[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Bewegungsschine zur insbesondere postoperativen
Behandlung wenigstens eines Fußgelenkes.
[0002] Das Fußgelenk setzt sich im wesentlichen aus dem oberen und dem unteren Sprunggelenk
zusammen.
Das obere Sprunggelenk ist ein Scharniergelenk, welches eine Bewegung um eine quere
Achse ermöglicht und zwar eine Dorsalextension (Hebung des Fußes) sowie eine Plantarflexion
(Senkung des Fußes). Das untere Sprunggelenk, das innerhalb einer Fußwurzel selbst
gelegen ist, ermöglicht leichte Drehbewegungen um eine schräge Achse, die schräg von
vorne-medial-oben nach hinten-lateralunten verläuft. Die Bezeichnungen für diese Bewegungen
heißen Supination (Hebung des medialen Fußrandes) und Pronation (Hebung des lateralen
Fußrandes).
[0003] Für Bewegungsübungen der Fußgelenke ist es bisher üblich, den zu behandelnden Fuß
mit der Hand zu halten und dann die krankengymnastischen Übungen durchzuführen. Dies
ist jedoch aufwendig und die komplizierten Bewegungsmöglichkeiten des Fußes erfordern
entsprechend qualifizierte Kenntnisse der behandelnden Person. Da solche krankengymnastischen
Übungen vergleichsweise viel Zeit erfordern und sich meist auch über einen längeren
Zeitraum erstrecken müssen, ist ein hoher personeller Aufwand für die Durchführung
solcher Bewegungsübungen erforderlich.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, eine Vorrichtung in Form einer Bewegungsschiene
zu schaffen, mittels der bei geringem personellen Aufwand beziehungsweise auch bei
automatisierten Ablauf Bewegungsübungen des Fußes unter Berücksichtigung der vielfältigen
Bewegungsmöglichkeiten durchgeführt werden können.
[0005] Zur Lösung dieser Aufgabe wird erfindungsgemäß insbesondere vorgeschlagen, daß die
Bewegungsschiene ein Haltegestell mit einer Auflage für den Unterschenkel sowie eine
Fußauflage aufweist, daß die Fußauflage relativ zur Unterschenkelauflage mittels wenigstens
eines motorischen Antriebes verstellbar ist und daß dieser Antrieb eine Abtriebswelle
mit einer auf die jeweilige Bewegungsachse des oberen oder unteren Sprunggelenkes
fluchtend positionierbare Schwenkachse aufweist.
[0006] Man kennt zwar bereits eine Bewegungsschiene, mit der Beugebewegungen im Hüftbereich,
im Kniebereich und auch im Fußbereich durchgeführt werden können, wobei im Fußbereich
nur eine Beugebewegung um das obere Sprunggelenk vorgesehen ist. Für eine umfassende
Behandlung des Fußbewegungsapparates, welche die vielfältigen Bewegungsmöglichkeiten
des Fußes auch außerhalb der dem oberen Sprunggelenk zugeordneten einfachen Hebe-Senkbewegung
berücksichtigt, ist diese Bewegungsschiene nicht geeignet, so daß in der Praxis für
eine solche spezielle Fußgelenktherapie manuelle krankengymnastische Übungen erforderlich
sind.
Die erfindungsgemäße Bewegungsschiene ermöglicht Fußbewegungen, die auf die verschiedenen
Fußgelenke abgestimmt sind.
Mit dieser Bewegungsschiene lassen sich exakt auf das jeweilige Gelenk des Fußes abgestimmte
Schwenkbewegungen durchführen. Durch die Einstellbarkeit der Vorrichtung relativ zu
dem zu behandelnden Fußgelenk sind nach einmaliger Einstellung in vorteilhafter Weise
auf exakt gleichbleibende Bewegungsabläufe während der Behandlung möglich. Dies ist
bei bestimmten Verletzungen des Fußbewegungsapparates von Bedeutung und könnten manuell
in der Weise nicht durchgeführt werden. Durch die auf das jeweilige Sprunggelenk fluchtend
positionierbare Schwenkachse des motorischen Antriebes werden sonst auftretende und
auf die Gelenke einwirkende Zug- und/oder Schiebekräfte, die von Ausgleichsbewegungen
herrühren, vermieden. Dies trägt mit dazu bei, daß solche Bewegungsübungen auch schon
vergleichsweise kurz nach Operationen durchgeführt werden können.
