[0001] Die Erfindung betrifft ein verfahren zur Herstellung von Flachdruckformen aus aufgerauhten,
eloxierten und hydrophilierten Flachdruckplatten, die strahlungsempfindlich beschichtet,
belichtet und in einer wäßrig-alkalischen Lösung entwickelt werden, und danach hergestellte
Flachdruckformen.
[0002] Als vorsensibilisierte Flachdruckplatten werden Aluminiumträger in Band-, Platten-
oder Folienform verwendet, die mit positiv oder negativ arbeitenden strahlungsempfindlichen
Beschichtungen versehen sind.
[0003] Folgende strahlungsempfindlichen Beschichtungen werden üblicherweise hierfür eingesetzt:
- positiv oder negativ arbeitende Diazoverbindungen,
- negativ arbeitende Mischungen aus olefinisch ungesättigten Verbindungen und Photoinitiatoren
und
- positiv arbeitende Mischungen mit Photohalbleitern.
[0004] Als Filmbildner enthalten diese Beschichtungen Polymere mit funktionellen Einheiten,
die die Entwicklung der Beschichtungen nach der bildmäßigen Belichtung und gegenbenenfalls
weiteren Verarbeitungsschritten, wie Temperung oder Betonerung, in den wäßrig-alkalischen
Entwicklerlösungen sicherstellen. Beispiele solcher funktioneller Einheiten sind -COOH,
-SO₃H, -PO₃H₂, -SH, -OH und -NH₂.
[0005] Als alkalische Komponenten enthalten die Entwicklerlösungen neben weiteren Inhaltsstoffen,
wie Tensiden, Hydrotropen, Lösemitteln, Komplexbildnern etc., in der Regel Alkalisilikate.
Silikate besitzen den Vorteil, daß sie die im Eloxierschritt aufgebaute Al₂O₃-Schicht
der Trägeroberfläche deutlich weniger als andere alkalische Agenzien angreifen.
[0006] Dennoch treten in der Praxis Probleme auf, und zwar insbesondere derart, daß das
auf der Vorder- und Rückseite des Aluminiumträgers gebildete Al₂O₃ im Entwicklungsprozeß
einem zum Teil starken Abbau unterliegt. Dabei entsteht insbesondere auf der Rückseite
des Aluminiumträgers, die nur einen relativ dünnen Oxidbelag aufweist, ein gelartiger
Belag, der sich auf den Abquetschwalzen der Entwicklungsgeräte ansammelt und von dort
auf die entwickelten Flachdruckformen rückübertragen werden kann. Um die hieraus resultierenden
Störungen im Druckprozeß zu vermeiden, ist es daher unvermeidlich, dieser Verschmutzung
durch regelmäßige Reinigung der Entwicklungsgeräte vorzubeugen.
[0007] Aufgabe der Erfindung ist es, ein Verfahren der eingangs beschriebenen Art so zu
verbessern, daß der Abbau des Oxidbelags auf der Vorder- und Rückseite des Aluminiumträgers
und die dadurch bedingten Verschmutzungen der Druckformen sowie der Entwicklungsgeräte
vermieden bzw. wirksam reduziert werden.
[0008] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß die Flachdruckplatte nach
der Hydrophilierung mit einer Salzlösung eines zwei- oder mehrwertigen Kations in
einer Konzentration von mindestens 0,02 mol/l behandelt wird.
[0009] Kationkonzentrationen unterhalb von 0,02 mol/l - wie sie beispielsweise in hartem
Wasser vorliegen - zeigen keine hinreichende Wirksamkeit in der Verbesserung der Alkalistabilität
der Eloxalschicht. Der bevorzugte Konzentrationsbereich liegt zwischen 0,04 und 0,4
mol/l.
[0010] Als besonders geeignete Kationen sind die zwei- bzw. dreiwertigen Ionen der Elemente
der 2. und 3. Hauptgruppe und der 3. Nebengruppe des Periodensystems zu nennen. Jedoch
zeigen auch die zwei- bzw. dreiwertigen Kationen von V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, Sn
und Pb eine gute Wirksamkeit.
