[0001] Die Erfindung liegt auf dem Gebiete der Verpackungsindustrie und betrifft eine Verschlusseinheit
gemäss dem Oberbegriff des ersten Patentanspruches.
[0002] An Gebinden für Müssigkeiten wie beispielsweise Metalldosen oder Behälter aus beschichtetem
Karton werden für eine wiederverschliessbare Öffnung und für ein bequemes Ausgiessen
oft Verschlusseinheiten, vorzugsweise aus Kunststoff, bestehend aus einem Ausgussteil
mit einer Ausgussöffnung und einem die Ausgussöffnung des Ausgussteils verschliessenden
Verschlussteil eingesetzt, die in einer Öffnung des Gebindes angebracht werden. Die
beiden schweizerischen Patentanmeldungen Nr. 2740/91 und 2739/91 (Anmeldedatum 17.9.91)
derselben Anmelderin beschreiben derartige Verschlusseinheiten. Die beschriebenen
Verschlusseinheiten werden nach einem Mehrmaterialien-Spritzgussverfahren gegossen
und bestehen aus mindestens zwei, sich in mindestens einer Eigenschaft unterscheidenden
Materialien.
[0003] In der genannten Anmeldeschrift Nr. 2740/91 wird neben einer guten Dichtigkeit der
Verschlusseinheit gefordert, dass für eine bequeme Handhabung die Verschlusseinheit
bei normalem Gebrauch immer als Ganzes mit dem Gebinde verbunden sei, derart, dass
der Verschlussteil auch in geöffnetem Zustand nicht vollständig vom Ausgussteil entfernt
werden kann. Zur Erfüllung dieser Forderung wird ein flexibler Steg (oder mehrere
Stege) vorgeschlagen, der den Verschlussteil mit dem Ausgussteil verbindet oder am
Verschlussteil angeformt ist und zwischen Gebinde und Ausgussteil festgehalten wird.
Der Nachteil dieser Verbindung zwischen Ausgussteil (bzw. Gebinde) und Verschlussteil
besteht darin, dass der Verschlussteil im geöffneten Zustand keine genau definierte
Position hat, sodass zum Verschliessen neben einer schliessenden Bewegung auch eine
positionierende Bewegung notwendig ist. Wenn die schliessende Bewegung nicht ganz
genau ausgeführt wird, müssen die Dichtflächen an der Aussen- oder Innenseite der
Ausgussöffnung deformiert werden, was einen unnötigen Kraftaufwand bedeutet.
[0004] Auch bekannte Verschlusseinheiten, die aus einem Material gegossen sind, weisen Verbindungsstege
zwischen Ausgussteil und Verschlussteil auf. Die Verschlusseinheit wird in geöffnetem
Zustand hergestellt und vor oder nach der Montage am Gebinde geschlossen. Die Stegverbindung
weist dieselben Nachteile auf wie die Verbindungsstege gemäss der genannten Anmeldung
Nr. 2740/91.
[0005] Es ist nun die Aufgabe der Erfindung, eine Verschlusseinheit zu schaffen, deren Verschlussteil
in geschlossenem Zustand gut gegen den Ausgussteil dichtet und deren Verschlussteil
auch in geöffnetem Zustand mit dem Ausgussteil verbunden bleibt und zwar in einer
gegenüber dem Ausgussteil derart definierten Stellung, dass eine einzige, einfache
Schwenkbewegung um eine Schwenkachse ausreicht, um die Ausgussöffnung zu verschliessen.
Die Verschlusseinheit soll zudem derart ausgestaltet sein, dass beim Verschliessen
oder Öffnen möglichst nur die als elastische Formschlussmittel dienenden Zonen deformiert
werden müssen, sodass der für das Öffnen und Schliessen benötigte Kraftaufwand ein
Minimum beträgt.
[0006] Diese Aufgabe wird gelöst durch die Verschlusseinheit gemäss dem kennzeichnenden
Teil des unabhängigen Patentanspruches.
[0007] Die erfindungsgemässe Verschlusseinheit weist ein Scharnier auf, mit Hilfe dessen
der Verschlussteil relativ zum Ausgussteil um eine Schwenkachse begrenzt schwenkbar
ist. Die Schwenkachse liegt im wesentlichen auf einem geradlinig verlaufenden Teil
der dem Verschlussteil zugewendeten Stirnfläche der Wandung der Ausgussöffnung. Als
Dichtungsmittel weist die Verschlusseinheit um die Ausgussöffnung stirnseitige, innere
und/oder äussere Dichtflächenpaare auf, die (in geschlossenem Zustand der Verschlusseinheit)
je aus einer ausgussteilseitigen und einer verschlussteilseitigen Dichtfläche bestehen,
wobei die Dichtflächen derart ausgebildet sind, dass sie bei der Schwenkbewegung des
Verschlussteiles nicht deformiert werden.
