[0001] Die Erfindung betrifft einen Stahl bzw. Legierung, insbesondere Kunstofformenstahl,
sowie daraus hergestellte Blöcke, Vorformstücke, Werkzeuge, Teile oder dgl., gegebenenfalls
im wärmebehandelten bzw. vergüteten Zustand, insbesondere mit guten Gebrauchseigenschaften
bei der Kunststoffverarbeitung, mit Eisen als Basiselement und zumindest Mangan, Kohlenstoff
und Schwefel als Legierungszusätze.
[0002] Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zur Herstellung von Stahl bzw. Legierung,
insbesondere Kunststofformenstahl, sowie daraus gefertigten Blöcken, Vorformstücken,
Werkzeugen, Teilen oder dgl., mit durch Wärmebehandeln bzw. Vergüten eingestellter
Mikrostruktur, im gegebenenfalls ausreichend spanabhebend bearbeitbaren Zustand, insbesondere
mit guten Gebrauchseigenschaften bei der Kunststoffverarbeitung, mit Eisen als Basiselement
und zumindest Mangan, Kohlenstoff und Schwefel als Legierungszusätze.
[0003] Schließlich betrifft die Erfindung auch eine Vorrichtung zur Herstellung von Stahl
bzw. Legierung, insbesondere Kunststoff-formenstahl, sowie daraus gefertigten Blöcken,
Vorformstücken, Werkzeugen, Teilen oder dgl., mit durch Wärmebehandlen bzw. Vergüten
eingestellter Mikrostruktur und im gegebenenfalls ausreichend spanabhebend bearbeiteten
Zustand, insbesondere mit guten Gebrauchseigenschaften bei der Kunststoffverarbeitung,
mit Eisen als Basiselement und zumindest Mangan, Kohlenstoff und Schwefel als Legierungszusätze,
insbesondere zur Herstellung eines Stahles bzw. von Gegenständen.
[0004] Ziel der Erfindung ist die Erstellung eines Stahles, insbesondere Kunststofformenstahles
bzw. ähnlichen Stahltyps, wie er insbesondere zur Herstellung von großen und homogene
Struktur aufweisenden, also makroseigerungsfreien Schmiedeblöcken, Werkzeugen, Druckgußformen,
Kaltumformwerkzeugen, Kunststoffspritzwerkzeugen, Preßwerkzeugen sowie Elastomerwerkzeugen
verschiedenster Art eingesetzt werden kann. Derartige Stähle sollen gute Zerspanbarkeit
auch im vergüteten Zustand, ausgezeichnete Polierbarkeit sowie gleichzeitig Photoätzbarkeit
und Erodierbarkeit bei gleichzeitiger guter Schweißbarkeit besitzen. Besonders schwierig
ist es, derartige Stähle im gehärteten und angelassenen Zustand leicht zerspanbar
zu machen, ohne dabei Einbußen in Hinblick auf die Festigkeit und Polierbarkeit bzw.
Mikrorißfestigkeit in Kauf nehmen zu müssen. Darüberhinaus sollen diese Stähle eine
sehr homogene Mikrostuktur besitzen, da Kornvergröberungen und Makroseigerungen eine
nicht erwünschte Strukturbeeinflussung bewirken. Wesentliches Ziel der Erfindung ist
es jedoch, derartigen Stählen beste Automatenstahleigenschaften zu verleihen.