[0007] Besonders vorteilhaft ist es, wenn für die Fußbewegungen um das obere und das untere
Sprunggelenk jeweils motorische Schwenkantriebe vorgesehen sind, die unabhängig voneinander
mit ihren Abtriebswellen auf diese Sprunggelenke positionierbar und vorzugsweise unabhängig
voneinander betreibbar sind. Damit können die beiden Sprunggelenke unabhängig voneinander
zum Beispiel nacheinander ohne Umstellarbeiten an der Bewegungsschiene oder aber in
einem kombinierten Bewegungsablauf bewegt werden.
[0008] Eine Ausführungsform sieht vor, daß an dem Haltegestell ein die Fußauflage tragender
und mit dem einen motorischen Antrieb verbundener Schwenkbügel vorgesehen ist und
daß die Lage des Fußes mit seinem oberen Sprunggelenk, insbesondere durch Verstellen
der Fußauflage und/oder der Unterschenkelauflage auf die Schwenkachse des Schwenkbügels
beziehungsweise des Antriebes ausrichtbar ist.
Beim Bewegen des Schwenkbügels erfolgt hier eine Fußbewegung im oberen Sprunggelenk.
Durch Verändern der Fußauflage kann die "Höhenlage" und durch Veränderung der Unterschenkelauflage
die Lage des Fußes in Vor-Rückrichtung und damit insgesamt die Fußgelenk-Bewegungsachse
auf die Achse des motorischen Antriebes eingestellt werden.
[0009] Bevorzugt ist vorgesehen, daß zwischen dem Schwenkbügel für die Fußbewegung im oberen
Sprunggelenk und der Fußauflage, der motorische Antrieb mit Schwenkgelenk für die
Fußbewegung im unteren Sprunggelenk angeordnet ist.
Der Antrieb für die Supination und die Pronation, also für die Bewegungen des unteren
Sprunggelenkes, macht hierbei die Bewegung des Schwenkbügels mit. Mit dieser Anordnung
können wahlweise Einzelbewegungen der beiden Gelenke oder kombinierte Bewegungsabläufe
durchgeführt werden.
[0010] Eine Ausführungsform sieht vor, daß das Haltegestell als Standgestell mit einer Bodenauflage
sowie daran befestigten und mit der Unterschenkelauflage verbundenen Stützarmen ausgebildet
ist.
Ein solches Haltegestell kann für einen sitzenden Patienten auf dem Boden stehen oder
aber auch für einen auf einer Matte oder im Bett liegenden Patienten verwendet werden,
so daß es weitgehend universell einsetzbar ist.
[0011] Zweckmäßigerweise ist vorgesehen, daß die Unterschenkelauflage in ihrer Neigungs-
und/oder Höhenlage, insbesondere durch Verstellen der Stützarme relativ zum Haltegestell
verstellbar ist.
Dadurch kann die Unterschenkelauflage in ihrer Ausgangslage auf die verschiedensten
Anwendungsfälle und dabei insbesondere auf die Lage des Patienten relativ zum Haltegestell
ausgerichtet werden.
[0012] Zusätzliche Ausgestaltungen der Erfindung sind in den weiteren Unteransprüchen aufgeführt.
[0013] Nachstehend ist die Erfindung mit ihren wesentlichen Einzelheiten anhand der Zeichnungen
noch näher erläutert.
[0014] Es zeigt:
- Fig. 1
- eine perspektivische Seitenansicht einer Sprunggelenk-Bewegungsschiene,
- Fig. 2
- die in Fig. 1 gezeigte Bewegungsschiene, hier jedoch bei abgenommener Fußauflage sowie
Unterschenkelauflage,
- Fig. 3
- eine Seitenansicht der Bewegungsschiene mit in Neutralstellung sowie den beiden End-Verschwenkstellungen
eingezeichneter Fußauflage,
- Fig. 4
- eine Ansicht etwa vergleichbar mit Figur 3, hier jedoch mit zur Verdeutlichung eingezeichnetem
Fuß und Unterschenkel,
- Fig. 5
- eine Seitenansicht einer hinsichtlich des Haltegestelles anders ausgeführten Bewegungsschiene,
- Fig.6
- eine Aufsicht der in Fig. 5 gezeigten Bewegungsschiene und
- Fig. 7
- eine Seitenansicht gemäß dem Pfeil A in Fig. 6.
