[0001] Die Erfindung betrifft einen Klemmhefter für ungelochtes Schriftgut mit einem aus
Flachmaterial, insbesondere Kunststoff-Folie, bestehenden Rückendeckel und einer quer
zu einer Randkante des Rückendeckels begrenzt verschiebbaren, im Querschnitt im wesentlichen
U-förmigen Klammer, die zwei elastisch aufspreizbare Klammerschenkel aufweist, von
denen der eine, hintere, durch zwei Seitenkanten und eine Stirnkante begrenzte Klammerschenkel
den Rückendeckel hintergreift und der andere, vordere Klammerschenkel unter Zwischenklemmen
des Schriftguts unmittelbar oder mittelbar auf das Schriftgut aufschiebbar ist.
[0002] Bei bekannten Klemmheftern dieser Art (z.B. US-PS 3,099,269) steht der hintere Klammerschenkel
breitseitig mit seiner Wandstärke über den flachen Rückendeckel über. Die Klammer
wird dabei in einer im Scheitelbereich zwischen Vorder- und Rückendeckel oder im Vorderdeckel
befindlichen Aussparung seitlich geführt. Dabei kann es bei den Klammerbewegungen
zum Schräglaufen bzw. Verkanten der Klammer kommen, wodurch die Gefahr eines Einschneidens
benachbarter Folienbereiche entsteht. Hinzu kommt, daß die ungeschützten Kanten des
hinteren Klammerschenkels vor allem bei lackierten Metallklammern durch Abrieb einem
erhöhten Verschleiß ausgesetzt sind. Umgekehrt bilden die über den Rückenbereich überstehenden
scharfkantigen Klammerschenkel die Gefahr eines Verhakens mit darunterliegendem Papier
und einer Beschädigung von Schreibtischoberflächen.
[0003] Ausgehend hiervon liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde, den bekannten Klemmhefter
der eingangs angegebenen Art dahingehend zu verbessern, daß eine Parallelführung der
Klammer gewährleistet ist und daß die durch die Klammer verursachte Beschädigungsgefahr
am Klemmhefter und an einer Unterlage vermieden wird.
[0004] Zur Lösung dieser Aufgabe wird gemäß der Erfindung vorgeschlagen, daß der Rückendeckel
zwei im Abstand voneinander angeordnete, den einander gegenüberliegenden Seitenkanten
des hinteren Klammerschenkels zugewandte Führungsstufen aufweist. Neben den Führungsstufen
kann der Rückendeckel zusätzlich eine im Abstand von der Randkante angeordnete, der
Stirnkante des hinteren Klammerschenkels zugewandte Querstufe aufweisen.
[0005] Die Führungsstufen und/oder die Querstufe können dabei entweder durch die Flanken
von über die Außenfläche des Rückendeckels überstehende Rippen und/oder durch die
Begrenzungskanten einer in den Rückendeckel eingeformten Vertiefung gebildet sein.
Sie sind vorzugsweise um mehr als das 1,5-fache höher als die Wandstärke des Klammerschenkels.
[0006] Gemäß einer bevorzugten Ausgestaltung der Erfindung sind die seitlichen Führungsstufen
und/oder die Querstufe durch Prägung des Rückendeckelmaterials gebildet, wobei bevorzugt
eine in ihrer Innenkontur der Außenkontur des hinteren Klammerschenkels angepaßte
Prägung des Rückendeckels vorgesehen wird. Die Oberflächen der Führungsrippen und/oder
der Querrippen können eine Prägestruktur aufweisen.
[0007] Durch die erfindungsgemäßen Maßnahmen entsteht eine den rückwärtigen Klammerschenkel
in geschlossenem Zustand umfassende Rippen- oder Prägestruktur, der eine Führungsfunktion
beim Herausziehen und Einschieben der Klammer zukommt, so daß ein Verkanten bzw. Einschneiden
umliegender Folienbereiche vermieden wird. Gleichzeitig ist bei lackierten Metallfedern
ein Schutz gegen Abrieb gegeben. Hinzu kommt, daß der hintere Klammerschenkel versenkt
angeordnet ist und sich daher nicht wie bisher mit Papier oder dergleichen Flachmaterial
verhaken kann und auf Schreibtischoberflächen keine Kratzspuren hinterläßt. Die Verprägung
trägt außerdem zur Aussteifung des Rückendeckels bei, was vor allem bei dünnwandigen
Kunststoff-Folien von Vorteil ist.
[0008] Im folgenden wird die Erfindung anhand eines in der Zeichnung in schematischer Weise
dargestellten Ausführungsbeispiels näher erläutert. Es zeigen
- Fig. 1
- eine ausschnittsweise Draufsicht auf den Rückendeckel eines Klemmhefters mit eingeschobener
und ausgezogener (gestrichelt) Klammer;
- Fig. 2
- einen Schnitt durch den Klemmhefter nach Fig. 1.
[0009] Der in der Zeichnung dargestellte Klemmhefter weist einen aus Kunststoff-Folie bestehenden
Rückendeckel 10, einen an einer Randkante 14 am Rückendeckel 10 angelenkten Vorderdeckel
12 sowie eine von hinten über die Randkante 14 auf den Rückendeckel 10 aufgeschobene,
quer zur Randkante 14 begrenzt verschiebbare Klammer 16 auf. Die aus lackiertem Federstahl
bestehende, im Querschnitt im wesentlichen U-förmige Klammer 16 weist zwei an einer
geradlinigen Scheitellinie 18 einstückig miteinander verbundene Klammerschenkel 20,22
auf, von denen der hintere Klammerschenkel 20 den Rückendeckel 10 hintergreift und
der vordere Klammerschenkel 22 unter elastischem Aufspreizen gegenüber dem rückwärtigen
Klammerschenkel 20 mit einer Klemmrippe 24 auf das flächig auf der Vorderseite des
Rückendeckels 10 aufliegende Schriftgut 26 unmittelbar (wie dargestellt) oder mittelbar
über eine nicht dargestellte Aufschiebelippe aufschiebbar ist. Am Vorderdeckel 12
ist ein im Umriß an den Klammerschenkel 22 angepaßter, bis zur Randkante 14 reichender
geschlossener Ausschnitt 28 ausgestanzt, der ein Verschwenken des Vorderdeckels 12
um die Randkante 14 und ein Verschieben der Klammer 16 auf dem Rückendeckel 10 ermöglicht.
