[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Vorrichtung und ein Verfahren zum Verdichten
und Führen von Faserband, insbesondere an einer Spinnereivorbereitungsmaschine mit
einem Band - trichter, diesem nachgeordneten Abzugswalzen und die Abzugswalzen beidseitig
umgreifenden Füh - rungsflächen.
[0002] Aus der DE - OS 15 10 450 ist ein Bandtrichter bekannt, welcher unmittelbar vor der
Klemmstelle eines Rollenpaares mündet. Das Rollenpaar besteht aus einer scheibenförmigen
Rolle und einer mit einer Umfangsrille versehenen Rolle. Die scheibenförmige Rolle
ist mit ihrer Dicke der Um - fangsrille der anderen Rolle angepaßt, so daß ein zwischen
den beiden Rollen geklemmtes Faserband seitlich von den Wangen der Umfangsrille geführt
wird. Nachteilig bei dieser Ausführungsform ist der relativ hohe Aufwand für die Herstellung
der Rolle mit der Umfangsrille und der große Montageaufwand bei der Einstellung der
Rollen zuein - ander.
[0003] Weiterhin ist aus der Strecke RSB 851 der Firma Schubert & Salzer Maschinenfabrik
AG ein Bandtrichter mit einstückig daran angeordneten Führungslaschen bekannt. Die
Führungslaschen umgreifen ein im Anschluß an den Bandtrichter angeordnetes Abzugswalzenpaar
seitlich. Durch die an dem Bandtrichter angeordneten seitlichen Füh - rungslaschen
ist die Verwendung einfach gestalte - ter Abzugswalzen möglich. Nachteilig bei dieser
Ausführungsform ist allerdings, daß die Lagerung der Abzugswalzen zu dem Bandtrichter
sehr genau ausgerichtet sein muß, um eine Reibung der Abzugswalzen an den Führungslaschen
zu vermeiden. Darüber hinaus besteht der Nachteil, daß bei verschieden breiten Abzugswalzen
unterschiedliche Bandtrichter verwendet werden müssen und der seitliche Abstand der
Führungslaschen zu den Abzugswalzen bei Verwendung unterschiedlicher Fasermaterialien
bei Einsatz einer geringen Teile - vielfalt nur in großen Sprüngen möglich ist.
[0004] Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es so - mit, eine kostengünstige und einfach
auf verschiedene Fertigungstoleranzen oder Fasermaterialien einstellbare Vorrichtung
zum Verdichten und Füh - ren von Faserband zu schaffen.
[0005] Die Aufgabe wird dadurch gelöst, daß seitliche Abstände der Führungsflächen von dem
Abzugswalzenpaar unabhängig voneinander einstellbar sind. Das Abzugswalzenpaar befindet
sich bei - spielsweise in einer Strecke. Die Führungsflächen sind dem Bandtrichter
und dem Abzugswalzenpaar entsprechend ihrer jeweiligen Toleranzen zuordenbar. Damit
ist eine einfache Anpassung der Führungsflächen an den Bandtrichter und die Abzugswalzen
möglich. Reibung der Abzugswalzen an der Führungsfläche oder dem Bandtrichter wird
vermieden. Vorteilhafter Weise ist der Abstand der Führungsflächen von dem Abzugswalzenpaar
durch Paßscheiben unterschiedlicher Dicke und/oder Anzahl einstellbar. Sind die Führungsflä
- chen Führungslaschen, so sind die Paßscheiben zwischen den Führungslaschen angeordnet.
Bei seitlich neben den Abzugswalzen angeordneten Ringscheiben als Führungsflächen
ist der Abstand durch Paßscheiben, welche zwischen der Abzugs - walze und den Ringscheiben
angeordnet sind, einstellbar.
[0006] In einer vorteilhaften Ausgestaltung sind die Führungslaschen an einem Träger des
Bandtrich - ters angeordnet. Der Abstand der Führungslaschen von den Abzugswalzen
ist in diesem Fall durch Paßscheiben zwischen den Führungslaschen und dem Träger einstellbar.
