[0001] Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Stauchkräuseln synthetischer
Filamentfäden nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1.
Diese Vorrichtung ist aus der EP-189099-B bekannt.
[0002] Bei der bekannten Texturierdüse ist der Strömungskanal stromabwärts einer Düsennadel,
in dem die Filamentfäden gemeinsam mit dem ausströmenden Druckmittel geführt werden,
mit zylindrischem, insbesondere kreiszylindrischem Querschnitt und über seine Länge
mit konstantem Durchmesser ausgebildet.
Die bekannte Texturierdüse hat sich insbesondere in Maschinen zur Durchführung eines
kontinuierlichen Spinn-Streck-Texturierverfahrens bewährt und wird für die Stauchkräuselung
synthetischer Filamentfäden aus Polyester, insbesondere Polyäthylenterephthalat, PA6,
PA6.6 oder PP bei Streckgeschwindigkeiten hinter der Spinnstufe von 1800 - 3000 m/min
industriell mit großem Erfolg angewandt. Bei dieser Geschwindigkeit wird jedoch eine
Grenze der Produktionsgeschwindigkeit deswegen erreicht, weil die Fadenzugkraft an
dem von der Düse geförderten Filamentbündel nachläßt und jegliche Fadenverschlappung
zu einer Wicklerbildung an den Streckgaletten und zu Unsicherheiten des Produktionsverfahrens
führt.
[0003] Aufgabe der Erfindung ist es deshalb, die Vorrichtung zum Stauchkräuseln gemäß Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 in der Weise baulich zu verbessern, daß die angegebene technische
Obergrenze für eine sichere Ausübung des Stauchkräuselns nach dem bekannten, kontinuierlichen
Spinn-Streck-Texturierverfahren weiter nach oben verschoben wird und daß bei einer
weiter erhöhten Fadengeschwindigkeit noch eine ausreichende Zugkraft von der Düse
auf den laufenden Faden ausgeübt wird. Hierbei soll berücksichtigt werden, daß die
bisher schon erzeugte hohe Qualität hinsichtlich Fadenkräuselung, Konsistenz und Auflösbarkeit
des Fadenstopfens erhalten bleibt und der Druckmittelverbrauch und -druck so niedrig
und wirtschaftlich wie möglich ist.
[0004] Die Lösung der Aufgabe ergibt sich aus dem Kennzeichen des Patentanspruchs 1 in Verbindung
mit dessen Oberbegriff. Durch die angegebene Maßnahme wird in dem für das Filamentbündel
und das auströmende Druckmittel gemeinsamen Strömungskanal in der Schleppströmung
die Schallgeschwindigkeit erreicht, die in dem sich erweiternden Teil des Strömungskanals
mindestens erhalten bleibt oder noch weiter ansteigt. Dadurch wird auf die Filamentfäden
eine erhöhte Fadenzugkraft ausgeübt, die mit hoher Betriebssicherheit noch Fadengeschwindigkeiten
von 4000 m/min hinter den Streckgaletten zuläßt, und dies ohne Erhöhung des Arbeitsdruckes
des Druckmittels und die damit verbundene Gefahr den Fadenstopfen aus der an dem Strömungskanal
angeschlossenen Stauchkammer auszublasen.
[0005] Zwar ist durch die DE-27 53 705 und die DE-17 85 158 bereits eine Stauchkräuselvorrichtung
mit einer Blasdüse bekannt, bei der das ausströmende Druckmittel Schallgeschwindigkeit
und in einem sich erweiternden Kanal Überschallgeschwindigkeit erreicht. Bei dieser
Vorrichtung ist der Strömungskanal an der Stelle, wo die Strömung des Druckmittels
auf die zugeförderten Filamentfäden trifft, im Querschnitt jedoch plötzlich stark
vergrößert und bleibt dann bis zur Stauchkammer im Querschnitt unverändert. Abgesehen
davon, daß die Düse bei wesentlich höheren Drücken bis 40 bar - in den Beispielen
14 bis 15 bar - betrieben wird, bricht die Überschallströmung wegen der sehr starken
Erweiterung des Strömungskanals und des dort auftretenden Verdichtungsstoßes zusammen,
und die Schleppwirkung auf die Filamentfäden geht stark zurück. Durch den hohen Arbeitsdruck
des Druckmittels besteht außerdem die Gefahr des Ausblasens des Fadenstopfens aus
der Stauchkammer und einer Kraterbildung bei der Bildung des Fadenstopfens, die wiederum
mit einer schlechten Auflösbarkeit verbunden ist.