Ein Begrenzungsanschlag 30 ist im Bereich der Randkante sorgt dafür, daß die Klammer
16 beim Öffnungsvorgang nicht versehentlich vom Klemmhefter abgezogen werden kann.
[0010] Der Rückendeckel 10 weist im Bereich der Klammer 16 eine an den Umriß des hinteren
Klammerschenkels 20 angepaßte, durch zwei seitliche Führungsrippen 32 und eine im
Abstand von der Randkante 14 angeordnete Querrippe 34 begrenzte Prägung auf, die die
mit ihren dem Klammerschenkel 20 zugewandten stufenförmigen Flanken 32', 34' die Seitenkanten
36 und die Stirnkante 38 des rückwärtigen Klammerschenkels 20 übergreift.
[0011] Zusammenfassend ist folgendes festzustellen: Die Erfindung bezieht sich auf einen
Klemmhefter für ungelochtes Schriftgut mit einem aus Flachmaterial, insbesondere Kunststoff-Folie
bestehenden Rückendeckel 10 und einer quer zu einer Randkante 14 des Rückendeckels
begrenzt verschiebbaren, im Querschnitt im wesentlichen U-förmigen Klammer 16. Die
Klammer 16 weist zwei elastisch aufspreizbare Klammerschenkel 20, 22 auf, von denen
der eine, hintere Klammerschenkel 20 den Rückendeckel hintergreift und der andere,
vordere Klammerschenkel unter Zwischenklemmen des Schriftguts 26 auf den Vorderdeckel
oder auf einen Falz des Vorder- oder Rückendeckels oder unmittelbar auf das Schriftgut
26 aufschiebbar ist. Um eine bessere Führung der Klammer 16 auf dem Klemmhefter zu
erzielen und eine durch die Klammer verursachte Beschädigungsgefahr zu vermeiden,
weist der Rückendeckel 10 zwei im Abstand voneinander angeordnete, die Seitenkanten
36 des hinteren Klammerschenkels 20 übergreifende Führungsrippen 32 sowie eine im
Abstand von der Randkante 14 angeordnete, die freie Stirnkante 38 des Klammerschenkels
20 in dessen aufgeschobener Stellung übergreifende Querrippe 34 auf. Die seitlichen
Führungsrippen 32 und die Querrippe 34 sind dabei zweckmäßig durch eine in ihrer Innenkontur
der Außenkontur des hinteren Klammerschenkels 20 angepaßte Prägung des Rückendeckels
10 gebildet.
1. Klemmhefter für ungelochtes Schriftgut mit einem aus Flachmaterial, insbesondere Kunststoff-Folie,
bestehenden Rückendeckel (10) und einer quer zu einer Randkante (14) des Rückendeckels
(10) begrenzt verschiebbaren, im Querschnitt im wesentlichen U-förmigen Klammer (16),
die zwei elastisch aufspreizbare Klammerschenkel (20,22) aufweist, von denen der eine,
hintere, zwei Seitenkanten (36) und eine freie Stirnkante (38) aufweisende Klammerschenkel
(20) den Rückendeckel (10) hintergreift und der andere, vordere Klammerschenkel (22)
unter Zwischenklemmen des Schriftguts (26) unmittelbar oder mittelbar auf das Schriftgut
(26) aufschiebbar ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückendeckel (10) zwei im Abstand voneinander angeordnete, den einander gegenüberliegenden
Seitenkanten (36) des hinteren Klammerschenkels (20) zugewandte Führungsstufen (32')
aufweist.
2. Klemmhefter nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückendeckel (10) eine im Abstand von der Randkante (14) angeordnete, der
Stirnkante (36) des hinteren Klammerschenkels (20) zugewandte Querstufe (34') aufweist.
3. Klemmhefter nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstufen (32') und/oder die Querstufen (34') durch die den Kammerschenkel
(20) zugewandten Flanken von über die Außenfläche des Rückendeckels (10) überstehenden
Rippen (32,34) gebildet sind.
4. Klemmhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstufen (32') und/oder die Querstufe (34') durch die Begrenzungskanten
einer in den Rückendeckel (10) eingeformten Vertiefung gebildet sind.
5. Klemmhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Führungsstufen (32') und/oder die Querstufe (34') durch Prägung
des Rückendeckelmaterials (20) gebildet sind.
6. Klemmhefter nach einem der Ansprüche 2 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die seitlichen Führungsstufen (32') und die Querstufe (34') durch eine in ihrer
Innenkontur der Außenkontur des hinteren Klammerschenkels (20) angepaßte Prägung des
Rückendeckels (10) gebildet sind.
7. Klemmhefter nach einem der Ansprüche 3 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Oberflächen der Führungsrippen (32) und/oder der Querrippe (34) eine Prägestruktur
aufweisen.
8. Klemmhefter nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsstufen (32') und/oder die Querstufe (34') vorzugsweise um mehr als
das 1,5-fache höher als die Wandstärke des Klammerschenkels (20) sind.