[0001] Die Erfindung betrifft ein Kühlgerät, insbesondere Haushalts-Kühlgerät mit zumindest
einem Kühlraum, in dem ein Verdampfer und ein diesen zeitweise mit Raumluft beaufschlagenden
Lüfter angeordnet ist.
[0002] Bei Kühlgeräten ist es üblich, den Verdampfer bei stillstehendem Kältemittelverdichter
in bestimmten Zeitabständen abzutauen, da dessen wärmetauschende Flächen im Laufe
der Zeit durch die oftmals hohe Luftfeuchtigkeit im Kühlraum, die beispielsweise durch
häufiges Öffnen der Kühlraumtür oder durch große Mengen frisch eingelagerten Gutes
erheblich ansteigt, relativ stark bereifen und dadurch die Kühlleistung erheblich
herabgesetzt wird.
[0003] In diesem Zusammenhang wird eine möglichst kurze Abtauzeit angestrebt.
[0004] Es ist bereits bekannt, den Abtauvorgang durch Heißgas-Zuführung zum Verdampfer oder
durch elektrische Heizeinrichtungen, die nahe am Verdampfer angeordnet sind, zu unterstützen.
Für den Fall, daß der Abtauvorgang mit Heißgas unterstützt wird, sind im Kühlkreislauf
aufwendige Steuereinrichtungen notwendig, während bei Anwendung einer elektrischen
Heizeinrichtung der zusätzliche Aufwand an elektrischer Energie und der Verdrahtungsaufwand
meist erheblich ist.
[0005] Diese Nachteile werden durch die aus der US-PS 3 119 240 bekannte Lösung behoben.
Hierin wird für ein Umluft-Kältegerät mit einem Gefrierfach und einem unterhalb diesem
angeordneten Normalkühlfach vorgeschlagen, das Abtauen des im Bereich des Gefrierfaches
angeordneten Verdampfers durch Zuführen von wärmerer Luft aus dem Normalkühlfach mittels
eines dort zu diesem Zweck angeordneten Lüfters zu unterstützen. Die wärmere Luft
aus dem Normalkühlfach wird dem Verdampfer im Gefrierfach über einen ausgesparten
Luftführungsschacht an der Rückseite des die beiden Fächer trennenden wärmeisolierten
Zwischenboden zugeführt.
[0006] Diese Lösung weist jedoch den Nachteil auf, daß über den die beiden Fächer unterschiedlicher
Temperatur verbindenden Luftführungsschacht, unabhängig davon, auf welches der beiden
Fächer öfter zugegriffen wird, die in das jeweilige Kühlfach eindringende Luftfeuchtigkeit
sich am Verdampfer niederschlägt und diesen vorzeitig vereist. Außerdem ist für diese
Lösung eine meist aufwendige Installation eines zweiten Lüfters erforderlich.
[0007] Ferner ist aus der US-PS 2 991 630 ein Haushalts-Kühlgerät mit einem Gefrierfach
und einem unterhalb diesem angeordneten Normalkühlfach bekannt, an dessen Rückseite
in einer Aussparung der Rückwand unterhalb der die beiden Fächer thermisch voneinander
trennenden Zwischenwand in einem kanalähnlichen, sich bis über die Höhe des Gefrierfahces
erstreckenden Schacht ein Verdampfer angeordnet ist, dessen platinenartige Wärmetauschfläche
den Kühlraum zum Schacht hin abschließt.
[0008] Außerdem ist in diesem Schacht im Bereich des Gefrierfaches ein Lüfter vorgesehen,
der im Kühlbetrieb zur Aufrechterhaltung der Temperatur im Gefrierfach die Luft zwangsweise
umwälzt und über den Verdampfer fördert, aber im Abtaubetrieb stillsteht.
[0009] Um den Abtauvorgang zu beschleunigen, ist ein unterer, im Kühlraum vor der platinenartigen
Wäremtauschfläche angeordneter Lüfter vorgesehen, der nur zum Zweck des Abtauens in
Betrieb genommen wird.
[0010] Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, Maßnahmen zu treffen, die den Abtauvorgang
auf einfache Weise unterstützen und beschleunigen und gleichzeitig die Nachteile des
Standes der Technik vermeiden.
