[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft die Verwendung eines magnetischen Materials für
Spulenkerne nach dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Es ist bekannt, daß die Permeabilität von für Spulenkerne verwendetem magnetischem
Material mit zunehmender Feldstärke eines einwirkenden Magnetfeldes abnimmt. Dieser
bekannte Sachverhalt ist beispielsweise in "Ferritkerne - Grundlagen, Dimensionierung,
Anwendungen in der Nachrichtentechnik "von Kampczyk und Röß, 1. Auflage, Berlin, München:
Siemens Aktiengesellschaft, 1978, insbesondere Seiten 354 bis 367 beschrieben.
[0003] Ein Beispiel für den Einsatz von induktiven Bauelementen in Anwesenheit hoher magnetischer
Fremdfelder ist der Einsatz von Spulen als Induktivität in Schwingkreisen von induktiven
Annäherungsschaltern, die in der Automobilindustrie in Schweißautomaten eingesetzt
werden. Dabei treten hohe magnetische Felder auf, welche die Permeabilität des Magnetkerns
cer Spule im induktiven Annäherungsschalter herabsetzen, so daß sich ihre Induktivität
und damit die Güte eines Oszillators ändert, dessen frequenzbestimmender Kreis die
Spule als induktives Bauelement enthält. Daher kann es zu unerwünschten Schaltvorgängen
des induktiven Näherungsschalters kommen.
[0004] Um dieses Problem zu vermeiden, können magnetische Materialien für die Spulenkerne
verwendet werden, deren Fermeabilität auch bis hin zu hohen magnetischen Fremdfeldern
noch nahezu konstant ist. Als magnetisches Material für Spulenkerne kommt für diesen
Zweck die Verwendung von Carbonyleisen in Frage. Die Eigenschaft einer praktisch konstanten
Permeabilität auch noch bei hohen magnetischen Fremdfeldern ist beispielsweise aus
"Magnetic Materials" von Tebble und Craik, Wiley & Sons, London, New York, Sydney,
Toronto, 1969, Seiten 544 ff, bekannt. Dieser Druckschrift ist zu entnehmen, daß Carbonyleisen
ein mikroskopisch geschertes Material ist, bei dem Eisenatome durch Stickstoff-, Kohlenstoff-
und Sauerstoff-Moleküle getrennt werden.
[0005] Der Einsatz von Carbonyleisen für magnetfeldresistente Näherungsschalter, insbesondere
für den Einsatz in der Nähe von Elektro-Schweißanlagen oder Galvanikanlagen, ist in
"Sensoren in der Automatisierungstechnik" von Gerhard Schnell, Braunschweig, April
1991, Seite 19, beschrieben.
[0006] Neben dem Vorteil einer nahezu konstanten Permeabilität auch noch bei hohen magnetischen
Fremdfeldern besitzt Carbonyleisen jedoch den Nachteil einer relativ niedrigen Anfangspermeabilität,
woraus sich bei einer Anwendung in induktiven Annäherungsschaltern entsprechend kleine
Schaltabstände ergeben. Weiterhin ist die Herstellung von Carbonyleisen aus chemischen
Gründen relativ aufwendig, da reines Eisen chemisch in eine Carbonylverbindung eingebunden
werden muß. Schließlich ergibt sich auch bei mechanischen Nachbearbeitungen von Spulenkernen
aus Carbonyleisen, beispielsweise durch Schleifen, der Nachteil, daß der Vorteil eines
hohen elektrischen Widestandes und damit verbundener geringer elektrischer Verluste
verlorengeht, da das Material durch die mechanische Bearbeitung elektrisch leitend
wird.
[0007] Verschiedene Ferrit/Kunststoff-Zusammensetzungen, u.a. auch in dem im Anspruch 1
angegebenen Mischungsverhältnis, sind in der EP-A-0 394 020, in Patent Abstracts of
Japan, Vol. 14, No. 413 (E-974) und in Patent Abstracts of Japan, Vol. 14, No. 316
(E-949) angegeben. Allerdings geht es dort um die Erreichung einer möglichst hohen
Permeabilität oder um die Erhöhung des elektrischen Widerstandes zur Verminderung
von Hochfrequenzverlusten, während die Eigenschaften im Zusammenhang mit Fremdfeldstärken
nicht angesprochen werden.
[0008] Der vorliegenden Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine verwendung eines magnetischen
Materials für einen Spulenkern anzugeben, das bei einfacher Verarbeitbarkeit im Bereich
hoher Magnetfelder eingesetzt werden kann und dabei nicht nur eine konstante Permeabilität,
sondern auch einen gleichbleibend hohen spezifischen Widerstand beibehält, wodurch
geringe Kernverluste und damit eine hohe Güte der dieses Kernmaterial enthaltenden
Spule gewährleistet sind.
