[0001] Die Erfindung betrifft eine Skinverpackung nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs
1.
[0002] Eine derartige Verpackung ist aus der DE-OS 26 22 625 bekannt. Bei dieser Verpackung
dient als Unterfolie eine Schaumfolie und als Deckfolie eine Einfachfolie oder auch
eine Verbundfolie, wobei bei der Verwendung von Verbundfolie als Deckfolie die heißsiegelfähige,
der Schaumfolie zugewandte Schicht und die Schaumfolie selbst aus dem gleichen Grundstoff
bestehen oder diesen beinhalten, wie z.B. Polyäthylen (PE) oder Polyvinylchlorid (PVC),
um eine gute Haftung beim Heißsiegeln zu erzielen.
[0003] Eine ähnliche Verpackung ist aus der DE-OS 29 51 226 bekannt; auch hier sind Deckfolie
und Unterfolie aus dem gleichen Kunststoffmaterial ("SURLYN" der Fa. DuPont de Nemours
& Co.) hergestellt. Im Randbereich ist ein Informationsträger, beispielsweise ein
bedruckter Papierstreifen eingelegt, der einseitig einen Überzug aufweist, der mit
der einen Folie eine feste Verbindung herstellt, so daß dieser Informationsträger
als Aufreißstreifen Verwendung finden kann, wenn er den Rand der beiden Folien überragt.
[0004] Ein zunehmendes Problem bei Skinverpackungen der beschriebenen Art ist die Entsorgung
der verwendeten Materialien. Es ist daher Aufgabe der Erfindung, derartige Verpackungen
so auszugestalten, daß eine einfache Entsorgung bei minimalem Materialaufwand an Kunststoffen
und gegebenenfalls anderen Stoffen erzielt wird.
[0005] Erfindungsgemäß wird diese Aufgabe dadurch gelöst, daß Unterfolie und Deckfolie aus
Klarsicht-Hartfolie (Einfachfolie oder Verbundfolie) bestehen, und daß die Perforationen
der Unterfolie so dimensioniert sind, daß im Bereich der Heißsiegelung die Deckfolie
napfartig in diese Perforationen eingreift.
[0006] Bei der erfindungsgemäßen Lösung hat sich überraschenderweise ergeben, daß auch bei
der relativ großflächigen Verbindung von Unterfolie und Deckfolie, insbesondere auch
bei der Verwendung von PET, keine wesentlichen Verwerfungen oder Verformungen der
miteinander heißversiegelten Randbereiche der beiden Folien auftreten. Dies liegt
offenbar an der Dimensionierung der Perforierungen der Trägerfolie und den dadurch
bewirkten Eingriff der Deckfolie in diese Perforierungen.
[0007] Es hat sich hierbei ebenfalls herausgestellt, daß die Formgebung solcher Perforierungen,
beispielsweise kreisförmig oder schlitzartig, keine entscheidende Rolle spielt, solange
dieser Eingriffseffekt gewährleistet ist. Die Ausbildung der napfartigen Vertiefungen
aufgrund der Perforierungen bewirkt offenbar eine Art Verriegelung oder Arretierung
der beiden Folien gegeneinander, so daß auch an Stellen, bei denen eine kraftschlüssige
Verbindung der beiden Folien durch die Heiß-Siegelung nur unvollständig erreicht werden
konnte, eine zufriedenstellende Haftung der beiden Folien aneinander erzielt wird.
[0008] Die durch die napfartigen Vertiefungen der Deckfolie erreichte dreidimensionale Strukturierung
der Deckfolie bewirkt offenbar auch einen mechanisch stabilisierenden Effekt im Sinne
einer Versteifung der aus den beiden Folien gebildeten Randbereiche der Skinverpackungen
mit der vorteilhaften Folge, daß die eingesetzten Folien (Einfach- oder Verbundfolien)
eine minimale Dicke aufzuweisen brauchen, was natürlich zu einer erheblichen Material-,
Gewichts- und Kostenersparnis führt und somit auch eine Erleichterung bei der Entsorgung
bewirkt. Insbesondere die als Trägerteil verwendete Kunststoff-Folie kann wesentlich
leichter und dünner ausgebildet sein als die bisher verwendeten Kartonunterlagen oder
Schaumstoff-Folien, da durch die erfindungsgemäße Lösung eine ausreichende Zugbelastbarkeit
auch durch sehr dünne Kunststoff-Folien gewährleistet ist.