[0005] Diese Ziele werden mit einem Stahl, einem Verfahren und einer Vorrichtung der eingangs
genannten Art im wesentlichen dadurch erreicht, daß der Stahl bzw. die Gegenstände
in ihrer Urform aus kompaktiertem Material bestehen, welches zumindest teilweise durch
Sprühen bzw. Spritzen des flüssigen Metalles oder pulvermetallurgisch hergestellt
ist und insbesondere zur Erreichung verbesserter Zerspanbarkeit des Werkstoffes einen
Durchschnittsgehalt von in Gew.- % 0̸,0̸5 bis 0̸,3, vorzugsweise 0̸,0̸7 bis 0̸,2,
insbesondere 0̸,0̸9 bis 0̸,14 , Schwefel aufweist und daß das kompaktierte Material
gegebenenfalls durch HIPen und /oder Warmumformen, zum Beispiel Walzen oder Schmieden
und dgl., verdichtet und/oder verformt ist, und verfahrensgemäß Gegenstände in ihrer
Urform aus kompaktiertem Material gebildet werden, welches zumindest teilweise durch
Sprühen bzw. Spritzen des flüssigen Metalles oder pulvermetallurgisch hergestellt
wird, wobei insbesondere zur Erreichung verbesserter Zerspanbarkeit des Werkstoffes
Schwefel mit einem Durchschnittsgehalt von in Gew.-% 0̸,0̸5 bis 0̸,3, vorzugsweise
0̸,0̸7 bis 0̸,2, insbesondere 0̸,0̸9 bis 0̸,14, zugegeben und reagieren gelassen wird
und das kompaktierte Material, gegebenenfalls durch HIPen und/oder Warmumformen, zum
Beispiel Walzen, Schmieden oder dgl., verdichtet und/oder verformt bzw. weiterverarbeitet
wird, und als Vorrichtung eine an sich bekannte Einrichtung zum Spitzen bzw. Verdüsen
des flüssigen Metalles bzw. der flüssigen Legierung in eine Aufnahme bzw. Vorform
oder in ein Pulversammelgefäß für die Metallteilchen vorgesehen ist, wobei die Einrichtung
zur Einbringung in das flüssige Metall und/oder in den Teilchen-Strahl bzw.- Strom,
insbesondere im Bereich der Zerstäubeeinrichtung und/oder in die Zuleitung des vorzugsweise
inerten Sprühgases zur Zerstäubeeinrichtung mindestens eine Bereitstellungs-und Mischvorrichtung
für Schwefel und/oder zumindest eine Schwefelverbindung, z.B. Schwefelkohlenstoff
und gegebenenfalls mindestens eine Zufuhreinheit mit Einbringdüse(n) aufweist.
[0006] Daß bei im wesentlichen allen Verfahren der Tröpfchenkompaktierung oder pulvermetallurgischen
Herstellung eine feine Mikrostruktur, z.B. bei ledeburitischen- oder Schnellstählen
geringe Karbidkorngröße und dadurch verbesserte Zähigkeit und Verformbarkeit erreicht
wird, ist bekannt. Umso überraschender war, daß, wie gefunden wurde, verkleinerte
Sulfideinschlüsse die Zerspanbarkeit des Werkstoffes wesentlich verbessern, wobei
jedoch die weiteren Materialeigenschaften wie Homogenität, Schweißbarkeit, Ätzbarkeit
und dgl. vorteilhaft beeinflußt werden. Weiters war es für den Fachmann völlig erstaunlich,
daß gegebenenfalls trotz einer höheren örtlichen Schwefelkonzentration die Festigkeit
des hergestellten Stahles erhalten bleibt und insbesondere eine Ausbildung von Eisensulfid
vermeidbar ist, welche für die Stahleigenschaften von Nachteil wäre und insbesondere
zum Rotbruch bei der Warmverformung führt. Die eingelagerten Sulfidteilchen bewirken
trotz geringer Größe völlig unerwartet offensichtlich auf Grund ihrer homogenen Verteilung
beim Zerspanen des Stahls, daß die abgehobenen Späne bereits nach sehr kurzen Spanlängen
brechen. Es zeigte sich, daß der beim Verdüsen der flüssigen Legierung zugesetzte
Schwefel die Metallteilchen unter Ausbildung einer dünnen schwefelhältigen Oberflächenschicht
bzw. schwefelhältigen oberflächennahen Schicht umgibt bzw. im Produkt im wesentlichen
zwischen den einzelnen Körnern als Schwefelverbindung eingelagert ist und die guten
Stahleigenschaften insbesondere im vergüteten Zustand des Teiles nicht beeinflußt,
jedoch ein Brechen von abgehobenen Spänen bei kurzer Spanlänge bewirkt.
