[0001] Die Erfindung betrifft einen Stuhl, insbesondere einen Bürodrehstuhl nach dem Oberbegriff
des Anspruches 1.
[0002] Aus der DE-OS 39 30 983 ist ein derartiger Stuhl bekannt, bei dem in einer Synchronbewegung
der Sitzteilträger nach vorne und im hinteren Teil nach unten bewegt und der Rückenlehneträger
dabei geneigt wird. Die Bewegung erfolgt dabei über Synchronhebel , die eine aufwendige
Konstruktion erforderlich machen. Rückenlehnenträger und Sitzteilträger sind aber
auch über eine Schwenkachse miteinander verbunden, so daß die beiden Teile nicht unabhängig
voneinander bewegt werden können. Zwar wird durch die mit mehreren Anlenkpunkten versehenen
Synchronhebel die den Hemdauszieheffekt fördernde Relativbewegung zwischen Rückenlehne
und Sitzteil bereits weitgehend reduziert, jedoch kann sie aufgrund der Verbindung
der beiden Träger nicht ganz beseitigt werden.
[0003] Aus der DE-OS 26 42 091 ist es bekannt, das untere Ende eines Rückenlehnenträgers
in einer den Sitz untergreifenden bogenförmigen Führung zu führen. Dabei können die
Führungen sowohl als Hülsen als auch als Führungsrollen ausgebildet sein, die in entsprechenden
Langlöchern abrollen. Die Bewegung des Rückenlehnenträgers erfolgt um eine imaginäre
Achse, die durch die Hüftgelenke des Benutzers gelegt ist. Allerdings kann dadurch,
daß der Sitzteilträger nicht nach vorne verschoben werden kann und damit keine Verlagerung
des Schwerpunktes des Benutzers erreicht werden kann, nur eine begrenzte Rückenlehnenneigung
durchgeführt werden. Ferner ist es bei der Überführung in die Ruhestellung unangenehm,
daß der Sitzteilträger sich nicht zumindest in seinem hinteren Teil mit absenkt. Dies
fördert den Hemdauszieheffekt, der durch eine dabei auftretende Relativbewegung des
Rückenlehnenträgers im Vergleich zum Rücken des Benutzers hervorgerufen wird.
[0004] Aus der ER-PS 0 303 720 ist ferner ein Stuhl bekannt, bei dem ein L-förmiger Rückenlehnenträger
in zwei Führungen aus einer Arbeitsstellung in eine Ruhestellung überführt wird. Dabei
bewegt sich das obere Ende des Rückenlehnenträgers nach unten und gleichzeitig wird
der mit dem Rückenlehnenträger unmittelbar über eine Schwenkachse verbundene Sitzteilträger
nach vorne und im hinteren Teil geringfügig nach unten bewegt. Der Sitzteilträger
wird jedoch vorne unerwünscht aufgrund der für die Kippbewegung erforderlichen Anordnung
der vorderen Führung des Rückenlehnenträgers angehoben. Der Rückenlehnenträger wird
aufgrund seiner L-Form in zwei Führungen gekippt, die dann zwar noch eine Bewegung
um eine imaginäre Achse ermöglichen, die jedoch aufgrund des durch die Führungen vorgegebenen
großen Radius weitgehend ortsfest in Brust- oder Bauchhöhe in einem kurzen Abstand
vor dem Sitzbenutzer liegt. Da aber Rückenlehnenträger und Sitzteilträger über eine
gemeinsame Schwenkachse verfügen, ist eine unabhängige Bewegung beider Elemente nicht
möglich.
[0005] Ferner sind Stühle bekannt (EP-OS 36 824; WO 87/06810), bei denen die Bewegung von
Sitz und Rückenlehne zueinander um eine imaginäre Achse durch die Hüftgelenke des
Benutzers erfolgt. Diese Stühle sind nicht für eine Schwerpunktverschiebung vorgesehen.
Zudem ist es schwierig den Rückenlehnenträger im Bogen am Sitzteilträger zu führen,
da dies leicht zu einem Durchschlagen des Rückenlehnenträgers führen kann, so daß
Verstellmechanismen vorgesehen werden, die keine freie Bewegung des Rückenlehnenträgers
zulassen.
[0006] Ausgehend von diesem Stand der Technik liegt der Erfindung die Aufgabe zugrunde,
einen Stuhl der eingangs genannten Gattung derart weiterzubilden, daß auf kostengünstige
Weise ein ästhetisch anspruchsvoller Stuhl verwirklicht wird, der die Überführung
in eine möglichst bequeme Ruhestellung erlaubt.
[0007] Diese Aufgabe wird durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst.
[0008] Grundsätzlich bestimmt sich die dabei geforderte Bequemlichkeit eines Stuhls danach,
wie weit die Rückenlehne nach hinten geneigt werden kann. Als komfortbestimmender
Faktor kann die Relation Rückenlehnen/Sitzflächen-Andruck bei induzierten Lastwechseln
während des "dynamischen Sitzens" gelten. Bei einem Bürostuhl wird diese maximal mögliche
Neigung grundsätzlich durch die erlaubte Ausladung der Rückenlehne begrenzt, da bei
einer Neigung der Rückenlehne ohne gleichzeitige Verschiebung des Sitzteilträgers
nach vorne der Schwerpunkt so weit von der Drehachse wegbewegt wird, daß eine erhöhte
Kippgefahr besteht. Weiter ist es erwünscht, daß der Stuhl sich bei der Neigung der
Rückenlehne gleichzeitig mit seinem hinteren Teil des Sitzteilträgers nach unten bewegt,
um keine den Hemdauszieheffekt fördernde Relativbewegung zwischen Sitzteil und Rückenlehne
zu erhalten. Grundsätzlich wäre eine solche Bewegung ohne weiteres möglich, wenn man
Rückenlehne und Sitzteilträger gemeinsam auf einer Kreisbahn bewegt. Dadurch würde
sich aber in unerwünschter Weise der vordere Teil des Sitzteils mit der Auflagezone
der vorderen Oberschenkel anheben, was zum Anschwellen der Beine sowie zu Mißempfindungen
wie "Einschlafen" und "Kribbeln" führen kann.
