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(11) |
EP 0 538 575 B1 |
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EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
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Hinweis auf die Patenterteilung: |
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02.11.1995 Patentblatt 1995/44 |
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Anmeldetag: 17.08.1992 |
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Verfahren zum Abkühlen einer Werkstückcharge innerhalb eines Wärmebehandlungsprozesses
Method for cooling a charge of workpieces during a heat treatment process
Méthode pour refroidir une charge de pièces pendant un procédé de traitement thermique
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Benannte Vertragsstaaten: |
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AT CH DE ES FR GB IT LI SE |
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Priorität: |
25.10.1991 DE 4135313
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Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
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28.04.1993 Patentblatt 1993/17 |
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Patentinhaber: IPSEN INDUSTRIES INTERNATIONAL
GESELLSCHAFT MIT BESCHRÄNKTER HAFTUNG |
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D-47533 Kleve (DE) |
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Erfinder: |
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- Edenhofer, Bernd, Dr.
W-4190 Kleve (DE)
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Vertreter: Stenger, Watzke & Ring
Patentanwälte |
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Kaiser-Friedrich-Ring 70 40547 Düsseldorf 40547 Düsseldorf (DE) |
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Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 129 701
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EP-A- 0 253 176
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- HAERTEREI TECHNISCHE MITTEILUNGEN Bd. 41, Nr. 4, 1986, MUNCHEN DE Seiten 207 - 212
B. LISCIC ET AL.
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| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Abkühlen einer Werkstückcharge innerhalb
eines Wärmebehandlungsprozesses mittels Gaskühlung, bei dem die den Abkühlprozeß bestimmenden
Parameter wie etwa Kühlgasgeschwindigkeit und Kühlgasdruck in Abhängigkeit von während
des Abkühlprozesses ermittelten Temperaturen eingestellt und auf diese Weise der Abkühlprozeß
gesteuert wird.
[0002] Werkstückchargen in Öfen zur Wärmebehandlung oder in separaten Gaskühlvorrichtungen
werden bisher in der Weise unter einem Schutzgas bei Normaldruck oder Überdruck abgekühlt
oder abgeschreckt, daß entweder mit einem konstanten, vorher abzuschätzenden Gasdruck
des Kühlgases und einer vorgegebenen Geschwindigkeit des Kühlgases gekühlt wird. Die
Abkühlung erfolgt in einer Stufe oder mehreren Stufen, wobei der Temperaturgradient
des Ofens oder der eines Analogstückes vorgegeben wird und als Sollgröße für die Steuerung
des Abkühlprozesses dient. Zur Erfassung des Istwertes der Temperatur lassen sich
grundsätzlich auch Meßfühler unmittelbar im oder am Werkstück anbringen. Dies ist
allerdings in der Praxis häufig nicht durchführbar. Da auch vergleichbare Analogstücke
identischer Geometrie und aus identischem Werkstoff vielfach nicht vorliegen, bzw.
sich bei großen Werkstücken nicht im Ofenraum unterbringen lassen, bleibt in solchen
Fällen zur Regelung des Prozesses nur die Vorgabe eines Temperaturgradienten im Ofen.
Dieser Temperaturgradient steht jedoch in keinem Zusammenhang mit dem erforderlichen
Temperaturgradienten an einem beliebigen Werkstückquerschnitt des zu härtenden Werkstückes,
um dort die geforderte Härte zu erreichen.
[0003] Der Erfindung liegt die
Aufgabe zugrunde, das Abkühlen der Werkstückcharge so zu steuern, daß an einem vorgegebenen
Werkstückquerschnitt das gewünschte Wärmebehandlungsergebnis erreicht wird, ohne an
dieser oder einer anderen Stelle des Werkstücks Temperaturmessungen vorzunehmen.
[0004] Zur
Lösung dieser Aufgabenstellung wird vorgeschlagen, daß während des Abkühlprozesses mit Hilfe
mehrerer Meßfühler, z.B. Thermoelemente, kontinuierlich der Temperaturverlauf über
den Querschnitt mindestens einer im Chargenraum angeordneten Meßsonde definierter
Geometrie und definierten Werkstoffs erfaßt wird und mittels eines Rechners aufgrund
dieser Temperaturverläufe zu der Meßsonde über die Bestimmung der Wärmestromdichte
und des Wärmeübergangs an der Meßsonde der zeitliche Temperaturverlauf im Werkstück,
d.h. in dem interessierenden Quer schnitt des Werkstückes, errechnet wird und daß
der Rechner mittels einer Vergleichseinrichtung einen fortlaufenden Vergleich zwischen
dem solcherart errechneten Ist-Temperaturverlauf und einem vorgegebenen Soll-Temperaturverlauf
durchführt und die den Abkühlprozeß bestimmenden Parameter in Abhängigkeit vom Ergebnis
dieses Vergleiches steuert.