[0007] Durch das Einbringen des Schwefels in möglichst gleichmäßig verteilter Form in Bezug
auf die verdüsten Metallteilchen können die in der Urform sprühkompaktierten bzw.
im PM- Verfahren hergestellten Stahllegierungen bzw. Gegenstände ohne weiteres durch
HIPen oder Schmieden weiter verdichtet und die gewünschten hohen Festigkeiten erreicht
werden. Schließlich zeigte es sich auch, daß die bei der Herstellung des Stahles im
konventionellen Blockgußverfahren durch Zusatz von Schwefel unvermeidbaren Makro-Seigerungen
vermieden werden.
[0008] Die hergestellten Stahllegierungen besitzen neben einer ausgezeichneten Zerspanbarkeit
auch ein gleichmäßiges Gefüge und weitgehend isotrope mechanische Eigenschaften bei
guter Zähigkeit.
[0009] Die Konzentration des Schwefels in den oberflächennahen Schichten der kompaktierten
Teilchen hängt von der Menge des in den Metallstrahl eingedüsten Schwefels ab und
kann entsprechend den vorgegebenen Mengen variiert werden.
[0010] Zu bemerken ist ferner, daß der Mangangehalt der Stahllegierung niedrig gehalten
werden kann und es ist vorteilhaft, gemäß den Merkmalen des Patentanspruches 5 vorzugehen.
Überraschenderweise zeigte es sich, daß eine örtlich höhere Schwefelkonzentration
nicht hohe Mangankonzentrationen bedingt, um die Bildung von Eisensulfid zu verhindern,
sondern daß bei der gewählten Vorgangsweise die Mangankonzentrationen gering angesetzt
werden können, da wahrscheinlich durch temperaturbedingte Diffusion eine Eisensulfidbildung
nicht eintritt.
[0011] Ein Verfahren der eingangs genannten Art ist erfindungsgemäß durch Ergänzung der
herkömmlichen Anlagen einfach durchzuführen und erbringt die im Zusammenhang mit dem
hergestellten Stahl zuvor beschriebene Vorteile. Der Schwefel wird dabei mit dem flüssigen
Stahl bzw. der flüssigen Legierung reagieren gelassen , wobei bedingt durch das Verfahren
feine Sulfidteilchen entstehen. Eine Eindüsung des Schwefels und/oder der Schwefelverbindungen
in entsprechendem Aggregatzustand kann vom Fachmann ohne weiteres bewerkstelligt werden,
indem entweder der Schwefel und/oder die Schwefelverbindungen mit entsprechend hohem
Druck in den Strom aus gesprühten Metallteilchen einedüst oder, ähnlich wie bei einer
Wasserstrahlpumpe, durch den im Metallstrahl herrschenden Unterdruck in diesen hineingesogen
werden.
[0012] Eine bevorzugte Ausgestaltung der Erfindung sieht vor, daß der Schwefel und/oder
die Schwefelverbindungen in einem Inertgasträgerstrom in die gesprühte Metallegierung
eingebracht werden oder die Zerteilung des flüssigen Metalls mit schwefelhältigem
Inertgas erfolgt. Zweckmäßig ist es dabei, eine Druckeinbringung vorzusehen, um eine
gleichmäßige Verteilung im Sprühstrahl zu erreichen.
[0013] Eine Vorrichtung der eingangs genannten Art ist erfindungsgemäß durch Einrichtungen
zur Einbringung des Schwefels in das Metall bzw. in die Tröpfchen mit zugeordneter
Bereitstellungs- und Mischanlage charakterisiert.
[0014] Durch die im Düsenbereich für den Metalltröpfchenstrahl vorgesehene Zufuhreinheit
können der Schwefel und/oder Schwefelverbindunen unter entsprechendem Druck und in
entsprechender gleichmäßiger Verteilung in den Teilchenstrahl eingebracht werden.
Vorteilhafterweise kann vorgesehen sein, daß der Zufuhreinheit eine Speichereinheit
für den Schwefel und/oder die Schwefelverbindungen vorgeordnet ist, aus der diese
z.B. mittels eines Inertgasträgerstromes in den Metalltröpfchenstrahl gefördert werden.