[0011] Als Anionen eignen sich grundsätzlich sowohl anorganische als auch organische, mono-
wie polyvalente Anionen, wobei die Auswahl insbesondere von der Löslichkeit der entsprechenden
Salze bestimmt wird.
[0012] Die Behandlung der Rückseite des Aluminiumträgers mit der Salzlösung erfolgt bevorzugt
bei einer Temperatur zwischen 20 und 90 °C in Zeiten zwischen 1 Sekunde und 1 Minute.
[0013] Die Applizierung der Salzlösung erfolgt mittels der üblichen Techniken, z. B. Sprühen,
Spülen oder Tauchen, am einfachsten nach der Hydrophilierung der Vorderseite und vor
Aufbringung der lichtempfindlichen Beschichtung. Die Spülung der Rückseite kann auch
nach dem Aufbringen der lichtempfindlichen Beschichtung vorgenommen werden. Eine Trocknung
nach der Behandlung mit der Salzlösung bei Temperaturen zwischen 50 und 250 °C kann
vorteilhaft sein.
[0014] Die weitere Ausgestaltung des Verfahrens ergibt sich aus den Verfahrensmaßnahmen
der Ansprüche 10 bis 16.
[0015] Für die sonstigen Behandlungsschritte der Trägeroberfläche, wie Beizung, Aufrauhung,
Zwischenbeizung und Eloxierung, ergeben sich in bezug auf den Stand der Technik keine
weiteren Besonderheiten.
[0016] Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Flachdruckformen zeichnen
sich dadurch aus, daß der Aluminiumträger der Flachdruckplatte mit einem Kopierlackfilm
beschichtet ist und daß der Kopierlackfilm durch Trocknen einer Kopierlacklösung gebildet
wird. Die Ausgestaltung weiterer Flachdruckformen nach der Erfindung ergibt sich aus
den Ansprüchen 18 bis 20.
[0017] Der Vorteil des Verfahrens und der danach hergestellten Flachdruckformen liegt darin,
daß durch die Behandlung mit der Salzlösung der Angriff der wäßrig-alkalischen Entwicklerlösung
auf die Oxidschicht auf der Vorder- und Rückseite des Trägermaterials unterbunden
wird.
[0018] Die nachfolgenden Beispiele erläutern im Detail den Gegenstand der Erfindung und
sind den Vergleichsbeispielen gegenübergestellt.
1. Beispiele für die Behandlung der Oxidschicht nach der Hydrophilierung mit unterschiedlichen
Salzlösungen bei gleicher Temperatur
[0019] Ein walzblankes Aluminiumband der Stärke 0,3 mm wird in NaOH gebeizt, in Salzsäure
elektrolytisch aufgerauht (Rz-Wert nach DIN 4768: 5,0 µm), in Schwefelsäure eloxiert
(Oxidgewicht auf der Vorderseite 4,0 g/m², am Rand der Rückseite 1,7 g/m², in der
Mitte der Rückseite 0,3 g/m²) und mit Polyvinylphosphonsäurelösung entsprechend der
DE-B 16 21 478 hydrophiliert. Danach wird das Aluminiumband mit verschiedenen 0,02
bis 0,4 molaren Salzlösungen (siehe Tabelle 1) 1 bis 60 s bei 20 bis 90 °C besprüht
und dann mit einer Kopierlacklösung beschichtet, die folgende Bestandteile enthält:
a) ein Kresol-Formaldehyd-Novolakharz,
b) ein Veresterungsprodukt eines 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4- oder -5-sulfonylchlorids
mit einem Phenolderivat,
c) eine bei Bestrahlung eine starke Säure bildendende Verbindung,
d) ein kationischer Farbstoff und
e) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
[0020] In einem speziellen Ausführungsbeispiel enthält die Kopierlacklösung folgende Bestandteile:
5,00 Gew.-% Kresol-Formaldehyd-Novolakharz mit einer Hydroxylzahl von 420 nach DIN
53783/53240 und einem Molekulargewicht (Mw) nach GPC von 10000 (Polystyrol-Standard),
1,20 Gew.-% Veresterungsprodukt von 3 mol 1,2-Naphthochinon-2-diazid-5-sulfonyl-chlorid
und 1 mol 2,3,4-Trihydroxy-benzophenon,
0,15 Gew.-% 1.2-Naphthochinon -2-dazid-4-sulfo-nylchlorid,
0,05 Gew.-% Victoriareinblau (C.I. 44045) und
ad 100 Gew.-% eines Lösemittelgemisches aus Methylethylketon und Propylenglykolmonomethylether
(40/60).