[0006] Bei Versuchen mit der eingangs erwähnten Texturierdüse hatte sich gezeigt, daß in
Kanälen mit konstantem Querschnitt und kleinem Durchmesser eine Überschallströmung
nur auf einer sehr kurzen Strecke aufrecht erhalten werden kann. Dagegen wurde herausgefunden,
daß ein an die Reibungsverhältnisse im Strömungskanal angepaßter, kleiner Erweiterungswinkel
eine Überschallströmung auf einer längeren Strecke erlaubt.
[0007] Es ist zwar möglich, den Strömungskanal durch eine plötzliche Querschnittserweiterung
in der Stauchkammer enden zu lassen, doch wird gemäß Anspruch 2 vorgezogen, den Übergang
von dem Strömungskanal in die vorzugsweise kreiszylindrische oder sich schwach konisch
erweiternde Stauchkammer in einem kurzen, separaten Abschnitt vorzunehmen, der einen
stark vergrößerten Kegelwinkel aufweist. Hierdurch erfolgt in diesem Bereich eine
allmähliche Strömungsaufweitung bis auf den Querschnitt der Stauchkammer, bei der
eine radiale Kraftkomponente auf die Filamentfäden wirkt. Es ergibt sich hierdurch
auch eine gleichmäßigere Fadenablage auf dem gesamten Stauchkammerquerschnitt. Einer
Kraterbildung in dem frisch gebildeten Fadenstopfen wird dadurch mit Erfolg entgegengewirkt.
[0008] Es wird darauf hingewiesen, daß der zuletzt beschriebene Abschnitt der Düse stromaufwärts
der Stauchkammer hinsichtlich Länge und Form der Erweiterung deutlich von dem Strömungskanal,
in dem das Druckmittel und die Filamentfäden aufeinander treffen und in dem durch
Reibungskräfte die großen Kräfte der Strömung auf die Filamentfäden übertragen werden,
zu unterscheiden ist.
[0009] In vorteilhafter Weise hat der Strömungskanal eine Länge von mehr als dem 30- und
vorzugsweise mehr als dem 40-fachen des Kanalquerschnitts an seiner engsten Stelle.
Hierdurch werden die Kräfte auf einer großen Länge, auf der Überschallgeschwindigkeit
im ausströmenden Druckmittel vorliegt, auf die Filamentfäden übertragen. Durch Impulsübertragung
von der sie umhüllenden Schleppströmung erreichen die Filamentfäden beispielsweise
bei freiem Abzug von einer Vorlagespule eine sehr hohe Fördergeschwindigkeit oder
bei Begrenzung der Filamentgeschwindigkeit durch die Liefergeschwindigkeit der Streckgaletten
erreicht die Düse durch diese Maßnahme eine hohe Fadenzugkraft.
[0010] Der Vorteil eines sehr kleinen Öffnungswinkels des Strömungskanals nach Anspruch
4 liegt darin, daß bei sehr engem Strömungskanalquerschnitt und der dabei notwendigerweise
zu berücksichtigenden Wandreibung die Überschallgeschwindigkeit selbst bei einer großen
Baulänge des Strömungskanals ohne Strömungsabrisse beibehalten wird. Dies bedeutet,
daß es möglich ist, die Entstehung eines Verdichtungsstoßes in der Strömung in vorteilhafter
Weise zu vermeiden. Die Impuls- und Energieübertragung auf die Filamentfäden erfolgt
dabei mit besonders hohem Wirkungsgrad.
