[0001] Die Erfindung betrifft eine Abdeckvorrichtung mit einem flexiblen, flächigen Abdeckmittel,
wie Jalousie, Markisentuch oder dgl., das auf einer Aufwickelwelle aufgewickelt und
mit seinem freien, vorderen Rand an einer Randleiste befestigt ist, die an ihren beiden
Enden mit je zwei im Abstand voneinander angeordneten, ersten und zweiten Laufrollen
in seitlichen Führungsschienen geführt und unter Federwirkung von mindestens einem
flexiblen Zugmittel gespannt gehalten wird, das an den äußeren Enden der Führungsschienen
umgelenkt wird und auf Aufwickelrollen aufgewickelt ist, die auf der Aufwickelwelle
sitzen.
[0002] Flexible Abdeckmittel, wie Markisentücher oder dgl., dienen als Sonnenschutz für
Terassen und Pergolen, aber auch als Abdeckung für Schwimmbecken zum Schutz vor Staub,
Laub und anderen Verunreinigungen. Beim Abziehen der Jalousie oder des Tuches von
der Aufwickelwelle muß das Tuch in Längs- und Querrichtung gespannt gehalten werden,
wobei die Querspannung mit einer Randleiste bewirkt wird, in der der freie, vordere
Rand des Tuches eingespannt ist, während die Längsspannung zwei flexible Zugmittel
in Form von Seilen übernehmen, die an den beiden Enden der Randleiste befestigt sind
und über Umlenkrollen an den äußeren Enden der Führungsschiene zur Aufwickelwelle
zurückgeführt werden, wo sie sich beim Abwickeln des Markisentuches auf Aufwickelrollen
aufwickeln. Längenänderungen der Zugmittel, die beim Auf- und Abrollen des Markisentuches
mit dem gleichzeitigen Abwickeln und Aufwickeln der Zugmittel auftreten, werden durch
Federelemente ausgeglichen, die in den Führungsschienen oder in der vorderen Randleiste
angeordnet werden können.
Es ist bekannt (DE 35 20 857 Al), die Enden der Randleiste mit Rollenwagen zu führen,
die je zwei im Abstand voneinander angeordnete erste und zweite Laufrollen haben.
An jedem Rollenwagen ist ein flexibles Zugmittel befestigt und ein Ende der Randleiste
gelagert, die eine Torsionsfeder enthält, die bestrebt ist, die Randleiste so zu drehen,
daß der Tuchrand auf ihr aufgewickelt wird und das Markisentuch hierdurch gespannt
wird. Hierbei dienen die Rollenwagen der Torsionsfeder als Widerlager und nehmen das
Torsionsmoment auf, indem die im Abstand voneinander angeordneten Laufrollen ein dem
Moment entsprechendes Kräftepaar auf die Führungsschiene übertragen.
[0003] Um eine einfachere Konstruktion zu erreichen und auch größere Längenänderungen der
Zugmittel federnd aufnehmen zu können, ist es auch bekannt, die Enden der Zugmittel
über Einlaufrollen in die Randleiste einzuführen und dort unter Zwischenschaltung
einer Feder in der Randleiste zu verankern (Eu 0 207 040 Bl). Bei schmalen und langen
Markisen und Pergolen können die Enden der Zugmittel auch ein- oder mehrfach über
Rollen geschoren sein.
[0004] Die bekannten Abdeckvorrichtungen haben den Nachteil, daß sie entweder die Längendifferenzen
der Zugmittel nicht ausreichend kompensieren oder das Markisentuch oder die Jalousie
kann nicht um Bögen geführt werden, wie dies bei Pergolen häufig der Fall ist, bei
denen das Abdeckmittel nicht nur gegen Lichteinfall von oben, sondern auch gegen Lichteinfall
von der Vorderseite her schützen soll. Bei diesen Pergolen verlaufen die seitlichen
Führungsschienen nicht geradlinig, sondern haben einen Knick, der von der Randleiste
durchfahren werden muß. Hierbei kann es leicht geschehen, daß die Zugmittel von ihren
Einlaufrollen abspringen.