[0005] Grundlage dieses Verfahrens ist die Steuerung des Abkühlprozesses auf Basis von Temperaturverläufen,
die mittels einer Meßsonde definierter Geometrie und definiertem Werkstoffs erfaßt
werden. Eine derartige Meßsonde ist für den Fall des Abschreckhärtens in einem Wasser-
oder Ölbad in einem Beitrag von Liscic und Filetin in der Zeitschrift "Härterei-Technische-Mitteilungen
41 (1986)" Heft 4, Seiten 208ff beschrieben. Diese Meßsonde ermöglicht es, zu jedem
Zeitpunkt während der Wärmebehandlung die Temperatur der Sonde an einer oder mehreren
Stellen ihres Querschnittes zu bestimmen.
[0006] Bei der vorliegenden Erfindung wird auf Grundlage der hierdurch ermittelten Temperaturverläufe
und mit Hilfe der mathematischen Beziehungen für die Wärmeleitung in festen Stoffen
und für den konvektiven Wärmeübergang das Temperaturprofil in der Meßsonde sowie die
Wärmestromdichte und der Wärmeübergangskoeffizient an der Oberfläche d Meßsonde zu
jedem Zeitpunkt während der Abkühlung errechnet. Mit Hilfe der bekannten dreidimensionalen
Wärmeleitungsgleichungen wird dann für die vorgegebene Geometrie des Werkstückes für
jeden Zeitpunkt dessen Oberflächentemperatur sowie der Temperaturverlauf im jeweils
interessierenden Werkstückquerschnitt bestimmt. Der hierdurch erhaltene, errechnete
Ist-Temperaturverlauf im Werkstück wird mit einem vorgegebenen Soll-Temperaturverlauf
im Werkstück verglichen, der für die jeweilige Geometrie des Werkstückquerschnitts
beispielsweise aus dem entsprechenden ZTU-Diagramm des betreffenden Werkstoffes ermittelt
wird und der ein optimales Ergebnis der Wärmebehandlung, insbesondere ein optimales
Härteergebnis, erwarten läßt. Abhängig vom Ergebnis dieses Vergleiches erfolgt dann
die Steuerung der den Abkühlprozeß bestimmenden Parameter, d.h. der Geschwindigkeit
des auf die Werkstückcharge geleiteten Kühlgases und/oder des Gasdrucks des Kühlgases.
Die Steuerung des Abkühlprozesses kann auch über eine entsprechende Auswahl des jeweils
in den Chargenraum eingeleiteten Kühlgases erfolgen, wofür vorzugsweise Stickstoff,
Helium, Argon oder Wasserstoff in Betracht kommen.
[0007] Die Führung der den Abkühlprozeß bestimmenden Parameter erfolgt dann in der Weise,
daß der für den betrachteten Querschnitt des Werkstückes errechnete Ist-Temperaturverlauf
zu jedem Zeitpunkt weitgehend mit dem aus dem ZTU-Diagramm gewonnenen Soll-Temperaturverlauf
übereinstimmt. Dadurch wird am vorgegebenen Querschnitt des Werkstückes das gewünschte
Wärmebehandlungsergebnis erreicht, ohne daß an dieser oder an einer anderen Stelle
des Werkstücks Temperaturmessungen erforderlich wären.
[0008] Die Temperaturen werden vorzugsweise an verschiedenen Stellen des Querschnittes der
Meßsonde erfaßt, von denen sich zumindest zwei Meßstellen innerhalb der Meßsonde befinden.
Bei einer Ausgestaltung des Verfahrens sind innerhalb der Meßsonde insgesamt drei
Meßstellen angeordnet, wobei diese Meßstellen verschiedene Abstände zur Oberfläche
der Meßsonde aufweisen. Hierdurch ist eine besonders exakte Errechnung des Temperaturprofils
im betrachteten Querschnitt der Meßsonde möglich, so daß auch das anschließende Errechnen
des Ist-Temperaturverlaufes im Werkstück mit großer Genauigkeit durchgeführt werden
kann.
