<?xml version="1.0" encoding="UTF-8"?>
<!DOCTYPE ep-patent-document PUBLIC "-//EPO//EP PATENT DOCUMENT 1.1//EN" "ep-patent-document-v1-1.dtd">
<ep-patent-document id="EP92111244A1" file="EP92111244NWA1.xml" lang="de" country="EP" doc-number="0550791" kind="A1" date-publ="19930714" status="n" dtd-version="ep-patent-document-v1-1">
<SDOBI lang="de"><B000><eptags><B001EP>ATBECHDEDKESFRGBGRITLILUNLSEMCPT..................</B001EP><B005EP>R</B005EP></eptags></B000><B100><B110>0550791</B110><B120><B121>EUROPÄISCHE PATENTANMELDUNG</B121></B120><B130>A1</B130><B140><date>19930714</date></B140><B190>EP</B190></B100><B200><B210>92111244.7</B210><B220><date>19920702</date></B220><B240></B240><B250>de</B250><B251EP>de</B251EP><B260>de</B260></B200><B300><B310>62/92</B310><B320><date>19920110</date></B320><B330><ctry>CH</ctry></B330></B300><B400><B405><date>19930714</date><bnum>199328</bnum></B405><B430><date>19930714</date><bnum>199328</bnum></B430></B400><B500><B510><B516>5</B516><B511> 5A 61F   9/00   A</B511></B510><B540><B541>de</B541><B542>Vorrichtung zur Aufrechterhaltung des natürlichen Augen-Innendruckes</B542><B541>en</B541><B542>Device to keep intraocular pressure at its natural level</B542><B541>fr</B541><B542>Dispositif pour maintenir le niveau naturel de la pression oculaire interne</B542></B540><B560></B560><B590><B598>4</B598></B590></B500><B700><B710><B711><snm>GRIESHABER &amp; CO. AG SCHAFFHAUSEN</snm><iid>01002980</iid><irf>P0113 EP</irf><adr><str>Winkelriedstrasse 52</str><city>CH-8203 Schaffhausen</city><ctry>CH</ctry></adr></B711></B710><B720><B721><snm>Stegmann, Robert, Prof.M.D.</snm><adr><str>88, Copselaine,
Lynnwood Glen</str><city>Pretoria, 0181</city><ctry>ZA</ctry></adr></B721><B721><snm>Grieshaber, Hans Rudolf</snm><adr><str>Villenstrasse 25</str><city>CH-8200 Schaffhausen</city><ctry>CH</ctry></adr></B721></B720><B740><B741><snm>Althoff, Gerhard</snm><iid>00024626</iid><adr><str>Althoff Patentanwaltsbüro
Lättenstrasse 6A
Postfach</str><city>8185 Winkel/Bülach</city><ctry>CH</ctry></adr></B741></B740></B700><B800><B840><ctry>AT</ctry><ctry>BE</ctry><ctry>CH</ctry><ctry>DE</ctry><ctry>DK</ctry><ctry>ES</ctry><ctry>FR</ctry><ctry>GB</ctry><ctry>GR</ctry><ctry>IT</ctry><ctry>LI</ctry><ctry>LU</ctry><ctry>MC</ctry><ctry>NL</ctry><ctry>PT</ctry><ctry>SE</ctry></B840></B800></SDOBI><!-- EPO <DP n="19"> -->
<abstract id="abst" lang="de">
<p id="pa01" num="0001">Es werden ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens vorgeschlagen, mittels welchen der erforderliche Abfluss des sich ständig erneuernden Kammerwassers im Auge gewährleistet wird und somit der natürliche Innendruck im Auge aufrechterhalten bleibt. Für die Behandlung wird zur teilweisen Freilegung des Schlemmschen Kanals (15) die Lederhaut (13) operativ, lamellar eingeschnitten und das aufgeklappte Teilstück (13') durch nicht dargestellte Mittel gehalten.</p>
<p id="pa02" num="0002">Mittels einer in den kreisringförmigen Schlemmschen Kanal (15) eingeführten Sonde (20) wird ein Medium in den Schlemmschen Kanal (15) eingebracht, wodurch das vorgelagerte Trabekulargewebe (15') an mehreren Stellen (15'') hydraulisch gedehnt und traumatisch geöffnet wird und gleichzeitig die Stellen (15'') von dem hochviskosen Medium benetzt werden.<img id="iaf01" file="imgaf001.tif" wi="74" he="50" img-content="drawing" img-format="tif"/></p>
</abstract><!-- EPO <DP n="1"> -->
<description id="desc" lang="de">
