| (19) |
 |
|
(11) |
EP 0 546 359 B1 |
| (12) |
EUROPÄISCHE PATENTSCHRIFT |
| (45) |
Hinweis auf die Patenterteilung: |
|
21.06.1995 Patentblatt 1995/25 |
| (22) |
Anmeldetag: 19.11.1992 |
|
| (51) |
Internationale Patentklassifikation (IPC)6: C23C 4/12 |
|
| (54) |
Verfahren zum Beschichten einer Oberfläche mittels einer thermischen Spritzmethode
mit Kühlung
Thermal spray coating process with cooling
Procédé de dépôt par pulvérisation thermique avec refroidissement
|
| (84) |
Benannte Vertragsstaaten: |
|
AT BE CH DE ES FR GB GR IT LI NL PT |
| (30) |
Priorität: |
12.12.1991 DE 4141020
|
| (43) |
Veröffentlichungstag der Anmeldung: |
|
16.06.1993 Patentblatt 1993/24 |
| (73) |
Patentinhaber: Linde Aktiengesellschaft |
|
65189 Wiesbaden (DE) |
|
| (72) |
Erfinder: |
|
- Heinrich, Peter, Dipl.-Ing. (FH)
W-8034 Germering (DE)
- Schmidtke, Wolfgang
W-8000 München 60 (DE)
|
| (74) |
Vertreter: Schaefer, Gerhard, Dr. |
|
Linde Aktiengesellschaft
Zentrale Patentabteilung 82049 Höllriegelskreuth 82049 Höllriegelskreuth (DE) |
| (56) |
Entgegenhaltungen: :
EP-A- 0 375 914 US-A- 2 603 299
|
US-A- 2 545 951 US-A- 3 254 506
|
|
| |
|
|
|
|
| |
|
| Anmerkung: Innerhalb von neun Monaten nach der Bekanntmachung des Hinweises auf die
Erteilung des europäischen Patents kann jedermann beim Europäischen Patentamt gegen
das erteilte europäischen Patent Einspruch einlegen. Der Einspruch ist schriftlich
einzureichen und zu begründen. Er gilt erst als eingelegt, wenn die Einspruchsgebühr
entrichtet worden ist. (Art. 99(1) Europäisches Patentübereinkommen). |
[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Beschichten einer Oberfläche mittels einer
thermischen Spritzmethode, beispielsweise dem Flamm- oder Hochgeschwindigkeitsflammspritzen,
dem Lichtbogen- oder Plasmaspritzen oder dem Detonationsspritzen, wobei ein Strahl
aus heißem Transportgas und geschmolzenen Materialpartikeln auf die betreffende Oberfläche
gerichtet wird und dabei benachbart zum Spritzstrahl mit einem zu wesentlichen Teilen
aus Kohlendioxid bestehenden Kühlstrahl enthaltend Kaltgas und Schneepartikel gekühlt
wird.
[0002] Ein solches Verfahren ist aus der DE-PS 26 15 022 bekannt. Bei diesem wird reine
Kohlensäure (CO₂) als Kühlmittel angewandt, wobei diese der den Kühlstrahl erzeugenden
Düse in flüssigem Zustand zugeführt wird. Dabei bildet sich beim Austritt aus dieser
ein Gemisch aus gasförmigem und festem CO₂, d.h. CO₂-Schneepartikeln, welches beim
Auftreffen auf ein Werkstück eine besonders hohe und in Verbindung mit dem thermischen
Auftragen von Schichten besonders vorteilhafte Kühlleistung erzielt. Würde bei der,
in der DE-PS 26 15 022 gezeigten Weise, gasförmige statt flüssige Kohlensäure (CO₂)
eingesetzt, so ergäbe sich eine erheblich verringerte Kühlwirkung, da der entstehende
Kühlstrahl eine geringere Kälte und insbesondere einen erheblich niedrigeren Anteil
an CO₂-Schneepartikeln aufweisen würde. Dies kommt erstens dadurch zustande, daß diejenige
Kältemenge, die für den Phasenübergang flüssig gasförmig dem CO₂ zuzuführen ist, bei
der reinen Gasexpansion nicht mehr vorhanden ist, und zum zweiten dadurch, daß bei
der in der obengenannten DE-PS gezeigten Düse und anderen gängigen Runddüsen das CO₂
sofort nach dem Verlassen der Düse umgebende Luft ansaugt, folglich ein inniger Wärmeaustausch
mit dieser stattfindet und sich in der Folge deutlich weniger Schnee als bei der Flüssig-CO₂-
Expansion bildet. Dieser CO₂-Schnee trägt jedoch wesentlich zur bekannten Kühlwirkung
bei und bildet quasi einen Latentkälte-Speicher, der das Werkstück unmittelbar kühlt.