[0009] Besonders aussagefähige Temperaturwerte lassen sich erhalten, wenn zumindest eine
Meßstelle sich nahe der Oberfläche innerhalb der Meßsonde befindet.
[0010] Da zur Berrechnung des Ist-Temperaturverlaufs auch die Gastemperatur im Chargenraum
benötigt wird, wird mit einer vorteilhaften Ausgestaltung des Verfahrens vorgeschlagen,
die Gastemperatur nahe der Oberfläche der Meßsonde zu erfassen. Alternativ ist auch
eine mathematische Berechnung der Gastemperatur möglich.
[0011] Von Vorteil ist es ferner, wenn die Form der Meßsonde den für den Erfolg des Wärmebehandlungsprozesses
maßgeblichen Stellen des Werkstücks nachgebildet ist. Diese Weiterentwicklung des
Verfahrens ist insbesondere bei großen Werkstückserien mit Vorteil anwendbar, wobei
in diesem Fall die für das Werkstück errechneten Ist-Temperaturverläufe den tatsächlichen
Temperaturverlauf besonders genau wiedergeben, so daß sich der Abkühlprozeß besonders
präzise steuern läßt.
[0012] Schließlich ist bei einer Weiterentwicklung des Verfahrens vorgesehen, daß der Rechner
den Soll-Temperaturverlauf aus dem ZTU-Diagramm des Werkstoffes des Werkstückes errechnet.
Es ist dadurch nicht erforderlich, im Rechner werkstückspezifische Abkühlkurven abzuspeichern.
Der Rechner benötigt vielmehr nur eine Datei der einschlägigen ZTU-Diagramme und errechnet
hieraus bei Kenntnis der geforderten Härte selbsttätig den Soll-Temperaturverlauf
im Werkstück an der betreffenden Stelle.
[0013] Weitere Einzelheiten und Vorteile des Gegenstandes der Erfindung ergeben sich aus
der nachfolgenden Beschreibung der zugehörigen Zeichnungen, in denen anhand eines
Beispiels das erfindungsgemäße Verfahren erläutert ist. In den Zeichnungen zeigen:
- Fig. 1
- ein vereinfachtes Ablaufdiagramm des Verfahrens zum Abkühlen einer Werkstückcharge
innerhalb eines Wärmebehandlungsprozesses und
- Fig. 2
- in einer Schnittdarstellung eine Meßsonde zur Verwendung in dem Verfahren.
[0014] In Fig. 1 ist strichpunktiert der Chargenraum 1 eines Vakuumofens zur Wärmebehandlung
metallischer Werkstücke dargestellt. Der Vakuumofen ist zur Durchführung eines vollständigen
Wärmebehandlungsprozesses vorbereitet, verfügt also neben einem Heizsystem über ein
gebläsegestütztes Kühlsystem, bei dem ein Kühlgas, beispielsweise Stickstoff, Helium,
Argon oder Wasserstoff, in den Chargenraum 1 eingeleitet wird und auf diese Weise
zu einem schnellen Abkühlen des Werkstückes bzw. der Charge von Werkstücken führt.
Der Abkühlprozeß wird von einer Steuereinrichtung 2 kontrolliert, die sowohl die Geschwindigkeit
v
Gas als auch den Gasdruck p
Gas regelt. Die Kühlgeschwindigkeit und damit die innerhalb des Wärmebehandlungsprozesses
am Werkstück erzielbare Härte läßt sich also durch die Steuereinrichtung 2 beeinflussen.
[0015] Im Chargenraum 1 befindet sich neben einem Werkstück 3 eine Neßsonde 4, die mit insgesamt
vier Meßstellen zur Temperaturmessung versehen ist. Innerhalb der Meßsonde 4 angeordnete
Meßstellen ergeben Temperaturwerte T₁,T₂ und T₃, während eine nahe der Oberfläche
der Meßsonde 4 angeordnete weitere Meßstelle die Temperatur T
o im Chargenraum 1 nahe der Oberfläche der Meßsonde 4 erfaßt.