[0009] Erfindungsgemäß wird nun der Schwerpunkt bei einer Verstellung der Rückenlehnenneigung
durch die Vorwärtsbewegung des Sitzteilträgers so nach vorne verschoben, daß auch
größere Neigungen gefahrlos verwirklicht werden können, ohne daß zur Abstützung am
Fuß des Stuhles weit auskragende Ausleger erforderlich sind. Der Sitzteilträger wird
unabhängig vom Rückenlehnenträger bewegt, so daß das unerwünschte Anheben der Auflagezone
der Oberschenkel vermieden wird. Vielmehr werden dadurch die Voraussetzungen für eine
ergonomischen Prinzipien folgende, nahezu in gleicher Höhe bleibende Horizontalbewegung
der Vorderkante der Sitzfläche geschaffen.
[0010] Der Hemdauszieheffekt, der dazu führt, daß einem Sitzbenutzer das Hemd ausgezogen
wird, wenn er das Rückenlehnenteil körpermotorisch nach hinten neigt und sich dabei
mit seinem Rücken an der Rückenlehne anlehnt, beruht auf einer Relativbewegung zwischen
Rückenlehne und dem Rücken des Benutzers, bei der sich üblicherweise die Rückenlehne
relativ zum Rücken des Benutzers nach oben bewegt. Demgegenüber wird nun nicht nur
diese Relativbewegung auf Null herabgesetzt, sondern vielmehr darüberhinaus der Rückenlehnenträger
im Vergleich zum Sitzteilträger verstärkt abgesenkt, so daß im Gegensatz zu bekannten
Stühlen nun der Rückenlehnenträger sich relativ zum Rücken des Benutzers nach unten
bewegt, ihm also das Hemd angezogen wird.
[0011] Somit ergibt sich ein bequemes Sitzmöbel mit den Möglichkeiten einer Überführung
in eine zurückgelehnte Stellung. In jeder Zwischen- oder Endposition des durch die
Führung von Rückenlehnenträger und Sitzteilträger auf verschiedenen Bahnen weich geführten
Gleitvorgangs der Sitzschale wird die aktive Möglichkeit einer gewichtsverlagernden
Sitzhaltungsänderung, des sogenannte "dynamischen Sitzens", geboten. Weitreichende
Bewegungsfreiräume mit extremer Sitz-(Liege-) Neigung der Körperstamm-Achse (Wirbelsäule)
verbunden mit sicherer und andruckminimierter Abstützung des Körpergewichts durch
großflächige Kontaktzonen der anatomisch durchgeformten Sitzschale gewähren eine maximale
Relaxierung der Bauch- und Zwerchfellmuskulatur mit positiver Wirkung auf die erreichbare
Atemtiefe und Herzförderleistung. Entspannungs- und kreislaufbedingt kommt es zu einer
gesundheitsförderlichen, spürbaren Steigerung des Sitzkomforts. Dabei wird der Sitzteilträger
auf einer gesonderten Bahn unabhängig von der kreisförmigen Bewegung des Rückenlehnenträgers
bewegt. Dem bei kreisbogenförmigen Führungen des Rückenlehnenträgers auftretendem
Durchsacken des Rückenlehnenträgers bei Belastung kann begegnet werden, so daß außer
der körpermotorischen Bewegung der Benutzerperson kaum noch Hilfsmittel zur Überführung
in die beiden Endstellungen erforderlich sind.
[0012] Bei einer Ausbildung nach Anspruch 2 sind bei bogenförmiger Führung des Rückenlehnenträgers
dem Gleitvorgang überlagerte, stetige Bewegungsabläufe um eine (gegenüber dem Benutzer
unveränderliche) Achse möglich, wobei durch kontinuierliche Lastwechsel in den Kontaktzonen
(Gesäß/Rücken) auch neue Bewegungsfreiräume erschlossen und der Sitzkomfort des Benutzers
gesteigert werden. Unter einer Führung entlang eines Bogens ist dabei eine Führung
zu verstehen, die entweder am Rückenlehnenträger bogenförmige Elemente besitzt, die
an stationären Lagern des Gestells entlangbewegt werden, oder die am Rückenlehnenträger
Lager besitzt, die in bogenförmigen Führungen des Gestells bewegt werden, ohne daß
es darauf ankommt, ob es sich bei dem Bogen um einen Kreisbogen oder den Abschnitt
einer Hyperbel, Parabel oder um einen ähnlich gebogenen Abschnitt einer geometrischen
Linie handelt.
[0013] Wird nach Anspruch 3 die Achse, um die sich zumindest der Rückenlehnenträger bewegt,
in Höhe der imaginären Achse zwischen beiden Hüftgelenken des Benutzers angeordnet,
so wird eine Relativbewegung zwischen Mensch und Stuhl verringert.
[0014] Bei einer Ausbildung nach den Ansprüchen 6 und 7 kann mit einer Rolle eine dauerhafte
Führung auf einer Laufbahn dadurch bewerkstelligt werden, daß diese Rolle reibungsverringernd
nur auf kleinen Punkten entlang ihres Umfangs abrollt. Gerät die Rolle aus ihrer zentrierten
Lage heraus, so führt der nach außen abnehmende Durchmesser zu einer Selbstzentrierung,
da der bei einer seitlichen Bewegung anstehende größere Durchmesser bestrebt ist,
sich ähnlich wie Rollen auf entsprechend geformten Eisenbahnschienen zurückstellen.