Die Folge wäre eine im Vergleich zum Verfahren gemäß der DE-PS erheblich verringerte
Kühlwirkung auf einem beaufschlagten Werkstück.
[0003] Gleiches gilt auch für die aus der EP-PS 0 263 469 bekannten Verfahren, bei denen
ebenfalls ein aus Flüssig-CO₂ erzeugter, jedoch gemischter Kühlstrahl bestehend aus
CO₂-Gas, CO₂-Schnee und weiteren Gasen, beispielsweise Helium und/oder Wasserstoff,
zur Kühlung der thermisch gespritzten Oberflächen angewandt wird.
[0004] Die Anwendung flüssigen Kohlendioxids, wobei jeweils auf Umgebungstemperatur befindliches,
unter dem Verflüssigungsdruck stehendes CO₂ angesprochen ist, bedeutet allerdings,
daß eine spezielle Form der CO₂-Versorgung zu gewährleisten ist, nämlich eine solche,
in der das Kohlendioxid aus den jeweiligen Speicherbehältern in der flüssigen Phase
ausgebracht wird. Das heißt, daß das Kohlendioxid, das sich gemäß Standardspeicherung
bei 20 °C mit etwa 57 bar Druck in den zugehörigen Speicherbehältern befindet, aus
diesen mittels Steigrohr oder auf andere spezielle Weise auszubringen ist, d.h. daß
die Speicherbehälter mit einer Flüssigphasenentnahme versehen sein müssen.
[0005] Eine weitere Schwierigkeit bei der Anwendung von Kohlendioxid zu Kühlzwecken in Verbindung
mit thermischen Spritzmethoden besteht darin, daß sich mit einem aus einer konventionellen
Runddüse austretenden Kohlendioxidstrahl ein turbulenter, breit gefächerter Schnee-Gas-Mischstrahl
ausbildet, der keine gezielte Einwirkung auf einen geeignet begrenzten Oberflächenbereich
zuläßt. Bei der Anwendung eines solchen turbulenten und divergenten Kohlendioxidstrahls
benachbart zu einem Spritzstrahl kann zudem eine nachteilige gegenseitige Beeinflussung
des Spritzstrahls und des Kühlstrahls erfolgen.
[0006] Die Aufgabenstellung der vorliegenden Erfindung bestand daher darin, ein thermisches
Spritzverfahren mit CO₂-Kühlung anzugeben, das die beschriebenen Nachteile vermeidet
oder beseitigt und insbesondere auch die Anwendung von gasförmigen Kohlendioxid ermöglicht.
[0007] Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß der Kohlendioxidanteil im
Kühlstrahl aus gasförmigem, wenigstens unter 45 bar Druck stehendem Kohlendioxid gewonnen
wird und zwar derart, daß das Kohlendioxidgas über eine enge Schlitzdüse oder eine
sonstige schlitzartige Öffnung zunächst in ein um diesen Expansionsschlitz angeordnetes,
weitgehend abgeschlossenes Expansionsvolumen hinein expandiert wird und ausgehend
von diesem Expansionsvolumen und dessen Austrittsöffnung der Kühlstrahl gebildet und
auf die zu kühlende Fläche gerichtet wird.