[0011] Die Aufgabe wird gemäß der Erfindung dadurch gelöst, daß der Lüfter im natürlichen,
durch die Kälteleistung des Verdampfers hervorgerufenen Konvektionsstrom der Luft
derart angeordnet ist, daß durch seine Funktion dieser Konvektionsstrom unterstützt
und bevorzugt in den Bereich der Wandungen und der Tür geleitet wird, und daß der
Lüfter sowohl den Kühlvorgang als auch den Abtauvorgang unterstützt.
[0012] Die erfindungsgemäße Lösung hat einerseits den Vorteil, daß kein zweiter Lüfter durch
aufwendige und dennoch häufig die Wärmedämmung herabsetzende Installation eingebaut
werden muß und andererseits den Vorzug, daß die Fächer unterschiedlicher Temperatur
thermisch voneinander getrennt sind.
[0013] Nach einer weiteren bevorzugten Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung ist
vorgesehen, daß der Lüfter unterhalb des Verdampfers so zu diesem angeordnet ist,
daß der Verdampfer im saugseitigen Luftstrom des Lüfters liegt.
[0014] Eine solche Lösung hat den Vorteil, daß die durch den Lüfter erzeugte Strömungsrichtung
mit der durch die wärmeren und kälteren Bereich innerhalb des Faches entstehenden,
natürlichen Luftzirkulation übereinstimmt, so daß sich beide Strömungsrichtungen überlagern
und nicht gegeneinander wirken.
[0015] Gemäß einer nächsten bevorzugten Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung ist
vorgesehen, daß der Lüfter als Axiallüfter ausgeführt ist.
[0016] Diese Lösung hat den Vorzug, daß der Lüfter auf engstem Raum innerhalb des Kühlraumes
integrierbar ist, so daß wertvoller Stauraum im Kühlfach erhalten bleibt. Ferner sind
derartige Lüfter besonders preisgünstig.
[0017] Entsprechend einer weiterem bevorzugten Ausführungsform des Gegenstandes der Erfindung
ist vorgesehen, daß der Lüfter ausblasseitig mit einem dessen Ausblasluft über die
Breite des Kühlfaches führenden Abdeckung versehen ist, die mit dem im Kühlfach angeordneten
Kühlgutbehältern derart zusammenwirkt, daß die Ausblasluft über den türseitigen Bereich
hinweg dem Verdampfer zugeführt wird.
[0018] Eine Lösung entsprechend diesem Merkmal hat den Vorteil, daß der vom Lüfter erzeugte
Luftstrom im wesentlichen zwangsgeführt auf den Verdampfer geleitet und gleichmäßig
über die gesamte Verdampferoberfläche gefördert wird. Außerdem wird innerhalb des
Kühlfaches eine möglichst umfassende Luftmischung zwischen der kälteren und der wärmeren
Luftbereichen erreicht.
[0019] Nach einer nächsten vorteilhaften Ausgestaltung des Gegenstandes der Erfindung ist
vorgesehen, daß die Luft im Fach tieferer Temperatur durch natürlichen Wärmeeinfall
in das Fach erwärmt wird.
[0020] Diese Lösung hat den Vorteil, daß neben komplizierten Luftführungen für die wärmere
Luft zum Kühlfach auch keine zusätzlichen, die Luft erwärmenden Maßnahmen, wie z.B.
elektrische Heizungen notwendig sind.
[0021] Die Erfindung ist in der nachfolgenden Beschreibung anhand eines in der beigefügten
Zeichnung vereinfacht dargestellten Ausführungsbeispieles erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Haushalts-Kühlschrank mit einem oben in dessen Gehäuse angeordneten Normalkühlfach
und einem darunter, durch Luftumwälzung mit einem Lüfter zwangsbelüftenden Null-Grad-Fach
in raumbildlicher Darstellung bei geöffneter Tür,
- Fig. 2
- schematisch den Haushalts-Kühlschrank mit geschlossener Tür von der Seite gesehen
im Schnitt,
- Fig. 3
- in einem vergrößerten Ausschnitt einen senkrechten Schnitt durch das Null-Grad-Fach
im Bereich des Lüfters in Ansicht von der Seite,
- Fig. 4
- ein Horizontalschnitt durch das Gehäuse, oberhalb dem unter der Abdeckung angeordneten
Lüfter und dem daran anschließenden, stufenartigen Vorsprung im unteren Rückwandbereich
des Gehäuses,
- Fig. 5
- ein Koordinatensystem, in dem der Einfluß des Lüfters auf die Abtaugeschwindigkeit
des Verdampfers dargestellt ist.
