[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Herstellung von Mikrofilamenten gemäß dem
Oberbegriff des Patentanspruchs 1, und außerdem befaßt sich die Erfindung noch mit
einer Spinnvorrichtung zur Herstellung von Mikrofilamenten.
[0002] Als Mikrofilamente werden synthetische Filamente mit einem Einzeltiter von weniger
als 1 dtex bezeichnet (die Angabe 1 dtex bedeutet, daß 10 km des Fadens bzw. des Filamentes
1 Gramm wiegt). Die Mikrofilamente besitzen also einen sehr geringen Durchmesser und
werden in bekannter Weise zu Mikrofilamentgarnen verzwirnt. Diese Mikrofilamentgarne
können gewebt oder gewirkt werden, um ein Textil herzustellen. Aufgrund des Einzeltiters
von weniger als 1 dtex zeichnen sich die Textilien durch einen sehr weichen Griff
und einen edlen Fall aus, so daß sie einen seidenähndlichen Charakter besitzen und
sich dem Modetrend der Seidenstoffe anschließen können.
[0003] Die Herstellung von Mikrofilamenten erfolgt dadurch, daß aus dem Spinnloch einer
mit einer Schmelze gespeisten Spinndüse das Mikrofilament mit einer großen Abzugsgeschwindigkeit
abgezogen und verstreckt und nach Durchlaufen eines quer mit Kühlluft angeblasenen
Bereiches auf einer Rolle aufgenommen wird. Im Anschluß daran erfolgt das Verzwirnen
mit einer Vielzahl von Mikrofilamenten zu einem Mikrofilamentgarn, aus dem sich durch
Weben das gewünschte Textil herstellen läßt.
[0004] Daneben ist es auch bekannt, Spinnvliese aus den Mikrofilamenten herzustellen, indem
die aus Spinndüsen austretenden Filamente unter der Einwirkung eines Injektors nach
Durchlaufen eines quer mit Kühlluft angeblasenen Bereiches abgezogen und auf einem
sich fortlaufend bewegenden Ablegeband abgelegt werden. Auch solche aus Mikrofilamenten
hergestellten Spinnvliese werden durch die Erfindung erfaßt.
[0005] Bei den aus synthetischen Polymeren erzeugten Mikrofilamenten liegt der Filamentdurchmesser
je nach dem verwendeten synthetischen Polymer unterhalb von 12 »m bei Polypropylen
und unterhalb von 11 »m bei Polyamid bzw. unterhalb von 10 »m bei Polyester. Die daraus
gewonnenen Mikrofilamentgarne, die meistens als Polyamid- und Polyestergarne angeboten
werden, weisen in der Regel einen Einzeltiter auf, der nur geringfügig 1 dtex unterschreitet.
[0006] Wie weiter oben schon erwähnt wurde, ähneln die Mikrofilamentgarne und Textilerzeugnisse
durch ihren weichen Griff der modisch bevorzugten Naturseide. Daneben besitzen die
Textilgarne aus Mikrofilamenten aber noch einen weiteren Vorteil, der auf die Dichtigkeit
des Flächengebildes zurückzuführen ist. Gewebe aus Mikrofilamentgarnen lassen sich
nämlich so dicht weben, daß sie in ihren Diffusionseigenschaften semipermeablen Diaphragmen
ähnlich sind. Diese Flächengebilde atmen, d.h., sie lassen Gase und auch Dämpfe, wie
Wasserdampf, leicht durch, obwohl sie gleichzeitig schlecht benetzbar sind. Die schlechte
Benetzbarkeit beruht auf dem kleinen Filamentdurchmesser und auf dem sich hierdurch
bildenden ungünstigen Winkeln zwischen zwei Filamentoberflächen.
[0007] Die vorteilhaften Eigenschaften der Textilien aus Filamentgarnen und auch der entsprechenden
Spinnvliese sind also auf den relativ kleinen Durchmesser der Mikrofilamente zurückzuführen,
die in der weiter oben beschriebenen Weise nach dem üblichen "Schnellspinnverfahren"
hergestellt und in der Regel zu "POY-Garnen" (POY = Partially Oriented Yarn) zusammengefaßt
werden. Die Polymerschmelze wird dabei durch die Spinndüse extrudiert, unterhalb der
Spinndüse durch einen Luftstrom abgekühlt und bei hoher Geschwindigkeit - üblicher
Weise etwa 6.000 m/min - abgezogen.
