[0001] Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Klimatisierung von Vorgarn in Spinnmaschinen
und eine Spinnmaschine zur Ausführung dieses Verfahrens.
[0002] Es ist bereits bekannt, daß zur Erzielung einwandfreier Spinnergebnisse die zu bearbeitenden
oder herzustellenden Vorgarnspulen bei einer Ringspinnmaschine von einer klimatisierten
Atmosphäre umgeben sein müssen, welche beispielsweise eine Temperatur von 28°C und
eine relative Feuchtigkeit von 50% aufweisen kann. Auch größere Werte von z.B. 60%
Luftfeuchtigkeit sind denkbar.
[0003] Um eine solche klimatisierte Atmosphäre im Bereich der Garnspulen zu schaffen, ist
es üblich den gesamten Spinnraum entsprechend zu klimatisieren (DE-Gbm 89 08 921).
Es ist aber auch schon versucht worden, die klimatisierte Luft in erster Linie in
die Nähe der zu klimatisierenden Vorgarnspulen zu bringen, um den Energieaufwand für
die Klimatisierung des gesamten Spinnsaales zu reduzieren (DE-Gbm 1 969 970).
[0004] Weiter ist es schon bekanntgeworden (DE-AS 1 164 286), die Spinnstellen einer Ringspinnmaschine
einschließlich der Vorgarnspulen in ein Gehäuse einzukapseln, welches mit der klimatisierten
Atmosphäre beaufschlagt wird. Dies ist aber aufwendig und erschwert die Bedienung
der Spinnmaschine wesentlich. Außerdem muß bei einer derartigen Ausgestaltung auch
noch der gesamte Innenraum des Gehäuses mit klimatisierter Luft versehen werden.
[0005] Auch ist es bekannt nur die Vorgarnspulen zusammen mit dem zugehörigen Aufsteckgatter
in ein Gehäuse einzukapseln und in einer klimatisierten Atmosphäre zu halten (JP-A-59
116 430).
[0006] Doch auch hierbei muß der gesamte Innenraum des Gehäuses mit klimatisierter Luft
versorgt werden und die Bedienung der Spinnmaschine - beispielsweise das Auswechseln
der Vorgarnspulen gestaltet sich aufwendiger als bei einer Vorrichtung ohne Gehäuse.
[0007] Bei Offenendspinnmaschinen hat man bereits (DE-OS 39 19 284) die Faserbänder enthaltenden
Spinnkannen mit einem zentralen Kanal ausgestattet, durch den auf eine bestimmte Temperatur
und einen bestimmten Feuchtigkeitsgrad gebrachte Luft hindurchströmt. Da jedoch der
Bereich oberhalb der Spinnkannen unklimatisiert ist, besteht wegen der bis zum Eintreten
des Bandes in die Offenend-Spinnvorrichtung vergehenden Zeit die Gefahr, daß der zunächst
erreichte optimale Klimazustand beim Verspinnen nicht mehr vorhanden ist.
[0008] Das Ziel der Erfindung besteht darin, ein Verfahren nach dem Oberbegriff des Anspruches
1 und eine Spinnmaschine nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 12 zu schaffen,
bei denen mit einem minimalen Verbrauch an Klimamedium eine optimale Klimatisierung
des Garnes auf solche Weise erreicht wird, daß diese während der in bezug auf die
klimatischen Verhältnisse besonders kritischen Phasen des Spinnvorganges erhalten
bleibt.
[0009] Zur Lösung dieser Aufgabe sind die Merkmale der kennzeichnenden Teile der Ansprüche
1 bis 12 vorgesehen.