[0009] Die Entsorgung der erfindungsgemäßen Skinverpackung ist insbesondere dann sehr einfach,
wenn Unterfolie und Deckfolie aus dem gleichen Material bestehen, beispielsweise aus
der gleichen Verbundfolie, wobei auch bei Verbundfolien als Grundmaterial derselbe
Kunststoff eingesetzt werden sollte, wie beispielsweise PET.
[0010] Eine Ausbildung der erfindungsgemäßen Skinverpackung sieht vor, daß zwischen Unterfolie
und Deckfolie ein Informationsträger lose eingeschlossen ist, dessen Oberfläche beim
Heiß-Siegeln keine Verbindung mit den beiden Folien eingeht.
[0011] Im Unterschied zu vorbekannten Lösungen, wo ein derartiger Informationsträger beispielsweise
als Informationsblatt mehr oder weniger fest mit zumindest einer der beiden Kunststoff-Folien
verbunden ist, wird bei der Erfindung im Interesse einer einfachen und ordnungsgemäßen
Entsorgung der Verpackung hiervon abgesehen: Beim Aufreißen der Skinverpackung durch
Auseinanderziehen der beiden Folien wird das innen liegende Informationsblatt freigegeben
und kann sofort und ohne besondere Mühe von den Kunststoffen getrennt werden und somit
auch getrennt entsorgt werden.
[0012] Wie schon erwähnt, ist eine solche Skinverpackung besonders einfach, wenn sowohl
für die Trägerfolie als auch die obere Kunststoff-Folie insgesamt das gleiche homogene
Kunststoffmaterial eingesetzt wird, beispielsweise PET, Polystyrol oder auch Polypropylen.
Es ist jedoch auch ohne weiteres möglich, bei speziellen Anforderungen für eine oder
auch beide Folien eine Verbundfolie einzusetzen, sofern die zur Verbindung der beiden
Kunststoff-Folien dienenden, einander zugewandten Komponenten aus dem gleichen heisssiegelfähigen
Kunststoffmaterial bestehen.
[0013] Ein Ausführungsbeispiel wird anhand von Zeichnungen näher erläutert. Es zeigen:
- Fig. 1
- eine Schnittdarstellung und eine Unteransicht einer Skinverpackung und
- Fig. 2
- eine Darstellung des Details X der Fig. 1.
[0014] Das zu verpackende Gut 40 ist zwischen der oberen Kunststoff-Folie 10 und der Kunststoff-Trägerfolie
20 eingeschlossen. Letztere weist Perforationsöffnungen 21 zur Durchführung des Vakuum-Formverfahrens
auf, was symbolisch durch den nach unten gerichteten Pfeil V angedeutet ist, wobei
die gleichzeitige Wärmeeinwirkung zur Heiß-Siegelung symbolisch durch die Pfeile T
dargestellt ist. Die Peforationsöffnungen 21, die in der Querschnittsdarstellung der
Fig. 1 nur schematisch dargestellt sind, haben eine wesentliche Bedeutung nicht nur
für die Durchführung des Vakuum-Formens, sondern verbessern erfindungsgemäß auch entscheidend
die Beibehaltung der planen Form und die mechanische Stabilität der beiden verbundenen
Folien. Vorteilhaft haben sich hierbei Perforationsmuster erwiesen, wie sie im unteren
Teil der Zeichnung als Aufsicht auf die Verpackungsrückseite dargestellt ist: Die
Perforationsöffnungen 21 sind hierbei schlitzartig oder kreisförmig ausgebildet und
in Reihen angeordnet, die jeweils parallel und senkrecht zueinander verlaufen, so
daß sich quadratische Teilflächen A in der Größenordnung von etwa 1-2 cm² ergeben.
[0015] Bei der Vakuumanwendung durch die (nicht dargestellte) Auflageplatte wird die obere
Kunststoffolie 10 in die Perforationsöffnungen 21 hineingezogen und so ein Verriegelungseffekt
erreicht, der die plane Lage der Folien in deren verbundenen Randbereichen stabilisiert.
Dieser Effekt kann der Fig. 2 deutlicher entnommen werden.
[0016] Aus der Schnittdarstellung der Fig. 2 ist auch das in Fig. 1 nicht enthaltene Einlegeblatt
30 ersichtlich, das vorzugsweise unterhalb des Verpackungsgutes 10 angeordnet ist
und einen Teil der Randbereiche der beiden Folien 10, 20 erfaßt, so daß hier keine
Verbindung zwischen den Folien durch das Heiß-Siegeln zustandekommt. Vielmehr ist
das Material der Informationseinlage 30 so gewählt (beispielsweise einfaches Papier),
daß beim Heiß-Siegeln eine solche Verbindung nicht zustandekommt, so daß beim Öffnen
der Verpackung durch Auseinanderziehen der beiden Folien das Informationsblatt 30
einfach herausfällt bzw. entnommen werden kann.