[0008] Um den seidenähnlichen Charakter der aus den Mikrofilamenten hergestellten Produkte
(Textil oder Spinnvlies) weiter zu erhöhen und die geschilderten Vorteile weiter zu
verbessern, wird in der Praxis angestrebt, den Durchmesser der Mikrofilamente bei
ihrer Herstellung auf einen Einzeltiter von deutlich unter 1 dtex zu verringern. Unter
der praktisch immer angestrebten Annahme, daß man auch mit den feineren Mikrofilamenten
einen gleichen Gesamttiter des Mikrofilamentgarnes beibehalten soll, muß demnach die
Zahl der Mikrofilamente im Garn bzw. die Zahl der Düsenbohrungen pro Mikrofilamentgarn
proportional zur Reduzierung des Einzeltiters in d-tex steigen, weil für die Herstellung
eines Mikrofilamentgarnes mit gleichem Durchmesser dann mehrere Mikrofilamente benötigt
werden. Um die kleineren Durchmesser der Mikrofilamente zu erzielen, ist es erforderlich,
den Massenstrom durch die unverändert bleibende Düsenbohrung (Spinnloch) zu reduzieren.
[0009] Bei einer praktischen Realisierung eines Verfahrens zur Herstellung von Mikrofilamenten
mit kleineren Durchmessern muß allerdings noch berücksichtigt werden, daß die Filamentoberfläche
bei gleichem Volumen umgekehrt proportional zur dritten Potenz des Filamentdurchmessers
ist. Wird beispielsweise der Einzeltiter halbiert, so besitzt das dünnere Filament
eine achtfache Oberfläche.
[0010] Die größere Oberfläche ist aber im Zusammenhang mit der Abkühlung des Mikrofilaments
zu sehen. Grundsätzlich setzt das Verstrecken des Mikrofilaments eine gewisse Temperatur
voraus, und bei einer zu starken Abkühlung besteht die Gefahr, daß das Mikrofilament
brüchig wird und abreißt, insbesondere bei den üblichen hohen Abzugsgeschwindigkeiten
von 6.000 m/min.
[0011] Bei einer zu raschen Abkühlung wird sich auf der Oberfläche des Mikrofilaments eine
unterkühlte Haut bilden. Diese Haut ist dafür verantwortlich, daß es zu den Filamentbrüchen
kommt. Die Haut ist nämlich bereits starr, während die innere Masse, die von der Haut
umgeben ist, sich noch im verstreckungsfähigem Zustand befindet.
[0012] Eine Abhlife ist hier nur dadurch möglich, daß die Abzugsgeschwindigkeit erheblich
reduziert wird, wobei gleichzeitig auch der Massestrom der Schmelze durch die Spinndüse
entsprechend verringert werden muß. Im anderen Fall, wenn also der Massenstrom konstant
bleibt, würde die Reduzierung der Abzugsgeschwindigkeit dazu führen, daß die Filamente
sich nicht mit dem gewünschten geringen Durchmesser herstellen lassen.
[0013] Die somit erforderliche Reduzierung der Abzugsgeschwindigkeit führt auf Werte von
etwa 2.000 m/min (gegenüber dem üblichen Wert von 6.000 m/min). In Verbindung mit
den entsprechend reduzierten Massenstrom ergibt sich dann aber eine erheblich reduzierte
Leistung der Spinnvorrichtung, die sich nicht mehr wirtschaftlich betreiben läßt.
Da man im übrigen bei der Realisierung einer entsprechend dimensionierten Spinnvorrichtung
mit den zu berücksichtigenden Spinnbedingungen üblicher Weise bis auf die noch gerade
akzeptable Grenze bezüglich der Filamentabrisse geht, wird zusätzlich auch noch die
Qualität des Mikrofilamentgarnes beeinträchtigt, abgesehen davon, daß die Wirtschaftlichkeit
einer entsprechenden Spinnvorrichtung darunter leidet, daß - im Vergleich zu Filamenten
mit größeren Durchmessern und mit erhöhter Abzugsgeschwindigkeit - pro Zeiteinheit
weniger Garne hergestellt werden können.
[0014] Durch die EP-A-0 244 217 ist ein Verfahren zur Herstellung von Filamenten bekannt,
welches sich mit der Problematik der Behandlung von frisch aus einer Spinndüse mit
hohen Abzugsgeschwindigkeiten abgezogenen und verstreckten Filamenten befaßt. Dabei
ist direkt unterhalb eines Spinnloches der Spinndüse eine zylindrische Druckkammer
vorgesehen, in welche die Filamente sofort nach dem Abziehen aus dem Spinnloch gelangen.
