[0001] Die Erfindung betrifft eine Elektrolysevorrichtung mit zahlreichen Elektrolysezellen,
die zwischen dem Pluspol und dem Minuspol einer elektrischen Gleichspannungsquelle
über eine Stromführung in Serie geschaltet sind und von Elektrolytlösung parallel
geschaltet durchflossen werden, dabei besitzt jede Elektrolysezelle
a) mindestens eine Kathode und eine Anode,
b) eine von einer Verteilerleitung ausgehende, Elektrolytlösung zur Elektrolysezelle
führende Elektrolyt-Zuleitung und
c) eine von der Elektrolysezelle ausgehende, Elektrolytlösung zu einer Sammelleitung
führende Elektrolyt-Ableitung, wobei die Zuleitung und die Ableitung teilweise aus
Metall bestehen und ein Rohrstück aus elektrisch isolierendem Material aufweisen,
wobei mehrere der Elektrolyt-Zuleitungen und mehrere der Elektrolyt-Ableitungen mindestens
eine der Korrosion entgegenwirkende Schutzelektrode aufweisen.
[0002] Eine solche Elektrolysevorrichtung ist z.B. aus dem deutschen Patent 24 07 312 und
dem dazu korrespondierenden US-Patent 3 972 796 bekannt. Korrosionsprobleme machen
es notwendig, die Metallrohre der Zuleitungen und Ableitungen sowie die Verteiler-
und Sammelleitungen für den Elektrolyten sowie auch den Zellenaufbau aus widerstandsfähigen
Metallen, wie Titan, Zirkon oder Tantal, auszubilden. Zusätzlich werden bei der bekannten
Vorrichtung Schutzelektroden eingebaut, welche mit dem Metall der nächstliegenden
Rohrleitung elektrisch leitend verbunden sind.
[0003] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, die Wirksamkeit der Schutzelektroden für
das Verhindern von Korrosion zu verbessern und für das Abführen der elektrischen Ladungen
weg vom Rohrleitungssystem zu sorgen. Gleichzeitig soll es möglich werden, den durch
jede Schutzelektrode fließenden elektrischen Strom auf einfache Weise von außen überwachen
zu können. Erfindungsgemäß geschieht dies bei der eingangs genannten Elektrolysevorrichtung
dadurch, daß mindestens einige der Schutzelektroden mit einer gegen Erde isolierten
Metallschiene elektrisch leitend verbunden sind. Hier läßt sich der Strom, der von
jeder Schutzelektrode zur Metallschiene fließt, leicht mit ausreichender Genauigkeit
messen. Damit kann die Funktionsfähigkeit jeder Schutzelektrode jederzeit kontrolliert
werden.
[0004] Die gegen Erde isolierte Metallschiene, die z.B. aus Kupfer besteht, nimmt die von
mehreren Schutzelektroden kommenden positiven und negativen elektrischen Ladungen
auf, wobei ihr elektrisches Potential nicht oder nicht nennenswert von Null abweicht.
Es ist möglich, eine oder mehrere Metallschienen zu verwenden.
[0005] Zellennahe Schutzelektroden werden bevorzugt mit der zur jeweiligen Zelle gehörenden
Stromführung elektrisch leitend verbunden. Hierbei dient die Stromführung als Metallschiene.
Zellennahe Schutzelektroden schützen den Elektrolyt-Eingang oder den Elektrolyt-Ausgang
einer Zelle gegen Korrosion. Die Verbindung mit der Stromführung kann entweder mit
der Anodenseite oder vorzugsweise mit der Kathodenseite erfolgen.
[0006] Zellenferne Schutzelektroden werden bevorzugt mit einer oder mehreren Metallschienen
elektrisch leitend verbunden, wobei jede Metallschiene nicht nur gegen Erde isoliert,
sondern auch mit keinen Metallteilen der Zellen elektrisch leitend verbunden ist.
[0007] Es kann sich empfehlen, eine gerade Gesamtzahl von Schutzelektroden mit einer Metallschiene
elektrisch leitend zu verbinden, wobei die halbe Gesamtzahl der Schutzelektroden zu
Leitungen gehört, deren Zellen näher beim Pluspol liegen, und wobei die anderen Schutzelektroden
zu Leitungen gehören, deren Zellen näher beim Minuspol liegen. Es ist aber nicht unbedingt
nötig, diese Regel streng einzuhalten, da die über einige der Schutzelektroden fließenden
Ströme relativ klein sind.