[0008] Die erfindungsgemässe Verschlusseinheit wird vorteilhafterweise nach dem Mehrmaterialien-Spritzgussverfahren
hergestellt, wobei in einer ersten Giessstufe ein Vorspritzling aus einem ersten Material
gegossen wird, dann die Giessform wenigstens teilweise bewegt oder ersetzt wird und
dann mit einem zweiten Material die Verschlusseinheit fertig gegossen wird, wobei
der Vorspritzling wenigstens teilweise als Giessform dient. Es lassen sich mit diesem
Verfahren Dichtflächenpaare aneinander giessen, wobei die eine Dichtfläche aus dem
ersten Material besteht, die zweite Dichtfläche aus dem zweiten Material. Die aneinandergegossenen
Dichtflächen passen sehr präzise aufeinander und bieten dadurch eine optimale Dichtigkeit.
[0009] Einige beispielhafte Ausführungsformen der erfindungsgemässen Verschlusseinheit werden
anhand der folgenden Figuren detailliert beschrieben. Dabei zeigen:
- Figur 1
- eine beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemässen Verschlusseinheit;
- Figur 2
- innere und äussere Dichtflächenpaare ohne Krümmung um die Schwenkachse;
- Figur 3
- schematische Darstellungen von erfindungsgemässen Verschlusseinheiten zur Illustration
der für die Schwenkbewegung notwendigen Dichtflächenkorrekturen;
- Figur 4
- eine Detailzeichnung der Verschlusseinheit gemäss Figur 1;
- Figur 5
- ein Schema zur Erläuterung der für die Schwenkbewegung notwendigen Dichtflächenkorrektur;
- Figur 6
- eine dreidimensionale Darstellung einer äusseren, ausgussteilseitigen Dichtfläche
für eine Verschlusseinheit gemäss Figur 1.
[0010] Figur 1 zeigt eine beispielhafte Ausführungsform der erfindungsgemässen Verschlusseinheit
mit einem Ausgussteil 1 und einem Verschlussteil 2. Der Ausgussteil ist mit einem
Gebinde 3 fest verbunden. Der Verschlussteil ist über ein Scharnier 4 begrenzt schwenkbar
mit dem Ausgussteil 1 verbunden.
[0011] Figur 2 zeigt mögliche Dichtflächenpaare zur Abdichtung der geschlossenen Verschlusseinheit
im Schnitt. Diese befinden sich auf der Stirnseite der Wandung der Ausgussöffnung
(A), auf der Aussenoberfläche der Wandung (B) und/oder auf der Innenoberfläche der
Wandung der Ausgussöffnung (C), wobei die stirnseitigen Dichtflächenpaare im wesentlichen
senkrecht zu einer durch den Ausguss laufenden Achse, die äusseren und inneren im
wesentlichen parallel dazu verlaufen. Aus der Figur ist leicht ersichtlich, dass die
schematisch dargestellten Verschlussteile einfach senkrecht gegen oben (parallel zur
Ausgussachse) von den Ausgussteilen entfernt werden können. Anders ist das bei einer
Verschwenkung des Verschlussteiles zum Öffnen der Verschlusseinheit. Stellt man sich
die dargestellten Dichtflächenpaare als senkrecht zur Papierebene verlaufend vor,
ist es offensichtlich, dass die Verschlussteile 2 ohne Schwierigkeiten um eine ausser-
und oberhalb der Ausgussöffnung liegende, parallel zur Papierebene verlaufende Schwenkachse
in eine geöffnete Position geschwenkt werden könnten. Liegt aber die Schwenkachse
nicht in der Papierebene, sondern beispielsweise senkrecht dazu, ist ebenfalls offensichtlich,
dass die Dichtflächen der einzelnen Dichtflächenpaare bei einer Verschwenkung des
Verschlussteiles miteinander in Konflikt kommen, das heisst, dass sie einander gegenseitig
deformieren, wenn ihre Form nicht entsprechend korrigiert ist. Die einzigen bei einer
Schwenkbewegung wie bei einer einfachen Abhebbewegung nicht betroffenen Dichtflächenpaare
sind die stirnseitigen Dichtflächenpaare A.