[0015] Die Aufbereitung des Schwefels und/oder der Schwefelverbindungen in der Speichereinheit
kann z.B. mittels einer entsprechenden Heizeinrichtung erfolgen, die Schwefel in geschmolzene
bzw. dampfförmige Form überführt und in entsprechender Menge an der Zufuhrdüse zur
Verfügung stellt.
Besonders vorteilhaft im Hinblick auf hohe Produktgüte anwendbar ist eine Anlage,
in welcher der Teilchenstrahl durch ein schwefelhältiges Medium, z.B. Inertgas, gebildet
wird.
[0016] Bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung ergeben sich weiters aus der folgenden
Beschreibung, der Zeichnung und den Patentansprüchen.
[0017] Im folgenden wird nunmehr die Erfindung anhang der Zeichnung und Beispielen näher
erläutert.
[0018] In der Zeichnung ist schematisch eine an sich bekannte Einrichtung zum Metallspritzen
dargestellt. Diese Einrichtung A umfaßt im wesentlichen einen Behälter 1 für flüssige
Metallegierung 2, die durch eine Öffnung 0̸1 entweder auf Grund ihres Eigengewichtes
oder durch Druckbeaufschlagung ausgeleitet und mittels einer Zerstäubeeinrichtung
6 verdüst bzw. in Tröpfchen zerteilt wird. Der verdüste Metallstrahl 3 kann entweder
in einer Vorform 4 aufgefangen werden, wobei sich die nicht vollkommen erstarrten
Tröpfchen zu einem geformten Gegenstand 5 niederschlagen oder nach dem Durcherstarren
der Tröpfchen in einem Pulversammenbehälter aufgefangen und zu einer Vorform verarbeitet
werden.
[0019] Im Bereich der Zerstäubeeinrichtung 6 bzw. vorteilhafterweise in der ersten Hälfte
des Tröpfchenstrahles 3 ist eine Zufuhreinrichtung 7 mit entsprechenden Düsen 8, z.B.
eine Ringdüse, vorgesehen, mit der Schwefel und/oder Schwefelverbindungen aus einer
Speichereinheit bzw. Bereitstellungseinrichtung 9 dem Metallstrahl 3 zugesetzt werden
können. In der Speichereinheit 9 können Schwefel und/oder die entsprechenden Schwefelverbindungen
10̸ mit einer entsprechenden Heizeinrichtung 11 auf eine für das Eindüsen entsprechende
Temperatur erhitzt werden. Mit 12 ist eine Zufuhreinrichtung für einen Inertgasförder-
bzw.- trägerstrom bezeichnet, mit der Schwefel bzw. schwefelhältige Dämpfe in die
Zufuhreinheit 7 gefördert werden können. Schwefel bzw. schwefelhältige Medien, welche
aus einer Speichereinheit bzw. Bereitstellungsvorrichtung 9 stammen, können über Mischvorrichtungen
91 genau dosiert werden, wobei auch eine Beimischung zum Sprühgas der Zerstäubeeinrichtung
6 möglich ist.
[0020] Erfindungsgemäß hergestellte Stähle können z.B. im wesentlichen eine Zusammensetzung
der folgenden Art besitzen:
Kohlenstoff 0̸,1 bis 2,0̸ Gew.-%, vorzugsweise 0̸,10̸ bis 0̸,14 Gew.-%,
Silizium 0̸,1 bis 0,5 Gew.-%, vorzugsweise 0̸,2 bis 0̸,4 Gew.-%,
Chrom 0̸,3 bis 20̸,0̸ Gew.-%, vorzugsweise 0̸,4 bis 4,0̸,
Nickel 0̸,1 bis 5 Gew.-%, vorzugsweise 3 bis 4 Gew.-%,
Molybdän bis 1,6 Gew.-%,
Aluminium bis 1,0̸ Gew.-%
der Rest der Legierung wird von Eisen und den erwähnten Zusätzen von Schwefel und
Mangan gebildet, wobei allenfalls auch noch weitere die Zerspanbarkeit fördernde Elemente
in entsprechenden Mengen zugesetzt werden können. Es versteht sich, daß einige der
zuvor angeführten Legierungselemente auch fehlen können: Kohlenstoff ist jedoch ein
zwingend vorgesehenes Legierungselement.