[0010] Erfindungsgemäß wird also das auf optimale Temperatur und Feuchtigkeitswerte eingestellte
Klimamedium durch allseits geschlossene Leitungen bis unmittelbar an die zu klimatisierenden
Vorgarnspulen bzw. das Vorgarn herangeführt, so daß das Klimamedium, bevor es sich
mit der Umgebungsluft wesentlich vermischt, mit dem zu klimatisierenden Vorgarn in
Berührung kommt und vorzugsweise auch bis zu einer bestimmten Tiefe in die Vorgarnspulen
eindringt. Somit wird trotz einer anders temperierten und befeuchteten Umgebungsatmosphäre
ein optimaler Klimazustand im Bereich der Garnspulen erzeugt. Besonders wichtig ist
dabei, daß, weil die Spulen sich beim Betrieb der Spinnmaschine drehen, die direkt
zugeführte Klimaluft gleichmäßig den gesamten Umfang der Garnspulen beaufschlagt,
wodurch insbesondere das Verbleiben unklimatisierter Bereiche vermieden wird. Eventuell
könnte auch Flüssigkeit, insbesondere Wasser in feinzerteiler Form als Sprühstrahl
oder Nebel auf das Vorgarn aufgebracht werden.
[0011] Nachdem das von einer Vorgarnspule abgespulte Vorgarn nach vergleichsweise kurzer
Zeit gestreckt und versponnen wird und das auf einen Kops aufgewickelte gesponnene
Garn während des Aufwickelns unmittelbar klimatisiert wird, ist gewährleistet, daß
der optimale Klimazustand weitgehend erhalten ist bzw. der Kops bei der Herstellung
praktisch lagenweise klimatisiert wird, so daß in den fertiggestellten Kops eine optimale
Klimaatmosphäre eingeschlossen ist, die auch beim anschließenden Transport des Kopses
zur weiteren Verarbeitung beispielsweise in einer Spulmaschine für längere Zeit erhalten
bleibt.
[0012] Vorteilhafte Weiterbildungen des erfindungsgemäßen Verfahrens sind durch die Ansprüche
2 bis 11 gekennzeichnet.
[0013] Die Ausbildung nach den Ansprüchen 8 oder 9 gewährleistet eine kontrollierte Klimaluftströmung
von den Vorgarnspulen zum Streckwerk und den Spindeln, so daß ein hoher Klimatisierungswirkungsgrad
erzielt wird, deres gestattet, bei optimaler Klimatisierung des Vorgarnes die den
Vorgarnspulen bzw. dem Vorgarn direkt zugeführte Menge an Klimaluft zu minimieren
und so mit geringem Energieverbrauch auszukommen.
[0014] Nach den Ansprüchen 10 oder 11 kann der Wassergehalt der klimatisierten Luft eingestellt
werden. Damit erreicht man zum einen bei einer Regelung in Abhängigkeit von der Saalumgebungstemperatur
eine optimale und konstante Klimatisierung des Vorgarns bzw. des Faserstrangs, und
zum anderen kann mit Hilfe dieser Wassergehaltsregelung die Zahl der Fadenbrüche reduziert
werden.
[0015] Eine vorteilhafte Spinnmaschine zur Ausführung des erfindungsgemässen Verfahrens
ist durch Anspruch 12 gekennzeichnet. Vorteilhafte Weiterbildungen dieser Vorrichtung
sind durch die Ansprüche 13 bis 22 definiert. DieAusbildung nach Anspruch 22 gewährleistet
eine Minimierung der zugeführten Klimaluft bei optimasler Klimatisierung des Garnes.
[0016] Durch die Kombination der erfindungsgemässen Vorgarnklimatisierung mit der Absaugung
an der Luftführungskammer im Bereich der Spindeln wird eine wesentliche Einsparung
an klimatisierter, d.h. erwärmter und befeuchteter Luft erzielt, wodurch der Energieverbrauch
drastisch gesenkt werden kann.
