[0001] Die Erfindung betrifft eine Prägevorrichtung der im Oberbegriff des Anspruchs 1 angegebenen
Art.
[0002] Es sind Prägevorrichtungen mit Typenrädern bekannt, die fest montierte Prägeelemente
(Typen) aufweisen. Ein Beispiel für eine derartige Vorrichtung ist der EP-A-0 091
579 zu entnehmen. Diese haben jedoch den Nachteil, daß bereits bei Beschädigung oder
Verlust einer Type eine Neubeschaffung eines relativ kostspieligen Teils notwendig
wird. Auch ist eine Umrüstung auf veränderte Zeichenkombinationen nicht möglich.
[0003] Weiterhin sind aus verschiedenen Veröffentlichungen Prägevorrichtungen mit Typenrädern
bekannt, welche auswechselbare Prägeelemente (Typen) aufweisen.
[0004] Derartige Prägevorrichtungen sind aus der US 2 284 076 oder der EP-A-0 313 509 bekannt.
[0005] Gemeinsamer Nachteil dieser Prägevorrichtungen ist, daß die Arbeitsgeschwindigkeit
relativ begrenzt ist, da bei höheren Geschwindigkeiten die Prägegenauigkeit nachläßt.
[0006] Der im kennzeichnenden Teil des Anspruchs 1 angegebenen Erfindung liegt die Aufgabe
zugrunde, eine Prägevorrichtung der eingangs genannten Gattung anzugeben, bei der
auch bei großen Arbeitsgeschwindigkeiten eine genaue Positionierung der Typen in Bezug
auf das Werkstück sichergestellt ist.
[0007] Der Erfindung liegt die Erkenntnis zugrunde, daß die bei den bisherigen Prägevorrichtungen
zu beobachtenden Ungenauigkeiten ihre Ursache in Schleuderbewegungen des an einer
elastischen Speiche befestigten Prägeelements haben. Gerade bei Werkzeugen, die für
Prägungen in Metall vorgesehen sind, hat das Prägeelement zur Erzielung einer großen
Standfestigkeit ein verhältnismäßig großes Gewicht. Da einerseits bei hohen Arbeitsgeschwindigkeiten
verhältnismäßig große Beschleunigungen notwendig sind und andererseits die Aufhängung
der Prägeelemente für die Aufnahme des Arbeitshubs genügend elastisch sein muß, haben
die Prägeelemente bei großer Arbeitsgeschwindigkeit nach dem Abbremsen nicht genügend
Zeit, um in ihre Ruhelage zurückzugelangen. Die Typen "schleudern" und geben damit
ein unruhiges Schriftbild.
[0008] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen ist über eine zusätzliche Führung sichergestellt,
daß die Typen in tangentialer Richtung nur unwesentlich aus ihrer Ruhe- und Prägeposition
auswandern können. Damit sind Prägungen mit hoher Präzision sichergestellt.
[0009] Obgleich bei Typenrädern der vorliegenden Gattung zur Erhöhung der Arbeitsgeschwindigkeit
jegliche Massen - inbesondere mit zunehmendem Abstand von der Drehachse - möglichst
gering gehalten wurden, trägt bei der Lösung nach der Erfindung gerade eine Vergrößerung
der Masse des Rades zu einer wesentlichen Heraufsetzung der Arbeitsgeschwindigkeit
bei.
[0010] Insbesondere sind die Prägeelemente zylindrisch ausgebildet, wobei die Kammern entsprechende
hohlzylindrische Ausnehmungen bilden, in denen die Prägeelemente zur Ausführung des
Prägehubs gleiten.
[0011] Wenn die hohlzylindrischen Ausnehmungen der Kammern zum Boden und Deckel hin offen
sind und damit Durchlässe für die zu prägende Zeichenform bzw. den das Prägelement
niederdrückenden Stößel bilden, ist weder der Prägevorgang noch der Zugriff des Stößels
zur rückwärtigen Fläche des Prägeelements behindert.
[0012] Bei einer anderen vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung schließen an der die
Speichen aufweisenden Seite des Prägerads an die die Kammern bildenden Ausnehmungen
weitere radial gerichtete Ausnehmungen an, welche bei zum Prägen niedergedrücktem
Prägeelement die Speiche aufnehmen.
[0013] Insbesondere sind die Speichen abgewinkelt und münden parallel zur Achse des Prägerads
in dieses ein. Auf diese Weise lassen sich die einzelnen Typen mitsamt ihren Speichen
leicht ersetzen und sind durch Bohrungen des Prägerads exakt positioniert, wobei die
Enden des Prägerads in diese parallel zur Achse des Prägerads gerichtete Bohrungen
eingesteckt sind.