[0011] Die Maßnahme nach Anspruch 5 bietet den Vorteil, daß nach dem Erreichen der Schallgeschwindigkeit
in der engsten Stelle des Strömungskanals das ausströmende Druckmittel im Strömungskanal
zunächst noch verstärkt beschleunigt wird. Diese Beschleunigung erfolgt vorzugsweise
bis zu einem Optimum, das bei einer Machzahl von Ma = 1,4 liegt. Die folgende Stufe
des Strömungskanals ist so ausgebildet, daß die Strömungsgeschwindigkeit im wesentlichen
konstant gehalten wird.
Es wird hierdurch auf einer kurzen Strecke die angestrebte Überschallgeschwindigkeit
erreicht, die in der sich anschließenden, schwächer divergenten Strecke beibehalten
wird, ohne daß ein oder mehrere Verdichtungsstöße auftreten.
[0012] Anspruch 6 gibt hierzu eine bevorzugte Ausgestaltung des Strömungskanals an.
[0013] Anspruch 7 gibt eine weitere Bemessungsregel an, deren Ergebnis ein begrenzter, für
die erreichbare Fadengeschwindigkeit insbesondere sparsamer Verbrauch des Druckmittels
ist.
[0014] Mit besonderem Vorteil ist der Fadeneinlaßkanal der Hochgeschwindigkeitsdüse in einer
Düsennadel nach Anspruch 8 ausgebildet. Dies hat den Vorteil einer besseren und leichteren
Anpassung des Blaskanals zur Einstellung der Fadenzugkraft.
[0015] Der Vorteil der konstruktiven Ausbildung der Düse stromabwärts des Strömungskanals
nach Anspruch 9 liegt darin, daß die Düse einfach aufgebaut und gewartet, insbesondere
von Fadenresten gereinigt werden kann. Ein weiterer Vorteil liegt in der zwischen
dem Kegelstumpf der Düsennadel und dem Düsenkörper ausgebildeten Ringschlitzströmung,
die eine radiale Komponente aufweist und die die Filamentfäden nach der Zusammenführung
des Fadeneinlaßkanals und des Blaskanals allseitig eng umschließt.
[0016] Eine Düse nach Anspruch 10 in Verbindung mit Anspruch 1 oder 9 wird dadurch gebildet,
daß die den Fadeneinlaßkanal enthaltende Düsennadel mittels eines Dichtgewindes und
ggf. unter Zwischenlage von Distanzscheiben dichtend in den Düsenkörper eingesetzt
wird (z.B. DE-U 80 22 113 = Bag. 1205, DE-U 77 23 587 = Bag. 1034). Bei dieser Anordnung
läßt sich durch Veränderung der axialen Einstellung von Düsennadel und Düsenkörper
der Querschnitt des Ringschlitzes für das austretende Druckmittel einstellen. Weiter
kann durch Variation der Öffnungswinkel am Düsenkörper und/oder dem Kegel der Düsennadel
gemäß der Ansprüche 11 bis 13 in Verbindung mit der axialen Einstellbarkeit der Düsennadel
nach Anspruch 10 erreicht werden, daß die engste Stelle des Strömungskanals axial
verschoben wird und die Druckverhältnisse am Anfang des Strömungskanals sich derart
einstellen lassen, daß die Blasdüse die Filamentfäden am Einlaß des Fadeneinlaßkanals
ansaugt, oder daß die Blasdüse durch den Fadeneinlaßkanal geringe Mengen des Druckmittels
ausbläst. In einer bestimmten Ausgestaltungsform der Düse ist diese dabei in vorteilhafter
Weise so ausgestaltet, daß sie durch Axialverstellung der Düsennadel vom Saugbetrieb
beim Anlegen der Filamentfäden in einen Betriebszustand mit am Fadeneinlaßkanal Druckmittel
leicht ausblasender Düse umschaltbar ist.