[0021] Mit einer Legierungsschmelze enthaltend 0̸,12 Gew.-% C, 0̸,3 Gew.-& Si, 2,5 Gew.-%
Mangan, 0̸,35 Gew.-% Chrom, 3,5 Gew.-% Nickel, 1,2 Gew.-% Kupfer, 1,15 Gew.-% Aluminium
und 0,13 Gew.-% Schwefel, Rest Eisen, wurde ein Körper als Urform mit einer Gesamtdicke
von 110̸ mm gesprüht und durch Schmieden zu einem Vorformmaterial für Werkzeuge warmverformt.
Es zeigte sich, daß der zugegebene Schwefel bzw. die kleinen Sulfideinschlüsse insbesondere
an den Grenzen der kompaktierten Teilchen verteilt war bzw. waren, wobei die notwendige
Feinkörnigkeit gegeben war. Bei spanabhebender Bearbeitung zeigt sich, daß ein Brechen
der Späne bei einer Spanlänge von etwa 1 bis 6 mm eintrat.
[0022] Der Schwefel wurde in Form von überhitztem Schwefeldampf in den Sprühstrom von Metallteilchen
eingeführt; im Zuge von weiteren Versuchen wurden Schwefelverbindungen in geregelter
Konzentration in den Inertgasstrom zur Zerstäubeeinrichtung und somit in den Metallstrahl
eingeführt.
[0023] Vorgenommene Untersuchungen zeigten, daß der in den Metallteilchenstrahl eingedüste
bzw. eingebrachte Schwefel bzw. dessen Verbindungen nur mit den Oberflächenbereichen
der Teilchen reagiert bzw. reagieren und die Ausbildung eines gewünschten Gefüges
fördert, die Zerspanbarkeit verbessert. Trotz der örtlich relativ hohen Schwefelkonzentrationen
wird jedoch, da diese eben örtlich beschränkt sind, nur ein insgesamt geringer Schwefelverbrauch
verursacht, welcher Schwefel die Gebrauchseigenschaften der Legierung nicht beeinträchtigt
sondern insgesamt wesentlich verbessert.
1. Stahl bzw. Legierung, insbesondere Kunststofformenstahl, sowie daraus hergestellte
Blöcke, Vorformstücke, Werkzeuge, Teile oder dgl., gegebenenfalls im wärmebehandelten
bzw. vergüteten Zustand, insbesondere mit guten Gebrauchseigenschaften bei der Kunststoffverarbeitung,
mit Eisen als Basiselement und zumindest Mangan, Kohlenstoff und Schwefel als Legierungszusätze,
dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände in ihrer Urform aus kompaktiertem Material
bestehen, welches zumindest teilweise durch Sprühen bzw. Spritzen des flüssigen Metalles
oder pulvermetallurgisch hergestellt ist und insbesondere zur Erreichung verbesserter
Zerspanbarkeit des Werkstoffes einen Durchschnittsgehalt von in Gew.-% 0̸,0̸5 bis
0̸,3, vorzugsweise 0̸,0̸7 bis 0̸,2, insbesondere 0̸,0̸9 bis 0̸,14 Schwefel aufweist
und daß das kompaktierte Material gegebenenfalls durch HIPen und/oder Warmumformen,
zum Beispiel Walzen oder Schmieden und dgl., verdichtet und/oder verformt ist.
2. Stahl oder Gegenstände nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß, insbesondere
zur Verbesserung der Zerspanbarkeit im wärmebehandelten bzw. vergüteten Zustand sowie
einer verbesserten Polierbarkeit bei gleichzeitig guter Schweißbarkeit, der in den
Werkstoff eingebrachte Schwefel im Bereich der Oberflächen der gesprühten Teilchen,
Tröpfchen oder Pulverkörner in Sulfidform angelagert und/oder durch Diffusion eingebracht
und/oder zwischen den kompaktierten Teilchen bzw. Körnern eingelagert ist.
