[0001] Die Erfindung betrifft einen Aufzeichnungsträger mit farbigen Bildinformationen,
insbesondere Wert- oder Ausweiskarte sowie ein Verfahren zur Herstellung eines solchen
Aufzeichnungsträgers.
[0002] Beim heutigen Stand der Reproduktionstechnik ist die farbige Darstellung von Bildmotiven
üblich und wird allgemein erwartet. Auch die Werbung arbeitet bevorzugt mit farblichen
Kontrasten. Auch Aufzeichnungsträger wie Bankkarten, Telefonkarten, Kreditkarten etc.
können sich diesem Zug der Zeit nicht entziehen, d. h. sie werden bevorzugt mit farbigen
Motiven versehen, insbesondere wenn sie neben ihrer eigentlichen Funktion auch als
Werbeträger dienen.
[0003] Zur Übertragung von Farbbildern auf derartige Aufzeichnungsträger sind eine Reihe
von Möglichkeiten bekannt. Neben den althergebrachten fotografischen Verfahren haben
sich in letzter Zeit auch sogenannte Transferverfahren bewährt, bei denen die Farbstoffe
von dünnen Farbträgern durch Thermodiffusion oder Thermosublimation auf die oder in
die bildtragende Fläche übertragen werden. Farbige Bilder können auch mit der Ink-Jet-Technik
oder durch Thermodrucker erzeugt werden, um nur einige Möglichkeiten zu nennen.
[0004] Der gemeinsame Nachteil aller dieser Verfahren ist jedoch, daß die aufgebrachten
Farbbilder unter dem Gesichtspunkt der Fälschungssicherheit unzureichend sind, da
sie an der Oberfläche eines Trägermaterials nur mehr oder weniger fest anhaften. Diese
dünne, oberflächige Schicht, welche die Farbstoffe enthält, kann absichtlich oder
auch unabsichtlich entfernt bzw. geändert werden. Im Fall von Ausweiskarten, die beispielsweise
zwei Jahre oder mehr Gültigkeit haben, besteht die Gefahr einer mechanischen Abnutzung
oder auch eines Ausbleichens infolge von Umwelteinflüssen.
[0005] Eine vom sicherheitstechnischen Standpunkt aus vertretbare Möglichkeit zur Übertragung
eines Farbbildes bilden migrierende Farben, wie sie aus der DE-PS 27 50 984 bekannt
sind. Die Migration von Farben, die darauf beruht, daß spezielle Farben zuerst auf
einer Kunststoffschicht verdruckt und anschließend durch Erhitzung dazu aktiviert
werden, in das Volumen des Kunststoffträgers hineinzuwandern, besitzt gegenüber den
übrigen Farbbilder erzeugenden Verfahren den Vorteil, daß die Farben über den Oberflächenbereich
hinaus im Volumen der Kunststoffschicht vorliegen und somit nicht einfach zu entfernen
sind. Dabei ist die Eindringtiefe beliebig steuerbar, indem dem Kunststoff eine reaktionsfähige
vernetzbare Komponente zugesetzt wird, die bei der gewünschten Eindringtiefe, z. B.
durch Bestrahlung mit UV-Licht, aktiviert werden kann. Durch die einsetzende Vernetzung
wird eine weitere Migration des Farbstoffs gestoppt.
[0006] Das Verfahren erfordert eine spezielle Abstimmung der eingesetzten Farben einerseits
und der verwendeten Kunststoffträger andererseits. Bei entsprechend hoher Eindringstiefe
der Farben, die aus sicherheitstechnischen Gründen wünschenswert ist, leidet die Auflösung
bzw. Schärfe der Bildinformation.
[0007] Unter dem Gesichtspunkt der Fälschungssicherheit bei gleichzeitig hoher Bildauflösung
haben sich sogenannte Laserstrahlschreiber bewährt, bei denen die zu übertragenden
Informationen mittels eines fokussierten Laserstrahls in das Material der Aufzeichnungsträger
eingebrannt werden. Aus der DE-PS 29 07 004 ist eine Ausweiskarte mit einem Karteninlett
aus Papier und einer transparenten Deckfolie bekannt, bei der bestimmte Informationen
nach Auflaminierung der Deckfolie mittels Laserstrahls direkt in das Karteninlett
eingeschrieben bzw. eingebrannt werden.
