[0001] Die Erfindung betrifft einen Gehäuseverschlußdeckel zur Abdichtung eines Kurbelwellengehäuses
einer Brennkraftmaschine mit von unten unter Zwischenschaltung einer Weichstoffdichtung
anflanschbaren Ölwanne, wobei der Deckel im Einbauzustand fluchtend zur Wellenlängsachse
an der Außenwand des Gehäuses befestigt ist und wobei ein im Deckel integrierter Lippendichtungsring
die Welle abdichtet und im Deckelflansch angeordnete Dichtstreifen im fluiddichten
statischen Eingriff sowohl mit dem Wellengehäuse als auch mit der Ölwanne stehen.
[0002] Die DE-OS 39 42 448 offenbart einen Gehäusedeckel zur Abdichtung von Kurbelwellengehäuse
mit von unten anflanschbarer Ölwanne. Zur Ausschaltung von durch Fertigungstoleranzen
bedingte Undichtheiten weist der Deckel ein separates Bauteil auf, welches sowohl
an die Ölwanne als auch an das Kurbelwellengehäuse anschraubbar ist. Über eine anvulkanisierte
Gummizwischenlage besteht eine Verbindung zwischen dem separaten Bauteil und dem restlichen
Deckelkörper. Durch die elastische Gummischicht ist das Bauteil nachgiebig mit dem
Deckel verbunden. Hierdurch kann der Gehäusedeckel fluchtend zur Wellenachse am Kurbelwellengehäuse
befestigt werden. Durch radiales Strecken oder Stauchen, je nach Toleranzlage, kann
das separate Bauteil mit der Ölwanne verschraubt werden.
[0003] Ein Über- oder Untermaß wird durch die elastische Schicht ausgeglichen.
[0004] Damit der Deckel auch zur Ölwanne eine dichte Verbindung erzeugt, muß das separate
Bauteil mit seiner Unterkante an einer Ebene mit der Kurbelwellengehäuseunterkante
liegen. Unter Zwischenschaltung einer Flachdichtung wird die Ölwanne mit dem separaten
Bauteil verschraubt. Es hat sich nun aber gezeigt, daß es aufgrund der Fertigungstoleranzen
nicht immer möglich ist, die Unterkante des Kurbelwellengehäuses in eine Ebene mit
der Unterkante des Gehäuseverschlußdeckels beziehungsweise des separaten Bauteils
zu bringen. Die zwischengeschaltete Flachdichtung kann im Falle eines Versatzes zwischen
Gehäusedeckelunterkante und Kurbelwellengehäuseunterkante dem Versatz nicht folgen,
so daß in diesem Bereich eine Undichtigkeitsstelle gegeben ist.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen gattungsgemäßen Gehäuseverschlußdeckel
dahingehend zu verbessern, daß auch bei extremen Toleranzlagen eine dichte Verbindung
zur Ölwanne besteht.
[0006] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der mit der Flachdichtung
der Ölwanne korrespondierende Dichtstreifen eine radial erstreckende schräg zur Dichtebene
verlaufende Oberfläche aufweist. Auf diese Weise ist es möglich, bei auftretendem
Versatz einen sprungfreien Übergang zu schaffen. Die Flachdichtung kann der schräg
verlaufenden Oberfläche des Dichtstreifens folgen. Zur Erzeugung einer schräg verlaufenden
Oberfläche weist der Dichtstreifen im Querschnitt gesehen eine im spitzen Winkel zur
Dichtebene verlaufende Abschrägung auf. Vorzugsweise sollte die Abschrägung als doppelseitige
Rampe ausgebildet sein, wobei die Länge der Rampe etwa der Breite der Flachdichtung
entspricht, und der spitze Winkel zwischen 5 und 20 Grad liegt.
[0007] Die Erfindung ist anhand eines Ausführungsbeispieles in der Zeichnung darbestellt
und wird im folgenden näher erläutert. Es zeigen:
Figur 1 Perspektivische Ansicht eines erfindungsgemäßen Deckels mit Anbauteile,
Figur 2 erfindungsgemäßer Deckel ohne Lippendichtungsring
Figur 3 Ausschnittvergrößerung eines bekannten Gehäuseverschlußdeckels
Figur 4 Ausschnittvergrößerung eines erfindungsgemäßen Gehäuseverschlußdeckels
Der in der Figur 1 dargestellte Gehäuseverschlußdeckel (1) dient zur Abdichtung eines
Kurbelwellengehäuses (2) einer Brennkraftmaschine mit von unten unter Zwischenschaltung
einer Flachdichtung (3) anflanschbaren Ölwanne (4). Im Einbauzustand ist der Deckel
(1) fluchtend zur Kurbellwele (nicht gezeichnet) am Kurbelwellengehäuse (2) befestigt,
dabei dichtet ein im Deckel (1) integrierter Lippendichtungsring (5) die Welle ab.