[0015] Innerhalb der Druckkammer ist konzentrisch ein zylindrisches Sieb angeordnet, und
von außen wird der Druckkammer warme Luft unter Druck zugeführt und durch das zylindrische
Sieb gepreßt, in welchem die frisch aus der Spinndüse extrudierten Filamente gezogen
werden. Dabei erfolgt die Zuführung der warmen Luft in einer überwiegend quer zur
Abzugsrichtung der Filamente verlaufenden Richtung, wodurch die Filamente innerhalb
der Druckkammer bzw. innerhalb des zylindrischen Siebes einer Belastung ausgesetzt
sind. Im übrigen kommt es im zylindrischen Sieb auch zwangsläufig zu Turbulenzen,
die eine zusätzliche Belastung für die frisch abgezogenen Filamente darstellen.
[0016] Erst im Anschluß an die Druckkammer, die in ein Austrittsrohr mündet, verläuft die
Richtung der warmen Luft parallel zur Richtung der Filamente. Das bedeutet, daß die
Filamente erst dann von der warmen Luft mantelförmig umhüllt werden können, nachdem
sie das sich an den Druckraum unten anschließende Austrittsrohr verlassen haben. Für
die Herstellung von Mikrofilamenten, also von Filamenten mit einem Einzeltiter von
weniger als 1 dtex ist das bekannte Verfahren nicht geeignet, weil die erwähnten Belastungen
innerhalb der Druckkammer bzw. innerhalb des zylindrischen Siebes, also in einem Bereich,
der sich unmittelbar an die Austrittsöffnung des Spinnloches anschließt, zu groß sind.
Im übrigen werden die Filamente in einem Kühlbereich nicht quer, sondern parallel
zur Richtung der Filamente mit Kühlluft angeblasen.
[0017] Durch die EP-A-0 245 011 ist ferner ein ähnliches Verfahren zur Herstellung von Filamenten
bekannt, wobei die Filamente aus mit einer Schmelze gespeisten Spinndüsen durch ein
Spinnloch nach Durchlaufen eines Kühlbereiches mit einer großen Abzugsgeschwindigkeit
abgezogen und verstreckt werden. Auch hier schließt sich unmittelbar an das Spinnloch
zunächst eine Kammer mit einem zylindrischen Sieb an, durch welches quer zur Richtung
der Filamente warme Luft unter Druck zugeführt wird. Erst nach Verlassen der genannten
Kammer verläuft die zugeführte warme Luft in einer Richtung parallel zu den Filamenten.
Für den Bereich unmittelbar an der Austrittsöffnung des Spinnloches gelten somit die
weiter oben genannten Nachteile, wenn es um die Herstellung von Mikrofilamenten mit
sehr kleinem Durchmesser geht.
[0018] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren anzugeben, welches ohne Verschlechterung
der Wirtschaftlichkeit und der Qualität die Herstellung von Mikrofilamenten mit seht
kleinen Durchmessern ermöglicht, und außerdem soll durch die Erfindung eine Spinnvorrichtung
geschaffen werden, die eine wirtschaftliche Herstellung von Mikrofilamenten mit kleinen
Durchmessern gestattet.
[0019] Im Hinblick auf das Verfahren erfolgt die Lösung dieser Aufgabe bei dem im Oberbegriff
des Patentanspruchs 1 vorausgesetzten Verfahren durch die Merkmale des kennzeichnenden
Teils, und hinsichtlich der Spinnvorrichtung wird die Aufgabe bei einer Spinnvorrichtung
gemäß dem Oberbegriff des Patentanspruchs 10 durch dessen kennzeichnende Merkmale
gelöst.
[0020] In neuartiger Weise ist bei der Erfindung vorgesehen, daß die Mikrofilamente unmittelbar
nach dem Austritt aus dem Spinnloch durch eine nach unten ausgerichtete Strömung von
Heißluft begleitet werden. Das extrudierte Filament wird also nach dem Austritt aus
dem Spinnloch in einen warmen Luftstrom eingebettet, welcher das Filament vorzugsweise
mantelförmig umgibt. Durch die Umhüllung mit Heißluft wird der negative Einfluß der
großen Oberfläche der Mikrofilamente, die zu einer raschen Abkühlung führen, kompensiert.
Dadurch wird ein zu schnelles Abkühlen des Filaments - bedingt durch die wesentlich
höhere spezifische Oberfläche - verhindert. Ein wesentlicher Vorteil der Erfindung
besteht somit darin, daß der Filamentabzug problemlos auch bei den üblichen hohen
Geschwindigkeiten von 4.000 - 6.000 n/min erfolgen kann.