[0008] Aufgrund der Tatsache, daß erfindungsgemäß von gasförmigem und nicht flüssigem Kohlendioxid
ausgegangen wird, kann zunächst jegliche Sonderausstattung der CO₂-Speicherbehälter
entfallen. Eine geringfügige Einschränkung entsteht hierbei dadurch, daß der CO₂-Druck
in diesen Behältern zur Durchführung der Erfindung nicht unter 45 bar abfallen darf,da
die Kälte für den Kühlstrahl allein aus der Expansionsabkühlung des CO₂-Gases gewonnen
wird und andererseits kein Beitrag aus der "latenten Kälte" des flüssigen Kohlendioxids
mehr verfügbar ist. Aus diesem Grund ist unterhalb von Druckwerten von 45 bar, die
bei ungünstigen Bedingungen - z.B. bei Lagerung der Speicherflaschen im Freien und
tiefen Außentemperaturen - ohne weiteres auftreten können, die Kälteausbeute zu gering.
Sind jedoch die Standarddruckwerte von ca. 57 bar, wie sie sich bei Raumtemperatur
einstellen, verfügbar, so ergibt sich eine ausgezeichnete Funktion.
[0009] Dabei ist vor allem die erfindungsgemäße Art der Entspannung des Kohlendioxidgases
über eine Schlitzdüse oder dergleichen in ein abgeschlossenes Expansionsvolumen hinein
für die Funktion und Effektivität der Erfindung wesentlich. Die Schlitzdüse mit ihrer
länglichen und andererseits schmalen Querschnittsöffnung erzeugt nämlich einen Expansionsgasstrahl
mit einer im Vergleich zu einem aus einer Runddüse stammenden Expansionsgasstrahl
wesentlich vergrößerten Oberfläche. Diese vergrößerte Oberfläche resultiert in einer
verstärkten Wechselwirkung des Expansionsgasstrahls mit seiner Umgebung, die - nach
dem weiteren wesentlichen Merkmal der Erfindung - von einem Expansionsvolumen gebildet
wird, in dem sich im Betrieb fast ausschließlich bereits expandiertes, kaltes Kohlendioxidgas
befindet. Wärmere Umgebungsluft besitzt also keinen unmittelbaren Zutritt zum expandierten
Kohlendioxid. Daraus ergibt sich, daß zunächst nur wenig Wärme aus der Umgebung dem
Kohlendioxid zufließen kann und deshalb im Expansionsvolumen - durch das dort quasi
vorhandene Wärmedefizit - eine verstärkte Bildung von Kohlendioxid-Schneepartikeln
stattfindet. Im Vergleich zu einer unabgeschirmten Expansion gasförmigen Kohlendioxids
wird also ein deutlich erhöhter Anteil an Schneepartikeln erzeugt, welche vor allem
den bei der Kühlung thermisch gespritzter Schichten erwünschten, starken Kühleffekt
bewirken. Die im Expansionsraum entstandene Gas-Schnee-Mischung wird nun über den
weiteren Verlauf des Expansionsvolumens zu einem Kühlstrahl ausgebildet und durch
die Austrittsöffnung auf das Werkstück gelenkt. Mit einem auf diese Weise erzeugten
Kühlstrahl ergibt sich eine effektive Kühlung des Werkstücks in seinem Anströmbereich,
wobei bei Bedarf dem Kühlstrahl noch weitere, die Kühlwirkung erhöhende Gase zugemischt
werden können.
[0010] Grundsätzlich ist hinsichtlich der vorgeschlagenen Expansionsweise darauf hinzuweisen,
daß diese bereits aus einem anderen technischen Fachgebiet, nämlich der Medizintechnik
bekannt ist. Beispielsweise zeigt die DE-PS 36 24 787 eine Kühl- und Gefriersonde
zum lokalen Abkühlen von menschlichen oder tierischen Körperbereichen und - in einem
Nebenaspekt - auch von elektronischen Bauteilen, die auf dem beschriebene Prinzip
beruht, wobei jedoch die Kühlung des jeweiligen Bereichs aus unmittelbarer Nähe erfolgt
und kein weitreichender Kühlgasstrahl, sondern ein geeignet geführter Kühlgasstrom
gebildet wird. Die Übertragung, Anpassung und abgewandelte Anwendung gemäß der vorliegenden
Erfindung liegt jedoch nicht nahe.
[0011] Bevorzugte Ausführungsvarianten der vorliegenden Erfindung sind nun in den Unteransprüchen
2 bis 5 angegeben.