[0008] Aus der DE-PS 31 51 407 ist eine mehrschichtige Ausweiskarte mit einer besonders
konzipierten transparenten Deckfolie bekannt. Die Deckfolie ist trotz ihrer Transparenz
im sichtbaren Bereich des Spektrums in der Lage, die Energie des Laserstrahls zu absorbieren,
so daß Informationen direkt in die Deckfolie eingeschrieben werden können.
[0009] Der Vorteil der Verwendung eines Laserstrahlschreibers liegt in erster Linie darin,
daß die damit erzeugten Markierungen nicht oberflächlich vorliegen, sondern in der
Tiefe des Aufzeichnungsmaterials entstehen. Das Trägermaterial wird dabei von der
Oberfläche ausgehend bis in tiefere Schichten verfärbt. Die Verfärbung erfolgt durch
ein lokales Verbrennen oder durch eine lokale Verrußung, sie ist irreversibel. Gleichzeitig
kann der Brennfleck des Lasers derart begrenzt werden, daß bei präziser Steuerung
klare und auch feinste Einzelheiten erfassende Porträts erzeugbar sind.
[0010] Bei der Verwendung von Laserstrahlschreibern und üblichen Kartenaufbauten wird die
Bildinformation im allgemeinen durch einen Schwarzweiß-Kontrast bzw. entsprechende
Halbtöne wiedergegeben. Die Erzeugung von sicherheitstechnisch gleichwertigen farbigen
Motiven ist in der Regel nicht möglich.
[0011] Beim bisherigen Stand der Technik ist also zu unterscheiden zwischen Informationen,
die als Schwarzweiß-Kontrast in hochaufgelöster Form in einen Aufzeichnungsträger
eingebracht werden können und die weitgehend fälschungssicher sind und andererseits
Farbbildern, die mittels herkömmlicher Verfahren aufgebracht werden, aber entweder
ohne größeren Aufwand entfernt oder geändert werden können oder bei ausreichender
Fälschungssicherheit eine geringe Bildauflösung liefern.
[0012] Aufgabe der Erfindung ist die Weiterentwicklung bekannter Aufzeichnungsträger dahingehend,
daß sie mit einer farbigen Bildinformation versehen werden, die auch feine Einzelheiten
umfaßt, praktisch irreversibel ist und nahezu nicht gefälscht werden kann. Der Aufzeichnungsträger
soll aber trotz dieser hohen Fälschungssicherheit einfach aufgebaut und kostengünstig
herstellbar sein.
[0013] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch die kennzeichnenden Merkmale der Ansprüche
1, 16 und 25 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen sind den Unteransprüchen zu entnehmen.
[0014] Entscheidend für die Erfindung ist die Erkenntnis, die Bildinformationen in zwei
Anteile zu zerlegen, nämlich einen Hell/Dunkelanteil und einen farbigen Anteil. Einer
dieser Anteile, vorzugsweise der Hell/Dunkelanteil, wird fälschungssicher in eine
weitgehend transparente Folienschicht eingebracht. Dieses so erzeugte Teilbild wird
dann kongruent mit dem jeweils anderen Anteil, vorzugsweise dem Farbabteil, der gleichen
Bildinformation überlagert. Daraus ergibt sich ein komplexer Gesamteindruck, der sich
aus dem Farbwert der unterschiedlichen überlagerten Bildanteile und der Rückstreukraft
des Hintergrunds zusammensetzt. Entfernt man nun den reversiblen Teil der Bildinformation,
verbleibt immer noch der fest im Kartenaufbau verankerte Teil, der die Identifikation
unverändert möglich macht.