[0022] Ein in Fig. 1 gezeigter Haushalts-Kühlschrank 10 ist mit einem, durch eine Tür 11
verschließbaren, warmeisolierten Gehäuse 12 ausgestattet, in welchem zwei durch eine
wärmeisolierte Trennplatte 13 thermisch voneinander getrennte Fächer unterschiedlicher
Temperatur angeordnet sind. Das Fach oberhalb der Trennplatte 13 dient als Normalkuhlfach
14 und ist in der üblichen Weise mit als Ablage dienenden Zwischenböden 15 ausgestattet,
während das unterhalb der Trennplatte 13 angeordnete Kühlfach als Null-Grad-Fach 16
ausgebildet ist. Das Null-Grad-Fach 16 ist mit mehreren, übereinander angeordneten,
teils als Auszüge ausgebildeten Behältern 17, 18 und 19 zur Aufnahme des dort einzulagernden
Gutes versehen (wie insbesondere auch als Fig. 2 ersichtlich ist).
[0023] Wie insbesondere aus Fig. 2 hervorgeht, sind beide Kühlfächer 14 und 16 an ihrer
Rückwand mit je einem flächenhaften Verdampfer 20 und 21 in Form eines sogenannten
Coldwall-Verdampfers ausgestattet. Zudem weist das Null-Grad-Fach 16 einen als Axiallüfter
ausgebildeten Lüfter 22 auf (dieser ist hier nur andeutungsweise skizziert), der sowohl
im Kühlbetrieb des Kühlschranks 10 die Kühlluft innerhalb der Null-Grad-Faches 16
zur Erreichung einer möglichst gleichmäßigen Temperaturverteilung umwälzt und über
den Verdampfer 21 fördert, als auch im Abtaubetrieb des Kühlschranks 10 dem in gewissen
Zeitabständen automatisch eingeleiteten Abtauvorgang des Verdampfers 21 durch zwangsweises
Umwälzen der Luft innerhalb des Faches 16 unterstützt.
[0024] Der im Abstand unterhalb des Verdampfers 21 angeordnete Lüfter 22 ist in einem seitlich
eines stufenartigen Vorsprungs 23 ausgesparten Eckbereich 24 angeordnet und mit einer
Abdeckung 25 versehen, die mit nicht näher bezeichneten Befestigungsmitteln in der
Gehäusewand verankert ist (vgl. hierzu insbesondere auch Fig. 3). Der unter der Abdeckung
25 installierte Lüfter 22 ist bezüglich dem Verdampfer 21 so angeordnet, daß dieser
im saugseitigen Luftstrom des Lüfters 22 liegt.
[0025] Wie insbesondere aus Fig. 2 und Fig. 3 hervorgeht, ist der ausblasseitige Luftstrom
des Lüfters 21 in dessen Nahbereich durch die Abdeckung 25 geführt, die zu diesem
Zweck mit weiter unten näher beschriebenen Luftleiteinrichtungen ausgestattet ist,
die auf der Innenseite der an die Konturen des stufenartigen Vorsprungs 23 angepaßten
Wänden der Abdeckung 25 angeordnet sind.
[0026] Die Unterkante der der Frontseite des stufenartigen Vorsprungs 23 zugeordnete, senkrechte
Wand 26 der Abdeckung 25 bildet mit dem Boden des Gehäuses 12 einen düsenartigen Luftaustritt
27, während ihre der Oberseite des Vorsprungs 23 zugeordnete horizontale Wand 28 mit
einem nahe der Rückwand des Gehäuses 12 verlaufenden, ein Lüftungsgitter 29 aufweisenden
Lufteinlaß versehen ist.
[0027] Zur Beeinflussung des vom Lüfter 22 erzeugten ausblasseitigen Luftstromes ist die
Abdeckung 25 auf ihrer Innenseite mit Luftleiteinrichtungen in Form einer das Flügelrad
des Lüfters 22 von oben einhüllenden Haube 30 und auf der Innenseite ihrer aufrechten
Wand mit fächerförmig angeordneten Rippen 31 bis 34 versehen, die eine gleichmäßige
Luftverteilung über dem Boden gewährleistende unterschiedliche Gestaltung aufweisen.