<p id="p0001" num="0001">Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren sowie auf eine Vorrichtung zur Aufrechterhaltung eines konstanten, vom Kammerwasser abhängigen Innendruckes im Auge eines Lebewesens, bei welchem das von der Hinterkammer zur Vorderkammer zirkulierende Kammerwasser über den ringförmigen Schlemmschen Kanal und über das vorgelagerte Trabekulargewebe abgeführt wird.</p>
<p id="p0002" num="0002">Für eine einwandfreie Funktionsfähigkeit des Auges ist es unter anderem erforderlich, dass der Druck des sich kontinuierlich erneuernden und zwischen der Hinterkammer sowie der Vorderkammer zirkulierenden Kammerwassers derart ausgeglichen wird, dass der Ab- und Zufluss des Kammerwassers in gleichem Verhältnis steht und der Abfluss des Kammerwassers über das dem Schlemmschen Kanal vorgelagerte Trabekulargewebe gewährleistet ist.</p>
<p id="p0003" num="0003">Störungen des Kammerwasser-Abflusses können beispielsweise bei einem den Zugang zum Schlemmschen Kanal spaltförmig verengenden Kammerwinkel oder aber auch bei krankhaften und die Durchgängigkeit des Kammerwassers verhindernden Veränderungen des dem Schlemmschen Kanal vorgelagerten Trabekulargewebes auftreten. Ist der Abfluss des Kammerwassers geringer als dessen Zufluss, so steigt der Druck im Inneren des Auges, wodurch<!-- EPO <DP n="2"> --> die unter dem Begriff "Glaukom" bekannte und oftmals zur Blindheit führende Sehstörung entsteht.</p>
<p id="p0004" num="0004">Zur Behandlung des krankhaften und den Druckausgleich verhindernden Schlemmmschen Kanals sowie des Trabekulargewebes sind medikamentöse sowie chirurgische Methoden bekannt. Die allgemein bekannte medikamentöse Methode kann beim Patienten zu unerwünschten, belastenden Nebenwirkungen führen. Die chirurgische oder mit Laser durchgeführte und den Schlemmschen Kanal sowie das Trabekulargewebe öffnende Methode hat, auf längere Zeit gesehen, auch nicht zum erwünschten Erfolg geführt, weil durch Neubildung des Gewebes die Öffnungen im Trabekulargewebe nach relativ kurzer Zeit wieder geschlossen waren.</p>
<p id="p0005" num="0005">Der Erfindung liegt somit die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens anzugeben, mittels welchem/welcher der Abfluss des sich ständig erneuernden Kammerwassers gewährleistet ist.</p>
<p id="p0006" num="0006">Das erfindungsgemässe Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass mittels einer in den Schlemmschen Kanal eingeführten Sonde ein das Trabekulargewebe durch eine hydraulische Dehnung im wesentlichen traumatisch an einer oder mehreren Stellen öffnendes und eine Blutung verhinderndes Medium injiziert wird.</p>
<p id="p0007" num="0007">Die erfindungsgemässe Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens umfasst ein Injektionsgerät sowie eine damit in Verbindung stehende Sonde und ist dadurch gekennzeichnet, dass die Sonde kreisbogenförmig ausgebildet und mindestens auf der Bogeninnenseite mit im Abstand zueinander angeordneten Durchtrittsöffnungen versehen ist.</p>
<p id="p0008" num="0008">Weitere Merkmale der Erfindung ergeben sich aus der folgenden Beschreibung in Verbindung mit der Zeichnung und den weiteren Patentansprüchen.<!-- EPO <DP n="3"> --></p>
<p id="p0009" num="0009">Die Erfindung wird nachstehend anhand der Zeichnung beschrieben. Es zeigt:
<dl id="dl0001">
<dt>Fig. 1</dt><dd>ein schematisch und im Schnitt dargestelltes Auge eines Lebewesens mit dem vorderen und hinteren Augenabschnitt;</dd>
<dt>Fig. 2</dt><dd>den in grösserem Massstab und im Schnitt dargestellten vorderen Augenabschnitt;</dd>
