[0001] Die vorliegende Erfindung betrifft einen Ölzerstäuber für Feuerungsanlagen.
[0002] Derartige Ölzerstäuber arbeiten üblicherweise mit geringem Öldruck und einem gasförmigen
Zerstäubungsmedium wie z.B. Druckluft, Gas oder Dampf. Der Düsenkopf mit Öldüse ist
hierbei über das Ölrohr und das Rohr für das Zerstäubungsmittel mit dem Anschlußteil
verbunden, wobei die Rohre koaxial ineinanderliegen und übliche Baulängen von ca.
200 bis 600 mm aufweisen. Üblicherweise ist das Ölrohr als Innenrohr ausgebildet,
während das Rohr für das Zerstäubungsmedium als Außen- bzw. Mantelrohr ausgebildet
ist. Die Ölzerstäubung selbst erfolgt im Düsenkopf, der die Öldüse enthält. Hierbei
wird das zentrisch aus der Öldüse austretende Öl von dem mit hoher Differenzgeschwindigkeit
austretenden Zerstäubungsmedium brennfähig zerstäubt, wobei die unterschiedlichsten
Düsenkombinationen eingesetzt werden. Die hierbei erzielten Öltröpfchen weisen üblicherweise
einen Durchmesser zwischen 30 und 50 µm auf, um einen guten Ausbrand zu erzielen.
[0003] Die für eine gute Verbrennung notwendige Menge an Zerstäubermedium ist sowohl vom
verfügbaren Zerstäubungsmittelarbeitsdruck wie auch von der Viskosität des Öles abhängig.
Letztere ist bei der Verfeuerung von Heizöl EL (Dieselöl) relativ konstant, verändert
sich jedoch bei Einsatz von Heizöl "S" (Schweröl) bei schwankenden bzw. unzureichenden
Öltemperaturen im Zerstäuberdüsenbereich sehr stark. Dies führt einerseits zu einer
instabilen und somit schlechten Zerstäubungsqualität und erfordert andererseits eine
erhöhte Menge an Zerstäubungsmedium. Aufgrund wechselnder Zerstäubungsqualität kommt
es darüber hinaus zu Flammenentwicklungen, die sich auf den jeweiligen Heizprozeß
nachteilig auswirken. Dies gilt insbesondere bei dem Einsatz von Ölzerstäubern sowohl
in Verbrennungsluftgehäusen wie auch als freistehender Ölzerstäuber an Industrieöfen
mit separater Verbrennungsluftzufuhr.
[0004] Die oben erwähnten Nachteile bei Ölzerstäubern wirken sich besonders drastisch bei
einem Einsatz an sogenannten regenerativ betriebenen Schmelzöfen in der Glasindustrie
aus. Bei derartigen Ofenanlagen arbeiten die Ölzerstäuber nur in Zeitintervallen von
üblicherweise 20 bis 30 Minuten, d.h. sie sind in aufeinanderfolgenden gleichen Zeitabschnitten
in Aktion bzw. abgeschaltet. Obwohl das Öl in derartigen Anlagen zentral auf die optimale
Zerstäubungsviskosität aufgeheizt und üblicherweise in isolierten Rohrleitungen mittels
Begleitheizung auf dieser Betriebstemperatur gehalten wird, kommt es häufig zu Temperaturabsenkungen
und somit zu ungünstigen Zerstäubungsqualitäten. Hierbei wirkt das Zerstäubungsmedium,
das innerhalb des Ölzerstäubers das Ölrohr umströmt, je nach Rohrlänge negativ auf
die Ölviskosität ein. Wenn darüber hinaus der Ölzerstäuber, wie oben ausgeführt, periodisch
abgeschaltet wird, wird dieser Effekt noch verstärkt, da das Öl während dieser Intervalldauer
im Ölrohr steht. Deshalb kommt es bei einem erneuten Start zu einer ungenügenden Zerstäubung
und somit zu einer unzureichenden Verbrennung. Hierdurch ist einerseits die Umwelt
unzulässig belastet und andererseits der Energieverbrauch erhöht.