3. Stahl oder Gegenstände nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Konzentrationsgradient
des Schwefels in den einzelnen Teilchen bzw. Körnern des kompaktieren Materials in
Richtung zum Zentrum der Teilchen bzw. Körner abnimmt.
4. Stahl oder Gegenstände nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß
die Legierung weitgehend frei von Eisensulfid ist, dessen Gehalt maximal 0̸,1 Gew.-%
beträgt.
5. Stahl oder Gegenstände nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß
der Schwefel mit dem im Ausmaß von 0̸,5 bis 2,5 Gew.-%, vorzugsweise von 1 bis 2 Gew.-%,
insbesondere von den Schwefelgehalt um den Faktor 10̸ übersteigend vorliegenden Mangan
als Mangansulfid gebunden bzw. ausreagiert ist und die Konzentration der Sulfidpartikel
in das Tröpfchen- bzw. Korninnere des daraus kompaktierten Materials abnehmend ist.
6. Stahl oder Gegenstände nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß
der Durchmesser der in weitgehend kugeliger oder gestreckter Form vorliegenden Sulfide
höchstens 0̸,4, insbesondere höchstens 0̸,2 mal dem mittleren Tröpfchen- oder Pulverkorndurchmesser
ist.
7. Stahl oder Gegenstände nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß
die gefertigten Teile bie Temperaturen bis zu 575 Grad C eine Rockwellhärte von 39
bis 41 HRC besitzen.
8. Verfahren zur Herstellung von Stahl bzw. Legierung, insbesondere Kunststofformenstahl,
sowie daraus gefertigte Blöcken, Vorformstücken, Werkzeugen, Teilen oder dgl., mit
durch Wärmebehandeln bzw. Vergüten eingestellter Mikrostruktur, im gegebenenfalls
ausreichend spanabhebend bearbeitbaren Zustand, insbesondere mit guten Gebrauchseigenschaften
bei der Kunststoffverarbeitung, mit Eisen als Basiselement und zumindest Mangan, Kohlenstoff
und Schwefel als Legierungszusätze, insbesondere zur Herstellung eines Stahles bzw.
Gegenstandes nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Gegenstände
in ihrer Urform aus kompaktietem Material gebildet werden, welches zumindest teilweise
durch Sprühen bzw. Spritzen des flüssigen Metalles oder pulvermetallurgisch hergestellt
wird, wobei insbesondere zur Erreichung verbesserter Zerspanbarkeit des Werkstoffes
Schwefel mit einem Durchschnittsgehalt von in Gew.-% 0̸,0̸5 bis 0̸,3, vorzugsweise
0̸,0̸7 bis 0̸,2, insbesondere 0̸,0̸9 bis 0̸,14, zugegeben und reagieren gelassen wird
und das kompaktierte Material, gegebenenfalls durch HIPen und/oder Warmumformen, zum
Beispiel Walzen, Schmieden oder dgl., verdichtet und/oder verformt bzw. weiterverarbeitet
wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefel dem flüssigen
Stahl, aus welchem Tröpfchen oder Pulver gebildet werden, zulegiert wird.
10. Verfahren nach Anspruch 8, dadurch gekennzeichnet, daß insbesondere zur Verbesserung
der Zerspanbarkeit im wärmebehandelten bzw. vergüteten Zustand sowie einer verbesserten
Polierbarkeit bei gleichzeitig guter Schweißbarkeit des Stahles, des Vorformstückes
oder dgl. der Schwefel in den Bereich der Oberflächen der gesprühten Teilchen, Tröpfchen
oder Pulverkörner angelagert und/oder durch Diffusion in diese eingebracht und/oder
zwischen die zu kompaktierenden Teilchen eingelagert und in eine Metallsulfidform
umgewandelt wird.
11. Verfahren nach Anspruch 8 und 10̸, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefel in Form
von elementarem Schwefel und/oder von zumindest einer Schwefelverbindung in gasförmiger
und/oder flüssiger und/oder fester Form in den Metalltröpfchenstrahl, der bei der
Zerteilung des flüssigen Metalles gebildet wird, eingeleitet oder die Zerteilung damit
durchgeführt wird.