<dt>Fig. 3</dt><dd>ein in Ansicht und mit eingeschnittener sowie aufgeklappter Lederhaut dargestelltes Teilstück des Auges mit einem freigelegten Teilstück des Schlemmschen Kanals;</dd>
<dt>Fig. 4</dt><dd>ein in Ansicht und in grösserem Massstab dargestelltes Teilstück des Auges mit einer in den einen Teil des Schlemmschen Kanals eingeführten Sonde,</dd>
<dt>Fig. 5</dt><dd>ein als erstes Ausführungsbeispiel und in Schnittansicht dargestelltes Teilstück der Sonde,</dd>
<dt>Fig. 6</dt><dd>ein als zweites Ausführungsbeispiel und in Schnittansicht dargestelltes Teilstück der Sonde,</dd>
<dt>Fig. 7</dt><dd>ein als drittes Ausführungsbeispiel und in Ansicht dargestelltes Teilstück der Sonde, und</dd>
<dt>Fig. 8</dt><dd>zwei für den kreisringförmigen Schlemmschen Kanal spiegelbildlich ausgebildete Sonden mit jeweils daran angeordnetem Stutzen für den Anschluss an ein Injektionsgerät.</dd>
</dl></p>
<p id="p0010" num="0010">Fig.1 zeigt ein im Schnitt dargestelltes und in der Gesamtheit mit 10 bezeichnetes Auge, bei welchem mit 10'' der hintere Augenabschnitt und mit 10' der vordere Augenabschnitt bezeichnet<!-- EPO <DP n="4"> --> ist. Im vorderen Augenabschnitt 10' bildet sich das Kammerwasser.</p>
<p id="p0011" num="0011">Im vorderen Augenabschnitt 10' erkennt man die Hornhaut 11 (Cornea), die Regenbogenhaut 12 (Iris) mit den beiden Bereichen 12' und 12'', die Lederhaut 13 (Sklera), die Linse 14 (Okular) mit der Pupille 14', die Strahlenbänder 16,16' sowie den Schlemmschen Kanal 15 (Sinus venosus sclerae). Der etwa in der Winkelspitze des Übergangs von der Hornhaut zur Lederhaut 13 liegende, kreisringförmige Schlemmsche Kanal 15 verläuft weitgehend parallel zum Rand der Hornhaut 11. Weiterhin erkennt man die Netzhaut 17 (Retina) sowie den in der Gesamtheit mit 18 bezeichneten Sehnerv (Optikus).</p>
<p id="p0012" num="0012">Bei einem gesunden Auge erfolgt über den Schlemmschen Kanal 15 sowie über das in Fig.4 dargestellte, vorgelagerte und mit Öffnungen 15'' versehene Gewebe 15' (Trabeculum corneosclerae) der Abfluss des sich ständig erneuernden und zwischen der Hinterkammer H und der Vorderkammer V zirkulierenden Kammerwassers. Der Ab- und Zufluss des Kammerwassers steht bei einem gesunden Auge in gleichem Verhältnis.</p>
<p id="p0013" num="0013">Bei einem kranken Auge kann sich der Schlemmsche Kanal 15 und/oder das vorgelagerte Gewebe 15' mit den Öffnungen 15'' und dem nicht dargestellten kanalförmigen Venennetz derart verschliessen, dass der Abfluss des Kammerwassers geringer als der Zufluss ist und dadurch der Druck im Inneren des Auges derart ansteigt, dass der Sehnerv 18 entsprechend eingeklemmt wird. Diese unter dem Begriff "Glaukom" bekannte Sehstörung führt oftmals zur Blindheit des betroffenen Auges oder beider Augen.</p>
<p id="p0014" num="0014">Zur Behandlung des einzelnen kranken Auges wird mittels eines Injektionsgerätes 30 ein hochviskoses Medium in den Schlemmschen Kanal 15 injiziert. Das Injektionsgerät 30 umfasst, wie in Fig.1 schematisch dargestellt, mindestens eine Spritze 33<!-- EPO <DP n="5"> --> sowie eine entsprechend in den Schlemmschen Kanal 15 eingeführte und in Fig.1 nicht näher dargestellte Sonde, welche über eine Zuführleitung 32 mit der Spritze 33 in Verbindung steht. Die Spritze 33 ist beispielsweise eine an sich bekannte, auswechselbare Kolbenspritze, welche entweder manuell oder aber mit nicht dargestellten Mitteln elektronisch gesteuert betätigbar ist.</p>