[0021] Der Kopierlackfilm wird eine Minute lang bei 125 °C getrocknet. Das Filmgewicht beträgt
1 bis 3 g/m², insbesondere 2,4 g/m².
[0022] Die vorsensibilisierten Flachdruckplatten werden zu Druckformen verarbeitet. Die
Platten werden in einem Vakuum-Kontaktkopierrahmen durch Evakuieren mit einem Testbild
kontaktiert, mit einer 5-kW-metallhalogeniddotierten Quecksilberdampflampe im Abstand
von 110 cm so belichtet, daß nach Entwicklung eine offene Stufe 4 im UGRA-Offset-Testkeil
resultiert, was einer Hochbelichtung zur Filmkanteneliminierung entspricht.
[0023] Danach wird eine Minute lang bei 25 °C in einem Entwicklungsgerät (VA 86 der Hoechst
AG) mit einem Kaliumsilikat-Entwickler, der einen Gesamtalkaligehalt von 0,95 mol/l
aufweist, entwickelt.
[0024] Es erfolgt eine Beurteilung durch Augenscheinnahme, inwieweit es beim Entwicklungsprozeß
zu einem Abbau der Oxidschicht des Trägermaterials kommt. Visuell macht sich der Abbau
in Form eines weißen, streifigen Belags auf der Rückseite des Trägermaterials bemerkbar.
[0025] Das Bewertungsschema in der nachfolgenden Tabelle 1 lautet wie folgt:

2. Beispiele für die Behandlung der Oxidschicht nach der Hydrophilierung mit der gleichen
Salzlösung bei unterschiedlichen Temperaturen
[0026] Eine in Salpetersäure elektrolytisch aufgerauhte (Rz-Wert nach DIN 4768: 3,2 µm),
in Schwefelsäure eloxierte (Oxidgewicht auf der Vorderseite 2,0 g/m², am Rand der
Rückseite 1,2 g/m², in der Mitte der Rückseite 0,2 g/m²) Aluminiumfolie der Stärke
0,3 mm wird mit Polyvinylphosphonsäure entsprechend der DE-B 16 21 478 hydrophiliert,
1 bis 60 s bei verschiedenen Temperaturen (siehe Tabelle 2) in eine Ca-Salzlösung
mit mehr als 0,02 mol/l, z. B. in 0,15 molare CaCl₂-Lösung, getaucht, 15 s bei 120
°C getrocknet und dann mit einer Kopierlacklösung beschichtet, die folgende Bestandteile
enthält:
a) ein Kresol-Formaldehyd-Novolaknarz,
b) ein Veresterungsprodukt eines 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4- oder -5-sulfonylchlorids
mit einem Phenolderivat,
c) eine bei Bestrahlung eine starke Säure bildendende Verbindung,
d) einen kationischen Farbstoff und
e) einen Kieselsäurefüllstoff mit einer mittleren Korngröße von 3 bis 5 µm,
f) ein Tensid auf Basis von Dimethylsiloxan- und Ethylenoxideinheiten und
g) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
[0027] In einem speziellen Ausführungsbeispiel enthält die Kopierlacklösung folgende Bestandteile:
4,80 Gew.-% Kresol-Formaldehyd-Novolakharz mit einer Hydroxylzahl von 420 nach DIN
53783/53240 und einem Molekulargewicht (Mw) nach GPC von 10000 (Polystyrol-Standard),
1,05 Gew.-% Veresterungsprodukt von 3 mol 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4-sulfonylchlorid
und 1 mol 2,3,4-Trihydroxybenzophenon,
0,05 Gew.-% 2-(4-Styrylphenyl)-4,6-bis-trichlormethyl-s-triazin,
0,10 Gew.-% Kristallviolett (C.I. 42555) und
1,00 Gew.-% Kieselsäurefüllstoff mit einer mittleren Korngröße von 3,9 µm,
0,10 Gew.-% Tensid auf Basis von Dimethylsiloxan- und Ethylenoxideinheiten,
ad 100 Gew.-% eines Lösemittelgemisches aus Tetrahydrofuran und Propylenglykolmonomethylether
(55/45).