[0015] Eine in Figur 1 gezeigte Bewegungsschiene 1 dient zur Behandlung des Fußgelenkes.
Die Bewegungsschiene weist ein Haltegestell 2 mit einer Unterschenkelauflage 3 auf,
an der eine Fußauflage 4 beweglich angebracht ist. Die Beweglichkeit der Fußauflage
relativ zu der Unterschenkelauflage ist auf die Bewegungsrichtungen abgestimmt, die
von dem oberen Sprunggelenk und dem unteren Sprunggelenk des Fußes vorgegeben sind.
[0016] Die Fußauflage 4 weist eine schuhartige Halterung für den Fuß auf und bei der Unterschenkelauflage
können Bänder, beispielsweise Klettbänder zum Festlegen des Unterschenkels vorgesehen
sein.
Die Unterschenkelauflage 3 weist beidseits des zu unterstützenden Unterschenkels verlaufende
Holme 5 auf, die eine Stoffbahn oder Bänder halten, die zur Unterstützung des Unterschenkels
dienen. Die Holme 5 der Unterschenkelauflage 3 sind über Streben 6 mit dem übrigen
Haltegestell 2 verbunden.
[0017] An den fußseitigen Enden der Holme 5 der Unterschenkelauflage 3 ist ein gemäß dem
Doppelpfeil Pf1 verschwenkbarer, etwa U-förmiger Schwenkbügel 7 angeschlossen. Dieser
trägt unter Zwischenschaltung eines motorischen Schwenkantriebes 8 die Fußauflage
4.
Der Schwenkbügel 7 ist mittels eines weiteren motorischen Schwenkantriebes 9 gemäß
dem Doppelpfeil Pf1 hin- und herverschwenkbar. Diese Schwenkbewegung entspricht der
Beweglichkeit des Fußes um sein oberes Sprunggelenk. Dementsprechend ist die Schwenkachse
1o des Schwenkbügels 7 so positioniert beziehungsweise positionierbar, daß sie mit
der Bewegungsachse des oberen Sprunggelenkes fluchtet.
Bei Betätigung des motorischen Schwenkantriebes 9 erfolgt eine Verschwenkung der Fußauflage
4 nach oben und nach unten, wobei der Fuß eine Hebung (Dorsalextension) oder eine
Senkung (Plantarflexion) durchführt. Der Schwenkbereich für die Plantarflexion beträgt
dabei etwa bis zu 4o°, während die Schwenkbewegung für die Dorsalextension etwa bis
3o° betragen kann.
[0018] Die Figuren 3 und 4 lassen gut die Neutralstellung der Fußauflage 4 (vgl. auch Fig.
4 mit eingezeichnetem Fuß 11) sowie die beiden Endstellungen der Hebung und Senkung
des Fußes erkennen. In der maximalen Dorsalextensions-Stellung ist die Fußauflage
4 strichpunktiert und in der maximalen Plantarflexion-Lage strichliniert eingezeichnet.
Entsprechendes gilt auch für den damit verbundenen Schwenkbügel 7.
[0019] Die motorischen Schwenkantriebe 8 und 9 sind im Ausführungsbeispiel durch Motor-Getriebeeinheiten
gebildet, wobei vorzugsweise ein Schneckengetriebe vorgesehen ist, das mit einem Elektromotor
verbunden ist.
Der motorische Schwenkantrieb 9 für die Hebung und Senkung des Fußes ist mit seiner
Abtriebswelle 12 an den Schwenkbügel 7 angeschlossen, was gut in Figur 2 erkennbar
ist. Das Gehäuse des Schwenkantriebes 9 ist mit dem einen Holm 5 der Unterschenkelauflage
3 verbunden.
[0020] An dem Schwenkbügel 7 befindet sich der zweite motorische Schwenkantrieb 8, der die
Schwenkbewegung des Bügels 7 mitmacht. Der Schwenkantrieb 8 ist so an dem Bügel 7
angebracht, daß die Schwenkachse 13 seiner Abtriebswelle 14 in Fluchtrichtung zu der
Bewegungsachse 15 (Figur 4) des unteren Sprunggelenkes positionierbar ist.
Die Gelenk-Bewegungsachse 15 des unteren Sprunggelenkes ist in Figur 4 eingezeichnet.
