[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft eine Steuerung für Rotationsdruckmaschinen gemäß
dem Oberbegriff des Patentanspruches 1.
[0002] Es ist allgemein bekannt, für die Steuerung von Druckmaschinen einen zentralen Rechner
einzusetzen. Dabei führen separat von jedem Druckmaschinenaggregat, beispielsweise
von jedem Farbwerk und von jedem Druckwerk Kabel zum Rechner. Der Materialeinsatz
und der Aufwand an Montagezeiten vor Ort ist somit beträchtlich.
[0003] Gemäß DE 38 39 248 A1 ist ein Steuerrechner, insbesondere innerhalb einer Rotationsdruckmaschine
bekannt, der über einen Bus mit mehreren peripheren Einheiten verbunden ist. Solche
peripheren Einrichtungen sind beispielsweise Farbzonenstellvorrichtungen, Bahnspannungs-
oder Regeleinrichtungen oder dgl. Über angeschlagene Steckverbindungen stehen die
peripheren Einheiten mit dem Datenbus in Verbindung.
[0004] Nachteilig bei dieser Art von rechnergestützten Maschinensteuerungen ist der große
Anteil von aufwendigen Montage- und Prüfarbeiten vor Ort zwischen dem zentralen Rechner
und den Maschinenaggregaten.
[0005] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine rechnergestützte Steuerung für Rotationsdruckmaschinen
zu schaffen, deren elektrische Baueinheiten für die einzelnen Maschinenaggregate,
beispielsweise Druckwerke, Bogenanleger, Bogenauslage, Falzapparate bezüglich der
Vielzahl von elektrischen, mechanischen und pneumatischen Funktionen endgeprüft und
somit schnell und einfach vor Ort zu einer Maschine montierbar sind.
[0006] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe durch den kennzeichnenden Teil des Patentanspruches
1 gelöst.
[0007] Durch die Anwendung der Erfindung bestehen die erzielbaren Vorteile insbesondere
darin, daß die einzelnen elektrischen Baueinheiten mit den Maschinenaggregaten und
dem Rechner als eine zentrale Baueinheit zusammengefaßt sind und somit unabhängig
vom Montageort montiert und geprüft werden können. Diese zentralen Baueinheiten können
schnell und einfach vor Ort montiert werden und es besteht eine rasche Inbetriebnahmemöglichkeit.
Infolge der Zusammenfassung der Baueinheiten zu einer zentralen Baueinheit besteht
auch keine Gefahr mehr von Draht- oder Kabelbrüchen durch Bewegung derselben.
[0008] Die Erfindung soll nachstehend an einem Ausführungsbeispiel näher erläutert werden.
Die einzige zugehörige Zeichnung zeigt eine schematische Darstellung der erfindungsgemäßen
Steuerung für Rotationsdruckmaschinen.
[0009] Eine Bogenrotationsdruckmaschine besteht aus einem Anleger und einer Anlage 1, aus
zwei Druckwerken 2; 3, die gemäß gestrichelter Leitungsführung je nach Bedarf um Druckwerke
4 bis 8 erweitert werden können. Weiterhin besitzt die Bogenrotationsdruckmaschine
eine Auslage 9, einen Leitstand 11 sowie ein Farbzonenfernverstellungspult 12. So
sind beispielsweise dem Anleger und der Anlage 1 solche Bauteile zugeordnet, wie Motoren
für den Stapelantrieb, Saugluftventile und Fotozellen für die Bogenausrichtung. Die
Druckwerke 2 bis 8 beinhalten jeweils den Farbduktorantrieb sowie den Farbkasten mit
über 20 Farbzonen. Zur Auslage 9 gehören u. a. der Motor des Hauptantriebes, Motoren
für den Stapelantrieb, Lüfter, Kompressoren sowie Sonderzubehör. Jedem der genannten
Anlagenteile 1 bis 4, 6 bis 9 und 11, 12 ist zumindest ein Rechner R1 bis R4, R6 bis
R9 und R11, R12 zugeordnet, welcher unmittelbar mit dem jeweiligen Anlagenteil 1 bis
4, 6 bis 9 und 11, 12 verbunden ist.
[0010] Die Druckwerke 2 bis 8 benötigen jeweils noch einen Zusatzrechner R2a bis R4a und
R6a bis R8a für die Steuerung der Farbzonen. Diese Steuerung wird vom Farbzonenfernverstellungspult
12 aus vorgenommen, während alle anderen Steuerungsvorgänge vom Leitstand 11 her veranlaßt
werden. Eine duale Kontrolle ist möglich. Der Rechner R11 im Leitstand 11 ist ständig
mit einem Bildschirm und einer Tastatur versehen, während die übrigen Rechner und
Zusatzrechner über eine serielle Schnittstelle mit einer Tastatur und einem Bildschirm
zeitweilig verbindbar sind. Eine zeitweilige Verbindung dieser übrigen Rechner und
Zusatzrechner mit einer Tastatur und einem Bildschirm ist erforderlich bei einer erstmaligen
Inbetriebnahme der Druckmaschine, zur Programmierung oder zu Service-Zwecken. Es wäre
natürlich auch möglich, die Tastaturen und die Bildschirme ständig mit den übrigen
Rechnern in Verbindung zu lassen. Alle insgesamt genannten Rechner R1 bis R4, R6 bis
R9, R11, R12 und R1a bis R4a, R6a bis R8a sind zwar miteinander verbunden, jedoch
gibt es keinen "Master"-Rechner und keinen untergeordneten Rechner (slave). Alle Rechner
sind autark und gleichberechtigt und versorgen sich gegenseitig mit allen notwendigen
Informationen. Der Zusatzrechner R1a wird für Fotozellen zur Abtastung der Bogenlage
benötigt. Die Rechner R1 bis R4, R6 bis R9, R11, R12 bzw. auch die Zusatzrechner R1a
bis R4a, R6a bis R8a befinden sich jeweils auf bzw. in den Anlagenteilen 1 bis 4,
6 bis 9, 11, 12 und sind untereinander mittels Koaxialkabel 13 oder verdrilltem Zweidrahtleiter
verbunden und mittels Steckverbindungen 14 trennbar.