[0016] Der Aufbau der Meßsonde 4 ist in der Fig. 2 dargestellt. Die Meßsonde 4 besteht aus
einem massiven Metallzylinder, in den quer zur Längsachse des Zylinders insgesamt
drei parallel zueinander verlaufende Bohrungen 5 zur Aufnahme von Meßfühlern eingearbeitet
sind. Die Bohrungen 5 reichen unterschiedlich weit bis an die Oberfläche 6 der Meßsonde
4. Eine erste Meßstelle 7a wird durch ein Thermoelement gebildet, welches sich am
sacklochartigen Ende der kürzesten der drei Bohrungen 5 befindet. Diese Meßstelle
7a erfaßt daher die Temperatur im Kern der Meßsonde 4. Die zweite Meßstelle 7b befindet
sich in einem Abstand von ca. 4mm zur Oberfläche 6 der Meßsonde 4, während die dritte
Meßstelle 7c knapp unterhalb der Oberfläche 6 der Meßsonde 4 eingebaut ist. Der Abstand
zur Oberfläche 6 beträgt hier nur ca. 1,5mm. Um einen Wärmeeinfluß auf die als Thermoelemente
ausgebildeten Meßfühler durch die Bohrungen 5 hindurch zu vermeiden, sind die Bohrungen
5 nach Einsetzen der Thermoelemente verschlossen. Nicht dargestellte Stromleiter der
Thermoelemente führen aus der Meßsonde 4 hinaus und sind an eine Meßwerterfassung
eines den Abkühlprozeß steuernden Rechners angeschlossen.
[0017] In Fig. 1 ist dargestellt, daß die an den drei Meßstellen der Meßsonde ermittelten
Temperaturen T₁,T₂ und T₃ sowie die knapp oberhalb der Oberfläche der Meßsonde 4 ermittelte
Temperatur T
o zusammen mit der Geometrie und dem verwendeten Werkstoff der Meßsonde 4 einem in
dem Rechner durchgeführten Rechenschritt zugrundegelegt werden, in dem für die Meßsonde
4 das Temperaturprofil T
s, die Wärmestromdichte an der Oberfläche sowie der Wärmeübergangskoeffizient der zwischen
Oberfläche und Kühlgas übergehenden Wärme zu jedem Zeitpunkt während der Abkühlung
ermittelt werden. Diese Berechnung erfolgt mit den bekannten Gleichungen der konvektiven
Wärmeübertragung sowie der Wärmeleitung.
[0018] Diese Daten sowie die die Geometrie und den Werkstoff des Werkstückes 3 betreffenden
Daten werden von dem Rechner in einem weiteren Rechenschritt herangezogen, um für
den jeweiligen Zeitpunkt die Temperatur im Inneren sowie an der Oberfläche eines vorgegebenen
Querschnittes des Werkstückes 3 zu berechnen. Hierbei wird vorausgesetzt, daß die
Wärmeübertragungsbedingungen an Meßsonde 4 und Werkstück 3 weitgehend gleich sind.
Anhand dieser Annahme wird aus den an der Meßsonde 4 ermittelten zeitlichen Temperaturverläufen
auf entsprechende, jedoch zusätzlich durch die Geometrie sowie den Werkstoff des Werkstückes
3 beeinflußte Temperaturverläufe im Werkstück 3 geschlossen. Hierzu werden in einem
Unterprogramm des Rechners die bekannten Wärmeleitungsgleichungen in dreidimensionaler
Form für den jeweiligen Zeitpunkt sowie die vorgegebene Werkstückgeometrie gelöst.
Der auf diese Weise rechnerisch bestimmte Ist-Temperaturverlauf T
w,ist stimmt gut mit dem tatsächlichen Temperaturverlauf in dem Werkstück 3 überein, wenn
die Kühlbedingungen, d.h. die Temperatur und die Geschwindigkeit des Kühlgases, an
der Meßsonde 4 und dem Werkstück 3 gleich sind. Dies ist in der Praxis mit ausreichender
Genauigkeit erfüllt, wenn die Meßsonde 4 nahe dem Werkstück 3 im Chargenraum 1 angeordnet
wird.
[0019] Zur Steuerung des Abkühlprozesses ist es erforderlich, den rechnerisch ermittelten
Ist-Temperaturverlauf T
w,ist mit einem Soll-Temperaturverlauf T
w, soll zu vergleichen. Hierbei wird der Soll-Temperaturverlauf T
w,soll in einem Unterprogramm rechnerisch aus dem für den jeweiligen Werkstoff geltenden
ZTU-Diagramm des Werkstückes 3 abgeleitet. Dabei wird mit Hilfe des ZTU-Diagramms
jene Sollkurve errechnet, die gerade die gewünschte Härte des Werkstoffes ergibt.