[0015] In einer bevorzugten Ausführungsform wird die Unverfälschbarkeit durch die mittels
eines Lasers eingebrachte dauerhafte Schwarzweiß-Darstellung gesichert; die darüber
gedruckte oder anderweitig aufgebrachte Farbinformation liefert den gewünschten ästhetisch
ansprechenden Effekt. Die Erfindung ermöglicht es daher, farbige Bildinformationen
bei Aufzeichnungsträgern wie Wert- oder Ausweiskarten zu verwenden, wobei die farbigen
Bilder in ihrer Gesamtheit nicht gefälscht werden können, da ein Teil des Bildes in
irreversibler Form im Volumen des Materials des Aufzeichnungsträgers vorliegt.
[0016] Als besonders vorteilhaft erweist es sich, daß mit der Erfindung vorhandene Technologien,
die jeweils für sich betrachtet die Aufgabe, ein fälschungs- und verfälschungssicheres
Farbbild zu erzeugen, nicht lösen können, derart kombiniert werden, daß die Vorteile
der einzelnen Technologien nutzbar sind, ohne daß deren Nachteile in Kauf genommen
werden müssen. So ist beispielsweise die Kombination scharfer Schwarzweiß-Informationen
mit mehr oder weniger unscharfen Farbinformationen jederzeit möglich, ohne daß das
so entstandene Farbbild unscharf erscheint. Dieser Aspekt kann sogar in Weiterbildung
der Erfindung gezielt genutzt werden, indem die Farbinformationen des Bildes nicht
nur in Techniken aufgebracht werden, die in sich unscharfe Konturen ergeben (z. B.
migrierende Farben), sondern indem die Farbinformationen bereits in relativ grober
Auflösung, d. h. mit reduziertem Datenaufwand, verarbeitet werden.
[0017] Nachfolgend werden einige Ausführungsformen der Erfindung anhand der beigefügten
Zeichnungen beispielsweise beschrieben. Darin zeigen
- Fig. 1 - 3
- Querschnitte durch Ausführungsbeispiele des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsträgers
und
- Fig. 4
- eine schematische Darstellung einer Vorrichtung zur Herstellung eines Aufzeichnungsträgers.
[0018] Bei dem in Fig. 1 gezeigten Aufzeichnungsträger handelt es sich um einen mehrschichtigen
Aufzeichnungsträger, bestehend aus einem Karteninlett 10, das als lichtstreuender
Hintergrund wirkt. Das Inlett 10 kann gegebenenfalls mit einem allgemeinen Druckbild
sowie einem Hintergrundmuster 12 bedruckt sein. Bei Wertpapieren ist es insbesondere
üblich, schwer nachahmbare Guillochen als Hintergrundmuster zu verwenden. Auf dem
Inlett ist eine transparente Folie 14 angeordnet, beispielsweise eine Folie aus Hart-PVC,
wie sie in der DE-PS 31 51 407 näher beschrieben ist. Diese Folie ist mit Zusatzstoffen
dotiert, so daß sie im Wellenlängenbereich des Laserstrahlschreibers in definierter
Form Energie absorbiert, im sichtbaren Wellenlängenbereich jedoch weitgehend transparent,
d. h. durchsichtig, ist.
[0019] In die transparente Folie wird mittels eines Laserstrahlschreibers eine bestimmte
Information in Form mehr oder weniger geschwärzter Bereiche eingebracht. Die geschwärzten
Bereiche, in der Fig. mit 16 bezeichnet, modulieren die Intensität des vom lichtstreuenden
Hintergrund des Inletts 10 reflektierten Anteils des einfallenden Lichts. Je geschwärzter
die Bereiche sind, desto geringer ist die Intensität des zum Betrachter gelangenden
reflektierten Lichtanteils.
