[0001] Die Erfindung betrifft eine Steuervorrichtung für einen Stapelhubantrieb bei bogenverarbeitenden
Maschinen, insbesondere Bogendruckmaschinen gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1.
[0002] Bei Bogendruckmaschinen werden die zu verdruckenden Bogen der Oberseite eines Stapels
entnommen und über einen Anlagetisch insbesondere unterschuppt abgefördert. Die die
Bogenentnahme bewirkenden Einrichtungen (Hubsauger) können die Bogen dabei nur innerhalb
eines relativ engen Höhenbereichs der Stapeloberkante sicher erfassen um einen störungsfreien
Weitertransport der Bogen zu gewährleisten. Die Palette, auf welche die Bogen aufgestapelt
sind, ist daher mit einem Stapelhubantrieb versehen, der bewirkt, daß der oberste
Bogen sich stets innerhalb eines bestimmten Höhenbereiches befindet. Der oberste Bogen
bzw. die Stapeloberkante wird dabei mittels eines Stapelhöhenabtasters erfaßt. Entsprechend
den Ausgangssignalen dieses Stapelhöhenabtasters wird über eine Steuervorrichtung
der Stapelhubantrieb zum Anheben der Palette angesteuert. Der Stapelhubantrieb kann
dabei kontinuierliche oder diskontinuierliche Bewegungen der Palette beim Nachfördern
ausführen.
[0003] Aus der DE 3 607 979 A1 ist eine Steuervorrichtung für einen kontinuierlich arbeitenden
Stapelhubantrieb bekannt, bei welchem der Motor des Stapelhubantriebs immer angesteuert
bleibt und entsprechend den Abweichungen der durch einen Stapelhöhenabtaster festgestellten
Soll-/Ist-Höhendifferenz lediglich langsamere oder schnellere Nachführbewegungen ausführt.
Nachteilig ist hierbei, daß der Motor sowie der ihm vorgeschaltete Antrieb für einen
sehr großen Stellbereich ausgelegt sein muß, damit bei allen Verbarbeitungsgeschwindigkeiten
der Druckmaschine und allen Bedruckstoffstärken die Stapeloberkante innerhalb eines
engen Höhenbereiches gehalten werden kann.
[0004] Wesentlich geringere Anforderungen sind an die Antriebe nebst den Motoren von diskontinuierlich
arbeitenden Stapelhubantrieben zu stellen (DE 2 659 511 C2). Entsprechend dem Ausgangssignal
einer Stapelhöhenabtastung wird der Stapelhubantrieb auf Lauf bzw. auf Stop geschaltet.
Bei hohen Druckgeschwindigkeiten und hohen Bedruckstoffstärken bedingt dies nicht
nur eine große Schalthäufigkeit, für welche der Stapelhubantrieb ausgelegt sein muß.
Die große Schalthäufigkeit wird vor allem aber über das mechanische Hubgetriebe den
auf der Palette liegenden Bogenstapel in Schwingungen versetzen. Gerade bei großen
Bedruckstoffstärken und somit relativ großer Bedruckstoffmasse können diese Schwingungen
im Stapel die obersten abzunehmenden Bogen in eine nicht kontrollierbare Eigendynamik
versetzen, so daß ein störungsfreier Weitertransport zur Anlage nicht gewährleistet
ist.
[0005] Die Einrichtung zum Steuern einer Stapelhebevorrichtung gemäß der DE 3 631 456 C2
erweitert die Möglichkeiten hinsichtlich der Steuerung der Nachführbewegungen des
Bogenstapels, indem dem Motor des Stapelhubantriebs ein Impulsgeber zugeordnet ist.in
der Steuereinrichtung wird aus den Signalen des Impulsgebers die Größe der Nachführbewegungen
errechnet. Die Steuereinrichtung erfaßt ferner die Verarbeitungsgeschwindigkeit der
Druckmaschine. Gerade durch den vorgesehenen Impulsgeber gestaltet jedoch diese beschriebene
Einrichtung sich sehr aufwendig.
[0006] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es somit, eine Steuervorrichtung für einen
Stapelhubantrieb bei bogenverarbeitenden Maschinen gemäß dem Oberbegriff von Anspruch
1 derartig zu gestalten, so daß auf einem kostspieligen Motor nebst Antrieb für große
Stellbereiche verzichtet werden kann.
[0007] Die vorliegende Erfindung löst diese Aufgabe durch Anwendung der kennzeichnenden
Merkmale von Anspruch 1. Weiterbildungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen
in Verbindung mit der Beschreibung und den Zeichnungen.
[0008] Bei der Steuervorrichtung für den Stapelhubantrieb gemäß der Erfindung wird in Abhängigkeit
der Verarbeitungsgeschwindigkeit der Druckmaschine und der Bedruckstoffstärke zwischen
einem kontinuierlichen und einem diskontinuierlichen Stapelhubbetrieb umgeschaltet.