<p id="p0015" num="0015">Beim Injizieren des hochviskosen Mediums ist das Injektionsgerät 30 mit der Zuführleitung 32, wie in Fig.1 dargestellt, unter einem in der Grössenordnung von 45° liegenden Winkel α in bezug auf den Schlemmschen Kanal 15 angeordnet.</p>
<p id="p0016" num="0016">In Fig.2 ist in grösserem Massstab und im Schnitt der vordere Augenabschnitt 10' des Auges 10 dargestellt, und man erkennt die Hornhaut 11, die beiden Bereiche 12' und 12'' der Regenbogenhaut 12, die Lederhaut 13, die Linse 14 mit den Strahlenbändern 16,16' sowie den Schlemmschen Kanal 15. Das schematisch mit den Pfeilen 1,1' und 2,2' im Bereich der Vorderkammer V zirkulierend dargestellte Kammerwasser wird gemäss Pfeilrichtung 3 dem Schlemmschen Kanal 15 zugeführt und von diesem in nicht näher dargestellter Weise über das vorgelagerte Gewebe 15' (Fig.4) und über das kanalförmige Venennetz abgeführt.</p>
<p id="p0017" num="0017">Fig.3 zeigt den in Ansicht dargestellten vorderen Augenabschnitt 10', und man erkennt die Linse 14 mit der Pupille 14' sowie die teilweise dargestellte Lederhaut 13. Zur Freilegung eines Abschnitts des die Linse 14 zirkulär umgebenden Schlemmschen Kanals 15 wird die Lederhaut 13 operativ und lamellar eingeschnitten und der äussere Teil als lappenförmiges Teilstück 13' entsprechend aufgeklappt. Das aufgeklappte Lederhaut-Teilstück 13' wird dabei mit nicht dargestellten Mitteln gehalten.<!-- EPO <DP n="6"> --></p>
<p id="p0018" num="0018">In Fig.4 ist in grösserem Massstab der vordere Augenabschnitt 10' mit dem teilweise freigelegten Schlemmschen Kanal 15 und dem aufgeklappten Lederhaut-Teilstück 13' dargestellt. In den Schlemmschen Kanal 15 ist eine röhrchenförmige Sonde 20 eingeführt, welche auf der dem vorgelagerten Gewebe 15' zugewandten Oberfläche mit im Abstand zueinander angeordneten Öffnungen 23 versehen ist. Die Sonde 20 hat vorzugsweise nur im Endbereich zwei oder drei in Reihe angeordnete Öffnungen 23. An dem einen Ende der Sonde 20 ist ein bogenförmiges Anschlussstück 25 angeordnet, welches in nicht näher dargestellter Weise kupplungsartig mit der Zuführleitung 32 des Injektionsgerätes 30 (Fig.1) verbunden wird. Von dem Injektionsgerät 30 wird gemäss Pfeilrichtung 31 über die Sonde 20 das hochviskose Medium in den Schlemmschen Kanal 15 eingespritzt.</p>
<p id="p0019" num="0019">Beim Einspritzen des Mediums wird der Schlemmsche Kanal 15, wie in Fig.4 schematisch dargestellt, an der geringer abgestützten und der Vorderkammer V (Fig.1,2) zugewandten Seite entsprechend hydraulisch derart gedehnt, dass der Schlemmsche Kanal 15 anschliessend an den schwächsten Stellen in Pfeilrichtung 24 aufplatzt und dabei jeweils eine Öffnung 15'' im Trabekulargewebe 15 bildet, wobei die Öffnungen 15'' im wesentlichen mit der jeweiligen, in der Sonde 20 vorgesehenen Öffnung 23 korrespondieren.</p>
<p id="p0020" num="0020">In Fig.4 wird mittels der Sonde 20 das durch den Einschnitt freigelegte eine Teilstück (rechts) des Schlemmschen Kanals 15 behandelt. Mittels einer spiegelbildlich ausgebildeten und in das andere Teilstück (links) des Schlemmschen Kanals 15 eingeführten Sonde 20' wird anschliessend das andere Teilstück des Schlemmschen Kanals 15 behandelt. Die Behandlung der beiden Kanal-Teilstücke erfolgt vorzugsweise nacheinander, wobei jeweils die gegenüberliegende Sonde aus dem Kanal 15 entfernt wird.<!-- EPO <DP n="7"> --></p>