[0017] Schließlich ist es der Vorteil der Maßnahme nach Anspruch 14, daß die Filamentfäden
einfach in die Blasdüse eingelegt werden können, was insbesondere beim Anfahren der
Texturiervorrichtung und nach einem Fadenbruch an den Streckgaletten, nach einem Spinndüsenwechsel
etc. erforderlich ist und die Handlingzeiten stark verkürzt.
[0018] Die Erfindung wird im folgenden anhand einer die Erfindung darstellenden Zeichnung
näher erläutert.
[0019] Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Blasdüse mit angeschlossener Stauchkammer im Längsschnitt;
- Fig. 2
- eine in Längsrichtung geteilte Stauchkammerkräuselvorrichtung gemäß der Erfindung
in abgeänderter Ausführung;
- Fig. 3
- einen Querschnitt der Düse nach Fig. 2 im Bereich der Druckmittelzufuhr;
- Fig. 4
- den Strömungskanal mit Filament- und Druckmittelzufuhr in vergrößerter, schematischer
Darstellung;
- Fig. 5
- verschiedene Ausbildungen des Strömungskanals im Bereich;
und
- Fig. 6
- des stromabwärtigen Endes der Düsennadel.
[0020] In Fig. 1 ist eine Stauchkräuselvorrichtung im Längsschnitt dargestellt, die in wesentlichen
Teilen mit der aus der
EP-189099-B bekannten Vorrichtung übereinstimmt (Fig. 17 bzw. Fig. 19). Sie besteht
aus dem Düsenkörper 1 mit einem den Strömungskanal 2 enthaltenden Einsatzkörper 3,
sowie der einlaßseitigen Düsennadel 4 und der auslaßseitig an dem Düsenkörper 1 angeflanschten
Stauchkammer 5 und Abzugswalze 6 für den in der Stauchkammer 5 gebildeten Fadenstopfen
7 (Fig. 2). Die Düsennadel 4 enthält den zentrischen Fadeneinlaßkanal 8 und die Druckmittelzufuhr.
Sie ist mit einem Feingewinde 9 in den Einsatzkörper 3 axial einstellbar eingeschraubt
und durch Deckel 10 gegen Druckmittelverluste abgedichtet. Die Druckmittelzufuhr,
beispielsweise erhitzte Druckluft, Wasserdampf, vorzugsweise überhitzter Wasserdampf
bei einem Druck von etwa 7 bis 12 bar, erfolgt durch Verteilungskanal 11 im Düsenkörper
1. Über Axialkanäle 12, Ringnut 13 im Deckel 10 und Radialbohrungen 14 ist der Verteilungskanal
11 mit den Blaskanälen 15 verbunden, die am stromabseitigen Ende der Düsennadel 4
in den gemeinsamen Strömungskanal 2 für das Druckmittel und die Filamentfäden münden.