[0021] Aufgrund dieser hohen Abzugsgeschwindigkeit ist es dann auch möglich, selbst bei
extrem feinen Mikrofilamenten den Massenausstoß der Schmelze zu verbessern, wodurch
die Wirtschaftlichkeit des erfindungsgemäßen Verfahrens gewährleistet ist.
[0022] Gleichzeitig wird die Neigung zu Filamentbrüchen erheblich vermindert und ferner
wird die Gleichmäßigkeit der Filamentdurchmesser über die gesamte Düsenbohrung verbessert.
Die nach dem erfindungsgemäßen Verfahren hergestellten Mikrofilametgarne gewähren
somit eine deutlich bessere Qualität, wobei die eingangs beschriebenen Nachteile beseitigt
sind.
[0023] Der Schutzmantel aus Heißluft schützt das gerade extrudierte und gebildete Filament
unmittelbar nach dem Austritt aus dem Spinnloch der Spinndüse vor einer zu raschen
Abkühlung. Somit kann keine rasch gekühlte Außenhaut des Filamentes entstehen, die
durch die von dem schnellen Filamentabzug hervorgerufene Schubspannung ohne die erfindungsgemäßen
Maßnahmen durch Risse beschädigt und zu einem Filamentbruch führen würde.
[0024] Vielmehr wird bei der Erfindung dafür Sorge getragen, daß das Filament sich allmählich
abkühlt, so daß eine - radial betrachtet - gleichmäßige Struktur entsteht. Dadurch
läßt sich auch das sehr feine Mikrofilament mit geringem Durchmesser optimal verstrecken.
Ferner sind auch Unterschiede zwischen den einzelnen Filamenten einer Multifilament-Spinndüse
weitgehend unterdrückt, was zu einer deutlichen Qualitätsverbesserung führt.
[0025] Da die Abkühlung des Mikrofilaments bei der Erfindung nicht plötzlich, sondern kontinuierlich
erfolgt, ist die Gefahr beseitigt, daß bei einer zu raschen Abkühlung eine unterkühlte
Haut auf der Oberfläche des Filamentes entsteht, die dafür verantwortlich ist, daß
es zu Filamentbrüchen kommen kann.
[0026] Unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens bzw. mit der erfindungsgemäßen Spinnvorrichtung
ist die Kühlung des Mikrofilamentes unter Kontrolle, so daß die Gefahr vermieden ist,
daß sich Mikrofilamente mit unterschiedlichen Durchmessern ergeben. Zwar sind solche
beim Stand der Technik mögliche Abweichungen in den Durchmessern nur gering, gleichwohl
aber bemerkbar, z.B. dadurch, daß bei einer Färbung der Mikrofilamente bzw. des Textils
die Farbe von den unterschiedlichen Mikrofilamenten mit verschiedenen Durchmessern
auch unterschiedlich aufgenommen wird. Dadurch leidet der gleichmäßige Farbeindruck
des nach seiner Bestimmung als hochwertiges Textil verwendeten Produktes.
[0027] In zweckmäßiger Ausgestaltung der Erfindung werden bei dem Verfahren zur Herstellung
von Mikrofilamenten mit sehr kleinem Durchmesser bekannte
Polymere verwendet, die aus einer Schmelze spinnbar sind. Insbesondere sind Polyolefine,
vor allem Polypropylen, weiterhin Polyester sowie Polyamid 6 und 6,6 nach dem erfindungsgemäßen
Verfahren verspinnbar.
[0028] In vorteilhafter Weise lassen sich an sich bekannte Bikomponentendüsen verwenden,
wobei gewährleistet werden muß, daß der äußere Teil der kombinierten Spinndüse so
abgeändert wird, daß eine gleichmäßige Verteilung der Heißluft über alle Bohrungen
gewährleistet ist. Ferner müssen die äußeren Bohrungen der kombinierten Düse der Luftströmung
angepaßt werden.
[0029] Solche Bikomponentdüsen besitzen eine Mantel-Kern-Anordnung, wobei dann nur die Kern-Düse
zur Verspinnung der Polymerschmelze verwendet und an der Mantel-Düse der heiße Luftstrom
erzeugt wird.