[0014] Im Betrieb sind die inneren Enden der Speichen gegen Herausgleiten und Verdrehen
mittels einer Spannscheibe gesichert, welche die inneren Speichenenden gegen eine
radiale gerichtete Anschlagfläche des Prägerads preßt.
[0015] Vorteilhafterweise ist dabei die Spannscheibe mit der Nabe des Prägerads verschraubt.
[0016] Zur Erhaltung einer niedrigen Gesamtmasse besteht das Prägerad aus einem Leichtmetall
wie Aluminium oder Titan und ist im erstgenannten Fall bevorzugt mit Beschichtung
aus Titan versehen, welche die Widerstandsfähigkeit der Oberfläche erhöht.
[0017] Vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen gekennzeichnet
bzw. werden nachstehend zusammen mit der Beschreibung der bevorzugten Ausführung der
Erfindung anhand der Figuren näher dargestellt. Es zeigen:
Figur 1 eine Draufsicht auf ein Prägerad entsprechend einem vorteilhaften Ausführungsbeispiel
der erfindungsgemäßen Prägevorrichtung sowie
Figur 2 das in Figur 1 dargestellt Prägerad im Schnitt.
[0018] Das in Figur 1 dargestellte Prägerad gehört zu einer Prägevorrichtung, wie sie prinzipiell
der in der europäischen Patentanmeldung EP-A-0 091 579 dargestellten Prägevorrichtung
derselben Anmelderin entspricht. Hierbei wird das Prägerad jeweils nacheinander so
positioniert, daß das einzelne Prägelement (Type) sich über dem Werkstück in der zu
prägenden Position befindet. Ein Amboß nähert sich dem Prägeelement von seiner rückwärtigen
Fläche her und preßt das auf dem Prägeelment spiegelbildlich vorhandene Zeichen in
die Materialoberfläche des Werkstücks ein.
[0019] Bei dem in Figur 1 in Draufsicht und in Figur 2 im Schnitt in demontierter Form dargestellten
Prägerad 1 sind die die zu prägenden Zeichen auf weisenden Prägelemente 2 mittels
strahlenförmiger elastischer Speichen 3 mit einer Nabe 4 des Prägerads verbunden.
Zur Vermeidung störender tangentialer Bewegungen des jeweils die nächste Prägung ausführenden
Prägelements sind die Prägeelemente in Kammern 5 des Prägerads mindestens in tangentialer
Richtung geführt. Dabei wird das Prägeelement hauptsächlich während des Abbremsvorgangs
seitlich gestützt, so daß es nicht aus der Position ausweichen kann, welche durch
die Positionierung des Prägerads vorgegeben ist. Nur auf diese Weise ist es möglich,
die Genauigkeit sich hochschnell einstellender Antriebe auch für die Prägung selbst
auszunutzen. Für die Fixierung der Elemente sind verhältnismäßig geringe Kräfte notwendig,
da bei Abbrems- und Beschleunigungsbewegungen sich die Typen an die Wandung im Bereich
der Wölbung des Zylinders großflächig konturkonform anlegen können, so daß nur eine
geringe Flächenpressung entsteht.
[0020] Die Prägeelemente 2 sind zylindrisch ausgebildet und die Kammern 5 bilden entsprechende
hohlzylindrische Ausnehmungen, in denen die Prägeelemente gleiten. Die Hohlzylinder
haben dabei ein geringes Übermaß, so daß die Typen ohne wesentliche Reibung darin
beweglich sind. Die hohlzylindrischen Ausnehmungen der Kammern sind zum Boden und
Deckel hin offen sind und bilden damit Durchlässe für die zu prägende Zeichenform
bzw. den das Prägelement niederdrückenden Stößel.
[0021] An die der die Speichen aufweisenden Seite des Prägerads schließen sich an die die
Kammern bildenden Ausnehmungen 5 weitere radial gerichtete Ausnehmungen 6 an, welche
bei zum Prägen niedergedrücktem Prägeelement die Speiche aufnehmen. Damit haben die
Speichen eine zusätzliche seitliche Führung und es besteht ein Freiraum für das Betätigen
der Typen über die radial in diese eingeführten, elastischen Speichen 3, welche an
ihrem anderen Ende fest eingespannt mit der Nabe 4 des Prägerads verbunden sind. Die
Speichen 3 sind dabei abgewinkelt und münden in einem Bereich 7 parallel zur Achse
des Prägerads in dieses ein. Die Enden der abgewinkelten Enden der Speichen sind dabei
in parallel zur Achse des Prägerads gerichtete Bohrungen 8 eingesteckt.