[0008] Nicht alle Schutzelektroden, die in einer Elektrolysevorrichtung der Korrosion entgegenwirken,
brauchen mit einer gegen Erde isolierten Metallschiene verbunden zu sein. Es ist vielmehr
durchaus möglich, nur die an besonders korrosionsgefährdeten Stellen angeordneten
Schutzelektroden in der erfindungsgemäßen Weise mit einer Metallschiene zu koppeln
und andere Schutzelektroden in bekannter Weise, z.B. dem deutschen Patent 24 07 312
entsprechend, anzuordnen.
[0009] Ausgestaltungsmöglichkeiten der Vorrichtung werden mit Hilfe der Zeichnung erläutert.
Es zeigt:
- Fig. 1
- das Fließschema einer Elektrolysevorrichtung,
- Fig. 2
- eine Elektrolysezelle mit Zuleitung und Ableitung in schematischer Darstellung,
- Fig. 3
- einen Querschnitt entlang der Linie A-A in Fig. 2 durch eine Elektrolysezelle,
- Fig. 4
- eine erste Möglichkeit der Anordnung einer Schutzelektrode im Längsschnitt,
- Fig. 5
- die Draufsicht auf die Schutzelektrode der Fig. 4 und
- Fig. 6
- eine zweite Möglichkeit der Anordnung einer Schutzelektrode im Längsschnitt.
[0010] Die in Fig. 1 schematisiert dargestellte Elektrolysevorrichtung weist zahlreiche
Elektrolysezellen (1), (2), (3) und (4) auf, die zwischen dem Pluspol (6) und dem
Minuspol (7) einer nicht dargestellten elektrischen Gleichspannungsquelle in Serie
geschaltet sind. Dies wird durch eine Stromführung (5) erreicht, die benachbarte Zellen
miteinander verbindet und über die die Zelle (1) mit dem Pluspol (6) und die Zelle
(4) mit dem Minuspol (7) verbunden sind. Die Elektrolysezellen werden von der Elektrolytlösung
parallel durchströmt, die Lösung kommt aus einem Vorratstank (8), strömt durch Verteilerleitungen
(9a) und (9b), gelangt durch eine Zuleitung (11), (21), (31) oder (41) in die jeweilige
Zelle, verläßt die Zelle jeweils durch eine Elektrolyt-Ableitung (12), (22), (32)
oder (42) und fließt durch eine Sammelleitung (10a) oder (10b) zurück zum Vorratstank
(8). Um die Darstellung in Fig. 1 einfach und übersichtlich zu halten, wurden Kreislaufpumpen
sowie die Zuspeisung von frischem Elektrolyten und der teilweise Abzug gebrauchter
Elektrolytlösung weggelassen.
[0011] Die Anzahl der Zellen richtet sich nach der mit der Elektrolysevorrichtung angestrebten
Produktmenge, dabei sind Zellenzahlen zwischen 20 und 60 zur Zeit üblich. Die Spannung
zwischen Kathode und Anode einer Zelle liegt im Betrieb üblicherweise im Bereich von
2,5 bis 3,5 Volt.
[0012] In Fig. 1 sind eine erste Metallschiene (15) und eine zweite Metallschiene (16) dargestellt,
die aus elektrisch gut leitendem Material, z.B. Kupfer, bestehen. Jede dieser beiden
Metallschienen ist gegen Erde elektrisch isoliert. Mit den Metallschienen verbunden
sind elektrische Leitungen (17), die jeweils zu einer Schutzelektrode gehören. Vorzugsweise
verbinden die elektrischen Leitungen (17) zellenferne Schutzelektroden. Zellennahe
Schutzelektroden sind elektrisch durch Leitungen (14) mit der zur jeweiligen Zelle
gehörenden Stromführung (5) gekoppelt. Einzelheiten der Schutzelektroden werden weiter
unten mit Hilfe der Fig. 2 und 4 bis 6 erläutert.
[0013] Fig. 2 zeigt eine einzelne Elektrolysezelle (2) mit ihrer Umgebung im Längsschnitt
in vergrößerter Darstellung. Ein Querschnitt entlang der Linie A-A ist in Fig. 3 dargestellt.