<p id="p0021" num="0021">Fig.5 zeigt als erstes Ausführungsbeipiel ein Teilstück der in Schnittansicht sowie in wesentlich grösserem Massstab dargestellten Sonde 20. Die röhrchenförmig ausgebildete Sonde 20 hat einen dem Innendurchmesser des Schlemmschen Kanals 15 angepassten Aussendurchmesser, welcher in der Grössenordnung von etwa 0,15 mm liegt. Die Sonde 20 kann an dem einen Ende, welches in den Schlemmschen Kanal 15 (Fig.4) eingeführt wird, mit einer Stirnplatte 22 oder dergleichen verschlossen sein. Am Ende der in den Schlemmschen Kanal 15 eingeführten Sonde 20 sind Öffnungen 23 vorgesehen, welche die Wand 21 durchdringend mit dem Innenraum 21' der Sonde 20 in Verbindung stehen.</p>
<p id="p0022" num="0022">Vorzugsweise sind im letzten Drittel der Sonde 20 zwei bis vier mit den Innenraum 21' in Verbindung stehende Öffnungen 23 angeordnet, über welche das hochviskose Medium, wie in Fig.4 dargestellt, in Pfeilrichtung 24 durch das Trabekulargewebe 15' entweichen kann. Die in Reihe und im Abstand zueinander angeordneten Öffnungen 23 können dabei gleich gross oder aber unterschiedlich gross dimensioniert sein.</p>
<p id="p0023" num="0023">Bei dem in Fig.6 dargestellten zweiten Ausführungsbeispiel ist eine röhrchenförmige Sonde 26 mit einer einzigen, stirnseitigen Öffnung 29 versehen, über welche das hochviskose Medium in Pfeilrichtung 28 in den Schlemmschen Kanal 15 (Fig.4) eingebracht wird. In der Wand 27 sind bei diesem Ausführungsbeispiel keine weiteren Öffnungen vorgesehen.</p>
<p id="p0024" num="0024">Fig.7 zeigt als drittes Ausführungsbeispiel ein in Ansicht dargestelltes Teilstück einer Sonde 35, welche mit einer als Langloch ausgebildeten Öffnung 36 versehen ist, über welche das hochviskose Medium in den Schlemmschen Kanal 15 (Fig.4) eingebracht wird. Bei einer nicht näher dargestellten Variante kann die Öffnung 36 auch als ein bis zum Ende reichender Schlitz ausgebildet sein.<!-- EPO <DP n="8"> --></p>
<p id="p0025" num="0025">An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass die jeweilige Sonde 20,26 oder 35 im Endbereich mit unterschiedlich ausgebildetes Öffnungen versehen sein kann. Beispielsweise kann die in Fig.5 dargestellte und mit den Öffnungen 23 versehene Sonde 20 stirnseitig, analog wie die Sonde 26 gemäss Fig.6, mit einer Öffnung 29 versehen sein.</p>
<p id="p0026" num="0026">Fig.8 zeigt zwei in Ansicht dargestellte und spiegelbildlich ausgebildete Sonden 20 und 20', welche für die Behandlung getrennt in den Schlemmschen Kanal 15 (Fig.4) eingeführt werden, d.h., dass beispielsweise erst die eine Sonde 20 eingeführt und nach der Behandlung entfernt und anschliessend die andere Sonde 20' in den Schlemmschen Kanal 15 eingeführt wird.</p>
<p id="p0027" num="0027">Die einzelne Sonde 20 oder 20' ist bogenförmig ausgebildet und hat einen dem im wesentlichen kreisringförmigen Schlemmschen Kanal 15 angepassten Radius R oder R'. Der Radius R oder R' liegt in der Grössenordnung von etwa 12 mm bis 14 mm. Weiterhin erkennt man in Fig.7 die an dem einen Ende der Sonde 20 oder 20' im Endbereich an der Bogeninnenseite 19 oder 19' angeordneten Öffnungen 23 oder 23' sowie den jeweils am anderen Ende angeordneten Anschluss-Stutzen 25 oder 25' für das hier nicht dargestellte Injektionsgerät 30. Aus den Öffnungen 23,23' wird etwa gemäss Pfeilrichtung 24,24' das Medium in Richtung des Trabekulargewebes 15' (Fig.4) injiziert.</p>
<p id="p0028" num="0028">Die Sonde 20,20',26 oder 35 ist vorzugsweise aus rostfreiem Stahl hergestellt, wobei ein geeigneter Kunststoff ebenfalls Anwendung finden kann.</p>
<p id="p0029" num="0029">Bei dem einzuspritzenden Medium handelt es sich um ein hochviskoses Gel, mittels welchem die Oberflächen der traumatisch hergestellten Öffnungen 15'' benetzt werden, so dass die eigentliche, drainagenartige Funktion des Schlemmschen Kanals<!-- EPO <DP n="9"> --> 15 auch nach Auflösung des Gels auf längere Zeit gewährleistet ist.</p>