[0021] Der Strömungskanal 2 besteht aus einem ersten Abschnitt 2.1, mit der Länge L₁ der
sich in Strömungsrichtung bis zu einem engsten Querschnitt 2.2 düsenförmig verjüngt
und sich dann in einem zweiten Abschnitt 2.3 mit einer Länge L₂ wieder kegelförmig
erweitert, und zwar mit einem sehr kleinen Öffnungswinkel alpha (Fig. 4), der vorzugsweise
kleiner als 2,0° ist. Die Stauchkammer 5 ist mit Flansch 35 und Schrauben 16 an den
Düsenkörper 1 angeflanscht. Einlaßseitig weist sie zunächst einen Abschnitt mit einer
kegelförmigen Kanalaufweitung 17 vom Querschnittt des Strömungskanals 2 in den kreiszylindrischen
oder schwach konischen Querschnitt der Stauchkammer 5 auf. Der Kegelwinkel beta der
Kanalaufweitung 17 beträgt vorzugsweise etwa 10°. In Strömungsrichtung folgt ein Bereich,
der in radialer Richtung durchlässig ist, damit das Druckmittel von den Filamentfäden
in der Stauchkammer 5 abgetrennt werden kann. Dieser Bereich besteht aus eng angeordneten
Rippen 18, die durch die Einschnitte 19 in der Stauchkammerwand 20 gebildet sind und
die so eng benachbart sind, daß Teile des gebildeten Fadenstopfens 7 an den Rippen
18 nicht hängenbleiben. Das auslaßseitige Ende der Stauchkammer 5 ist zur Bildung
eines im Querschnitt kreisförmigen Fadenstopfens 7 kreiszylindrisch oder schwach konisch
ausgebildet. Dem Auslaß gegenüber ist eine halbkreisförmig profilierte, stufenlos
einstellbar angetriebene Abzugswalze 6 angeordnet, die mit einer zweiten, nicht dargestellten
Rolle zusammenwirkt. Über die gesamte Länge der Vorrichtung hat diese einen Einfädelschlitz
21, der durch hier nicht näher dargestellte Mittel zum Einlegen der Filamentfäden
öffenbar und im Betrieb schließbar ist, damit einzelne Filamente aus dem Schlitz 21
nicht herausgeblasen werden. Bezüglich weiterer Einzelheiten wird auf die bereits
erwähnte EP-189099-B verwiesen.
[0022] Fig. 2 zeigt eine abgeänderte Stauchkräuselkammer in geöffnetem Zustand. Darin sind
Bauteile mit gleicher Funktion wie in Fig. 1 mit gleichen Bezugszeichen versehen.
Die längsgeteilte Düsennadel 4 ist hier durch Schrauben 36 am Düsenkörper 1 befestigt.
Das durch Radialkanal 22 am Düsenkörper 1 in Pfeilrichtung 23 zugeführte Druckmittel
strömt durch einen konischen Ringschlitzkanal 24 in den Strömungskanal 2 und trifft
dort auf die durch Fadeneinlaßkanal 8 zugeführten Filamentfäden, die in der Stauchkammer
5 zum Fadenstopfen 7 gestaucht und durch Abzugswalze 6 und Rolle 6.1 abtransportiert
werden.
[0023] Die gezeigte Stauchkräuselvorrichtung ist zum Reinigen bzw. zum Einfädeln der Filamentfäden
in Längsrichtung in zwei Hälften 1.1 und 1.2 geteilt und ihre eine Hälfte 1.2 wird
zum Schließen in Pfeilrichtung 25 bewegt, wobei Zentriernocken 26 an der einen Düsenhälfte
1.2 in zugeordnete Zentrierbohrungen 27 der anderen Düsenhälfte 1.1 eingreifen und
nicht näher dargestellte Verriegelungsmittel betätigen. Durch Beaufschlagung einer
Druckkammer 28 mit Druckmittel in Richtung 30 werden die beiden Düsenhälften 1.1,
1.2 zusammengepreßt, in Längsrichtung abgedichtet und ein radiales Abströmen des Arbeitsmittels
verhindert.
[0024] Fig. 3 zeigt den Querschnitt der Stauchkräuselkammer im Bereich der Druckmittelzufuhr
22 und die Ringkammer 29, die in den Ringschlitzkanal 24 am äußeren Umfang der Düsennadel
4 mündet.