Fig. 1 einen Schnitt senkrecht zur Längsrichtung einer erfindungsgemäßen Ringspinnmaschine,
wobei nur die Vorgarnspulen klimatisiert sind,
Fig. 2 eine analoge, noch stärker schematisierte Ansicht nur einer Hälfte der Spinnmaschine,
wobei zusätzlich noch eine Klimatisierung des Vorgarnes angedeutet ist,
Fig. 3 eine analoge Teilansicht einer weiteren Ausführungsform einer erfindungsgemäßen
Ringspinnmaschine,
Fig. 4 eine vergrößerte und mehr Details zeigende Schnittansicht nach Linie IV IV
in Fig. 3,
Fig. 5 eine teilweise Schnittansicht einer etwas anderen Ausführungsform, als sie
in Fig. 4 gezeigt ist,
Fig. 6 eine schematische Seitenansicht einer erfindungsgemäßen Spinnmaschine, wie
sie anhand der Fig. 3 bis 5 veranschaulicht ist,
Fig. 7 eine Stirnansicht eines Vorgarnspulengatters mit jeweils vier Vorgarnspulen
zugeordneten Klimaluftzufuhrrohren,
Fig. 8a eine Draufsicht des Gegenstandes der Fig. 7,
Fig. 8b eine um zusätzliche Klimaluftzufuhrrohre erweiterte Draufsicht des Gegenstandes
der Fig. 7,
Fig. 9 eine stark schematisierte Vorderansicht einer erfindungsgemäßen Ringspinnmaschine,
Fig. 10 eine schematische Ansicht eines Teils einer erfindungsgemäßen Spinnmaschine
mit Sensoren und einem Luftfeuchtigkeits-Regelkreis und
Fig. 11 eine Spinnmaschine nach Fig. 10 mit einem vereinfachten Regelkreis.
[0017] Nach Fig. 1 besitzt eine erfindungsgemäße Ringspinnmaschine zu beiden Seiten der
vertikalen Mittellängsebene 17 nebeneinander angeordnete Spinnstellen 13, die durch
Streckwerke 18 und darunter angeordnete Spindeln 19 mit den dazugehörigen Bauelementen
gebildet sind. Die Spindeln 19 sind von oben eine Lufteintrittsöffnung 26' aufweisenden
Luftführungskammer 26 umgeben, die an ihrem unteren Ende durch nach innen abzweigende
Leitungen 8 mit einem sich in Längsrichtung der Maschine erstreckenden zentralen Absaugkanal
7 verbunden sind, welcher zu einem nicht dargestellten Filter 33 führt.
[0018] Im Bereich jedes Streckwerkes 18 befinden sich Absaugvorrichtungen, welche mit einem
weiteren sich in Längsrichtung der Maschine erstreckenden, vertikal über dem Absaugkanai
7 liegenden zentralen Absaugkanal 5 verbunden sind, welcher zu einem ebenfalls nicht
dargestellten Filter 32 führt.
[0019] Oberhalb der Streckwerke 18 befinden sich Vorngarngatter 20, an denen die für die
Speisung der Streckwerke 18 erforderlichen Vorgarnspulen 11 aufgehängt sind. Gleichzeitig
werden von jedem Streckwerk 18 zwei Vorgarnspulen 11 abgearbeitet, während die dritte
in Reserve gehalten wird.
[0020] Ein schematisch angedeuteter Bläser 22 ist entlang der in einer Reihe nebeneinander
angeordneten Spinnstellen 13 verfahrbar und dient dazu, mit seinem Rüssel 23 die einzelnen
Spinnstellen durch Blas-und/oder Saugluft zu reinigen.
[0021] Erfindungsgemäß ist oberhalb der Spulengatter 20 ein Klimaluftkanal 14 vorgesehen,
der sich in Längsrichtung der Ringspinnmaschine erstreckt und an seiner Unterseite
Abzweigrohre 24 aufweist, die zu sich in Längsrichtung der Maschine erstreckenden
Düsenrohren 15 führen, welche etwa in Höhe des oberen konischen Bereichs 11' der Vorgarnspulen
11 verlaufen und gegenüber dem Umfang der Vorgarnspulen 11 jeweils eine oder mehrere
Klimaluftaustrittsdüsen 12 aufweisen.
[0022] Dem Klimaluftkanal 14 wird axial ein optimales Spinnergebnis gewährleistende klimatisierte
Luft mit einer Temperatur von z.B. 28°C und einer relativen Luftfeuchte von 50% zugeführt.
Diese gelangt durch die Zwischenrohre 24 zu den Düsenrohren 15 und wird aus den Klimaluftaustrittsdüsen
12 unmittelbar auf die Oberfläche der beim Abarbeiten umlaufenden Vorgarnspulen 11
gelenkt. Die Klimaluftgelangtsomit nach dem Austritt aus den Düsenrohren 15 unverzüglich
in Kontakt mit der Oberfläche der Garnspulen 11, so daß mit einem Minimum an Klimaluft
eine optimale Klimatisierung des Vorgarns gewährleistet wird.