Wird die Laufbahn entsprechend ausgebildet, wird bei der anfänglichen Überführungsbewegung
aus der Arbeitsstellung heraus eine verstärkte Relativbewegung zwischen Sitzteilträger
und Rückenlehnenträger hervorgerufen.
[0015] Bei einer Ausbildung nach Anspruch 8 ist als Verbindungsmittel zwischen Rückenlehnenträger
und Sitzteilträger ein Band oder Seil vorgesehen, das zudem mit dem Gestell verbunden
ist. Im Zusammenspiel mit der Laufbahn kann dadurch eine optimale Überführungsbewegung
verwirklicht werden und dennoch das Band in jeder Stellung gespannt gehalten werden.
[0016] Bei einer Ausbildung nach den Ansprüchen 9 und 10 wird am stationären Punkt des Gestelles
eine Achse vorgesehen, die durch entsprechende Formgebung die gewünschten Relativbewegungen
zwischen Rückenlehnenträger und Sitzteilträger beeinflussen und koordinieren kann.
Als Verbindungselement können aufwickelbare Bänder, Seile oder dergleichen verwendet
werden. Vorzugsweise wird - aufgrund der Dehnungscharakteristik - ein Seil bei Überführungsbewegung
am einen Teil der Achse aufgewickelt und am anderen Teil der Achse abgewickelt. Selbstverständlich
können jedoch auch zwei Seile und auch zwei verschiedene Achsen eingesetzt werden.
[0017] Eine besondere Koordinierungsmöglichkeit ergibt sich, wenn die Achse in zwei Abschnitte
aufgeteilt ist, die unterschiedliche Durchmesser aufweisen. Da der Rückenlehnenträger
sich bei der Überführungsbewegung relativ stärker bewegen muß als der gleichzeitig
bewegte Sitzteilträger, wird an dem dem Rückenlehnenträger zugeordneten Abschnitt
der Achse ein größerer Durchmesser vorgesehen, wodurch auch die erforderlichen Wicklungen
des Seiles für den Rückenlehnenträger auf engerem Raum angeordnet werden können. Die
Achse dient zugleich als Führungsrolle für den Sitzteilträger, wodurch der Antrieb
der Achse sichergestellt ist. Nach Anspruch 11 kann ein einziges Seil verwendet werden,
das konstruktiv einfach in der Achse durch eine zentrische Bohrung mit radialen Zugangsöffnungen
auf der einen Seite der Bohrung hineingeschoben wird und auf der anderen Seite der
Bohrung wieder austritt.
[0018] Allen Ausführungsformen ist gemeinsam, daß aufgrund der wenigen erforderlichen Mittel
die gesamte Stuhlmechanik mit geringem Aufwand so verkleidet werden kann, daß sie
auch höchsten ästhetischen Ansprüchen genügt, da ohne weiteres eine schlanke Stuhl-Silhouette
erreicht werden kann.
[0019] Im folgenden wird die Erfindung anhand der Zeichnungen an mehreren Ausführungsbeispielen
näher erläutert.
[0020] Es zeigen:
- Fig. 1:
- Den in Arbeitsstellung befindlichen Stuhl in Seitenansicht in einer ersten schematisch
dargestellten Ausführungsform,
- Fig. 2:
- den Stuhl gemäß Fig. 1 in Ruhestellung,
- Fig. 3:
- eine Abbildung gemäß Fig. 1 und 2 wobei der Stuhl in Ruhestellung gestrichelt dargestellt
über den Stuhl in Arbeitsstellung gezeichnet ist,
- Fig.4,5:
- eine vergrößerte, schematische Darstellung des Betätigungsmechanismus' in Arbeitsstellung
bzw. Ruhestellung,
- Fig. 6:
- eine schematische Darstellung von Rolle und geschnittener Laufbahn in einer Seitenansicht
gemäß Fig. 5,
- Fig. 7:
- einen vergößerten Ausschnitt in einer Fig. 1 entsprechenden Darstellung mit einem
weiteren Verbindungsmittel,
- Fig. 8:
- eine Aufsicht auf die linke Hälfte des Stuhles in einer schematischen Darstellung,
wobei zur Klarheit der obere Teil der kreisbogenförmigen Führung des Rückenlehnenträgers
entfernt ist.
- Fig. 9:
- eine vergrößerte Abbildung des unteren Abschnittes von Fig. 3,
- Fig. 10:
- den Stuhl gemäß Fig. 1 in einer weiteren Ausführungsform,
- Fig. 11:
- den Stuhl gemäß Fig. 1 in einer dritten Ausführungsform.
- Fig. 12;
- einen vergrößerten Ausschnitt einer Führungsschiene,
- Fig. 13
- einen vergrößerten Ausschnitt der Führungsschiene aus Fig. 2 mit darin befindlichem
Verstellglied,
- Fig. 14
- eine Aufsicht auf den am Gestell angeordneten Verstellmechanismus
[0021] Die Abbildungen zeigen den Stuhl, der vorzugsweise als Bürodrehstuhl eingesetzt wird
in drei Ausführungsbeispielen. Zur Unterscheidung der Bezugszeichen der einzelnen
Ausführungsbeispiele sind die Bezugszeichen des zweiten und dritten Ausführungsbeispiels
vom ersten Ausführungsbeispiel dadurch unterschieden, daß bei einander entsprechenden
Teilen hinsichtlich der Bezugszeichen vorne eine 1 bzw. 2 vorangesetzt ist, sie also
um 100 bzw. 200 gegenüber dem ersten Ausführungsbeispiel erhöht sind.