Über im Deckelflansch angeordnete Dichtstreifen (6, 7) (Figur 2) wird eine statische
Abdichtung zum Kurbelwellengehäuse (2) und zur Ölwanne (4) erzeugt.
[0008] In der Figur 3 ist eine Einbausituation eines bisherigen Deckels als Ausschnittvergrößerung
dargestellt. Zwischen der Unterkante (8) des Deckels (1) und der Unterkante (9) des
Kurbelwellengehäuses (2) besteht ein aus der Fertigungstoleranz bedingter Versatz.
Diesen Versatz kann die Flachdichtung (3) nicht ausfüllen, so daß ein Hohlraum (10)
entsteht, in welchem das abzudichtende Medium fließen kann. Der Schnittpunkt X zwischen
dem Dichtstreifen (7') und der Unterkante (9) des Kurbelwellengehäuses (2) wandert
entlang der Begrenzungskante des Dichtstreifens (7') je nach Fertigungstoleranz. Solange
die Unterkante (9) in einer Ebene mit der Unterkante (8) liegt, fließt kein Öl in
den Hohlraum (10) und der Deckel ist dicht.
[0009] Beim erfindungsgemäßen Gehäuseverschlußdeckel (1) (Figur 4) ist die Oberfläche des
Dichtstreifens (7) als Abschrägung in Form einer doppelseitigen Rampe (11) ausgebildet.
Der spitze Winkel Alpha zwischen der Dichtebene und der Oberfläche der Rampe (11)
sollte zwischen 5 und 20 Grad gewählt werden, je nach Flachdichtungsmaterial, so daß
die Flachdichtung dem Verlauf der Oberfläche folgen kann, ohne daß ein Hohlraum entsteht.
Auf diese Weise kann der Versatz zwischen Unterkante (8) und Unterkante (9) keine
undichte Stelle erzeugen, der Schnittpunkt X1 zwischen Dichtstreifen (7) und Unterkante
(9) wandert entlang der Rampe (11) je nach Fertigungstoleranz, egal an welcher Stelle
der Rampe (11) der Schnittpunkt X liegt, es ist immer Dichtheit gegeben. Denkbar wäre
es auch, die Abschrägung nicht als gerade Linie sondern als Bogen, beispielsweise
gemäß einer Sinusfunktion, zu gestalten, um so noch einen weicheren Übergang zur Flachdichtung
zu erhalten.
1. Gehäuseverschlußdeckel zur Abdichtung eines Kurbelwellengehäuses einer Brennkraftmaschine
mit von unten unter Zwischenschaltung einer Weichstoffflachdichtung anflanschbaren
Ölwanne, wobei der Deckel im Einbauzustand fluchtend zur Wellenlängsachse an der Außenwand
des Gehäuses befestigt ist, wobei ein im Deckel integrierter Lippendichtungsring die
Welle abdichtet und im Deckelflansch angeordnete Dichtstreifen im fluiddichten statischen
Eingriff sowohl mit dem Wellengehäuse als auch mit Ölwanne stehen, dadurch gekennzeichnet,
daß der mit der Flachdichtung (3) der Ölwanne (4) korrespondierende Dichtstreifen
(7) eine radial erstreckende, schräg zur Dichtebene verlaufende Oberfläche aufweist.
2. Gehäuseverschlußdeckel nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Dichtstreifen
(7) von vorn gesehen eine im spitzen Winkel Alpha zur Dichtebene verlaufende Abschrägung
(11) aufweist.
3. Gehäuseverschlußdeckel nach den Ansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die
Abschrägung (11) als doppelseitige Rampe ausgebildet ist.
4. Gehäuseverschlußdeckel nach den Ansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die
Länge der Rampe (11) etwa der Breite der Flachdichtung (3) entspricht.
5. Gehäuseverschlußdeckel nach den Ansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß der
Winkel Alpha zwischen 5 und 20 Grad liegt.