[0012] Dabei ist zu bemerken, daß ein nachfolgend und/oder vorausgehend zum Spritzstrahl
geführter Kühlstrahl vor allem temperaturempfindliches Spritzmaterial oder hitzeempfindliche
Werkstücke insgesamt vor Überhitzung schützt. Mit in der beschriebenen Weise gekühlten
thermischen Spritzvorgängen ist allerdings generell eine Leistungssteigerung gegenüber
ungekühlten Spritzvorgängen möglich.
[0013] Das erfindungsgemäße Verfahren wird schließlich in vorteilhafter Weise mit einer
Expansionsdüse durchgeführt, welche ein an eine CO₂-Gasquelle anschließbares Innenrohr
6 mit abschließender Schlitzdüse besitzt, sowie ein das Innenrohr am Schlitzdüsenende
umhüllendes, deutlich darüber hinaus ragendes und das Expansionsvolumen bildendes
Außenrohr 9 aufweist. Bei dieser Expansionsdüse wird hinsichtlich des mit dem Außenrohr
gebildeten, zylinderförmigen Expansionsvolumens ein Durchmesser zu Längenverhältnis
von 1 zu 3 bis 1 zu 10, vorzugsweise 1 zu 5, eingehalten.
[0014] Mit der erfindungsgemäßen Expansionsdüse wird im Verfahrensbetrieb mit Vorteil ein
Abstand zum Werkstück von wenigstens ca. 3 cm eingehalten, um eine günstige Verfahrensfunktion
zu erhalten.
[0015] Prinzipiell besteht mit dem erfindungsgemäßen Kühlstrahlen auch die Möglichkeit,
aus dem Spritzbereich zurückprallende Spritzpartikel vom Werkstück weg zu befördern
und so Beschichtungfehler zu vermeiden.
[0016] Im folgenden wird anhand der Zeichnungen das erfindungsgemäße Verfahren sowie eine
entsprechende Expansionsdüse beispielhaft näher erläutert. Es zeigt:
- Figur 1
- einen autogenen Flammspritzvorgang in schematischer Darstellung;
- Figur 2
- eine erfindungsgemäße CO₂-Expansionsdüse in Seitenansicht im Schnitt;
- Figur 3
- eine erfindungsgemäße CO₂-Expansionsdüse in Vorderansicht;
Zunächst sei von einer standardgemäßen CO2-Versorgung ausgegangen, d.h. z.B. von
einem unter Umgebungstemperatur stehenden Mittel- oder Hochdrucktank für CO2. Dieser
enthält im Normalfall im Gleichgewicht sowohl flüssiges als auch gasförmiges CO2 mit
einem Druck von ca. 57 bar. Das unter diesem Druck stehende Kohlendioxidgas wird nun
gemäß der Erfindung über eine sehr enge, schlitzartige, in ihrer Längsausdehnung im
Bereich einiger Millimeter liegende Düse in ein abgegrenztes Expansionsvolumen hinein
entspannt. Auf diese Weise entsteht ausgangsseitig des z.B. durch ein Röhrchen gebildeten
Expansionsvolumens ein relativ eng begrenzter und wenig turbulenter Strahl aus kaltem
CO2-Gas und Schnee, der sich insbesondere für die Kühlung bei thermischen Spritzvorgängen
ausgezeichnet eignet.