[0030] Die Spinnbedingungen bezüglich der Polymerschmelze können bei der Erfindung im wesentlichen
so beibehalten werden, wie sie bei der Verspinnung einer üblichen Spinnvorrichtung
eingestellt sind. Die Lufttemperaturen im äußerem Teil der Spinndüse (Bikomponentdüse)
richten sich dabei nach der Schmelztemperatur, wobei in zweckmäßiger Ausgestaltung
der Erfindung vorgesehen ist, daß die Temperaturdifferenz beider Komponenten ±10°C
nicht überschritten werden sollte. Im optimalen Fall gleichen sich die Temperaturen
der beiden Komponenten Schmelze und Luft einander an.
[0031] Die Luftmenge der Heißluft läßt sich in einfacher Weise einstellen, wobei eine Mindesteinstellung
erforderlich ist, um zu gewährleisten, daß sich an jedem Spinnloch zumindest kurz
unterhalb der Spinndüse ein sauberer Freistrahl bildet.
[0032] Nach Durchlauf einer Strecke von etwa 100 bis 500 mm unterhalb der Spinndüse können
die Mikrofilamente durch eine Queranblasung schon stärker abgekühlt werden, wobei
hier die üblichen Anblasschächte verwendet werden können.
[0033] Neben den mechanischen Abzugsvorrichtungen in Form einer Rolle, die zur Herstellung
von Mikrofilametgarnen aus Mikrofilamenten geeignet sind, lassen sich im Rahmen der
Erfindung in zweckmäßiger Weise auch aerodynamische Abzugsvorrichtungen in Form eines
Injektors verwenden, so daß aus den nach der Erfindung gebildeten Mikrofilamenten
in bekannter Art und Weise auch ein Spinnvlies gebildet werden kann.
[0034] Andere zweckmäßige Ausgestaltungen und vorteilhafte Weiterbildungen der Erfindung
ergeben sich aus den Unteransprüchen, der Beschreibung und der Zeichnung.
[0035] Zum besseren Verständnis wird die Erfindung nachfolgend anhand der Zeichnung näher
erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine schematische Darstellung einer bekannten Spinnvorrichtung mit einer mechanischen
Abzugsvorrichtung in Form einer Rolle,
- Fig. 2
- eine Spinnvorrichtung gemäß Fig. 1, jedoch mit einer aerodynamischen Abzugsvorrichtung,
- Fig. 3
- eine schematische Darstellung einer Ausführungsform der Spinnvorrichtung nach der
Erfindung, und
- Fig. 4
- eine Detaildarstellung einer in Fig. 3 verwendeten Bikomponentdüse.
[0036] Die als Ganzes mit der Bezugsziffer 10 bezeichnete Spinnvorrichtung in Fig. 1 ist
an sich bekannt. Sie besitzt eine Spinndüse 12 mit einem Spinnloch 14 , durch welches
Schmelze 16 austritt und zu einem Mikrofilament 18 verstreckt wird. Als Abzugsvorrichtung
dient eine sich drehende Rolle 20, auf welcher die Mikrofilamente 18 aufgerollt werden.
Die Darstellung gemäß Fig. 1 zeigt aus Gründen der besseren Übersichtlichkeit lediglich
den Fall eines einzelnen Mikrofilamentes. In der Praxis, wenn eine Vielzahl von Mikrofilamenten
hergestellt wird, besitzt die Spinndüse 12 eine entsprechende Anzahl von Spinnlöchern
14.
[0037] Beim Austritt aus dem Spinnloch 14 besitzt die Schmelze 16 eine Temperatur von etwa
280°C. Durch den Pfeil 22 ist eine Queranblasung mit Kühlluft angedeutet, und das
Mikrofilament 18 kühlt sich soweit ab, daß es unten an der Rolle noch etwa eine Temperatur
von 60°C besitzt.
[0038] Das Verstrecken des Mikrofilamentes 18 erfolgt also durch die Rolle, dessen Drehgeschwindigkeit
maßgebend für die Abzugsgeschwindigkeit ist. Ein üblicher Wert der Abzugsgeschwindigkeit
liegt in Fig. 1 bei 4000 bis 6000 m/min.
[0039] Während Fig. 1 eine Spinnvorrichtung zur Herstellung von Mikrofilamentgarnen verdeutlicht,
aus denen ein Textil gewebt oder gewirkt werden kann, stellt Fig. 2 eine an sich bekannte
Spinnvorrichtung zur Herstellung von Spinnvliesen dar. Hierbei ist die Abzugsvorrichtung
aerodynamisch gestaltet und durch einen Injektor 24 gebildet. Auf einem sich seitwätrs
bewegenden Auffangband 36 werden die Mikrofilamente abgelegt.