[0022] Allen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß ein Sitzteilträger 11,111,211 und
ein in der Neigung verstellbarer Rückenlehnenträger 12,112,212 beweglich mit dem Gestell
10,110,210 zu einer synchronen gegenüber dem Gestell erfolgenden Verstellbewegung
verbunden sind. An seinem unteren Ende 12a,112a,212a untergreift der Rückenlehnenträger
den Sitzteilträger. Bei einer durch die Körpermotorik des Benutzers eingeleiteten
Überführungsbewegung aus einer aufrechten Arbeitsstellung in eine Ruhestellung wird
der obere Teil 12b,112b,212b des Rückenlehnenträgers 12,112,212 abgesenkt. Sitzteilträger
11,111,211 und Rückenlehnenträger 12,112,212 sind mittels eines Verbindungselementes
so miteinander verbunden, daß bei der Überführungsbewegung in die Ruhestellung der
Rückenlehnenträger im Anschlußbereich 12c,112c,212c an den Sitzteilträger wenigstens
geringfügig stärker abgesenkt wird als der gleichzeitig nach vorn und im hinteren
Teil 11b,111b,211b nach unten bewegte Sitzteilträger. Rückenlehnenträger und Sitzteilträger
übertragen Ihre Bewegung aufeinander und auf ein Verbindungselement, indem sie an
zwei voneinander beabstandeten Punkten damit verbunden sind, so daß sie sich auf zwei
voneinander unabhängigen Bahnen bewegen können.
[0023] Bei der Überführungsbewegung wird der Rückenlehnenträger unter dem Sitzteilträger
entlang eines Bogens geführt, wobei die dabei erzielte Überführungsbewegung etwa um
eine imaginäre Achse M in Höhe der Hüftgelenke des Benutzers erfolgt.
[0024] Bei der Überführungsbewegung bewegt sich der Sitzteilträger 11,111,211 grundsätzlich
nach vorne (Fig. 3). Durch die Anordnung der Führungselemente für den Sitzteilträger
erfolgt diese Bewegung unterhalb einer horizontalen Ebene h-h, die durch den höchsten
Punkt P des Sitzteilträgers in seiner Arbeitsstellung bestimmt ist. Für die vordere
Führung des Sitzteilträgers ist am Gestell 10,110 ein Führungszapfen oder eine Führungsrolle
14,114 vorgesehen, an der der Sitzteilträger 11,111,211 mit einer Langlochführung
11d,111d geführt ist. Natürlich kann dieses Prinzip auch umgekehrt werden, also mit
einer Langlochführung am Gestell, die jedoch zur Vermeidung der Anhebung der vorderen
Sitzkante nach vorne geneigt ist. Bei den Ausführungsbeispielen gleitet hingegen die
Langlochführung 11d unter Neigungsänderung an der Führungsrolle vorbei. Alternativ
kann aber auch der Sitzteilträger 11 am Gestell 10 über wenigstens eine Pendelstütze
mit je einem dem Gestell und dem Sitzteilträger zugeordneten Gelenk angelenkt werden,
wobei diese in Arbeitsstellung bereits nach vorne geneigt sein sollte. Der Rückenlehnenträger
12 geht in der Seitenansicht ausgehend von einem unten angeordneten Bogen (Führungen
12d) in den oberen, nahezu gerade ausgebildeten Teil 12b über, an dem die Rückenlehne
25 an dem Gelenk 12f,112f angelenkt ist.
[0025] Wie aus den Figuren 1 bis 3 ersichtlich, besitzt der Rückenlehnenträger 12 an seinem
unteren Ende 12a wenigstens eine kreisbogenförmige Führung 12d , die auf wenigstens
zwei am Gestell 10 stationär angeordneten Lagern 13 geführt ist. Der Radius des Kreisbogens
ermöglicht die Bewegung um die angesprochene imaginäre Achse. Es ist aber auch möglich,
den Rückenlehnenträger 12 an seinem unteren Ende 12a mit einer kreisbogenförmigen
Führungshülse zu versehen, die ein stationär am Gestell 10 wenigstens an einem Punkt
befestigtes Horn umgreift, das den gleichen Radius wie die Führungshülsen aufweist.
[0026] Der Sitzteilträger 11 bewegt sich bei der mit dem Rückenlehnenträger 12 erfolgenden
Überführungsbewegung auf einer vom Rückenlehnenträger unabhängigen Bahn. Dazu besitzt
der Sitzteilträger 11 an seinem hinteren Ende 11b wenigstens eine Rolle 17, die auf
der als Laufbahn 18 ausgebildeten Bahn abrollt. Anhand der schematischen Figur 6 läßt
sich dabei das selbstzentrierende Prinzip der symmetrischen, auf einer Achse 11c des
Sitzteilträgers 11 geführten Rolle 17 erkennen. Zu diesem Zweck weist die am Gestell
10 vorgesehene Laufbahn 18 eine mittige Vertiefungsrille 18a auf, in die die Rolle
mit einer mittigen Radialrippe 17a eintaucht. Die Rolle ist walzenförmig ausgebildet,
wobei ihr Durchmesser nach außen, ausgehend von der Radialrippe 17a, die den größten
Durchmesser der Rolle 17 aufweist, sich linear verringert. Dadurch rollt nur ein geringer
Teil der Walze auf der Laufbahn ab und die Rolle wird von selbst aus einer außermittigen
Lage wieder in ihre zentriert Lage geführt, da der nach außen abnehmende Durchmesser
der walzenförmigen Rolle die Rolle dazu zwingt, sich aufgrund des bei einer seitlichen
Bewegung auf der einen Seite anstehenden größeren Durchmessers selbst zurückstellen.