Das Umschalten zwischen den beiden Betriebsarten bewirkt eine Steuervorrichtung, in
der eine nach dem Stellbereich von Motor nebst Antrieb ausgearbeitete Kennlinie abgespeichert
ist. Die Kennlinie trennt in einer aus den Achsen Verarbeitungsgeschwindigkeit der
Druckmaschine und der Bedruckstoffdicke gebildeten Ebene die Bereiche mit kontinuierlichem
und diskontinuierlichem Stapelhubbetrieb voneinander.
[0009] Da nach der Erfindung vorgesehen ist, bei großen Bedruckstoffstärken schon bei geringen
Verarbeitungsgeschwindigkeiten den Stapelhubantrieb kontinuierlich zu steuern, können
keine Schwingbewegungen innerhalb des Stapels auf die abzunehmenden Bogen übertragen
werden. Bei geringen Bedruckstoffstärken wird bei fast allen Verarbeitungsgeschwindigkeiten
diskontinuierlich gefördert, was zur Folge hat, daß vom Antriebsmotor keine sehr langsamen
Bewegungen trotz gleichbleibendem Lastmoment (Gewicht des Stapels) ausgeführt werden
müssen. Bei dünnen Bedruckstoffen werden auch die Schalthäufigkeit des Antriebs und
somit die Schwingungen im Stapel in der Frequenz nicht so hoch. Wegen der geringen
Bedruckstoffmasse erzeugen diese Schwingungen keine Störungen im Bogenlauf.
[0010] Die Erfindung macht es somit möglich, auf einem hochwertigen und kostspieligen Motor
nebst Antrieb (großer Stellbereich) zu verzichten. Trotzdem können die Vorteile des
kontinuierlichen Stapelhubbetriebes bei hohen Verarbeitungsgeschwindigkeiten und großen
Bedruckstoffdicken genutzt werden.
[0011] Desweiteren erfolgt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung anhand der Zeichnung. Es
zeigt:
- Fig. 1
- eine Steuervorrichtung für einen Stapelhubantrieb gemäß der Erfindung,
- Fig. 2
- ein Kennlinienfeld.
[0012] Die auf einer Druckmaschine 11 zu verdruckenden Bogen liegen in Form eines Stapels
1 auf einer Palette 2 (Fig. 1). Angedeutet ist ein Hubgetriebe 3, durch welches die
Palette 2 und somit der Stapel 1 gehoben werden kann. Das Hubgetriebe 3 wird von einem
Motor 4 angetrieben, wobei diesem zusätzlich eine elektromagnetisch ansteuerbare Bremse
5 zugeordnet ist. Die Aufgabe von Bremse 5 ist dabei, den Stapel 1 entgegen seinem
Gewicht auf einer bestimmten Höhe zu halten, wenn Motor 4 nicht angesteuert ist. Bremse
5 kann auch direkt im Motor 4 in Form eines Hubankermotors integriert sein und entweder
durch Impulse von der Steuervorrichtung 8 oder zwangsläufig durch den Motorstrom geschaltet
werden.
[0013] Motor 4 wird von einem Drehzahlsteller 6 zur Erzielung einer vorgebbaren Drehzahl
mit Spannung versorgt. In einfacher Weise ist Motor 4 als ein Drehstrom-Asynchron-Motor
ausgeführt, wobei diesem ein Drehzahlsteller 6 mit geringem Stellbereich zugeordnet
ist. Der Drehzahlsteller 6 entnimmt die Spannung eingangsseitig direkt vom Netz.
[0014] Die Oberkante von Stapel 1 wird durch einen Stapelhöhenabtaster 7 erfaßt, dessen
Ausgangssignal entnehmbar ist, ob die Oberkante von Stapel 1 innerhalb oder außerhalb
eines bestimmten Höhenbereiches liegt. Der Ausgang von Stapelhöhenabtaster 7 ist dazu
an eine Steuervorrichtung 8 geschaltet, in welcher die entsprechenden Stellsignale
für den Drehzahlsteller 6 gebildet werden. Weiterhin wird der Steuervorrichtung 8
die Verarbeitungsgeschwindigkeit der hier symbolisch dargestellten Druckmaschine 11
zugeleitet. Bei der Verarbeitungsgeschwindigkeit kann es sich dabei um ein Tachosignal
des Hauptantriebes oder um eine Impulsfolge drehzahlabhängiger Frequenz handeln. Der
Steuervorrichtung 8 ist ebenfalls die Bedruckstoffstärke zuführbar, was, wie in Fig.
1 angedeutet, über eine manuelle Dateneingabe insbesondere über einen Leitstandsrechner
9, von dem aus die ganze Druckmaschine 11 überwach- und bedienbar ist, geschehen kann.
[0015] Die Steuervorrichtung 8 ist nun dazu ausgebildet, in Abhängigkeit der Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Druckmaschine 11 und der über den Leitstandsrechner 9 eingegebenen Bedruckstoffstärke
den Drehzahlsteller 6 zwischen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Betrieb umzuschalten.
Bei kontinuierlichem Betrieb wird von der Steuervorrichtung 8 ein Drehzahlsollwert
an den Drehzahlsteller 6 derartig vorgegeben, so daß die Oberkante von Stapel 1 stets
innerhalb eines durch den Stapelhöhenabtaster 7 kontrollierten Höhenbereiches liegt.