[0023] Unterhalb der Vorgarnspulen 11 wird die von den Luftaustrittsdüsen 12 stammende Klimaluft
zum Teil über die Lufteintrittsöffnungen 6' derAbsaugieitung 6 in den Saugkanal 5
und zum Teil durch die Lufteintrittsöffnungen 26' in die Luftführungskammern 26 und
von dort über die Leitungen 8 in den Saugkanal 7 abgesaugt. Die Klimaluft folgt dabei
weitgehend dem Weg des Vorgarns 10, so daß dieses bis zu den Spindeln 19 hin in dem
optimal klimatisierten Zustand gehalten wird, weil die im Spindelbereich entstehende
Wärmeleitung von ca. 50 Watt nicht in das Gatter aufsteigt, sondern in die Spindelkammerfließt
und im zweiten Kanal 7 abgeführt wird.
[0024] Um den Spulengatterbereich vom Spinnsaal abzugrenzen, können an beiden Seiten der
Spinnmaschine Vorhänge oder Schiebefenster 25 vorgesehen sein.
[0025] In den folgenden Figuren bezeichnen gleiche Bezugszahlen entsprechende Bauteile wie
in Fig. 1.
[0026] Nach Fig. 2 kann die aus dem Klimaluftzufuhrkanal 14 abgezweigte Klimaluft auch in
sich parallel zu den Vorgarnspulen 11 erstreckende Klimaluftzufuhrrohre 9 geleitetwerden,
die über ihre Länge verteilt eine Reihe von Klimaluftaustrittsöffnungen 12' aufweisen,
welche der Oberfläche der Vorgarnspule 11 zugewandt sind. Auch auf diese Weise wird
die Klimaluft ohne Vorvermischung mit der Raumluft unmittelbar dem Vorgarn 10 zugeführt.
[0027] Nach Fig. 2 kann auch ein weiteres Klimaluftzufuhrrohr 9' von dem Klimaluftzufuhrkanal
14 abgezweigt und parallel zu dem sich zwischen den Vorgarnspulen 11 und dem Streckwerk
18 erstreckenden Teil des Vorgarns 10 geführt sein, wo wieder gegenüber dem vorbeilaufenden
Vorgarn 10 eine Reihe von Klimaluftaustrittsöffnungen 12' vorgesehen ist.
[0028] Unterhalb jedes Streckwerks 18 ist eine Absaugleitung 6 vorgesehen, die einen Teil
der dort hingelangenden Klimalüft mit dem im Streckwerk 18 freiwerdenden, wiederverwendbaren
Fasern absaugt und zu dem zentralen Absaugkanal 5 führt. Im Unterschied zum Ausführungsbeispiel
nach Fig. 1 sind die Spindeln 19 der Ausführungsform nach Fig. 2 mit Einzelantriebsmotoren
28 versehen, an denen die in die Luftführungskammer 26 eingesaugte Klimaluft ebenfalls
entlanggeführt wird, so daß die Motoren 4 entsprechend gekühlt werden.
[0029] Zusätzlich kann an der Decke 3 des Spinnsaales ein weiterer Klimaluftzufuhrkanal
2 vorgesehen sein, der seitlich in bestimmten Abständen Klimaluftaustrittsöffnungen
12" aufweist.
[0030] Bevorzugt werden jeder Vorgarnspule 11 z.B. vier m
3/h Klimaluft zugeführt, die zum Teil durch die Absaugung 5, 6 und zum Teil durch die
Absaugung 7, 8, 26 abgeführt wird. Mit so geringen Klimaluftmengen kommt man deswegen
aus, weil die zugeführte Klimaluft unter nur minimaler Vermischung mit Raumluft unmittelbar
dem Vorgarn zugeführt und auf einem solchen Weg abgesaugt wird, daß sie bis zum Verlassen
des Spinnsaales entlang des Vorgarnes 10 strömt. Es ist also von besonderer Bedeutung,
daß die Absaugung der Klimaluft zum einen durch die Luftführungskammer26 an den Spindeln
19 hindurch und gegebenenfalls zum Teil auch noch durch die Abführleitungen 6 und
den Saugkanal 5 im Bereich der Streckwerke 18 erfolgt.