[0020] Auf der transparenten Folie 14 kann eine farbaufnehmende Schicht 18 angeordnet sein,
die nach Fertigstellung der Karte die entsprechenden Farbstoffe aufweist, welche den
Farbanteil der Bildinformationen darstellen. Statt der farbaufnehmenden Schicht 18
kann die Farbinformation auch direkt auf die Folie 14 aufgedruckt sein. Bevorzugt
werden moderne Transfertechniken für die Übertragung des Farbbildes eingesetzt. Bei
derartigen Techniken werden die Farbstoffe von einem dünnen Farbträger unter Erwärmung
auf den Aufzeichnungsträger übertragen. Der Übertragungsmechanismus ist entweder ein
Diffusionsschritt oder ein Sublimationsschritt, je nach Art der verwendeten Farbträger
bzw. Farbstoffe. Die Anbringung einer besonderen farbaufnehmenden Schicht 18 empfiehlt
sich dann, wenn migrierende Farben verwendet werden.
[0021] Ein Beispiel für ein Transferverfahren ist in der europäischen Patentanmeldung 0
390 928 beschrieben. Bei der bekannten Technik wird ein Thermosublimationsverfahren
eingesetzt, um Farbstoffe von einem Farbträger auf einen Aufzeichnungsträger zu transportieren.
Im bekannten Fall wird die für die Sublimation erforderliche Wärme mit einem entsprechend
geformten Stempel zugeführt. Es ist jedoch auch möglich, die erforderliche Energie
mit einem Laserstrahl zuzuführen.
[0022] Für den Betrachter überlagert sich das in der Folienschicht vorhandene Schwarzweiß-
bzw. Grautonbild in Form der Schwärzungen 16 mit dem auf der Folienschicht aufgedruckten
oder aufgebrachten Farbbild 20 zu einem integralen Gesamteindruck. Beim Entfernen
des Farbbildes 20 bzw. der Farbschicht 18 bleibt das Grautonbild 16 nach wie vor bestehen,
eine Änderung des Farbbildes 20 würde für den Betrachter sofort sichtbar werden, da
dann der zum Bildmotiv gehörende Hell/Dunkel-Kontrast ein anderer wäre, bzw. nicht
zu dem geänderten Bildmotiv passen würde.
[0023] Eine weitere Ausführungsform des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsträgers ist in Fig.
2 gezeigt. Das Inlett 10, welches wahlweise aus Papier oder Kunststoff bestehen kann,
wird auf elektrofotografischem Wege mit den Farbanteilen der Bildinformation 32 versehen.
Entsprechende Verfahren zum elektrofotografischen Einbringen von Bildinformationen
in Aufzeichnungsträger sind z. B. aus EP-PS 0 012 374 oder der EP-PS 0 024 344 bekannt.
[0024] Das Inlett kann natürlich auch in diesem Fall zuvor mit einem Hintergrundmuster versehen
werden, das aus Gründen der Übersichtlichkeit in der Figur nicht gezeigt wird. Über
dem farbigen fixierten Tonerbild wird anschließend eine dünne transparente Deckfolie
36 angeordnet, in die der Hell/Dunkel-Anteil der Bildinformation 34 mittels eines
Laserstrahlschreibers eingebrannt wird.
[0025] In Fig. 3 ist eine weitere Variante des erfindungsgemäßen Aufzeichnungsträgers dargestellt.
Im Gegensatz zu dem in Fig. 1 gezeigten Aufzeichnungsträgers erfüllt der farbige Informationsanteil
hier neben den ästhetischen Bedürfnissen auch die Erfordernisse an die Fälschungssicherheit.
Um dem Nachteil der geringen Auflösung zu begegnen, wird auch in diesem Fall die für
den visuellen Eindruck bestimmende Hell/Dunkel-Information mit einem entsprechenden
Verfahren, allerdings in mehr oder weniger reversibler Form auf den Aufzeichnungsträger
aufgebracht.
[0026] Hierbei wird das Inlett 10, das wieder mit einem Hintergrundmuster bedruckt sein
kann, unter Verwendung herkömmlicher Verfahren, wie Ink-Jet, Siebdruck oder dergleichen
oder auch der Elektrofotografie mit Schwarzweiß-Informationen 48 versehen und im folgenden
Schritt mit einer im wesentlichen transparenten Kunststoffolie 44 abgedeckt, die für
die Aufnahme von migrierenden Farben geeignet ist. Kongruent zu dieser Hell/Dunkel-Information
48 sind die farbigen Bildanteile 46 mittels migrierender Farben in der Tiefe der Deckschicht
eingebracht. Die Deckfolie kann hierbei zuerst mit der farbigen Bildinformation im
Siebdruck bedruckt werden. Unter Wärmeeinwirkung migriert die Farbe so lange in das
Innere der Deckschicht, bis durch UV-Bestrahlung eine Vernetzung in der Deckschicht
iniziiert wird, die eine weitere Migration stoppt. Dieses und ähnliche Verfahren sind
aus der eingangs bereits erwähnten DE-PS 27 50 984 bekannt.