Die Bewegungsachse 15 verläuft, bezogen auf den auf einer horizontalen Unterlage stehenden
Fuß, von hinten-außen-unten nach vorne-innen-oben.
Die Gelenk-Bewegungsachse 16 des oberen Spunggelenkes ist in Figur 4 durch einen Punkt
mit einem konzentrischen Kreis gekennzeichnet. Diese Bewegungsachse 16 des oberen,
ein Scharniergelenk bildenden Sprunggelenkes läuft quer durch den Fuß und fluchtet
in ausgerichteter Lage des Fußes mit der Schwenkachse 1o des Schwenkantriebes 9.
[0021] In Figur 1 und 2 ist der motorische Schwenkantrieb 8 so am Schwenkbügel 7 angebracht,
daß die Schwenkachse 13 lagerichtig für die Behandlung des rechten Fußes paßt.
Für die Behandlung des linken Fußes kann der Schwenkantrieb 8 umgesetzt werden, so
daß dann seine Schwenkachse 13a (Fig. 2) entsprechend der Gelenk-Bewegungsachse des
linken Fußes verläuft, wie dies auch in Figur 4 gezeigt ist.
Der Schwenkbügel 7 weist für diese beiden Montagelagen des Schwenkantriebes 8 an seinem
U-Verbindungsbügel 17 seitliche Abwinklungen 18 auf, die als Montageauflage für das
Gehäuse des Schwenkantriebes 8 dienen. Diese Abwinkelungen 18 verlaufen so, daß sich
jeweils die Abtriebswelle 14 des Schwenkantriebes 8 in Fluchtrichtung mit der vorgesehenen
Schwenkachse 13 oder 13a befindet.
Die Abtriebswelle 14 des Schwenkantriebes 8 ist von beiden Seiten zugänglich, so daß
je nach Montagelage die Halterung 19 der Fußauflage 4 (Fig. 1) an der einen oder der
anderen Seite der Abtriebswelle 14 angeschlossen werden kann.
Der Schwenkantrieb 8 ist wegen der günstigeren Platzverhältnisse im Ausführungsbeispiel
rückseitig des jeweils zu behandelnden Fußes in Verlängerung der Bewegungsachse des
unteren Sprunggelenkes angeordnet.
Die Halterung 19 für die Fußauflage 4 weist einen Schwenkarm 2o auf, der an seinen
beiden Enden abgewinkelte Anschlußenden 21 hat und mittig mit einer Klemmhülse 22
verbunden ist. Die Anschlußenden 21 sind wahlweise mit der Abtriebswelle 14 eines
auf der rechten oder der linken Seite des Schwenkbügels 7 montierten Schwenkantriebes
8 verbindbar.
In die Klemmhülse 22 greift ein mit der Fußauflage 4 etwa rechtwinklig verbundener
Bolzen 23, der in der Klemmhülse 22 verschiebbar und in unterschiedlichen Einstecklagen
arretierbar ist.
[0022] Die Halterung 19 ist mit ihren Übertragungselementen so ausgebildet, daß die unterschiedlichen
Lagen einerseits auf der Seite des Schwenkantriebes 8 und andererseits auf der Seite
der Fußauflage 4 berücksichtigt sind. Insbesondere ist dies durch die abgewinkelten
Anschlußenden 21 und auch die Lage der Klemmhülse 22 relativ zu dem Schwenkarm 2o
berücksichtigt.
Die Verstellbarkeit im Bereich der Halterung 19 und auch die Verschiebbarkeit der
schuhartigen Fußhalterung 24 relativ zu der Fußauflage 4 ermöglichen eine exakte Ausrichtung
des zu behandelnden Fußes beziehungsweise des Fußgelenkes auf die Schwenkachsen 13
bzw. 13a und die Schwenkachse 1o. Zum Längsverschieben der Fußhalterung 24 auf der
Fußauflage 4 ist eine Klemmhalterung 25 mit einer Klemmschraube und einem Längsschlitz
(Fig. 1) vorgesehen. Gegebenenfalls könnte hier auch noch in gleicher Weise eine Verstellmöglichkeit
in Drehrichtung des Fußes, also quer zu der dargestellten Verstellmöglichkeit zusätzlich
vorgesehen sein.