[0031] Um den Spinnsaal auch noch in geeigneter Weise zu klimatisieren, können durch den
an der Decke 3 vorgesehenen Klimaluftzufuhrkanal zusätzlich noch 8 m
3/h Klimaluft pro Spindel zugeführt werden, die dann je zur Hälfte durch die Absaugungen
5, 6 bzw. 7, 8, 26 abgeführt werden.
[0032] Bei den Ausführungsbeispielen nach den Fig. 3 bis 6 wird die Klimaluft über in bestimmten
Abständen entlang der Spinnmaschine vorgesehene und an den Klimaluftkanal 14 angeschlossene
Zwischenrohre 24 flachen Hohlkörpern 16 zugeführt, die neben jeweils einer Vorgarnspule
11 angeordnet sind und sich im wesentlichen über deren gesamte Höhe erstrecken. Gemäß
den Fig. 4 und 5 sind die Hohlkörper 16 derart gekrümmt ausgebildet, daß sie die Vorgarnspulen
11 mit einer ihrer Flachseiten über einen Winkelbereich von annähernd 90° umfassen.
[0033] Auf der den Garnspulen 11 zugewandten Seite weisen die Hohlkörper 16 gleichmäßig
über ihre Oberfläche verteilt Klimaluftaustrittsöffnungen 12' auf, welche sich im
engen Abstand bestimmt durch den Anschlag 31, von der Oberfläche der Garnspule 11
oder in Berührung mit dieser befinden.
[0034] Nach den Fig. 3 und 4 ist jeder flache Hohlkörper 16 um eine neben der Vorgarnspule
11 angeordnete parallel zur Spulenachse verlaufende Schwenkachse 29 in Richtung der
Spule bzw. von ihr weg schwenkbar angeordnet. Zweckmäßig ist der Hohlkörper durch
eine Feder 30 (Fig. 4) in Richtung der Garnspule 11 gegen einen Anschlag 31 vorgespannt,
so daß eine einwandfreie Klimatisierung der Oberfläche der Vorgarnspule 11 gewährleistet
wird.
[0035] Beim Ausführungsbeispiel nach Fig. 5 ist der Hohlkörper 16 über eine Spiralfeder
30' schwenkbar und gleichzeitig federnd in Richtung des Anschlags 31 vorgespannt.
[0036] Gemäß Fig. 6 sind in bestimmten Abständen in Längsrichtung der Spinnmaschine Zwischenrohre
24 vom Klimaluftkanal 14 abgezweigt, die jeweils ebenfalls in Längsrichtung verlaufende
Klimaluftzufuhrrohre 15' beaufschlagen, von denen weitere Zwischenrohre 24' zu den
Hohlkörpern 16 abzweigen.
[0037] Bei dem Ausführungsbeispiel nach den Fig. 7 bis 8a sind von den Düsenrohren 15 bzw.
den Zwischenrohren 15' vertikale Klimaluftzufuhrrohre 9 abgezweigt, die sich zwischen
einer Gruppe von jeweils vier rechteckförmig oder quadratisch angeordneten Vorgarnspulen
11 erstrecken und gegenüber den Oberflächeb der Vorgarnspulen 11 Luftaustrittsöffnungen
12' aufweisen. Auf diese Weise können insgesamt vier Vorgarnspulen von einem einzigen
vertikalen Klimaluftzufuhrrohr 9 unmittelbar in optimaler Weise mit Klimaluft beaufschlagt
werden.