[0028] Der Kopierlackfilm wird 1 Minute bei 125 °C getrocknet. Das Filmgewicht beträgt 1,8
g/m².
[0029] Die Verarbeitung der gefertigten Flachdruckplatten mit einer umkehrbaren Positivschicht
geschieht folgendermaßen:
- Belichtung in einem Kopierrahmen wie in den Beispielen unter Punkt 1) durch eine Testvorlage,
60 s lang,
- 1-minütige Temperung bei 135 °c in einem Durchlaufofen,
- Abkühlung durch Umluftkühlung, 10 s lang,
- Ausbelichtung ohne Vorlage mit UV-A-Leuchtstofflampen einer Strahlungsleistung von
240 Watt, 30 s lang in einem Durchlaufgerät,
- Entwicklung in einem Gerät wie in den Beispielen unter Punkt 1) bei einer Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Druckplatten von 0,5 m/min.
[0030] Zur Entwicklung wird ein Kaliumsilikat-Entwickler entsprechend der DE-A 40 27 299
mit einem Gesamtalkaligehalt von 1,3 mol/l und einem Gehalt an Polyglykol-1000-dicarbonsäure
von 0,6 Gew.-% eingesetzt.
[0031] Untersucht wird neben dem Kriterium Oxidabbau, der wie in den Beispielen unter Punkt
1) bewertet wird, das kopiertechnische Verhalten, d.h. Lichtempfindlichkeit, Wiedergabe,
Farbschleier, Unterstrahlungsanfälligkeit, und das drucktechnische Verhalten, d.h.
Freilaufen, Wasserbedarf, Auflage, der so gefertigten Flachdruckplatten.

3. Beispiele für die Behandlung der Oxidschicht nach dem Aufbringen der strahlungsempfindlichen
Schicht mit unterschiedlichen Konzentrationen der gleichen Salzlösung
[0032] Ein gemäß den Beispielen unter Punkt 1) gefertigter Flachdruckplattenträger wird
nach der Hydrophilierung mit einer Lösung beschichtet, die folgende Bestandteile enthält:
a) eine Verbindung mit mindestens einer olefinisch ungesättigten Doppelbindung,
b) ein polymeres, alkalilösliches Bindemittel mit einer Säurezahl größer 10,
c) einen Photoinitiator,
d) einen Farbstoff und
e) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
[0033] In einem speziellen Ausführungsbeispiel enthält die Lösung folgende Bestandteile:
3,00 Gew.-% Trimethylolpropantriacrylat,
10,00 Gew.-% Copolymer aus Mehylmethacrylat und Methacrylsäure mit einer Säurezahl
von 190 und einem Molekulargewicht (Mw) nach GPC von 50000 (Polystyrol-Standard),
0,05 Gew.-% Dibenzalaceton,
0,05 Gew.-% 9-Phenylacridin,
0,10 Gew.-% eines Azofarbstoffs aus 2,4-Dinitro6-Chlor-Benzoldiazoniumchlorid und
2-Methoxy-5-Acetylamino-N-Cyanoethyl-N-Hydroxyethyl-Anilin und
ad 100 Gew.-% Ethylenglykolmonomethylether.