<p id="p0030" num="0030">Das einzuspritzende Medium muss physiologisch und ophthalmologisch verträglich sein und darf im Schlemmschen Kanal 15 sowie im Trabekulargewebe 15' keine unerwünschten Nebeneffekte verursachen. Mit dem Medium soll einerseits die beim traumatischen Öffnen des Schlemmschen Kanals 15 auftretende Blutung vermieden werden, und andererseits muss die Benetzung der Öffnungen 15'' solange bestehenbleiben, bis keine lokale Gewebeverbindung (Zellen- und Narbenbildung) mehr möglich ist.</p>
<p id="p0031" num="0031">Ein bevorzugtes, physiologisch und ophthalmologisch verträgliches Medium ist beispielsweise aus der US-A 4 141 973 sowie der US-A 4 713 448 bekannt. Bei dem bekannten Medium handelt es sich um eine hochviskose, wässrige Lösung, welche mit sogenannten Pufferzusätzen, wie Phosphaten und/oder Salzen, angereichert ist.</p>
<p id="p0032" num="0032">Das Medium ist beispielsweise eine wässrige Lösung des Natriumsalzes von Hyaluronsäure, welches ein Glykosaminoglykan mit hohem Molekulargewicht bildet, wobei das Glykosaminoglykan eine chemisch modifizierte Hyaluronsäure ist. Das Molekulargewicht liegt vorzugsweise in der Grössenordnung von 3,2 x 10⁶ bis 5 x 10⁶.</p>
<p id="p0033" num="0033">An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass auch wässrige Lösungen mit geringerer Viskosität Anwendung finden können. Hierbei ist es jedoch erforderlich, dass das Medium ophthalmologisch verträgliche Antikoagulations-Substanzen, wie beispielsweise Epsilon-Aminokaproische Säure, enthält.</p>
<p id="p0034" num="0034">Es können auch weitere, ophthalmologisch vergleichbare und auf Hyaluronsäure basierende Medien, wie beispielsweise Hydroxypropylmethylzellulose, Polyacrylamide, Mucopolysaccharide,<!-- EPO <DP n="10"> --> Chondroitin-Sulfat oder andere Typen von Polysacchariden, verwendet werden. Weiterhin können auch Mischungen von Substanzen, wie beispielsweise Hyaluronsäure mit ChondroitinSulfat oder Hyaluronsäure mit Dextran, verwendet werden.</p>
</description><!-- EPO <DP n="11"> -->
<claims id="claims01" lang="de">
<claim id="c-de-0001" num="0001">
<claim-text>Verfahren zur Aufrechterhaltung eines konstanten, vom Kammerwasser abhängigen Innendruckes im Auge (10) eines Lebewesens, bei welchem das von der Hinterkammer (H) zur Vorderkammer (V) zirkulierende Kammerwasser über den ringförmigen Schlemmschen Kanal (15) und über das vorgelagerte Trabekulargewebe (15') abgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass mittels mindestens einer in den Schlemmschen Kanal (15) eingeführten Sonde (20;20';26;35) ein das Trabekulargewebe (15') durch eine hydraulische Dehnung an einer oder mehreren Stellen traumatisch öffnendes und eine Blutung verhinderndes Medium injiziert wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0002" num="0002">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die bei der hydraulischen Dehnung traumatisch entstehenden Öffnungen (15'') im Trabekulargewebe (15') von einem hochviskosen Medium benetzt werden.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0003" num="0003">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium bei einer gegen die Vorderkammer (V) gerichteten Stellung der in der Sonde (20;20') angeordneten Durchtrittsöffnungen (23;23') injiziert wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0004" num="0004">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass das Medium mittels spiegelbildlich ausgebildeter Sonden (20; 20') nacheinander in das durch den lamellaren Lederhaut-Einschnitt (13,13') gebildete linke und rechte Teilstück des Schlemmschen Kanals (15) injiziert wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0005" num="0005">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als hochviskoses Medium eine gelartige Natriumhyaluronsäure verwendet und injiziert wird.<!-- EPO <DP n="12"> --></claim-text></claim>