[0040] Eine praktische Ausführungsform des erfindungsgemäßen Verfahrens ergibt sich aus
dem Ausführungsbeispiel der Spinnvorrichtung gemäß Fig. 3. Unmittelbar am Austritt
aus einer als Spinndüse wirkenden Bikomponentdüse 26 wird das extrudierte Mikrofilament
18 in einen durch die Pfeile A angedeuteten warmen Luftstrom eingebettet. Dieser warme
Luftstrom A begleitet das Mikrofilament im wesentlichen innerhalb des Verstreckungsbereiches
38, der den hauptsächlichen Verstreckungsbereich mit einer Länge von etwa 30 bis 50
cm darstellt. Der gesamte Abstand 1 zwischen der Bikomponentdüse 26 und der Rolle
20 beträgt etwa 1m.
[0041] Unterhalb des Verstreckungsbereiches 38 wird das Mikrofilament 18 wie schon in Fig.
1 und 2 mit Kühlluft 22 quer angeblasen. Durch die Zufuhr des warmen Luftstromes A,
dessen Temperatur die Schmelzetemperatur von 280°C am Austritt durch das Spinnloch
14 nicht um ± 10°C über- bzw. unterscheiden sollte, wird eine zu rasche Abkühlung
des Mikrofilaments 18 unterbunden. Vielmehr wird die Abkühlung des Mikrofilaments
18 bei der Erfindung verzögert und kontinuierlich vorgenommen.
[0042] Dadurch, daß die Abkühlung nicht plötzlich, sondern kontinuierlich erfolgt, ist der
Gefhr begegnet, daß sich auf der Oberfläche des Mikorfilaments 18 eine unterkühlte
Haut bildet und daß es dadurch zu Filamentabbrüchen kommt.
[0043] Weiterhin ist durch die Erfindung gewährleistet, daß trotz einer Verringerung des
Durchmessers des Mikrofilaments 18 mit der üblichen Abzugsgeschwindigkeit von 4000
- 6000 m/min gearbeitet werden kann, so daß die Wirtschftlichkeit einer Spinnanlage
nicht verloren geht, wenn kleinere Durchmesser der Mikrofilamente gewünscht sind.
[0044] Für die Erzeugung des bei der Erfindung entscheidenden heißen Luftstroms A läßt sich
eine in Fig. 4 näher dargestellte Bikomponentdüse 26 verwenden, die eine Kerndüse
28 sowie eine Manteldüse 30 besitzt und ferner ein Ringspalt 32 aufweist. Der Ringspalt
32 umgibt kreisringförmig das Spinnloch 34, aus welchem die Schmelze austritt.
[0045] Während bei der bekannten Verwendung der Bikomponentdüse 26 sowohl durch das Spinnloch
34 der Kerndüse 28 als auch durch den Ringspalt 32 der Manteldüse 30 Schmelze extudiert
wird, wird gemäß Fig. 4 vorgesehen, daß die Schmelze ausschließlich über die innere
Kerndüse 28 austritt. Durch den Ringspalt 36 wird demgegenüber unter Druck p und Temperatur
T der heiße Luftstrom zugeführt bzw. erzeugt, der das Mikrofilament 18 dann mantelförmig
umgibt.
[0046] Selbstverständlich läßt sich die Erfindung unter Einsatz der Bikomponentdüse 26 auch
für die Erzeugung von Spinnvlies bei einer Spinnvorrichtung gemäß Fig. 2 einsetzen.
[0047] Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren bzw. der neuen Spinnvorrichtung lassen sich ohne
Einbußen der Wirtschaftlichkeit einer Spinnanlage Mikrofilamentgarne mit superfeinem
Einzeltiter von 0,33 dtex erzeugen, so daß die Herstellung von Textilien möglich ist,
die praktisch mit Naturseide gleichzusetzen sind.
1. Verfahren zur Herstellung von Mikrofilamenten mit kleinem Durchmesser für synthetische
Garne oder für Spinnvliese, wobei die Mikrofilamente aus mit einer Schmelze gespeisten
Spinndüsen durch ein Spinnloch (Düsenbohrung) nach Durchlaufen eines Bereiches, der
quer mit Kühlluft angeblasen wird, mit einer großen Abzugsgeschwindigkeit abgezogen
und verstreckt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofilamente unmittelbar nach dem Austritt aus dem Spinnloch in der Weise
einem heißen Lufstrom ausgesetzt werden, daß der heiße Luftstrom das Mikrofilament
sofort nach dem Austritt aus dem Spinnloch mantelförmig umhüllt.