[0023] Bei den Schwenkantrieben 8 und 9 können auf dem Bewegungsbereich des Fußes abgestimmte
Schwenkbegrenzungen 26 vorgesehen sein, an denen die jeweils vorgesehenen Schwenkwinkel
einstellbar sind. Die Schwenkantriebe können auch mit einer Steuereinrichtung mit
einem Programmgeber für voreinstellbare Bewegungsabläufe verbunden sein. An dem Programmgeber
können jeweils abgestimmt auf die Bewegungsmöglichkeit des Fußes bestimmte Bewegungsabläufe
vorgegeben werden, die dann automatisch wiederholt werden, so daß eine vorgesehene
Behandlung nach einem einmaligen Einstellen automatisch ablaufen kann. Dabei können
auch komplizierte Bewegungsabläufe mit gleichzeitiger Bewegung des Fußes um beide
Gelenke vorgegeben werden.
[0024] Im gezeigten Ausführungsbeispiel ist das Haltegestell 2 als Standgestell mit einer
Bodenauflage 27 ausgebildet. An dieser sind mit der Unterschenkelauflage 3 verbundene
Stützarme 28, 28a und 29 angeschlossen.
Die Stützarme 28, 28a sind paarweise neben der Unterschenkelauflage in etwa parallelen
Ebenen angeordnet.
Sie sind mit ihren bodenseitigen Enden verschwenkbar an zueinander beabstandeten Querholmen
3o, 31 der Bodenauflage 27 angeschlossen. Am anderen Ende der Stützarme 28 befinden
sich jeweils Klemmgelenkhalter 32 mit einer Durchgangslochung 33, durch die das freie
Ende der Stützarme 28a hindurchgesteckt ist. Bei gelöstem Klemmgelenkhalter 32 lassen
sich diese mit dem Radius der Stützarme 28 gemäß dem Doppelpfeil Pf2 verschwenken.
Die beiden gegenüberliegenden Klemmgelenkhalter 32 sind durch eine Verbindungsachse
34 miteinander verbunden, die ihrerseits wiederum über die Streben 6 mit den Holmen
5 der Unterschenkelauflage 3 verbunden ist. Die Unterschenkelauflage kann dadurch
in ihrer Höhenlage verstellt werden.
[0025] Die Unterschenkelauflage 3 ist außerdem noch mit einer Stützhalterung 35 verbunden,
zu denen die Stützarme 29 gehören. Die Stützarme 29 greifen ebenso wie die Stützarme
28 an dem Querholm 3o der Bodenauflage 27 verschwenkbar an. An ihren freien Enden
sind sie unter Zwischenschaltung von Klemmgelenkhaltern 36 mit der Unterschenkelauflage
3 verbunden. Zwischen diesen Klemmgelenkhaltern 36 ist eine weitere Verbindungsachse
34a vorgesehen, die parallel zu der Verbindungsachse 34 und mit Abstand zu dieser
angeordnet ist. Durch Längenverstellen der Stützarme 29 bei dem Klemmgelenkhalter
36 ist die Neigungslage der Unterschenkelauflage 3 verstellbar.
[0026] Die Verstellbarkeit der Unterschenkelauflage 3 bezüglich ihrer Höhen- und/oder Neigungslage
ermöglicht eine genaue Anpassung an die Lage des Beines des zu behandelnden Patienten.
Insbesondere kann hierbei auch berücksichtigt werden, ob sich der Patient in sitzender
oder liegender Position befindet. Außerdem kann eine gegebenenfalls erwünschte Beugestellung
im Kniegelenk- beziehungsweise Hüftgelenkbereich berücksichtigt werden.
[0027] Erwähnt sei noch, daß anstatt eines Standgestelles, wie im Ausführungsbeispiel gezeigt,
auch ein Haltegestell 2 mit einer Klemmeinrichtung zum Befestigen an einem Bett oder
dergleichen vorgesehen sein kann.
[0028] Die Figuren 5 bis 7 zeigen noch eine andere Ausführungsform einer Bewegungsschiene
1 a, die bezüglich des Haltegestelles 2 anders ausgebildet ist. Sie weist ebenfalls
eine Bodenauflage 27 auf, die hier, wie in Fig. 6 erkennbar, im wesentlichen durch
einen U-Bügel 37 gebildet ist. Dieser U-Bügel 37 ist an seinen freien Enden etwas
zusammengeführt und weist dort eine Lagerung für einen Trägerbügel 38 auf (vgl. Fig.
5).