Der Drehzahlsollwert errechnet sich dabei aus der Verarbeitungsgeschwindigkeit der
Druckmaschine 11 und der Bedruckstoffstärke, wobei die Übersetzung von Hubgetriebe
3 berücksichtigt wird. Die Ausgangssignale von Stapelhöhenabtaster 7 werden in der
Steuervorrichtung 8 auf Einhaltung einer Sollhöhe der Stapeloberkante überwacht. Bei
Über- und Unterschreiten der Sollhöhe werden von der Steuervorrichtung 8 die berechnten
Solldrehzahlwerte mit zusätzlichen Korrekturen an den Drehzahlsteller 6 weitergegeben.
[0016] Bei diskontinuierlichem Betrieb überwacht Steuervorrichtung 8 lediglich ein Über-
bzw. Unterschreiten der Oberkante von Stapel 1, was durch den Stapelhöhenabtaster
7 festgestellt wird. Wird die Höhe unterschritten, so veranlaßt Steuervorrichtung
8 über Drehzahlsteller 6 ein Heben des Stapels 1 bis beispielsweise eine Obergrenze
erreicht wird. Nach einer bestimmten Zeit, d.h. nach einer bestimmten Zahl abgeförderter
Bogen wird von Steuervorrichtung 8 wiederum ein Nachheben von Stapel 1 veranlaßt.
[0017] Das Umschalten zwischen kontinuierlichem und diskontinuierlichem Stapelhubbetrieb
nimmt Steuervorrichtung 8 auf Grund eines Vergleiches der aktuellen Verarbeitungsgeschwindigkeit
der Druckmaschine 11 und der zuvor eingegebenen Bedruckstoffstärke vor. Die Steuervorrichtung
8 steht dazu in Wirkverbindung mit einem Kennlinienspeicher 10, indem eine Kennlinie
abgespeichert ist. Fig. 2 zeigt ein quantitatives Beispiel für die gespeicherte Kennlinie,
die in einer durch die Achse der Verarbeitungsgeschwindigkeit V der Maschine mit der
Bedruckstoffstärke B gebildeten Ebene liegt. Mit D ist der Bereich des diskontinuierlichen
und mit K der Bereich des kontinuierlichen Stapelhubbetriebes gekennzeichnet. Gemäß
dem Ausführungsbeispiel wird nun bei einer Bedruckstoffstärke B = 0.5 mm bis zu einer
Verarbeitungsgeschwindigkeit V = 3.000 Bogen/h der Stapel 1 diskontinuierlich gehoben.
Bei Verarbeitungsgeschwindigkeiten oberhalb von 3.000 Bogen/h (gleiche Bedruckstoffstärke)
wird der Stapel 1 kontinuierlich nachgehoben. Der Kennlinienspeicher 10 enthält somit
für eine Vielzahl von Bedrucksotffstärken B die Verarbeitungsgeschwindigkeit V, bei
der zwischen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Betrieb umzuschalten ist.
Bezugszeichenliste
[0018]
- 1
- Stapel
- 2
- Palette
- 3
- Hubgetriebe
- 4
- Motor
- 5
- Bremse
- 6
- Drehzahlsteller
- 7
- Stapelhöhenabtaster
- 8
- Steuervorrichtung
- 9
- Leitstandrechner
- 10
- Kennlinienspeicher
- 11
- Druckmaschine
- B
- Bedruckstoffstärke
- V
- Verarbeitungsgeschwindigkeit
- K
- kontinuierlich
- D
- diskontinuierlich
1. Steuervorrichtung für einen Stapelhubantrieb bei bogenverarbeitenden Maschinen, insbesondere
Bogendruckmaschinen, wobei mit der Steuervorrichtung ein Stapelhöhenabtaster in Wirkverbindung
steht, gemäß dessen Ausgangssignal ein Motor über einen Drehzahlsteller ansteuerbar
ist und in der Steuervorrichtung die Verarbeitungsgeschwindigkeit der Maschine sowie
die Bedruckstoffstärke mit einrechenbar ist,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Steuervorrichtung (8) dazu ausgebildet ist, in Abhängigkeit von der Verarbeitungsgeschwindigkeit
V der Maschine und der vorgebbaren Bedruckstoffstärke B über Drehzahlsteller (6) den
Motor (4) zwischen einem kontinuierlichen und einem diskontinuierlichen Betrieb umzuschalten,
daß ein mit der Steuervorrichtung (8) in Wirkverbindung stehender Kennlinienspeicher
(10) vorgesehen ist, indem in Form einer Kennlinie für eine Vielzahl von Bedruckstoffstärken
B abspeicherbar ist, bei welcher Verarbeitungsgeschwindigkeit V der Maschine das Umschalten
zwischen kontinuierlichen und diskontinuierlichen Betrieb erfolgt.
2. Steuervorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet,
daß der Motor (4) als Drehstorm-Asynchron-Motor ausgebildet ist.
3. Steuervorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet,
daß die Bedruckstoffstärke B über eine manuelle Dateneingabeeinrichtung eines der
Druckmaschine (11) zugeordneten Leitstandsrechners (9) eingebbar ist.