[0005] Es ist somit das der Erfindung zugrundeliegende technische Problem (Aufgabe), einen
Ölzerstäuber der eingangs genannten Art derart weiterzubilden, daß in allen Betriebszuständen,
insbesondere bei Intervallbetrieb mit periodischen Feuerungspausen, eine konstante
Zerstäubungsqualität gewährleistet ist.
[0006] Dieses technische Problem wird bei einem Ölzerstäuber der eingangs genannten Art
dadurch gelöst, daß eine Wärmeisolation für das in dem Ölrohr befindliche Öl vorgesehen
ist.
[0007] Hierdurch bleibt die Öltemperatur innerhalb des Ölzerstäubers sowohl während des
Betriebes wie auch bei periodischen Feuerungspausen konstant. Das Zerstäubermedium
kann dabei sowohl kalt sein, wie dieses bei Druckluft oder Erdgas zur Zeit noch üblich
ist, es kann jedoch auch vorgewärmt sein, wie z.B. bei Verwendung von trockenem Sattdampf
oder vorgewärmter Druckluft. Hierbei sind auch Vorwärmungen des Zerstäubungsmediums
möglich, die höher sind als die Ölbetriebstemperatur.
[0008] Nach einer vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung ist die Wärmeisolation durch
ein zum Ölrohr koaxial verlaufendes Schutzrohr gebildet. Um die Isolationswirkung
noch weiter zu erhöhen, kann zwischen dem Schutzrohr und dem Ölrohr zusätzlich ein
hochwirksames Isolationsmittel vorgesehen sein.
[0009] Um kontinuierlich eine gleichbleibende Zerstäubungsqualität sicherzustellen, kann
nach einer weiteren vorteilhaften Ausführungsform der Erfindung in dem Ölzerstäuber
ein Meßfühler vorgesehen sein, der die Öltemperatur im Bereich der Öldüse mißt. Hierdurch
sind erstmals exakte Meßwerte der Ölbetriebstemperatur verfügbar, die unmittelbar
im Ölrohr direkt im Öldüsenbereich vorherrscht. Die somit ermittelten Meßwerte können
dann einem rechnergesteuerten Prozeßleitsystem zugeführt werden.
[0010] Nach einer weiteren Ausbildung der Erfindung ist in dem Ölzerstäuber eine Vorrichtung
vorgesehen, die bei Feuerungspausen automatisch das im Bereich der Öldüse befindliche
Öl entfernt. Somit verbleibt in der Öldüse während Feuerungspausen kein Öl, wodurch
die Düse nicht verstopft, was eine gleichmäßige Zerstäubung beeinträchtigen würde.
Hierdurch ist sowohl eine gleichbleibende Zerstäubung gewährleistet, wie auch ein
störungsfreier Betrieb über einen langen Zeitraum sichergestellt.
[0011] Vorteilhafterweise kann die Vorrichtung aus einem Kolben bestehen, der durch das
Zerstäubungsmedium gegen die Kraft einer Feder betätigt wird. Auch kann eine Seite
des Kolbens mit dem Zerstäubungsmedium beaufschlagt werden, während die gegenüberliegende
Seite des Kolbens mit dem Öl beaufschlagt wird. Hierdurch ist auf konstruktiv einfache
Weise dafür gesorgt, daß bei einer Feuerungspause das Öl aus der Öldüse entfernt wird
und bei einem erneuten Brennvorgang wieder störungsfrei zerstäubt wird.
[0012] Eine konstante Zerstäubungsqualität kann vorteilhafterweise ferner dadurch erzielt
werden, daß für den effektiven Ölbetriebsdruck vor der Öldüse sowie für den Zerstäubungsmitteldruck
Sensoren vorgesehen sind. Die Meßwerte dieser Sensoren können ebenfalls einem rechnergesteuerten
Prozeßleitsystem zugeführt werden.