Wie bereits zusammen mit Fig. 1 erläutert, wird die Elektrolysezelle (2) durch die
Verteilerleitung (9a) und die Zuleitung (21) mit Elektrolytlösung versorgt, die gebrauchte
Elektrolytlösung fließt durch die Ableitung (22) und die Sammelleitung (10a) ab. Da
der Elektrolyttank (8) sowie die Leitungen (9a), (9b), (10a) und (10b) üblicherweise
elektrisch auf dem Potential von Null Volt, bezogen auf die Spannung des Pluspols
(6) und des Minuspols (7), gehalten werden, ist eine elektrische Isolierung in der
Zuleitung (21) und der Ableitung (22) notwendig. Deshalb ist jeweils ein isolierendes
Rohrstück (21a) und (22a) vorgesehen, welches z.B. aus Glas besteht. Die übrigen Leitungs-
und Zellenteile sind aus Metall und üblicherweise aus Titan hergestellt. Dichtungen
und Spannelemente zwischen den Flanschen der Rohre wurden in Fig. 2 weggelassen.
[0014] An besonders korrosionsgefährdeten Stellen befinden sich Schutzelektroden (18) und
(18a). Die Schutzelektrode (18a) hat einen zellennahen Platz und die Schutzelektroden
(18) befinden sich in zellenferner Anordnung. Die zellenfernen Schutzelektroden (18)
sind durch die elektrischen Leitungen (17) mit einer der beiden Metallschienen (15)
oder (16) verbunden. In der zur Schiene (15) führenden Leitung (17) und in der Leitung
(14) fließt der Strom durch ein eingebautes Ampèremeter (25), wodurch eine ständige,
einfache Überwachung der Funktionsfähigkeit der Schutzelektrode möglich ist. Ein eingebautes
Ampèremeter ist aber nicht unbedingt notwendig, da der Strom in den Leitungen (14)
und (17) auch nur zeitweise, z.B. induktiv, gemessen werden kann. Eine solche Strommessung
dient der Kontrolle der Funktionsfähigkeit der zur jeweiligen Leitung gehörenden Schutzelektrode.
[0015] Die parallelen Platten der Anoden (23) und der in Fig. 2 mit gestrichelter Begrenzung
dargestellten Kathoden (24) sind in ihrer abwechselnden Aufeinanderfolge in Fig. 3
dargestellt. Die Anoden (23) sind mit einem deckelartigen Gehäuseteil (27) verbunden,
der Kontakt mit der Stromführung (5) hat. Die Kathodenplatten (24) gehen von einer
Grundplatte (28) aus, dabei sind der Deckel (27) und die Grundplatte (28) mit zwischengelegten
isolierenden Dichtungen (29), z.B. aus Polytetrafluorethylen, in nicht dargestellter
Weise gegeneinander verspannt. In Fig. 3 ist die Nachbarzelle (3), die in gleicher
Weise wie die Zelle (2) ausgebildet ist, teilweise dargestellt. Zwischen den Zellen
liegt die verbindende Stromführung (5), über die die Zellen elektrisch in Serie geschaltet
sind.
[0016] In Fig. 4 ist vergrößert dargestellt, wie eine Schutzelektrode (18) im Übergangsbereich
zwischen einem Metallrohr (10a) und einem Glasrohr (22a) angeordnet ist. Fig. 5 zeigt
die Draufsicht auf diese Schutzelektrode (18). Diese Schutzelektrode kann zellennah
oder auch zellenfern angeordnet werden.
[0017] Die Schutzelektrode besteht im wesentlichen aus einem inneren Rohrstück, das über
Stege (35) mit einem Haltering (36) verbunden ist. Vom Haltering (36) geht eine Anschlußzunge
(37) aus, welche mit der nicht dargestellten elektrischen Leitung (14) oder (17) (vgl.
Fig. 2) verbunden ist. In Fig. 4 ist zu sehen, wie der Haltering (36) zwischen elektrisch
isolierenden Dichtungsringen (38) und (39) eingespannt sitzt. Für die optimale Wirksamkeit
der Schutzelektrode (18) ist es vorteilhaft, wenn sie in den Bereich des Glasrohrs
(22a) hineinreicht, wie das in Fig. 4 dargestellt ist. Abweichend von Fig. 4 und 5
kann die Schutzelektrode (18) aus mehreren konzentrischen Rohrstücken bestehen, wobei
aber eine ausreichende Durchlässigkeit für die Elektrolytlösung gewährleistet sein
muß. Vorzugsweise bestehen die Schutzelektrode (18) sowie auch die Stege (35) und
der Haltering (36) aus korrosionsfestem Metall, wie z.B. Titan.