[0025] In Fig. 4 ist der Strömungskanal 2 im Einsatzkörper 3 des Düsenkörpers 1 der Stauchkammerkräuselvorrichtung
vergrößert dargestellt. Er verjüngt sich zunächst in einem ersten Abschnitt 2.1 düsenförmig
und zwar bis zu einer Stelle 2.2, an der der Kanal seinen engsten Querschnitt hat
und die Strömung Schallgeschwindigkeit erreicht. In den ersten Abschnitt 2.1 ragt
die Düsennadel 4 axial hinein. Sie ist in Pfeilrichtung 34 axial einstellbar. Durch
den zentrischen Kanal 8 werden die Filamentfäden und durch den zwischen Düsennadel
4 und Einsatzkörper 3 gebildeten, sich konisch verjüngenden Ringschlitz 24 das Druckmittel
zugeführt. Stromabwärts der engsten Stelle 2.2 erfolgt eine Zunahme des Strömungsquerschnitts
des Strömungskanals 2 im Abschnitt 2.3. Diese kann entweder kontinuierlich bei einem
Kegelwinkel alpha von weniger als 5°, vorzugsweise weniger als 3° und insbesondere
zwischen 1° und 2° erfolgen. Sie kann aber auch in mindestens zwei Stufen erfolgen,
und zwar in einer ersten Stufe mit einer größeren und einer zweiten Stufe mit einer
gegenüber der ersten geringeren Querschnittserweiterung. Dabei ist die Größe des Aufweitungswinkels
alpha grundsätzlich auch abhängig von der Qualität der mechanischen Bearbeitung der
Kanalwand und wird bei schlechterer Bearbeitungsqualität des Strömungskanals 2 mit
den größeren Kegelwinkeln alpha hergestellt.
Die Länge L₂ des Strömungskanalabschnitts 2.3 wird in Abhängigkeit von dem Durchmesser
des Strömungskanals 2 an der Stelle des engsten Querschnitts 2.2 bemessen. Bei einem
Durchmesser von weniger als 3 mm am engsten Querschnitt 2.2 ergibt eine Länge L₂ zwischen
dem 30- und 40-fachen dieses Durchmessers bei einem Vordruck des Blasmediums von ca.
6 bar die günstigsten Ergebnisse hinsichtlich erreichbarer Fadengeschwindigkeit und
Texturierung. Bei einem höheren Vordruck des Blasmediums sind noch größere Längen
L₂ zur Erzielung noch höherer Fadenzugkräfte von Vorteil.
[0026] Bei einem Strömungskanal 2, der stromabwärts der engsten Stelle 2.2 in zwei Stufen
kontinuierlich erweitert ist (nicht dargestellt), ist die Länge des Abschnitts mit
dem geringeren Öffnungswinkel vorzugsweise mehr als 8 mal so groß wie die Länge des
ersten Abschnitts mit dem größeren Öffnungswinkel.
[0027] Der letzte Abschnitt des Strömungskanals ist die Kanalaufweitung 17 mit einem deutlich
größeren Kegelwinkel beta, wobei beta etwa 5 bis 15° beträgt. Dieser Abschnitt wird
nach Auftreten kleinerer Verdichtungsstöße mit Unterschallströmung durchströmt.
[0028] Da die Filamentfäden in diesem Bereich der Kanalaufweitung bereits die Stauchkammer
5 annähernd erreicht haben, spielt der Geschwindigkeitsabfall an dieser Stelle keine
wesentliche Rolle. Die Länge L
D dieses Abschnittes ergibt sich aus dem Durchmesser des Strömungskanals 2.3, an dessen
Ende, dem Kegelwinkel beta und dem vorgesehenen Durchmesser der Stauchkammer 5.
[0029] In den Figuren 5 und 6 ist der Strömungskanal 2 im Bereich der Mündung der axial
einstellbaren Düsennadel 4 dargestellt. In Fig. 5 ist dabei im Düsenkörper 1 der konisch
verlaufende Ringschlitzkanal 24 mit einem Kegelwinkel rho gebildet. Er geht an der
Stelle 31 in den sich düsenförmig verjüngenden Abschnitt 2.1 des Strömungskanals 2
über, der an der Stelle 2.2 seinen engsten Strömungsquerschnitt hat. Die Düsennadel
4 ist mit einem Kegelwinkel gamma gebildet, der vom Kegelwinkel rho im Düsenkörper
1 abweicht und kleiner als dieser ist. Dadurch läßt sich die Düsennadel 4 um die Länge
s über die Stelle 31 hinaus axial in den Strömungskanal hinein verschieben. Ein engster
Querschnitt des Ringschlitzkanals 24 kann dadurch vor das stromabseitige Ende der
Düsennadel 4 an die Stelle 31 gelegt werden. Hierdurch wird darauf Einfluß genommen,
ob und in welchen Mengen durch den Fadeneinlaßkanal 8 der Düsennadel 4 Druckmittel
stromaufwärts austritt.