[0012] In der Figur 2 sind Schwenkachsen Z senkrecht zur Papierebene eingezeichnet, die
Schwenkbewegung des Verschlussteiles mit einem ausgezogenen Pfeil, die entsprechenden
Schwenkbewegungen von Randpunkten der Dichtflächen mit gestrichelten Pfeilen angedeutet.
Figur 2 ist derart überzeichnet, dass entsprechende Schwenkbewegungen nicht möglich
sind, da überall da, wo die schwenkende, verschlussteilseitige Dichtfläche näher an
der Schwenkachse liegt als die stationäre, ausgussteilseitige Dichtfläche, die beiden
Dichtflächen miteinander in Konflikt kommen, wenn sie geformt sind wie dargestellt.
[0013] Damit die entsprechenden Schwenkbewegungen ohne Deformation der Dichtflächenpaare
möglich werden, müssen die Dichtflächenpaare von der Schwenkachse aus gesehen konkav
gewölbt sein, das heisst, sie müssen sich um die Schwenkachse krümmen, derart, dass
in jeder Schnittfläche senkrecht zur Schwenkachse der von der Schwenkachse am weitesten
entfernte Punkt der schwenkenden Dichtfläche sich entlang der stationären Dichtfläche
(auf einem Kreisbogen) bewegen kann.
[0014] Figur 3 zeigt nun schematisch verschiedene beispielhafte Ausführungsformen von erfindungsgemässen
Verschlusseinheiten als Draufsicht auf die Ausgussöffnung. Das Scharnier ist je symbolisch
durch die Schwenkachse Z dargestellt. In den dargestellten Varianten sind gemäss obigen
Ausführungen je nach Position relativ zur Schwenkachse innere (C) oder äussere (B)
Dichtflächen oder gar keine zu korrigieren. In der Figur 3 sind die zu korrigierenden
Dichtflächen (B oder C oder /) an den entsprechenden, die Ausgussöffnung begrenzenden
Wandabschnitten markiert.
[0015] Figur 4 zeigt eine erfindungsgemässe Verschlusseinheit gemäss Figur 1 als Draufsicht und
als Schnitt gemäss Ansicht F-F der Draufsicht. Die Verschlusseinheit weist ein äusseres
Dichtflächenpaar B und ein stirnseitiges Dichtflächenpaar A auf. Wie aus der Schnittzeichnung
ersichtlich, ist das Dichtflächenpaar auf den an das Scharnier (Schwenkachse Z) grenzenden
Wandbereichen korrigiert.
[0016] Figur 5 zeigt ein Schema zur genauen Ausgestaltung der Korrektur der Dichtflächenpaare an
einem einfachen Beispiel. Die Figur besteht aus einer Projektion (unten) in eine Ebene,
in der die Schwenkachse liegt, und einer Projektion (oben) in eine Ebene, in der die
Ausgussachse (nicht dargestellt) liegt und die im vorliegenden Fall von der Schwenkachse
Z senkrecht durchstossen wird. Das Schema zeigt die Fläche, die bei einer Schwenkbewegung
von derjenigen Kante der schwenkenden Dichtfläche beschrieben wird, die die stationäre
Dichtfläche bei einer Schwenkbewegung ganz überstreift. Im geschlossenen Zustand der
Verschlusseinheit hat diese Kante die Position a. Die Punkte P, Q und R auf der Kante
a (geschlossene Position) bewegen sich auf den Spuren P', Q' und R' auf Kreisbahnen
senkrecht zur Schwenkachse Z, deren Durchmesser p, q und r dem Abstand der Punkte
P, Q und R von der Schwenkachse entsprechen.
[0017] Die von den Spuren P', Q', und P' gebildete Fläche entspricht der korrigierten Form
eines äusseren Dichtflächenpaares, entlang einem Wandteil, der gegen die Schwenkachse
einen Winkel α bildet und in unkorrigiertem Zustand parallel zur Ausgussachse steht.
In entsprechender Weise werden korrigierte Dichtflächenpaare auch für kompliziertere
Wandbereiche und Dichtflächenformen konstruiert.
[0018] Figur 6 zeigt nun in perspektivischer Darstellung eine korrigierte, äussere Dichtfläche F
am Ausgussteil einer Verschlussenheit gemäss Figur 1. Da die Dichtfläche F nicht parallel
zur Ausgussachse verläuft, sondern eine sich gegen die Ausgussöffnung verjüngende
Form hat, ist die Korrektur nur in einem Bereich, der durch die zwei gestrichelt eingezeichneten
Linien m und n begrenzt ist, notwendig.