[0005] Aufgabe der Erfindung ist es, eine Abdeckvorrichtung der eingangs näher erläuterten
Art mit einfachen Mitteln so auszubilden, daß das Abdeckmittel mit seiner Randleiste
auch längs gebogener oder geknickter Führungsschienen vorgezogen und zurückgeschoben
werden kann und gleichzeitig große Längendifferenzen der Zugmittel in der Randleiste
kompensiert werden, wo die Zugmittel leicht zugänglich sind und ihre Spannung leicht
eingestellt werden kann.
[0006] Diese Aufgabe wird mit der Erfindung dadurch gelöst, daß das Zugmittel über an den
Enden der Randleiste angeordnete Einlaufrollen in die Randleiste eingeführt und auf
quer zu den Einlenkrollen angeordneten Führungsrollen abgestützt ist, deren Zugmittelrillen
tangential mit den Zugmittelrillen der Einlaufrollen fluchten.
[0007] Diese Ausgestaltung hat den Vorteil, daß die Zugmittel zum Spannen des Markisentuches
in jeder beliebigen Winkellage der Randleiste in diese sicher einlaufen können und
auch dort nicht abspringen, wo die Randleiste des Markisentuches Bögen oder Winkel
in den seitlichen Führungsschienen durchläuft. In der Randleiste, wo die Zugmittel
von Federn gespannt gehalten werden, können große Längendifferenzen der Zugfedern
kompensiert werden, die dort gleichzeitig von außen an einer Stelle gespannt werden
können, die auch im aufgespannten Zustand der Markise leicht zugänglich ist.
[0008] Besonders zweckmäßig ist es wenn die Führungsrollen koaxial zu den ersten Laufrollen
angeordnet sind. Diese können als Zwillingsrollen ausgebildet sein, zwischen denen
je eine Führungsrolle angeordnet ist. Die Laufrollen dienen hierdurch zugleich als
Seitenführung für die Führungsrolle, die zweckmäßig einen kleineren Durchmesser hat
als die Laufrollen.
[0009] Damit sich die Randleiste beim Vorziehen und Zurückziehen des Abdeckmittels innerhalb
gewisser Grenzen zwanglos schiefstellen kann, sind die Führungsrollen und/oder mindestens
eine der Laufrollen an den Enden der Randleiste axial verschieblich gelagert. Ferner
weisen die Führungsschienen zweckmäßig seitliche Führungsflächen für die Laufrollen
auf, so daß diese seitlich gehalten sind und immer wieder in ihre Führungsbahnen zurückgedrängt
werden. Hierbei ist es zweckmäßig, wenn die ersten und die zweiten Laufrollen jeweils
eigene, seitliche Führungsflächen in den Führungsschienen haben.
[0010] Weitere Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung
und den Zeichnungen, in denen eine bevorzugte Ausführungsform der Erfindung an einem
Beispiel näher erläutert ist. Es zeigt:
- Figur 1
- eine Abdeckvorrichtung nach der Erfindung in Form einer Pergolamarkise in einer schematischen,
perspektivischen Darstellung,
- Figur 2
- den Gegenstand der Fig. 1 in einer Draufsicht und in einem horizontalen Teilschnitt
nach Linie II-II und
- Figur 3
- die Pergolamarkise nach Fig. 1 in einem vertikalen Teilschnitt nach Linie III-III.
[0011] In den Zeichnungen ist mit 10 eine Abdeckvorrichtung, nämlich eine Pergola-Markise
bezeichnet, die einen verglasten Vorbau 11 eines nicht näher dargestellten Wohnhauses
auf seiner Oberseite 12 und an seiner Vorderseite 13 abdecken und beschatten kann.
Die Abdeckvorrichtung 10 besteht aus einem flexiblen, flächigen Abdeckmittel 14, nämlich
einem Markisentuch, das auf einer Aufwickelwelle 15 aufgewickelt ist, die im Markisenkasten
16 gelagert ist. An seinem freien, vorderen Rand ist das Abdeckmittel 14 an einer
Randleiste 17 befestigt, die an ihren beiden Enden 17b und 17b in seitlichen Führungsschienen
18 und 19 geführt ist.