[0017] Durch weitere Versuche hat die Anmelderin festgestellt, daß eine noch höhere und
vorteilhaftere Kühlwirkung des wie geschildert gebildeten Kühlstrahls dadurch erhalten
werden kann, daß von einem Kohlendioxidgas mit mehr als 65 bar Druck, vorzugsweise
70 bis 80 bar, ausgegangen wird. Dazu sind jedoch besondere Vorkehrungen zu treffen,
da - wie oben beschrieben - CO₂ in Standardspeichern nur mit etwa 57 bar zur Verfügung
steht. Erfindungsgemäß wird zur Lösung dieses Problems vorgeschlagen, daß die besagten
höheren Drucke durch Aufheizen des Gasspeichers samt Inhalt und somit durch Erzeugen
eines höheren Dampfdrucks des flüssigen CO₂'s hergestellt werden oder daß die Druckerhöhung
durch eine dem Speicher nachgeschaltete Pumpe erzeugt wird. Besonders vorteilhaft
wird ein Speicherbehälter z.B. dadurch beheizt, daß ein elektrischer Heizleiter in
diesem angeordnet wird. Mit Heizleitern ausgestattete Behälter sind im übrigen verfügbar,
da bei der Bereitstellung großer CO2-Gasmengen in den zugehörigen Speicherbehältern
solche Heizeinrichtungen ohnehin vorgesehen sind. Dieser Umstand kommt also der "Hochdruckvariante"
der Erfindung entgegen und ein entsprechend ausgerüsteter Speichertank mit z.B. drucksensitiver
Heizungsregelung kann die besagten Drucke über 65 bar problemlos liefern. In jedem
Falle jedoch, wird mit dieser Verfahrensvariante ein besonders effektiver Kühlstrahl
ausgebildet, dessen Wirkung in dem relativ hohen Schneeanteil im Strahl begründet
liegt.
[0018] Figur 1 zeigt nun einen thermischen Spritzvorgang,beispielsweise einen mit Brenngas
und Transportgas betriebenen Flammspritz- oder Hochgeschwindigkeitsflammspritzvorgang.
Gezeigt ist eine Spritzdüse 1, sowie eine Expansionsdüse 2 und ein Werkstück 3. Zum
Auftrag der Oberflächenschicht wird das gezeigte Werkstück, nämlich eine Welle 3,
gemäß Pfeil 4 in Rotation versetzt und der Spritzstrahl der Spritzdüse 1 etwa senkrecht
auf deren Oberfläche gerichtet. Beispielsweise kann eine verschleißfeste, Wolframcarbid
enthaltende Schicht aufgetragen werden, wobei die Flammspritzdüse 1 sowie die Kühlmitteldüse
2 gekoppelt, parallel ausgerichtet und gemäß Pfeil 5 entlang einer Parallele zur Werkstückoberfläche
vorgeschoben werden. Die Expansionsdüse folgt der Spritzdüse in gleichbleibendem Abstand
von ca. 5 bis 15 cm (Abstand bezüglich der beiden Düsenachsen). Es ist zu erkennen,
daß die neu aufgebrachten Schichtbereiche nach Verlassen des Spritzbereichs unter
den Einfluß des von der Expansionsdüse 2 ausgehenden Kühlmittelstrahls 2' gelangen
und somit dieser Oberflächenbereich mit frisch aufgetragener Beschichtung abgekühlt
und zudem auch die Ausbreitung der Wärme von der Spritzzone weg in bereits beschichtete
Werkstückbereiche verhindert wird. Als Kühlmittel kommen hierbei insbesondere reines
Kohlendioxid oder - bei Notwendigkeit einer besonders hohen Kühlleistung - auch Mischungen
von Kohlendioxid zusammen mit Helium und/oder Wasserstoff gemäß EP-PS 0 263 469 zur
Anwendung, wobei die Zumischgase mit Vorzug erst unmittelbar im Auftreffbereich des
Kühlmittelstrahls 2'auf dem Werkstück zugemischt werden.
[0019] In Figur 2 ist eine der möglichen Expansionsdüsen für die Ausführung des erfindungsgemäßen
Verfahrens im Schnitt gezeigt. Diese setzt sich zusammen aus einem Innenrohr 6 mit
abschließender Schlitzdüse 7, sowie einem das Innenrohr endseitig umhüllenden, das
Expansionsvolumen 8 bildenden Außenrohr 9, das an seinem der Expansionsdüse 7 abgewandten
Ende offen ist.