[0017] Es ist bei dieser Lösung auch ohne weiteres möglich, daß ein Kantenbereich des Informationsblattes
30 aus dem Randbereich der beiden verbundenen Folien hervorragt und damit als Aufreißlasche
verwendet wird.
[0018] Ebenso können im Randbereich der Folie Stanzungen oder ähnliche Formgebungen vorgesehen
sein, die ein Aufhängen der gesamten Skinverpakkung gestatten.
[0019] Als Folienmaterial für eine erfindungsgemäße Skinverpackung können beispielsweise
Folien der Firma Eastman Chemical Products Inc. verwendet werden, die unter der Bezeichnung
"Kodar PETG Copolyester 6763" und "Kodarpack PET Copolyester 9921 (Clear)" erhältlich
sind. Aus diesen beiden Ausgangsmaterialien kann eine dreischichtige Verbundfolie
hergestellt werden, wobei der Kern der Folie aus dem letztgenannten Kunststoffmaterial
hergestellt wird (Kodapack...) und die außen liegenden, heisssiegelfähigen Schichten
aus dem erstgenannten Material (Kodar PETG...). Hieraus lassen sich Folien mit einer
Dicke von beispielsweise 150 µ herstellen, so daß die Gesamtdicke der Folie in den
Randbereichen der Skinverpackung bei etwa 300 µ oder auch darunter liegen kann, je
nach Stabilitätsanforderungen an die Verpackung, die im wesentlichen auch durch das
zu verpackende Gut 10 bestimmt sind.
1. Skinverpackung, bestehend aus einem perforierten, unteren Kunststoffträgerteil (Unterfolie)
und einem oberen Kunststofffolienzuschnitt (Deckfolie), der eng an dem dazwischenliegenden
Verpackungsgut anliegt und um dieses herum mit dem Trägerteil durch Heißsiegelung
verbunden ist, wobei Unterfolie und Deckfolie den gleichen Kunststofftyp beinhalten,
dadurch gekennzeichnet, daß Unterfolie (20) und Deckfolie (10) aus Klarsicht-Hartfolie
(Einfachfolie oder Verbundfolie) bestehen, und daß die Perforationen (21) der Unterfolie
(20) so dimensioniert sind, daß im Bereich der Heißsiegelung die Deckfolie (10) napfartig
in diese Perforationen (21) eingreift.
2. Skinverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß Unterfolie (20) und Deckfolie
(10) aus der gleichen Verbundfolie bestehen.
3. Skinverpackung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Verbundfolie eine
PET-Dreischicht-Verbundfolie mit äußeren, heißsiegelfähigen S-PET-Schichten ist.
4. Skinverpackung nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, daß die innere Schicht der
Verbundfolie aus A-PET besteht.
5. Skinverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß als Folienmaterial PET,
Polystyrol und/oder Polypropylen dienen.
6. Skinverpackung nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, daß
die Perforationen (21) der Trägerfolie (20) schlitzartig oder kreisförmig ausgebildet
sind.
7. Skinverpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die kreisförmigen Perforationen
(21) einen Durchmesser von etwa 1 mm besitzen.
8. Skinverpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß die schlitzartigen Perforationen
(21) in zueinander parallelen Reihen verlaufen.
9. Skinverpackung nach Anspruch 6, dadurch gekennzeichnet, daß mindestens zwei Gruppen
(X,Y) von Reihen vorgesehen sind, so daß n-eckige, insbesondere viereckige, Teilflächen
(A) gebildet werden, die von Perforationen (21) umschlossen sind bzw. deren Eckpunkte
von kreisförmigen Perforationen gebildet sind.
10. Skinverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß zwischen Unterfolie (20)
und Deckfolie (10) ein blattförmiger Informationsträger (30) lose eingeschlossen ist,
dessen Oberfläche beim Heißsiegeln keine Verbindung mit den beiden Folien (10,20)
eingeht.
11. Skinverpackung nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Unterseite der Unterfolie
(20) und die Unterseite der napfartigen Abschnitte der Deckfolie (10) etwa flächenbündig
verlaufen.