[0038] Bei dem Ausführungsbeispiel von Fig. 8b wurden weitere sechs Klimaluftzufuhrrohre
9" von den Düsenrohren 15 bzw. den Zwischenrohren 15' abgezweigt, wobei jeweils drei
Klimaluftzufuhrrohre 9" auf einer Linie liegend, durch eine Gruppe von jeweils vier
rechteckig oder quadratisch angeordneten Vorgarnspulen 11 von den anderen Klimaluftzufuhrrohren
9' getrennt sind. Die Düsenöffnungen 12' der zusätzlich eingeführten Klimaluftzufuhrrohre
9" weisen in Richtung des von der Gruppe der Vorgarnspulen 11 getrennten gegenüberliegenden
Klimaluftzufuhrrohres 9". Mit dieser Anordnung wird eine natürliche Klimakammer mit
einem räumlich sehr konstanten Klima aufgebaut, wodurch insbesondere ein Klimagefälle
an den Vorgarnspulen 11 vermieden wird.
[0039] Nach Fig. 9 sind erfindungsgemäß an allen nebeneinander angeordneten Spinnstellen
13 unterhalb des Streckwerkes 18 Absaugöffnungen 6' angeordnet, welche die an den
Streckwerken 18 freiwerdenden, größtenteils wiederverwendbaren Fasern über die Absaugleitungen
6 in einen zentralen, sich in Maschinenlängsrichtung erstreckenden Saugkanal 5 führen,
der die Gesamtmenge der von den Streckwerken 18 abgesaugten Luft durch ein Filter
32, bestehend aus einem Filtergehäuse 32', einem Trommelsieb 32" und einer austauschbaren
Auffangvorrichtung 32 zum Beispiel in Form einer Schublade, leitet, das die wiederverwendbaren
Fasern 36 abscheidet und in der austauschbaren Auffangvorrichtung 32 sammelt. Im unteren
zentralen, sich ebenfalls in Maschinenlängsrichtung erstrekkenden Saugkanal 7 wird
der über die ebenfalls an jeder Spinnstelle 13 angeordneten Öffnungen 26' und die
Leitungen 8 angesaugte Faserflug und Staub durch ein Filter 33 mit einem Filtergehäuse
33' geleitet, welches diese Abfallprodukte 34 durch ein Trommelsieb 33" in einer ebenfalls
austauschbaren Auffangvorrichtung 33 abscheidet. Nach den Filtern 32 und 33 werden
die Absaugkanäle 5 und 7 in einen gemeinsamen Endabsaugkanal 35 zusammengeführt, wodurch
nur ein einziger Saugventilator 37 benötigt wird.
[0040] Figur 10 zeigt schematisch, wie das Verfahren abhängig von den Verhältnissen im Spinnsaal
mit einer regeltechnischen Einrichtung weiterentwickelt werden kann. Die Spinnmaschine
100 enthält mehrere Vorgarnspulen 101, von welchen das Vorgarn 101 a dem Streckwerk
106 zugeführt wird. Nach dem Streckwerk wird das Garn 105 mittels eines Rings 103
und eines darauf umlaufenden Läufers 104 auf eine Garnspule 102 aufgewickelt, die
mit einem Antrieb 107 versehen ist. Mittels eines Fadenbruchwächters 128 kann beispielsweise
auf der Höhe des Läufers 104 überwacht werden, ob ein Garnbruch vorliegt. In der Spinnmaschine
100 ist mindestens ein Temperaturfühler 126 vorgesehen, von dem Temperaturmesswerte
an eine Steuerung 125 übereine Signalleitung 126a übermittelt werden. Die Steuerung
125 ist über eine Steuerleitung 126b mit einem Dosiergerät 123 verbunden, womit abhängig
von den Messwerten der Temperatur Wasser gemäss Pfeil 121 b einer Mischkammer 124
zugeführt werden kann. In die Mischkammer 124 mündet gemäss Pfeil 121a auch eine Luftleitung.
Die befeuchtete Luft 121c wird demnach über Rohrleitungen 121 geregelt den Vorgarnspulen
101 zugeführt. Bei steigender Temperatur im Bereich des Temperaturfühlers 126 wird
die befeuchtete Luft einen höheren Wassergehalt aufweisen. Zusätzlich kann ein Feuchtigkeitsfühler
127 eingesetzt werden, mit dem das regeltechnische Verhalten der Steuerung 125 verbessert
werden kann.