12. Verfahren nach Anspruch 8, 10̸ und 11, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefel und/oder
die Schwefelverbindung(en) in einem Inertgasträgerstrom, zum Beispiel Stickstoff,
in den Sprühstrahl des flüssigen Metalls eingebracht oder mit dem den Schwefel und/oder
die Schwefelverbindung(en) enthaltenden Inertgasstrom der Sprühstrahl gebildet bzw.
das flüssige Metall damit in Tröpfchen zerteilt wird.
13. Verfahren nach Anspruch 8, 10̸ und 12, dadurch gekennzeichnet, daß der Schwefel und/oder
die Schwefelverbindung(en) in den Sprühstrahl aus Metalltröpfchen in gleichmäßiger
Verteilung eingebracht wird (werden)
14. Verfahren nach einem oder mehreren der Ansprüche 8 bis 13, dadurch gekennzeichnet,
daß Schwefel und/oder Schwefelverbindungen und/oder die Zerspanbarkeit des insbesondere
vergüteten Werkstoffes fördernde Zusätze in das Metall und/oder in den Metall-sprühstrom
bzw. dem Bereich der Oberflächen der Tröpfchen oder Pulverkörner ein- bzw. angelagert
wird (werden).
15. Vorrichtung zur Herstellung von Stahl bzw. Legierung, insbesondere Kunststofformenstahl,
sowie daraus gefertigten Blöcken, Vorformstücken, Werkzeugen, Teilen oder dgl., mit
durch Wärmebehandeln bzw. Vergüten eingestellter Mikrostruktur und im gegebenenfalls
ausreichend spanabhebend bearbeiteten Zustand, insbesondere mit guten Gebrauchseigenschaften
bei der Kunststoffverarbeitung, mit Eisen als Basiselement und zumindest Mangan, Kohlenstoff
und Schwefel als Legierungszusätze, insbesondere zur Herstellung eines Stahles bzw.
von Gegenständen nach den Ansprüchen 1 bis 7, insbesondere zur Durchführung eines
Verfahrens nach den Ansprüchen 8 bis 14, dadurch gekennzeichnet, daß eine an sich
bekannte Einrichtung (A) zum Spritzen bzw. Verdüsen des flüssigen Metalles bzw. der
flüssigen Legierung (2) in eine Aufnahme bzw. Vorform (4) oder in ein Pulversammelgefäß
für die Metallteilchen vorgesehen ist, wobei die Einrichtung (A) zur Einbringung in
das flüssige Metall und/oder in den Teilchen-Strahl bzw.- Strom insbesondere im Bereich
der Zerstäubeeinrichtung (6) und/oder in die Zuleitung des vorzugsweise inerten Sprühgases
zur Zerstäubeeinrichtung (6) mindestens eine Bereitstellungs- und Mischvorrichtung
(9, 91) für Schwefel und/oder zumindest eine Schwefelverbindung, z.B. Schwefelkohlenstoff
und gegebenenfalls eine Zufuhreinheit (7) mit Einbringdüse(n) (8) aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, daß der Zufuhreinheit (7) eine
Speichereinheit (9) für Schwefel und/oder zumindest eine Schwefelverbindung (10̸)
vorgeordnet ist, in der Schwefel bzw. zumindest eine Schwefelverbindung mit einer
Heizeinheit (11) und/oder einer Pulverisiereinheit in flüssiger und/oder gasförmiger
Form gehalten ist bzw. sind und/oder in Feinstpulverform aufbereitet vorliegen.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, daß zum Transport des
Schwefels und/oder der Schwefelverbindung(en) (10̸) zu der (den) Einbringdüse(n) (8)
der Zufuhreinheit (7) und/oder in die Zuleitung des Sprühgases zur Zerstäubeeinheit
(16) eine in die Zufuhreinheit (7) und/oder Zuleitung mündende Inertgasfördereinheit
(12, 121) vorgesehen ist.