[0009] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils des
Patentanspruchs 1 gelöst.
[0010] Weiterbildungen der Verwendung sind Gegenstand entsprechender Unteransprüche.
[0011] Die Erfindung wird im folgenden anhand von Ausführungsbeispielen in Verbindung mit
aen Figuren 1 und 2 der Zeichnung näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- ein Diagramm der Anfangspermeabilität als Funktion des Magnetfeldes zum Vergleich
eines Spulenkerns aus Ferrit, Carbonyleisen bzw. aus erfindungsgemäß verwendetem Material,
und
- Figur 2
- ein der Figur 1 entsprechendes Diagramm der Güte von Spulen mit einem Magnetkern aus
den Materialien gemäß Figur 1.
[0012] Das verwendete magnetische Material, das durch eine homogene Ferrit/Kunststoff-Zusammensetzung
mit einem Mischungsverhältnis gebildet ist, das durch die Parameter maximal zu erwartende
Fremdfeldstärke und minimal zulässige Permeabilität festgelegt ist, besitzt den Vorteil,
daß neben einer bis hin zu hchen Feldstärken konstanten Permeabilität aufgrund des
Ferrit-Gehaltes gleichzeitig ein hoher spezifischer Widerstand erhalten bleibt, woraus
geringe Kernverluste und damit hohe Güten von dieses Kernmaterial enthaltenden Spulen
gewährleistet sind.
[0013] Das magnetische Material wird durch eine Ferrit/Kunststoff-Zusammensetzung mit einem
Mischungsverhältnis gebildet, das durch die maximal zu erwartende Fremdfeldstärke
und die minimal zulässige Permeabilität festgelegt ist. Vorzugsweise handelt es sich
um eine Zusammensetzung eines Nickel/Zink-Ferrits und eines Epoxidharzes in einem
Mischungsverhältnis von 75 bis 95 Gew. %, vcrzugsweise 83 bis 88 Gew.% Ferrit und
5 bis 25 Gew.%, vorzugsweise 12 bis 17 Gew.% Epoxidharz. Im Rahmen der Erfindung sind
anstelle des Nickel/Zink-Ferrits auch andere Ferrite, z. B. ein Mangan/Zink-Ferrit
sowie anstelle von Epoxidharz andere Kunststoffe, z. B. andere Duroplaste, verwendbar.
[0014] Da das verwendete Material anstelle einer Sinterung durch Härtung bei relativ niedrigen
Temperaturen zu fertigen Spulenkernen verarbeitet werden kann, ergibt sich darüber
hinaus der Vorteil, daß die mit einer Sinterung verbundene Schrumpfung der Kerne vermieden
wird, so daß vorgegebene Kernabmessungen leichter eingehalten werden können.
[0015] Vorzugsweise wird das Nickel/Zink-Ferritpulver vor dem Mischen mit Epoxidharz feingemahlen,
wonach die Mischung dieses feingemahlenen Pulvers für etwa 20 bis 30 min durch kontinuierliches
Zuführen des Epoxidharzes zum Ferritpulver erfolgt. Die Verarbeitung der Mischung
zu preßfähigem Granulat kann durch Passlersieben und Entstauben erfolgen. Die Härtung
von aus dem Granulat gepreßten Formlingen erfolgt bei relativ niedrigen Temperaturen
im Bereich von etwa 390 bis 430° K.
[0016] Zur weiteren Erläuterung der Eigenschaften des verwendeten Materials wird im folgenden
auf die Diagramme nach den Figuren 1 und 2 Bezug genommen, in denen die Anfangspermeabilität
µ
i bzw. die Spulengüte Q als Funktion der Feldstärke H eines magnetischen Gleichfeldes
für ringbewickelte Schalenkerne dargestellt sind.
[0017] In Figur 1 zeigt eine Kurve 1 die Anfangspermeabilität µ
i eines Ferrit-Materials mit der Bezeichnung K1, eine Kurve 2 die Anfangspermeabilität
für Carbonyleisen und eine Kurve 3 die Anfangspermeabilität des verwendeten magnetischen
Materials in Form einer Ferrit/Kunststoff-Zusammensetzung. In Figur 2 zeigen die entsprechenden
Kurven 1 bis 3 die Güte Q der ringbewickelten Schalenkerne aus den genannten Materialien.
Die Messungen nach den Kurven 1 bis 3 wurden jeweils für eine Frequenz von 100 kHz
durchgeführt.