[0034] Der Kopierlackfilm wird zwei Minuten lang bei 125 °C getrocknet und besitzt ein Schichtgewicht
von 3,0 g/m².
[0035] Danach wird die Rückseite der Trägerfolie mit Ca-Salzlösungen, z. B. Ca(NO₃)₂-Lösungen
verschiedener Konzentrationen (Tabelle 3), bei 20 bis 90 °C zwischen 1 und 60 s besprüht
und dann auf die Vorderseite als SauerstoffNachdiffusionssperrschicht folgende Lösung
aufgebracht:
2,20 Gew.-% Polyvinylalkohol mit einem Restacetylgruppengehalt von 10,7 %, dessen
4%ige wäßrige Lösung eine Viskosität von 8 mPas besitzt (Mowiol 8-88 der Hoechst AG),
0,02 Gew.-% sec. -Natrium-Alkansulfonat (Hostapur SAS der Hoechst AG),
0,02 Gew.-% Chloracetamid und
ad 100 Gew.-% VE-Wasser.
[0036] Nach 1-minütiger Trocknung bei 125 °C besitzt die Sperrschicht ein Schichtgewicht
von 2,0 g/m².
[0037] Die so erhaltenen vorsensibilisierten Flachdruckplatten werden wie in den Beispielen
unter Punkt 1) 35 s belichtet und dann in einem Entwicklungsgerät wie in den Beispielen
unter Punkt 1) mit einer vorgeschalteten VE-Wasser-Spülung der Vorderseite zur Entfernung
der PVAl-Deckschicht bei einer Verarbeitungsgeschwindigkeit von 0,6 m/min in einem
Kaliumsilikat-Entwickler mit einem Gesamtalkaligehalt von 0,55 mol/l und einem Gehalt
an nichtionischem Netzmittel (Kokosfettalkohol-Polyoxyethylenether mit ca. 8 Oxyethyleneinheiten
(Genapol C080 der Hoechst AG)) von 1 g/l entwickelt.
[0038] Der Oxidabbau wird wiederum wie in den Beispielen unter Punkt 1) bewertet.

[0039] Mit einer Reihe von Einstellungen wird ein Entwicklererschöpfungstest bis zu einer
Beladung von 3 m² Druckplatten/1 l Entwickler durchgeführt. Bei Vergleichsbeispiel
3-7 zeigt sich danach ein starker und bei 3-8 ein leichter Belag auf den Ahquetschwalzen,
während bei Beispiel 3-3 kein Belag sichtbar ist.
4. Beispiele von elektrophotographischen Druckformen für die unterschiedlich lange
Behandlung der Oxidschicht nach der Hydrophilierung mit der gleichen Salzlösung
[0040] Ein wie in den Beispielen unter Punkt 1) bearbeiteter Flachdruckplattenträger wird
nach der Hydrophilierung verschieden lang (Tabelle 4) in 0,02 bis 0,4 molare Sr-Salzlösung
getaucht und dann mit einer Lösung beschichtet, die folgende Bestandteile enthält:
a) einen organischen Photoleiter,
b) ein polymeres, alkalilösliches Bindemittel,
c) einen Farbstoff und
d) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 100 °C.
[0041] In einem speziellen Ausführungsbeispiel enthält die Beschichtungslösung folgende
Bestandteile:
5,00 Gew.-% 2,5-Bis(4'-diethylaminophenyl)-1,3,4-oxadiazol,
5,00 Gew.-% Kresol-Formaldehyd-Novolakharz (entsprechend den Beispielen 1),
0,01 Gew.-% Rhodamin FB (C.I. 45170) und
ad 100 Gew.-% Ethylenglykolmonomethylether.