[0027] Die Laufbahn 18 ist wellenförmig ausgebildet (Fig. 4,5). Ausgehend von der Stellung
der Rolle 17 in der Ruhestellung ist sie bei Überführung in die Arbeitsstellung zunächst
konvex und dann konkav gewölbt. Dadurch wird dem anfänglichen Bestreben des Stuhles,
unter Last entlang dem Bogen durchzusacken, zunächst ein Widerstand entgegengebracht.
Dies führt aber auch zu einer verstärkten Relativbewegung zwischen Sitzteilträger
und Rückenlehnenträger gerade bei Beginn der Überführungsbewegung, die dem Benutzer
garadezu das Hemd überstreift.
[0028] Wie aus den Figuren 4 bis 6 zu entnehmen, sind Rückenlehnenträger 12, Sitzteilträger
11 und Gestell 10 über ein Seil oder Band 19 miteinander verbunden , das am Rückenlehnenträger
12 im Bereich der bogenförmigen Führungen 12d und am hinteren Rand 10c des Gestells
10 befestigt ist. Als Alternative für eine Verbindung der drei miteinander in Wirkverbindung
stehenden Elemente Sitzteilträger 11, Rückenlehnenträger 12 und Gestell 10 besteht
die Möglichkeit, ein vorzugsweise seil- oder bandförmiges Verbindungselement einzusetzen,
das an zwei dieser drei Teile befestigt ist und mit dem dritten Teil beweglich verbunden
ist.
[0029] Die mittelbare Verbindung von Sitzteilträger 11 und Rückenlehnenträger 12 mit einem
Band erfordert, daß das Band stets unter Spannung gehalten wird, was durch eine entsprechende
Ausbildung der Laufbahn 18 in allen Stellungen des Stuhles gewährleistet wird. Je
nach Angriffspunkt des Bandes am Außen- oder Innenradius des Bogens wird eine stärkere
oder geringere überproportionale Verschwenkung des Rückenlehnenträgers erreicht. Das
Band umschlingt die am Sitzteilträger 11 befestigte Achse 11c wenigstens teilweise
im oder gegen den Uhrzeigersinn, was eine weitere Möglichkeit einer Feinjustierung
der Verstellmöglichkeiten erlaubt.
[0030] Figuren 7 und 8 zeigen eine weitere Verbindung mit einem Seil 19', das über einen
vorderen Abschnitt 19b' mit dem Rückenlehnenträger 12 an einem Anlenkpunkt 12g verbunden
ist. Mit einem hinteren Abschnitt 19a' steht das Seil am Anlenkpunkt 17d einer Achse
17c der Führungsrolle 17 mit dem Sitzteilträger 11 in Verbindung.
[0031] Die Verbindung zum Gestell 10 erfolgt über eine am Gestell 10 stationär befestigte
Achse 15', die eine der Führungsrolle 13 zumindest hinsichtlich ihres Durchmessers
entsprechende Rolle trägt. Die beiden Teile 19a',19b' des Seiles 19' sind mit dieser
Achse verbunden. Die Achse 15' weist einen inneren Abschnitt 15a' auf, der außerhalb
der Führungsschiene der kreisbogenförmigen Führung 12d des Rückenlehnenträgers liegt
und einen äußeren Abschnitt 15b', der innerhalb der kreisbogenförmigen Führung 12d
liegt. Auf dem inneren Abschnitt 15a' wird der dem Sitzteilträger 11 zugeordnete Teil
19a' des Seiles 19' auf- bzw. abgewickelt, während auf dem äußeren Abschnitt 15b'
der vordere Teil 19b' des Seiles 19' zugleich ab- bzw. aufgewickelt wird.
[0032] Bei Überführungsbewegung in die Ruhestellung wird der hintere Teil 19a' des Seiles
aufgewickelt und der vordere Teil 19b' des Seiles 19' abgewickelt, da in diesem Fall
die Führungsrolle 17, die den Sitzteilträger auf einer Laufbahn 18 führt, näher an
die stationäre Achse 15 herantritt. Der äußere Abschnitt 15b der Achse 15 besitzt
einen größeren Durchmesser als der innere Abschnitt 15a. Dadurch kann eine Koordinierung
der Relativbewegung zwischen Rückenlehnenträger und Sitzteilträger erfolgen und die
Seilabschnitte werden stets unter Zug gehalten.
[0033] Die am Gestell 10 gelagerte Achse 15' besitzt eine zentrische Bohrung 15e', die über
radiale Zugangsöffnungen 15c',15d' zugänglich ist. Diese Bohrung ermöglicht die Verwendung
lediglich eines Seils für die Anlenkung aller drei Teile. Das Seil wird bei der Produktion
durch die eine Öffnung 15d' eingeführt und tritt durch die Bohrung 15e' aus der anderen
Öffnung 15c' wieder aus. Bei Herstellung der Bohrung wird die Achse von einer Seite
angebohrt und dann werden die radialen Bohrungen vorgenommen. Beim Zusammenbau des
Stuhles wird die Achse mit ihrem inneren Abschnitt 15a' am Gestell gelagert, dann
wird der Rückenlehnenträger auf die vortretenden Achsenabschnitte der Achse 15' als
auch der Führungsrolle 13 aufgesteckt und durch Gewindeverbindungen wird dann der
äußere Abschnitt 15b' an der Achse befestigt. Wenn die Achse 15' zugleich auch eine
Führungsrolle 13 für die kreisbogenförmigen Führungen 12d des Rückenlehnenträgers
12 darstellt (Fig. 7), kann der Rückenlehnenträger zugleich die stationäre Achse antreiben
und damit den Sitzteilträger bewegen.