[0022] Die inneren Enden der Speichen sind gegen Herausgleiten und Verdrehen mittels einer
Spannscheibe 9 gesichert, welche die inneren Speichenenden gegen eine radiale gerichtete
Anschlagfläche 11 des Prägerads preßt. Die Spannscheibe hält dabei eien Abstand von
der Anschlagfläche, der in etwa dem Speichendurchmesser entspricht, wobei die Spannscheibe
mit der Nabe des Prägerads verschraubt ist.
[0023] Auf diese Weise sind nach dem Abnehmen der Spannscheibe sämtliche Speichen zugänglich
und können ohne weitere Manipulationen herausgenommen oder vertauscht werden. Im Gegensatz
zu einer einzelnen Sicherung jeder Speiche durch Verschraubung kann also hier auch
ein ganzes Typenrad in verhältnismäßig kurzer Zeit umgestellt werden.
[0024] Das Prägerad besteht aus einem Leichtmetall wie Aluminium oder Titan, so daß die
auftretenden Massenkräfte gering sind. Zur weiteren Masseverringerung weist das Rad
im wesentlichen kreisförmige Ausnehmungen mit einem Durchmesser auf, welche zwischen
dem die Kammern tragenden Rand und der Nabe Stege stehenlassen, welche eine genügende
Festigkeit und Steifigkeit haben, um starre Verbindung zu bilden, welche eine die
Einstellgenauigkeit beeinträchtigende Verformung verhindert.
[0025] Zur Erhöhung der Beständigkeit der Oberfläche, insbesondere gegen Abrieb und im Bereich
der Innenseiten der Kammern weist das Prägerad ein einige µ Dicke Beschichtung aus
Titan auf.
[0026] Eine exzentrische Bohrung 12 in der Nähe der zentralen axialen Bohrung 13 dient zur
winkelgenauen Übertragung der Wellenstellung bei der Positionierung des Prägerads.
[0027] Die Erfindung beschränkt sich in ihrer Ausführung nicht auf das vorstehend angegebene
bevorzugte Ausführungsbeispiel. Vielmehr ist eine Anzahl von Varianten denkbar, welche
von der dargestellten Lösung auch bei grundsätzlich anders gearteten Ausführungen
Gebrauch macht.
1. Prägevorrichtung mit einem Prägerad, bei dem die die zu prägenden Zeichen aufweisenden
Prägelemente mittels strahlenförmiger elastischer Speichen mit einer Nabe des Prägerads
verbunden sind, für eine Prägevorrichtung zum Prägen von Zeichenfolgen, insbesondere
in metallische Werkstoffe,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Prägeelemente (2) in Kammern (5) des Prägerads (1) mindestens in tangentialer
Richtung geführt sind.
2. Prägevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Prägeelemente (2) zylindrisch ausgebildet sind und die Kammern (5) entsprechende
hohlzylindrische Ausnehmungen bilden, in denen die Prägeelemente gleiten.
3. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die hohlzylindrischen Ausnehmungen der Kammern (5) zum Boden und Deckel hin offen
sind und damit Durchlässe für die zu prägende Zeichenform bzw. den das Prägelement
(2) niederdrückenden Stößel bilden.
4. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß an der die Speichen (3) aufweisenden Seite des Prägerads (1) an die die Kammern
bildenden Ausnehmungen (5) weitere radial gerichtete Ausnehmungen (6) anschließen,
welche bei zum Prägen niedergedrücktem Prägeelement (2) die zugehörige Speiche (3)
aufnehmen.
5. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Speichen (3) vom Prägerad (1) lösbar sind.
6. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die Speichen (3) abgewinkelt sind und parallel zur Achse des Prägerads in dieses
einmünden.
7. Prägevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Enden des Prägerads in parallel zur Achse des Prägerads gerichtete Bohrungen
(8) eingesteckt sind.
8. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß die inneren Enden der Speichen gegen Herausgleiten und Verdrehen mittels einer
Spannscheibe (9) gesichert sind, welche die inneren Speichenenden gegen eine sich
radial erstreckende Anschlagfläche (11) des Prägerads preßt.
9. Prägevorrichtung nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß die Spannscheibe (9) im Bereich der Nabe (4) verschraubt ist.
10. Prägevorrichtung nach einem der vorangehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß als Werkstoff ein Leichtmetall wie Aluminium oder Titan vorgesehen ist.
11. Prägevorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß eine Beschichtung aus Titan vorgesehen ist.