[0042] Die Schichten werden zwei Minuten lang bei 125 °C getrocknet und haben ein Schichtgewicht
von 5 g/m².
[0043] Die so gefertigten, nach dem elektrophotographischen Prinzip arbeitenden Flachdruckplatten
werden im Dunkeln mit einer Corona auf -500 V aufgeladen, in Projektion mit 8 Halogenlampen
mit je 500 Watt 30 s lang belichtet. Das entstandene latente Ladungsbild wird mit
Hilfe einer Magnetwalze mit einem handelsüblichen Toner/Carrier-Gemisch betonert.
Nach Wärmefixierung des Toners werden die Nichtbildstellen mit folgender Lösung entfernt:
| Na₂SiO₃ |
2,0 Gew.-% |
| NaOH |
0,2 Gew.-% |
| Ethylenglykol |
15,0 Gew.-% |
| n-Propanol |
10,0 Gew.-% |
[0044] Untersucht wird, inwieweit es beim 5 Minuten erfordernden Entschichtungsvorgang zu
einem Angriff auf die Oxidschicht des Trägers kommt.
Tabelle 4
| Tauchzeit in Sekunden |
Oxidabbau |
| 0 |
+ |
| 1 |
- |
| 2 |
- |
| 5 |
- |
| 10 |
- |
| 60 |
- |
[0045] Wie der Tabelle 4 zu entnehmen ist, kommt es nur beim Unterlassen einer Behandlung
mit der Salzlösung zu einem erheblichen oxidabbau, während schon ein sehr kurzes Eintauchen
in die Salzlösung (1 s) den Oxidabbau unterbindet.
1. Verfahren zur Herstellung von Flachdruckformen aus aufgerauhten, eloxierten und hydrophilierten
Flachdruckplatten, die strahlungsempfindlich beschichtet, belichtet und in einer wäßrig-alkalischen
Lösung entwickelt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Flachdruckplatte nach der
Hydrophilierung mit einer Salzlösung eines zwei- oder mehrwertigen Kations in einer
Konzentration von mindestens 0,02 mol/l behandelt wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Applizierung der Salzlösung
durch Sprühen, Tauchen oder Spülen nach der Hydrophilierung der Vorderseite und vor
dem Aufbringen der strahlungsempfindlichen Beschichtung auf die Flachdruckplatte erfolgt.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite der Flachdruckplatte
zugleich mit der Vorderseite mit der Salzlösung gespült wird.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Spülung der Rückseite der
Flachdruckplatte mit der Salzlösung nach der Hydrophilierung und nach dem Aufbringen
der strahlungsempfindlichen Beschichtung erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Konzentration der Salzlösung
im Bereich von 0,04 bis 0,4 mol/l liegt.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperatur der Salzlösung
20 bis 90 °C beträgt.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Einwirkzeit der Salzlösung
zwischen einer Sekunde und einer Minute liegt.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kation der Salzlösung ein
Ion eines Elements der 2. oder 3. Hauptgruppe oder der 3. Nebengruppe des Periodensystems
ist.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kation Calcium ist.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß das Kation der Salzlösung ein
Ion eines Elements aus der Gruppe V, Cr, Mn, Fe, Co, Ni, Zn, Sn und Pb ist.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Hydrophilierung mit Polyvinylphosphonsäure
erfolgt.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die wäßrig-alkalische Lösung
Silikat enthält.
13. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Salzlösung ein Salz aus
der Gruppe MgCl₂, Mg(NO₃)₂, CaCl₂, Ca(NO₃)₂, Ca-Acetat, SrCl₂, Sr-Lävulinat, BaCl₂,
Ba(NO₃)₂, ScCl₃, Sc₂(SO₄)₃, LaCl₃, La(NO₃)₃, TiCl₃, VSO₄, CrCl₂, MnBr₂, NiCl₂, CuCl₂,
ZnSO₄, AlCl₃, SnCl₂ oder Pb-Acetat enthält.
14. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Flachdruckplatte vor dem
Aufbringen einer strahlungsempfindlichen Beschichtung zwischen 1 und 60 s in eine
mehr als 0,02 molare Ca-Salzlösung bei einer Temperatur im Bereich von 20 bis 90 °C
eingetaucht wird.
15. Verfahren nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Rückseite der Flachdruckplatte
nach dem Aufbringen einer strahlungsempfindlichen Beschichtung zwischen 1 und 60 s
bei 20 bis 90 °C mit einer Ca-Salzlösung im Konzentrationsbereich vom 0,02 bis 0,40
mol/l besprüht wird.
16. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß eine Flachdruckplatte nach
der Hydrophilierung und vor dem Aufbringen einer strahlungsempfindlichen Beschichtung
1 bis 60 s lang in eine 0,02 bis 0,4 molare Sr-Salzlösung eingetaucht wird.
17. Flachdruckform, hergestellt nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aluminiumträger der Flachdruckplatte mit einem Kopierlackfilm
mit einem Filmgewicht von 1 bis 3 g/m² beschichtet ist und daß der Kopierlackfilm
durch Trocknen einer Kopierlacklösung, die folgende Bestandteile enthält, gebildet
ist:
a) ein Kresol-Formaldehyd-Novolakharz,
b) ein Veresterungsprodukt eines 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4- oder 5-sulfonylchlorids
mit einem Phenolderivat,
c) eine bei Bestrahlung eine starke Säure bildendende Verbindung,
d) einen kationischen Farbstoff und
e) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
18. Flachdruckform, hergestellt nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aluminiumträger der Flachdruckplatte mit einem Kopierlackfilm
mit einem Filmgewicht von 1 bis 3 g/m² beschichtet ist und daß der Kopierlackfilm
durch Trocknen einer Kopierlacklösung, die folgende Bestandteile enthält, gebildet
ist:
a) ein Kresol-Formaldehyd-Novolakharz,
b) ein Veresterungsprodukt eines 1,2-Naphthochinon-2-diazid-4 oder -5-sulfonylchlorids
mit einem Phenolderivat,
c) eine bei Bestrahlung eine starke Säure bildendende Verbindung,
d) einen kationischen Farbstoff und
e) einen Kieselsäurefüllstoff mit einer mittleren Korngröße von 3 bis 5 µm,
f) ein Tensid auf Basis von Dimethylsiloxan- und Ethylenoxideinheiten und
g) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
19. Flachdruckform, hergestellt nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aluminiumträger der Flachdruckplatte mit einem Kopierlackfilm,
dessen Filmgewicht 1 bis 5 g/m² beträgt, beschichtet ist und daß der Kopierlackfilm
durch Trocknen einer Kopierlacklösung, die folgende Bestandteile enthält, gebildet
ist:
a) eine Verbindung mit mindestens einer olefinisch ungesättigten Doppelbindung,
b) ein polymeres, alkalilösliches Bindemittel mit einer Säurezahl größer 10,
c) einen Photoinitiator,
d) einen Farbstoff und
e) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 200 °C.
20. Flachdruckform, hergestellt nach einem oder mehreren der Ansprüche 1 bis 16, dadurch
gekennzeichnet, daß der Aluminiumträger der Flachdruckplatte mit einer strahlungsempfindlichen
elektrophotographischen Schicht, deren Schichtgewicht 3 bis 8 g/m² beträgt, beschichtet
ist und daß diese Schicht durch Trocknen einer Beschichtungslösung, die folgende Bestandteile
enthält, gebildet ist:
a) einen organischen Photoleiter,
b) ein polymeres, alkalilösliches Bindemittel,
c) einen Farbstoff und
d) ein Lösemittel oder Lösemittelgemisch mit einem Siedepunkt kleiner 100 °C.