<claim id="c-de-0006" num="0006">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass eine wässrige Lösung aus chemisch modifizierter Hyaluronsäure mit hohem Molekulargewicht verwendet wird, wobei das Molekulargewicht zwischen 3,2 x 10⁶ bis 5 x 10⁶ liegt.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0007" num="0007">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein auf Hyaluronsäure basierendes Medium verwendet und injiziert wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0008" num="0008">
<claim-text>Verfahren nach Anspruch 5, dadurch gekennzeichnet, dass ein aus Hyaluronsäure mit Chodritin-Sulfat oder Hyaluronsäure mit Dextran vermischtes Medium verwendet und injiziert wird.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0009" num="0009">
<claim-text>Vorrichtung zur Durchführung des Verfahrens nach Anspruch 1, bestehend aus einem Injektionsgerät sowie einer damit in Verbindung stehenden Sonde, dadurch gekennzeichnet, dass die röhrchenartige Sonde (20;20'; 26 oder 35) kreisbogenförmig ausgebildet und auf der Bogeninnenseite mit im Abstand zueinander angeordneten Durchtrittsöffnungen (23;23') oder mit einem einzigen Langloch (36) oder stirnseitig mit einer einzigen Öffnung (29) versehen ist.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0010" num="0010">
<claim-text>Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sonde (20;20') im Endbereich des einen Endes die in Reihe angeordneten Durchtrittsöffnungen (23;23') aufweist und an dem anderen Ende mit einem Stutzen (25;25') für einen kupplungsartigen Anschluss an das Injektionsgerät (30) versehen ist.</claim-text></claim>
<claim id="c-de-0011" num="0011">
<claim-text>Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass die Sonde (20;20') mindestens zwei bis vier, mit dem Innenraum (21') in Verbindung stehende Durchtrittsöffnungen (23;23') aufweist.<!-- EPO <DP n="13"> --></claim-text></claim>
<claim id="c-de-0012" num="0012">
<claim-text>Vorrichtung nach Anspruch 9, dadurch gekennzeichnet, dass dass die kreisbogenförmige Sonde (20:20'; 26 oder 35) mit einem dem Schlemmschen Kanal (15) angepassten und in der Grössenordnung von 12 mm bis 14 mm liegenden Radius (R oder R') versehen ist.</claim-text></claim>
</claims><!-- EPO <DP n="14"> -->
<drawings id="draw" lang="de">
<figure id="f0001" num=""><img id="if0001" file="imgf0001.tif" wi="151" he="246" img-content="drawing" img-format="tif"/></figure><!-- EPO <DP n="15"> -->
<figure id="f0002" num=""><img id="if0002" file="imgf0002.tif" wi="157" he="243" img-content="drawing" img-format="tif"/></figure>
</drawings><!-- EPO <DP n="16"> -->
<search-report-data id="srep" lang="de" srep-office="EP" date-produced=""><doc-page id="srep0001" file="srep0001.tif" wi="157" he="239" type="tif"/><!-- EPO <DP n="17"> --><doc-page id="srep0002" file="srep0002.tif" wi="156" he="239" type="tif"/><!-- EPO <DP n="18"> --><doc-page id="srep0003" file="srep0003.tif" wi="157" he="201" type="tif"/></search-report-data>
</ep-patent-document>