[0030] In Fig. 6 ist in einer Abänderung der Verhältnisse von Fig. 5 die Düsennadel 4 so
ausgebildet, daß die Oberfläche aus zwei Kegelflächen gebildet wird, deren stromaufwärtige
einen Öffnungswinkel gamma und deren stromabwärtige einen Öffnungswinkel epsilon besitzt.
Durch die Ausbildung der Oberfläche der Düsennadel 4 aus zwei am Umfang 32 zusammentreffende
Kegelflächen mit abweichendem Kegelwinkel läßt sich der Ringschlitzkanal 24 und die
Druckverhältnisse im Ringschlitzkanal 24 und im Fadeneinlaßkanal 8 ebenfalls so beeinflussen,
daß die Blasdüse nicht rückwärts bläst.
BEZUGSZEICHENAUFSTELLUNG
[0031]
- 1
- Düsenkörper
- 2
- Strömungskanal, Mischkanal
- 3
- Einsatzkörper
- 4
- Düsennadel
- 5
- Stauchkammer
- 6
- Abzugswalze
- 6.1
- Rolle
- 7
- Fadenstopfen
- 8
- Fadeneinlaßkanal
- 9
- Feingewinde
- 10
- Deckel
- 11
- Verteilungskanal
- 12
- Axialkanal
- 13
- Ringnut
- 14
- Radialbohrung
- 15
- Blaskanal
- 16
- Schraube
- 17
- Kanalaufweitung, Diffusor
- 18
- Rippe
- 19
- Einschnitt, Abströmöffnung
- 20
- Stauchkammerwand
- 21
- Einfädelschlitz
- 22
- Druckmittelzufuhr, Radialkanal
- 23
- Pfeilrichtung
- 24
- Ringschlitzkanal
- 25
- Pfeilrichtung
- 26
- Zentriernocken
- 27
- Zentrierbohrung
- 28
- Druckkammer
- 29
- Ringkammer
- 30
- Pfeilrichtung
- 31
- engste Stelle des Ringschlitzkanals
- 32
- Umfang, Schnittlinie zweier Kegelflächen
- 33
- 34
- Pfeilrichtung
- 35
- Flansch
- 36
- Schraube
1. Vorrichtung zum Stauchkräuseln synthetischer Filamentfäden
mit einer durch ein erhitztes, gas- oder dampfförmiges Druckmittel beschickbaren Düse
und daran angeschlossener Stauchkammer (5),
bei der die Filamentfäden durch einen Fadeneinlaßkanal (8) und das Druckmittel durch
mindestens einen Blaskanal (15, 24), vorzugsweise einen auf der Mantelfläche eines
geraden Kreiskegels ausgebildeten Ringschlitz (24), zugeführt und durch einen Strömungskanal
(2), in dem die Filamentfäden gemeinsam mit dem Druckmittel geführt werden, in eine
im Querschnitt in Bezug auf den Strömungskanal (2) stark erweiterte Stauchkammer (5)
gefördert werden, in der das Druckmittel durch radiale Abströmöffnungen (19) abgeleitet
wird und die Filamentfäden zu einem längs der Stauchkammer (5) bewegbaren Fadenstopfen
(7) gestaucht werden,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Querschnitt des Strömungskanals (2) - in Strömungsrichtung gesehen - bis zu einem
engsten Querschnitt (2.2), in dem im Druckmittel Schallgeschwindigkeit erreicht wird,
abnimmt und von dort bis zur Stauchkammer (5) kontinuierlich, im wesentlichen mit
konstantem Öffnungswinkel (alpha) oder diskontinuierlich in mindestens zwei Stufen
zunimmt.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Strömungskanal (2) durch einen eine Kanalerweiterung (17) aufweisenden Abschnitt
mit einem Kegelwinkel (beta) von weniger als 20° mit der vorzugsweise zylindrischen
oder schwach konisch erweiterten Stauchkammer (5) verbunden ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Länge des Strömungskanals (2) mehr als das 30fache, vorzugsweise mehr als das
40-fache des Durchmessers im engsten Kanalquerschnitts (2.2) beträgt.