[0012] Jede Führungsschiene 18 bzw. 19 ist mit Stützen 20 am Vorbau 11 abgestützt und besteht
mit aus einem oberen, nahezu waagerechten Teil 18a bzw.19a und aus einem unteren,
annähernd vertikalen Teil 18a bzw. 19b . Dort, wo die oberen und unteren Teile der
Führungsschienen 18 und 19 zusammenstoßen, sind sie durch Bogenteile 18c bzw. 19c
miteinander verbunden.
[0013] Beim Abwickeln und Vorziehen des flexiblen Abdeckmittels 14 wird dieses in Längsrichtung
von einem Zugmittel 21, nämlich von einem dünnen Kunststoffseil 21, gespannt gehalten,
das seitlich neben den Seitenrändern 14 angeordnet sind und im Inneren der Randleiste
17 verläuft.
[0014] Die Zugmittel sind auf Aufwickelrollen 22 aufgewickelt, die an den Enden der Aufwickelwelle
15 befestigt sind und sich mit dieser drehen, wobei die Zugmittel so auf die Aufwickelrolle
22 geleitet werden, daß diese die Zugmittel aufwickeln, während das Abdeckmittel 14
von der Aufwickelwelle abgewickelt wird und umgekehrt.
[0015] Die Zugmittel 21 laufen durch die Führungsschienen 18 bzw. 19 bis zu deren freien,
unteren Enden 23 bzw. 24. Dort werden sie über Umlenkrollen 25 und 26 umgelenkt und
durch die Führungsschienen bis zur Randleiste 17 zurückgeführt, in der ihre Enden
an einer Zugfeder 27 befestigt sind, die sich im Inneren der Randleiste 17 befindet.
[0016] Wie aus Fig. 3 hervorgeht, besteht jede Führungsschiene 18 bzw. 19 aus einem hohlen
Profilträger mit zwei oberen Kammern 28 und 29, und zwei unteren Kammern 30 und 31,
die durch eine seitliche Zwischenwand 32 bzw. zwei Zwischenböden 33 und 34 voneinander
getrennt sind. In der unteren Kammer 31 sind die Stützen 20 befestigt, welche die
Führungsschienen 18 und 19 tragen. Die jeweils innen liegende obere Kammer ist an
ihrer dem Markisentuch zugewandten Innenseite offen und nimmt die Führungsmittel für
die Randleiste 17 auf. In der darunterliegenden, unteren Kammer 30 ist das Zugmittel
21 geführt, das von der Aufwickelrolle 22 abläuft und nach seiner Umlenkung um die
Umlenkrolle 25 bzw. 26 durch eine Ausnehmung im Zwischenboden 33 in die obere Kammer
29 übertritt.
[0017] Die Führungsmittel 35, mit denen jedes der beiden Enden 17a und 17b der Randleiste
17 in den Führungsschienen 18 bzw. 19 geführt ist, bestehen aus ersten Laufrollen
36 und zweiten Laufrollen 37, die in Auszugrichtung des Abdeckmittels 14 im Abstand
voneinander angeordnet sind.
[0018] Die erste Laufrolle 36 ist als Zwillingsrolle ausgebildet und zwischen den Einzelrollen
36 a und 36 b ist eine Führungsrolle 39 angeordnet, die einen kleineren Durchmesser
hat als die ersten Laufrollen 36 und eine Seilrille 40 aufweist. Die ersten Laufrollen
36 und die Führungsrolle 39 sind unabhängig voneinander drehbar auf der gleichen Achse
41 gelagert, die in der Randleiste 17 in Axialrichtung begrenzt verschieblich gelagert
ist. Beide erste Laufrollen sind an seitlichen Führungsflächen 42 und 43 der Führungsschiene
18 bzw. 19 geführt.
[0019] Die zweite Laufrolle 37 hat einen etwas größeren Durchmesser als die ersten Laufrollen
36 und ist an eigenen seitlichen Führungsflächen 44 und 45 in der offenen, oberen
Kammer 29 geführt. Sie ist auf einer festen Achse 46 drehbar und axial verschieblich
gelagert.