[0034] Beim zweiten in Figur 10 dargestellten Ausführungsbeispiel ist der Sitzteilträger
111 im hinteren Teil 111b auf wenigstens einem am Gestell 110 angelenkten Hebel 116
angeordnet ist, der am Gelenk 111c am Sitzteilträger angelenkt ist und der vom Rückenlehnenträger
112 betätigt ist. Der Rückenlehnenträger 112 ist über ein Verbindungselement mit dem
Sitzteilträger verbunden und besitzt an seinem unteren Ende 112a ein Betätigungsprofil
115, das an einer Führung 120 des Hebels 116 angreift. Bei der Überführungsbewegung
wird der zu Beginn geringfügig nach vorne geneigte Hebel durch den sich absenkenden
Rückenlehnenträger 112 betätigt, wobei die Vorwärtsbewegung des Sitzteilträgers eingeleitet
wird. Das am Rückenlehnenträger angeformte Betätigungsprofil drückt dabei auf die
als Führungsrolle ausgebildete Führung, so daß die beiden Teile aufeinander abrollen.
Je nach Ausbildung des Profils kann damit eine gesonderte Absenkung des Sitzteilträger
verwirklicht werden, so daß mit dem Profil z.B. die Laufbahn 18 nachgeahmt werden
kann.
[0035] Eine solche Nachahmung der Laufbahn 18 ist aber auch z.B. mit einer Ausbildung nach
dem in Figur 11 dargestellten dritten Ausführungsbeispiel möglich. Hier sind dem Rückenlehnenträger
212 und dem Sitzteilträger 211 Zahnstangen 211f,212e zugeordnet, die mit wenigstens
einem Zahnrad 221,222 kämmen. Entweder werden dabei, wie dargestellt zwei Zahnräder
mit unterschiedlichem Zahnkranz eingesetzt oder der Abstand der Zähne von jeweils
zugeordnetem Zahnrad und Zahnstange wird unterschieden, so daß auch hier die überproportionale
Verschwenkung realisiert wird.
[0036] In zeichnerisch nicht dargestellter Weise kann der Sitzteilträger 11 auch nur am
vorderen Ende 10b des Gestells 10 in zwei die Belastung des Sitzteilträgers 11 aufnehmenden
Führungen geführt sein, die die gewünschte vom Rückenlehnenträger unabhängige Bewegung
bewirken. In diesem Fall muß dann nur noch durch ein beliebiges Hilfsmittel, wie z.B.
das Band 19 die mittelbare Verbindung zwischen Sitzteilträger und Rückenlehnenträger
hergestellt werden. Auch ist eine mittelbare Verbindung über eine elastische Feder,
vorzugsweise eine Metallzunge möglich, die für eine ausreichende Anzahl von Lastspielen
bemessen ist und eine gesonderte Überführung des Sitzteilträgers erlaubt.
[0037] Zwar läßt sich der Stuhl insbesondere bei einer Ausbildung nach dem ersten Ausführungbeispiel
leicht in jeder Lage im Gleichgewicht halten, jedoch besteht dennoch die Möglichkeit,
die Überführungsbewegung in die Ruhestellung entgegen der Kraft einer (Druck- oder
Zug-) Feder 24 oder einer Gasfeder 24' (Fig. 9) durchzuführen, die am Gestell 10 und
am vorderen Ende des Sitzteilträgers 11 angreift.
[0038] Allen Ausführungsbeispielen ist gemeinsam, daß der maximale Verschwenkwinkel α des
Rückenlehnenträgers zwischen Ruhestellung und Arbeitsstellung etwa 2,5 mal so groß
ist wie der dabei auftretende Neigungswinkel β des Sitzteilträgers 11,111,211. Um
eine Festlegung des Stuhles in jeder gewünschten Position zu ermöglichen, können in
den Führungen, vorzugsweise Führung 12d oder Langlochführung 11d des Sitzteilträgers
in Führungsrichtung voneinander beabstandete Ausnehmungen 12h vorgesehen werden. In
diese Ausnehmungen ist ein Verstellglied 27 einschwenkbar, das um eine quer zur Führungschiene
angeordnete und in diese eintauchende Verstellachse verschwenkbar ist. Die Lage des
Verstellgliedes 27 ändert sich bei der Überführungsbewegung gegenüber den Führungen,
so daß durch die Schwenkbewegung des Verstellgliedes eine Rastung in den Ausnehmungen
12h möglich ist.
[0039] Die Verstellachse 26 des Verstellgliedes 27 ist am Gestell 10 stationär gelagert
und der Rückenlehnenträger 12 besitzt die kreisbogenförmige Führung 12d mit den Ausnehmungen
12h. Die Verstellachse 26 durchgreift dabei entweder den bereits durch die Lagerung
der Führungsrollen 13 gebildeten Führungsschlitz oder einen gesonderten Führungsschlitz
12k. Die Ausnehmungen können dabei entweder an den Wandungen 12 l der Führung 12d
angeordnet sein oder am Grund 12m der Führung. In letzerem Fall wird somit der Führungsgrund
zugleich als Rasterverstellung verwendet. In jedem Fall sind die gegeneinander versetzten
Ausnehmungen auf beiden Seiten des Führungsschlitzes in regelmäßigen Abständen angeordnet
und befinden sich jeweils in einem diagonalen Abstand, der der Länge des Verstellgliedes
27 mit seinen beiden Schwenkarmen 27a entspricht. Außer Wirkstellung kann das Verstellglied
27 ungefähr parallel zu den Wandungen des Führungsschlitzes 12k angeordnet werden,
so daß ein "Gleiten" des Verstellgliedes im Führungsschlitz 12k stattfindet.