[0020] Die Figur 3 zeigt hierzu eine Vorderansicht der in Figur 2 gezeigten Expansionsdüse
ebenfalls in einer Schnittansicht gemäß der Schnittlinie S in Figur 2. Erfindungsgemäß
wird nun dieser Düse und insbesondere dem darin befindlichen Innenrohr 6 gasförmiges
Kohlendioxid mit vorzugsweise mehr als 65 bar Druck zugeführt und in den Expansionskanal
8 hinein entspannt. Beim Entspannungsprozeß entstehen insbesondere aufgrund einer
Unterdruckbildung hinter der Schlitzdüse 7 CO₂-Kaltgas und anteilig Schneepartikel,
und es ergibt sich so im Expansionsvolumen 8 ein Gemisch aus kaltem Gas und Schnee,
das durch die Austrittsöffnung 10 des Außenrohres 9 die Expansionsdüse verläßt und
auf das Werkstück gelenkt wird.
[0021] Eine solche Expansionsdüse ist je nach gewünschtem Mengendurchsatz zu dimensionieren.
Eine für gängige Flammspritzvorgänge geeignete Kühlmitteldüse der gezeigten Art weist
z.B. einen Innendurchmesser D (siehe Figur 2) bezüglich des Außenrohres 9 von 3 mm
und somit - gemäß der einzuhaltenden Längendimensionierung - eine überstehende Länge
L von z.B. 15 mm auf. Eine weitere, erfindungsbezogen wichtige Größe stellt die Öffnungsweite
der Schlitzdüse des Innenrohres dar. Diese beträgt im Regelfall und mit Vorteil zwischen
0,1 und 0,4 mm. Diese Öffnungsweite ist nach Auswahl der Grundgröße der Expansionsdüse,
d.h. nach Auswahl des Durchmessers für das Innen- bzw.das Außenrohr, im engeren Sinne
bestimmend für den Durchfluß an CO₂-Gas.
[0022] Mit der gezeigten Expansionsdüse und der dargestellten Erzeugung eines Kohlendioxid-Kühlstrahles
aus gasförmigem Kohlendioxid wird also eine vorteilhafte Möglichkeit zum Kühlen bei
thermischen Spritzmethoden zur Verfügung gestellt, wobei die wesentlichen Elemente
in der Expansionsweise des CO₂'s und der zugehörigen Expansionsdüse zu finden sind.
1. Verfahren zum Beschichten einer Oberfläche mittels einer thermischen Spritzmethode,
wobei ein Spritzstrahl aus heißem Transportgas und geschmolzenem Materialpartikeln
auf die betreffende Oberfläche gerichtet wird und dabei benachbart zum Spritzstrahl
mit einem zu wesentlichen Teilen aus Kohlendioxid bestehenden Kühlstrahl enthaltend
Kaltgas und Schneepartikel gekühlt wird, dadurch gekennzeichnet,
daß der Kohlendioxidanteil im Kühlstrahl aus gasförmigem, wenigstens unter 45 bar
Druck stehendem Kohlendioxid gewonnen wird und zwar derart,
daß das Kohlendioxidgas über eine Schlitzdüse oder eine sonstige schlitzartige Öffnung
zunächst in ein um diesen Expansionsschlitz angeordnetes, weitgehend gegen die Umgebung
abgeschlossenes Expansionsvolumen hinein expandiert wird
und ausgehend von diesem Expansionsvolumen und dessen Austrittsöffnung der Kühlstrahl
gebildet und auf den zu kühlenden Bereich gerichtet wird.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Kohlendioxidanteil im Kühlstrahl
aus gasförmigem, wenigstens unter 65 bar stehendem , vorzugsweise 70 bis 80 bar aufweisendem,
Kohlendioxid gebildet wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erhöhte Druckniveau des
Kohlendioxids durch Zufuhr von Wärme zum zugehörigen Speicherbehälters bewirkt wird,
wobei Temperaturen von 25 bis 35 °C, vorzugsweise von 30 bis 32 °C, erzeugt werden.
4. Verfahren nach Anspruch 3, dadurch gekennzeichnet, daß die Zufuhr von Wärme zum Speicherbehälter
mit einem im Speicherbehälter untergebrachten, elektrischen Heizleiter durchgeführt
wird.
5. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß das erhöhte Druckniveau mittels
eines bzw. durch den Einsatz eines, dem Speicherbehälter nachgeschalteten Verdichters
erzeugt wird.
6. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 5, dadurch gekennzeichnet, daß das den Kühlstrahl
bildende Expansionsvolumen mit seiner Austrittsöffnung mit einem Abstand zum Werkstück
von 2 bis 15 cm, vorzugsweise 3 bis 8 cm, geführt wird.
7. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß die Kühlung
mit dem Kühlstrahl in der Weise ausgeführt wird, daß der Kühlstrahl dem Spritzstrahl
nachfolgend geführt wird.
8. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß ein Kühlstrahl
dem Spritzstrahl vorauslaufend geführt wird.
9. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 8, dadurch gekennzeichnet, daß mehr als ein
Kühlstrahl vorgesehen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, der Spritzstrahl
von mehreren Kühlstrahlen oder von einem Kühlgashüllstrom nach allen Seiten hin umgeben
wird.
11. Expansionsdüse zur Ausführung des Verfahrens nach einem oder mehreren der Ansprüche
1 bis 10, gekennzeichnet durch ein an eine Kohlendioxidquelle anschließbares Innenrohr
6 mit abschließender Schlitzdüse 7, sowie
ein das Innenrohr am Schlitzdüsenende umhüllendes, darüber hinaus ragendes und das
Expansionsvolumen 8 bildendes Außenrohr 9, das an seinem der Schlitzdüse 7 abgewandten
Ende eine Austrittsöffnung 10 besitzt.
12. Expansionsdüse nach Anspruch 10,dadurch gekennzeichnet, daß hinsichtlich des mit dem
Außenrohr gebildeten, zylinderförmigen Expansionsvolumens 8 ein Durchmesser zu Längenverhältnis
von 1 zu 3 bis 1 zu 10, vorzugsweise etwa 1 zu 5, eingehalten ist.
1. Process for coating a surface by means of a thermal spraying method, in which a spraying
jet of hot transporting gas and melted material particles is directed on to the surface
concerned and cooling is effected in the vicinity of the spraying jet with a cooling
jet consisting essentially of carbon dioxide and containing cold gas and snow particles,
characterised in that the proportion of carbon dioxide in the cooling jet is obtained
from gaseous carbon dioxide at a pressure of at least 45 bar in that the carbon dioxide
gas is first expanded through a slotted nozzle or other slotted opening into an expansion
volume disposed around this expansion slot and largely sealed from the environment,
and the cooling jet is formed from this expansion volume and its outlet opening and
directed on to the area to be cooled.
2. Process according to claim 1, characterised in that the proportion of carbon dioxide
in the cooling jet is formed of gaseous carbon dioxide at a pressure of at least 65
bar, preferably 70 to 80 bar.
3. Process according to claim 2, characterised in that the raised pressure level of the
carbon dioxide is produced by supplying heat to the associated storage container,
producing temperatures of 25 to 35°C, preferably 30 to 32°C.
4. Process according to claim 3, characterised in that the supply of heat to the storage
container is effected with an electric heating conductor housed in the storage container.
5. Process according to claim 2, characterised in that the raised pressure level is produced
by means of or through the use of a compressor connected after the storage container.
6. Process according to one of claims 1 to 5, characterised in that the expansion volume
with its outlet opening forming the cooling jet is guided at a distance of 2 to 15
cm, preferably 3 to 8 cm, from the workpiece.
7. Process according to one of claims 1 to 6, characterised in that the cooling with
the cooling jet is effected in that the cooling jet is guided following the spraying
jet.
8. Process according to one of claims 1 to 7, characterised in that a cooling jet is
guided preceding the spraying jet.
9. Process according to one of claims 1 to 8, characterised in that more than one cooling
jet is provided.
10. Process according to one of claims 1 to 6, characterised in that the spraying jet
is surrounded on all sides by a plurality of cooling jets or by one enveloping stream
of cooling gas.
11. Expansion nozzle for implementing the process according to one or more of claims 1
to 10, characterised by an inner pipe 6 provided with a terminating slotted nozzle
7 and connectable to a carbon dioxide source, and an outer pipe 9 surrounding the
inner pipe at the slotted nozzle end and projecting beyond it and forming the expansion
volume 8 and which at its end remote from the slotted nozzle 7 exhibits an outlet
opening 10.