4. Vorrichtung nach Anspruch 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Öffnungswinkel (alpha) des Strömungskanals (2.3) stromabwärts des engsten Kanalquerschnitts
(2.2), vorzugsweise weniger als 3°, insbesondere zwischen 1° und 2° beträgt.
5. Vorrichtung nach mindestens einem der Ansprüche 1 bis 4,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Strömungskanal (2.3) stromabwärts des engsten Querschnitts (2.2) in einer ersten
Stufe stärker und in einer zweiten Stufe schwächer als in der ersten Stufe erweitert
ist, derart, daß die Strömungsgeschwindigkeit in der ersten Stufe vorzugsweise auf
1,4 Mach beschleunigt und in der zweiten Stufe im wesentlichen konstant gehalten wird.
6. Vorrichtung nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die zweite Stufe mindestens fünfmal und vorzugsweise mehr als achtmal so lang ist
wie die erste Stufe.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser des Strömungskanals (2) an seiner engsten Stelle (2.2) weniger als
3 mm beträgt.
8. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Fadeneinlaßkanal (8) im stromaufwärtigen Ende des Düsenkörpers (1) in einer Düsennadel
(4) ausgebildet ist und daß der Blaskanal (15, 24) die Düsennadel (4) ringförmig umgibt
und am stromabwärtigen Ende der Düsennadel (8) koaxial zum Fadeneinlaßkanal (8) mündet.
9. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Düsennadel (4) am stromabwärtigen Ende des Fadeneinlaßkanals (8) als gerader Kegelstumpf
- mit in Strömungsrichtung weisender imaginärer Spitze - ausgebildet ist, der unter
Freilassung eines Ringschlitzes (24) für das ausströmende Druckmittel dichtend in
eine Ausnehmung des Düsenkörpers (1) einsetzbar ist.
10. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Düsennadel (4) in dem Düsenkörper (1) zwecks Veränderung des Ringschlitzes (24)
axial einstellbar ist.
11. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 10,
dadurch gekennzeichnet, daß
der Öffnungswinkel (rho) der konischen Ausnehmung des Düsenkörpers (1) größer ist
als der Öffnungswinkel (gamma) der Düsennadel (4).
12. Vorrichtung nach Anspruch 9 bis 11,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Mantelfläche des Kegelstumpfes der Düsennadel (4) aus zwei Kegelflächen mit voneinander
abweichenden Kegelwinkeln (gamma, epsilon) besteht, wobei in Strömungsrichtung gesehen
auf den kleineren (gamma) der größere Kegelwinkel (epsilon) folgt.
13. Vorrichtung nach Anspruch 9,
dadurch gekennzeichnet, daß
der sich bis zu seinem engsten Querschnitt (2.2) verjüngende Strömungskanal (2.1)
unmittelbar an die in ihrer Konizität abweichende Ausnehmung des Düsenkörpers (1)
angeschlossen ist, und daß die Düsennadel (4) derart axial in die Ausnehmung des Düsenkörpers
(1) eingesetzt ist, daß ihr stromabwärtiges Ende axial bis in den Strömungskanal (2)
hineinreicht und im stromaufwärtigen Bereich des Ringschlitzes (24) ein engster Strömungsquerschnitt
zwischen Düsennadel (4) und Düsenkörper (1) gebildet wird.
14. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 13,
dadurch gekennzeichnet, daß
Düsenkörper (1), Düsennadel (4), Strömungskanal (2) und Stauchkammer (5) in Längsrichtung
geteilt und zum Anlegen des Fadens öffenbar und schließbar sind.