[0013] Nachfolgend wird die vorliegende Erfindung beispielhaft anhand einer konkreten Ausführungsform
beschrieben. Es zeigen:
- Fig. 1
- einen Querschnitt durch einen Ölzerstäuber gemäß der Erfindung;
- Fig. 2
- eine Teilschnittansicht des Ölzerstäubers von Fig. 1 entlang der Linie II-II.
[0014] Der in Fig. 1 gezeigte Ölzerstäuber umfaßt ein Anschlußteil 10, das einen Anschluß
11a für die Ölzufuhr sowie einen Anschluß 11b für die Zufuhr des Zerstäubungsmediums
aufweist.
[0015] Der Anschlußteil 10 ist mit einem Düsenkopf 12 über ein Rohr 16 für das Zerstäubungsmedium
verbunden. Koaxial zu dem Rohr 16 für das Zerstäubungsmedium verläuft ein Ölrohr 14,
wobei die Rohre jeweils in dem Anschlußteil 10 und in dem Düsenkopf 12 verschraubt
sind. In dem Düsenkopf 12 ist ferner eine Öldüse 13 vorgesehen, durch deren Innenbohrung
das Öl austritt und an deren Spitze die Zerstäubung des Öls durch das Zerstäubungsmedium
erfolgt. Zur Wärmeisolation des in dem Ölrohr 14 befindlichen Öls ist ein ebenfalls
koaxial verlaufendes Schutzrohr 18 vorgesehen, welches das Ölrohr 14 umgibt. Der Zwischenraum
zwischen dem Ölrohr 14 und dem Schutzrohr 18 ist mit einem hochwirksamen Isolationsmittel
20 aus Mineralfaser, z.B. Steinwolle oder Glasfaser ausgefüllt.
[0016] Im Inneren des Ölrohrs 14 ist ein Meßfühler 22 koaxial angeordnet, der die Öltemperatur
im Bereich der Öldüse 13 erfaßt.
[0017] Der in Fig. 1 dargestellte Ölzerstäuber umfaßt ferner eine Vorrichtung, die bei Feuerungspausen
automatisch das im Bereich der Öldüse 13 befindliche Öl entfernt. Die Vorrichtung
besteht dabei aus einem Kolben 24, der in dem Anschlußteil 10 verschiebbar angeordnet
ist. Das Verschieben erfolgt dabei in Axialrichtung des Ölzerstäubers gegen die Kraft
einer Feder 25. Der Kolben 24 ist mittels zweier O-Ringe gegenüber dem Anschlußteil
10 abgedichtet. Wie insbesondere in Fig. 2 gut zu erkennen ist, befindet sich auf
der in Fig. 2 rechten Seite des Kolbens 24 ein Ringraum 26, der mit dem Inneren des
Ölrohres 14 in Verbindung steht. Auf der in Fig. 2 linken Seite des Kolbens 24 wird
über Kanäle 27 und 28 das vom Anschluß 11b kommende Zerstäubungsmedium zugeführt.
[0018] Ferner sind an dem Ölzerstäuber lediglich schematisch angedeutete Sensoren 30 und
31 für den effektiven Ölbetriebsdruck sowie für den Zerstäubungsmitteldruck vorgesehen.
[0019] Die Funktionsweise des oben beschriebenen Ölzerstäubers wird nachfolgend beschrieben.
Während des normalen Betriebs gelangt das an dem Anschluß 11a eingespeiste Öl über
die dargestellten Kanäle in das Innere des Ölrohres 14 und kann von dort durch die
Öldüse 13 aus dem Auslaßkanal des Düsenkopfes 12 austreten. Das Zerstäubungsmedium
wird am Anschluß 11b eingespeist und gelangt von dort in den Bereich, der durch das
Innere des Rohres 16 für das Zerstäubungsmedium und das Äußere des Schutzrohres 18
gebildet wird. In dem Düsenkopf 12 strömt das Zerstäubungsmedium außen an der Öldüse
13 entlang, wobei beim Austreten aus dem Ölzerstäuber die eigentliche Ölzerstäubung
erfolgt. Da das Zerstäubungsmedium von dem durch das Ölrohr 14 fließenden Öl durch
das Schutzrohr 18 und die Isolationsschicht 20 getrennt ist, bleibt die Öltemperatur
und damit die Viskosität des Öls innerhalb des Zerstäubers auch bei Feuerungspausen
konstant.