[0029] Durch die Anordnung der Lagerung am Endbereich des U-Bügels und auch durch die seitliche
Einschnürung ergibt sich in beide Kipprichtungen eine gute Standstabilität. Bei der
Trägerbügel-Lagerung sind mit dem Trägerbügel verbundene Halteflansche 39 angeordnet,
in denen die Enden einer Schwenkachse 40 gelagert sind. Mit Abstand zu dieser Schwenkachsen-Lagerung
und zu dieser auf einem koaxialen Kreisbogen sind Rastlöcher 41 angeordnet, in die
mit den Trägerbügelarmen verbundene Rastbolzen 42 eingreifen können. Der Trägerbügel
38 kann so in unterschiedlichen Schwenklagen arretiert werden. Der Schwenkbereich
erstreckt sich hierbei zur Auflageebene von etwa 30
o bis etwas über 90
o. Eine weitere Raststellung, in der sich der Trägerbügel 38 etwa parallel zum U-Bügel
37 befindet, dient als Transport- und Aufbewahrungsstellung.
[0030] Die Rastbolzen 42 sind in einer die Trägerbügel-Arme verbindenden, gemeinsamen Hülse
43 geführt und in Rastrichtung durch Federn 44 kraftbeaufschlagt (Fig. 7). Die Rastbolzen
42 sind über Entriegelungsstifte 45 betätigbar, wobei diese Stifte Schlitze 46 (Fig.
6) der Hülse durchgreifen. Die Entriegelungsstifte sind in ihrem Abstand so angeordnet,
daß sie mit einer Hand ergriffen und dann zueinander in Entriegelungsstellung verschoben
werden können. Dadurch ist die Handhabung einhändig möglich und vereinfacht.
[0031] An den der Schwenklagerung abgewandten Enden der Trägerbügel-Arme befindet sich eine
Trägerwelle 47, die über jeweils eine Strebe 6a mit den Holmen 5 der Unterschenkelauflage
3 verbunden ist. An den Trägerwellen-Enden und an den Trägerbügel-Enden befinden sich
jeweils drehfest angebrachte und mit ihren Zahnungen zueinander weisende Rastscheiben
48, die über einen Spannhebel 49 in Raststellung bzw. in Lösestellung bringbar sind.
[0032] Der übrige Aufbau der Bewegungsschiene 1a mit der Unterschenkelauflage 3, der Fußauflage
4 und dergleichen entspricht etwa der von Fig. 1 bis 4. Bei der Unterschenkelauflage
3 sind die in Fig. 1 erkennbaren Haltegurte der besseren Übersicht wegen weggelassen
worden. Die Ösen 56 dienen zum Befestigen dieser Gurte. Die Ausführungsform der Bewegungsschiene
1a nach Fig. 5 bis 7 ist einfacher herstellbar und auch bedienungsfreundlicher, wobei
hier nur noch zwei Bedienungsstellen vorhanden sind.
[0033] Erwähnt sei noch, daß an dem U-Bügel 37 seitliche Ösen 50 angebracht sind, durch
die ein Befestigungsgurt zum Fixieren der Bewegungsschiene in einem Bett oder dergleichen
möglich ist.
[0034] Seitlich an der Bodenauflage 27 ist noch eine Halterung 51 für ein Steuergerät 52
vorgesehen, an der sich auch eine Aufhängehalterung 53 für einen vom Patienten bedienbaren
Handschalter 55 befindet, über den die Bewegungsschiene ein- und ausgeschaltet werden
kann. Die elektrischen Verbindungsleitungen zwischen den Schwenkantrieben 8 und 9
und dem Steuergerät 52 sind mit 54 bezeichnet.
[0035] Alle in der Beschreibung, den Ansprüchen und der Zeichnung dargestellten Merkmale
können sowohl einzeln als auch in beliebiger Kombination miteinander erfindungswesentlich
sein.
1. Bewegungsschiene zur insbesondere postoperativen Behandlung wenigstens eines Fußgelenkes,
dadurch gekennzeichnet, daß sie ein Haltegestell (2) mit einer Auflage (3) für den Unterschenkel sowie eine
Fußauflage (4) aufweist, daß die Fußauflage relativ zur Unterschenkelauflage mittels
wenigstens eines motorischen Antriebes (8, 9) verstellbar ist und daß dieser Antrieb
eine Abtriebswelle (12, 14) mit einer auf die jeweilige Bewegungsachse (15, 16) des
oberen oder unteren Sprunggelenkes fluchtend positionierbaren Schwenkachse (10, 13,
13a) aufweist.