[0011] Die Rechner R1 bis R4 und R6 bis R9 sowie R1a bestehen aus speicherprogrammierbaren
Steuerungen mit jeweils einer Vernetzungsschnittstelle ARCNET für Coax-Bus und einer
seriellen Schnittstelle RS 232 C für den Anschluß von Programmiergeräten. Die Zusatzrechner
R2a bis R4a und R6a bis R8a sind Steuerungen zum Positionieren und Überwachen der
Farbzonen und besitzen eine Vernetzungsschnittstelle ARCNET für das Koaxialkabel 13.
Ein Austausch des Anwenderprogrammes ist durch den Austausch des Datenträgers, z.
B. Eprom, möglich. Der Rechner R12 weist ebenfalls eine Vernetzungsschnittstelle ARCNET
für das Koaxialkabel 13 auf. Auch hier kann der Austausch des Anwenderprogrammes durch
den Austausch des Datenträgers, z. B. Eprom, erfolgen. Der Rechner R12 weist eine
Schnittstelle RS 232 C zum Anschluß eines Bedienterminals auf. Der Rechner R11 für
den Leitstand 11 ist ein Industrie-Personalcomputer mit Festplatte, RAM, Floppy-Disk-Laufwerk,
Tastatur, Bildschirm sowie einer ARCNET-Schnittstellenkarte Coax-Bus, zwei RS 232
C-Schnittstellen sowie einer parallelen Druckerschnittstelle. Der Rechner R11 im Leitstand
11 ermöglicht über den Bildschirm die Kontrolle der Istwerte, wie z. B. den Betriebszustand,
Zähler für Gutbogen und Totalbogen, eine Fehler-Nr. im Fehlerfalle oder die Maschinengeschwindigkeit.
Darüberhinaus werden Hilfestellungen zur Bedienung angezeigt. Es können auch Sollwerte
geändert werden, Zähler korrigiert und die Maschinenkonfiguration eingestellt werden.
Außerdem können mehrere Produktionsarten (Aufträge) abgespeichert und wieder zurückgeladen
werden. Somit erfolgt eine Kommunikation mit den Rechnern R1 bis R4, R6 bis R9 und
R1a sowie über den Rechner R12 mit den Zusatzrechnern R2a bis R4a und R6a bis R8a
für die Farbzonen-Fernverstellung.
Teileliste
[0012]
- 1
- Anleger und Anlage
- 2
- Druckwerk
- 3
- Druckwerk
- 4
- Druckwerk
- 5
- -
- 6
- Druckwerk
- 7
- Druckwerk
- 8
- Druckwerk
- 9
- Auslage
- 10
- -
- 11
- Leitstand
- 12
- Farbzonenfernverstellungspult
- 13
- Koaxialkabel, Netzwerk
- 14
- Steckverbindung
- 15
- -
- R1
- Rechner
- R2
- Rechner
- R3
- Rechner
- R4
- Rechner
- R6
- Rechner
- R7
- Rechner
- R8
- Rechner
- R9
- Rechner
- R11
- Rechner
- R12
- Rechner
- R1a
- Zusatzrechner
- R2a
- Zusatzrechner
- R3a
- Zusatzrechner
- R4a
- Zusatzrechner
- R6a
- Zusatzrechner
- R7a
- Zusatzrechner
- R8a
- Zusatzrechner
1. Steuerung für Rotationsdruckmaschinen mittels Rechner, welche über einen Bus oder
ein Netzwerk miteinander verbunden sind, dadurch gekennzeichnet, daß jedem Anlagenteil
(1 bis 4, 6 bis 9, 11, 12) mit den jeweiligen elektrischen Antrieben und Steuerungen
zumindest ein separater Rechner (R1 bis R4, R6 bis R9, R11, R12) zugeordnet und in
einer Baueinheit (1 bis 4; 6 bis 9, 11, 12; R1 bis R4, R6 bis R9, R11, R12) angeordnet
ist.
2. Steuerung nach Patentanspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß den Rechnern (R1 bis
R4. R6 bis R8) jeweils Zusatzrechner (R1a bis R4a, R6a bis R8a) zugeordnet und in
derselben Baueinheit (1 bis 4, 6 bis 8; R1 bis R4, R6 bis R8; R1a bis R4a, R6a bis
R8a) angeordnet sind.
3. Steuerung nach Patentansprüchen 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Rechner (R1
bis R4, R6 bis R9, R11, R12) sowie die Zusatzrechner (R1a bis R4a, R6a bis R8a) mittels
eines Netzwerkes (13) verbunden sind.
4. Steuerung nach Patentansprüchen 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzwerk
(13) zu den Anlagenteilen (1 bis 4, 6 bis 9, 11, 12) durch Steckverbindungen (14)
trennbar ist.
5. Steuerung nach Patentansprüchen 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß das Netzwerk
(13) als Koaxialkabel bzw. als verdrillter Zweidrahtleiter ausgebildet ist.