[0018] Fig. 6 zeigt eine weitere Möglichkeit der Anordnung einer Schutzelektrode (18a),
die sich gut für zellennahe Schutzelektroden eignet, doch können auch zellenferne
Schutzelektroden in dieser Weise angeordnet werden. Gemäß Fig. 6 ist das zentrale
Rohrstück der Schutzelektrode (18a) durch den Leiter (40) mit dem Flanschende (10b)
des vor Korrosion zu schützenden Metallrohrs (10a) elektrisch leitend verbunden. Vom
Flanschende (10b) geht die elektrische Leitung (14) aus, die über das Ampèremeter
(25) zur nicht dargestellten Stromführung führt. Da das Metallrohr (10a), vorzugsweise
aus Titan gefertigt, den elektrischen Strom viel schlechter leitet als die Leitung
(14), fließt der größte Teil des von der Schutzelektrode (18a) kommenden Stroms durch
die Leitung (14) und kann so mit ausreichender Genauigkeit gemessen werden.
[0019] In Fig. 6 ist ferner zu sehen, daß zwischen der gestrichelt eingezeichneten Stirnebene
(41) und dem Rohrstück der Schutzelektrode (18a) ein entlang der Achse (I-I) gemessener
senkrechter Abstand (X) bleibt. Dieser Abstand (X) beträgt vorzugsweise mindestens
2 mm und liegt zumeist im Bereich von 3 bis 8 mm. Es hat sich gezeigt, daß ein solcher
Abstand (X) der Schutzelektrode (18a) vom Flanschende des Metallrohrs (10a) einen
verbesserten Korrosionsschutz bewirkt. Für Fig. 6 gelten im Übrigen die zu Fig. 4
und 5 gehörenden Erläuterungen von Einzelheiten.
[0020] Die erfindungsgemäße Elektrolysevorrichtung ist für verschiedenartige Elektrolyseaufgaben
geeignet. Nur als Beispiel sei hier die Herstellung von Alkalichlorat aus einer Alkalichloridlösung
genannt.
1. Elektrolysevorrichtung mit zahlreichen Elektrolysezellen, die zwischen dem Pluspol
und dem Minuspol einer elektrischen Gleichspannungsquelle über eine Stromführung in
Serie geschaltet sind und von Elektrolytlösung parallel geschaltet durchflossen werden,
dabei besitzt jede Elektrolysezelle
a) mindestens eine Kathode und eine Anode,
b) eine von einer Verteilerleitung ausgehende, Elektrolytlösung zur Elektrolysezelle
führende Elektrolyt-Zuleitung und
c) eine von der Elektrolysezelle ausgehende, Elektrolytlösung zu einer Sammelleitung
führende Elektrolyt-Ableitung, wobei die Zuleitung und die Ableitung teilweise aus
Metall bestehen und ein Rohrstück aus elektrisch isolierendem Material aufweisen,
wobei mehrere der Elektrolyt-Zuleitungen und mehrere der Elektrolyt-Ableitungen mindestens
eine der Korrosion entgegenwirkende Schutzelektrode aufweisen, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einige der Schutzelektroden mit einer gegen Erde isolierten Metallschiene
elektrisch leitend verbunden sind.
2. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Metallschiene
die Stromführung dient.
3. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Metallschiene
keine elektrisch leitende Verbindung zu den Metallteilen einer Zelle aufweist.
4. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß sich die mit einer
Metallschiene elektrisch leitend verbundenen Schutzelektroden in der Nähe des der
Zelle abgewandten Endes des Rohrstücks aus elektrisch isolierendem Material befinden.
5. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß mindestens einige der Schutzelektroden keine elektrisch leitende Verbindung mit
Metallteilen der Zuleitung oder Ableitung aufweisen.
6. Elektrolysevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
mindestens einige der Schutzelektroden mit einem Metallflansch der Zuleitung oder
Ableitung elektrisch leitend verbunden sind.
7. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen der Schutzelektrode
und dem Metallflansch ein senkrechter Abstand (X) von mindestens 2 mm besteht.
8. Elektrolysevorrichtung nach Anspruch 1 oder einem der folgenden, dadurch gekennzeichnet,
daß eine gerade Gesamtzahl von Schutzelektroden mit einer Metallschiene elektrisch
leitend verbunden sind und die halbe Gesamtzahl der Schutzelektroden zu Leitungen
gehört, deren Zellen näher beim Pluspol liegen, und die anderen Schutzelektroden zu
Leitungen gehören, deren Zellen näher beim Minuspol liegen.
9. Elektrolysevorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 8, gekennzeichnet durch ein
den Fluß des elektrischen Stromes zwischen einer Schutzelektrode und der Metallschiene
anzeigendes Gerät.