2. Bewegungsschiene nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß für die Fußbewegungen
um das obere und das untere Sprunggelenk jeweils motorische Schwenk-Antriebe (8, 9)
vorgesehen sind, die unabhängig voneinander mit ihren Abtriebswellen auf diese Sprunggelenke
positionierbar und vorzugsweise unabhängig voneinander betreibbar sind.
3. Bewegungsschiene nach Anspruch 2 oder 3, dadurch gekennzeichnet, daß an dem Haltegestell
(2) ein die Fußauflage (4) tragender und mit dem einen motorischen Antrieb (9) verbundener
Schwenkbügel (7) vorgesehen ist und daß die Lage des Fußes mit seinem oberen Sprunggelenk
insbesondere durch Verstellen der Fußauflage (4) und/oder Unterschenkelauflage (3)
auf die Schwenkachse (10) des Schwenkbügels (7) beziehungsweise des Antriebes (9)
ausrichtbar ist.
4. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen
dem Schwenkbügel (7) für die Fußbewegung im oberen Sprunggelenk und der Fußauflage
(4) der motorische Antrieb mit Schwenkgelenk für die Fußbewegung im unteren Sprunggelenk
angeordnet ist.
5. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das
Schwenkgelenk für die Fußbewegung um das untere Sprunggelenk in rückseitiger Verlängerung
der Sprunggelenk-Bewegungsachse an dem Schwenkbügel (7) angeordnet ist.
6. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß der
motorische Antrieb (8) für die Fußbewegung im unteren Sprunggelenk am Schwenkbügel
(7) umsetzbar ist und daß die beiden Montagestellungen auf die Gelenk-Bewegungen des
linken beziehungsweise rechten Fußes abgestimmt sind.
7. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß das
Haltegestell (2) als Standgestell mit einer Bodenauflage (27) sowie daran befestigten
und mit der Unterschenkelauflage (3) verbundenen Stützarmen ausgebildet ist.
8. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterschenkelauflage (3) in ihrer Neigungs- und/oder Höhenlage, insbesondere durch
Verstellen der Stützarme relativ zum Haltegestell verstellbar ist.
9. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß beidseitig
neben der Unterschenkelauflage (3) in etwa parallelen Ebenen angeordnete Stützarmpaare
vorgesehen sind, die mit ihren bodenseitigen Enden verschwenkbar an zueinander beabstandeten
Stellen der Bodenauflage angeschlossen sind und mit ihren anderen freien Enden verbunden
sind.
10. Bewegungsschiene nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß zum Verbinden der freien
Enden der zu einem Stützarmpaar gehörenden Stützarme jeweils ein Klemmgelenkhalter
(32) vorgesehen ist, der seinerseits mit der Unterschenkelauflage verbunden ist, und
daß zumindest einer der Stützarme (28a) längenverstellbar ist.
11. Bewegungsschiene nach Anspruch 9 oder 1o, dadurch gekennzeichnet, daß ein Stützarm
(28) fest am Klemmgelenkhalter (32) angeschlossen ist und daß für den anderen Sützarm
(28a) eine Durchgangsbohrung (33) oder dergleichen am Klemmgelenkhalter vorgesehen
ist zum Einstellen unterschiedlicher Längen und zum klemmenden Verbinden dieses Stützarmes
(28a) mit dem Klemmgelenkhalter.
12. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 9 bis 11, dadurch gekennzeichnet, daß die
beiden seitlich der Unterschenkelauflage (3) befindlichen Klemmgelenkhalter (32) miteinander
verbunden sind, vorzugsweise mit einer Verbindungsachse (34), auf der die Unterschenkelauflage
(3) befestigt ist.
13. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 12, dadurch gekennzeichnet, daß die
Unterschenkelauflage (3) verschwenkbar mit den Klemmgelenkhalter (32) oder dergleichen,
insbesondere deren Verbindungsachse (34) verbunden ist, und daß eine mit Abstand zu
der Verbindungsachse an der Unterschenkelauflage angreifende Stützhalterung (35) zum
Arretieren der Unterschenkelauflage in einer eingestellten Lage vorgesehen ist.