[0027] Alternativ kann auch zuerst die Farbinformation in die Deckschicht eingebracht werden;
erst im Anschluß daran wird die Hell/Dunkel-Information mit herkömmlichen Druckmethoden
aufgebracht.
[0028] Für alle Ausführungsbeispiele gilt, daß die farbige Information zur Erzeugung besonderer
Wirkungen auch "verfremdet" sein kann. Beispielsweise kann die farbige Bildinformation
auch nur aus einer oder zwei Farbwertauszügen bestehen. Ebenso kann anstelle der Hell/Dunkel-Information
ein bestimmter markanter Farbwertauszug in schwarzweiß dargestellt werden.
[0029] In Fig. 4 ist eine Vorrichtung zur Herstellung eines Aufzeichnungsträgers gemäß Fig.
1 schematisch dargestellt. Zunächst wird die Bildinformation elektronisch zerlegt
in einen Hell/Dunkel-Anteil und in einen farbigen Anteil. Derartiges ist aus der modernen
Drucktechnik bekannt und dem Fachmann geläufig.
[0030] Zunächst wird der Aufzeichnungsträger bzw. die transparente Folienschicht 14 mit
dem Hell/Dunkel-Anteil der "Information" beschrieben. Dies erfolgt mit einem konventionellen
Laserstrahlschreiber, der hier nur angedeutet ist. Von einem Laser 24 gelangt ein
Laserstrahl über eine Ablenkvorrichtung 26 und eine hier nicht gezeigte Fokussieroptik
auf die Oberfläche der Folienschicht 14. Vom Material der Folienschicht wird die Energie
des Laserstrahls absorbiert, wodurch sich das Material thermisch zersetzt bzw. verfärbt.
[0031] In einem zweiten Verfahrensschritt wird auf das so in der Folienschicht erzeugte
Grautonbild der zugehörige farbige Bildanteil kongruent aufgedruckt. Im gezeigten
Beispiel bedient man sich dafür eines Transferverfahrens. Über die Vorratsrollen 28
wird eine Thermodiffusionsfolie in unmittelbarer Nachbarschaft der Folienschicht 14
gebracht. Eine Strahlaufweitungsoptik 28 wird im Strahlengang eingeschwenkt und bewirkt,
daß der Laserstrahl eine Fläche 30 des Thermodiffusionsbandes erwärmt, die größer
ist als der Fokus des Laserstrahls bei der Einschreibung des Grautonbildes in die
Folienschicht 14. Durch die in der Diffusionsfolie eingestrahlte thermische Energie
diffundieren die Farbstoffe in den Aufzeichnungsträger bzw. in eine auf den Aufzeichnungsträger
vorgesehene farbaufnehmende Schicht 18.
[0032] Die Thermodiffusionsfolie kann in bestimmten Abständen für die Laserstrahlung transparente
Fenster aufweisen, so daß die Position der Vorratsrollen während des gesamten Aufzeichnungsprozesses
nicht verändert werden muß. Denn im ersten Verfahrensschritt wird durch ein derartiges
Fenster hindurch der Hell/Dunkelanteil in die Folienschicht 14 eingeschrieben. Für
den zweiten Verfahrensschritt wird anschließend ein wärmeempfindlicher Bereich des
Bandes in den Wirkungskreis des Lasers transportiert, so daß die Übertragung der Farbinformation
erfolgen kann.
