelbewegungen des Siebes gemeinsam über die Bodenfläche bewegen.
Bei dem Siebreinigungskörper 60 liegt der Fuß 62 dagegen unmittelbar auf dem Boden
36 auf. In beiden Fällen ist das untere Ende des Fußes 62 etwas abgerundet, so daß
der Siebreinigungskörper die Tendenz zu kippen hat, bis er mit seinem äußeren Rand
an der Siebbespannung 24 anschlägt und zurückprallt. Die Siebreinigungskörper sind
an der Oberseite mit Noppen bzw. Bürsten 66 zur schonenden Reinigung der Siebbespannung
versehen. Durch Reibung mit dem Boden 36 und insbesondere durch Zusammenstöße mit
den Rahmenhölzern bzw. Mittelstegen des oszillierenden Siebrahmens werden die Siebreinigungskörper
ständig in einer unregelmäßigen taumelnden Bewegung gehalten, so daß sie nach dem
Zufallsprinzip nach und nach die gesamte Siebbespannung 24 überstreichen.
[0021] Die Reinigungswirkung wird dadurch unterstützt, daß die Siebreinigungskörper kippelnde
Bewegungen ausführen und dadurch die Siebbespannung in Vibration versetzen. In der
Mitte der einzelnen Felder der Siebbespannung sind fest an dem Boden 36 befestigte
Prallkörper 68 vorgesehen, an denen der Bodenausräumer 64 bzw. der Fuß 62 zusätzlich
angestoßen wird, so daß der Siebreinigungskörper häufig in die Randbereiche und Ecken
des Siebrahmens geschleudert wird.
[0022] Wie in Figur 3 zu erkennen ist, weist der Siebreinigungskörper 60 die Form eines
dreizackigen Sterns mit relativ langen und schlanken Armen 70 auf, die gut in die
Ecken der Siebbespannung eindringen, Der Siebreinigungskörper 60 ist aus einem gummielastischen
Material hergestellt, so daß die Arme 70 bei Zusammenstößen mit den Rahmenhölzern
des Siebrahmens wie Sprungfedern wirken und den Siebreinigungskörper zu heftigen Translations-
und Rotationsbewegungen anregen. Durch die elastische Abfederung der Stöße wird zugleich
eine Geräuschminderung erreicht. Die Dicke des Siebreinigungskörpers ist so bemessen,
daß die Arme bei vertikaler Auslenkung ein weicheres Federungsverhalten aufweisen.
Auf diese Weise wird ein guter Berührungskontakt mit der Siebbespannung gewährleistet
und eine Überbeanspruchung der feinen Siebgaze vermieden.
1. Siebreiniger, insbesondere für Siebrahmen (14) eines Plansichters, welche über einen
Fuß (62) abgesetzt frei beweglich unter der Siebbespannung (24) in den Siebrahmen
einlegbar sind, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebreiniger als auskragende Arme (70) ausgebildet sind und in einen Bodenreiniger
eingreifen, wobei sie mit der Rüttelbewegung des Siebes vorzugsweise eine kippelnde
Bewegung ausführen.
2. Siebreiniger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die auskragenden Arme (70) an ihrer Oberseite mit Noppen oder Bürsten (66) versehen
sind.
3. Siebreiniger nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Siebreiniger über einen vorstehenden Fuß (62) abgestützt sind.
4. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der stielartige Fuß (62) zur unmittelbaren Auflage auf dem glatten Boden (26)
ausgebildet ist.
5. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die auskragenden Arme (70) als Füße ausgebildet sind.
6. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der Bodenreiniger als Bodenausräumer (64) scheibenförmig ausgebildet ist, zur
direkten Auflage auf einem glatten Siebboden (36).
7. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß er aus einem elastischen Material besteht und insbesondere bei vertikaler Auslenkung
ein weiches Federungsverhalten aufweist.
8. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß er im Grundriß eine Sternform aufweist.
9. Siebreiniger nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß er als dreiarmiger Stern ausgebildet ist.
10. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 1 bis 9, dadurch gekennzeichnet, daß er in einem wellgitterfreien Siebrahmen in Kombination zur Reinigung der Siebbespannung
und zur Aufräumung des glatten Bodens durch eine freie kippelnde Wanderbewegung einsetzbar
ist.
11. Siebreiniger, der frei beweglich unter der Siebbespannung (24) in den Siebrahmen (14)
eines Plansichters einlegbar ist und einen stielartigen Fuß (62) aufweist, mit dem
er sich kippbar mittelbar oder unmittelbar auf dem glatten Siebboden (36) abstützt,
dadurch gekennzeichnet, daß der Siebreiniger (58;60) auskragende Arme (70) aus elastischem Material aufweist.
12. Siebreiniger nach Anspruch 11, dadurch gekennzeichnet, daß er die Form eines dreiarmigen Sterns aufweist.
13. Siebreiniger nach Anspruch 11 oder 12, dadurch gekennzeichnet, daß die Dicke der Arme (70) so bemessen ist, daß diese Arme bei vertikaler Auslenkung
ein weicheres Federungsverhalten aufweisen als bei horizontaler Auslenkung.
14. Siebreiniger nach einem der Ansprüche 10 bis 13, dadurch gekennzeichnet, daß er mit einem Bodenausräumer (64) kombiniert ist.
15. Plansichter, gekennzeichnet durch durch Siebreiniger nach einem der vorstehenden Ansprüche.