[0020] Um den Ist-Temperaturverlauf T
w,ist möglichst gut in Übereinstimmung mit dem Soll-Temperaturverlauf T
w,soll zu bringen, führt der Rechner anschließend einen Vergleichsschritt 8 durch, wobei
abhängig von dem Ergebnis dieses Vergleichs die Steuereinrichtung 2 die den Abkühlprozeß
bestimmenden Parameter v
Gas, p
Gas im Sinne einer bestmöglichen Annäherung an den Soll-Temperaturverlauf T
w,soll steuert. Der gesamte Abkühlprozeß läuft daher vollautomatisch und rechnergesteuert.
Hierbei wird nur genau so viel Kühlgas und Umweltenergie zur Verteilung des Kühlgases
verbraucht, wie nötig. Der Wärmebehandlungsprozeß ermöglicht es, in jedem gewünschten
Punkt des Werkstückes genau die angestrebte Härte zu erreichen. Zusätzlich ist es
möglich, bereits vor Durchführung des Wärmebehandlungsprozesses eine Vorausberechnung
durchzuführen und auf diese Weise den Ablauf des Abkühlprozesses zu simulieren.
Bezugszeichenliste
[0021]
- 1
- Chargenraum
- 2
- Steuereinrichtung
- 3
- Werkstück
- 4
- Meßsonde
- 5
- Bohrung
- 6
- Oberfläche
- 7a
- erste Meßstelle
- 7b
- zweite Meßstelle
- 7c
- dritte Meßstelle
- 8
- Vergleichsschritt
1. Verfahren zum Abkühlen einer Werkstückcharge innerhalb eines Wärmebehandlungsprozesses
mittels Gaskühlung, bei dem die den Abkühlprozeß bestimmenden Parameter wie etwa Kühlgasgeschwindigkeit
und Kühlgasdruck in Abhängigkeit von während des Abkühlprozesses ermittelten Temperaturen
eingestellt und auf diese Weise der Abkühlprozeß gesteuert wird, dadurch gekennzeichnet,
daß während des Abkühlprozesses mit Hilfe mehrerer Meßfühler, z.B. Thermoelemente,
kontinuierlich der Temperaturverlauf über den Querschnitt mindestens einer im Chargenraum
angeordneten Meßsonde definierter Geometrie und definierten Werkstoffs erfaßt wird
und mittels eines Rechners aufgrund dieser Temperaturverläufe in der Meßsonde über
die Bestimmung der Wärmestromdichte und des Wärmeübergangs an der Meßsonde der zeitliche
Temperaturverlauf im Werkstück, d.h. in dem interessierenden Querschnitt des Werkstückes,
errechnet wird und daß der Rechner mittels einer Vergleichseinrichtung einen fortlaufenden
Vergleich zwischen dem solcherart errechneten Ist-Temperaturverlauf (Tw,ist) und einem vorgegebenen Soll-Temperaturverlauf (Tw,soll) durchführt und die den Abkühlprozeß bestimmenden Parameter in Abhängigkeit vom Ergebnis
dieses Vergleiches steuert.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Temperaturen an verschiedenen
Stellen des Querschnittes der Meßsonde erfaßt werden, von denen sich zumindest zwei
Meßstellen innerhalb der Meßsonde befinden.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß insgesamt drei Meßstellen innerhalb
der Meßsonde angeordnet sind, wobei diese Meßstellen verschiedene Abstände zur Oberfläche
der Meßsonde aufweisen.
4. Verfahren nach Anspruch 2 oder Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich zumindest
eine Meßstelle nahe der Oberfläche innerhalb der Meßsonde befindet.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Gastemperatur (To) nahe der Oberfläche der Meßsonde erfaßt wird.
6. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Form der Meßsonde den für
den Erfolg des Wärmebehandlungsprozesses maßgeblichen Stellen des Werkstücks nachgebildet
ist.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Wärmebehandlungsprozeß
in einem Vakuumofen durchgeführt wird.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rechner den Soll-Temperaturverlauf
(Tw,soll) aus dem ZTU-Diagramm des Werkstoffes des Werkstückes errechnet.