14. Bewegungsschiene nach Anspruch 13, dadurch gekennzeichnet, daß die Stützhalterung
(35) wenigstens einen längenverstellbaren Stützarm (29) aufweist und daß zum Arretieren
vorzugsweise ein Klemmgelenkhalter (36) vorgesehen ist.
15. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß das
Haltegestell eine Klemmeinrichtung oder dergleichen zum Befestigen des Haltegestelles
vorzugsweise an einem Bett oder dergleichen aufweißt.
16. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 15, dadurch gekennzeichnet, daß die
motorischen Antriebe für die Schwenkbewegungen jeweils ein selbstsperrendes Getriebe,
vorzugsweise ein Schneckengetriebe aufweisen, das mit einem Elektromotor verbunden
ist.
17. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 16, dadurch gekennzeichnet, daß die
motorischen Antriebe mit einer Steuereinrichtung verbunden sind, die vorzugsweise
einen Programmgeber für voreinstellbare Bewegungsabläufe aufweist und daß die Antriebe
gegebenenfalls jeweils einen Weggeber zur Positionsrückmeldung an die Steuereinrichtung
aufweisen und daß gegebenenfalls die auf den Bewegungsbereich eines Fußes etwa abgestimmte
Schwenkbegrenzungen (26), zum Beispiel Endanschläge und/oder gegebenenfalls Endschalter
oder dergleichen, beziehungsweise Rutschkupplungen aufweisen.
18. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 1 bis 17, dadurch gekennzeichnet, daß die
motorischen Antriebe ein Gehäuse mit einem Befestigungsanschluß sowie einem Drehantrieb
aufweisen und selbst jeweils gleichzeitig ein Schwenkgelenk bilden.
19. Bewegungsschiene nach einem oder mehreren der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet,
daß an der vorzugsweise etwa als U-Bügel (37) ausgebildeten Bodenauflage (27) eine
Schwenkache (40) für einen die Unterschenkelauflage (3) und dergleichen tragenden
Trägerbügel (38) angeordnet ist und daß eine Rasteinrichtung zum Arretieren des Trägerbügels
(38) in unterschiedlichen Schwenklagen vorgesehen ist.
20. Bewegungsschiene nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, daß beidseits der Trägerbügelarme
die Schwenkachsenenden aufnehmende, mit der Bodenauflage (27) verbundene Halteflansche
(39) vorgesehen sind und daß wenigstens einer dieser Halteflansche sowie zumindest
der daneben befindliche Trägerbügelarm Rastmittel aufweisen.
21. Bewegungsschiene nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichent, daß die Halteflansche (39)
mit Abstand zur Lagerung der Schwenkachse (40) und zu dieser auf einem koaxialen Kreisbogen
angeordnete Rastlöcher (41) aufweisen und daß an den Trägerbügel-Armen in die Rastlöcher
passende Rastbolzen (42) vorgesehen sind.
22. Bewegungsschiene nach Anspruch 21, dadurch gekennzeichnet, die Rastsbolzen (42) in
einer die Trägerbügel-Arme verbindenden, gemeinsamen Hülse (43) geführt und in Rastrichtung
kraft- insbesondere federbeaufschlagt sind und daß an jedem Rastbolzen (42) durch
Schlitze (46) in der Hülse (43) greifende und vorzugsweise in Greifabstand angeordnete
Entriegelungsstifte (45) vorgesehen sind.
23. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 19 bis 22, dadurch gekennzeichnet, daß an
den der Schwenklagerung abgewandten Enden des Trägerbügels (38) eine verdrehbare und
in unterschiedlichen Drehlagen arretierbare, mit der Unterschenkelauflage (3) verbundene
Trägerwelle (47) angeordnet ist.
24. Bewegungsschiene nach Anspruch 23, dadurch gekennzeichnet, daß jeweils drehfest an
den Enden der Trägerwelle und an den Trägerbügelenden einander paarweise zugewandte
Rastscheiben (48) vorgesehen sind und daß diese Rastscheiben-Kupplungen in Axialrichtung
lösbar und verspannbar sind.
25. Bewegungsschiene nach einem der Ansprüche 19 bis 24, dadurch gekennzeichnet, daß vorzugsweise
etwa mittig an den Holmen (5) jeweils eine mit der Trägerwelle (47) verbundene Strebe
(6 a) angreift.