[0007] Werden die Führungslaschen mit einer quer zur Laufrichtung des Faserbandes angeordneten
Schraube an dem Bandtrichter angeordnet, so ist eine einfache Montage und Einstellung
der Füh - rungslaschen an dem Bandtrichter gewährleistet. Bei der Montage werden lediglich
zwischen dem Träger des Bandtrichters und den Führungslaschen Paßscheiben eingefügt
und anschließend mittels der Schraube aneinandergepreßt. Durch die An - ordnung von
miteinander korrespondierenden Kanten an dem Bandtrichter und an der Füh - rungslasche
ist eine ausreichende Drehsicherung der Führungslaschen gewährleistet.
[0008] Als besonders vorteilhaft hat sich herausgestellt, daß die Verarbeitung von bauschigem
Fasermaterial ein besseres Ergebnis liefert, wenn der Abstand der Führungsflächen
größer eingestellt wird als bei nichtbauschigem Fasermaterial. Damit wird verhindert,
daß bei bauschigem Fasermaterial Fasern zwischen den Führungslaschen und den Abzugswalzen
eingeklemmt werden und somit zu Störungen beim Durchlaufen des Faserbandes durch den
Trichter und die Abzugswalzen führen.
[0009] Ebenso hat sich als vorteilhaft herausgestellt, daß der Abstand der Führungsflächen
bei synthetischen Fasern größer eingestellt wird als bei Naturfasern. Damit wird vermieden,
daß die Fasern zu stark an die seitlichen Führungsflächen angepreßt werden, sich durch
die hohe Reibung erwärmen und verschmelzen. Wird der Abstand bei syntheti - schen
Fasern um wenige zehntel Millimeter größer eingestellt als bei Naturfasern, so wird
ein besseres Verarbeitungsergebnis bei einer größeren Schonung der Fasern erzielt.
[0010] Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind im folgenden beschrieben. Es zeigt
Figur 1 eine Seitenansicht eines Bandtrich - ters mit Führungslaschen,
Figur 2 eine Vorderansicht des Bandtrichters mit Führungslaschen und
Figur 3 eine Vorderansicht eines Bandtrich - ters mit Führungsscheiben.
[0011] In Figur 1 ist ein Bandtrichter 1 mit daran angeordneten Führungsflächen dargestellt.
Die Führungsflächen sind in diesem Ausführungsbei - spiel Führungslaschen 2 bzw. 2'.
Die Führungslaschen 2, 2' sind an einem Träger 4 des Band - trichters 1 befestigt.
Die Befestigung erfolgt über eine Schraube 5, welche quer zur Förderrichtung eines
Faserbandes 15 die Führungslaschen 2, 2' an den Träger 4 preßt. Zur Drehsicherung
der Führungslaschen 2, 2' ist eine Kante 6 des Band - trichters 1 einer Kante 7 der
Führungslaschen 2, 2' zugeordnet. Die Schraube 5 ist derart in dem Trä - ger 4 angeordnet,
daß eine Trichteröffnung 3 des Bandtrichters 1 mit einer Breite a des Trichteraus
- gangs nicht berührt wird. Damit ist ein störungsfreier Durchlauf des Faserbandes
15 durch den Bandtrichter 1 und die Trichteröffnung 3 gewährleistet.
[0012] Die Führungslaschen 2, 2' dienen zur seitlichen Begrenzung eines Spaltes S zwischen
Abzugs - walzen 10 und 11. Durch die Führungslaschen 2, 2' wird bewirkt, daß das Faserband
15, wenn es zwi - schen die Abzugswalzen 10 und 11 gelangt, nicht seitlich neben den
Abzugswalzen 10 und 11 hervortreten kann. Dies ist insbesondere dann wichtig, wenn
die Abzugswalzen 10 und 11 zur Kontrolle der Stärke des Faserbandes eingesetzt werden
(vgl. Doppelpfeil) Querschnitts des Faserbandes 15 die Abzugswalzen 10 und 11 mehr
oder weniger weit voneinander entfernt werden (vgl. Doppel - pfeil). Bei einem dickeren
Faserband 15 wird eine der Abzugswalzen 10 oder 11 ausgelenkt und es ist ein der Dicke
des Faserbands 15 entsprechen - des Signal erhältlich. Gerade hier ist es nötig, daß
sichergestellt ist, daß kein Faserband 15 seitlich neben den Abzugswalzen hervortreten
kann und damit eine Verfälschung der Messung im Vergleich zur tatsächlichen Stärke
des Faserbands 15 bewirkt.