1. Method for cooling a workpiece charge within a heat treatment process by means of
gas cooling, in which the parameters which define the cooling process such as perhaps
cooling gas speed and cooling gas pressure are adjusted as a function of temperatures
determined during the cooling process and in this way the cooling process is controlled,
characterised in that the temperature gradient is detected over the cross-section
of at lease one measuring probe of predefined geometry and predefined material arranged
in the charge space continuously during the cooling process by means of several measuring
sensors, e.g. thermocouples, and the temperature gradient in time in the workpiece,
i.e. in the cross-section of the workpiece of interest, is calculated by means of
a computer on the basis of these temperature gradients in the measuring probe on determination
of the heat flux density and heat transmission at the measuring probe, and in that
the computer by means of a comparator makes a progressive comparison between the actual
temperature gradient (Tw,act) calculated in such a way and a preset nominal temperature gradient (Tw,nom), and controls the parameters which define the cooling process as a function of the
result of this comparison.
2. Method according to claim 1, characterised in that the temperatures are detected at
different points of the cross-section of the measuring probe, of which at least two
measuring points are located inside the measuring probe.
3. Method according to claim 2, characterised in that a total of three measuring points
are arranged inside the measuring probe, wherein these measuring points have different
distances from the surface of the measuring probe.
4. Method according to claim 2 or claim 3, characterized in that at least one measuring
point is located near the surface inside the measuring probe.
5. Method according to claim 2, characterized in that the gas temperature (To) near the surface of the measuring probe is detected.
6. Method according to claim 2, characterised in that the shape of the measuring probe
simulates the points of the workpiece which are critical for success of the heat treatment
process.
7. Method according to claim 1, characterized in that the heat treatment process is carried
out in a vacuum furnace.
8. Method according to claim 1, characterized in that the computer calculates the nominal
temperature gradient (Tw,nom) from the time-temperature-transformation graph of the material of the workpiece.
1. Procédé pour refroidir une charge de pièces pendant un processus de traitement thermique
au moyen d'un refroidissement au gaz, dans lequel les paramètres déterminant le processus
de refroidissement, comme par exemple la vitesse du gaz de refroidissement et la pression
du gaz de refroidissement, sont réglés en fonction de températures enregistrées lors
du processus de refroidissement, et le processus de refroidissement est commandé de
cette façon, caractérisé en ce que, lors du processus de refroidissement, la variation
de la température est enregistrée en continu, au moyen de plusieurs capteurs, par
exemple de thermocouples, sur la section d'au moins une sonde de mesure à géométrie
définie et en matériau défini placée dans l'enceinte abritant la charge, en ce que
la variation de température dans le temps à l'intérieur de la pièce, c'est-à-dire
dans la section choisie de la pièce, est calculée au moyen d'un ordinateur, sur la
base de ces variations de température observées dans la sonde de mesure, à l'aide
de la densité de flux thermique et de la transmission de chaleur déterminées au niveau
de la sonde, et en ce que l'ordinateur procède, au moyen d'un dispositif de comparaison,
à une comparaison permanente entre la variation thermique effective (Tw,eff) ainsi calculée et une variation thermique de consigne prédéfinie (Tw,cons) et, en fonction du résultat de cette comparaison, module les paramètres déterminant
le processus de refroidissement.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que les températures sont enregistrées
en divers endroits de la section de la sonde de mesure, au moins deux de ces points
de mesure se trouvant à l'intérieur de la sonde.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que les points de mesure situés
à l'intérieur de la sonde de mesure sont au nombre total de trois, lesdits points
de mesure se trouvant à des distances diverses par rapport à la surface de la sonde
de mesure.
4. Procédé selon la revendication 2 ou la revendication 3, caractérisé en ce qu'au moins
un point de mesure se trouve à proximité de la surface à l'intérieur de la sonde de
mesure.
5. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la température du gaz (To) est enregistrée à proximité de la surface de la sonde de mesure.
6. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que la forme de la sonde de mesure
est obtenue en reproduisant les points de la pièce qui sont déterminants pour la réussite
du processus de traitement thermique.
7. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que le processus de traitement
thermique est réalisé dans un four à vide.
8. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que l'ordinateur calcule la variation
thermique de consigne (Tw,cons) à partir du diagramme T.T.T. du matériau de la pièce.