1. Verschlusseinheit aus thermoplastischem Kunststoff für ein Gebinde zur Handhabung
und Lagerung von fliessfähigem Gut bestehend aus einem im wesentlichen röhrenförmigen
Ausgussteil (1) und einem die Öffnung des Ausgussteils verschliessenden Verschlussteil
(2), dadurch gekennzeichnet, dass der Verschlussteil (1) um eine feste Schwenkachse (Z) begrenzt schwenkbar mit
dem Ausgussteil (2) verbunden ist, dass der Ausgussteil (1) um die Ausgussöffnung
Dichtflächen aufweist, die an den inneren und/oder an den äusseren Oberflächen der
Wandung des Ausgussteils im Bereich der Ausgussöffnung angebracht sind, dass der Verschlussteil
(2) entsprechende Dichtflächen aufweist, die im geschlossenen Zustand der Verschlusseinheit
zusammen mit den Dichtflächen des Ausgussteiles dichtende Dichtflächenpaare (B, C)
bilden, und dass die Dichtflächenpaare derart um die Schwenkachse (Z) gekrümmt ausgebildet
sind sodass sie bei einer Schwenkbewegung des Verschlussteiles (2) um die Schwenkachse
(Z) nicht deformiert werden.
2. Verschlusseinheit nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass Dichtflächenpaare in Schnittebenen senkrecht zur Schwenkachse (Z) eine von
der Schwenkachse aus gesehen konkave Wölbung mit der Schwenkachse als Zentrum aufweisen.
3. Verschlusseinheit nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass Dichtflächenpaare (B), von denen die schwenkende Dichtfläche näher an der Schwenkachse
(Z) liegt als die stationäre Dichtfläche, die genannte Wölbung aufweisen.
1. Closure unit made from a thermoplastic material for a container for handling and storing
flowable products, comprising a substantially tubular pouring part (1) and a closure
part (2) closing the opening of the pouring part, characterized in that the closure
part (1) is pivotably connected to a limited extent with the pouring part (2) about
a fixed pivoting axis (Z), that the pouring part (1) has sealing faces around the
pouring opening, which are fitted to the inner and/or outer surfaces of the wall of
the pouring part in the vicinity of the pouring opening, that the closure part (2)
has corresponding sealing faces, which in the closed state of the closure unit form
sealing sealing face pairs (B, C) with the sealing faces of the pouring part and that
the sealing face pairs are so bent around the pivoting axis (Z) that during a pivoting
movement of the closure part (2) about the pivoting axis (Z) they are not deformed.
2. Closure unit according to claim 1, characterized in that sealing face pairs in sectional
planes perpendicular to the pivoting axis (Z) have a concave curvature, considered
from the pivoting axis, with the said pivoting axis as the centre.
3. Closure unit according to claim 2, characterized in that sealing face pairs (B), whereof
the pivoting sealing face is closer to the pivoting axis (Z) than the stationary sealing
face, have the aforementioned curvature.
1. Capsule de fermeture en matière thermoplastique pour un récipient destiné à la manutention
et au stockage de matières liquides, composée d'une partie verseuse (1) sensiblement
tubulaire et d'une partie de fermeture (2) fermant l'ouverture de la partie verseuse,
caractérisée en ce que la partie de fermeture (2) est reliée à la partie verseuse
(1) avec possibilité de pivotement limité autour d'un axe de pivotement (Z) fixe,
en ce que la partie verseuse (1) présente autour de l'ouverture verseuse des surfaces
d'étanchéité qui sont appliquées sur les surfaces intérieures et/ou extérieures de
la paroi de la partie verseuse dans la zone de l'ouverture verseuse, en ce que la
partie de fermeture (2) présente des surfaces d'étanchéité correspondantes qui, lorsque
la capsule de fermeture est fermée, forment avec les surfaces d'étanchéité de la partie
verseuse des paires de surfaces d'étanchéité (B, C), et en ce que les paires de surfaces
d'étanchéité sont courbées autour de l'axe de pivotement (Z) de telle sorte qu'elles
ne sont pas déformées lors d'un mouvement de pivotement de la partie de fermeture
(2) autour de l'axe de pivotement (Z).
2. Capsule de fermeture selon la revendication 1, caractérisée en ce que des paires de
surfaces d'étanchéité situées dans les plans de coupes perpendiculaires à l'axe de
pivotement (Z) présentent une courbure concave à partir de l'axe de pivotement et
dont le centre est l'axe de pivotement.
3. Capsule de fermeture selon la revendication 2, caractérisée en ce que des paires de
surfaces d'étanchéité (B) dans lesquelles la surface d'étanchéité pivotante est plus
proche de l'axe de pivotement (Z) que la surface d'étanchéité stationnaire, présentent
ladite courbure.