[0041] Die Klimatisierung der die Vorgarnspulen 101 bzw. 11 umgebenden Luft kann auch dadurch
erreicht werden, dass anstelle befeuchteter Luft nur Wasser zugeführt wird, dass gemäss
Figur 11 mittels eines Dosiergeräts 123 zugeteilt wird und analog zur Anordnung in
Figur 10 über eine Rohrleitung 121 gemäss den eingezeichneten Pfeilen in der Spinnmaschine
100 verteilt wird. Auf Höhe der Vorgarnspulen 101 kann das Wasser durch am Ende der
Rohrleitung 121 sitzende feine Düsen 122 versprüht werden, wobei ein direktes Aufsprühen
des Wassernebels auf die Oberfläche der Vorgarnspule vorteilhaft ist, weil damit die
Feuchtigkeit noch gezielter auf das Vorgarn aufgebracht wird. Auch bei dieser Anordnung
ist es zweckmässig, mittels eines Temperaturfühlers 126 die pro Zeiteinheit zugeführte
Wassermenge zu regeln. In der Steuerung 125 kann ein Grundwert für den Wasserausstoss
pro Zeiteinheit vorgegeben werden, ebenfalls ein Sollwert für die Luftfeuchtigkeit
in der Umgebung der Vorgarnspulen, wobei diese jeweils durch einen Feuchtigkeitsfühler
127 gemäss Figur 10 und Figur 11 überwacht wird.
1. Verfahren zur Klimatisierung eines einem Streckwerk zuzuführenden Faserstranges,
insbesondere eines Vorgarns in Spinnmaschinen, insbesondere Ringspinnmaschinen, bei
dem dem Faserstrang bzw. Vorgarn klimatisiertes Medium zugeführt wird,
dadurch gekennzeichnet,
dass der Faserstrang bzw. zumindest ein Teil der Vorgarnspulen (11,101) und/oder das
von den Vorgarnspulen (11) zum Streckwerk (18) führende Vorgarn (10) an einer Seite
unmittelbar durch eine oder mehrere in ihre Nähe geführte Düse(n) (12,122) bzw. Austrittsöffnungen
(12') mit dem klimatisierten Medium beaufschlagt wird, bevor es sich mit der die Düse(n)
(12,122) bzw. Austrittsöffnungen (12') umgebenden Atmosphäre vermischen kann.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das klimatisierte Medium
aus Luft besteht, in welche Wasser versprüht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, dadurch gekennzeichnet, dass die Luft eine Luftfeuchtigkeit
von 30 bis 80%, vorzugsweise 40 - 70%, insbesondere 50 - 60% und eine Temperatur von
10° - 50°C, vorzugsweise 20° - 40°C, insbesondere 25° - 35°C aufweist.
4. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimamediumbeaufschlagung
von im oberen Bereich der Vorgarnspulen (11), vorzugsweise in dem konisch zulaufenden
oberen Bereich (11') angeordneten Klimamediumsaustrittsdüsen (12) bzw. Klimamediumaustrittsöffnungen
(12') aus erfolgt.
5. Verfahren nach Anspruch 1 bis 3, dadurch gekennzeichnet, dass die Klimamediumbeaufschlagung
auf zumindest einer Seite über zumindest im wesentlichen die gesamte Höhe der Vorgarnspule
(11) erfolgt.
6. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
die Klimamediumbeaufschlagung über einen deutlichen Bruchteil des Umfanges der Vorgarnspule
(11) erfolgt.
7. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
das Klimamedium in Form eines oder mehrerer unmittelbar auf die Oberfläche der Vorgarnspule
(11) gerichteter Strahlen vor einer wesentlichen Vermischung mit Umgebungsluft auf
das Garn aufgebracht wird.
8. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
im Bereich der einzelnen Spindeln (19) eine zentrale Luftabsaugung vorgenommen wird.
9. Verfahren nach einem der vorhergehenden Ansprüche, dadurch gekennzeichnet, dass
an jedem Streckwerk (18) eine zentrale Luftabsaugung vorgenommen wird.
10. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 bis 9, dadurch gekennzeichnet, dass der Wassergehalt
der den Vorgarnspulen zugeführten feuchten Luft eingestellt werden kann, insbesondere
in Abhängigkeit von der im Saal herrschenden Umgebungstemperatur.
11. Verfahren nach Anspruch 10, dadurch gekennzeichnet, dass der Wassergehalt von
der Zahl der Fadenbrüche bestimmt wird.
12. Spinnmaschine, insbesondere Ringspinnmaschine zur Ausführung des Verfahrens nach
einem der vorhergehenden Ansprüche mit wenigstens einem sich in Längsrichtung entlang
der Spinnstellen (13) erstreckenden Klimamediumzufuhrkanal (14),
dadurch gekennzeichnet,
dass in unmittelbarer Nähe jeder Vorgarnspule (11) und/oder des sich zwischen Vorgarnspule
(11) und Streckwerk (18) erstreckenden Vorgarns (10) wenigstens eine mit dem Klimamediumzufuhrkanal
(14) in Strömungsverbindung stehende Klimamediumaustrittsdüse (12) oder Klimamediumaustrittsöffnung
(12') vorgesehen ist.
13. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass für zwei benachbarte
Vorgarnspulen (11) eine gemeinsame Klimamediumaustrittsdüse (12) oder Klimamediumaustrittsöffnung
(12') vorgesehen ist.
14. Vorrichtung nach Anspruch 12 oder 13, dadurch gekennzeichnet, dass entlang des
oberen Bereichs (11') der Vorgarnspulen (11) an den Klimamediumzufuhrkanal (14) angeschlossene
Düsenrohre (15) verlegt sind, die jeweils in der Nähe der Spulenoberflächen Klimamediumaustrittsdüsen
(12) oder Klimamediumaustrittsöffnungen (12') aufweisen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass die Vorgarnspulen (11)
von einem insbesondere flach ausgebildeten Klimamediumzufuhrhohlkörper (16) zumindest
teilweise umfasst sind, der sich vorzugsweise zumindest annähernd über deren ganze
Höhe erstreckt und zur Spulenoberfläche hin Klimamediumaustrittsöffnungen (12') aufweist.
16. Vorrichtung nach Anspruch 15, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper vorzugsweise
der mittleren Spulenkrümmung entsprechend gekrümmt ist.
17. Vorrichtung nach Anspruch 15 oder 16, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper
(16) in Richtung der Vorgarnspule (11) beweglich gelagert ist und an einem Anschlag
(31) derart anliegt, dass er die Oberfläche der vollen Spule gerade berührt oder einen
geringen Abstand von ihr aufweist.
18. Vorrichtung nach Anspruch 17, dadurch gekennzeichnet, dass der Hohlkörper (16)
federnd gegen den Anschlag (31) gedrückt ist.
19. Vorrichtung nach Anspruch 12, dadurch gekennzeichnet, dass neben jeder Vorgarnspule
(11) ein sich parallel zu ihr erstreckendes Klimamediumzufuhrrohr (9) vorgesehen ist,
welches zur Oberfläche der Vorgarnspule (11) weisende Klimamediumaustrittsdüsen (12)
bzw. Klimamediumaustrittsöffnungen (12') aufweist.
20. Vorrichtung nach Anspruch 19, dadurch gekennzeichnet, dass eine Gruppe von Vorgarnspulen
(11), insbesondere vierVorgarnspulen (11) um ein gemeinsames, sich im wesentlichen
parallel zu ihrer Achse erstreckendes, zentrales Klimamediumzufuhrrohr (9) angeordnet
ist.
21. Vorrichtung nach Anspruch 20, dadurch gekennzeichnet, dass weitere Klimamediumzufuhrrohre
(9") um die Gruppe von Vorgarnspulen (11) herum angeordnet sind.
22. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 12 bis 21, dadurch gekennzeichnet, dass jede
Spindel (19) von einer Luftführungskammer (26) umgeben ist, die oben eine Luftansaugöffnung
(26') aufweist und seitlich oder unten an einen zentralen, sämtlichen Spindeln (19)
zugeordneten Saugkanal (7) angeschlossen ist.