2. Verfahren nach Anspruch 1 dadurch gekennzeichnet, daß der heiße Luftstrom unter Druck und mit einer in etwa der Temperatur der Schmelze
entsprechenden Lufttemperatur zugeführt wird.
3. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Differenz der Temperatur der Schmelze und der Lufttemperatur der heißen
Luft bis zu etwa ± 10°C beträgt.
4. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofilamente im Abstand unterhalb der Spinndüse zu ihrer Abkühlung quer
mit Kühlluft angeblasen werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand mindestens etwa 100 mm, vorzugsweise 500 mm, beträgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die abgezogenen und verstreckten Filamente zu einem Mikrofilamentgarn verzwirnt
bzw. aufgewickelt werden.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche 1 - 5, dadurch gekennzeichnet, daß die abgezogenen und verstreckten Mikrofilamente zu einem Spinnvlies abgelegt
werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Mikrofilamente mit einer aerodynamischen Abzugsvorrichtung abgezogen werden.
9. Spinnvorrichtung zur Herstellung von Mikrofilamenten mit kleinem Durchmesser für synthetische
Garne oder für Spinnvliese, wobei die Mikrofilamente aus mit einer Schmelze gespeisten
Spinndüse durch ein Spinnloch (Düsenbohrung) nach Durchlaufen eines Bereiches, der
quer mit Kühlluft angeblasen wird, mit einer großen Abzugsgeschwindigkeit abgezogen
und verstreckt werden, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnvorrichtung (10) eine Mehrfach-Spinndüse (26) mit mehreren Spinnlöchern
(34) enthält, durch welche die Schmelze austritt, und daß die Mehrfach-Spinndüse konzentrisch
zu jedem Spinnloch (34) mit einer Öffnung (32) versehen ist, durch welche ein heißer
Luftstrom (A) austritt.
10. Spinnvorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, daß die Mehrfach-Spinndüse (26) nach Art einer Bikomponentendüse mit einer Kerndüse
(28) und einer Manteldüse (30) ausgebildet ist.
11. Spinnvorrichtung nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, daß die Manteldüse (30) einen die zum Austritt der Schmelze (16) vorgesehene Kerndüse
(28) konzentrisch umgebenden Ringspalt (32) besitzt, durch den die heiße Luft (A)
unter Druck (p) austritt.
12. Spinnvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 - 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnvorrichtung eine Rolle (20) als mechanische Abzugsvorrichtung für die
Mikrofilamente (18) enthält.
13. Spinnvorrichtung nach einem der vorhergehenden Ansprüche 9 - 11, dadurch gekennzeichnet, daß die Spinnvorrichtung einen Injektor (24) als aerodynamische Abzugsvorrichtung
für die Mikrofilamente (18) sowie ein Ablegeband zur Bildung eines Spinnvlieses enthält.
1. Method of making microfilaments of small diameter for synthetic yarns or for spun
tissues, wherein the microfilaments from spinning nozzles supplied with a melt are
pulled at high drawing speed and stretched through a spinning orifice (nozzle bore)
after passing through a region across which cooling air is transversely blown, characterized
in that the microfilaments, immediately after issuing from the spinning orifice, are
subjected to a hot air stream in such a manner that the hot air stream surrounds the
microfilament in the manner of a sheath immediately after it issues from the spinning
orifice.
2. Method according to Claim 1, characterized in that the hot air stream is supplied
under pressure and at an air temperature corresponding approximately to the temperature
of the melt.
3. Method according to one of the preceding Claims 1 to 2, characterized in that the
difference between the temperature of the melt and the air temperature of the hot
air is up to about ± 10°C.
4. Method according to one of the preceding Claims 1 to 3, characterized in that the
microfilaments are transversely blown with cooling air at a distance underneath the
spinning nozzle for the purpose of cooling them.
5. Method according to Claim 4, characterized in that the distance is at least about
100 mm, preferably 500 mm.
6. Method according to one of the preceding Claims 1 to 5, characterized in that the
drawn and stretched filaments are twisted or wound up to form a microfilament yarn.
7. Method according to one of the preceding claims 1 to 5, characterized in that the
drawn and stretched microfilaments are deposited or layed down to form a spun tissue.
8. Method according to claim 7, characterized in that the microfilaments are pulled by
an aerodynamic pulling device.