[0033] Durch die unterschiedliche Rastergröße (Auflösung) zwischen Grautonbild und Farbbild
können bestimmte ästhetische Effekte erzielt werden. Natürlich kann man auch mit gleicher
Auflösung arbeiten, beispielsweise dann, wenn der farbige Bildanteil nicht mittels
eines Transferverfahrens aufgebracht, sondern unter Verwendung eines konventionellen
Verfahrens aufgedruckt wird.
[0034] Unabhängig davon, ob die beiden Informationsanteile mit derselben "Druckvorrichtung"
wie bei der in Fig. 4 dargestellten Laseranordnung oder in völlig getrennten Verfahrensschritten
erzeugt werden, ist immer eine Koordination der Datensätze notwendig, damit die gewünschte
Kongruenz erzielt wird. Erfindungsgemäß wird diese Deckungsgleichheit beispielsweise
mit Datensätzen erzielt, die auf die Kartenkanten bezogenene, gemeinsame xy-Koordinaten
aufweisen. Alternativ dazu können natürlich auch im Druckbild der Karte Markierungen
vorgesehen sein, die mittels optischer Sensoren erfaßt und mit deren Hilfe die Zuordnung
bewerkstelligt wird. Derartige Markierungen können beispielsweise die Begrenzung des
Feldes sein, in das das Bild eingebracht werden soll. Gleichermaßen können es aber
auch beliebige, möglichst unauffällig im allgemeinen Druckbild integrierte, herkömmliche
Druckmarken sein.
[0035] Die in Fig. 4 beschriebene Vorrichtung ist lediglich ein Beispiel; sie hat den besonderen
Vorteil, daß beide Herstellungsschritte, d. h. Einschreiben des Grautonbildes und
Aufbringen der farbigen Bildinformation, durch die Verwendung ein und desselben Laserschreibers
durchgeführt werden können. Würde man ein Druckverfahren für das Aufbringen der farbigen
Teilinformationen wählen, müßte der Aufzeichnungsträger nach dem Einbringen des Grautonbildes
in eine entsprechende Druckvorrichtung überstellt werden. In Kenntnis des erfindungsgemäßen
Prinzips sind diese weiteren Ausführungsformen aber mit dem Wissen des Durchschnittsfachmanns
realisierbar.
1. Aufzeichnungsträger mit farbigen Bildinformationen, insbesondere Wert- oder Ausweiskarte,
dadurch gekennzeichnet, daß die Bildinformation in mindestens zwei Informationsteile aufgeteilt ist, welche
sich zur Gesamtinformation ergänzen, wobei die Teilinformationen in getrennten Arbeitsschritten
aufgebracht sind und mindestens eine der beiden Teilinformationen in von außen nicht
zugänglicher Form vorliegt.
2. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Aufzeichnungsträger wenigstens eine transparente Folienschicht (14, 36, 44)
aufweist, in welcher der erste Teil der Bildinformation in irreversibler Form (16,
34, 46) vorliegt und daß der zweite Teil der Bildinformation (20, 32, 48) kongruent
zu diesem ersten Teil angeordnet ist, so daß sich die beiden Teilbilder zu einer Gesamtkomposition
überlagern.
3. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Bildinformation in einen Scharzweiß- und einen Farbanteil aufgeteilt ist.
4. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Teil der Bildinformation (16) der Schwarzweiß-Anteil ist und daß dieser
Teil der Information mittels eines Laserstrahlschreibers in Form eines Grautonbildes
in die transparente Folienschicht (14, 36, 44) eingebrannt ist.
5. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbschicht als separate, auf der transparenten Folienschicht (14) angeordnete
farbaufnehmende Schicht (18) vorliegt.
6. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der erste Teil der Bildinformation ein mittels migrierender Farben eingebrachtes
Farbbild (46) ist.
7. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der zweite Teil der Bildinformation ein Grautonbild (48) ist.
8. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß das Grautonbild aufgedruckt ist.
9. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 8, dadurch gekennzeichnet, daß die transparente Folienschicht (14, 36, 44) als Deckfolie auf einer Trägerschicht
wie einem Karteninlett (10) aufgebracht ist.