[0020] Bei Beginn einer Feuerungspause wird die Zufuhr des Zerstäubungsmediums gestoppt
bzw. auf Kühlbetrieb gedrosselt, wodurch der Druck im Ringraum 28 sinkt und sich der
Kolben 24 mittels der Kraft der Feder 25 in die in den Fig. 1 und 2 dargestellte Stellung
bewegt. Hierdurch wird das in der Öldüse 13 befindliche Öl in den Ringraum 26 abgesaugt.
Wenn der Ölzerstäuber wieder in Betrieb gesetzt wird, wird das Zerstäubungsmedium
wieder mit Zerstäubungsdruck dem Anschluß 11b zugeführt. Hierdurch gelangt das Zerstäubungsmedium
über den Anschluß 11b und die Kanäle 27 und 28 unter Druck auf den Kolben 24, der
gegen die Federkraft der Feder 25 in Richtung der Austrittsöffnung des Ölzerstäubers
bewegt wird, wodurch das Öl in die Düse 13 zurückgedrückt wird.
[0021] Durch den erfindungsgemäßen Ölzerstäuber ist eine gleichbleibend konstante Zerstäubungsqualität
auch bei langer Betriebsdauer und bei Intervallbetrieb sichergestellt, wobei sowohl
aus ökonomischer wie auch aus ökologischer Sicht gegenüber dem Stand der Technik große
Vorteile erzielt werden.
1. Ölzerstäuber mit
- einem Anschlußteil (10) für den Öleintritt und für den Eintritt des Zerstäubungsmediums;
- einem Ölrohr (14);
- einem dazu koaxial verlaufenden Rohr (16) für das Zerstäubungsmedium; und
- einem Düsenkopf (12) mit Öldüse (13), wobei
- eine Wärmeisolation (18, 20) für das in dem Ölrohr (14) befindliche Öl vorgesehen
ist.
2. Ölzerstäuber nach Anspruch 1,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Wärmeisolation durch ein zum Ölrohr (14) koaxial verlaufendes Schutzrohr (18)
gebildet ist.
3. Ölzerstäuber nach Anspruch 2,
dadurch gekennzeichnet, daß
zwischen dem Schutzrohr (18) und dem Ölrohr (14) zusätzlich ein Isolationsmittel (20)
vorgesehen ist.
4. Ölzerstäuber nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
ein Meßfühler (22) vorgesehen ist, der die Öltemperatur im Bereich der Öldüse (13)
mißt.
5. Ölzerstäuber nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Vorrichtung vorgesehen ist, die bei Feuerungspausen automatisch das im Bereich
der Öldüse (13) befindliche Öl entfernt.
6. Ölzerstäuber nach Anspruch 5,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung in dem Anschlußteil (10) angeordnet ist.
7. Ölzerstäuber nach Anspruch 5 oder 6,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Vorrichtung aus einem Kolben (24) besteht, der durch das Zerstäubungsmedium gegen
die Kraft einer Feder (25) betätigt wird.
8. Ölzerstäuber nach Anspruch 7,
dadurch gekennzeichnet, daß
eine Seite des Kolbens (24), mit dem Zerstäubungsmedium beaufschlagt wird, während
die gegenüberliegende Seite des Kolbens mit dem Öl beaufschlagt wird.
9. Ölzerstäuber nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
Sensoren (30, 31) für den effektiven Ölbetriebsdruck vor der Öldüse (13) sowie für
den Zerstäubungsmitteldruck vorgesehen sind.
10. Ölzerstäuber nach einem der vorstehenden Ansprüche,
dadurch gekennzeichnet, daß
die Wärmeisolation aus Mineralfaser, vorzugsweise Glasfaser oder Steinwolle besteht.