[0013] Zwischen Führungslasche 2, 2' und Träger 4 des Bandtrichters 1 sind Paßscheiben 8
und 9 angeordnet. Durch die Paßscheiben 8 und 9 ist der Abstand der Führungslasche
2 von dem Träger 4 entsprechend der Dicke der beigelegten Paßscheiben 8 und 9 einstellbar.
Die Verwendung entsprechender Paßscheiben 8 und 9 ist erfindungsgemäß davon abhängig
welche Abstände der Führungslaschen 2, 2' von Abzugswalzen 10 und 11 eingehalten werden
sollen.
[0014] In Figur 2 ist der Bandtrichter 1 in einer Vorderansicht dargestellt. An dem Träger
4 sind die Führungslaschen 2 und 2' mit der Schraube 5 befestigt. Zwischen den Führungslaschen
2 und 2' und dem Träger 4 sind Paßscheiben 8 und 9 angeordnet. Durch die Paßscheiben
8 und 9 sind die Abstände c und d der Führungslaschen 2 und 2' von den Abzugswalzen
10 und 11 bzw. ein Abstand b der Führungslaschen voneinander ein - stellbar. Durch
die erfindungsgemäße Einstellbar - keit der Führungslaschen 2, 2' ist es nunmehr möglich,
einem Lagerspiel der Abzugswalzen 10 und 11 dadurch entgegenzuwirken, daß der Abstand
c bzw. d der Führungslaschen 2, 2' von den Abzugswalzen 10 und 11 so gewählt wird,
daß die Abzugswalzen 10 und 11 keinesfalls an die Führungslaschen 2, 2' anlaufen.
Ein weiterer Vorteil besteht darin, daß die Montage des Bandtrichters 1 im Bezug auf
die Abzugswalzen 10 und 11 nicht mehr so exakt wie bisher erfolgen muß. Es ist bei
der vorliegenden Erfindung möglich, daß nach der Montage des Bandtrichters 1 und der
Abzugswal - zen 10 und 11 die Führungslaschen 2 und 2' an dem Träger 4 mit entsprechenden
Paßscheiben montiert werden. Durch diese Reihenfolge der Montage ist eine einfachere
und damit kostengün - stigere Montage gewährleistet. Darüber hinaus ergeben sich fertigungstechnische
Vorteile, da die Führungslaschen im demontierten Zustand leichter oberflächenbehandelt
werden können, als es bisher bei einem einstückigen Bandtrichter mit Füh - rungslaschen
der Fall war.
[0015] Bei den verwendeten Paßscheiben 8 und 9 hat sich als vorteilhafte Gesamtdicke und
somit als Variationsmöglichkeit des Abstandes b der Füh - rungslaschen 2, 2' ein Wert
von etwa 1 mm erwiesen.
[0016] Durch die erfindungsgemäße Vorrichtung besteht in vorteilhafter Weise die Möglichkeit,
entsprechend des durch den Bandtrichter 1 geführten Materials des Faserbandes 15 die
Einstellung der Führungslaschen 2, 2' durchzuführen. Es hat sich herausgestellt, daß
insbesondere bei bauschigem und/oder synthetischem Fasermaterial die Verarbeitung
wesentlich verbessert wurde, wenn die Abstände c, d der Führungslaschen 2, 2' von
den Abzugswalzen 10, 11 größer eingestellt wurde als bei nichtbauschigem Fasermaterial
oder bei Naturfasern. Insbesondere bei bauschigem und syn - thetischem Material bestand
bisher die Gefahr, daß Fasern zwischen Abzugswalzen 10, 11 und Führungslaschen 2 eingeklemmt
wurden und somit zu Störungen in der Verarbeitung führten. Durch die erfindungsgemäße
Einstellbarkeit des Abstandes der Führungslaschen 2, 2' voneinander ist es nun - mehr
möglich, ohne aufwendigen Austausch des Bandtrichters und der damit verbundenen hohen
Teilevielfalt die Spinnereivorbereitungsmaschine schnell und einfach auf ein anderes
Fasermaterial umzustellen. Weiterhin wird damit in vorteilhafter Weise erreicht, daß
die Abzugswalzen nicht mehr an die Seitenflächen anlaufen und somit zu erhöhtem Verschleiß
und zu Erwärmung führen. Durch die Erwärmung der Reibung der Abzugs - walzen an den
Seitenflächen wird ebenso wie durch eine zu hohe Reibungskraft der Fasern an den Führungslaschen
die Gefahr einer Verschmelzung der Fasern vermieden. Das Arbeitsergebnis der Spinnereivorbereitungsmaschine
wird dadurch wesentlich verbessert.