12. Expansion nozzle according to claim 10, characterised in that a diameter to length
ratio of 1 to 3 to 1 to 10, preferably approximately 1 to 5, is maintained as regards
the cylindrical expansion volume 8 formed with the outer pipe.
1. Procédé de revêtement d'une surface par pulvérisation thermique, dans lequel on dirige
un jet de pulvérisation de gaz de transport chaud et de particules fondues de matériau
sur la surface en cause, et on refroidit ensuite à proximité immédiate du jet de pulvérisation
avec un jet réfrigérant se composant pour une partie essentielle de dioxyde de carbone
et contenant du gaz froid et des particules de neige, caractérisé en ce que la part
de dioxyde de carbone dans le jet réfrigérant est constituée à partir de dioxyde de
carbone sous forme gazeuse se trouvant à une pression d'au plus 45 bars, de telle
façon que le dioxyde de carbone gazeux soit détendu par une tuyère à fente ou une
autre ouverture du genre fente, tout d'abord à l'intérieur d'un volume d'expansion
ou de détente disposé autour de cette fente d'expansion et largement fermé à l'encontre
de l'ambiance et que le jet réfrigérant soit formé à partir de ce volume d'expansion
et de son ouverture de sortie et soit dirigé sur la zone à réfrigérant.
2. Procédé selon la revendication 1, caractérisé en ce que la part de dioxyde de carbone
dans le jet réfrigérant est constituée de dioxyde de carbone sous forme gazeuse et
se trouvant à une pression d'au plus 65 bars, et de préférence d'au plus 70 à 80 bars.
3. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le niveau de pression du dioxyde
de carbone est augmenté par apport de chaleur au réservoir de stockage correspondant,
des températures de 25 à 35°C, de préférence de 30 à 32°C étant obtenues.
4. Procédé selon la revendication 3, caractérisé en ce que l'apport de chaleur au réservoir
de stockage est réalisé à l'aide d'un conducteur de chauffage électrique introduit
dans le réservoir de stockage.
5. Procédé selon la revendication 2, caractérisé en ce que le niveau de pression augmentée
est réalisé à l'aide d'un compresseur ou par introduction d'un compresseur dans le
réservoir de stockage, ce compresseur étant branché à l'aval de la sortie du réservoir.
6. Procédé selon l'une des revendications 1 à 5, caractérisé en ce que le volume d'expansion
formant le jet réfrigérant est amené par son ouverture de sortie à une distance de
la pièce à traiter de 2 à 15 cm, de préférence de 3 à 8 cm.
7. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le refroidissement
par le jet réfrigérant est réalisé de telle façon que le jet réfrigérant conduit à
l'aval du jet de pulvérisation.
8. Procédé selon l'une des revendications 1 à 7, caractérisé en ce qu'un jet réfrigérant
est conduit en amont du jet de pulvérisation.
9. Procédé selon l'une des revendications 1 à 8, caractérisé en ce que l'on prévoit plus
d'un jet de réfrigération.
10. Procédé selon l'une des revendications 1 à 6, caractérisé en ce que le jet de pulvérisation
est entouré de plusieurs jets de réfrigération ou bien est entouré de tous côtés par
un courant de gaz de réfrigération formant gaine.
11. Tuyère d'expansion ou de détente pour la mise en oeuvre du procédé selon l'une ou
plusieurs des revendications 1 à 10, caractérisé par un tube intérieur (6) susceptible
d'être raccordé à une source de dioxyde de carbone et muni d'une tuyère à fente (7)
venant l'obturer, ainsi que par un tube extérieur (9) entourant à la manière d'une
gaine le tube intérieur (6) à l'extrémité formant tuyère à fente, se prolongeant au-delà
du tube intérieur et formant le volume d'expansion (8), ce tube extérieur comportant,
à son extrémité opposée à la tuyère à fente (7), une ouverture de sortie (10).
12. Tuyère d'expansion selon la revendication 10, caractérisé en ce que le volume d'expansion
(8) de forme cylindrique et formé avec le tube extérieur (9), présente un rapport
entre le diamètre et la longueur de 1 à 3 jusqu'à 1 à 10, de préférence d'environ
1 à 5.