[0018] Aus einem Vergleich der Kurven nach den Figuren 1 und 2 ist ersichtlich, daß die
Güte Q für das verwendete magnetische Material größer als die für Carbonyleisen ist,
obwohl gemäß Figur 1 die Anfangspermeabilität µ
i für das verwendete magnetische Material kleiner als die von Carbonyleisen ist.
1. Verwendung eines gescherten magnetischen Materials mit möglichst konstanter Permeabilität
als Spulenkern in einem induktiven Bauelement für den Einsatz im Bereich hoher magnetischer
Fremdfelder,
dadurch gekennzeichnet, daß eine homogene Ferrit/Kunststoff-Zusammensetzung mit einem Ferritanteil zwischen
75 und 95 Gew.% und einem Kunststoffanteil zwischen 25 und 5 Gew.% verwendet wird
und
das Mischungsverhältnis innerhalb dieses Bereiches derart eingestellt wird, daß bis
zu der maximal zu erwartenden Fremdfeldstärke die minimal erforderliche Permeabilität
bei gleichzeitig möglichst hohem elektrischem Widerstand zur Erreichung einer hohen
Spulengüte im wesentlichen konstant beibehalten wird.
2. Verwendung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Ferrit-Material ein Nickel/Zink-Ferrit Verwendung findet.
3. Verwendung nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Ferrit-Material ein Mangan/Zink-Ferrit Verwendung findet.
4. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 und 3,
dadurch gekennzeichnet, das
als Kunststoff Duroplaste Verwendung finden.
5. Verwendung nach einem der Ansprüche 1 bis 3,
dadurch gekennzeichnet, daß
als Kunststoff Epoxidharz Verwendung findet.
6. Verwendung nach einem der Ansprüche 1-5,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Nickel/Zink-Ferrit und ein Epoxidharz in einem Mischungsverhältnis von 83 bis
88 Gew.% Ferrit und 12 bis 17 Gew.% Epoxidharz Verwendung findet.
1. Use of a sheared magnetic material having maximally constant permeability as a coil
core in an inductive component for utilization in a region where there are strong
extraneous magnetic fields, characterized in that a homogenous ferrite/plastic composition
having a ferrite content of between 75 and 95 % by weight and a plastics content of
between 25 and 5 % by weight is used, and the mixing ratio is adjusted within this
range in such a way that, up to the maximum expected extraneous field strength, the
minimum required permeability is kept essentially constant with at the same time the
highest possible electrical resistance in order to achieve a high coil Q-factor.
2. Use according to Claim 1, characterized in that a nickel/zinc ferrite is employed
as the ferrite material.
3. Use according to Claim 1, characterized in that a manganese/zinc ferrite is employed
as the ferrite material.
4. Use according to one of Claims 1 and 3, characterized in that thermosets are employed
as the plastic.
5. Use according to one of Claims 1 to 3, characterized in that epoxy resin is employed
as the plastic.
6. Use according to one of Claims 1 to 5, characterized in that a nickel/zinc ferrite
and an epoxy resin are employed in a mixing ratio of from 83 to 88 % by weight of
ferrite and from 12 to 17 % by weight of epoxy resin.
1. Utilisation d'un matériau magnétique cisaillé, ayant une perméabilité aussi constante
que possible, comme noyau de bobines dans un composant inductif pour application dans
le domaine des hauts champs étrangers magnétiques, caractérisée en ce qu'une combinaison
homogène de ferrite / matière synthétique comportant une proportion de ferrite de
75 à 95 % en poids et une proportion de matière synthétique entre 25 et 5 % en poids
est utilisée et en ce que la proportion de mélange est ajustée dans cette plage de
sorte que, jusqu'à l'intensité de champ étranger à escompter au maximum, la perméabilité
au minimum nécessaire, avec simultanément une résistance électrique aussi élevée que
possible, est maintenue sensiblement constante pour parvenir à une qualité de bobines
élevée.
2. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'un ferrite au nickel-zinc
est utilisé comme matériau de ferrite.
3. Utilisation selon la revendication 1, caractérisée en ce qu'un ferrite au manganèse-zinc
est utilisé comme matériau de ferrite.
4. Utilisation selon l'une des revendications 1 et 3, caractérisée en ce que des résines
thermodurcissables sont utilisées comme matière synthétique.
5. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 3, caractérisée en ce que de la résine
époxy est utilisée comme matière synthétique.
6. Utilisation selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisée en ce qu'un ferrite
au nickel-zinc et une résine époxy sont utilisés dans une proportion de mélange de
83 à 88 % en poids de ferrite et de 12 à 17 % en poids de résine époxy.