10. Aufzeichnungsträger nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß das Karteninlett (10) ein Hintergrundmuster (12) aufweist, das mit der Bildinformation
harmoniert.
11. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 7 - 10, dadurch gekennzeichnet, daß das Grautonbild (48) auf der Trägerschicht (10) aufgebracht ist.
12. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 11, dadurch gekennzeichnet, daß die transparente Folienschicht (14) aus Hart-PVC besteht.
13. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Grautonbild das Schwarzweiß-Positiv der Bildinformation darstellt.
14. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 12, dadurch gekennzeichnet, daß das Grautonbild das Schwarzweiß-Positiv eines Farbauszugs der Bildinformation
darstellt.
15. Aufzeichnungsträger nach wenigstens einem der Ansprüche 1 - 14, dadurch gekennzeichnet, daß der farbige Anteil der Bildinformation eine geringere Ortsauflösung aufweist
als das Grautonbild.
16. Verfahren zur Herstellung eines Aufzeichnungsträgers, insbesondere einer Wert- oder
Ausweiskarte mit einer farbigen Bildinformation,
gekennzeichnet, durch die folgenden Schritte:
a) Zerlegen der Bildinformationen in einen Hell/DunkelAnteil einerseits und einen
Farbanteil andererseits mittels an sich bekannter elektronischer Verfahren,
b) Einbringen des Hell/Dunkel-Anteils der Bildinformation mittels eines gesteuerten
Laserstrahls in eine sensibilisierte, transparente Folienschicht,
c) kongruentes Überlagern der als Grautonbild in der Folienschicht vorliegenden Bildinformation
mit dem Farbanteil derselben Bildinformation.
17. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbanteile der Bildinformation als Farbschicht aufgedruckt werden.
18. Verfahren nach Anspruch 16, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbanteile der Bildinformation als Farbschicht im Tranferverfahren übertragen
werden.
19. Verfahren nach Anspruch 18, dadurch gekennzeichnet, daß auf der Folienschicht (14) eine besondere farbaufnehmende Schicht (18) aufgebracht
wird, die die im Transferverfahren übertragenen Farbstoffe aufnimmt.
20. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbstoffe mittels eines Thermosublimationsverfahrens übertragen werden.
21. Verfahren nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß die Farbstoffe mittels eines Thermodiffusionsverfahrens übertragen werden.
22. Verfahren nach wenigstens einem der Ansprüche 18 - 21, dadurch gekennzeichnet, daß die thermische Energie für den Farbtransfer durch einen Laserstrahl geliefert
wird.
23. Verfahren nach Anspruch 22, dadurch gekennzeichnet, daß die Einbringung des Grautonbildes in die Folienschicht (14) und der Farbtransfer
mit einem und demselben Laserschreiber erfolgt.
24. Verfahren nach Anspruch 22 oder 23, dadurch gekennzeichnet, daß der Laserstrahl für den Farbtransfer weniger stark fokussiert ist, als beim Erzeugen
des Grautonbildes.
25. Verfahren zur Herstellung eines mehrschichtigen Aufzeichnungsträgers, insbesondere
einer Wert- oder Ausweiskarte, mit einer farbigen Bildinformation,
gekennzeichnet, durch die folgenden Schritte:
a) Zerlegen der Bildinformationen in einen Hell/Dunkel-Anteil einerseits und einen
Farbanteil andererseits mittels an sich bekannter elektronischer Verfahren,
b) Aufbringen des Hell/Dunkel-Anteils auf eine innere Kartenschicht,
c) Abdecken der mit dem Hell/Dunkel-Anteil versehenen Kartenschicht mit einer im wesentlichen
transparenten Folienschicht,
d) kongruentes Überlagern der als Grautonbild unter der Folienschicht vorliegenden
Bildinformation mit dem Farbanteil derselben Bildinformation, indem der Farbanteil
mittels migrierender Farben in die sensibilisierte Folienschicht eingebracht wird.
26. Verfahren nach Anspruch 25, dadurch gekennzeichnet, daß das Grautonbild aufgedruckt wird.