[0017] In Figur 3 ist ein weiteres Ausführungsbeispiel der Erfindung dargestellt. Bei diesem
Ausführungsbeispiel sind Führungsflächen seitlich an der Abzugswalze 11 angeordnet.
Auf einer Welle 23 sind die Abzugswalze 11 und daran angeordnet Führungsscheiben 20
und 20' befestigt. Zwischen den Führungsscheiben 20 und 20' und der Abzugswalze 11
sind Paßscheiben 21 und 22 angeordnet. Über die Paßscheiben 21 und 22 ist ebenso wie
in den Figuren 1 und 2 beschrieben die seitli - che Führung des Faserbandes 15 einstellbar.
Die Führungsscheiben 20 und 20' sind weiterhin in Bezug auf die Abzugswalze 10 und
den Auslauf der Trichteröffnung 3 des Bandtrichters 1 anpaß - bar. Die Führungsscheiben
20, 20' drehen sich bei diesem Ausführungsbeispiel mit der Abzugswalze 11 mit.
[0018] Selbstverständlich ist von der Erfindung auch eine Ausführung erfaßt, bei welcher
die Führungsfläche auf einem separaten, von Bandtrichter oder Abzugswalze unabhängigen
Träger befestigt ist, und der seitliche Abstand zu den Abzugswalzen einstellbar ist.
1. Vorrichtung zum Verdichten und Führen von Faserband, insbesondere an einer Spinnerei
- vorbereitungsmaschine mit einem Bandtrichter diesem nachgeordneten Abzugswalzen
und die Abzugswalzen beidseitig umgreifenden Füh - rungsflächen, dadurch gekennzeichnet
daß seitliche Abstände (c, d) der Führungsflächen (2, 2'; 20, 20') von den Abzugswalzen
(10, 11) unabhängig voneinander einstellbar sind.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand (c, d) durch
Paßscheiben (8, 9) unterschiedlicher Dicke und/oder Anzahl zwischen den Führungsflächen
(2, 2'; 20, 20') einstellbar ist.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsflächen
Führungslaschen (2, 2') sind, die an einem Träger (4) des Bandtrichters (1) angeordnet
sind.
4. Vorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungslaschen (2,
2') mit einer quer zur Laufrichtung des Faserban - des (15) angeordneten Schraube
(5) an dem Bandtrichter (1) angeordnet sind.
5. Vorrichtung nach Anspruch 3 oder 4, dadurch gekennzeichnet, daß an den Führungslaschen
(2, 2') und dem Bandtrichter (1) jeweils eine korrespondierende Fläche (6, 7) zur
Drehsi - cherung der Führungslaschen (2, 2') angeord - net ist.
6. Verfahren zum Verdichten und Führen von Faserband insbesondere in einer Spinnerei
- vorbereitungsmaschine mit Abzugswalzen in einem seitlichen Abstand umgreifenden
Füh - rungsflächen, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Führungsflächen bei
bauschigem Fasermaterial größer gewählt wird als bei nichtbauschigem Fasermaterial.
7. Verfahren zum Verdichten und Führen von Faserband insbesondere in einer Spinnerei
- vorbereitungsmaschine mit Abzugswalzen in einem seitlichen Abstand umgreifenden
Füh - rungsflächen, dadurch gekennzeichnet, daß der Abstand der Führungsflächen bei
synthetischem Fasermaterial größer gewählt wird als bei Naturfasern.