[0028] Die im Abtaubetrieb des Kühlschranks 10 bei stillstehendem Kältemittelverdichter
durch den Lüfter 22 erzeugte und durch den düsensartigen Luftaustritt 27 austretende
Luftströmung wird unmittelbar nach ihrem Austritt in einen durch eine entsprechende
Behälteranordnung der Behälter 17, 18, 19 innerhalb des Null-Grad-Faches 16 gebildeten
Luftkanal 35 zur Tür 11 hin und über deren volle Breite nach oben geleitet, wobei
sich die Luft im Bereich der Tür 11 mit der sich durch natürlichen Wärmeeinfall erwärmten
Luft mischt, bevor sie erneut den Verdampfer 21 zur Unterstützung des Abtauvorgangs
zugeführt wird.
[0029] Abweichend von dem dargestellten und beschriebenen Ausführungbeispiel kann auch vorgesehen
sein, daß der Boden des Gehäuses 12 und/oder der Boden des im Abstand darüber angeordneten
Behälters 19 mit vom Luftaustritt der Abdeckung 25 fächerartig ausgehenden Luftleitrippen
versehen ist, welche dazu dienen, den vom düsensarigen Austritt 27 ausgehenden Luftstrom
gleichmäßig über die ganze Fläche des Bodens zu verteilen.
[0030] Ferner kann abweichend vom dargestellten Ausführungsbeispiel vorgesehen sein, den
Lüfter 21 nicht in einem Eckbereich, sondern in der Mitte des stufenartigen Vorsprungs
23 anzuordnen, bzw. anstatt des Axiallüfters einen Querstromlüfter einzusetzen.
[0031] In Fig. 5 ist ein Koordinatensystem 36 dargestellt, auf dessen X-Achse die Zeit in
Minuten und auf dessen Y-Achse die Verdampfertemperatur in °C aufgetragen ist. Zwei
innerhalb des Koordinatensystems angeordnete Kurvenzüge 37 und 38 zeigen im Vergleich
den Verlauf und die Dauer des Abtauvorgangs des Verdampfers 21, wobei der mit der
durchgezogenen Linie gezeichnete Kurvenzug 37 den Abtauvorgang mit Unterstützung durch
den Lüfter und der strichliert dargestellte Kurvenzug 38 den Abtauvorgang ohne Unterstützung
des Lüfters 21 wiedergibt. Legt man diesem Vergleich zugrunde, daß der Verdampfer
21 dann als vollends abgetaut gilt, wenn seine kälteste Stelle eine Temperatur von
+4° aufweist, so läßt sich anhand der beispielhaft ermittelten Kurvenzüge 37 und 38
ersehen, daß durch den Einsatz des Lüfters 21 eine Verkürzung der Abtauzeit um ca.
25 % erreicht wird.
1. Kühlgerät, insbesondere Haushalts-Kuhlgerät mit zumindest einem Kühlraum, in dem ein
Verdampfer und ein diesen zeitweise mit Raumluft beaufschlagenden Lüfter angeordnet
ist, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüfter (22) im natürlichen, durch die-Kälteleistung des Verdampfers (21)
hervorgerufenen Konvektionsstrom der Luft derart angeordnet ist, daß durch seine Funktion
dieser Konvektionsstrom unterstützt und bevorzugt in den Bereich der Wandungen und
der Tür (11) geleitet wird, und daß der Lüfter (22) sowohl den Kühlvorgang als auch
den Abtauvorgang unterstützt.
2. Kühlgerät nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüfter (22) unterhalb des
Verdampfers (21) so zu diesem angeordnet ist, daß der Verdampfer (21) im saugseitigen
Luftstrom des Lüfters (22) liegt.
3. Kühlgerät nach einem der Ansprüche 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüfter
(22) als Axiallüfter ausgebildet ist.
4. Kühlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, daß der Lüfter
(22) ausblasseitig mit einem dessen Ausblasluft über die Breite des Kühlfaches (16)
führenden Abdeckung (25) versehen ist, die mit dem im Kühlfach (16) angeordneten Kühlgutbehälter
(17, 18, 19) derart zusammenwirkt, daß die Ausblasluft über den türseitigen Bereich
hinweg dem Verdampfer (21) zugeführt wird.
5. Kühlgerät nach einem der Ansprüche 1 bis 4, dadurch gekennzeichnet, daß die Luft im
Fach tieferer Temperatur (16) durch natürlichen Wärmeeinfall in das Fach erwärmt wird.