9. Spinning apparatus for the production of microfilaments of small diameter for synthetic
yarns or spun tissues, wherein the microfilaments from a spinning nozzle supplied
with a melt are pulled and stretched at a high drawing speed through a spinning orifice
(nozzle bore) after passing through a region across which cooling air is transversely
blown, characterized in that the spinning apparatus (10) contains a multiple spinning
nozzle (26) having a plurality of spinning orifices (34), through which the melt issues,
and that the multiple spinning nozzle is provided, concentrically to each spinning
orifice (34), with an opening (32), through which a hot air stream (A) issues.
10. A Spinning apparatus according to Claim 9, characterizd in that the multiple spinning
nozzle (26) is constructed in the manner of a two-part nozzle having a core nozzle
(28) and a casing nozzle (30).
11. Spinning apparatus according to Claim 10, characterized in that the casing nozzle
(30) possesses an annular gap (32), concentrically surrounding the core nozzle (28)
provided for the discharge of the melt (16), through which gap the hot air (A) issues
at a pressure (p).
12. Spinning apparatus according to one of the preceding Claims 9 to 11, characterized
in that the spinning apparatus contains a roller (20) as mechanical pulling device
for the microfilaments (18).
13. Spinning apparatus according to one of the preceding Claims 9 to 11, characterized
in that the spinning apparatus contains an injector (24) as aerodynamic pulling device
for the micro-filaments (18) and a receiving belt for forming a spun tissue.
1. Procédé de fabrication de microfilaments de petit diamètre pour fils synthétiques
ou pour matières textiles, les microfilaments sortant des filières alimentés par une
masse fondue à travers un trou de filière (alésage) après passage d'une zone qui est
refroidie transversalement par un courant d'air froid, étant tirés et étirés à grande
vitesse d'extraction, caractérisé en ce que les microfilaments sortent directement du trou de filière et sont exposés à un
courant d'air chaud de façon que le courant d'air chaud enveloppe comme un manteau
le microfilament aussitôt après qu'il soit sorti du trou de filière.
2. Procédé suivant la revendication 1, caractérisé en ce que le courant d'air chaud est envoyé sous pression et à une température correspondant
à peu près à la température de la masse fondue.
3. Procédé suivant l'une des revendications précédentes 1 et 2, caractérisé en ce que la différence de la température de la masse fondue et la température de l'air
chauffé va jusqu'à environ + ou - 10° C.
4. Procédé suivant l'une des revendications précédentes 1 à 3, caractérisé en ce que les microfilaments sont refroidis par un courant d'air froid transversal à une
certaine distance au-dessous de la filière.
5. Procédé suivant la revendication 4, caractérisé en ce que la distance est d'au moins environ 100 mm, de préférence 500 mm.
6. Procédé suivant l'une des revendications précédentes 1 à 5, caractérisé en ce que les filaments tirés et étirés sont retordus ou enroulés en un fil de microfilaments.
7. Procédé suivant l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que les microfilaments tirés et étirés sont tiragés en une matières textiles.
8. Procédé suivant la revendication 7, caractérisé en ce que les microfilaments sont tirés par un dispositif de tirage aérodynamique.
9. Dispositif de filage pour la fabrication de microfilaments de petit diamètre pour
fils synthétiques ou pour matières textiles, sortant des filières alimentées par une
masse fondue par un trou de filière (alésage) après passage d'une zone qui est refroidie
transversalement par de l'air froid, les microfilaments étant tirés et étirés à grande
vitesse d'extraction, caractérisé en ce que le dispositif de filage (10) comporte une filière multiple (26) avec plusieurs
trous de filière (34), par lesquels sort la masse fondue et en ce que la filière multiple
est prévue concentrique à chaque trou de filière (34) avec une sortie (32) par laquelle
sort un courant d'air chaud (A).
10. Dispositif de filage suivant la revendication 9, caractérisé en ce que la filière multiple 526) est formée selon la technique d'une filière bicomposante
avec une filière centrale (28) et une filière enveloppante (30).
11. Dispositif de filage suivant la revendication 10,caractérisé en ce que la filière enveloppante (30) se compose d'une fente annulaire (32) entourant
concentriquement la filière centrale (28) prévue pour la sortie de la masse fondue
(16), fente par laquelle sort sous pression (p) de l'air chauffé (A).
12. Dispositif de filage suivant l'une des revendications précédentes 9 à 11, caractérisé en ce que le dispositif de filage comporte une poulie (20) servant de dispositif de tirage
mécanique pour les microfilaments (18).
13. Dispositif de filage suivant l'une des revendications précédentes 9 à 11, caractérisé en ce que le dispositif de filage contient un injecteur (24) servant de dispositif de tirage
aérodynamique pour les microfilaments (18) ainsi qu'une bande de réception pour la
formation d'une matière textile.