[0040] Die Schwenkarme 27a liegen in Verriegelungsstellung an einer Seitenfläche 27b an
einer Flanke 12h der Ausnehmungen an. Das eigentliche Verriegeln findet, wie aus Fig.
3 ersichtlich, durch das Anstoßen der Stirnflächen 27c der Schwenkarme 27a an der
jeweils anderen Flanke 12h'' der Ausnehmungen 12h statt. Bei der Verschwenkung erfolgt
eine Schwenkbewegung von ungefähr 45°, wobei die rechteckförmigen Schwenkarme 27a
in die dreieckförmigen Ausnehmungen 12h eingesteuert werden.
[0041] Wie aus Fig. 14 ersichtlich, wird die Schwenkbewegung über einen Hebel 28 ausgelöst,
der sich unter der Sitzfläche des Stuhles befindet. Dieser Hebel steht unter der Kraft
einer Feder, so daß er automatisch in Verriegelungsstellung zurückgeführt wird. Er
kann jedoch auch außer Wirkstellung verrastet werden.
Bezugszeichenliste (kein Bestandteil der Anmeldungsunterlagen)
[0042]
- 10,110,210
- Gestell
- 10a
- Anlenkpunkt von 19
- 10b,110b
- vorderes Ende
- 10c,110c,210c
- hinterer Rand
- 11,111,211
- Sitzteilträger
- 11a,111a,211a
- Anschlußbereich an 12
- 11b,111b
- hinterer Teil
- 11c
- Achse für 17
- 111c
- Anlenkung für 116
- 11d
- Langlochführung
- 111e
- Anlenkung für 112
- 211f
- Zahnstange
- 12,112,212
- Rückenlehnenträger
- 12a,112a,212a
- unteres Ende
- 12b,112b
- oberes Teil
- 12c,112c,212c
- Anschlußbereich an 11
- 12d
- kreisbogenförmige Führung
- 212e
- Zahnstange von 212
- 12f,112f
- Anlenkpunkt Rückenlehne
- 12g
- Anlenkpunkt von 19
- 12h
- Ausnehmungen
- 12h', 12h''
- Flanken
- 12k
- Führungsschlitz
- 12l
- Wandung
- 12m
- Boden
- 13,213
- Lager
- 14,114
- vordere Führungsrolle von 11,111
- 15'
- Achse
- 15a'
- innerer Abschnitt
- 15b'
- äußerer Abschnitt
- 15c',15d'
- Zugangsöffnungen
- 15e'
- Bohrung
- 17
- Rolle
- 17a
- Radialrippe
- 17b
- Außenbereich
- 17d
- Anlenkpunkt für 19
- 18
- Laufbahn
- 18a
- Vertiefungsrille
- 19, 19'
- Band oder Seil
- 19a'
- hinterer Teil
- 19b'
- vorderer Teil
- 24,24'
- Feder
- 25
- Rückenlehne
- 26
- Verstellachse
- 27
- Verstellglied
- 27a
- Schwenkarm
- 27b
- Seitenfläche
- 27c
- Stirnfläche
- 28
- Hebel
- 115
- Betätigungsprofil
- 116
- Hebel
- 120
- Führung
- 221,222
- Zahnräder
- M
- Achse durch die Hüftgelenke des Benutzers
- h-h
- horizontale Ebene
- P
- höchster Punkt von 11 in Arbeitsstellung
- α
- Verschwenkwinkel von 12
- β
- Neigungswinkel von 11
1. Stuhl, insbesondere Bürodrehstuhl mit einem Gestell (10,110,210), mit dem ein Sitzteilträger
(11,111,211) und ein in der Neigung verstellbarer Rückenlehnenträger (12,112,212)
beweglich zu einer synchronen, gegenüber dem Gestell erfolgenden Verstellbewegung
verbunden ist, wobei der Rückenlehnenträger an seinem unteren Ende (12a,212a) den
Sitzteilträger (11,111,211) untergreift und mit dem Sitzteilträger zur gleichzeitigen
Bewegung mittels wenigstens einem Verbindungselement verbunden ist, wobei bei einer
durch die Körpermotorik des Benutzers eingeleiteten Überführungsbewegung aus einer
aufrechten Arbeitsstellung des Stuhles in eine Ruhestellung der Rückenlehnenträger
abgesenkt wird, während sich der Sitzteilträger gleichzeitig nach vorne bewegt und
sich wenigstens in seinem hinteren Teil (11b,111b,211b) absenkt, dadurch gekennzeichnet,
daß Rückenlehnenträger (12,112,212) und Sitzteilträger (11,111,211) an voneinander
beabstandeten Punkten des Verbindungsmittels (Band 19,19', elastische Feder, Zahnrad
221,222) ihre Bewegung auf das Verbindungsmittel als auch aufeinander übertragen und
trotz der Verbindung auf voneinander unabhängigen Bahnen am Gestell geführt sind,
wobei sich der Rückenlehnenträger bei Überführung in die Ruhestellung im Anschlußbereich
an den Sitzteilträger wenigstens geringfügig stärker absenkt als der Sitzteilträger.
2. Stuhl nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückenlehnenträger (12) unter
dem Sitzteilträger entlang eines Bogens geführt ist.
3. Stuhl nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Überführungsbewegung
etwa um eine imaginäre Achse (M) erfolgt, die durch die Hüftgelenke des Benutzers
geht, wobei der Sitzteilträger (11) sich etwa unterhalb einer horizontalen Ebene (h-h)
bewegt, die durch den höchsten Punkt (P) des Sitzteilträgers (11) in seiner Arbeitsstellung
bestimmt ist (Fig.3 ).
4. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß am Gestell (10) wenigstens ein Führungszapfen vorgesehen ist, an der der Sitzteilträger
(11) mit einer Langlochführung (11d) geführt ist.
5. Stuhl nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Rückenlehnenträger
(12) an seinem unteren Ende (12a) wenigstens eine kreisbogenförmige Führung (12d)
aufweist, die auf wenigstens zwei am Gestell (10) stationär angeordneten Lagern (13)
geführt ist.
6. Stuhl nach einem der Ansprüche 1-5, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitzteilträger
(11) an seinem hinteren Ende (11b) wenigstens eine Rolle (17) besitzt, die auf einer
Laufbahn (18) am Gestell (10) abrollt und die eine mittige Vertiefungsrille (18a)
aufweist, in die die symmetrische, auf einer Achse (11c) des Sitzteilträgers (11)
geführte Rolle (17) mit einer mittigen Radialrippe (17a) eintaucht (Fig. 6).
7. Stuhl nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Durchmesser der walzenförmigen
Rolle (17) nach außen, ausgehend von der Radialrippe (17a), die den größten Durchmesser
der Rolle (17) aufweist, sich linear verringert und die Laufbahn (18) wellenförmig
ausgebildet ist und ausgehend von der Stellung der Rolle (17) in der Ruhestellung
des Stuhls bei Überführung in die Arbeitsstellung zunächst konvex und dann konkav
gewölbt ist.
8. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Rückenlehnenträger
(12), Sitzteilträger (11) und Gestell (10) über ein als Seil oder Band (19,19') ausgebildetes
Verbindungselement miteinander verbunden sind, das an wenigstens zwei der drei Elemente
Gestell (10), Sitztteilträger (11) und Rückenlehnenträger (12) befestigt und mit dem
dritten dieser Elemente beweglich verbunden ist.
9. Stuhl nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß das Seil oder Band (19,19') mit
Sitzteilträger (11) und Rückenlehnenträger (12) fest verbunden ist und mit dem Gestell
(10) über eine am Gestell gelagerte stationäre Achse (15,15') beweglich verbunden
ist, die vom Verbindungselement wenigstens teilweise umschlungen ist.
10. Stuhl nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (15') einen inneren,
dem Sitzteilträger (11) zugeordneten Abschnitt (15a') aufweist, von dem der hintere
Teil (19a') des als Verbindungselement ausgebildeten Seiles oder Bandes (19') bei
Überführung in die Arbeitsstellung abgewickelt wird, und einen äußeren, dem Rückenlehnenträger
(12) zugeordneten Abschnitt (15b') aufweist, auf dem der vordere Teil (19b') des Seiles
oder Bandes (19') bei Überführung in die Arbeitsstellung aufgewickelt wird, wobei
der Durchmesser des inneren Abschnittes (15a') kleiner ist als der Durchmesser des
äußeren Abschnittes (15b'), und daß die Achse (15') zugleich als Führungsrolle für
den Rückenlehnenträger (12) dient, der die Achse bei seiner Überführungsbewegung antreibt.
11. Stuhl nach einem der Ansprüche 9-10, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse (15') eine
die beiden Abschnitte (15a',15b') verbindende, mittig angeordnete Bohrung (15e) mit
radialen Zugangsöffnungen (15c,15d) aufweist, die zur Aufnahme und Festlegung wenigstens
eines Seiles vorgesehen ist.
12. Stuhl nach einem der Ansprüche 1-4, dadurch gekennzeichnet, daß der Sitzteilträger
(111) im hinteren Teil (111b) auf einem am Gestell (110) angelenkten Hebel (116) angeordnet
ist, der vom Rückenlehnenträger (112) über ein Betätigungsprofil (115) betätigt ist,
das an einer Führung (120) des am Sitzteilträger (111) angelenkten Hebels (116) angreift
(Fig. 10).
13. Stuhl nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß Sitzteilträger
(11) und/oder Rückenlehnenträger (12) an Führungen (Langlochführungen 11d, Führung
12d) geführt sind, die in Führungsrichtung voneinander beabstandete Ausnehmungen (12h)
aufweisen und daß ein um eine quer zur Führungsschiene in diese eintauchende Verstellachse
(26) verschwenkbares Verstellglied (27) vorgesehen ist, dessen Lage zu den Führungen
sich bei der Überführungsbewegung ändert und das durch eine Schwenkbewegung um die
Verstellachse (26) in die Ausnehmungen (12h) zur Festlegung des Stuhles in einer beliebigen
Stellung einsteuerbar ist.
14. Stuhl nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Verstellachse (26) des Verstellgliedes
(27) am Gestell (10) stationär gelagert ist und daß der Rückenlehnenträger (12) eine
kreisbogenförmige Führung (12d) aufweist, an der die Ausnehmungen (12h) vorgesehen
sind und die wenigstens zwei sie führende, am Gestell (10) stationär angeordnete Lager
(Führungsrollen 13) unter Bildung eines Führungsschlitzes (12k) durchgreift, der auch
von der Verstellachse durchgriffen ist, wobei die Führung (12d) zwei Wandungen (12l)
besitzt, die die gegeneinander versetzten Ausnehmungen (12h) in regelmäßigen Abständen
aufweisen und daß der Führungsschlitz (12k) am Grund der Führungen angeordnet ist
und mit den Ausnehmungen (12h) aus dem Grund der Führung (12d) entfernt ist, wobei
ungefähr die Hälfte des Grundes (12m) als Führungsschlitz ausgebildet ist.