[0020] Zwischen den ersten und zweiten Laufrollen 36 und 37 befindet sich eine Einlaufrolle
47, die quer zu den Laufrollen 36 und 37 angeordnet ist und deren Drehachse 48 annähernd
senkrecht zwischen den Achsen 41 und 46 der Laufrollen angeordnet ist. Die Einlaufrolle
47 hat ebenfalls eine Seilrille 49, in der sie das von der Umlenkrolle 25 bzw. 26
kommende Zugmittel 21 ins Innere der Randleiste umlenkt.
[0021] Man erkennt insbesondere aus den Figuren 2 und 3, daß das Zugmittel 21 von der Führungsrolle
39 in jeder Lage der Randleiste 17 so abgestützt wird, daß es genau tangential in
die Seilrille 49 der Einlaufrolle 47 einläuft und ein Längenausgleich im Inneren der
Randleiste auch dann stattfinden kann, wenn diese die Bogenteile 18 c bzw. 19 c der
Führungsschiene 18 und 19 durchläuft. Ferner erkennt man, daß die Randleiste 17 sich
innerhalb gewisser Grenzen beim Ausziehen oder Einfahren schiefstellen kann, ohne
daß Zwängungen in den Führungsmitteln 35 auftreten, da sich die ersten und zweiten
Laufrollen 36 und 37 zusammen mit der zwischen den ersten Laufrollen gelagerten Führungsrolle
39 in Axialrichtung verschieben können. Um Zwängungen zu vermeiden, sind die Laufrollen
36 und 37 an ihren äußeren Umfangsrändern mit Abfasungen 50 bzw. 51 versehen.
[0022] Die Erfindung ist nicht auf die dargestellte und beschriebene Ausführungsform beschränkt,
sondern es sind mehrere Änderungen und Ergänzungen möglich, ohne den Rahmen der Erfindung
zu verlassen. Beispielsweise kann der Längenausgleich des Zugmittels im Inneren der
Randleiste auch etwas anders ausgebildet sein und es ist auch möglich, die Führungsrollen
separat an der Randleiste zu lagern. Es ist möglich, die Laufrollen etwas anders auszubilden
oder anstelle eines Seiles eine dünne Kette oder ein Stahlseil zu verwenden.
1. Abdeckvorrichtung mit einem flexiblen, flächigen Abdeckmittel, wie Jalousie, Markisentuch
od. dgl. das auf eine Aufwickelwelle aufgewickelt und mit seinem freien, vorderen
Rand an einer Randleiste befestigt ist, die an ihren beiden Enden mit je zwei im Abstand
voneinander angeordneten, ersten und zweiten Laufrollen in seitlichen Führungsschienen
geführt und unter Federwirkung von mindestens einem flexiblen Zugmittel gespannt gehalten
wird, das an den äußeren Enden der Führungsschienen umgelenkt wird und auf Aufwickelrollen
aufgewickelt ist, die auf der Aufwickelwelle sitzen, dadurch gekennzeichnet, daß das Zugmittel (21) über an den Enden (17a,17b) der Randleiste (17) angeordnete
Einlaufrollen (47) in die Randleiste (17) eingeführt und auf quer zu den Einlaufrollen
(47) angeordnetenFührungsrollen (39) abgestützt ist, deren Zugmittelrillen (40) tangential
mit den Zugmittelrillen (49) der Einlaufrollen (47) fluchten.
2. Vorrichtung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (39) koaxial zu den ersten Laufrollen (36) angeordnet sind.
3. Vorrichtung nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten Laufrollen (36) als Zwillingsrollen (36a,36b) ausgebildet sind, zwischen
denen je eine Führungsrolle (39) angeordnet ist.
4. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (39) einen kleineren Durchmesser haben als die Laufrollen
(36).
5. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsrollen (39) und/oder mindestens eine der Laufrollen (36 bzw. 37)
an den Enden (17a bzw. 17b ) der Randleiste (17) axial verschieblich gelagert sind.
6. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß die Führungsschienen (18,19) seitliche Führungsflächen (42 - 45) für die Laufrollen
(36,37) aufweisen.
7. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die ersten und zweiten Laufrollen (36,37) jeweils eigene seitliche Führungsflächen
(42, 43 bzw. 44, 45) in den Führungsschienen (18 bzw. 19) haben.